Nerz

Allgemeines

Nerze sind vielen Menschen eher als Nerzmäntel bekannt und weniger als Tier. Um so einen Nerzmantel zu erstellen, müssen zahlreiche Nerze ihr Leben lassen und ihr Leben in Nerzfarmen war und ist mehr als erbärmlich. Diese herrlichen flinken Raubtiere fristen hier ihr Leben in kleinen Drahtkäfigen. In Deutschland gibt es seit 2019 keine Pelztierfarmen mehr.

Der aus Amerika stammende Nerz (Mink) hat die hiesigen Nerze nahezu verdrängt und zählt mittlerweile zu den einheimischen Nerzen. Mit seiner Zucht in Pelztierfarmen in Europa wurde in den 1920er-Jahren begonnen.

Systematische Einteilung

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie Wieselartige (Mustelinae)
Gattung: Neovison
Art: Amerikanischer Nerz (Neovison vison)


Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Mink
  • Französisch: Vison

Vorkommen, Verbreitung

Bis in die 1920er-Jahre kam er in großen Teilen des Kerngebiets der USA sowie in Kanada und Alaska vor.
Seit dieser Zeit breiteten sich die Tiere, die aus Pelztierfarmen stammten - entlaufen und von Tierschützern befreit - allmählich über ganz Europa aus. Wie bereits erwähnt hat er mittlerweile den hiesigen Nerz fast völlig verdrängt.

Aussehen, Merkmale

Die Tiere besitzen eine hell- bis dunkelbraune Färbung, oft mit einem weißen Kinn- oder Kehlfleck. Das Fell ist sehr dicht, weich und wasserabweisend. Ihre Länge vom Kopf bis zum Rumpf schwankt etwa bei den Männchen zwischen 34 und 45 cm - bei einer Länge ihres buschigen Schwanzes zwischen 15 bis 20 cm. Die Weibchen erreichen eine Länge zwischen 30 bis 38 cm. Das Gewicht der Tiere schwankt zwischen 700 bis 2.500 g.
Die Tiere werden in der Natur in der Regel 7 bis 8 Jahre und in einer artgerechten Gefangenschaft bis zu 18 Jahre alt.

Lebensweise

Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Während des Tages verbergen sie sich in selbstgegrabenen Bauten oder in den Bauten anderer Tiere, wie beispielsweise in denen von Bisams. Aber auch unter Baumwurzeln oder Steinen findet man sie. Die Nerze bevorzugen Feuchtgebiete wie Sümpfe, die schilfreichen Ränder von Seen oder Flussauen.
Die Tiere können sehr gut schwimmen und bis zu 5 m tief und eine Strecke von 30 m tauchen.
Ihre Nahrung besteht aus dem Fleisch von Kleinsäugern, wie Mäusen, Ratten, kleinen Hasen, Fröschen und Krebsen. Zudem fressen sie auch Fische und sogar Vögel.
Ein Nerz besitzt ein Revier von etwa 400 ha = 4 km².

Fortpflanzung

Die Nerze pflanzen sich einmal pro Jahr fort und bringen dabei nach einer Tragzeit von rund 50 Tagen zwischen 1 und 10 Junge zur Welt. Dabei paaren sie sich frühestens im Februar und spätestens Anfang April.
Das Nest für die Jungen wird von dem Weibchen mit Fellresten, Vogelfedern und trockenen Pflanzen ausgekleidet. Nach fünf bis sechs Wochen werden sie von der Muttermilch entwöhnt, um im Herbst ihre Mutter zu verlassen.
Die Weibchen werden mit rund einem Jahr und die Männchen mit etwa 18 Monaten geschlechtsreif.

Feinde

Ein Ausgewachsener Nerz besitzt relativ wenige Feinde. So werden sie von Kojoten, Luchsen, Füchsen, Wölfen oder Schwarzbären gejagt. Auch Uhus als Nachtjäger können zu Feinden werden.
Jungtiere können in den Nestern zudem das Opfer von Schlangen werden. Der schlimmste Feind aber war und ist der Mensch.

Pelztierfarmen

Nach jahrelangen Diskussionen hatte die Bundesrepublik 2017 hohe gesetzliche Auflagen für die Haltung von Nerzen, Füchsen und anderen Pelztieren erlassen. Danach hatten die verbliebenen Betriebe noch bis 2022 Zeit, die Haltung der Tiere zu modernisieren . Jedoch ist die kommerzielle Zucht und Tötung von Pelztieren in Deutschland nicht verboten. Aber die Auflagen an die Haltung sind ab dem Jahr 2022 so streng, dass sich die Pelztierhaltung wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Daher gibt es seit dem Jahr 2019 in Deutschland keine Pelztierfarmen mehr. In Österreich, Belgien, Luxemburg, Slowenien, Tschechien, Kroatien und in dem Vereinigte Königreich ist die Haltung von Pelztieren sogar gesetzlich verboten. In den Niederlanden gibt es leider in den Ortschaften Beek en Donk und Milheeze bis zum Jahr 2024 Nerzfarmen mit 7.500 sowie 13.000 Tieren. Danach gilt ein generelles Verbot.

Danksagung

Die Abbildungen des Nerzes wurden im Otterzentrum Hakensbüttel im Landkreis Gifhorn erstellt.
Wir danken dem Otterzentrum für die Erlaubnis, die Abbildungen hier bei Goruma darstellen zu dürfen.
Träger des Otterzentrums ist ein gemeinnütziger Verein, der diese und andere Tiere in naturnahen, großzügigen und artgerechten Freigehegen hält.
Näheres zu dem Otterzentrum finden Sie hier >>>

Otterzentrum
Sudendorfallee 1
Tel.: 0049 - (0) 5832 - 98 08 0
29386 Hankensbüttel
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