Indochinesische Speikobra, Naja siamensis

Allgemeines

Die Indochinesische Speikobra - auch als Siamesische Kobra und bezeichnet - ist eine Speikobra aus der Gattung Naja und damit der "echten Kobras". Sie kommt in Thailand, Kambodscha, Südvietnam und Laos - aber trotz ihres Namens nicht in China vor.
Sie ist besonders vielfältig in ihrer Farbgebung. Eine Übersicht über die Schlangen, die volkstümlich als Kobras bezeichnet werden, aber nicht zu den echten Kobras gehören, finden Sie bei Goruma unter: Kobras
Es gibt die folgenden Arten von echten Kobras. Diese lassen sich in die asiatischen und afrikanischen Kobras gliedern.
Die asiatischen Kobras - die keine Unterarten besitzen - sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Naja atra Naja samarensis
Naja kaouthia Naja sagittifera
Naja mandalayensis Naja senegalensis
Naja miolepis Naja siamensis
Naja naja Naja sputatrix
Naja oxiana Naja sumatrana
Naja philippinensis

Systematische Einteilung

Die hier dargestellte Indonesische Speikobra lässt sich wie folgt einordnen:

Familie Elapiden (Elapidae)
Gattung Echte Kobra (Naja)
Art Indonesische Speikobra (Naja siamensis)

Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: indochinese cobra
  • Französisch: cobra cracheur d`indochine

Aussehen, Verhalten

Das Tier ist einfarbig schwarz, schwarz-weiß, braun oder dunkelbraun oder auch ganz weiß, oft auch mit Sprenkeln. Sie wird zwischen 100 cm bis 150 cm lang. Ihr Körper besitzt eine Dicke von etwa 3-4 cm. Der Kopf setzt sich nur leicht vom Körper ab und besitzt an seiner Oberseite neun große Kopfschilder. Weiter hinten am Hals- bzw. Nackenbereich befindet sich der typische Schild, der bei Reizung mit Hilfe der verlängerten Nackenrippen ausgebreitet werden kann.

Die Schlange ist tag - und dämmerungsaktiv. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Kleinsäugern, aber auch aus Echsen, Amphibien oder Vögeln. Sofern sie sich bedroht fühlt, richtet sie sich auf und versucht den Störer durch Drohgebärden - wie z.B. das Zeigen ihres Nackenschildes und ein deutlich hörbares Fauchen - abzuschrecken. Auch Scheinbisse mit geschlossem Maul gehören zu ihrer Drohkulisse. In der Regel beißt sie nicht allzu schnell zu. Aber die Drohgebärden sollten sehr ernst genommen werden.

Vorkommen

Wie erwähnt, kommt diese Speikobra in den folgenden Ländern vor:

Thailand
Kambodscha
Suedvietnam

Laos

Sie lebt in lichten Wäldern, auf Feldern und Plantagen oder am Rand des Dschungels, sie kommt aber auch als Kulturfoger in Wohngebieten vor.

Vermeidung eines Bisses

Gebiete, in denen diese Schlange vorkommen kann, sollte möglichst mit festem und hohem Schuhwerk begangen werden. Das Tier sollte nicht gereizt und auf keinen Fall sollte im Falle einer Begegnung versucht werden, es zu fangen oder das Tier gar zu töten. Ein Sicherheitsabstand von ca. 4 m ist einzuhalten, das es sich um eine Speikobra handelt, die ihr Gift bis zu dieser Entfernung verspritzen kann. Bei einer Begegnung mindestens auf diesem Abstand bleiben bzw. gehen und sich über die sehr seltene Begegnung erfreuen.

Art des Giftes

Bei dem Gift dieser Speikobra handelt es sich - wie bei fast allen Kobras - um ein Nervengift mit minimalen das Gewebe zerstörenden Giftanteilen - mit einem lebensgefährlichen Gefährdungspotenzial.

Folgen eines Bisses, Symptome

Das Gift der Indochinesischen Speikobra (Siamesische Kobra) gilt als extrem giftig. Auf jeden Fall muss daher nach einem Biss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Jede körperliche Anstrengung nach einem Biss ist unbedingt zu vermeiden. Am Besten legt man sich auf den Boden und wartet auf Hilfe. Ein Arzt sollte auf keinen Fall selber zu Fuß aufgesucht werden.

Sehr wichtig ist es darauf hinzuweisen, dass es dringend erforderlich ist, abzuwarten ob es sich bei dem Biss um einen Angriffbiss (Jagdbiss) oder einen Verteidigungsbiss gehandelt hat. Das gilt übrigens für den Biss aller Giftschlangen. Bei einem Verteidigungsbiss muss nicht zwangsläufig auch Gift injiziert worden sein. Beim Jagdbiss dagegen ist damit zu rechen, dass eine größere Menge Gift injiziert wurde.

Die ersten Symptome können erst nach ein bis zwei Stunden auftreten. Es kommt zu einer Beinträchtigung der Gesichtsmuskulatur - insbesondere der Augenlider - zu Schluck-und Sprechbescherden sowie in weiterer Folge zu Wirkungen auf die Skelett - und vor allem die Atemmuskulatur. Eine Lähmung der Atemmuskulatur kann einige Stunden später - aber auch erst nach einem Tag eintreten. Kleine Nekrosen an der Bissstelle sind aber gegenüber den anderen Symptomen nahezu vernachlässigbar. Es kann zur schnellen Bewusstlosigkeit kommen, aber die Atemlähmung kann auch bei vollem Bewusstsein erlebt werden. Es wird aber berichtet, dass bei den Betroffen - trotz ihres lebensbedrohlichen Zustands - eine gewisse Gleichgültig auftritt, trotz des Wissens evtl. sterben zu müssen.

Gift in den Augen und auf der Haut

Diese Kobra kann ihr Gift auch auf eine Entfernung bis zu ca. 4 m verspritzen. Sofern das Gift in die Augen oder aber auch auf die Haut gelangt ist, muss es schnellstens entfernt werden. Das geschieht am einfachsten mit Wasser. Wobei aber zu bedenken ist, dass beim Aussspülen der Augen danach ein sehr unangenehmes Brennen verbleibt. Sofern Milch vorhanden ist, sollte diese verwendet werden, da dann kaum mit einem längeren Brennen in den Augen zu rechnen ist.
Sofern das Gift in den Augen nicht entfernt wird, so ist mit einer Erblindung zu rechnen. Ein zu spätes Entfernen des Giftes auf der Haut kann zu schweren Nekrosen, also dem Untergang von Gewebe führen.

Gegenserum (Antiserum)

Es gibt ein Gegenserum gegen das Gift dieser Schlange. Wobei aber berücksichtigt werden muss, dass die Wirksamkeit eines Serums oft nur auf bestimmte Lokalformen begrenzt ist. Es lagert in Deutschland, Österreich und der Schweiz in einer Reihe von Vergiftungszentralen. Das ist aber nicht unbedingt in den anderen Ländern, in denen die Schlange vorkommt ebenfalls so der Fall.
Die Gabe eines Antiserums ist aber stets mit der Gefahr einer allergischen Reaktion bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock verbunden. Daher ist dessen Anwendung stets im Einzelfall genau abzuwägen und sollte nur durch einen erfahrenen Arzt erfolgen. In der Regel reicht eine symptomatische Therapie - verbunden mit einer Intensivüberwachung- und betreung sowie einer künstlichen Beatmung für ein bis zwei Tage - aus, um den Biss zu überleben.!
Eine Mund zu Mundbeatmung hat sich jedoch bei einer totalen Atemlähmung als nicht effektiv erwiesen!

Erste Hilfe

Die allgemeinen Regeln, wie man sich bei einem Schlangenbiss zu verhalten hat, sind bereits in unserer allgemeinen Einleitung über Schlangen dargestellt worden. Sie seien der Übersichtlichkeit halber hier nochmals erklärt:

  • unbedingt Ruhe bewahren, sowohl körperlich wie auch psychisch. Falls vorhanden, ist die Gabe eines Beruhigungsmittels empfehlenswert
  • die gebissene Extremität ruhig stellen, den Arm in eine Schlinge legen und das Bein möglichst schienen.
  • sofern es irgendwie möglich ist, sollte die gebissene Person im Liegen transportiert werden
  • die Schlange identifizieren
  • darauf achten, ob sich Symptome einer Vergiftung zeigen, z.B. an der Bissstelle oder, bei neurotoxischen Vergiftungen, Lähmungen oder auch eine Augenstarre
  • die Gabe von Flüssigkeit ist sinnvoll, aber nur in Form von Wasser oder Säften und nicht als Alkohol oder Kaffee
  • alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die gebissene Person schnellstens professionelle Hilfe bekommt
  • sollten Atembeschwerden auftreten, kann das Leben eine Weile mittels einer Mund-zu-Mundbeatmung erhalten bzw. verlängert werden
  • das Aussaugen, Ausschneiden oder Ausbrennen der Bisswunde hat sich als nicht sinnvoll erwiesen
  • auch das Kühlen mit Eis hat sich als wirkungslos und teilweise sogar schädlich erwiesen. Durch starkes Kühlen können sich bildende Gewebsnekrosen verstärkt werden und es kann zu Durchblutungsstörungen kommen
  • Das Gift, das von dem Tier in die Augen oder die Haut gespritzt wurde, muss so schnell wie möglich mit Wasser - oder beser noch mit Milch - abgewaschen werden. Auch auf der Haut kann es sonst zu Nekrosen kommen und bei den Augen zur Erblindung.

Das Anlegen eines Immobilisierungs-Druckverbandes wird nach einem Biss dieser Schlange empfohlen. Aber nur sofern ein Biss im "Busch" erfolgte und die Zeit bis zu einer Behandlung mehrer Stunden dauern kann. Aber in Europa, wo innerhalb kurzer Zeit professionelle Hilfe zu erwarten ist, sollte davon abgesehen werden. Das gilt z.B. für in Terrarienbesitzer

Prognose

Ohne professionelle Hilfe endet der Biss einer Siamesischen Kobra mit größter Wahrscheinlichkeit tödlich. Sofern es zu einer Atemlähmung gekommen ist, kann das Leben sehr effektiv mit Hilfe einer mechanischen Beatmung (Intubierung), möglichst in einem Krankenhaus, gerettet werden. Eine Mund zu Mund-Beatmung hat sich auf Dauer nicht als ausreichend erwiesen. Mit Spätfolgen ist nach dem Überleben jedoch nicht zu rechnen!

Zusammenarbeit

Seit Anfang September 2008 arbeiten wir mit der folgenden sehr bedeutenden österreichischen Schlangenfarm zusammen:

Reptilienzoo Nockalm
Eigentümer: Peter Zürcher
Vorwald 83
9564 Patergassen
Österreich/Kärnten
Mobil: 0043 - 676 - 734 4 270

Der Reptilienzoo - idyllisch im Bundesland Kärnten gelegen - beherbergt eine große Anzahl der verschiedensten Schlangen, von den Kobras über Klapperschlangen, Kreuzottern, Aspisvipern bis hin zu Puffottern und Mambas - um nur einige zu nennen. Der Zoo eignet sich sowohl für Einzelbesucher wie auch für Familien oder Schulklassen.
Er liegt ca. 40 km von Villach in Richtung Kleinkirchheim entfernt.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Informationen finden Sie unter folgender Webadresse:
www.reptilienzoonockalm.at

Giftnotruf-Zentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Giftnotruf-Zentralen, die auch vom Ausland aus 24-stündig erreichbar sind, finden Sie hier >>>

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