Südafrika: Tiere

Säugetiere

Am häufigsten wird man den Begriff "The Big Five" in Verbindung mit Großsäugern in Südafrika hören. Dazu zählen Löwe, Büffel, afrikanischer Elefant, Nashorn und der Leopard. Allen fünf kann man auf Fotosafaris in Afrikas größtem Nationalpark, dem Kruger-Nationalpark begegnen, allerdings werden die Löwen mit den Jahren immer weniger, ebenso wie die anderen größeren Säuger. Eine der Hauptgründe dafür sind die immer wieder angebotenen Jagdsafaris.

Überall in Südafrika kann man auf Paviane (Baboons) treffen, aber besonders häufig ist das in den Bergen der Fall. Sie leben in Herden von 100 Tieren und ernähren sich von Insekten, Eidechsen, Früchten und Beeren. Auch wenn die Affen auf den ersten Blick ganz possierlich aussehen, ist deren Füttern strengstens untersagt, da sie aggressiv werden können und dann auch angreifen. Sein Hab und Gut sollte man besser im Auge behalten, da die Paviane geübte Langfinger sind. In den Bergen leben auch Leoparden, der Wüstenluchs und der Honigdachs.

Etwas häufiger sind Giraffen und zahlreiche Antilopenartenwie Impalas (Schwarzfersenantilopen), Kudus, Oryx Gazella und Springböcke.

Impalas
Impalas zeichnen sich besonders durch ihre bis zu 9 m weiten und 3 m hohen Sprünge aus. Charakteristisch sind auch die zwei schwarzen Streifen auf dem sonst hellbraun gefärbten Steiß. Die bis zu 90 cm lang werdenden Hörner kommen nur bei den Männchen vor. Impalas sind im ganzen südlichen Teil Afrikas, wie z.B. auch in Botswana, weit verbreitet.

In Südafrika leben auch Kapzebras, weiße und schwarze Nashörner und Buntböcke. Das Weißschwanzgnu ebenso wie die pferdgroße Elenantilope und die Bleßböcke leben ausschließlich in den Grassländern Südafrikas.

Im Karu-Gebiet leben einige der einheimischen Tiere wie der mit dem Marderhund verwandte Löffelhund, der Schwarzrückenschakal, das Erdmännchen und das Erdhörnchen. Der Löffelhund hat seinen Namen den großen, tütenförmigen Ohren zu verdanken, die beinahe zu groß für die kleine Schnauze wirken.
Typische Bewohner der seltenen Wälder sind die wenig bekannte Weißkehlmeerkatze, das Buschschwein, die Schirrantilope und der ebenfalls zu den Antilopen gehörende Blauducker.

Reptilien

Die zahlreichen Schlangenarten gibt es im Snake Park bei Midrand zu bewundern.
Die beeindruckende Lederschildkröte gibt es an der Westküste Südafrikas. Anders als bei anderen Schildkröten ist der Panzer der Lederschildkröte mit einer gummiartiger Haut überzogen. Die Meeresschildkröte legt ihre Nester in Sandküsten ab. Es gibt solche Nester auch an der Atlantikküste in Nordamerika, in den Küsten der Karibik und Mittelamerikas sowie in Südamerika und den Küsten des Indischen Ozeans. Durch die Fischerei ist der Bestand allerdings gefährdet, da sich die Tiere in den Netzen verfangen. Die Eier sind als Delikatesse begehrt und werden direkt aus den Nestern am Strand entnommen, wodurch die Populationen gefährdet werden. Die Lederschildkröte steht unter Naturschutz.

Von Südafrikas Krokodilen ist das Nilkrokodil am meisten verbreitet, allerdings lebt dieser nicht mehr in freier Wildbahn, sondern ist nur noch im Kruger-Nationalpark und St. Lucia Wetland Park zu bewundern. Das bis 5 m groß werdende Krokodil war eine Zeitlang vom Aussterben bedroht, durch gezielte Schutzmaßnahmen wurde er davor jedoch bewahrt und kommt heute in ganz Afrika in relativ stabilen Beständen vor.

Besonders viele Echsen gibt es am Kap der guten Hoffnung, hier leben auch Geckosund Warane. Ein sehr häufiges Reptil in Südafrika ist das Chamäleon. Entgegen der allgemeinen Annahme kann sich das Chamäleon nicht jeder Unterlage anpassen sondern ist auf ein bestimmtes Farbspektrum beschränkt, das sich von Art zu Art unterscheidet. Auch hängen die Farbwechsel nicht mit der Unterlage zusammen, sondern sind eine Reaktion auf den Gemütszustand des Chamäleons (Temperatur, Angst, Erkrankung etc.) und dienen vor allem der innerartlichen Kommunikation.

Schlangen (nicht giftig)

Die meisten der in Südafrika vorkommenden Schlangen sind ungiftig, zu ihnen gehört auch die Maulwurfsnatter. Ihr Biss kann allerdings ziemlich weh tun.
Die Felsenpython ist ebenfalls ungiftig, aber deswegen nicht weniger gefährlich. Sie gehört zu den Würgeschlangen und umschlingt und würgt ihr Opfer so lange, bis die wichtigsten Blutgefäße im Körper platzen, was im Endeffekt unweigerlich zum Tode führt.

Gifttiere

Es gibt in Südafrika etwa 34 giftige Schlangenarten, von denen 14 dem Menschen gefährlich werden können. Mit zu den sehr giftigen Schlangen gehört die Speikobra, die ihr Gift verspritzt und auch noch zubeißen kann. Dabei zielt sie genau auf die Augen und trifft auch.
Das Gift der Kapkobra führt zur Muskellähmung, Atemstillstand und schließlich zu Herzversagen. Giftig und dazu auch noch häufig vorkommend ist die Puffotter.
Die größte Giftschlange Afrikas ist die Schwarze Mamba, von deren Gift bereits zwei Tropfen ausreichend sind, um einen Menschen zu töten und nicht viel weniger giftig ist die Grüne Mamba.
Baumschlangen, auch als Boomslang bekannt, besitzen ein sehr wirksames Gift, welches zur Blutung der inneren Organe, Schleimhäute und der Haut führt.
Da die meisten der Schlangen aber sind scheu und flüchten vor dem Menschen eher. Es sollte aus vielerlei Gründen vermieden werden, mit bloßen Händen in Erdhöhlen und Spalten zu greifen. Generell gilt aber, fühlt sich eine Schlange bedroht und wird angegriffen, setzt sie sich auch zur Wehr.
Zu den giftigen Schlangen gehört auch die Atroposviper.

Andere für den Menschen allerdings ungefährliche Gifttiere sind die sogenannten Meuchel-Spinnen. Sie gehören zwar zu den Webspinnen, weben aber keine klebrigen Netze, sondern töten ihre Beute aus sicherer Entfernung mit einem Giftzahn. Dieser ist extrem verlängert und sitzt auf dem Kiefer der nur 2 mm großen Spinnen. Parallel zu dem langen Giftzahn haben die Meuchel-Spinnen auch einen langen Hals entwickelt. Finden kann man sie heute außer in Südafrika nur noch in Madagaskar und Australien.

Vögel

Der Nationalvogel des Landes ist der gefährdete Paradieskranich, der ebenso wie die Blauschwalbe in Mpumalanga vorkommt. Letztere ist dabei der am stärksten gefährdete Vogel Südafrikas. Der Paradieskranich wird bis zu 1 m groß und er hat ein blau-graues Federkleid, welches ihm auch den Beinamen Blaukranich eingebracht hat. Charakteristisch sind die schwarzen Schmuckfedern an den Flügeln, die bis zum Boden reichen sowie der weiße Scheitel auf dem Kopf. Der Paradieskranich ernährt sich hauptsächlich von pflanzlicher Kost, wertet den Speisezettel aber auch mit Fischen, Fröschen, kleinen Reptilien und Insekten auf. Größere Bestände des schönen Vogels kann man in der Nähe von Kapstadt am Breede River und bei Caledon bestaunen.

Zahlreich sind dagegen Flamingos und Strauße. Flamingos bilden eine eigene Familie und sind auch in Teilen Südamerikas, Westasien und Südfrankreich verbreitet. Gleich erkennbar sind die bis zu 130 cm großen Vögel an ihrem langen und dünnem Hals, an den dünnen Beinen sowie an dem dicken, nach unten gebogenen rosafarbenen Schnabel mit der schwarzgefärbten Spitze. Dieser wird bei der Nahrungssuche als Sieb gebraucht. Auf dem Speiseplan stehen dabei Würmer, Algen und vor allem Kleinkrebse. Die sind es auch, die für das rosafarbene Federkleid der Flamingos verantwortlich sind. Der mit den Krebsen aufgenommene rote Farbstoff wird in den Federn abgespeichert. Schließlich sind die Vögel umso stärker rosa gefärbt, je mehr Krebse sie verspeist haben. Das berühmte einbeinige Stehen dient der Wärmespeicherung, da das eine Bein im warmen Gefieder versteckt wird und somit ein geringerer Wärmeverlust entsteht. Dieses Kunststück ist für die Flamingos (wie auch für Störche) nicht weiter anstrengend.

An der Küste und auf den Inseln trifft man auf große Kolonien von Brillenpinguinen, die wie viele andere Vögel Südafrikas unter Naturschutz stehen.
Zu den farbenprächtigen Vögeln gehören die Tokos auf früchtetragenden Bäumen der Savanne, der afrikanische Wiedehopf und der Knysna Loerie in den Wäldern von Knysna. Letzterer ist endemisch (kommt nur in Südafrika vor) und mit dem europäischen Kuckuck verwandt. Charakteristisch ist der grüne Körper mit den roten Flügeln. Rot sehen diese aber nur während des Fluges aus, ansonsten erscheinen sie blau. Ein deutliches Merkmal ist auch der Kamm auf dem Kopf sowie die braunen Augen mit dem roten Augenring und zwei weißen Linien jeweils über und unter den Augen.
Es gibt in Südafrika auch zahlreiche Eisvogelarten und Raubvögel wie den Raubadler. Die Namaflughühner halten sich überwiegend an Wasserstellen auf. Im Grasland lebt die Gackeltrappe und das Perlhuhn.

Geier
Flamingo
Helmperlhuhn
Kronenkranich
Kuhreiher
Madenhacker
Maskenweber
Nimmersatt
Pelikane
Riesentrappe
Sattelstorch
Schreiadler
Silberreiher
Strauß (Afrikanischer Strauß)

Insekten, Spinnen

Die seltene afrikanische Bolasspinne hat zu ihrem Schutz ein eigenes Reservat errichtet bekommen, das Spinnenreservat Umgeni Valley im Kwazulu-Natal. Selten sind auch die Kupferschmetterlinge, die seit 1984 im Schmetterlingsreservat in Ruimsig zu bewundern sind.
Die malariaübertragende Anophelesmücke ist verstärkt südlich der Sahara verbreitet und in Südafrika besteht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Als wichtigste Vorsorgungsmaßnahme gilt das Vermeiden von Stichen durch Mückencremes, Mückensprays und passende Kleidung.

Unterwasserwelt

In der Umgebung von Kapstadt sowie auf Seal Island gibt es große Seehundkolonien. Tauchern wird geraten, sich von diesen Gebieten eher fernzuhalten, da sie zu den Jagdgebieten des Weißen Hais gehören. Dieser ist häufig an der Küste Südafrikas sowie im Shark Alley und in der Gegend um Gansbaai und Kleinbaai anzutreffen. Insgesamt gibt es an die 350 verschiedene Haiarten in Südafrika zu sehen. Dazu gehören Kupferhaie, Katzenhaie, Sandtiger- und Blauhaie.

Wale wie die Glattwale in der False Bay und Walker Bay und Buckelwale bei Plettenberg Bay sind in Südafrika auch keine Seltenheit und können von Juli bis Anfang Dezember beobachtet werden.
Riesige Sardinenschwärme ziehen zwischen Mai und Juli an Südafrikas Küste vorbei und locken neben Walen und Haien auch Delphine, Seelöwen und zahlreiche Seevögel an.

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