Taiwan: Geografie, Landkarte

Kurzinfos

Taiwan, korrekterweise die Republik China, ist ein Inselstaat zwischen dem chinesischen Festland und den Philippinen mit einer Fläche von 36.188 km² und 23,6 Millionen Einwohnern.

Die Hauptstadt ist die rund 2,7 Millionen Einwohner umfassende Stadt Taipeh. Der Inselstaat gehört nach Auffassung der Führung der Volksrepublik China zu China, das eine Fläche von 9.596.961 km² umfasst - bei rund 1,4 Milliarden Einwohnern.

Die Volksrepublik hat damit eine Fläche, die rund 265 Mal so groß ist wie die von Taiwan. Die Bevölkerungsdichte von Taiwan beträgt rund 651 Menschen pro Quadratkilometer und die der Volksrepublik China rund 148 Menschen pro Quadratkilometer. Taiwan befindet sich ca. 220 km vom chinesischen Festland (Provinz FuJian) entfernt.

Um die Hauptinsel Taiwan, die eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 377 km und eine West-Ost-Ausdehnung von etwa144 km besitzt, gruppieren sich ca. 70 kleinere Inseln. Zwei Drittel des Landes sind von Berg- und Hügelketten bedeckt, nur ein Drittel Taiwans ist Flachland. Über 200 Berge sind höher als 3.000 m.

Zwischen November und Februar beherrscht der Nordwestmonsun das Klima des Landes. Der Südostmonsun bringt von April bis September große Regenmengen über Taiwan. Während der Sommermonate Juli bis September ziehen zudem häufig tropische Wirbelstürme, die hier anstelle von Hurrikans als Taifune bezeichnet werden, über die Insel hinweg und verursachen oft erhebliche Schäden.

Taiwan war bis 1945 eine Kolonie Japans und fiel nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an China. Im Jahr 1949 übernahmen kommunistische Truppen unter Mao Tse-tung die Macht in China und proklamierten am 01.10.1949 die Volksrepublik China.

Daraufhin flüchtete die Nationalregierung Chinas mit rund 2 Mio. Menschen nach Taiwan und übernahm dort die politische Führung. Taiwan nennt sich seitdem offiziell Republik China auf Taiwan. Die unterschiedlichen politischen Wege der Kommunisten in der Volksrepublik China und den Nationalchinesen auf Taiwan führte im Laufe der Zeit zu starken Konflikten zwischen den „beiden Chinas“. Während Mao Tse-tung eine Volksrepublik in China etablierte, hielt die Regierung in Taiwan am System einer Republik fest. Innenpolitisch kam es in Taiwan in den folgenden Jahrzehnten zu starken Unterdrückungen der Ureinwohner Taiwans und der alteingesessenen Chinesen von Seiten der neuen chinesischen Siedler. 1947 erfolgte ein Aufstand der Taiwanesen gegen den damaligen nationalchinesischen Gouverneur, der jedoch brutal von Seiten der Chinesen niedergeschlagen wurde. 10.000 Taiwanesen verloren bei diesem Aufstand ihr Leben.

Erst seit den 1980er Jahren änderte sich die Situation für die Uhreinwohner Taiwans, als die Regierung begonnen hatte, diese zu schützen. Die Republik China (Taiwan) trat 1949 den Vereinten Nationen bei. Als jedoch im Jahr 1971 die Volksrepublik China Mitglied der UNO wurde, zog sich Taiwan außenpolitisch zugunsten der VR China komplett zurück und verlor auch seinen Sitz in der UNO. Seit den 1990er Jahren wird seitens Taiwans über eine Unabhängigkeitserklärung von der VR China nachgedacht. Die VR China proklamierte eine militärische Offensive gegen den Inselstaat, falls Taiwan die Unabhängigkeit beschließen sollte.

Das hindert die „beiden Chinas“ aber nicht, auf dem Gebiet der Wirtschaft und des Außenhandels eng miteinander zu kooperieren. Im Jahr 1987 wurde die erste Oppositionspartei, die Demokratische Fortschrittspartei (DFP) zugelassen. Und im Jahr 2000 gewann Chen Shui-bian von der DFP die Präsidentschaftswahl. Er wurde 2004 mit knapper Mehrheit wiedergewählt.

Bei der Wahl am 22. März 2008 gewann allerdings der Kandidat der Kuomintang - Ma Ying-jeou - mit 58% der Stimmen deutlich vor dem Kandidaten der DFP - Hsieh Changting, der 42% der Stimmen erhielt. Im September 2009 wurde der chinakritische frühere Präsident Chen Shuibian wegen Korruption zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er selber bestritt die Vorwürfe bis zuletzt und sah sich als das Opfer einer politischen Intrige.

Bei der Präsidentenwahl sowie der Parlamentswahl im Januar 2016 siegte die Oppositionspartei DPP. Neben der dabei gewählten Präsidentin Tsai Ing-wen (geb.1956) besitzt die Partei seitdem zum ersten Mal in der Geschichte des Inselstaates auch die Mehrheit im Parlament. Taiwan verfügt bereits seit 1949 über eine relativ große und gut ausgerüstete Armee, die wegen des Anspruchs der Volksrepublik China ständig auf eine Invasion der Volksbefreiungsarmee vorbereitet sein muss. Von 1949 bis in die 1970er Jahre waren die Streitkräfte sogar für eine Eroberung des Festlands ausgebildet. Aber nicht zuletzt wegen der Größe und Stärke der Volksrepublik wurde die Armee zu einer Verteidigungsarmee umgerüstet.

Die hohen Militärausgaben bildeten über viele Jahrzehnte eine starke Belastung für den Staatshaushalt, aber nicht zuletzt deswegen sind die Ausgaben für das Militär ab den 1990er Jahren nur noch wenig gestiegen, sodass der Anteil des Militäretats an den staatlichen Gesamtausgaben gesunken ist. Derzeit liegt er bei über 2 Prozent des Bruttoinlandproduktes, ein Ziel das z.B. die Bundesrepublik Deutschland nach Ausbruch des Kriegs in der Ukraine auch zu erreichen sucht. Die Streitkräfte verfügten derzeit über etwa 165.000 aktive Soldaten und im Verteidigungsfall unter Einsatz der Reservisten bis zu etwa 2 Millionen. Die Wehrpflicht gilt für alle Männer ab 18 Jahren.

Fläche und Bodennutzung

Taiwan umfasst eine Fläche von 36.188 km².
Davon sind:

  • Wald
    Etwa 60 % der Fläche Taiwans ist mit Wald bedeckt.
  • Äcker und Felder
    Etwa zwei Drittel Taiwans können landwirtschaftlich genutzt werden. Vorwiegend wird Zuckerrohr
  • Sumpf
    Im Norden Taiwans befinden sich die so genannten Chutzuhu-Sümpfe.
  • Gebirge
    Etwa zwei Drittel des Landes sind von Berg- und Hügelketten bedeckt.

Landesgrenzen

Taiwan ist eine Insel und hat daher keine Landgrenze zu einem anderen Land.

Küstenlängen

Taiwan hat eine Küste zur See mit einer Länge von rund 1.566 km.

Tidenhub

In Kee Lung beträgt der mittlere Tidenhub nur rund 2,50 m.
Ausführliche Erläuterungen zu Ebbe und Flut finden Sie unter:

Vergleiche
Den weltweit höchsten Tidenhub findet man übrigens in der Bay of Fundy in Kanada, er beträgt dort bis zu 16 m, bei Springflut sogar über 20 m. Die Bay of Fundy liegt am Atlantik zwischen den kanadischen Provinzen New Brunswick und Nova Scotia, die im Deutschen Neuschottland heißt und deren Hauptstadt Halifax ist.
An der deutschen Nordseeküste schwankt er etwa zwischen 1 m und 3 m.
In der westlichen Ostsee dagegen beträgt der Tidenhub nur um 0,3 m, während er in der östlichen Ostsee kaum noch merkbar ist.

Geografische Länge und Breite

Taiwan erstreckt sich über die folgende geografische Breite (Abk. Δφ) sowie geografische Länge (Abk. Δλ):

Δφ = von 21° 45' bis 25° 56'nördliche Breite
Δλ = 119° 18' östliche Länge

Ausführliche Informationen über diese Thematik finden Sie unter Geografische Länge und Breite.

Gesetzliche Uhrzeit

In Taiwan folgende Zeit, wobei das Pluszeichen bedeutet, dass es dort entsprechend später als die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ist

Δt (MEZ) = + 7 h

Weitere und ausführliche Erläuterungen zur Uhrzeit finden Sie unter Zeitzonen, Uhrzeit

Sonnenhöchststand in Taipeh

Taipeh liegt auf einer nördlichen Breite von rund 25°.
Wenn die Sonne bzw. ihr Bildpunkt am nördlichen Wendekreis steht, also bei = 23,5°, ist in Sommerbeginn, dies ist der 21. Juni. Dann ergibt sich für den höchsten Stand der Sonne zur Mittagszeit nach Gl. 1: (s. Sonnenstand):

25° = (90° - h) + 23,5°

also:

h = 88,5°

Berge

Yushan
Der höchste Berg ist der Yushan im mit einer Höhe von 3.952 m. Es ist kaum zu glauben, dass auf dieser doch relativ kleinen Insel über 100 Berge höher als 3.000 m sind. Aber in der Schweiz mit einer vergleichbaren Fläche von 41. 285 km² gibt es sogar 48 Berge mit einer Höhe über 4.000 m und 344 mit einer Höhe zwischen 3.000 und 4.000 m. Einige der Berge mit einer Höhe über 3.000 m sind:

Xueshan
Der Xueshan - auch als Shiue Shan oder Hsueh Shan bezeichnet - ist mit einer Höhe von 3.886 m der zweithöchste Berg von Taiwan. Er befindet sich im nördlichen Teil der gleichnamigen Gebirgskette.
Seit 2006 wird die Bergkette in ihrem nordöstlichen Teil vom 13 km langen Xueshan-Autobahntunnel unterquert.

Nanhu
Der 3.742 m hohe Nanhu befindet sich im Taroko-Nationalpark im Bezirk Heping

Dajianis
Der 3.594 hohe Dajianis befindet sich im Heping District des Inselstaates

Pintian
Der 3.524 m hohe Pintian gehört zum rund 768 km² großen Shei-Pa-Nationalpark, der 1992 eingerichtet wurde.

Dabajian
Der 3.490 m hohe Dabajian liegt im liegt im nördlichen Teil des Shei-Pa - Nationalparks im Kreis Hsinchu.

Hehuanshan
Der Hehuanshan umfasst drei Gipfel, von denen mit einer Höhe von 3.422 m die Nordspitze ist. Das Bergmassiv liegt im Zentrum der Insel.

Flüsse

Der längste Fluss des Landes ist der ChuoShui mit einer Länge von rund 186 km.
Der zweitlängste Fluss ist der TsengWen mit einer Länge von rund 138 km.

Seen

Der größte See Taiwans ist der Sonne-Mond-See.

Sonne-Mond-See
Der rund 8 km² große Sonne-Mond-See erhielt auf Grund seiner Form, die am einen Ende an eine Sonne und am anderen an eine Mondsichel erinnert, seinen Namen. Er befindet sich auf einer Höhe von ca. 760 m im Bezirk Nantou.

Inseln

Dem Land sind u.a. die folgenden Inseln vorgelagert:

Pescadoren-Inseln
Die Gruppe der Pescadoren-Inseln werden auch als Pengshu-Inseln bezeichnet. Sie umfassen eine Fläche von rund 127 km² - bei rund 106.000 Einwohnern. Die Inseln liegen rund 50 km von der Westküste Taiwans und 130 km von der Küste der chinesischen Provinz Fujian entfernt. Die Penghu-Inseln bestehen aus etwa 90 Inseln von sehr unterschiedlicher Größe. Die Inselgruppe erstreckt sich etwa 60 km in Nord-Süd-Richtung und etwa 40 km in West-Ost-Richtung . Die Küstenlinien der Inseln sind außerordentlich zerklüftet und durch Erosionen geformt worden. Neben Felsküsten findet man aber auch Buchten, Plateaus, Kliffs oder Sandstrände. Die Inseln sind im Gegensatz zur Hauptinsel sehr flach, so befindet sich der höchste Punkt mit einer Höhe von 83 m auf der kleinen Insel Damao Yu (Große Katzeninsel).
Durch die Inselgruppe verläuft der Wendekreis des Krebses - der nördliche Wendekreis mit einer nördlichen Breite von 23,5°. Unter den Inseln befinden sich u.a. Mǎgōng Shì mit einer Fläche von 34 km² und rund 63.000 Einwohnern, Húxī Xiāng mit einer Fläche von 33 km² und rund 15.000 Einwohnern, Báishā Xiāng mit einer Fläche von 15 km² und rund 10.000 Einwohnern, Xīyǔ Xiāng mit einer Fläche von 18,7 km² und rund 8.300 Einwohnern, Wàng’ān Xiāng mit einer Fläche von 13,7 km² und rund 5.400 Einwohnern sowie Qīměi Xiāng mit einer Fläche von 7 km² und rund 4.000 Einwohnern.

KinMen
KinMen mit einer Fläche von 151 km² befindet sich nur rund 2 km vor der Küste der Provinz Fujian der Volksrepublik China. Auf der Insel leben rund 137.500 Menschen. Die Insel ist militärisch stark geschützt

Matsu-Inseln
Die Matsu sind eine Inselgruppe von 19 Inseln mit einer Fläche von 29,6 km² und rund 13.500 Einwohnern. Sie befindet sich in der Straße von Taiwan. Die Insel ist militärisch stark geschützt

Dongsha-Inseln
Die Dongsha-Inseln sind eine kleine Inselgruppe mit einer oberhalb der Wasseroberfläche befindlichen Fläche von 1,7 km². Auf der Insel befinden sich etwa 200 taiwanische Marinesoldaten.

Spratly-Inseln
Die Spratly-Inseln sind eine Inselgruppe im Südchinesischen Meer und bestehen aus über 100 weit verstreuten kleinen Inseln, Riffen, Atollen, von denen die größte die Insel Itu Aba mit einer Fläche von knapp 0,5 km² ist. Die Inseln sind zwischen der Volksrepublik China, der Republik China (Taiwan), Vietnam umstritten, die alle drei die gesamte Inselgruppe für sich beanspruchen, während Brunei, Malaysia und die Philippinen auf jeweils nur einen Teil der Inseln Ansprüche erheben. Alle diese Staaten mit Ausnahme Bruneis halten einige der Inseln besetzt, auf über 40 der ansonsten unbewohnten Inseln gibt es Militärstandorte. Das große Interesse an den Spratly-Inseln erklärt sich zum einen aus ihrer strategischen Lage an einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten, andererseits werden hier größere Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet.

Seegebiete um Taiwan

Ostchinesisches Meer
Das Ostchinesische Meer ist ein Randmeer des Pazifiks und grenzt im Westen an China, im Norden an Südkorea, im Osten an die südlichen Teile von Japan im Osten und im Süden an Taiwan. Im Norden wird es durch die Koreastraße vom Japanischen Meer - und im Süden durch die Straße von Formosa vom Südchinesischem Meer getrennt. Das Meer nordwestlich zwischen der koreanischen Halbinsel und der Volksrepublik China ist das Gelbe Meer. Das Ostchinesische Meer, das Südchinesische Meer sowie das Gelbe Meer zusammen bilden das Chinesische Meer. Das Ostchinesische Meer umfasst eine Fläche von 1,25 Mio. km² - bei einer maximalen Tiefe im Okinawagraben von 2.720 m

Südchinesisches Meer
Das Südchinesische Meer ist ein Teil des Chinesischen Meeres und damit ein Randmeer des Pazifischen Ozeans. Zum Chinesischen Meer gehören neben dem Südchinesische Meer noch das Gelbe Meer und das Ostchinesische Meer. Das Südchinesische Meer umfasst eine Fläche von ca. 2.975.000 km² und besitzt eine maximale Tiefe von 5.015 m. Das Meer liegt zwischen China, der Indochinesischen - sowie der Malaiischen Halbinsel und den Inseln Taiwan, Luzon, Palawan und Borneo. Am Südchinesischen Meer liegen neben Vietnam in alphabetischer Reihenfolge die folgenden Staaten: Brunei, China, Indonesien, Kambodscha, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Taiwan und Thailand, das aber im Osten korrekterweise am Golf von Thailand liegt, der aber ein Teil des Südchinesischen Meeres ist.

Straße von Luzon
Die Straße von Taiwan ist eine Wasserstraße zwischen Taiwan im Norden und der philippinischen Insel Luzón die die Philippinensee mit dem südchinesischem Meer verbindet. Die Wasserstraße besitzt eine Länge von etwa 150 km bei einer Breite von ca. 360 km Am Ausgang der Luzonstraße zur Philippinensee hinliegt die 38,5 km² große Insel Palaui, auf der ein über 115 Jahre alter Leuchtturm steht.

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