Graue Baumnatter

Allgemeines

Die Graue Baumnatter (Thelotornis kirtlandii) - auch als Lianenotter oder Vogelnatter bezeichnet - ist eine Trugnatter und gehört zur Familie der Baumnattern (Colubridae). Auf das Konto dieser in Afrika beheimateten Schlange gehen viele Bisse mit zahlreichen Toten.

Von der hier dargestellten Schlange existieren keine Unterarten.

Es sei erwähnt, dass der bedeutende deutsche Schlangenforscher (Herpetologe) Robert Mertens (1894-1975) infolge eines Bisses dieser Schlange, die er bei sich zu Hause in Frankfurt/Main hatte, am 23. August 1975 verstarb -  18 Tage nach dem Biss.
Von Mertens stammen mehr als 800 Veröffentlichungen sowie 13 Bücher über die Systematik und das Vorkommen von Reptilien und Amphibien.

Systematische Einteilung

Familie Baumnattern (Colubridae)
Unterfamilie Land- und Baumnattern (Colobrinae)
Gattung  Lianenottern (Thelotornis)
Art Graue Baumnatter (Thelotornis kirtlandi)

 Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Eyelash Viper
  • Französisch:

Aussehen, Verhalten

Die Schlange besitzt eine maximale Länge bis zu 170 cm - in der Regel aber um die 110 bis 140 cm. Auffallend ist ihr schmaler Kopf mit den großen Augen, deren Pupillen waagericht angeordnet sind. Der Körper des Tieres ist setlich leicht abgeflacht und besirtzt eine hellgraue bis grünliche Grundfärbung mit eingerahmten hellen Flecken. Das Tier ist vorwiegend nachtaktiv.
Zur Fortpflanzung legt sie Eier und gehört damit zu den oviparen Baumschlangen. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Echsen, Kleinsäugern, Froschlurchen, Schlangen und Vögeln.
Die Schlange lebt im Geäst von Bäumen und/oder Büschen.

Vorkommen

Vermeidung eines Bisses

Da die Schlange nachtaktiv ist, besteht tagsüber keine allzu große Wahrscheinlichkeit auf das Tier zu treffen. Und nachts wird wohl kaum jemand im Wald oder im Gebüsch umherlaufen.

Art des Giftes

Das Gift der Schlange besteht in  der Hauptsache aus Anteilen, die die Blutgerinnung stören und aus Anteilen, die zu einem Untergang von (Muskel)Gewebe führen. In seltenen Fällen kommen auch geringere Mengen von neurotoxischen Anteilen vor.

Folgen eines Bisses

Es kommt zu Blutungen an den Schleimhäuten z..B. im Nasen- und Mundbereich. Auch innere Blutungen bis hin zu Hirnblutungen können auftreten.Auch blutiges Erbrechen wurde beobachtet.  Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Zusammenbruch der Blutgerinnung (Verbrauchskoagulopathie). Die starken Blutungen können zu einem allgemeinen Schockzustand (hämorrhagischer Schock) führen, der ohne Behandlung zum Tode führen kann. Auch mit einem Nierenversagen muss gerechnet werden.
Die gewebezerstörenden Anteile führen zu starken Nekrosen. Neurotoxische Wirkungen, wie z.B. Lähmungen, sind nicht völlig auszuschließen, aber eher selten.
Ohne intensivmedizinische Versorgung ist mit einem tödlichen Ausgang zu rechnen.

Erste Hilfe

Die allgemeinen Regeln, wie man sich bei einem Schlangenbiss zu verhalten hat, sind bereits in unserer allgemeinen Einleitung über Schlangen dargestellt worden. Sie seien der Bequemlichkeit halber hier nochmals abgedruckt:

  • unbedingt Ruhe bewahren, sowohl körperlich wie auch psychisch. Falls vorhanden, ist die Gabe eines Beruhigungsmittels empfehlenswert
  • die gebissene Extremität ruhig stellen, den Arm in eine Schlinge legen und das Bein möglichst schienen
  • darauf achten, ob sich Symptome einer Vergiftung zeigen, z.B. an der Bissstelle in Form von Schmerzen und Ödemen
  • die Gabe von Flüssigkeit ist sinnvoll, aber nur in Form von Wasser oder Säften und nicht als Alkohol oder Kaffee
  • alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die gebissene Person schnellstens professionelle Hilfe bekommt
  • das Aussaugen oder Ausbrennen der Bisswunde hat sich als nicht sinnvoll erwiesen
  • das Ausschneiden der Bisswunde verschlimmert möglicherweise die Giftwirkung, da es z.B. bei Gerinnungsstörungen zu unkontrollierten Blutungen kommen kann

Das Anlegen eines Immobilisierungs-Druckverbandes ist nach einem Biss dieser Schlange nicht nur nicht empfehlenswert, sondern verschlimmert die Bissfolgen nur noch. Möglicherweise sogar ganz beträchtlich. Näheres siehe unter Giftschlangen

Gegenserum (Antiserum)

Gegen das Gift dieser Schlange steht kein geeignetes Antiserum zur Verfügung. Sie Behandlung muss sich auf die Bekämpfung der Symptome konzentrieren, so u.a. durch die Gabe von Blut und Gerinnungsfaktoren. Zudem kann eine Dialyse erforderlich werden.
Ein Patient muss eine Reihe von Tagen unter klinischer Beobachtung stehen.
 

Prognose

Ohne Behandlung ist nach einem Vollbiss dieser Schlange durchaus mit einem tödlichen Ausgang zu rechnen. Aufgrund der gewebezerstörenden Anteilen kann es zu starken Nekrosen kommen, die im schlimmsten Fall mittels Transplantationen behandelt werden müssen. In seltenen Fällen kommt es sogar zu Amputationen.

Zusammenarbeit

Seit Anfang September 2008 arbeiten wir mit der folgenden sehr bedeutenden österreichischen Schlangenfarm zusammen:

Reptilienzoo Nockalm
Eigentümer: Peter Zürcher
Vorwald 83
9564 Patergassen
Österreich/Kärnten
Mobil: 0043 - 676 - 734 4 270

Der Reptilienzoo - idyllisch im Bundesland Kärnten gelegen - beherbergt eine große Anzahl der verschiedensten Schlangen, von den Kobras über Klapperschlangen, Kreuzottern, Aspisvipern bis hin zu Puffottern und Mambas - um nur einige zu nennen. Der Zoo eignet sich sowohl für Einzelbesucher wie auch für Familien oder Schulklassen.
Er liegt ca. 40 km von Villach in Richtung Kleinkirchheim entfernt.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Informationen finden Sie unter folgender Webadresse:
www.reptilienzoonockalm.at

Giftnotruf-Zentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Giftnotruf-Zentralen - die auch im Fall von Schlangenbissen im Ausland - 24-stündig erreichbar sind, finden Sie hier >>>