Europa

Kurze Vorbemerkungen

Auf dem Boden Europas hatten sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwei furchtbare Kriege zugetragen. Es war der Erste Weltkrieg , der begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien, begonnen hatte. Der bewaffnete Konflikt endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918 und endete mit dem Vertrag von Versailles am 28. Juni 1919. Nach der Abdankung des Kaisers folgte die Weimarer Republik mit dem Sozialdemokraten  Friedrich Ebert (1871-1925) als Reichspräsident. Ebert war von 1919 bis zu seinem Tod der erste Reichspräsident der Weimarer Republik. Sein Nachfolger war Paul von Hindenburg (1847-1925), der das Amt bis zu seinem Tod am 2. August 1934 innehatte

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, die mit der Ernennung von Adolf Hitler am 30 Januar 1933 durch Hindenburg zum Reichskanzler begonnen hatte, und in eine barbarische Diktatur geführt hatte. Mit dem Angriff auf Polen am 1. September in den Zweiten Weltkrieg hatte der Zweite Weltkrieg begonnen, der etwa 60 Millionen Menschen das Leben gekostet hatte. Zuudem wurden etwa 6 Millionen Menschen in den Konzentrationslagern ermordet, wobei Auschwitz das Symbol dieser Barberei wurde.

Der Krieg endete am 8. Mai 1945 mit der Kapitulation der Wehrmacht und der folgenden Besetzung Deutschlands durch die USA, Großbritannien, Frankreich und Russland. Es war gleichzeitig der Beginn der Trennung in Ost und West, die mit dem Mauerbau am 13. August 1961 ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Mit dem Fall der Mauer, zuerst in Berlin, am Abend des  9. Novembers 1989, wurde die Trennung beendet und Deutschland am 3. Oktober 1990 vereinigt. Die früheren Ostblockstaaten wurden, mit Ausnahme von Weißrussland und Russland demokratisch und teilweise sogar Mitglied der EU.

Geografische Daten

Europa reicht vom Nordpol bis nach Sizilien und von der Nordsee bzw. dem Atlantik bis zum Ural. Der Kontinent umfasst eine Fläche von rund 10.18 Mio. km², bei insgesamt rund 750 Mio. Einwohnern. Seine gesamte Küstenlinie beträgt rund 1,5 Mio. km. Die 27 Staaten der EU umfassen eine Fläche von 4,476 Mio. km² - bei rund 447 Mio. Einwohnern.

Größter Staat
Der flächengrößte Staat Europas ist Russland mit einer Fläche von 17.075.400 km². Es gehört aber nur etwa ein Viertel des Landes zu Europa. 

Kleinster Staat
Das Land mit der kleinsten Fläche ist der Vatikan mit einer Fläche von 0,44 km², nach Monaco mit einer Fläche von 1,95 km².

Längster Fluss
Der längste Fluss Europas ist die Wolga in Russland mit einer Länge von rund 3.531 km.

Höchster Berg
Der höchste Berg ist der Mont Blanc in Frankreich/Italien mit einer Höhe von 4.810 m. Da die Grenze Europas in Russland auch unter Fachkundigen nicht eindeutig feststeht, rechnen manche auch den Elbrus im Kaukasus zu Europa.
Dieser Berg hat eine Höhe von 5.642 m und wäre dann der höchste Berg Europas.

Höchster aktiver Vulkan
Der höchste aktive Vulkan ist der Ätna auf Sizilien/Italien. Seine Höhe schwankt zwischen ca. 3.380 m und ca. 4.000 m.

Größter See
Der größte See Europas ist der Ladogasee in Karelien/Russland an der Grenze zu Finnland mit einer reinen Wasserfläche von 17.703 km². Zählt man die Inseln in dem See dazu, sind es sogar 18.390 km². Der See ist etwa von Ende November bis etwa Anfang April komplett zugefroren. Die maximale Tiefe des Sees beträgt 225 m. Er ist in Folge der Eiszeit entstanden, wobei seine Verbindung zum Meer erst vor 9.000 Jahren abbrach. Es hat sich dabei eine Reihe ursprünglich im Meer lebender Tiere, wie die Ringelrobbe, an das Süßwasser angepasst.
Interessant ist, dass im Jahr 1950 so gut wie keine Muslime in Westeuropa lebten. Im Jahr 1970 waren es dann ca. 2 Millionen und 2011 bereits ca. 20 Millionen.

Die Länder Europas

LandFläche in km²Einwohner in Mio.Hauptstadt
Albanien28.7483,2Tirana
Andorra4680,09Andorra la Vella
Belgien30.52811Brüssel
Bosnien-Herzegowina51.1303,8Sarajevo
Bulgarien110.9177,5Sofia
Deutschland357.02681,7Berlin
Dänemark43.0945,6Kopenhagen
Estland45.2221,4Tallinn
Finnland338.1455,4Helsinki
Frankreich551.50065,4Paris
Georgien69.7004,5Tiflis
Griechenland131.62511,3Athen
Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland242.90062,6London
Irland70.2734,5Dublin
Island103.0000,3Reykjavik
Isle of Man57283.000Douglas
Italien301.34160,7Rom
Kanalinseln19247,4Saint Helier/Saint Peter Port
Korsika8.7220,3Ajaccio
Kroatien56.5384,4Zagreb
Lettland64.5892,2Riga
Liechtenstein1600,036Vaduz
Litauen65.3013,2Wilna (Vilnius)
Luxemburg2.5860,52Luxemburg
Mazedonien (Makedonien)25.7132,1Skopje
Malta3160,42Valletta
Monaco1,950,035Monaco-Ville
Niederlande41.52616,7Amsterdam;
Regierungssitz
Den Haag
Norwegen386.9585Oslo
Österreich83.8588,4Wien
Polen312.68538,2Warschau
Portugal92.38910,6Lissabon
Rumänien238.39121,4Bukarest
RusslandEurop. Teil
3.952.550
gesamt: 147Moskau
San Marino60,60,032San Marino
Schweden449.9649,5Stockholm
Schweiz41.2857,9Bern
Serbien und Montenegro102.17310,8Belgrad
Slowakische Republik49.0345,4Bratislava (Pressburg)
Slowenien20.2562,1Ljubljana
Spanien505. 99246,2Madrid
Türkeieurop. Teil: 23.764gesamt: 83Ankara
Tschechische Republik78.86610,5Prag
Ukraine603.70045,7Kiew
Ungarn93.03010Budapest
Vatikanstadt0,440,00083Vatikanstadt in Rom
Weißrussland (Belarus)207.5959,5Minsk

Euro, Europäische Zentralbank

Seit dem 1. Januar 2015 ist der Euro (€) in mittlerweile 19 der insgesamt 27 EU-Länder die gemeinsame Währung und das gesetzliche Zahlungsmittel. Außerdem in weiteren nicht der EU bzw. dem Euroraum angehörigen Ländern.
Es waren viele Jahre an Vorarbeit und politischer Überzeugungsarbeit vonöten gewesen, um zu der gemeinsamen Währung zu kommen. Und dann am 16. Dezember 1995 legte der Europäische Rat in Madrid den Namen der neuen Währung auf "Euro" fest. Am 13. Dezember 1996 einigten sich dann die Finanzminister der EU über den Euro-Stabilitätspakt, um sicher zu stellen, dass alle Euro-Teilnehmerstaaten durch eine konsequente Haushaltsdisziplin den Wert der Währung für die Zukunft sichern sollten. Und 2 Jahre später, am 31. Dezember 1998, wurden die Wechselkurse zwischen dem Euro und den Währungen der Teilnehmerstaatenstaaten festgelegt. Am 1. Januar 1999 wurde der Euro dann in den Mitgliedsländern die gesetzliche Buchungswährung, aber noch kein Zahlungsmittel. Am folgenden Werktag, dem 2. Januar 1999, wurden an den Börsen in Mailand, Paris und Frankfurt am Main bereits sämtliche Wertpapiere in Euro notiert. Als bisher letztes Land wurde am 1. Januar 2015 Litauen Mittglied im Euroraum. Die 19 Mitgliedsländer der EU, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel und gesetzliche Währung ist, sind:

  • Belgien
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland ohne Nordirland
  • Italien
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Portugal
  • Spanien
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Zypern

Neben den 19 Ländern der Eurozone sind Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt assoziierte Euronutzer mit eigenen Euromünzen. Darüber hinaus ist der Euro in folgenden Ländern ebenfalls ein offizielles Zahlungsmittel:

  • Französisch Guayana - ein Überseegebiet Frankreichs
  • Guadelupe
  • Kosovo, durch einseitige Erklärung
  • Martinique
  • Montenegro, durch einseitige Erklärung
  • Réunion
  • Mayotte
  • Saint Pierre und Miquelon
  • San Marino

Es gibt folgende Euro-Münzen:

  • 1 Cent
  • 2 Cent
  • 5 Cent
  • 10 Cent
  • 20 Cent
  • 50 Cent
  • 1 Euro
  • 2 Euro

Es gibt die folgenden Geldscheine:

  • 5 Euro
  • 10 Euro
  • 20 Euro
  • 50 Euro
  • 100 Euro
  • 200 Euro
  • 500 Euro (wird nicht mehr gedruckt)

Die Umrechnung in die (alte) D-Mark, deren Umtausch auf unbestimmte Zeit bei den jeweiligen Zentral- bzw. Landesbanken noch möglich ist:

1 € = 1,95583 DM
  • Will man also DM-Werte in Euro umrechnen, so muss der DM-Wert durch 1,95583 dividiert werden, für eine gute Überschlagsrechnung reicht die Division durch 2.
  • Will man Eurowerte in DM-Werte umrechen, so muss der Eurowert mit 1,95583 multipliziert werden, für eine gute Überschlagsrechnung reicht eine Multiplikation mit 2.

Euroscheine bzw. Banknoten

5 €-Schein
Der 5 €-Schein ist mit 12 cm x 6,2 cm die kleinste Eurobanknote. Ihre Grundfarbe ist grau.
Seit  dem 2. Mai 2013 gibt es neue und besonders fälschungssicher gestaltete Scheine.

10 €-Schein
Der 10 €-Schein besitzt eine Größe von 12,7 cm x 6,7 cm. Seine Grundfarbe ist rot.
Seit  dem 23. September 2014 gibt es neue und besonders fälschungssicher gestaltete Scheine.

20 €-Schein
Der 20 €-Schein besitzt eine Größe von 13,3 cm x 7,2 cm. Seine Grundfarbe ist blau.

50 €-Schein
Der 50 €-Schein besitzt eine Größe von 14 cm x 7,7 cm. Seine Grundfarbe ist orange.

100 €-Schein
Der 100 €-Schein besitzt eine Größe von 14,7 cm x 8,2 cm. Seine Grundfarbe ist grün.

200 €-Schein
Der 200 €-Schein besitzt eine Größe von 15,3 cm x 8,2 cm. Seine Grundfarbe ist gelblich-braun.

500 €-Schein
Der 500 €-Schein besitzt eine Größe von 16 cm x 8,2 cm. Seine Grundfarbe ist lila.
Der Schein wird nicht mehr gedruckt, bleibt aber als Zahlungsmittel weiterhin gültig

Hinweis
Am 10. Januar 2013 wurde die zweite Serie der Euro-Banknoten mit dem Fünfeuroschein in Frankfurt am Main der Öffentlichkeit vorgestellt. Die weiteren Scheine werden in der Reihefolge ihres Wertes folgen. Der nächste neur Schein wird der Zehneuroschein sein, der im Herbst 2014 allmählich den alten ablösen wird.  Die alten werden nach und nach aus dem Verkehr gezogen. Die neuen Banknoten ähneln den bisherigen zwar farblich und gestalterisch, sind aber im Gesamtbild deutlich von den alten zu unterscheiden.
Die neuen Geldscheine sollen eine größere Sicherheit vor Falschgeld bieten, daher sind sie mit drei neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.

  • Ein Hologramm zeigt im silbrnen Streifen der Scheine ein Porträt der Europa, die sichtbar wird wenn man die Scheine schräg hält. In dem Streifen befindet sich zudem ein Symbol und der Nennwert der Scheine.
  • Das Porträt der Europa ist zusätzlich als Wasserzeichen zu sehen.
  • Außerdem gibt es eine so genannte Smaragdzahl, auf der sich beim Schräghalten des Geldscheins ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Die Zahl verändert ihre Farbe von Smaragdgrün bis hin zu einem Tiefblau.

Europäische Zentralbank

Europäische Zentralbank
Die Europäische Zentralbank (EZB) wurde 1998 im Rahmen der Europäischen Währungsunion gegründet. Ab dem 1.1.1999 übernahm die EZB die Geldpolitik der Mitglieder der Währungsunion. Am 1. Januar 2002 wurde der Euro bekanntlich das gesetzliche Zahlungsmittel in 12 der EU-Mitglieder und bis heute (2021) ist er es in 19 Ländern.

Vorrangiges Ziel der EZB ist die Preisstabilität des Euros. Weitere Aufgaben der EZB sind es den reibungslosen Ablauf des Zahlungsverkehrs zu fördern, Währungsreserven zu verwalten, die Durchführung von Geldpolitik und Devisengeschäften, die Aufsicht über Kreditinstitute und Kontrolle der Finanzmarktstabilität sowie ihre Beratungsfunktion. Für die Erreichung ihrer geldpolitischen Ziele stehen der EZB verschiedene Instrumente zur Verfügung. Das wichtigste Instrument ist die Offenmarktpolitik. Zudem gibt es das Instrument der ständigen Fazilitäten, Devisenmarktinterventionen und den Mindestreservesatz, um die Geldmenge zu steuern und dadurch das Preisniveau zu stabilisieren. Die EZB ist in ihrer Geldpolitik unabhängig von politischen Weisungen und Beeinflussungen und zwar sowohl auf institutioneller, finanzieller und personeller Ebene.
Zusammen mit den nationalen Zentralbanken bildet die EZB das System Europäischer Zentralbanken (ESZB).