Manila: Stadtgeschichte

Wie so viele andere Städte der Welt war auch Manila - Jahrhunderte bevor die Spanier kamen - eine kleine Siedlung; sie lag an den Ufern des Pasig. Ihr heutiger Name geht auf das alte Maynilad zurück und bezieht sich auf die weißblütigen Mangrovenpflanzen (Nilad), welche in der Gegend um das damalige Manila vermehrt wuchsen. Wörtlich übersetzt bedeutet die Namensverbindung may und nilad Hier gibt es Nilad.

Die Siedlung war zunächst eine islamische Gemeinschaft, ein muslimisches Sultanat und ein kleiner aber fruchtbarer Handelshafen. Bewohner waren Malayen und indonesische Siedler, die vom asiatischen Hauptland herübergekommen waren. Das Sultanat erhielt in der Zeit, als Manila von Rajah Sulaiman (aus einem Adelsgeschlecht aus Borneo) regiert wurde, diverse Kontakte mit anderen Sultanaten wie Brunei, Ternate und Sulu aufrecht.

1521 wurde die Insel von Magellan entdeckt.

Am 8. Mai 1570 kam eine spanische, von Martin de Goiti und Kapitan Juan de Salcedo geführte Expedition in die Gegend und eroberte die Siedlung. Alle Angehörigen des Hofes des Sultans wurden dabei getötet. Ein Jahr später nahm Miguel López de Legaspi im Namen der spanischen Krone die Stadt in Besitz und rief sie zur Hauptstadt der spanischen Kolonie der Philippinen aus. Die Enklave von Intramuros, die an den südlichen Ufern des Pasig liegt, wurde zur Festung und zum Schutz der spanischen Siedler erbaut.

Nach anfänglichen Rückeroberungserfolgen durch die Filipino-Moslems wurde am 24. Juni 1571 die Siedlung endgültig von den Spaniern in Besitz genommen und erneut und unwiderruflich als permanenter Sitz der spanischen Kolonialregierung ausgerufen. Häuser im spanischen Stil, Klöster, Kirchen und Schulen wurden errichtet. So entstand Intramuros. Unter den Spaniern wurde Manila zum Haupttor in den Fernen Osten. Der Manila-Acapulco-Galleon-Handel zwischen den Philippinen und Mexiko blühte in den Jahren 1571 bis 1815.

Papst Gregor XIII. (1502-1585) errichtete 1579, vier Jahre nachdem Manila den Status einer Stadt erhalten hatte, das Bistum Manila, das von Papst Clemens VIII. (1536-1605) dann 1595 zum Erzbistum erhoben wurde. Die Stadt ist seitdem (erz)bischöflicher Sitz des (Erz)Bistums Manila.

Eine Reihe weiterer Ankömmlinge - Chinesen, Holländer, Portugiesen und Briten - nahmen die Stadt nacheinander in Besitz. 1898 kamen dann schließlich die US-Amerikaner und lösten die Spanier dort endgültig ab. Sie kontrollierten die Philippinen bis 1946. Unterbrochen wurde diese Periode nur durch die Japaner, welche Manila im Pazifikkrieg am 2. Januar 1942 besetzten. Drei Jahre später landeten die Amerikaner auf Luzon und begannen ab dem 5. Februar 1945 unter dem amerikanischen General Douglas MacArthur die Rückeroberung der Stadt. Innerhalb der Kämpfe verübten die Japaner auf Anweisungen aus Tokyo in den letzten drei Wochen des Februars das Massaker von Manila: 111.000 Zivilisten wurden ermordet und Manila zu einer der am stärksten zerstörten Städte der Welt.

Am 23. Februar 1945 wurde Manila von den US-Amerikanern befreit, und 1946 rief man die unabhängige Republik der Philippinen aus. 1975 wurde Manila zur unabhängigen Stadt und zeitgleich zur Hauptstadt der Philippinen.