Uhrzeit, Zeitzonen, Datumsgrenze

Ortszeit

An jedem Ort der Erde ist es stets genau 12 Uhr, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat – also im Meridian steht. Dabei ändert sich Sonnenzeit um rund ± 4 Minuten, sofern die geografische Länge um 1° zu- bzw. abnimmt.
Da es absolut unpraktikabel wäre, wenn jeder Ort seine eigene Zeit besitzt, hat man Zeitzonen eingeführt, die in der Regel eine Breite von 15° besitzen. Die Zeit in der Mitte dieser Zonen wurde dabei als die in der gesamten Zone gültige Zeit festgelegt.
Bei der MEZ (Mitteleuropäischen Zeit) reicht die Zeitzone von einer östlichen Länge von 7,5° bis zu 22,5° - damit liegt die Mitte bei einem Längengrad von 15°.
Daher ändert sich die gesetzliche Zeit von einer Zeitzone zur nächsten Zeitzone um 1 Stunde. Das führt dazu, dass die Zonenzeit an den Rändern der Zonen ± ½ Stunde von der Sonnenzeit abweicht.
So steht die Sonne an einem Ort mit einer östlichen Länge von 22,5° eine halbe Stunde vor 12:00 auf ihren höchsten Stand.
In der Realität enden die Zeitzonen aber oft etwas weiter östlich oder westlich, da beispielsweise ein Land in einer Zeitzone liegen möchte – z.B. Polen, das ganz in der mitteleuropäischen Zeitzone liegt.
Es gibt aber Regionen in der die Abweichung zwischen Zonenzeit und Sonnenzeit sogar einen Wert von Stunden besitzt.

Greenwich Mean Time (GMT)

Man bezeichnet die Uhrzeit am "Nullten Längengrad" in Greenwich/England als "Greenwich Mean Time" (GMT).

Diese Zeit darf sich nicht mehr als 1 Sekunde von der  UTC (Universal Time Coordinates) unterscheiden.  Dabei bezieht sich die GMT auf den Lauf der Sonne und die UTC auf die durch  Atomuhren gemessene Zeit.
Es sei erwähnt, dass es 180 Längengrade in westlicher und 180 in östlicher Richtung gibt. Dabei ist der 180. Längengrad sowohl ein westlicher wie ein östlicher Längengrad, auf dem sich die Datumsgrenze befindet. (s. unten).

Dabei beginnt die Zählung jeweils am Nullten Längengrad (= Nullmeridian), der ebenfalls sowohl ein westlicher wie östlicher Längengrad ist. Näheres dazu finden Sie bei Goruma unter Längen- und Breitengrade.
Beide Uhrzeiten werden dabei immer wieder aneinander angepasst, damit sie nicht mehr als 1 Sekunde auseinanderlaufen. So wurden z.B. in der Sivesternacht 2008/2009 die Atomuhren 1 Sekunden "angehalten", um wieder zu der geforderten Anpassung zu kommen. 
Beide Zeiten werden ohne Berücksichtigung der Sommerzeit angegeben

MEZ, MESZ

Mitteleuropäische Zeit  (MEZ)
Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ist die Uhrzeit in Mitteleuropa zwischen dem Nullmeridian (000°) und 015° östliche Länge.  
Die Uhrzeit nach MEZ ist eine Stunde später als die nach GMT.

MEZ = UTC + 1 h

Sommerzeit (MESZ)
Die Umstellung auf die Sommerzeit (MESZ) erfolgt in Deutschland und den anderen Ländern der EU sowie vielen weiteren Ländern am letzten Samstag des März, und zwar um 02:00 in der Nacht zum Sonntag. Die Umstellung zurück auf MEZ, die identisch mit der "Winterzeit" ist, erfolgt um dieselbe Uhrzeit in der Nacht des letzten Samstags des Oktobers.

Die Sommerzeit wurde in Deutschland im Jahr 1980, in Frankreich bereits 1973, eingeführt.
Zu Beginn der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt und am Ende der Sommerzeit um eine Stunde zurückgestellt. Für die Sommerzeit gilt dann:

MESZ = MEZ + 1 h = GMT + 2 h

Hinweis
Es gibt sogar eine Institution, die u.a. für die korrekte Einhaltung der Zeit sorgt. Es ist der 1987 gegründete " International Earth Rotation and Reference System Service (IERS)" (Internationaler Erdrotations und Referenz System Service).
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG)
Richard-Strauss-Allee 11
60598 Frankfurt am Main
Tel.: 0049-(0)69-6333-273 / 261 / 314 /250
Fax: 0049-(0)69-6333-425
www.iers.org

Datumsgrenze

Ein interessantes Problem entsteht, das die ersten Weltumsegler geradezu zur Verzweiflung brachte:
Sofern man sich in Richtung Westen bewegt - z.B. von Europa nach Amerika - wird es ständig früher, und zwar pro 15 Längengrade um eine Stunde, bei einer Reise nach Osten entsprechend später. Das Problem entsteht am Längengrad von 180°. Hierher hat man die so genannte Datumsgrenze gelegt, die jedoch etwas gebogen verläuft, um möglichst bewohntes Gebiet zu umgehen. 

Sofern man sich in Richtung Osten bewegt und dann am 180. Längengrad die Datumsgrenze in Richtung auf die westlichen Längengrade hin überschreitet, springt das Datum einen Tag zurück, und wenn man sie vom Westen her in Richtung auf die östlichen Längengrade hin überquert, springt das Datum um einen Tag vor.

Pacific Standard Time Zone (PST)

An der Westküste der USA, in Britisch Columbia und Yukon in Kanada gilt die Pacific Standard Time Zone (PST). Wer z.B. mit google geschäftlich zu tun hat und das sind sehr viele Besitzer von eigenen Websites - google-adsense - dem werden alle zeitlichen Informationen in PST angegeben. Die PT liegt 9 Stunden hinter der MEZ und 8 Stunden hinter UTC.

PST = MEZ - 9 h
PST = UTC - 8 h


Neujahr

Sofern wir in Mitteleuropa Silvester feiern und am 31.Dezember um 24:00 Uhr  MEZ das neue Jahr begrüßen, wird das neue Jahr auf Kiribati bereits um 11:00 Uhr unserer Zeit (MEZ) am 31.Dezember begrüßt.
Das rührt daher, dass es auf Kiribati 13 h später ist als bei uns.