Pharisäer (Rum)

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Den Erzählungen nach stammt der Name dieses alkoholischen Getränks aus dem 19. Jahrhundert und von der nordfriesischen Insel Nordstrand. Hier war der besonders sittenstrenge Georg Bleyer als Pastor tätig. Daher tranken die Bewohner in seiner Gegenwart keinen Alkohol. Um aber diesem Genuss dennoch nicht entsagen zu müssen, bedienten sie sich einer List und bereiteten ihren Kaffee mit Rum zu. Oben drauf kam eine Sahnehaube, die es verhinderte, dass der Rum in dem heißen Kaffee verdunstete und der Alkoholgeruch die Zutat verriet. Dem Pastor wurde natürlich nur ein normaler Kaffee mit Sahne serviert.

Eines Tages aber setzte man dem Kirchendiener einen falschen, also alkoholischen Kaffee, worauf der Pastor die Mitglieder der Runde verärgert als "Pharisäer" bezeichnete.

 

Zutaten

  • Starker und heißer Kaffee
  • 4 cl brauner Rum
  • Würfel- oder Kandiszucker
  • Schlagsahne
  • Hohe Bechertasse mit Untertasse

 

Zubereitung

Eine Tasse mit starkem und heißem Kaffee wird mit Würfel- oder Kandiszucker gesüßt. Anschließend fügt man dem Getränk den braunen Rum hinzu und bedeckt alles mit der Schlagsahne. 

Tipp
Der Pharisäer wird nicht gerührt, sondern durch die Sahne hindurch getrunken. Noch heute kann es dem Gast passieren, dass er, wenn er sich nicht an diese Tradition hält und das Getränk umrührt, eine Lokalrunde spendieren muss.

 

Zu den Zutaten

Rum
Unter Rum versteht man ein alkoholisches Getränk, das vor allem im karibischen Raum (Jamaika-Rum) produziert und getrunken wird. Er wird in der Regel aus Melasse oder seltener aus Zuckerroh- und Zuckerrübensaft gegoren. Unter Melasse versteht man den dunkelbraunen Zuckersirup, der als Nebenerzeugnis bei der Zuckerproduktion anfällt und etwa 50% nicht mehr kristallisierbaren Zucker enthält. Früher war Rum vor allem unter den Seeleuten auf den Segelschiffen ein beliebtes Getränk. Und das Streichen der täglichen Portion Rum bedeutete eine erhebliche Strafe für die Seeleute. Näheres hier >>>