Feiertage, Veranstaltungen und Landessitten

Feiertage und religiöse Feste

 

Datum Feiertag
Januar Festival Internacional de Música 
In Las Palmas de Gran Canaria
Februar / März Carnaval (= Karneval)
Überall auf den Inseln, aber v.a. in Santa Cruz de Tenerife sehr ausgelassen gefeiert.
Festival de Opera 
In Las Palmas de Gran Canaria
Día de Los Indianos (= Tag der Emigranten)
Es ist das größte Fest in Santa Cruz de La Palma.
Mai Festival de Ballet y Danza 
In Las Palmas de Gran Canaria
Corpus Christi 
In Arrecife auf Lanzarote gefeiert.
Juni Aguaviva Festival
Das Freiluft-Festival ist alljährlich den ganzen Juni über und findet im Estadio de los Cristianos in Arona auf Teneriffa statt.
August / September Fiesta de la Virgen del Pino
Wichtigstes religiöses Fest auf Gran Canaria. Es dauert zwei Wochen und hat seinen Höhepunkt vom 6. bis 8. September.
September Encuentro Teatral Tres Continentes 
In Agüimes auf Gran Canaria. Zu diesem Anlass treffen sich europäische, afrikanische und lateinamerikanische Theaterkompanien. 
Oktober / November Muestra Internacional de Cine
In Las Palmas de Gran Canaria
Alle 5 Jahre Bajada de Nuestra Señora de las Nieves (= Herabkunft der Jungfrau vom Schnee)
Gefeiert auf La Palma alle fünf Jahre vom 21.06. bis 30.06. Es ist das größre religiöse Fest der Kanaren.

Darüber hinaus werden die Schutzheiligen in den jeweiligen Gegenden an bestimmten Tagen besonders verehrt. Ein wichtiger Ausdruck der spanischen Frömmigkeit sind die Prozessionen und volkstümlichen Wallfahrten (Romerias).

Markttag
Sehr empfehlenswert ist der Rastro, also der Trödelmarkt, der an jedem 1. Sonntag im Monat auf dem Parkplatz beim Hafengelände von Santa Cruz de la Palma stattfindet.

 

Kultur- und Sportveranstaltungen

Carnaval
Der überall auf den Inseln und v.a. in Santa Cruz de Tenerife sehr ausgelassen gefeierte Karneval der Kanaren ist das beste Beispiel um zu sehen, wie sehr die religiösen Riten der Eroberer mit den heidnischen Riten der Ureinwohner verschmolzen sind.

Lucha Canaria
Der „Kanarische Ringkampf“ ist ein sehr beliebter Kampfsport auf den Inseln und geht in seinen Wurzeln auf die Guanchen zurück. Die große Zahl von etwa 5.000 Ringern (span. luchaderos) verteilt sich auf geschätzte hundert Vereine überall auf den Inseln, zumal dieser Kampfsport von den kanarischen Schulen gefördert wird. Für den Kampf treten zwei Mannschaften mit jeweils zwölf Kämpfern gegeneinander an und ringen in drei 2-minütigen-Runden miteinander. Gewonnen hat derjenige, der zwei Runden für sich entscheiden kann. Verlierer ist der Kämpfer, der während des Kampfes den Boden mehr als einmal mit Händen, Schultern, Knie oder dem Kopf berührt. 

Salto del pastor
Auch der bemerkenswerte “Sprung des Hirten”, ein kanarischer Volkssport, geht auf die Guanchen zurück, welche eine etwa 3,5 Meter lange Holz-Lanze mit Metallstücken dazu verwendet hatten, felsiges Terrain zu überwinden. Die vor allem bei der jüngeren Generation sehr beliebte Sportart steht sogar in einem Wettkampf im Mittelpunkt, der einmal pro Jahr ausgetragen wird.

 

Die Guanche - Die Ureinwohner der Kanaren

Die Guanche waren die Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Sie sind im Zuge der spanischen Eroberungen im 15. Jahrhundert so schweren Oppressionen ausgesetzt worden, dass ihre bis dato noch immer steinzeitliche Kultur beinahe vollständig verloren ging. Dies lag zum einen an der harschen Unterdrückung der europäischen Eroberer, zum anderen aber auch am großen Interesse der Guanche an (technischen etc.) Neuerungen. Die Altkanarier wurden von den neuen Inselherren innerhalb der Kanarischen Inseln umgesiedelt, als Sklaven verkauft oder unter starkem Druck assimiliert. Resultat dieser forcierten Anpassung war, dass die Kultur der einheimischen Bevölkerung immer mehr verschwand und hinter der spanischen sehr bald unsichtbar wurde. Wie schnell und umfassend dieser Prozess verlaufen ist, erkennt man an dem Gleichstellungsbefehl aus dem Jahre 1514, der die Guanche mit den Spaniern rechtlich auf die gleiche Stufe hob. Ihre Kultur hat sich aber zu einem kleinen Teil auch mit der spanischen vermischen können. Daher gibt es noch viele Personen auf der Insel, die explizit altkanarische Wurzeln in sich tragen.
Wichtige Zeichen der einst regen Kultur der Guanche sind die vielen Höhlenmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert, die überall auf den Inseln zu sehen sind, insbesondere aber in den Cuevas von Agaete, Barranco de Balos, Gáldar, El Julán und Zarza. Ein besonderes Charakteristikum der Guanche ist auch der Umstand, dass sie keine Schrift zu haben schienen. Vielerlei Poesie wurde mündlich übertragen und später vom italienische Historiker Leonardo Torriani übersetzt. Doch ist die besondere Pfeifsprache El Silbo noch immer lebendig geblieben. Bei diesem einmaligen Kulturgut handelt es sich um eine von den Guanche entwickelte Möglichkeit, sich auch über größere Entfernungen hin verständigen zu können. Der Silbo ist heute ausschließlich auf der Insel La Gomera zu finden, wo er auch wieder in Schulen gelehrt wird.

 

Musik, Traditionen, Religion und Gesellschaft

Religiöse und soziale Sitten auf den Kanaren
Seit Jahrhunderten schon ist der römische Katholizismus die dominierende Religion auf den Kanarischen Inseln. 90% der Einwohner gehören ihr pro forma oder pro fide an, so dass die Kirche mit alle ihren Riten, Traditionen und Verpflichtungen eine sehr wichtige Rolle für das alltägliche Leben der Menschen spielt. Wichtigste kirchliche Initiationsriten sind die Taufe, die Hochzeit und die Beerdigungen. Doch Auflösungserscheinungen bezüglich des kirchlichen Lebens sind auch zu beobachten, etwa bei den sonntäglichen Messopfern, an denen nicht einmal mehr die Hälfte der Kanaren teilnimmt.
Was das soziale Leben anbetrifft, so ist es sehr mediterran. Gesellschaftliche Kontakte ereignen sich hauptsächlich außerhalb der Wohnungen, so dass auch Einladungen oder gesellschaftliche Veranstaltungen im eigenen Haus eher selten anzutreffen sind. Auch der alltägliche Lebensrhythmus kann mediterraner nicht sein. Auf den spät beginnenden Morgen folgt zwischen 14 und 17 Uhr eine recht lange Mittagspause (Siesta) mit gemeinsamem Familienessen, bevor nach ein paar weiteren Stunden Arbeit die recht geselligen Abende beginnen und oftmals bis in die Nacht hineinreichen. 

Timple – Musikalische Tradition
Beim Timple handelt es sich um ein der Gitarre ähnelndes Saiteninstrument, das eine große Verwandtschaft auch zur Ukulele aufweist und u.a. in der bekannten Werkstatt von Teguise (Lanzarote) hergestellt wird. Der auf die Berber zurückgehende Timple ist auch in der lateinamerikanischen (v.a. der kubanischen) Musik präsent und begleitet auf den Kanaren Tänze wie Isa, Folía und auch den Tajaraste, den einzig überlieferten Tanz der Guanche.

Virgen de Candelaria, Nuestra Señora de la Candelaria
Der Kult um die Jungfrau von Candelaria (einfach La Morenita genannt, von span. morena = brünett oder schwarz) geht auf das Erscheinen der Jungfrau Maria auf der Insel Teneriffa zurück. Religiöse Wallfahrtsstätte der Schwarzen Madonna ist die Stadt Candelaria. Dass die Madonna seit 1559 als Schutzheilige der Kanarischen Inseln gilt, geht auf eine Legende zurück, die von Alonso de Espinosa 1594 geschildert wurde. Im Jahre 1392 sollen zwei Guanchen-Ziegenhirten eine Statue der Jungfra Maria am Strand von Chimisay (Güímar) gefunden haben, die wohl in einer Hand ein Kind und in der anderen ein grünes Licht gehalten hat. Nachdem die beiden Hirten versucht hahaben, der Statue Schaden zuzufügen, erlitten sie selber körperliche Schäden. 1497 wurde die erste Messe zu Ehren der Statue abgehalten und im Jahre 1526 begann man den Bau der heutigen Basilica de Señora de la Candelaria. Nach der Zerstörung der Kirche im 19. Jahrhundert und dem Verlust der Statue in Folge einer Überschwemmung im Jahre 1826, ist im restaurierten Sakralbau leider nur noch die Kopie von Fernando Estévez zu sehen.

Gran Canaria Spezial

Gran Canaria - beliebt bei den Deutschen - 3 Top Gründe!

Gran Canaria steht bei den deutschen Urlaubern schon seit vielen Jahrzehnten hoch im Kurs. Verantwortlich ist dafür nicht zuletzt die besondere Umgebung, die sofort absolute Urlaubsstimmung aufkommen lässt.
Doch warum hält sich die Insel schon seit so vielen Jahren stabil auf den vorderen Plätzen der beliebtesten Reiseziele der Deutschen?

Ganzjährig sommerliche Temperaturen

Jahr für Jahr entscheiden sich tausende Deutsche dafür, ihren Jahresurlaub auf Gran Canaria zu verbringen. Dadurch steht das Reiseziel sogar noch vor einigen skandinavischen Ländern, England und sogar den USA.
Ein erster Grund dafür ist im besonderen Klima zu finden, welches Reisen zu jeder Jahreszeit ermöglicht. Das ganze Jahr über finden Reisende auf Gran Canaria angenehm sommerliche Temperaturen, was dafür sorgt, dass die Besucherzahlen das ganze Jahr über deutlich konstanter sind, als in vielen anderen Urlaubsregionen. Wer dem deutschen Winter mit all seinen unangenehmen Seiten für einige Zeit entfliehen möchte, sieht dadurch in Gran Canaria ein Reiseziel, das sofortige Urlaubsstimmung offenbart.
Doch selbst in den Sommermonaten liegt die maximale Temperatur oft bei noch immer angenehmen 27 Grad, wodurch Touristen vor erdrückender Hitze geschont werden.
Im sommerlichen Halbjahr verbuchen die Wetterstationen der Insel zudem nur ein bis maximal drei Regentage pro Monat, wodurch die Reisenden ihren Aufenthalt in vollen Zügen genießen können.

Der kleine Kontinent

Eine weitere Besonderheit des Reiseziels im Vergleich zu anderen Regionen ist die Vielfalt. Gerne wird die Insel als kleiner Kontinent beschrieben, was in erster Linie den vielen unterschiedlichen landschaftlichen Facetten geschuldet ist, die auf enger Fläche beisammenstehen.
Zum einen finden deshalb Touristen passende Angebote, die gerne einige ruhige Tage an den einladenden Stränden verbringen möchten. Weiterhin ist es möglich, die faszinierende Natur bei einer Wanderung oder einer ausgiebigen Radtour zu entdecken.
Der Urlaubsort, dessen Wirtschaft zu einem sehr großen Teil vom Tourismus abhängig ist, profitiert somit von einer sehr breiten Zielgruppe an Touristen, die passende Angebote vorfinden können.
Ein kurzer Vergleich genügt oft schon, um die passenden Angebote finden zu können. Vor Ort stehen nun für zahlreiche Freizeitaktivitäten die perfekten Bedingungen zur Verfügung, die jede Menge Unterhaltung versprechen.
Aus einer ganz besonderen Perspektive lässt sich die Insel bei einer der vielen Ausfahrten größerer Schiffe erleben. Taucher nutzen die Riffs vor der Küste zudem immer wieder für ausgiebige Tauchgänge, um auch die Unterwasserwelt der Region gebührend in Augenschein zu nehmen

Kulturelle Highlights vor Ort

Zudem gibt es auf Gran Canaria nach wie vor zahlreiche kulturelle Highlights zu entdecken, die sich klar von unserer typisch europäischen Umgebung unterscheiden. Vor allem die Region um Las Palmas wird so zu einem wahren Magneten für Interessierte, die in den schmalen Gassen der historischen Stadtkerne jede Menge Sehenswürdigkeiten erblicken. So zum Beispiel alte Bauten aus der Kolonialzeit, wie das "Kolumbushaus", dessen älteste Elemente noch aus dem 17. Jahrhundert stammen.
Da dort einst die von der spanischen Krone eingesetzten Statthalter regierten, lässt sich so in der alten Bausubstanz jede Menge über die Vergangenheit des Orts erfahren. Das architektonische Flair der Kanaren ist aber auch bei jüngeren Bauwerken noch deutlich zu vernehmen. Typisch sind beispielsweise die kleinen aus Holz gefertigten Balkone, die zur komfortablen Nutzung oft sogar mit einem entsprechenden Dach versehen sind. Viele Zeugnisse der spannenden Vergangenheit des Landes sind zudem in einigen Museen in und um Las Palmas zu finden

Die landestypische Küche

Um so richtig in das Flair der Kanaren eintauchen zu können, darf auch die kulinarische Seite nicht zu kurz kommen. Wer sich durch die landestypischen Köstlichkeiten essen möchte, sollte dafür weniger touristisch geprägte Stadtviertel wählen, deren Angebote noch nicht so sehr auf die eintreffenden Besucher der Insel abgestimmt sind. Die Küche vereint vor allem traditionelle spanische Rezepte mit afrikanischer und lateinamerikanischer Küche. Zur Vorspeise werden in vielen Fällen die bekannten Tapas in den unterschiedlichsten Variationen gereicht, um den Gast auf das kommende Mahl einzustimmen.
Neben jeder Menge frischer Fischsorten, die in der Regel direkt vor Ort gefangen werden, ist auch Paella auf der Speisekarte der meisten Restaurants zu finden. Fleisch wird ebenfalls zu vielen Hauptspeisen gereicht, ist dann allerdings häufig zu herzhaften Eintöpfen verarbeitet.
Zum krönenden Abschluss folgt dann meist ein süßes Dessert. Vor Ort ist vor allem Bienmesabe sehr beliebt, um das Mahl gelungen abzuschließen.

Ein zurecht beliebtes Reiseziel

In der Summe sprechen also zahlreiche Gründe dafür, selbst Gran Canaria einen Besuch abzustatten. Dabei gibt es weit mehr als nur perfektes Wetter zu entdecken, welches einen gelungenen Aufenthalt verspricht. Nach wie vor besitzt die Insel mit ihren kleinen Städtchen eine sehr authentische Ausstrahlung, welche an anderen Urlaubsorten der Welt aufgrund des touristischen Ansturms bereits verloren gegangen ist. Hinzu kommen die vielfältigen Möglichkeiten, die Zeit vor Ort zu gestalten. Für jede Altersklasse finden sich damit die perfekten Voraussetzungen, um entweder komplett abzuschalten und die Entspannung zu genießen, oder aber die Zeit mit aufregenden und unvergesslichen Erlebnissen zu füllen. Dank der hohen Nachfrage, die in Deutschland schon seit Jahrzehnten vorhanden ist, sind zudem die Preise für Anreise und Unterkunft noch einmal gesunken. Da sich zahlreiche Anbieter nun um die Gunst der Kunden zanken, haben diese die Möglichkeit, die besten Angebote zu fairen Preisen zu ergattern. Natürlich müssen es nicht unbedingt die Sommermonate sein, um die Insel in ihrer vollen Pracht erleben zu können.

Kanarische Inseln, Kanaren: Klima

Die Kanaren sind das ganze Jahr über mit einem sehr angenehmen mediterran-subtropischen Klima gesegnet, was an der Nähe des Archipels zum nördlichen Wendekreis (zwischen 27. und 29. Breitengrad) liegen dürfte. Diesem ganzjährig anheimelnden Wetter hat das Inselreich auch den klangvollen Beinamen von Inseln des ewigen Frühlings zu verdanken. Dabei besteht die Besonderheit des Kanarenklimas darin, dass der Kanarenstrom gleich bleibend kühl ist und die hohen Temperaturen ausgleicht. So wird es warm, aber nicht heiß. Außerdem verhindern es die Passatwinde, dass die wirklich heißen Luftmassen der nahen Sahara das Inselreich erreichen, wobei man nicht die Ausnahme vergessen darf: Die Calima-Wetterlage nämlich sorgt dafür, dass bei Ostwind heiße und trockene Luft mit Saharastaub auf die Kanarischen Inseln gelangt.

Das Jahr lässt sich das Klima der Kanaren in einer sommerlichen Trockenzeit und einer winterlichen Regenzeit unterteilen, wobei die Temperaturen in den Küstenregionen im Sommer bei durchschnittlich 25 °C und im Winter bei 17 °C liegen. Im Allgemeinen ist das Klima der Kanaren sehr gesund und für Nerven- und Brustleidende überaus wohltuend.

 

Reisezeiten

Pflanzen

Die Kanarischen Inseln bieten eine unvorstellbar artenreiche Pflanzenwelt an. Aktuelle Schätzungen gehen von etwa 2.000 Pflanzenarten auf den Inseln aus, wobei über 500 davon Endemiten sind. 57% dieser mehr als 500 Endemiten kommen auf nur einer Insel vor. Wo man welche Pflanzenart auf den Kanaren findet, hängt natürlich von der Topographie und dem Wetter ab, so dass sich die Inseln in ihrem „grünen Bild“ stark voneinander unterscheiden.

Bäume
In trockenen Gebieten bestimmen Zenneichen, Seekiefern und Pinien das typische Landschaftsbild. Das Wahrzeichen Teneriffas ist der Drachenbaum, wobei im Norden der Insel der älteste Baum dieser Gattung steht. Er soll 1000 Jahre alt sein, was aber in Anbetracht des Alters von etwa 400 Jahren, welches die Bäume erreichen können, doch etwas übertrieben scheint. Drachenbäume gehören zu der Familie der Agavengewächse und können bis zu 20 m groß werden. Im Alter bekommen sie einen extrem dicken, hellbraunen bis grauen Stamm. Zwei unterschiedliche Geschichten erzählen, wie der Drachenbaum zu seinem Namen gekommen ist. Die eine besagt, dass beschädigte oder abgebrochene Triebe meistens wieder austreiben (was tatsächlich so ist), ebenso wie dem Drachen zwei Köpfe nachwachsen, wenn man einen Kopf abschlägt. Bei der anderen Geschichte erinnert die farblose, harzige Ausscheidung, die bei Verletzungen des Stammes austritt und sich an der Luft dunkelrot färbt, an "Drachenblut". 

Andere Pflanzen 
Sehr selten ist die Guanche-Rose und das Teide-Veilchen. Beide wachsen im El Teide Nationalpark. Häufige Pflanzen auf Teneriffa sind Bougainvillea, Lilien und Strelizien. In der Küsten- und Trockenzone gedeihen vor allem Wolfsmilchgewächse, zu denen die sehr stark giftige Kandelaber-Wolfsmilch gehört. Diese Pflanze kennt man auch unter der Bezeichnung Kanaren-Wolfsmilch. Sie wächst sehr langsam, erreicht eine Größe von zwei bis drei Metern und hat zahlreiche Triebe, die alle 8-15 cm dick und mit Dornen besetzt sind. Typisch für diese Region sind auch Opuntien (Feigenkakteen), das Rosettendickblatt und die kanarische Dattelpalme. Hyazinthen und Klatschmohn gedeihen auf Mallorca.

Nutzpflanzen
Die Kulturpflanzen Teneriffas sind neben Weinreben auch Bananen, Tomaten und Avocadobäume. Auch Mangos, Kiwis, Papayas und die Ananas werden verstärkt angebaut und exportiert.

Heilpflanzen
Den Safrannarben werden verdauungsfördernde, krampflösende und kreislaufanregende Eigenschaften nachgesagt. In der Volksmedizin werden sie auch bei Wunden und Entzündungen verwendet. Früher wurde Safran an Frauen bei der Geburt gegeben, auch wurden sie bei der Pest und zur Empfängnisverhütung verabreicht. Die Blüten des Klatschmohns sollen eine beruhigende und schmerzstillende Wirkung haben, daher werden sie auch bei Reizhusten, Asthma, Schlaflosigkeit und Heiserkeit verwendet.

Giftpflanzen
Der Oleander aus der Familie der Hundsgiftgewächse ist giftig. Er wächst sowohl als Baum wie auch als Strauch und erreicht eine Größe von bis zu 5 m. Er hat lederartige immergrüne Blätter und weiße oder rosafarbene Blüten. Es sind alle Pflanzenteile giftig, aber besonders die frischen Blätter. Nach Verzehr kann es zu Bauch- und Kopfschmerzen, Brechreiz, Krämpfen und Durchfall kommen. Bei schweren Vergiftungen können auch Herzrhythmusstörungen zu den Symptomen gehören. In sehr schlimmen Fällen kann es sogar zum Tod durch Atem- oder Herzlähmung kommen. Bei Berührung können Hautreizungen die Folge sein. Nur gering giftig ist der Klatschmohn aus der Familie der Mohngewächse. Der bis auf die Samen in allen Pflanzenteilen enthaltene Milchsaft soll gelegentlich Übelkeit und Magenschmerzen hervorrufen. Die bis zu 90 cm groß werdende Pflanze wächst an Weg- du Feldrändern sowie auf Äckern. Erkennbar ist der Klatschmohn an den roten Blüten, die im getrockneten Zustand oft Teemischungen beigemischt werden. Verbreitet ist er in Europa und Nordafrika. Sehr stark giftig ist die Kandelaber-Wolfsmilch der Kanarischen Inseln. Der Pflanzensaft ist ätzend und sollte er in die Augen gelangen, droht Erblindungsgefahr. Er wurde früher von den Ureinwohnern zum Betäuben der Fische verwendet.

 

Tiere

Reptilien

Am häufigsten auf den Kanaren anzutreffende Reptilien sind  die Westkanaren- und die Kleine Kanareneidechse. Endemische Kanareneidechsen mit Riesenwuchs kommen auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und El Hierro vor. Während die (übrigens recht häufige) Gran-Canaria-Rieseneidechse zwischen 40 und 50 Zentimeter lang werden kann, erreicht die El-Hierro-Rieseneidechse (Gallotia simonyi machadori; sp. Lagarto gigante) sogar eine Größe von bis zu 75 Zentimetern. Was nun die La-Gomera- und die El-Hierro-Rieseneidechsen betrifft, so hatten diese bereits als ausgestorben gegolten, bevor in den 1970iger Jahren ein Ziegenhirte auf El Hierro eine Restpopulation entdecken konnte. Weiterhin ist auf Teneriffa im Jahre 1996 eine Rieseneidechse wiederentdeckt worden, die man ebenfalls für ausgestorben gehalten hatte. Sie konnte in den Gebieten des Teno-Gebirges überleben. Eine weitere Rieseneidechse wurde 1999 im Valle Gran Rey auf La Gomera gefunden. Zu sehen gibt es sie derzeit in einem Freilandterrarium im Süden La Gomeras. 
Abgesehen von den Rieseneidechsen gibt es auf den Kanaren noch den West- und den Ostkanarenskink. Auch Mauergeckos sind an Häuserwänden recht häufig anzutreffen. Eine Besonderheit ist die Echse von Haria, die im Nationalpark Timanfaya lebt. Es gibt sie allerdings auch auf Lanzerote. 
Die Schildkröten stellen mit den in Küstennähe lebenden Meeresschildkröten (Cheloniidae) das größte Reptil der Kanarischen Inseln. 

Vögel

Die Vögel bilden die vielfältigste Gruppe in der kanarischen Fauna und beinhalten auch diverse endemische Vertreter. Ihr Artenreichtum ist einfach gigantisch, so dass nur wenige Vertreter genannt werden können. Dazu gehören u.v.a.  die Kanarische Waldohreule, der Kanarische Buntspecht, das Rotkehlchen und die Blaufinken. Hinzu kommen noch Amseln, Zaunkönige, Finken, Stieglitze, Kolkraben, Meisen und mehrere Krähenarten. Unangefochtenes Symbol der tierischen Inselwelt aber ist und bleibt der Kanarienvogel, dessen lateinischer Name Serinus canarius ist. Zu den vom Aussterben bedrohten Tieren der Inseln gehören der Fischadler, der Kaiseradler sowie die Kanarische Trappe.

Insekten

Unter den unzähligen Schmetterlingen befinden sich auch endemische Arten wie der Kanarische Admiral, der Kanaren-Weißling und das Kanaren-Waldbrettspiel. Neben Libellen trifft man auch recht oft auf Heuschrecken. Letztere können von Afrika herüberkommen und schwere Schäden anrichten.

Schlangen

Viele Menschen können aufatmen, denn Schlangen existieren auf den Kanarischen Inseln nicht.

Unterwasserwelt

Abgesehen von den in Küstennähe lebenden Meeresschildkröten (Cheloniidae) besteht die kanarische Meeresfauna überwiegend aus RochenSchwert- und großen Thunfischen, Ziegen- und Zackenbarschen, Meerbrassen, Papageifischen, Pollacks und Flügelbutten.

Nicht zu vergessen sind die bis heute 28 gefundenen Wal- und Delfinarten, die sich im Archipel tummeln.

Um die Kanarischen Inseln herum gibt es auch (Engel-)Haie, allerdings sind keine Angriffe auf Menschen bekannt.