Säugetiere

Allgemeine Hinweise

In Deutschland gibt es insgesamt 60. 000 Tierarten. Darunter befinden sich rund 60 Neozoten, also Tiere, die in der letzten Zeit eingewandert sind - davon gelten etwa 20 als problematisch für die einheimische Tierwelt.
Dazu gehört u.a. der amerikanische Nerz, der gerne die Küken von Enten und Blesshühnern frisst.
Dagegen frisst der aus Russland eingewanderte Marderhund eher Nagetiere, Amphibien, Insekten, Fische, Jungvögeln und Eier, aber auch pflanzliche Nahrung wie Beeren, Obst, Pilze und Eicheln und Kartoffeln.
Nach der Wende wurde der vorher ausgerottete Wolf in einigen Gebieten Deutschlands, wie z.B in Brandenburg, wieder heimisch. Es gibt bisher keinen einzigen Zwischenfall mit Menschen, allerdings reißt er gerne Schafe und andere Nutztiere.

Winterstarre, -schlaf, -ruhe und Winterflucht
Die folgenden Ausführungen gelten nicht nur für Säugetiere.
Während der kalten Jahreszeiten ist u.a.  das Nahrungsangebot stark reuduziert. Um diese Zeit gut überstehen zu können haben zahlreiche Tiere bestimmte Strategien entwickelt.
Bei der Winterstarre gehen der Herzschlag und die Atmungsfrequenz auf extrem geringe Werte. Daher ist der Energieverbrauch des Tieres sehr gering. In eine Winterstarre verfallen Lurchen Reptilien und  einige Fischarten, wie beispielsweise Frösche, Eidechsen oder auch Schleie.

Beim Winterschlaf ist der Stoffwechsel weniger stark reduziert. Beispiele für Tiere, die in einen Winterschlaf verfallen sind u.a. Igel, Murmeltiere, Siebenschläfer, Feldhamster oder Fledermäuse.
Während des Winterschlafs können die Tiere bis zu ca. 40% ihres ursprünglichen Gewichts verlieren.
Bei der Winterruhe verlassen die Tiere hin und wieder ihr Winterlager, um Nahrung zu sich zu nehmen. Typische Vertreter von Tieren, die eine Winterruhe halten sind Bären, Dachse, Eichhörnchen, Feldmäuse, Biber und bei den Fischen Hechte.
Zahlreiche Vogelarten flüchten vor dem hiesigen Winter in wärmere Regionen und kehren erst im Frühjahr zurück. Bekannt sind z.B. die riesigen Schwärme von Kranichen, die sich beispielsweise in den Boddengewässern in Mecklenburg-Vorpommern vor ihren Abflug treffen.

Raubtiere

Unter Rautieren (Carnivora) versteht man Säugetiere aus den beiden Überfamilien "Hundeartige" (Canoidea) sowie "Katzenartige" (Feloidea). Der Begriff "Carnivora" entstammt den beiden lateinischen Wörtern caro = Fleisch und vorare = fressen, verschlingen, was diese Tiere bereits recht gut beschreibt.

Füchse
In Deutschland ist der Fuchs das häufigste und zudem das größte Raubtier - ausgenommen die hier immer noch seltenen Wölfe oder die hin und wieder auftauchenden  Bären. Er gehört zur Familie der Hunde.
Der Fuchs ist zudem das Raubtier, das weltweit am meisten verbreitet ist, so lebt beispielsweise der Polarfuchs in den teilweise extrem kalten Regionen des hohen Nordens oder der Wüstenfuchs in den heißen Zonen der Wüsten. Eine ausführliche Beschreibung des Fuchses finden Sie bei Goruma hier >>>

Dachse
Der kurzbeinige und plump wirkende Dachs erreicht eine Körperlänge von bis zu 90 cm und eine Schulterhöhe von 30 cm. Der Dachs bewohnt - mit Ausnahme des nördlichen Skandinaviens - ganz Europa. Außerdem findet man ihn in ganz Zentralasien bis hin zur Mandschurei und in Japan.  Sein borstiges Fell wurde früher zu Malerpinseln und Bürsten verarbeitet. Heute noch wird es zum Teil für Rasierpinsel oder als Schmuck des Jägerhutes verwendet. Sein Fleisch galt früher als Delikatesse und sein Fett fand Verwendung als Stiefelschmiere.
Ihre reichhaltige Speisekarte reicht von pflanzlicher Kost wie Beeren, Pilze, Wurzeln, Knollen und Getreide über Würmer, Schnecken und Eier bis hin zu kleinen Wirbeltieren wie Frösche, Küken und brütende Vögel. Eine ausführliche Beschreibung des Dachses finden Sie hier >>>

Hermelin
Viel Glück braucht man, um einen frei lebenden Hermelin zu sehen. Das mit Schwanz bis zu 44 cm große Raubtier gehört zu den Marderartigen und ist gut an der schwarzen Schwanzspitze zu erkennen. Im Sommer ist das Fell oben braun und unten weiß gefärbt, während es im Winter eine rein weiße Färbung annimmt. Früher wurden daraus Pelze für die Könige hergestellt. Der Hermelin ist sehr beweglich und jagt Tag und Nacht. Da er sowohl rennen, springen wie auch klettern und schwimmen kann, ist der Speiseplan ziemlich reichhaltig. Zu seiner Nahrung gehören Vögel, Mäuse, Ratten, Kaninchen, Geflügel, Lemminge u.a. Des Weiteren ist er auch sehr anpassungsfähig und hat somit ein weites Verbreitungsgebiet. Es gibt ihn nördlich der Pyrenäen, im Balkan, überall in Europa und in Nordamerika. Eine ausführliche Beschreibung des Hermelins finden Sie hier >>>

Luchse
Sehr selten und nur vereinzelt kann man Luchse im Nationalpark bei Neuschönau im Bayerischen Wald beobachten. Diese waren früher weitverbreitet in Europa, Asien und Nordamerika. Aber sie wurden von den Jägern als Konkurrenten angesehen und gnadenlos gejagt. Heute sind sie in der Schweiz, Jugoslawien, auf der Iberischen Halbinsel und in Österreich z.T. wieder erfolgreich angesiedelt worden. Trotz der wenigen Tiere in Deutschland, welche die hiesigen Wiederansiedlungsversuche darstellen, gilt der Luchs in Deutschland als ausgestorben. Typisch für den Luchs sind die Pinselohren und die Backenbärte, die der innerartlichen Kommunikation dienen. Mit 80 - 110 cm Körpergröße ist der Europäische Luchs die größte in Europa vorkommende Wildkatze. In kleiner Zahl leben Fischotter an den Bächen des Grenzgebirges. Marder
Marder gehören zur Ordnung der Raubtiere, zur Familie der Marder und zur Gattung der Echten Marder.

  • Baummarder
    Der Baummarder gehört zur Ordnung der Raubtiere, zur Familie der Marder, zur Gattung der Echten Marder und zur Art der Baummarder.
    Interessant ist, dass der Baummarder, anders als der Steinmarder, in der Regel nicht in die Nähe der menschlichen Siedlungen kommt.
    Das Tier hat eine Körperlänge zwischen 45 bis 60 cm - mit einem 15 bis 30 cm langen Schwanz. Sein Gewicht variiert zwischen 0,8 bis 1,8 kg. Er ist der gefährlichste Feind von Eichhörnchen, da er ein vergleichbar guter Kletterer ist. Eine ausführliche Beschreibung des Baummarders finden Sie hier >>>
  • Steinmarder
    Der Steinmarder gehört zur Ordnung der Raubtiere, zur Familie der Marder, zur Gattung der Echten Marder und zur Art der Steinmarder. 
    Der Lebensraum der graubraunen Steinmarder besteht aus der Feldlandschaft, den Waldrändern und die Mischwälder. Als Kulturfolger kann man ihn auch oft in Dörfern und Städten treffen. Den Schwanz eingeschlossen erreicht er eine Länge von ca. 70 cm.
    Typisch sind der weiße, meist gegabelte Kehlfleck und der fleischfarbene Nasenspiegel. Was die Ernährung angeht, ist der Steinmarder kein Spezialist. Einen Großteil der Nahrung stellen Früchte wie Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen sowie verschiedene Beerensorten. Den tierischen Teil übernehmen Kleinsäuger wie Wühlmausarten, die Wald- und die Gelbhalsmaus, die Wanderratte, Hausmaus und auch Spitzmäuse. Aber auch Vögel und deren Eier werden nicht verschmäht, ebenso wie Regenwürmer, Insekten, Aas und menschliche Hausabfälle.

Marderhunde
Der Marderhund aus der Familie der Wildhunde ist 65 - 80 cm groß und aufgrund seiner grau-bräunlichen Färbung leicht mit dem Waschbär zu verwechseln. Der wesentliche Unterschied ist die fehlende schwarze Schwanzbinde. Ursprünglich stammt der Marderhund aus Russland und  Ostasien, ist aber, nachdem er in der ehemaligen UdSSR wegen seinem dichten und langen Fell ausgewildert wurde, auch nach Deutschland gekommen. Er ist ein Allesfresser und auf seinem Speiseplan steht neben Nagetieren, Amphibien, Insekten, Fischen, Jungvögeln und Eiern auch pflanzliche Nahrung wie Beeren, Obst, Pilze und Eicheln und Kartoffeln. Der Marderhund bevorzugt offenes Gelände und versteckt sich häufig in Fuchs- und Dachsbauten.

Wildkatzen

Im Nationalpark des Harzes, im Bruchbergmoor, leben Niedersachsens letzte Wildkatzen. Sie halten sich ausschließlich in Wäldern auf, die in Bodennähe dicht bewachsen sind. Doch durch die Bewirtschaftung der Wälder sowie durch Monokulturen ist ihr Lebensraum jedoch kaum noch vorhanden. Die Wildkatzen haben ein silbrig- goldfarbenes Fell, hellgrüne oder goldgelbe Augen und sind ca. 80 - 90 cm groß. Sie ernähren sich von verschiedenen Mäusearten, aber auch von Junghasen, jungen Wildkaninchen, Vögeln, Eidechsen, Fröschen und Insekten.

Wölfe
Erst seit einiger Zeit sind auch wieder Wölfe in Brandenburg gesichtet worden, die aus Polen nach Deutschland rüberwandern. Es ist leider nur wenig bekannt, dass es sehr soziale, intelligente und ausgesprochen scheue Tiere sind. Die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf zufällig im Wald zu treffen, ist extrem gering. Zudem sind diese Tiere streng geschützt.

Weitere Säugetiere

Alpenspitzmaus
Die Alpenspitzmaus gehört zur Familie der Spitzmäuse. Sie lebt im Gebirge in Mittel- und Südosteuropa.
Ihre Länge beträgt 6 bis 8,5 cm - bei einer Schwanzlänge von 5,5 bis 7,5 cm. Ihr Gewicht beträgt bis zu 11,5 g. Das Fell ist fast am ganzen Körper grauschwarz mit einer weißen Schwanzunterseite und weißen Oberseiten der Füße. Ihre Rüsselspitze ist rosa.
In Deutschland kommt das Tier in den Alpen (daher der Name), im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, in der Rhön, im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb sowie im Zittauer Gebirge vor - und zwar in Höhen zwischen 500 bis 2550 m.
Die Tiere sind sowohl tag- wie nachtaktiv und können zudem recht gut klettern. Sie ernähren sich vor allem von Spinnengetier, Würmern, Insekten und deren Larven und Schnecken.

Biber
Bekannt ist der Biber besonders durch seine Bauten im Wasser. Der äußerst kompakte und gedrungene Körper des Bibers ist von einem dichten, wasserabweisenden Fell umgeben. Seine Körperlänge beträgt 90 bis 110 cm und sein Gewicht liegt zwischen 20 und 30 kg, wobei das Weibchen im Durchschnitt etwas schwerer ist als das Männchen.
Die nur 3 cm kurzen, runden Ohren ragen kaum über das Fell hinaus und werden ebenso wie die Nasenlöcher beim Tauchen durch Klappen verschlossen. Er gehört zur Ordnung der Nagetiere.

Stämme und Zweige dienen ihm nicht nur als Nahrung, sondern auch als Baumaterial für Dämme und die Wohnburg. Gibt es an dem Wohngewässer des Bibers eine hohe, lehmige Uferwand, gräbt er sich eine Röhre, die sich am Ende kesselartig erweitert. Der Eingang liegt stets unter Wasser und schützt so vor unliebsamen Besuchern. Ist das Ufer zu flach, errichtet er eine regelrechte Burg aus Ästen und Zweigen, die er kunstvoll übereinander schichtet und mit Schlamm verdichtet
Eine ausführliche Beschreibung des Bibers finden Sie bei Goruma hier >>>

Bisamratten
An den Altwasserarmen am Südlichen Oberrhein können einem auch Bisamratten über den Weg laufen. Diese mit den Wühlmäusen verwandten und als große Wasserratte bezeichneten Säuger kommen ursprünglich aus Nordamerika und haben sich von Prag aus in ganz Europa verbreitet. Sie haben einen langen, dünnen und seitlich abgeflachten Schwanz sowie dichtes, weiches und glatt anliegendes Fell, welches früher in der Pelzherstellung begehrt war. Es ist oberseits braun bis gelblich gefärbt und unterseits grau. Die Bisamratte erreicht eine Körperlänge von 25 - 40 cm, wobei der Schwanz mit 19 - 25 cm noch dazukommt. Der dämmerungs- und nachtaktive Säuger ernährt sich hauptsächlich von Wasserpflanzen, aber auch von Muscheln, Krebsen und der Rinde von Weiden. Sie lebt nah am Wasser und kann sowohl sehr gut schwimmen wie auch tauchen. Ihre Nester baut sie an die Ufer von Flüssen und lebt oft in selbstgegrabenen Höhlen, die allerdings zur Zerstörung von Dämmen, Deichen und Uferbefestigungen führen, was schon zu Überflutungen geführt hat.

Fischotter
Im Norden Deutschlands kann man den Fischotter finden.
Er hat einen spitz zulaufenden Körper, kann bis zu 30 cm hoch und 1,20 m lang werden, wobei ca. 40 cm auf den Schwanz entfallen und gehört zu der Familie der Marderartigen. Er hat kurze Beine und ein dichtes braunes Fell, wegen dem er lange Zeit verfolgt wurde.
Der Fischotter hält sich mit Vorliebe dort auf, wo Bäume und Büsche genügend Schutz bieten können.
Seine Nahrung besteht vorwiegend aus Fischen, aber er ernährt sich auch von Fröschen, Krebsen, Insekten und Schermäusen.
Eine ausführliche Beschreibung des Fischotters finden Sie hier >>>

Nutria (Biberratte)
Dieses Tier gehört zu den Neozoen und stammt ursprünglich aus Südamerika.
Das Tier besitzt  eine Körperlänge bis zu 65 cm und wiegt zwischen 8 und 10 kg. Ihr kaum behaarter Schwanz hat eine Länge von etwa 30 bis 45 cm. Die männlichen Tiere sind etwas größer als die Weibchen.
Die Tiere besitzen damit fast dieselbe Körpergröße wie ein Biber. Die Farbe ihres Fells ist rötlichbraun und an der Bauchseite leicht gräulich.
Sie leben paarweise oder in Gruppen  an Flüssen, Seen, Teichen oder auch in Sümpfen. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Blättern, Wurzeln von Wasserpflanzen und Hackfrüchten, hin und wieder fressen sie auch Schnecken, Würmer oder Süßwassermuscheln.
Da ihr Pelz sehr begehrt ist, werden sie hier und da noch in Farmen gehalten.

Damwild, Damhirsche
Rothirsche und Damhirsche werden besonders von Laien oft verwechselt bzw. gleichgesetzt. Der Damhirsch gehört zur Ordnung der Paarhufer und zur Familie der Hirsche. Der Damhirsch ist kleiner als der Rothirsch, aber größer als ein Reh, und besitzt ein Schaufelgeweih.
Die in Deutschland lebende Unterart hat eine Kopf-Rumpflänge von 120 bis 140 cm - bei eine Schulterhöhe von 80 bis 100 cm. Ihr Gewicht liegt bei den Männchen zwischen 50 bis 90 kg, in seltenen Fällen auch über 100 kg. Das Tier ist in Deutschland erheblich seltener als der Rothirsch

Eichhörnchen
Die Eichhörnchen gehören zur Familie der Hörnchen (Sciurini) und zur Gattung der Eichhörnchen (Sciurus).Das Tier ist ein ausgezeichneter Kletterer. Sein Gewicht beträgt zwischen 200 bis 400 g, bei einer Länge von 20 bis 25 cm. Der buschige Schwanz ist 15 bis 20 cm lang.
Das Tier ernährt sich vor allem von Blüten, Flechten, Knospen, Körnern, Rinden, Pilzen, Obst sowie von Würmern gefressen. Auch Vogeleiern und Jungvögeln Aber auch Insekten, Larven und Schnecken gehören zu ihrem Speiseplan. Der grüßte Feind der Eichhörnchen ist der Baummarder, aber auch Greifvögel und Hauskatzen zählen zu ihren Feinden.

Fledermäuse
Es gibt weltweit ca. 900 verschiedene Fledermausarten. Die Tiere gehören zusammen mit den Flughunden zur Ordnung der Fledertiere und sind zusammen mit den Flughunden die einzigen flugfähigen Säugetiere.
Die größte Fledermausart ist die Australische Gespenstfledermaus, die eine Länge von ca. 14 cm, bei einer Spannweite von 60 cm erreicht. Die kleinste Fledermaus ist die Schweinsnasenfledermaus (Hummelfledermaus), mit einer Länge von nur von 3 cm - bei einem Gewicht von etwa 2 g. Sie ist - neben der Etruskerspitzmaus - weltweit das kleinste Säugetier.
Fledermäuse zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie sich mit Hilfe von Ultraschallsignalen, die sie ausstoßen und wieder empfangen, orientieren. Sie besitzen ein dichtes und meist seidiges Fell, das eine graue bis braune oder schwärzliche Farbe besitzt.
Die meist nachtaktiven Tiere ernähren sich in Abhängigkeit von ihrer Größe von Insekten, kleineren Säugetieren wie Nagetieren, kleineren Vögeln, Fröschen und sogar von Fischen.
Ruhe bzw. Schlaf finden sie in Höhlen, Baumhöhlen, Felsspalten, Baumhöhlen, Dachböden oder Ruinen, In der Regel leben sie in großen Gruppen zusammen. In Deutschland halten sie Winterschlaf.
Die Tiere können Krankheiten, wie die tödliche Tollwut, übertragen.

Gämsen
In Deutschland leben die kletterfreudigen Gämsen den Alpen. Sie erreichen eine Rückenhöhe von ca. 80 cm. Allerdings sind sie sehr menschenscheu und entziehen sich meist den unbewaffneten (ohne Fernglas) Blicken der Wanderer.
Allerdings mit Hilfe eines Fernglases lassen sich die Kletterkünste der geschickten Tiere durchaus beobachten.
Eine ausführliche Beschreibung der Gämsen finden Sie bei Goruma hier >>>

Gartenschläfer
Der Gartenschläfer, ein 10 - 18 cm großes Nagetier aus der Familie der Bilche, lebt in den Wäldern und Streuobstwiesen der Fränkischen Alb. Der 10 - 14 cm große Schwanz besitzt am Ende eine Quaste. Das Fell ist oberseits grau bis rotbraun, unterseits weiß gefärbt. Kennzeichnend ist die schwarze Binde um die Augen, die bis hinter die Ohren reicht und dem Gesicht eine maskenartige Zeichnung verleiht. Der dämmerungs- bis nachtaktive Gartenschläfer bewohnt überwiegend felsige Lebensräume, Mischwälder, Obstgärten und Weinberge. Als Kulturfolger kann man ihm auch häufig in Forsthütten, Stallungen und Häusern begegnen. Von Ende Oktober bis Ende März hält der Gartenschläfer Winterschlaf, den er in Nestern aus Moos, Laub und Haaren in Höhlen, in Bäumen und in Nistkästen verbringt. Zur Nahrung des Bodenbewohners gehören überwiegend Früchte, Samen, Knospen und Blätter, aber auch Insekten, Spinnen und kleinere Wirbeltiere stehen auf den Speiseplan. Der Gartenschläfer steht unter Naturschutz

Hasen, Feldhasen
Infolge der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung - besonders mit großen Maschinen - verliert der Hase zunehmend seinen Lebensraum oder kommt dort zu Tode, da er im Gegensatz zu Kaninchen keine Höhlen baut, sondern sich in Furchen zu verstecken sucht.
Der Hase wird ca. 5kg schwer, bei einer Länge von. Auffallend sind seine großen Ohren

Igel
Igel gehören zur Ordnung der Insektenfresser und ur Familie der Igel. Die Familie besteht aus 25 verschiedenen Arten, von denen die bekanntesten Arten der die in Europa lebenden Arten der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und der Nördliche Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus) sind. Die Länge der Tiere variiert zwischen 10 bis ca. 40 cm mit einem Gewicht bis zu 2 kg.
Das Igel sind meist braun oder grau gefärbt gehalten. Die Stacheligel zur Verteidigung Stacheln am Rücken und an den Flanken - beim Braunbrustigel ca. 6.000 bis 8.000. Stacheligel können sich zudem im Fall einer Bedrohung zusammenrollen und sind damit ein Häufchen von Stacheln. Die Stacheligel graben in der Regel Bauten, die sie als als Ruheplätze nutzen. Als Nahrung dienen ihnen in der Regel Insekten und deren Larven sowie Ringelwürmer, aber auch kleine Wirbeltiere. Dazu hier und da auch Wurzeln und Früchte. Die Tiere sind vorwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv.
In kühleren Zonen halten sie Winterschlaf.

Kaninchen
Die Wildkaninchen leben in größeren Kolonien. Im Gegensatz zum Hasen legen unterirdische Baue besonders in sandigem oder lockerem Boden an. Ihr Gänge bis zu 3 m tief sein und Längen von über 40 m erreichen. Kaninchen sind in der Regel dämmerungsaktiv.
Das Wildkaninchen gehört zur Ordnung der "Hasenartigen" und zur Familie der Hasen. Sie stellen die einzige Art in der Gattung Oryctolagus dar. Trotz ihrer gemeinsamen Zugehörigkeit  zur Familie der Hasen sind wegen der unterschiedlichen Anzahl an Chromosomen Kreuzungen zwischen Kaninchen und Hasen nicht möglich.
Wildkaninchen besitzen eine Länge von 35 bis 45 cm bei einem Gewicht zwischen ca. 1,5 und 2,5 kg. Ihr Fell ist  ein graubraun und im Nackenbereich braun bis rostrot gefärbt. Im Gegensatz zum Hasen sind die Ohren mit einer Länge zwischen  6 bis 8 cm kürzer.
Die Tiere kommen - mit Ausnahme einiger Teile Skandinaviens und Island  in ganz Europa vor. Fast witzig mutet es an, wenn sie bei Gefahr laut pfeifen und klopfen mit den Hinterläufen laut auf den Boden klopfen. Als Pflanzenfresserernähren sie sich vor allem von Gräsern, Kräutern und Blättern- hin und wieder auch von Rinden und Zweigen.

Maulwürfe
Maulwurfshügel bekommt man oft zu sehen, oft auch in Gärten oder auf Wiesen - sehr zum Ärger der Betroffenen. Die Tiere selber bekommt man dagegen allerdings kaum zu Gesicht.

Mauswiesel
Das mit dem Hermelin verwandte Mauswiesel ist das kleinste Raubtier der Welt. Es hat eine ähnliche Färbung wie der Hermelin, ist aber an dem kurzen, einfarbigen Schwanz gut von ihm zu unterscheiden. Meist hat es auch einen braunen Fleck an jedem Mundwinkel. In gemäßigten Breiten behält es das braune Fell, im Norden färbt es sich zu weiß um. Das Männchen ist immer größer als das Weibchen, aber sonst variiert das Mauswiesel sehr stark in seiner Körpergröße. Die kleinste Form wird als Zwergwiesel bezeichnet. Insgesamt erreicht das Mauswiesel eine Länge von 22 cm. Es ist ein sehr guter Kletterer und Schwimmer. Die Nahrung besteht, wie der Name es schon verrät, aus Mäusen.

Mufflons
Die Mufflons werden auch als europäisches Wildschaf bezeichnet. Sie wurden von Sardinien und Korsika aus nach Deutschland eingeführt und leben hier hauptsächlich in geschlossenen Waldgebieten. Der Gesamtbestand wird in ganz Deutschland auf etwa 8.000 Tiere geschätzt. Sie erreichen eine Größe von 65 bis 90 cm und werden im Durchschnitt 8 bis 10 Jahre alt. Typisch ist der grau- bis gelblichfarbene Sattelfleck auf dem braunen Fell und die das ganze Leben über wachsenden Hörner der Männchen, die so eine Länge von 0,45 m erreichen können. Die Hörner der Weibchen sind viel kürzer oder gar nicht vorhanden. Die Mufflons haben einen stark ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn, am besten ist aber der Sehsinn ausgebildet. Zu ihrer Nahrung gehören Gräser, Kräuter und Gehölze, aber auch Pilze und Früchte.

Murmeltiere
Murmeltiere sind die typischen Bewohner der Alpen, aber auch in einigen Regionen des Schwarzwalds kommen sie vor. Sie gehören zur Ordnung der Nagetiere und zur  Famile der  Hörnchen. Früher galt es als Glücksfall, wenn man ein Murmeltier zu Gesicht bekam. Aber mittlerweile gibt es - besonders in der Umgebung der Alpenhütten - zahlreiche recht zutrauliche Tiere, die nichts lieber haben, als gefüttert zu werden!
Die Tiere besitzen einen gedrungenen Körperbau mit einer Länge von 45 cm bis 55 cm und einen buschigen, etwa 15 cm langen Schwanz. Die kurzen Vorder- und Hinterbeine sind mit starken Grabkrallen ausgestattet. Bis auf die nackte Nase ist der gesamte Körper mit einem braungrauen bis fuchsroten, dichten Fell eingekleidet. Nur das Fell auf dem Nasenrücken ist meist silbergrau gefärbt. Im Sommer bringen die Tiere 2,5 kg bis 3,5 kg auf die Waage, im Spätherbst wiegen sie bis zu 2 kg. mehr.
Sie leben auf  Almen und Geröllfeldern in Höhen zwischen 800 m und 3.200 m. Sie leben gesellig in Familienverbänden von bis zu 20 Mitgliedern.
Murmeltiere bewohnen  verzweigte Erdbauten mit einem umfangreiches Gangsystem mit zahlreichen Eingängen, die ständig renoviert und erweitert werden und über Generationen bestehen bleiben. Den Bau verlassen die Tiere nur tagsüber, bevorzugt in den Morgen- und frühen Nachmittagsstunden. Bei Gefahr stoßen sie einen charakteristischen "Pfiff" aus, um die Gruppe zu warnen.
Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Gräsern und Kräutern, hin und wieder aus Früchten sowie aus Samen und Insekten.

Rotwild, Rothirsche
Der Rothirsch gilt als „König des Waldes“ und ist nach dem Elch die zweitgrößte Hirschart Europas.

Bereits vor rund 17.000 Jahren verzierten die Menschen Höhlenwände mit Darstellungen von Hirschen mit teilweise gewaltigen Geweihen. Das Abwerfen und Nachwachsen ihres Kopfschmucks übte schon damals eine große Faszination auf die Menschen aus und galt auch noch später im Christentum als Symbol für die Wiedergeburt.

Die steinzeitlichen Jäger jagten den Hirsch nicht nur seines Fleisches wegen, sondern auch um aus seiner Haut Kleidung und aus seinem Geweih Werkzeuge herzustellen. Später wurde aus dem Symbol in der Religion ein Zeichen für Macht. Über Jahrhunderte blieb die Jagd auf den Rothirsch ein Privileg des Adels, weshalb man ihn noch heute zum Hochwild zählt. In Rathäusern und an Fürstenhöfen hingen prächtige Geweihe. Bei Staatsbesuchen beschenkte man sich gegenseitig mit dem Kopfschmuck kapitaler Hirsche, um sich die Gunst des anderen zu sichern.
Der kräftig gebaute Rothirsch hat eine Schulterhöhe von bis zu 150 cm und erreicht eine Körperlänge von 170 bis 250 cm. Markantestes Zeichen des Rothirsches ist  jedoch das weit ausladende und viel verzweigte Geweih des Männchens. Weibchen tragen keinen Kopfschmuck.
Eine ausführliche Beschreibung des Rothirsches finden Sie bei Goruma hier >>>

Schneehasen
Im Berchtesgadener Land können einem auch die weißen Schneehasen über den Weg laufen. Im Sommer färbt sich ihr Fell allerdings grau-braun.

Siebenschläfer
Die Tiere leben bevorzugt in Laubwäldern oder auch in größeren Gärten, wobei er bevorzugt in Baumöffnungen, Vogelhäusern oder unter den Dächern von Häusern lebt. Er gehört zur Ordnung der Nagetiere, zur Familie der Bilche und zur Gattung der Glis.
Das mäuseähnliche Tier fällt durch seine relativ große schwarze Augen und einen buschigen Schwanz auf. Die Tiere erreichen ein Gewicht zwischen 70 bis 150 g, bei einer Länge von 13 bis18 cm mit einem Schwanz von 11 bis 15 cm Länge.
Ihre Nahrung besteht während der warmen Jahreszeit bevorzugt aus Früchten, Pilzen, Knospen oder Rinden. Um genügend Reserven für den von Anfang September bis Mai dauernden Winterschlaf zu haben, bevorzugen sie kurz davor fettreiche Nahrung wie Eichel, Nüsse, Bucheckern oder sogar Kastanien.

Steinböcke, Alpensteinböcke
Diese Tiere gehören zur Ordnung der Paarhufer,  zur Familie der Hornträger und zur Gattung der Ziegen. Der Alpensteinbock bewohnt, wie sein Name schon vermuten lässt, ausschließlich die Alpen - in  Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Slowenien und der Schweiz.
Die Männchen (Böcke) und Weibchen (Geißen) sind deutlich voneinander zu unterscheiden. Der Bock hat eine Körperlänge von 140 – 150 cm, eine Schulterhöhe von 85 – 95 cm und erreicht ein Gewicht von 70 – 120 kg. Die Geiß erreicht nur eine Körperlänge von 75 – 115 cm und eine Schulterhöhe von 70 – 80 cm, bei einem Gewicht von 40 – 50 kg. Neben dem beträchtlichen Gewichts- und Größenunterschied sind auch die Hörner ein klares Unterscheidungsmerkmal. Der Bock trägt gewaltige, nach hinten gebogene Kopfwaffen, die bis zu 1 Meter lang und 10 kg schwer werden können. Das Gehörn der Geiß wird immerhin noch 35 cm lang, wirkt aber im Vergleich zum Bock geradezu zierlich. Beide Geschlechter haben einen gedrungenen, massigen Körper mit einem kurzen Hals und stämmigen Beinen.
Bei ausgewachsenen Böcken ist beim jahreszeitlichen Fellwechsel auch ein Farbwechsel zu beobachten. Während ihr Sommerfell ebenfalls hell ist, wechselt es zum Winter hin in ein tiefes dunkelbraun. Die Unterseite ist bei allen Tieren stets heller gefärbt. Der Steinbock erreicht ein durchschnittliches Alter von 10 – 15 Jahren, in Ausnahmen können die Tiere selbst in freier Wildbahn deutlich älter werden.
Anders als die Gämsen, leben Alpensteinböcke überwiegend oberhalb der Baumgrenze. In Höhen zwischen 1600 m und 3200 m bevorzugen sie steiles und felsiges Gelände, das für andere Lebewesen vergleichbarer Größe nahezu unzugänglich ist.
Ihre Hufe sind perfekt an ein Leben in Fels und Gestein angepasst. Die Außenkanten sind ausgesprochen hart, die Sohlenpolster in der Mitte aber elastisch, so dass ein Abrutschen selbst an steilen, glattwandigen Felswänden verhindert wird.

Mit weiten Sprüngen bewegen sie sich im zerklüfteten Gestein. Im Winter halten sie sich bevorzugt an steilen Südhängen auf, die durch das starke Gefälle und verstärkte Sonneneinstrahlung am ehesten schneefrei sind. Im Frühjahr steigen sie vorübergehend tiefer hinab, um das erste Grün abzuweiden, bevor sie im Frühsommer wieder hoch hinaufsteigen.
Als Nahrung dienen ihnen hauptsächlich Gräser und Kräuter. Steinböcke sind gesellige Tiere, die in getrennten Verbänden aus Böcken bzw. Geißen und Jungtieren leben.

Waldspitzmaus
Die Waldspitzmaus gehört zu den häufigsten einheimischen Spitzmäusen und ist neben Europa auch in Asien verbreitet. Sie wird, den Schwanz eingeschlossen, 10 - 13,5 cm lang. Der Pelz ist oberseits braun bis dunkelbraun gefärbt, unterseits grau. Man findet sie in feuchten Wäldern, auf Sumpfwiesen aber auch in trockenen Gebieten, wo sie entweder ihre eigenen Gänge gräbt oder die Behausungen der Mäuse übernimmt. Die Waldspitzmaus ist meist dämmerungsaktiv, aber man kann auch tagsüber auf sie treffen. Auf ihrem Speiseplan stehen Regenwürmer, Insekten und auch Spinnen. Sechs verschiedenen Arten von Fledermäusen kann man in den Weißeritz-Talhängen begegnen. In den Mühlsteinbrüchen hausen der Stein- und der Baummarder.

Waschbären
Der Waschbär gehört zur Familie der Kleinbären und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Der nachtaktive Allesfresser bevorzugt gewässerreiche Laubmischwälder, besonders Eichen- und Auenwälder. Tagsüber versteckt er sich in Fuchsbauten, Holzstapeln und hohlen Bäumen. Bis auf Uhus hat der Waschbär keine natürlichen Feinde.

Wildschweine
Da Wildschweine zunehmend in die Siedlungen und Gärten der Menschen eindringen und dort oft die reinsten Verwüstungen hinterlassen, hält sich die Sympathie vieler Menschen für diese Tiere in engen Grenzen.
Aber sehr beliebt sind sie dagegen bei vielen als leckeres Wildschweingericht auf dem Teller zu Hause oder im Restaurant.
Die Tiere gehören zur Ordnung der Paarhufer und zur Familie der Schweine.
Das Wildschwein besitzt einen massigen, gedrungenen Körper. Sein kompakter, keilförmiger Kopf macht beinahe ein drittel der gesamten Körperlänge von bis zu 2 m aus und geht ohne eigentlichen Hals in einen starken Nacken über. Ausgewachsene Männchen (Eber) erreichen eine Schulterhöhe von 110 cm und dabei ein Gewicht von bis zu 300 kg. Die Weibchen (Bachen) sind kleiner und deutlich leichter.
Das Tier besitzt einen kurzen, kräftigen Rüssel, der in einer Rüsselscheibe endet, die von Knorpel verstärkt ist.

Das Fell ist schwarz bis silbergrau gefärbt und besteht aus langen, steifen, am Ende mehrfach gespaltenen Borsten, die auf dem Rücken eine Kammmähne bilden. Besonders im Winter sind die Borsten mit einem kurzen, feinen Wollhaar durchwachsen, das vor Kälte schützt. Die Jungtiere (Frischlinge) haben ein rotbraunes Fell mit gelblicher Längsstreifung. Die oberen Eckzähne (Hauer) der Männchen sind nach oben gebogen und ragen bei älteren Tieren aus dem geschlossenen Maul heraus. Wildschweine können ca. 20 Jahre alt werden.

Wildschweine halten sich mit Vorliebe in unterholzreichen, dichten und feuchten Wäldern auf, wo sie sich zur Körperpflege ausgiebig in schlammigen, morastigen Senken suhlen können. Die trockene Kruste wird anschließend an ausgewählten Bäumen, den Malbäumen, abgerieben. Bis auf die starken Eber leben Wildschweine sehr gesellig in so genannten Rotten zusammen, die außerhalb der Paarungszeit nach Geschlechtern getrennt sind.
Tagsüber ruhen sie gemeinsam im Dickicht und brechen abends zur Nahrungssuche auf. Dabei durchwühlen sie mit ihrer kräftigen Schnauze den Erdboden und fressen nahezu alles was ihnen in den Weg kommt. Eicheln, Bucheckern, Beeren, Wurzeln und Pilze stehen genauso auf dem Speiseplan wie Engerlinge, Käfer, Eier, Jungvögel, Mäuse und allerlei anderes Kleingetier. Sie verschmähen selbst Aas und Abfälle nicht und schnappen sich auch schon mal einen jungen Hasen oder ein krankes Reh.

Wisente
Der Wisent wurde von der "Schutzgemeinschaft Deutsches Wild" zum Wildtier des Jahres 2008 gewählt, er spielt nicht zuletzt deswegen hier im Portal eine besondere Rolle. Die Tiere waren bereits um 1921 so gut wie ausgerottet. Heutzutage gibt es wieder ca. 3.500 Exemplare dieser Wildrinder, teils in freier Wildbahn, teils in Gefangenschaft. Die Tiere gehören zur Ordnung der Paarhufer, zur Familie der Hornträger und zur Gattung der Bisons (Bison)
Der Wisent besitzt ein dichtes, dunkelbraunes Fell, das auf der Stirn des breiten und kurzen Kopfes länger ist. Beide Geschlechter tragen relativ kurze, nach innen gebogene Hörner. Vom Kinn zieht sich eine lange Brustmähne bis zu den Vorderläufen. An den Hinterläufen ist das Haar ebenfalls etwas wolliger als am Rest des massigen, bis zu 3 m langen Körpers mit dem 80 cm langen Schwanz, der an der Spitze zwar längere Haare besitzt, die aber keine ausgeprägte Quaste bilden. Bei einer Schulterhöhe von bis zu 2 m wiegt ein Bulle zwischen 800 bis 1.000 kg. Die Kühe sind kleiner und leichter. Die Lebensdauer beträg etwas weniger als 30 Jahre.
Wisente leben in feuchten Laub- oder Mischwäldern, die von Lichtungen durchsetzt sind, sowie eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen. Für die Nahrungsaufnahme, die bevorzugt in den Morgen- und Abendstunden erfolgt, wenden Sie rund ein Drittel ihrer Zeit auf.
Die restliche Zeit verbringen sie mit Ruhen und Wiederkäuen. Ihre Nahrung besteht Jahreszeiten abhängig von Frühjahr bis Herbst aus Gräsern, Kräutern, Blättern, Trieben, Eicheln und Pilzen. Im Winter verzehren sie außerdem Flechten, Moose und Rinde. Dann können sie mit ihren Klauen Nahrung aus bis zu 30 cm tiefen Schnee ausgraben. Um bei Frost an Wasser zu gelangen, schlagen mit den Hufen Löcher ins Eis oder nehmen Schnee auf. Wisente sind in Muttergruppen von normalerweise 20 bis maximal 40 Tieren organisiert. Ein erfahrenes Weibchen führt diese aus erwachsenen Kühen, zwei- bis dreijährigen Jungtieren und Kälbern bestehende Gruppe an.

Amphibien, Reptilien, Unterwasserwelt

Reptilien

Was sind Reptilien?
Unter Reptilien bzw. Kriechtieren versteht man eine Klasse der Wirbeltiere am zwischen den niederen  und höheren Wirbeltieren (Amnioten). Es sei darauf hingewiesen, dass der Begriff "Reptilien“ mittlerweile keine exakte wissenschaftliche Kennzeichnung ist, sondern eine Beschreibung sich morphologisch ähnelnder Tiere darstellt. Zu den Reptilien gehören u.a. Schildkröten, Schlangen oder Krokodile.
Reptilien besitzen einen Schwanz und sind  Lungenatmer. Zur Fortpflanzung können sie Eier legen - aber auch lebend gebären. Im Gegensatz zu den Amphibien durchlaufen sie kein Larvenstadium.

Schlangen (nicht giftig)

Alle Schlangen gehören zur Klasse der Reptilien. Sie finden bei Goruma - neben zahlreichen anderen Schlangen - eine ausführliche Darstellung der in Deutschland vorkommenden nicht giftigen Schlangen. Um dorthin zu gelangen, müssen Sie nur das entsprechende Bild anklicken.

Giftschlangen

Kreuzotter
Die Kreuzotter ist mit der nur in Teilen des Schwarzwalds vorkommenden Aspisviper die einzige frei lebende Giftschlange in Deutschland.
Ihr Biss ist sehr schmerzhaft und meist mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden, aber in der Regel nicht tödlich. Auch ist normalerweise nicht mit Spätfolgen zu rechen.
Eine ausführliche Beschreibung der Schlange finden Sie bei Goruma hier >>>

Aspiviper
Die Aspisviper  kommt praktisch nur nur im südlichen Schwarzwald vor und ist neben der Kreuzotter die einzige in Deutschland frei lebende Giftschlange. Ihr Biss ist in seiner Wirkung etwass stärker als der der Kreuzotter und in der Regel ebenfalls nicht tödlich.
Eine ausführliche Beschreibung der Schlange finden Sie bei Goruma hier >>>

Unterwasserwelt

In ganz Deutschland kommen momentan 75 Fischarten, 8 Flusskrebsarten und 4 Neunaugenarten vor. Fische, die in ganz Deutschland vorkommen, sind Groppe, Wels, Bachschmerle, Steinbeißer, Schlammpeitzger, Flussbarsch, Dorsche, Zander, Kaulbarsch, Elritze, Barbe, Bitterling, Giebel, Karausche, Ukelei, Schneider, Brachse, Güster, Moderlieschen, Rotfeder, Schleie, Hasel, Döbel, Aland, Karpfen, Rotauge, Regenbogenforelle, Bachforelle und der Aal.
In ganz Deutschland vorkommende Flusskrebse sind der Edel-, Stein-, Kaniber-, Signalkrebs und der Galizische Sumpfkrebs. Die in Deutschland verbreiteten Neunaugen sind das Bach- und das Flussneunauge.

Entführung der Landshut

Die Entführung

Am 13. Oktober hatten vier Terroristen – zwei Männer und zwei Frauen - die Lufthansamaschine, eine Boeing 737-200, mit dem Namen Landshut auf dem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main entführt.
Sie wollten zusätzlich zu der Entführung von Hanns Martin Schleyer (1915-1977) am 5. September Druck aufbauen, um damit die in Stuttgart-Stammheim einsitzen RAF-Terroristen Andreas Bader (1943-1977), Gudrun Ensslin (1940-1977) und Jan-Carl Raspe (1944-1977) und weitere acht freizupressen.
Die Entführung hatte noch über Frankreich stattgefunden und wurde nach Larnaka auf Zypern umgeleitet. Wegen Treibstoffmangels musste die Maschine in Rom zwischenlanden, um aufgetankt zu werden. Hier in Rom wurden erstmals die politischen Forderungen der Terroristen bekannt gemacht, die identisch mit denen der Entführer von Hanns Martin Schleyer. Von hier aus konnte die Landshut weiter nach Larnaka fliegen, wo ein Vertreter der PLO vergeblich versucht hatte, die Terroristen  zur Aufgabe zu überreden. Nach erneutem Auftanken starte das Flugzeug in Richtung Libanon, da aber die Flughäfen von Beirut, Damaskus, Bagdad und Kuwait-Stadt gesperrt worden waren, flog sie weiter nach Dubai.

Wegen Treibstoffmangel gab man ihr in den Morgenstunden des 14. Oktobers die Genehmigung zur Landung. Hier stand das Flugzeug über drei Tagen in der prallen Sonne, Nach der Drohung der Terroristen, Geiseln zu erschießen, wurde die Maschine aufgetankt und konnte Richtung in Richtung  Oman starten. Da hier eine Landeerlaubnis verweigert worden war ging es weiter nach Aden im damaligen Südjemen.

Da die hiesige Landebahn gesperrt worden war, musste die Maschine  in der Nacht auf einem Sandstreifen neben der Startbahn notlanden. Daher konnte der Flugkapitän Jürgen Schumann (1940-1977) das Fahrwerk zu inspizieren. Da Schumann erst nach ca. einer Stunde in das Flugzeug zurückgekehrt war, hatte der Anführer der Terroristen Schumann mit einem Kopfschuss hingerichtet. Das hatte die Behörden wohl dazu bewogen, die Maschine erneut aufzutanken, sodass sie in den Morgenstunden des 17. Oktobers  von dem Kopiloten Jürgen Vietor (geb. 1942) nach Mogadischu geflogen werden konnte. Hier war sie um 04:30 Uhr (MEZ) gelandet. Hier hatten die Terroristen ein Ultimatum bis 15 Uhr MEZ gesetzt, um die RAF-Terroristen aus der Justizvollzugsanstalt Stuttgart zu entlassen. Danach sollte die Maschine gesprengt werden, denn die Entführer hatten kein weiteres Land mehr zum Weiterflug in Aussicht.

Vor dem Ablauf des Ultimatums hatten die Terroristen die Passagiere mit Alkohol übergossen und die Sprengsätze scharf gemacht hatten. Die Stewardess Gabriele Dillmann (heute Gabriele von Lutzau) hatte auf Anweisung der Terroristen einen Appell an die deutschen Politiker gerichtet, die RAF-Gefangenen freizulassen.
Um Zeit für die letzten Vorbereitungen für eine Befreiungsaktion zu gewinnen wurden die Terroristen mit der Nachricht getäuscht, dass man ihre Forderungen erfüllen wollte und die RAF-Gefangenen nach Mogadischu ausfliegen lassen wollte. Die Zusage hatte die Terroristen veranlasst, das Ultimatum  bis zum 18. Oktober um 01:30 Uhr MEZ zu verlängern.

Die Befreiung

Kurz nach Mitternacht um  00:05 Uhr MEZ stürmte daraufhin das GSG-9-Kommando unter der Leitung des Polizeidirektors Ulrich Wegener (geb. 1929) im Zuge der Operation Feuerzauber die  Landshut. Während der siebenminütigen Aktion wurden drei der vier Terroristen – mit Ausnahme einer der Frauen - getötet.
Außerdem wurden ein GSG-9-Beamter sowie die Stewardess Gabriele Dillmann verletzt. Um 0:12 Uhr MEZ konnte der mitgereiste Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski  (1922-2005) dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015) den Erfolg der Befreiungsaktion mitteilen.

Die Folgen

Die verletzte Terroristin hatte anschließend insgesamt nur 4 Jahre im Gefängnis gesessen und lebt heutzutage in Oslo. Sie hatte ihre Tat niemals öffentlich bereut.
Am Morgen des 18. Oktober 1977 wurden die  RAF-Terroristen Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin und Andreas Baader tot in ihren Gefängniszellen aufgefunden. Sie hatten kollektiven Suizid begangen - nur Irmgard Möller (geb. 1947) hatte schwer verletzt überlebt.
Am 19. Oktober wurde die Ermordung von Martin Schleyer bekannt gegeben. Man hatte ihn noch am 18. Oktober per Genickschuss - in KZ-Manier - ermordet. Seine Leiche wurde am 19. Oktober 1977 im Kofferraum eines in Mülhausen im Elsass abgestellten Audi 100 gefunden.
Im Oktober 2017 war die Landshut in einige Teile zerlegt mit einer Antonow 124 von Brasilien nach Friedrichshafen am Bodensee geflogen worden, wo sie anschließend im dortigen Luft- und Raumfahrtmuseum (Dornier-Museum) ausgestellt wurde.

Feiertage in Deutschland

1. Januar

Der 1. Januar - also der erste Tag des neuen Jahres -  ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in zahlreichen anderen Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Es sei darauf hingewiesen, dass Samoa das erste Land ist, in dem das neue Jahr begonnen hat

Heilige Drei Könige

Der Tag der "Heiligen Drei Könige" - auch als Dreikönigstag bezeichnet - ist am 6. Januar. Als die "Heiligen Drei Könige" gelten Balthasar, Caspar und Melchior. Sie sollen, der Weihnachtsgeschichte des Matthäus-Evangeliums zufolge, drei Weise aus dem Morgenland gewesen sein, die durch den Stern von Betlehem zu der Geburtsstätte von Jesus im Stall von Bethlehem geführt worden sein. Später wurden aus den " drei Weisen" drei Könige.
In Deutschland ist der Dreikönigstag nur Bayern, in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ein gesetzlicher Feiertag.
Weiterhin ist der Tag in Finnland, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Österreich , Schweden, der Slowakei, Spanien, Tschechien sowie in den schweizer Kantonen Schwyz, Tessin und Uri und in einigen Gemeinden Graubündens ein gesetzlicher Feiertag.
In Polen ist der Dreikönigstag erst seit 2011 ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag.

Weiberfastnacht

Weiberfastnacht wird am Donnerstag vor dem Rosenmontag gefeiert.
Ihren Ursprung hat die Tradition der Weiberfastnacht 

im Jahr 1824 in dem damaligen Beuel - heute ein Stadtteil von Bonn. In diesem Jahr schlossen sich die Wäscherinnen - dem Beispiel der Männer folgend - zu einem Damenkomitee zusammen und übernahmen am Donnerstag vor Karneval die Macht in den Rathäusern. Diese Tradition hat sich in zahlreichen Städten nicht nur gehalten, sondern sogar noch ausgeweitet.

In Beuel befanden sich zu dieser Zeit zahlreiche Wäschereibetriebe, die an den Rheinwiesen die Wäsche - besonders für Kölner Hotels - wuschen. Es sei erwänht, dass seinerzeit verheiratete einfache Frauen als "Möhnen" bezeichnet wurden.

Der Donnerstag vor Karneval wurde in Anlehnung an den "Schmutzigen Donnerstag" gewählt. Dabei stammte das Wort schmutzig nicht von unsauber oder dreckig, sondern von dem Alemannischen Begriff  "Schmotz = Fett. Dieser Tag war der letzte Tag einer Schlachtung vor der Fastenzeit. Eine schöne Erklärung!

Ab 1958 gab es auch eine Wäscheprinzessin. Und die Sitte des Abschneidens der Krawatten begann erst in den 1950er Jahren durch die Sekretärinnen in den Ministerien der damaligen Bundeshauptstadt Bonn.

In Köln beginnt mit Weiberfastnacht der Kölner Straßenkarneval. Dazu findet am Donnertag vor Rosenmontag auf dem Heumarkt eine Freiluftsitzung statt, in der das Dreigestirn auftritt und der Schlüssel der Stadt an den Prinzen übergeben wird.

Rosenmontag

Der Termin von Rosenmontag ist kein fester Tag, sondern richtet sich nach dem Termin des Osterfestes. Rosenmontag liegt 42 Tage vor Ostersamstag.
Der Rosenmontagsumzug ist der absolute Höhepunkt jeder Karnevalssaison. Besonders bekannt sind die Umzüge in Köln, Düsseldorf und Mainz. Dabei ist der Kölner Zug der größte Rosenmontagszug Deutschlands und besitzt etwa eine Länge von ca. 7,5 km. Von den zahlreichen Umzugswagen werden etwa 150 Tonnen Süßigkeiten in die Menge geworfen und von den Zuschauern dann eifrig eigesammelt.

In der Regel säumen über eine Million Menschen den Zug - das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Köln. Auf den Wagen werden Politiker und andere Personen der Zeitgeschichte als Figuren auf die Schippe genommen. Es sei erwähnt, dass der erste organisierte Rosenmontagszug im Jahr 1823 stattfand.

Aschermittwoch, Fastenzeit

Der Termin von Aschermittwoch richtet sich ebenfalls nach dem Termin des Osterfestes. Aschermittwoch 40 Tage vor dem Ostersamstag - dem Ende der Fastenzeit.
Mit der auf den Aschermittwoch folgenden 40-tägigen Fastenzeit soll an die 40 Tage erinnert werden, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbracht haben soll.

Gründonnerstag

Am Gründonnerstag - dem Donnerstag vor Ostern - soll Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert haben. Zudem verließ Judas die Gruppe der Jünger, um Jesus für 30 Silberlinge zu verraten.

Karfreitag

In der Nacht zum Karfreitag - dem Freitag vor Ostern - wurde Jesus verhaftet, verhört und ausgepeitscht. Und am nächsten Morgen wurde er zum Tode am Kreuz verurteilt.

Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte, der heutigen "via dolorosa", wurde er verhöhnt und musste sein eigenes Kreuz bis nach Golgatha tragen. Dort wurde er der Überlieferung nach ans Kreuz geschlagen, wo er er dann auch verstarb.

Ostern

Das Osterfest - das Fest der Auferstehung von Jesus von den Toten - ist für die Christenheit der höchste Feiertag des Jahres.

Der Termin für das Osterfest geht auf das von Kaiser Konstantin im Jahre 325 einberufene Konzil von Nicäa zurück. Damit wurde ein langer Streit innerhalb der Christenheit beigelegt. Aber das Konzil hatte nur beschlossen, dass alle Christen das Osterfest gemeinsam an einem Sonntag feiern sollten.

Der Termin wurde damals nicht festgelegt, da der Beginn es Frühlings ständig auf enen anderen Termin fiel.

Erst 200 Jahre später berechnete der Mönch Dionysius Exigus (470-540) für die folgenden 90 Jahre die Termine des Osterfestes.

Aber erst nach der Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 lag der Frühlingsanfang fest auf dem 21. März und damit konnte der Ostersonntag eindeutig betimmt werden

Ostern liegt - anders als beispielsweise Weihnachten - nicht auf einem festen Tag im Jahr, sondern wird in der westlichen Kirche am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert.

Damit liegt der früheste Termin für Ostern am 22. März und der späteste am 25. April.

Aber erst im Jahr 2038 wird es dazu kommen, dass Ostern auf den 25. April fällt
 
Hinweis
Die frühere Ortschaft Nicäa befand sich beim heutigen İznik - rund 90 km südöstlich von Istanbul in der Türkei gelegen.

Ostermärsche

Ostermärsche finden seit Beginn der 1960er Jahre jährlich zu Ostern in einer Reihe von deutschen Städten statt.
Ihre Ursprünge gehen auf britische Atomwaffengegner in den 1950er Jahren zurück.
In Berlin fand die Berliner Abschlussveranstaltung des Ostermarsches 2016 auf dem Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg statt. Es war eine typische Ostermarsch- Kundgebung.
Die Redner und Demonstranten wandten sich u.a. gegen deutsche Waffenlieferungen, die Bombardierungen der USA in Syrien oder den Einsatz von Drohnen.
Auch der Krieg des Westens in Libyen, dem Irak und Afghanistan wurde heftig kritisiert.
Der Terror in Paris und Brüssel oder der des IS im Irak oder in Syrien wurde dagegen eher weniger thematisiert.  

Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht wird in der  Nacht vor dem 1. Mai, dem Tag der Heiligen Walpurga, vor allem von Frauen gefeiert.

Nach altem Volksglauben reiten in dieser Nacht die Hexen auf Besen aus und treffen sich zum Teufelskult und Tanz auf dem Blocksberg auf dem Brocken im Harz.

1. Mai

Der erste Mai ist als "Tag der Arbeit" in Deutschland, Österreich, Teilen der Schweiz und in vielen anderen Ländern ein gesetzlicher Feiertag.
Die Ursprünge dieses "Arbeitertages" gehen auf eine Streikbewegung in den USA zurück, als diese Anfang 1886 im Kampf um den Achtstundentag zu einem Generalstreik am 1. Mai aufgerufen hatte – in Erinnerung an die Demonstration am 1. Mai 1856 in Australien, wo bereits damals ein Achtstundentag gefordet wurde.

Versuche, den 1. Mai nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland als Feiertag festzuschreiben, scheiterten an der politischen Rechten. Kurioserweise wurde er aber unter den Nationalsozialisten bereits 1933 ein gesetzlichen Feiertag. Ab 1934 machten die Machthaber den Tag dann zum "Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“ und begingen ihn mit nationalem Pathos.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Tag 1946 durch den Alliierten Kontrollrat als Tag der Arbeit zugelassen - allerdings mit einer eingeschränkten Kundgebungserlaubnis.

Volkslied
Aber der Mai ist mehr als nur der 1. Mai - er ist der Monat des Erwachens und Erblühens der Natur und der Monat der Liebenden - kurzum der "Wonnemonat".
Das folgende Lied wurde von dem Lübecker Christian Adolf Overbeck (1755-1821) im Jahr 1775 gedichtet und 1791 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) vertont:

1. Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blühn!
Wie möchte ich doch so gerne
ein Veilchen wieder sehn,
ach, lieber Mai, wie gerne
einmal spazieren gehn!

2. Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel:
man kann im Schnee eins traben
und treibt manch Abendspiel,
baut Häuserchen von Karten,
spielt Blindekuh und Pfand,
auch gibt's wohl Schlittenfahrten
aufs liebe freie Land

3. Doch wenn die Vögel singen
und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen,
das ist ein ander Ding!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen
dort in dem Winkel stehen,
denn draussen in dem Gärtchen
kann man vor Schmutz nicht gehn.

4. Am meisten aber dauert
mich Lottchens Herzeleid,
das arme Mädchen lauert
recht auf die Blumenzeit.
Umsonst hol ich ihr Spielchen
zum Zeitvertreib herbei,
sie sitzt in ihrem Stühlchen
wie's Hühnchen aus dem Ei.

5. Ach, wenn's doch erst gelinder
und grüner draußen wär!
komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten gar zu sehr!
O komm und bring vor allem
uns viele Veilchen mit,
bring auch viele Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit.

Christi Himmelfahrt, Vatertag

Christi Himmelfahrt ist nach dem Glauben der Christen der Tag der Rückkehr von Jesus als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel.
Dieser Festtag liegt 39 Tage nach Ostersonntag und fällt daher stets auf einen Donnerstag. Der früheste möglicheTermin ist in Abhängigkeit vom Osterfest der 30. April - der späteste ist der 3. Juni.

Viele Menschen benutzen den folgenden Freitag als "Brückentag" um - ohne Urlaubstage nehmen zu müssen - vier Tage frei zu haben. Der Festtag wird auch als Vatertag, Männertag oder als Herrentag bezeichnet. An diesem Tag unternehmen zahlreiche Männer auf geschmückten und meist offenen Wagen mit viel Bier und anderen alkoholischen Getränken eine so genannte Herrentagspartie.

Seit 1936 ist Himmelfahrt in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag wird in Aachen im Dom der seit 1988 bestehende Internationale Karlspreis verliehen.
In der Schweiz und Liechtenstein wird das Fest übrigens als "Auffahrt" bezeichnet.

Pfingsten

Pfingsten liegt  50 Tage nach Ostern und gilt nach Weihnachten und Ostern als das dritte christliche Hauptfest. Der Name Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort  Pentekosté, der Fünfzigste, ab und wird seit Ende des vierten Jahrhunderts gefeiert. Ursprünglich war es ein jüdisches Erntedankfest

Vorher wurden Pfingsten und Chriti Himmelfahrt zusammen gefeiert. Zu Pfingsten wird das Kommen des Heiligen Geistes begangen, der sich nach biblischem Zeugnis wie Feuerzungen auf die Jünger Jesu niederließ, worauf sie alle in vielen fremden Sprachen zu reden und zu predigen begannen. Dies wird als Hinweis auf den Missionsauftrag der christlichen Kirche und ihre weltweite Bedeutung verstanden.

Historisch gesehen ist die Pfingstzeit aber auch ein Frühlingsfest. So werden vor dem kommenden Sommer Flurumritte, Pferdeprozessionen oder Grenzbegehungen feierlich begangen. Auch wird oft die Sommersaat gesegnet.

Bekannt sind auch die geschmückten Pfingstochsen - z.B. in Mecklemburg-Vorpommern.

In Österreich und in Teilen von Süddeutschland wird in der Nacht vor dem Pfingstsonntag die so genannte "Unruhnacht" begangen. Usprüglich dazu gedacht, die bösten Geister zu vertreiben, wird heutzutage den Mitmenschen Streiche gespielt und allerlei Schabernack getrieben.

Fronleichnam

Das Fronleichnamsfest ist ein Fest der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Die Bezeichnung "Fronleichnam" entstammt dem Mittelhochdeutschen: "vrône lîcham" = des Herren Leib.
Dieses kirchliche Fest wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen - also am 60. Tag nach Ostersonntag. Damit wäre der früheste Termin des Festes der 21. Mai und der späteste der 24. Juni.

Das Fest wurde am 15. Juni des Jahres 1279 das erste Mal gefeiert. Dem alten Brauch nach finden feierliche Prozessionen statt. Fronleichnam ist  in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz dem  Saarland sowie in einigen katholischen Gemeinden Thüringens ein gesetzlicher Feiertag..

Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmelfahrt wird am 15. August gefeiert und ist im Saarland und in den Gemeinden Bayerns mit überwiegend katholischer Bevölkerung ein gesetzlicher Feiertag

Tag der Einheit, Erntedankfest

Der Tag der Einheit
Am 3. Oktober ist in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag im Jahr 1990 schloss sich die DDR der Bundesrepublik Deutschland an.

Erntedankfest
Das Erntedankfest ist eine christliche Feier, bei der Gott für die Gaben der Natur des Jahres gedankt wird. Es findet meist in einer Kirche statt, aber es gibt auch Regionen, in denen Prozession stattfinden. Die Gemeindemitglieder bringen oft anlässlich des Dankfestes in  Früchte, Getreide und Obst, aber auch Mehl, Brot, Honig oder Wein sowie andere Gaben in die Kirche.
In Deutschland wird das Fest mittlerweile am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Die mitgebrachten Gaben werden nach dem Fest oft an bedürftige Menschen oder an karitative Einrichtungen verteilt.

Halloween, Reformationstag

Halloween
Halloween findet am 31. Oktober, also 1 Tag vor Allerheiligen, statt. Am Abend ziehen die meist Jugendlichen und Kinder verkleidet und oft mit gruseligen Masken umher. Oft ziehen sie auch zu den Wohnungen ihrer Umgebung, um kleine Geschenke zu erhalten. Dabei ist der folgende Spruch beliebt: "Gebt uns Süßes, sonst gibt`s Saures"
Ursprünglich stammt dieses Brauchtum aus Irland, von wo es durch die irischen Immigranten in den USA gelangte. Von den USA trat Halloween etwa seit den 1990er Jahren seinen Siegeszug auch nach Europa an. Mittlerweile hat sich der Brauch hier fest etabliert.

Reformationstag
Der Reformationstag wird am 31. Oktober gefeiert  und erinnert an die 95 Thesen, die Martin Luther am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche in Wittenberg angebracht hatte. Der Tag ist in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein gesetzlicher Feiertag

 

Allerheiligen

Allerheiligen ist ein Feiertag der Katholiken.
Bis etwa zum 9. Jahrhundert n.Chr. gab es für jeden Heiligen einen eigenen Feiertag. Aber die Anzahl der Heiligen wurde immer größer, sodass nicht einmal alle Tage des Jahres für alle Heiligen als Feiertag ausreichten. Daher wurde ein Tag für die Verehrung aller Heiligen eingeführt. Es ist heutzutage der 1. November. Allerdings wird heutzutage nicht nur der Heiligen gedacht, sondern auch der Verstorbenen, die möglichweise vor Gott auch heilig sind. In den katholischen Regionen Deutschlands - wie z.B. in Bayern - ist der 1. November ein gesetzlicher Feiertag.

Allerseelen

Der katholische Feiertag Allerseelen wird am 2. November begangen. Der Tag dient den Katholiken dem Andenken an die Verstorbenen.
Dabei soll mit Hilfe von Gebeten und milden Gaben das Leiden der Verstorbenen im Fegefeuer (Arme Seelen) erleichtert werden.

Martinstag

Der Martinstag wird in den katholischen Regionen  Deutschlands, Österreichs, der Schweiz sowie in Südtirol und Oberschlesien am 11. November gefeiert und  dient dem Andenken an den heiligen Martin von Tours (316-397), der von 372 bis zu seinem Tod 397 Bischof von Tours war.
Die Stadt Tours liegt im französischen Départements Indre-et-Loire in der Region Centre.
Meist findet am Abend dieses Tages ein Umzug statt, bei dem die Menschen - besonders Kinder - Laternen tragen. Dabei reitet ein in ein rotes Gewand gekleideter Reiter auf einem Schimmel dem Zug voran. Der Reiter ist als römischer Soldat gekleidet, da Martin u.a. als Soldat zur Leibwache des Kaisers Konstantin gehörte.
Bekannt ist St. Martin besonders dadurch, dass er - der Legende nach - einem Bettler die Hälfte seines Umhangs gespendet haben soll.
Gerne kommt am Martinsabend eine Gans, die Martinsgans, auf den Tisch.
Beim  Martinssingen ziehen die Kinder und Jugendlichen nach dem Umzug von Haus zu Haus, um mit Hilfe eines Martinsliedes kleinere Geschenke zu erbitten.
Es sei erwähnt, dass Martin der Schutzpatron Frankreichs, der Slowakei und des katholischen Eichsfelds ist.

Legende zur Martinsgans
Martin sollte nach dem Willen des Volkes, aber gegen den Klerus, zum Bischof von Tours geweiht werden. Aber er hielt sich selber für nicht würdig, das Amt zu übernehmen und versteckte sich daher in einem Gänsestall. Dort wurde er jedoch wegen des aufgeregten Geschnatters der Tiere entdeckt und wurde mittels einer kleinen List zu einer angeblich kranken Frau gebeten, um ihr zu helfen. Er kam der Bitte nach und wurde danach trotz seiner Bedenken, der 3. Bischof von Tours.

Martinslied
Es gibt einige Martinslieder. Der Dichter und Komponist des folgenden Liedes sind leider unbekannt:

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt ihn warm und gut.

Sankt Martin, Sankt Martin,
im Schnee, da saß ein armer Mann,
hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an.
"O helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein Tod!"

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
sein Ross stand still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gab den halben still;
der Bettler gern ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil
hinweg mit seinem Mantelteil.

 

Volkstrauertag

Volkstrauertag
Der Volkstrauertag ist der zweite Sonntag im November, an dem an die Kriegstoten und die Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht wird. Dieser Termin wurde 1952 für die Bundesrepublik Deutschland festgelegt und wird jährlich in Anwesenheit des Bundespräsidenten mit einer Feier im Deutschen Bundestag begangen. Bereits 1922 wurde der Kriegstoten gedacht - allerdings 5 Sonntage vor Ostern.

Unter den Nationalsozialisten wurde der Tag zu einem Heldengedenktag umgewidmet und 1939 auf den 16. März festgelegt - sofern dies ein Sonntag ist, ansonsten war es der Sonntag vor dem 16. März.

Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag  ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht.  Der Tag soll ein Tag der Reue für begangene Sünden und Ungerechtigkeiten sein und der Hinwendung zu Gott hin dienen.
Im Laufe der Jahrhunderte fand dieser Tag zu verschiedenen Terminen statt. Heutzutage wird er am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag - dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres -  begangen, also immer am Mittwoch vor dem 23. November.
Seit dem Jahr 1994 ist der Buß- und Bettag nur noch im Bundesland Sachsen ein gesetzlicher Feiertag.

Totensonntag

Der Totensonntag wurde von dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) im Jahr 1816 eingeführt, als er anordnete, an diesem letzten Sonntag im November - vor dem Ende des Kirchenjahres - der Toten zu gedenken.
An diesem Tag besuchen die Menschen die Gräber ihre toten Angehörigen oder Freunde, um ihrer zu gedenken und die Gräber zu schmücken. Oft werden dabei auch (Grab)Lichter angezündet.

Adventszeit

Allgemeines
Der Begriff Advent leitet sich ab von dem lateinischen Verb "advenire = ankommen, erscheinen". Es ist die Zeit, in der sich die Christen auf die Geburt von Jesus, also auf Weihnachten, vorbereiten.
Mit dem ersten Adventssonntag beginnt  übrigens auch das neue Kirchenjahr.
Der vierte Adventssonntag ist der letzte Adventssonntag vor dem 24. Dezember. Dabei können der 24. Dezember - der Heilige Abend - mit dem vierten Adventssontag zusammen fallen - so z.B. im Jahr 2017.

Die Adventszeit in der heutigen Form geht auf das 7. Jahrhundert zurück, wobei es in der römischen Kirche ursprünglich zwischen vier und sechs Advendsonntage gab. Unter Papst Gregor der Große (540-604) wurde die Zahl auf die heutige Anzahl festgelegt und vom Konzil von Trient (zwischen 1545-1563) bestätigt. Eine kirchenrechtlich verbindliche Regelung erfolgte danach im Jahr 1570 durch Papst Pius V. (1504-1572).

Adventskranz
Viele Menschen stellen während der Adventszeit einen mit vier Lichtern (meist Kerzen) geschmückten Adventskranz auf. Dabei wird am ersten Advent ein Licht entzündet, am zweiten ein zweites, am dritten das dritte Licht und dann am vierten Advent das vierte. De4r Adventskranz stamt ursprünglich von dem evangelischen PfarrerJohann Hinrich Wichern, der ihn 1837 einführte. Anfangs war er mit 20 Kerzen geschmückt,. Aber durchgesetzt hatter sich der Brauch in den evangelischen Regionen erst in den 1920er Jahren und bei den Katholiken  sogar erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Adventskalender
Der Brauch des Adventskalenders geht auf auf das Jahr 1850 zurück - in gedruckter Form erschien er 1908 in München
 

Nikolaustag

Der Nikolaustag wird etwa seit dem 15. Jahrhundert jährlich am 6. Dezember gefeiert. In unserem christlichen Kulturkreis hat sich der Brauch etabliert, dass die Kinder am Abend vor Nikolaus ihre Schuhe vor die Tür stellen, in denen sie dann am 6. Dezember kleine Geschenke, meist Leckereien, vorfinden. Im Gegensatz zum Weihnachtsmann, der eine Kunstfigur darstellt, gab es eine hisorische Person, auf die das Nikolausfest zurückgeht.

Es ist der Heilige Nikolaus, der Bischof in Myra war - dem heutigen Demre in Lykien in der Türkei. Besucher der Stadt finden hier die Nikolaus-Kirche mit Resten aus dem 5. Jahrhundert, die fast unter der Erdoberfläche verschwunden ist.  Hier auf dem damaligen Märtyrerfriedhof wurde der Bischof beigesetzt und die Kirche um seinen Sarg herum erbaut. Nikolaus wurde wahrscheinlich um 270 in Patora geboren, das westlich von Myra lag. Im Alter von 19 Jahren soll er zum Priester geweiht worden und nach Myra gekommen sein. Die Angaben über sein Todesjahr reichen von 325 bis 365. Im Jahr 1087 wurden seine Überreste von süditalienischen Kaufleuten vor der Einnahme der Stadt durch die Seldschuken aus dem Sarg in Myra entnommen und nach Bari in Italien gebracht. Ein Oberschenkelknochen von ihm gelangte zudem nach Fribourg in der Schweiz.

Sofern der Nikolaus "persönlich" erscheint, gleicht sein Äußeres mit der Bischofsmütze und dem Bischofsstab ansonsten ein wenig dem des Weihnachtsmannes. Begleitet wird er von "Knecht Ruprecht", der in einer braunen oder schwarzen Kutte erscheint - mit einer Rute in der Hand und mit Geschenken im Rucksack.
Im deutschsprachigen Raum ist der Nikolaustag kein gesetzlicher Feiertag. De4r Nikolausbrauch geht auf das Jahr 1300 zurück. Luther verdammte diesen Brauch und  forderte, nur noch das Christkind zu feiern.

Gedicht von Theodor Storm
Das folgende "Gedicht" von Theodor Storm (1817-1888) aus dem Jahr 1862 ist wohl vielen Menschen bekannt - zumindest die ersten Zeilen. Es sei erwähnt, dass im Originaltext Rupprecht geschrieben wurde:

Ruprecht
Habt guten Abend, alt und jung
bin allen wohl bekannt genung.

Von drauß vom Walde komm ich her;
ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder weihnachten werden!

So geh denn rasch von Haus zu Haus.
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken
mit schönen Sachen sie mag beschenken.
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
fressen fromme Kinder gern.
Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: die Rute die ist hier.
Doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht.
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!
Von drauß, vom Walde komm ich her,
Ich muß euch sagen es weihnachtet sehr!
Nun sprecht wie ich's hierinnen find:
sind's gute Kind., sind's böse Kind?

Vater
Die Kindlein sind wohl alle gut,
haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht
Ei,ei, für trotzgen Kindermut
ist meine lang Rute gut!
Heißt es bei Euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater
Wie einer sündigt so wird er gestraft;
die Kindlein sind schon alle brav.

Ruprecht
Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
lesen und scheiben und rechnen genug?

Vater
Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Ruprecht
Beten sie denn nach altem Brauch
im Bett Ihr Abendsprüchlein auch?

Vater
Neulich hört ich im Kämmerlein
eine kleine Stimme sprechen allein;
und als ich an die Tür getreten,
für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht
So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
probiert einmal von seinen Gaben
morgen sollt ihr was besseres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
nun schlafet sanft, habt gute Nacht.

Weihnachten

Wie kaum ein anderes Fest wird das Weihnachtsfest in aller Welt mit zahlreichen Bräuchen gefeiert. Ihm zugrunde liegt die Geburt von Jesus in Bethlehem, des Religionsgründers des Christentums. Um diese Geburt ranken sich viele Legenden und Geschichten, die nicht alle in der Bibel zu finden sind. Da der genaue Termin der Geburt von Jesus nicht bekannt ist bzw. war, hatte die katholische Kirchen ihn auf den 25. Dezember gelegt.
In der katholischen Kirche besonders hervorgehoben wird die Jungfräulichkeit Marias, die von ihrer Schwangerschaft durch einen von Gott gesandten Engel erfuhr.
Der "Heilige Abend" liegt auf dem 24. Dezember. Aber die Amerikaner beispielsweise feiern Weihnachten am 25. Dezember.

Der Christbaum, der heute vom Weihnachtsfest kaum wegzudenken ist, ist ein relativ junger Brauch, der erst im 18. Jh. zunächst in den Städten modern wurde und nach und nach auch in den Dörfern Verbreitung fand.
Auch die Tradition der Weihnachtskrippe entstand erst im 16. Jh., wo sie zunächst vor allem in großen Klöstern aufgestellt war. Ihre Usprünge gehen jedoch auf den Heiligen Franz von Assisi (um 1181- 1226) zurück, der in dem Ochsen und dem Esel Symbole für die beiden anderen Weltreligionen, also den Islam und das Judentum sah.

Die Tradition der Weihnachtsgeschenke geht wohl auf den Hl. Sankt Nikolaus zurück, der ein Wohltäter der Armen war. Heute sollen sie an die Freude über die Geburt Jesu Christi erinnern und an das Geschenk, das Gott den Menschen damit gemacht hat.
Die Figur des Weihnachtsmann geht auf das 18. Jahrhundert zurück, setzte sich aber in Europa erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts endgültig durch. Wobei regional unterschiedlich der Weihnachtsmann oder das Christkind erscheint. Aber letztendlich war es Martin Luther, der den Nikolaus auf den 24./25./Dezember verlegte, weil er die Heiligenverehrung für Frevel hielt und am 24. Dezember die Geburt Christus gefeiert wird.
Und die Anbetung von Christus war in seinen Augen natürlich völlig legitim.

Weihachtslied
Eines der schönsten Weihnachtslieder dichtete  Martin Luther 1535 für seine Kinder. Im Jahr 1539 vertonte er das Werk. Von den insgesamt 15 Strophen hier die ersten sechs:

1. Vom Himmel hoch, da komm ich her.
Ich bring’ euch gute neue Mär,
Der guten Mär bring ich so viel,
Davon ich singn und sagen will.

2. Euch ist ein Kindlein heut’ geborn
Von einer Jungfrau auserkorn,
Ein Kindelein, so zart und fein,
Das soll eu’r Freud und Wonne sein.

3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
Der will euch führn aus aller Not,
Er will eu’r Heiland selber sein,
Von allen Sünden machen rein.

4. Er bringt euch alle Seligkeit,
Die Gott der Vater hat bereit,
Daß ihr mit uns im Himmelreich
Sollt leben nun und ewiglich.

5. So merket nun das Zeichen recht:
Die Krippe, Windelein so schlecht,
Da findet ihr das Kind gelegt,
Das alle Welt erhält und trägt.

6. Des laßt uns alle frölich sein
Und mit den Hirten gehn hinein,
Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
Mit seinem lieben Sohn verehrt.

Weihnachtsgeschichte
Die folgende Weihnachtsgeschichte entstammt dem Lukasevangelium (Lukas, Kapitel 2) und bildet eine der Säulen des christlichen Glaubens:

"Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. 
Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war.
3 Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
4 Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war,
5 auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger.
6 Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Andre Übersetzung nach besser bezeugter Lesart: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."
15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
21 Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward."

Silvester

Unter Silvester versteht man den letzten Tag des Jahres, also den 31. Dezember. Mittlerweile versteht man darunter aber meist nur noch die Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar des folgenden Jahres.
Silvester wird fast überall beim Übergang ins neue Jahr mit Feuerwerk und oft auf größeren Partys gefeiert. So kommen in Berlin Hunderttausende am Brandenburger Tor und der Straße des 17. Juni zusammen, um ins neue Jahr hinein zu feiern. Berühmt ist z.B. das riesige Feuerwerk in der Bucht von Sydney in Australien.
Das traditionelle Essen zu Silvester ist der Karpfen und um 24:00 Uhr wird das neue Jahr in der Regel mit einem Gläschen Sekt begrüßt.
Der Name Silvester geht geht auf das Jahr 1582 zurück, als infolge der "Gregorianischen Kalenderreform" der letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt wurde. Da dies der Todestag von Papst Silvester I. (335) war, kam es zu dieser Bezeichnung - zudem ist nach dem "Liturgischen Kalender" dieser Tag seit 813 auch dessen Namenstag. Das Geburtsdatum von Silvester = der Waldmensch (Lat. silva = Wald, Baum) ist unbekannt. Er wurde im Jahr 284 zum Priester geweiht und im Jahr 314 Bischof von Rom - und damit wurde er Papst.
Das erste Land, in dem das neue Jahr beginnt ist Samoa.

Guten Rutsch
Am 31. Dezember wünschen sich zahlreiche Menschen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wahrscheinlich stammt der Wunsch aus dem hebräischen - Rosch Haschana = Anfang des Jahres.
Allerdings leiten einige Sprachwissenschaftler diesen Silvesterwunsch von dem alten deutschen Wort "Rutsch" für "Reise" ab.

Kulturveranstaltungen, Volksfeste

  • Oktoberfest in München, mehrtägiges Volksfest
  • Passionsspiele in Oberammergau: Diese Spiele um die Passion Christi, gehen auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633 zurück und finden alle 10 Jahre statt. Die erste Aufführung gab es 1634. Die bisher letzte Aufführung war im Jahr 2010, die am 15. Mai Premiere hatte. Eine ausführliche Darstellung finden Sie unter Passionsspiele.
  • Baumblütenfest in Werder/Havel. Jedes Jahr findet dieses ursprünglich als Weinfest gedachte Volksfest in Werder an der Havel in der Nähe Berlins statt. Es ist nach dem Münchner Oktoberfest das zweitgrößte Volksfest in Deutschland. Die Anfänge des Festes gehen auf das Jahr 1879 zurück. Im Jahr 2006 wurde es vom 29. April bis zum 7. Mai gefeiert und von über einer halben Million Menschen besucht.
  • Hamburger Dom, ein mehrtägiges Volksfest
  • Schleswig-Holstein Musik Festival: seit 1986 jedes Jahr in mehreren Orten Schleswig-Holsteins; eines der größten Musikfestivals der Welt
  • Störtebeker Festspiele in Ralswiek auf Rügen, mehrtägiges Fest auf einer Naturhöhe am und im Wasser
  • Sängerfest in Finsterwalde im Land Brandenburg "Wir sind die Sänger aus Finsterwalde"
  • Love Parade in Berlin, seit 1989 jährlich stattfindendes Techno-Spektakel; initiiert von Dr. Motte (Matthias Roeingh)
  • Christopher Street Day (CSD) in Berlin, Köln, Frankfurt u.a. Städte; Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und ihren Unterstützern
  • Lange Nacht der Museen in Berlin und vielen anderen Städten
  • Wagner-Festspiele in Bayreuth
  • Internationale Filmfestspiele (Berlinale) in Berlin, seit 1951 jährlich durchgeführtes Filmfestival der A-Kategorie
  • Internationale Kurzfilmtage in Oberhausen
  • Ruhrfestspiele in Recklinghausen
  • Weimarer Kunsttage mit Theater, Tanz, Musik und Ausstellungen
  • Musikfestival in Schleswig Holstein
  • Karl May Festspiele in Bad Segeberg
  • Karneval und Fastnacht vor allem Weiberfastnacht (Donnerstag) bis Rosenmontag. Den Höhepunkt bilden die Rosenmontagsumzüge am Rosenmontag. Der Termin hängt von der Lage des Osterfestes ab. Karneval und Fastnacht werden vor allem im Rheinland, in Rheinland-Pfalz (Mainz) sowie in München gefeiert.
  • Karneval der Kulturen im Frühsommer in Berlin, großes multikulturelles Kostümfest mit großen Umzügen
  • Cannstätter (Stuttgart) Wasen (Wasen von Wiesen), ein mehrtägiges Volksfest
  • Antikenfestspiele Trier, jährlich im Juni und Juli; 1998 vom damaligen Intendanten des Stadttheaters Trier, Heinz Lukas-Kindermann, ins Leben gerufen; gezeigt werden Werke, deren Inhalt auf antike Stoffe zurückgeht.
  • Nürnberger Christkindlmarkt, einer der ältesten und bekanntesten Weihnachtsmärkte in Deutschland jeweils vom Freitag vor dem ersten Advent bis zum 24. Dezember; fand bereits im Mittelalter statt.

Insekten, Spinnen, Schnecken und Schmetterlinge

Insekten

Ameisen
Ameisenhügel, die bis zu 1 m hoch sein können. Verantwortlich dafür ist die Rote Waldameise, die für den Wald sehr nützlich ist, da sie schädliche Insekten bekämpft und somit für die Gesundheit des Waldes sorgt. Die Männchen und die Königin erreichen eine Größe von 9 - 11 mm, die Arbeiterinnen dagegen nur 4 - 9 mm. Trotz ihrer geringen Größe kann die Rote Waldameise das 30-fache ihres Gewichts tragen.

 

Farblich ist sie überwiegend rot, nur ein Teil der Beine ist schwarz. Ihre Nahrung besteht aus Blattwespenlarven, Ausscheidungen von Blattläusen, dem Saft von Bäumen und Früchten sowie ölhaltigen Anhängseln der Samen von Pflanzen, womit sie auch zur Verbreitung der Pflanzen beiträgt.

Die berühmte Ameisenstraße entsteht, indem der Weg zu Futterquellen und zurück zum Bau durch Pheromone markiert wird. Gegen Feinde schützt sich die Waldameise, indem sie Ameisensäure verspritzt.

Flöhe
Flöhe (Siphonaptera) bilden eine Ordnung in der Klasse der Insekten (Insecta). Es existieren rund 1.600 verschiedene Floharten, von denen etwa 80 Arten in Mitteleuropa heimisch sind.
Sie erreichen eine Länge von 1 bis 4 mm, wobei die größte Art der Maulwurfsfloh (Hystrichopsylla talpae) ist - ein Parasit des Europäischen Maulwurfs (Talpa europaea).
Da Flöhe keine Flügel besitzen, können sie auch nicht fliegen - aber Sprünge bis zu 100 cm machen, für ein nur wenige Millimeter großes Tier eine gigantische Weite.
Flöhe sind Parasiten, die  auf warmblütigen Tieren ihre Blutmahlzeit verrichten, wobei ca. 95% aller Arten auf Säugetieren  und etwa 5% auf Vögeln leben.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Menschen auch von anderen Floharten als dem Menschenfloh (Pulex irritans) befallen werden können, daher ist darauf zu achten, dass beispielsweise Hunde und Katzen frei von Flöhen sind.
Flöhe werden durch das ausgeatmete  Kohlenstoffdioxid (CO), durch Wärme, aber auch durch die Bewegung von Tieren angelockt.
In den menschlichen Wohnungen findet man sie oft  in Teppichen, Polstermöbeln oder in Betten, von wo aus sie den Menschen meist in der Nacht befallen. Diese Flöhe werden als Nestflöhe bezeichnet.
Nach einer Blutmahlzeit können Flöhe dann bis zu zwei Monate ohne Nahrung überleben.
Pelzflöhe dagegen verbleiben auf ihrem Wirt – Katzen, Hunde oder Ratten -  springen aber auch auf den Menschen über, z.B. wenn ihr Wirtstier zu Tode gekommen ist, wo sie sich dann u.a. in der Kleidung festsetzen.
Flohstiche bzw. Flohbisse bewirken eine kleine Wunde mit einem starken Juckreiz. Durch das dadurch bedingte Kratzen kommt es oft zu offenen Stellen in der Haut, die sich entzünden können.
Durch Flohstiche können außerdem Bakterien - z. B. Streptokokken und Staphylokokken - übertragen werden, die ihrerseits auch zu Entzündungen an der Stichstelle führen.
Der Menschenfloh (Pulex irritans) kann neben dem Rattenfloh (Xenopsylla cheopis) den Pesterreger übertragen, der aber in Europa nahezu ausgerottet wurde.
Flöhe beim Menschen bzw. in seiner Wohnung können auf verschiedene Arten bekämpft werden: Decken und Kleidungsstücke sollten mit Temperaturen über 60° C gewaschen werden und das Behandeln von Polstermöbeln und Teppichen mit Hilfe eines Dampfdruckreinigers hat sich als erfolgreich erwiesen.
Zudem stehen eine Reihe chemischer Mittel zur Verfügung.
Flöhe bei Tieren können mit Hilfe zahlreicher Wirkstoffe erfolgreich bekämpft werden, so äußerlich mit Hilfe von Sprays, Puder oder einem Spezialhalsband.
Zur inneren Anwendung kommen z.B. Fluralaner oder Spinosad in Frage.
Aber nicht nur das Tier, sondern auch seine Umgebung, wie beispielsweise der Schlaf- oder Aufenthaltsplatz, müssen behandelt werden.

Läuse
Läuse lassen sich prinzipiell in Pflanzenläuse und Tierläuse unterteilen. 
- Kopfläuse, Tierläuse
Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein flügelloses Insekt aus der Ordnung der Tierläuse (Phthiraptera), der Familie der Menschenläuse (Pediculidae) und der Gattung Pediculus, die vier Arten umfasst, von denen zwei Arten  mit ihren Unterarten und zwar die Kopflaus und die Kleiderlaus (Pediculus humanus humanus) den Menschen befallen.
Die Filzläuse bzw. Schamläuse (Phthirus pubis) befallen ebenfalls den Menschen, gehören aber zur  Gattung (Phthirus) und der Familie (Phthiridae).
Der Lebensraum der Kopflaus ist – wie es der Name vermuten lässt -  der menschliche Kopf.  Hier  nehmen sie Blut auf, indem sie mit den messerscharfen Fortsetzungen ihres Kopfes die oberste Kopfhaut des Menschen einritzen und Blut aus einer Kapillare aufsaugen.
Dabei spritzen sie Speichel in die winzige Wunde, um die Blutgerinnung zu verhindern.
Diese zahlreichen winzigen „Wunden“ können sich infizieren und zudem furchtbar jucken.
Besonders Kinder und Jugendliche werden immer wieder in Kindergärten oder Schulen infiziert. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einem Läusekamm oder mit lokal wirkenden Insektiziden. Auch die Einnahme von Pharmaka kann erforderlich werden.
Läuse können den Erreger des Fleckfiebers (Rickettsia prowazekii) oder den Erreger des Fünf-Tage-Fiebers (Bartonella quintana) übertragen – was in Europa jedoch eher unwahrscheinlich ist. Läuse können  etwa 3 mm lang werden.
- Pflanzenläuse, Blattläuse
Die Pflanzenläuse (Sternorrhyncha) sind eine Unterordnung aus der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera) und gehören zur Klasse der Insekten. Von den rund 16.000 Arten aus neun Familien leben etwas weniger als 3.000  auch in Europa.
Bei diesen Tieren handelt es sich um kleine Insekten, die  sich ausschließlich von Pflanzen ernähren. Die Pflanzenläuse werden in folgende vier Großgruppen unterteilt:
- Blattflöhe (Psylloidea)
- Blattläuse (Aphidoidea)
- Mottenschildläuse (Aleyrodoidea)
- Schildläuse (Coccoidea)
Der bekannteste Vertreter der Pflanzenläuse sind  sicherlich die Blattläuse (Aphidoidea), von denen es rund 3.000 Arten gibt, von denen rund 850 in Europa heimisch sind. Sie erreichen eine Größe von maximal 7 mm.
Die Mundwerkzeuge der Pflanzenläuse haben sich zu einem Saugrüssel (Rostrum) umgebildet und bilden im Inneren zwei Kanäle, durch den einen wird Speichel abgegeben und durch den anderen wird die flüssige Nahrung aus der Pflanze angesaugt.
Die meisten Pflanzenläuse gehören zu den Phloemsaugern. Der Phloemsaft ist reich an Kohlenhydraten, aber arm an Proteinen, sodass zahlreiche Pflanzenläuse auf Bakterienarten im Darm als Endosymbionten angewiesen sind.
Die nicht nutzbare Zuckerlösung wird als Honigtau abgeschieden. In zahlreichen Fällen ist es dadurch (konvergent) zur Symbiose mit Ameisenarten gekommen, die den Honigtau nutzen und dessen Lieferanten (v. a. aus den Gruppen der Blattläuse und Schildläuse) pflegen und verteidigen.

Libellen
Die Libellen (Odonata) bilden eine Ordnung in der Klasse der Insekten (Insecta) und der Unterklasse der Fluginsekten (Pterygota). Es gibt von ihnen die folgenden drei Unterordnungen:
- Großlibellen (Anisoptera), die sich in 11 Familien und diverse Gattungen mit rund 2.800 Arten untergliedern
- Kleinlibellen (Zygoptera),  die sich in 19 Familien mit diversen Gattungen mit rund 2.600 Arten untergliedern
- Urlibellen (Anisozygoptera), die sich in drei  Arten einer Gattung untergliedern
Von den insgesamt weit über 5.000  bekannten Arten leben in Mitteleuropa etwa 85.
Davon leben am südlichen Oberrhein etwa 80% aller mitteleuropäischer Libellenarten, so z.B. auch die Azurjungfern.
Die Flügelspannweite der Tiere liegt zwischen 20 und 190 mm.
Die Libellen besitzen die Fähigkeit, ihre beiden Flügelpaare unabhängig voneinander zu bewegen, was es ihnen ermöglicht, abrupt die Richtung zu ändern, in der Luft stehen zu bleiben oder bei einigen Arten sogar rückwärts zu fliegen. Sie erreichen Geschwindigkeiten von ca. 50 km/h.
Libellen findet man in der Nähe von Gewässern, da ihre Larven auf Wasser angewiesen sind. Aber dennoch suchen zahlreiche Arten der Großlibellen ihre Beute auch weiter von den Gewässern entfernt.
Einige Libellenarten findet man auch in den Randgebieten der Städte oder in grünen “Wohnsiedlungen“.
Ihre Beute besteht im Wesentlichen aus anderen Insekten, die sie mit Hilfe ihrer speziell gestalteten Beine im Flug ergreifen.
Erwähnenswert ist, dass die erwachsenen Tiere meist nur wenige Wochen leben, wobei die mitteleuropäischen Winterlibellen (Sympecma)  überwintern und dadurch 10 bis 11 Monate leben.
Libellen stechen nicht und sind auch sonst für den Menschen völlig ungefährlich.
Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) aus der Familie der Edellibellen (Aeshnidae) kommt  in Mitteleuropa häufig vor und steht häufig über Menschen ortsfest in der Luft, die das irrtümlich als Angriffsvorbereitung missdeuten.
Im Jahr 2001 wurde die Plattbauchlibelle (Libellula depressa) in Deutschland zum Insekt des Jahres

Mücken
Mücken gehören in Deutschland ohne Zweifel mit zu den unangenehmsten Insekten.
Wen hat ihr Gesurre nächstens nicht schon halb-verrückt gemacht und nach einem oder mehreren Stichen hat es tagelang gejuckt. Aber bisher sind sie in Deutschland (noch) keine Überträger von Krankheiten, wie zahlreiche Mückenarten in anderen Teilen der Welt.
Die folgenden Mücken-Familien sind blutsaugend:
- Gnitzen (Ceratopogonidae)
- Stechmücken (Culicidae)
- Schmetterlingsmücken (Psychodidae), darunter sind die Unterfamilie der blutsaugenden      Sandmücken (Phlebotominae)
- Kriebelmücken (Simuliidae)
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine Stechmückenart aus der Gattung Aedes und der Familie der Stechmücken. Sie ist ursprünglich in den Tropen von  Süd- und Südostasien sowie in den Subtropen beheimatet, aber nicht zuletzt infolge der Klimaerwärmung hat sie sich in den letzten Jahren bis nach Deutschland hin ausgebreitet. Die Mücke ist der Überträger von Chikungunya- und Denguefieber.
Hinweis
Malaria wird durch die Mückengattung Anopheles aus der Familie der Stechmücken
und Gelbfieber durch Mücken aus der Gattung Aedes oder Haemoagogus, ebenfalls aus der Familie der Stechmücken, übertragen.

Wanzen
Wanzen (Heteroptera) sind Insekten und gehören zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Von den weltweit etwa 40.000 bekannten Arten leben in Europa ca. 3.000.
Es existieren Pflanzensauger, eine Reihe von räuberisch lebenden Arten, aber auch Blutsauger wie die Bettwanze.
Sie leben auf Wiesen, an Waldrändern, im Wald oder  in menschlichen Wohnungen und sind weltweit verbreitet. Dabei bevorzugen die meisten Wanzenarten warme und trockene Regionen. Aber einige Arten bevorzugen auch feuchtere Orte oder Moore, Sand- oder Salzgebiete. Einige Arten aus der Familie Meerwasserläufer (Halobatinae) und der Gattung Halobates leben als einzige Insekten sogar ständig auf dem offenen Meer.
Wanzen bestehen wie alle Insekten aus drei Körperabschnitten, dem Kopf, der Brust und dem Hinterleib. Alle Wanzen besitzen einen Saugrüssel.
- Bettwanzen
Die bekannteste und für Säuger unangenehmste Wanze ist die Haus- bzw. Bettwanze (Cimex lectularius), die zur Gattung Cimex, der Familie Plattwanzen (Cimicidae), der Unterordnung Wanzen (Heteroptera) sowie zur Ordnung Schnabelkerfe (Hemiptera) gehört.
Die Tiere sind sehr dünn und erreichen Körperlängen zwischen 3,5 bis 5,5 mm - vollgesogenen bis zu fast 1 cm. Die Wanzen sind behaart und rotbraun gefärbt.
Die Bettwanze findet man etwa  bis zum 65. Breitengrad und in den Alpen bis zu einer Höhe von etwa 2.000 m, In den Tropen und Subtropen lebt die Unterart Cimex lectularius hemipterus.
Bettwanzen findet man in Städten und dort meist in Wohnungen, aber auch in Ställen sowie in Säugerbauten und Vogelbruthöhlen.
Die nachtaktiven Bettwanzen sind Blutsauger, das sie beim Menschen, an Haustieren, Fledermäusen und Vögeln ausüben. Tagsüber verstecken sie sich in trockenen, spaltenförmigen Verstecken, so gerne in den Holzdecken über Betten, auf die sie sich nachts dann zum Blutsaugen herabfallen lassen.
Die Wanzen sind extrem unempfindlich gegen Kälte und können bis zu 40 Wochen ohne Nahrung überleben. Für ihre Blutmalzeit benötigt sie bis zu zehn Minuten und besitzt danach das bis zu  Siebenfache ihres vorherigen Gewichts.
Nach einem Stich und dem dabei injizierten Speichel kann es bis zu sieben Tagen zu starkem Juckreiz kommen, zudem gelten sie als Überträger zahlreicher Erkrankungen - darunter das Query-Fieber. Bettwanzen leben zwischen  6 bis 12 Monate.
In der letzten Zeit ist es zu einer erneuten Verbreitung dieser Parasiten gekommen, die schwer zu finden und zu bekämpfen sind.
Dabei gibt es neben chemischen Bekämpfungsmittel auch weitere effektive Verfahren, so kann man um Abtöten der Tiere mit speziellen Öfen die Raumtemperatur für ca. zwei Tage auf ca. 55° C erhöhen.
Auf dem Balkan werden seit vielen Jahren abends rund um das Bett Blätter der Bohnenpflanze ausgelegt. Die zum Bett wandernden Bettwanzen bleiben an den mikroskopisch kleinen Blatthärchen hängen. Dort kann man sie am nächsten Morgen einsammeln und möglichst verbrennen. Das wirkt jedoch so nicht, sofern die Tieren sich von der Decke fallen lassen.
- Feuerwanzen
Die Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) gehört zur Familie der Feuerwanzen (Pyrrhocoridae) und ist neben Pyrrhocoris marginatus die einzige Art der Familie, die in Mitteleuropa vorkommt. Für den Laien sehen die Tiere eher wie Käfer aus.
Feuerwanzen erreichen eine Länge zwischen 9 bis 12 mm und besitzen eine auffällige schwarz-rote Färbung. Der Halsschild ist am Rand rot, der in der Mitte einen fast  rechteckigen, schwarzen Fleck besitzt.
In den Alpen findet man die Tiere in Höhen bis etwa 1.000 m. Sie leben gerne in großer Zahl an sonnigen  Plätzen unter Linden, Hibiskus, Eibisch, Robinien oder Malven, deren Samen sie aussaugen. Sie ernähren sich nicht vom Blut von Säugern.
 

Weidenbohrer
Weidenbohrer ist ein großer Nachtfalter aus der Familie der Holzbohrer, der seine Eier in kleine Schnitte oder Wunden der Borke am unteren Teil der Stämme von Weiden, Pappeln sowie Apfel- und Birnenbäumen legt.
Die Raupen leben erst unter der Rinde und bohren sich dann zu allen Seiten hin tiefer in das Holz. Die Entwicklung dauert 4 Jahre. Erkennen kann man die vom Weidenbohrer befallenen Bäume u.a. an den stark nach Essig riechenden Bohrlöchern und den rötlichen Sägemehlanhäufungen am Boden.
Verbreitet ist er in ganz Europa mit Ausnahme von Nordskandinavien. Im alten Rom galt die Raupe als Delikatesse.

Wespen
Die Echten Wespen (Vespinae) sind eine Unterfamilie der Faltenwespen (Vespidae) und der Familie der Faltenwespen mit weltweit 60 Arten.
Alle mitteleuropäischen Arten sind an ihrer auffallenden schwarz-gelben Färbung zu erkennen, wobei bei einigen Arten wie der Hornisse Rot- oder Rotbrauntöne hinzukommen.
Echte Wespen bilden „Staaten“ mit einer Königin oder leben parasitär als Kuckuckswespen. Die echten Wespen unterteilen sich in die folgenden Gattungen mit den entsprechenden Arten:

- Hornisse (Vespa crabro)

- Mittlere Wespe (Dolichovespula media)
- Waldwespe (Dolichovespula sylvestris)
- Waldkuckuckswespe (Dolichovespula omissa)
- Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica)
- Norwegische Wespe (Dolichovespula norwegica)
- Falsche Kuckuckswespe (Dolichovespula adulterina)

- Rote Wespe (Vespula rufa) - Österreichische Kuckuckswespe (Vespula austriaca)
- Gemeine Wespe (Vespula vulgaris)
- Deutsche Wespe (Vespula germanica)

Die echten Wespen ernähren sich überwiegend von Früchten, Nektar, Pollen oder Pflanzensäften, aber auch von Insekten. Beim Menschen findet man sie u.a. auf Süßigkeiten oder süßen Getränken.
Ihre Larven füttern sie mit dem Fleisch von totem Getier oder von erbeuteten Kleinstlebewesen. Wespenstiche können recht schmerzhaft oder auch juckend sein. Kratzen sollte man vermeiden.
Nach dem Stich ziehen sie ihren Stachel – im Gegensatz zu Bienen - wieder heraus. Gefährlich können die Stiche jedoch werden, sofern man eine Wespe verschluckt und es  nach einem Stich zur Verengung der Luftröhre kommt.
Für Allergiker allerdings kann ein Wespenstich lebensgefährlich sein. Es ist das Beste, nicht zu versuchen, die Tiere mit wilden Arm- und Handbewegungen oder mit Gegenständen wie Lappen und Handtücher zu verscheuchen – das macht sie nur aggressiv.

Westliche Honigbiene
Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist eine Bienenart aus einer großen Gruppe unterschiedlicher Gattungen und Familien. Die Honigbiene entwickelt - im Gegensatz zu den einzeln (solitär) lebenden Wildbienen, die die Mehrheit der Bienen bilden – sozial lebende Bienenvölker mit einer Königin.
Bienen ernähren sich von süßen Pflanzensäften – insbesondere  von Nektar sowie von Pollen . Bei der Nahrungssuche bestäuben sie zudem eine Reihe von Pflanzen, die ohne sie sich nicht vermehren können.
Daher wird das Bienensterben durch Viren und Insektizide mit großer Sorge betrachtet.
Der von ihnen produzierte Honig wird von den Imkern entnommen und verkauft.
Mittlerweile gibt es in den Städten zahlreiche Hobbyimker, die sogar auf Hochhausdächern  Bienenstöcke anlegen.
Ein Bienenstich kann sehr schmerzhaft sein und für Allergiker sogar lebensbedrohlich werden.
Bei einem Stich wird der Hinterleib der Biene herausgerissen und das Tier stirbt danach.
Besonders gefährlich ist es, das Tier zu verschlucken und Opfer eines Stichs im Rachenraum zu werden, was zum Ersticken führen kann.

Zecken
Die Zecken (Ixodida) sind eine Ordnung der Milben (Acari). Es gibt die folgenden drei Familien:
- Lederzecken (Argasidae)
- Schildzecken (Ixodidae)
- Nuttalliellidae
Es gibt insgesamt rund 900 verschiedene Zeckenarten, wobei alle  blutsaugend sind und teilweise gefährliche Krankheiten übertragen
Erwähnenswert sind besonders ihre Mundwerkzeuge, mit deren Hilfe die Zecke beim Saugvorgang das Gewebe ihres Opfers mit den kleinen Kapillargefäßen aufreißt. Das sich daraufhin angesammelte Blut wird anschließend aufgesaugt.
Der Körper der weiblichen Schildzecken, die mit dem Blut des Opfers ihren Nachwuchs nährt, kann dabei bis auf das Hundertfache ihres ursprünglichen Gewichts anschwellen - bei einer Volumenvergrößerung bis zum Zwanzigfachen.
Beim Saugvorgang gibt die Zecke ihren Speichel in die Wunde des Opfers ab und verhindert das Zusammenklumpen der Blutplättchen und somit eine Blutgerinnung.
Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannteste Art aus der Gattung der Ixodes und der Familie der Schildzecken.
Diese Zecke bevorzugt neben Wild- und Haustieren auch den Menschen als Wirt.
Der Holzbock kann die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.
Da sein Saugvorgang viele Tage dauern kann, ist auch Stunden nach dem Biss (Stich) noch nicht unbedingt mit einer Infektion zu rechnen.
Bei den Lederzecken dagegen  dauert der Saugvorgang nur 30 bis 60 Minuten. Die bekannteste Art aus der Familie der Lederzecken ist die Taubenzecke (Argas reflexus), die Tauben als Wirt bevorzugt. Selten sucht sie auch Menschen als Wirt

Spinnentiere

Der Ammen-Dornfinger und die Wasserspinne  sind die beiden einzigen giftigen Spinnen in Deutschland.

Ammen-Dornfinger

Der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) ist zusammen mit der Wasserspinne (Argyroneta aquatica) die einzige Spinne Deutschlands deren Biss folgenreich sein kann. Sie lebt vorwiegend im Südwesten und im Nordosten des Landes.
Ein Biss ist für den Menschen jedoch nicht lebensbedrohlich – von Allergikern abgesehen - und  ähnlich schmerzhaft wie ein Wespenstich und ist mit Rötungen und Schwellungen verbunden.
Schwere Verläufe mit Schüttelfrost, Erbrechen oder gar Kreislaufversagen sind selten.
Nach etwa einem Tag sind die Symptome in der Regel wieder abgeklungen.
Die Spinne erreicht eine Körperlänge  bis zu ca. 1,5 cm, wobei die Weibchen etwas größer werden als die Männchen. Ihr Vorderkörper ist rot-orange gefärbt.

Wasserspinne
Die Wasserspinne (Argyroneta aquatica) ist zusammen mit dem Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium)  die einzige Spinne Deutschlands, deren Biss folgenreich sein kann.
 Da sie sich aber gern in Moorgebieten aufhält, kommt sie mit dem Menschen nur sehr selten in Kontakt. Ihr Biss ähnelt dem eines Wespenstichs.

Kreuzspinne
Die Kreuzspinne ist eine der häufigsten Spinnen in Deutschland und es gibt sie fast überall. Sie gehört zur Familie der Radnetzspinnen und die Färbung variiert zwischen hellbraun und schwarz.
Ihr Kenzeichen ist das immer vorhandene deutliche weiße Kreuz auf dem Hinterleib. Die Weibchen sind mit ca. 20 mm größer als die Männchen, die nur ca. 11 mm groß werden.
Die Kreuzspinne hält sich vor allem an Waldrändern, in Hecken und in Gärten auf. Ihre Nahrung besteht u.a. aus Schnacken und Fliegen. Die bekannteste Art der Kreuzspinnen ist die Gartenkreuzspinne.
Die Kreuzspinne gilt zwar als giftig, aber selbst wenn ihr Biss die menschliche Haut durchdringt, was eher selten der Fall ist, ist das Gift für den Menschen absolut harmlos. Allerdings ist der Biss schmerzhaft.

Käfer

Bienenwolf
Wie der Name schon verrät, ernährt er sich von Honigbienen, indem er sie an Pflanzen durch einen Stich gelähmt und zu seinem Nest transportiert.
Dort wird in die Biene ein Ei gelegt und es werden immer weitere Bienen zugefügt, die der schlüpfenden Larve schließlich als Nahrung dienen.
Der Bienenwolf wird 15 bis  16 mm lang und hält sich in trockenwarmen und sonnigen Habitaten auf. Sein Nest baut er dicht über dem Boden an Steinen oder Pflanzestängel.

Hirschkäfer
Der größte europäische Käfer ist der Hirschkäfer, bei dem die Männchen 7,5 cm lang werden, wobei man die Zangen, die an ein Geweih erinnern, mitrechnet. Diese kommen allerdings nur bei den Männchen vor. Seine Flügeldecken sind kastanienbraun, die Beine, der Kopf und die Brust schwarz gefärbt.

Er lebt von Baumsäften, die aus Rindenspalten oder Baumwunden austreten. Finden kann man in häufig in der zweiten Junihälfte, wobei er sich mit Vorliebe an Eichen, aber auch an Laub- oder Obstbäumen aufhält.
Der Hirschkäfer ist trotz seiner Größe flugfähig und steht unter Naturschutz.

Maikäfer
Maikäfer (Melolontha) sind eine Gattung von Käfern aus der Unterfamilie Melolonthinae und der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Es gibt von der Gattung Maikäfer folgende drei Arten:
- Feldmaikäfer (Melolontha melolontha)
- Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani)
- Melolontha pectoralis  (kein deutscher Name bekannt)
Der am weitesten verbreitete Maikäfer in Mitteleuropa und auch in Deutschland ist der Feldmaikäfer. Den Waldmaikäfer findet man eher in Nord- und Osteuropa sowie in einigen sandigen Wäldern und Heideflächen in Deutschland, wie beispielsweise in den sandigen Gebieten des Oberrheins.
Der Melolontha pectoralis ist sehr selten geworden und kommt nur noch hier und da in Südwestdeutschland vor. Die Tiere erreichen, je nach Art, eine Größe zwischen 20 und 30 mm, wobei der Feldmaikäfer der größte ist. Ihre Flügel sind braun, das Halsschild schwarz und die Seiten schwarz-weiß gefleckt.
Ihre Fühler weiten sich an den Enden und weisen eine charakteristische Lamellenform auf. Deshalb gehören die Tiere zur Familie der Blatthornkäfer. Das Männchen stirbt nach der Begattung, das Weibchen nach der Eiablage, wobei das Weibchen 10 bis 100 Eier meist in feuchten Humusböden ablegt.
Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen daraus die Engerlinge, die bis zu 4 Jahre im Boden verbleiben.. Nach Beendigung der Metamorphose aus den Engerlingen gräbt sich der Maikäfer zwischen April und Mai aus dem Erdboden und ernährt sich überwiegend von den Blättern von Eichen und Buchen und Hainbuchen.
Wegen ihres Eiweißreichtums werden sie gerne von Dachsen, Wildschwein und zahlreichen Vögeln und Fledermäusen verspeist. Ihre Larven (Engerlinge) gelten als Schädlinge, da sie die Wurzeln der Bäume abfressen, was den Tod der Bäume bedeuten kann.
Während die Käfer die Blätter abfressen, wovon sich die Bäume jedoch erholen können. Noch bis in die 1950er Jahre wurden Maikäfer als Hühnerfutter genutzt, wurden aber auch in Frankreich und in Teilen Deutschlands geröstet und als Maikäfersuppe gegessen.
Und gezuckert oder kandiert wurden sie sogar als Nachtisch angeboten Und noch heute gibt es Maikäfer aus Schokolade und Beinen aus Papier zu kaufen.
Der Maikäfer kommt u.a. im 5. Streich in Wilhelm Buschs (1832-1908)  Max und Moritz vor, wo sie dem Onkel Fritz Maikäfer ins Bett gelegt hatten.
Und die Kinder sangen während des Zweiten Welkriegs den folgenden Reim:
Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg,
deine Mutter ist in Pommernland und Pommernland ist abgebrannt. Maikäfer flieg!

Marienkäfer
Die Marienkäfer (Coccinellidae) sind eine weit verbreitete Familie von  Käfern, deren Deckflügel eine unterschiedliche Anzahl von auffälligen Punkten aufweisen. Viele Arten ernähren sich von Blatt- und Schildläusen sowie von Spinnmilben.
Der bekannteste Marienkäfer in Deutschland ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata). Seine rote  Farbe stammt vom  Lycopin, das beispielsweise auch die Tomaten rot färbt sowie vom α- und β-Carotin. Die schwarze Farbe stammt vom Melanin
Weitere erwähnenswerte Arten sind der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata), der Licht-Marienkäfer (Calvia decemguttata), der in der Nacht durch Lichter angelockt wird, oder der Vierundzwanzigpunkt (Subcoccinella vigintiquatuorpunctata)
Die Körpergröße der Käfer reicht von etwa 1 bis 12 mm.
Ihre Rückenseite ist rot oder gelb, während der  Kopf, die Brust sowie die Unterseite meist schwarz gefärbt sind – selten auch hellbraun oder rostbraun.

Rosenkäfer
Der Rosenkäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer und ist im Jahre 2000 zum Insekt des Jahres gewählt worden. Der oben grüngold und unten rotgold gefärbte Käfer hat miteinander verwachsene Flügeldecken, doch seitliche Ausbuchtungen ermöglichen das Ausbreiten der Hautflügel, so dass der Käfer trotz geschlossener Flügeldecken fliegen kann.
Die Larve lebt im Humus oder in weichen Holzresten von Eichen, Weiden oder Pappeln, der 14 bis 20 mm große Käfer ernährt sich von süßen Pflanzensäften, aber auch von reifen Früchten.
Trotzdem verursacht er keinen Schadfraß. Der geschützte Rosenkäfer fliegt von April bis September.

Weinbergschnecken

An sich gehören Schnecken nicht zu der hier dargestellten Thematik. Da sie aber sehr bekannt sind und streng geschützt sind, haben wir sie hier dennoch beschrieben
Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) gehört zur Gattung Helix und zur Familie der Schnirkelschnecken (Helicidae).
Eine Weinbergschnecke kann bis zu 10 cm lang werden, bei einem Gewicht bis zu 30 g. Ihr braungefärbtes Gehäuse erreicht einen Durchmesser von 3 bis 5 cm.
Sie lebt in lichten Wäldern, Gebüschen, und dort vor allem auf kalkreichen und nicht zu trockenen Böden.
Das wärmeliebende Tier ist standorttreu und ist die in Europa am weitesten verbreitete Art aus der Gattung Helix.
Nachdem sie sich einen Vorrat angefressen haben, verkriechen sie sich im Winter in der Erde, wo sie in ihrem Schneckenhaus die Zeit in einer Art Kältestarre verbringen.
Die Weinbergschnecken sind nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen streng geschützt. Daher stammen Weinbergschnecken als Lebensmittel meist aus Schneckenzuchtanlagen.
Normalerweise wird ein halbes oder ganzes Dutzend von ihnem im Backofen zubereitet und als Vorspeise in speziellen "Schneckenpfännchen“ mit Kräuterbutter serviert und mit Hilfe einer speziellen Gabel aus dem Gehäuse gepult.
In Deutschland erhält man sie allerdings kaum noch.

 

Falter, Schmetterlinge

Trauermantel, Schwalbenschwanz, Große Schillerfalter
Die häufigsten Schmetterlinge sind der Trauermantel, der zu den größten europäischen Schmetterlingsarten zählt, der Schwalbenschwanz und der Große Schillerfalter.

Die Flugzeit des Trauermantels beschränkt sich auf die Zeit zwischen Juni und September. Man findet ihn in offenen und leicht bewaldeten ländlichen Gegenden, in Parks und besonders an Flussufern und kleineren Flüssen.

Die Raupen des Trauermantels ernähren sich von den Blättern des Weidenbaumes. Sein Vorkommen beschränkt sich auf das südliche Spanien, die Mittelmeerinseln und Europa. Der Schwalbenschwanz ist nicht nur einer der größten einheimischen Schmetterlinge, sondern auch einer der schönsten. Mit seiner Flügelspannweite von etwa 9 cm fliegt er sehr schnell. Zu seiner Nahrung gehören Wilde Möhre, Dill und Karottenkraut. Dadurch, dass seine Raupen und Eier dem Mähen von Waldwiesen zum Opfer fallen, gilt diese Art als gefährdet, aber noch nicht vom Aussterben bedroht.

In Deutschland ist er allerdings geschützt. Beobachten kann man ihn fast überall, sofern es ein freies und weitläufiges Gelände ist. In den Wäldern hält er sich nicht auf.
Außer in Europa kommt der Schwalbenschwanz auch in Afrika, Asien und Nordamerika vor. Tagpfauenauge

Admiral
Den Admiral aus der Familie der Edelfalter findet man oft auf Sommerflieder und im Herbst auf faulenden Früchten und Efeublüten.

Apollofalter
Fliegend kann man den Apollofalter von Anfang Juni bis August erleben.

Russischer Bär, Gemeines Blutströpfchen
Beides sind sehr auffällige Schmetterlinge. Der Russische Bär aus der Familie der Bärenspinner wird auch als Spanische Flagge bezeichnet. Die Vorderflügel sind schwarz-braun mit weiß-gelben Streifen, die Hinterflügel rot mit großen schwarzen Flecken. Die Flügelspannweite beträgt 42 - 52 mm, wobei die Männchen kleiner als die Weibchen sind. Dieser tagaktive Schmetterling bevorzugt warme, sonnige, oft sandige und steppenartige Gebiete, ist aber auch im buschigen Heckengelände zu finden. Die Flugzeit liegt zwischen Mai und Juli.
Das gemeine Blutströpfchen aus der Familie der Widderchen ist ebenfalls auf trockenen Wiesen, sonnigen Hängen und Waldlichtungen zu Hause. Die Spannweite der Flügel umfasst 30 - 40 mm, wobei die Vorderflügel durch die sechs roten Flecken auf grünschwarzem Grund sehr auffällig gefärbt sind, was auf die Ungenießbarkeit des Schmetterlings hinweisen und ihn so vor Fressfeinden schützen soll. Das Gemeine Blutströpfchen ist in ganz Europa und auch in Teilen Asiens verbreitet. 

Kaisermantel, Schiller-  und Aurorafalter
Raritäten sind der Große Schillerfalter und der Große Fuchs. Der Apollofalter aus der Familie der Ritterfalter zählt zu den gefährdesteten Arten in Deutschland, da es u.a. ein international begehrtes Sammelobjekt ist. Er hat dünn beschuppte und stellenweise durchsichtige weiße Flügel mit schwarzen Flecken und rotgefüllten Ringen.

Tagfalter
Der Tagfalter lebt an blumenreichen Magerrasen und Felsfluren zwischen Weinbergen. Finden kann man ihn an nektarreichen Saugpflanzen wie Disteln, Flockenblumen und Skabiosen. Mit 7 cm Flügelspannweite gehört er zu den größten heimischen Tagfaltern. Die behaarte Raupe lebt auf felsigen Hängen mit verschiedenen Fetthennen-Arten, an Geröllhalden sowie an Weinbergsmauern. 

Zitronenfalter
Der Zitronenfalter

Passionsspiele in Oberammergau

Historie der Spiele

Oberammergau ist eine Gemeinde mit rund 5.200 Einwohnern in Oberbayern im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Einer der bedeutendsten Söhne der Stadt ist sicherlich der hier geborene Schriftsteller und Satyriker Ludwig Thoma (1867-1921).
Im Jahr 1633 - während der Zeit des "Dreißigjährigen Krieges", kamen in dem kleinen Ort Oberammergau bei Berchtesgaden rund 80 Menschen infolge einer Pestepidemie ums Leben. Um von weiteren Opfern verschont zu werden, versprachen sie Gott, regelmäßig ein Passionsspiel aufzuführen, sofern er sie fortan von dieser Geisel verschonen würde. Der Überlieferung nach, soll es nach dem Versprechen in Oberammergau zu keinen weiteren Opfern durch die Pest gekommen sein.
Bereits zu Pfingsten im Jahr 1634 wurde das Gelübde eingelöst und es wurde auf einer Bühne - die auf dem Friedhof über den Gräbern der Pesttoten errichtet war - das „Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus“ aufgeführt. Im Jahr 1680 wurde vom Gemeinderat der noch heute gültige Zehnjahresrhythmus beschlossen. Im Jahr 1770 wurden im Zuge der Aufklärung in Bayern (und nicht nur dort) alle Passionsspiele verboten. Und erst 1780 wurde für Oberammergau eine Ausnahme - allerdings mit einer Reihe von Auflagen - erteilt. So wurde die Passion des Paters Ferdinand Rosners (1709-1778) von 1750 durch den Ettaler Benediktiner Magnus Knipfelberger (1747-1825) umgeschrieben und in "Das Alte und Neue Testament" umbenannt. Erst im Jahre 1800 wurden die Restriktionen aufgehoben und Oberammergau erhielt das Privileg, wieder Passionsspiele aufzuführen.
Aber 10 Jahre später, im Jahr 1810, erklärte der Minister Maximilian Graf Montgelas das Oberammergauer Privileg von 1810  für erloschen, sodass in diesem Jahr keine Aufführungen stattfanden.
Bereits 1811 wurde das Passionsspielverbot aufgrund einer Neufassung der Texte durch den Ettaler Pater Dr. Othmar Weiß (1769-1843) wieder aufgehoben. Unter König Ludwig I. von Bayern (1786-1868) wurde die Bühne von ihrem alten Platz auf dem Friedhof an den Nordrand des Dorfes verlegt. Im Jahr 1840 besuchten rund 124.000 Menschen die 40 Veranstaltungen.
Im Jahr 1934 gab es nach den Spielen von 1930 zum 300-sten Jubiläum eine Sondervorstellung in der neuerbauten Zuschauerhalle mit rund 5.200 Plätzen. Adolf Hitler besuchte die Spiele und erklärte sie für "Reichswichtig"!
 Im Jahr 1990 musste sogar das bayerische Oberlandesgericht sich mit der Frage befassen, ob auch ältere und/oder verheiratete Frauen an den Spielen teilnehmen dürfen. Das Gericht bejahte die Frage! 
Die Spiele 2000 im 40. Spieljahr brachten unter der Leitung  von Christian Stückl die größten textlichen Veränderungen seit 1860. Besonders wurden durch ihn antijüdische Textstellen gestrichen bzw. umgeschrieben. Die Spiele wurden von rund 520.000 Menschen aus der ganzen Welt besucht. Etwas weniger als 70% der Besucher kamen dabei nicht aus Deutschland.

Die Spiele 2010

Bei den Spielen 2010 - dem 41. Spieljahr - nehmen über 500 Einwohner von Oberammergau teil und damit ein großer Teil der Einwohner. Die Premiere findet am 15. Mai 2010 in Oberammergau statt und endet am 3. Oktober nach insgesamt 102 Vorstellungen. Die Bühne ist eine Freilichtbühne mit einem überdachten Zuschauerraum.
Der Hauptdarsteller des Passionsspiels der letzten fünf Tage im Leben von Jesus ist "Frederik Mayet"  - er spielt den Jesus. Mayet probt seit November 2009 nahezu jeden Tag und musste für die Zeit der Spiele seinen Beruf als Pressesprecher eines Münchner Theaters aufgeben. Um sich besonders gut auf die Rolle vorbereiten zu können, war er sogar in Jerusalem, um beispielsweise den letzten Weg von Jesus zur Hinrichtungsstelle - die via dolorosa - selber zu begehen.

Kartenbestellung
(kein Publikumsverkehr)
Seidlstraße 30
80335 München
Tel. 0049 - (0)180 - 54 81 81 81 

Oberammergau und DER Reisebüro oHG
Geschäftsstelle Passion 2010

Eugen-Papst-Straße 9a 
82487 Oberammergau
Tel.: 0049 - (0)8822 - 9231-0
Fax: 0049 - (0)8822 - 9231 / 52
E-Mail: info@passionsspiele2010.de
Montag bis Donnerstag: 9.00 bis 16.00 Uhr
Freitag: 9.00 bis 13.00 Uhr

Pflanzen

Bäume und Wald, Übersicht

Weltweit gibt es rund 60.000 verschiedene Baumarten.
In Deutschland sind rund 114.000 km² (32%) des Landes von Wald bedeckt, wovon 48% sich in Privatbesitz befinden, 29% sind im  Besitz der Bundesländer, 19% in kommunalen Besitz oder der  Kirchen sind und 4% sind im Besitz des Bundes.
Unter Wald versteht man in der Botanik eine von Bäumen geprägte Vegetation. oder nach $ 2 des Bundeswaldgesetzes Jede mit mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche,""
Rund 55,5% der Waldbäume sind Nadelbäume und 44,5% Laubbäume. Die häufigsten einheimischen Baumarten, die den Wald in Deutschland prägen, sind:
- Fichten mit rund 25%
- Kiefern mit rund 22%
- Buchen mit rund 15%
- Eichen mit  rund 10%
- Birken mit  rund 5%
- Erlen mit  rund 2,5%
- Eschen mit rund 2,5%
- Eingeführte Baumarten umfassen etwa 5% des Waldes, darunter die Douglasie mit 2%, die Japanlärche mit 0,8% und die Roteiche mit 0,5%.

Der für Deutschland charakteristischste Baum ist die Eiche, obwohl sie nur der vierthäufigste Baum  ist. Besonders in den Mittelgebirgen findet man Eichen-Buchen-Mischwälder als natürliche Vegetation.
Im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Erzgebirge und im Harz treten dagegen Tannen- und Fichtenwälder hervor. Im norddeutschen Tiefland wachsen vor allem Kiefern und Fichten, sowie die für das Gebiet typischen Heidepflanzen. In den Moorgebieten wachsen Birken und Kiefern.
In Süddeutschland gedeihen normalerweise Laubmischwälder, die aber vielfach durch Fichtenwälder ersetzt worden sind. Typisch sind auch Linden und Hainbuchen. In den Flussauen trifft man vor allem auf Erlen, Pappeln, Birken und Weiden.

Norddeutschland

An der kann man die verschiedensten Pflanzenarten finden, wie Schlickgras, Andelgras, Strandaster, Strandnelke und den Queller. Dieser bedeckt große Flächen der Wattenmeerküste knapp unterhalb der Hochwasserlinie, kommt aber nur zwischen April und Oktober vor. Er wird zwischen 5 und 30 cm groß und gehört mit seinen dicken und fleischigen Blättern zu den Salzpflanzen. Keine andere Pflanze kann einen höheren Salzgehalt aushalten. Kurz vor dem Absterben im September verfärbt sich der grüne Queller rot. Strandhafer wird extra angepflanzt, um mit seinen langen Wurzeln den losen Sand zu halten, und er ist somit ideal zur Befestigung von Dünen geeignet.
An der Haseldorfer Binnenelbe wächst Schilf, Simsen und die Gelbe Schwertlilie. Eine Besonderheit ist die rotbraune Schachblume, die nur wenige Tage im Jahr geöffnet ist. Diese giftige Zwiebelpflanze wird 15 - 35 cm hoch und blüht zwischen April und Mai. Das Besondere an ihr ist die glockenförmige, purpurfarbene Blüte mit dem auffälligen Schachbrettmuster auf den Kronblättern, dem die Blume auch ihren Namen zu verdanken hat. Man findet sie hauptsächlich auf feuchten und teilweise überschwemmten Wiesen. Da ihr durch die Trockenlegung aber Lebensraum entzogen wird, ist sie sehr selten geworden. I findet man auch den Salomonsiegel und die Färbescharte.

wurden mehr als 80 verschiedene Pflanzenarten gezählt. Dazu gehören u.a. die Glocken-, Besen- und die Rosmarinheide, Moosbeeren, der Englische Sonnentau sowie der gelb-blühende Beinbrech.

Im Norden Deutschlands wachsen auch verschiedene Moor- und Heidepflanzen wie Torfmoose, Pfeifengras, der geschützte Gagelstrauch und die Moorbirke. Sie wird bis zu 20 m hoch und unterscheidet sich von der Hängebirke durch ihre aufsteigenden Äste. Typisch für alle Birken sind die sich im Frühjahr bildende hängende und gelbbraune Kätzchen. Überwiegend wächst die Moorbirke auf feuchten und saueren Böden. Außer in Europa ist sie auch in Skandinavien und Nordasien verbreitet.
Seltene Pflanzenarten sind das dunkelpurpurne Blutauge, der Gemeine Froschbiss und der fleischfressende Rundblättrige Sonnentau, welcher auch zu den Heilpflanzen gehört. Er bildet eine bodenständige Rosette von 2-10 cm Durchmesser aus, die mit zahlreichen haarfeinen rötlichen Tentakeln besetzt ist. Diese wiederum sind mit einem klebrigen Sekret besetzt, der an schimmernde Tautropfen erinnert. Insekten, die ihren Durst stillen wollen, bleiben an dem "Tautropfen" kleben und werden durch die sich biegenden Fangarme in die Mitte gedrängt. Schließlich sondert die Pflanze einen Verdauungssaft ab, mit dem das Insekt aufgelöst wird.


An der Ostseeküste wächst der Sachsenwald mit Eichen, Fichten, Japanlärchen, Buchen und Birken. Dominierend ist der Buchenwald.
In Mecklenburg-Vorpommern haben windzerzauste und verkrüppelte Buchen einem Wald seinen Namen gegeben. In diesem "Gespensterwald" wachsen neben den merkwürdig aussehenden Buchen auch Waldorchideen, die grünliche Waldhyazinthe und das Stattliche Knabenkraut.
In Mönchhagen steht die älteste Eibe Norddeutschlands, die Mönchhagener Eibe. Man schätzt sie auf ca. 500 Jahre. Normalerweise sind Eiben schlank und buschartig wachsend, diese aber hat einen Stammumfang von 3,51 m. Allerdings muss der Stamm wegen des hohen Alters mit zwei Eisenspangen und einigen Betoneinlagen geschützt werden.
Andere Pflanzenarten sind der Ehrenpreis, der Wasserstern, die Schwanenblume, der Stranddreizack, der sehr seltene Pillenfarn und der dunkelrote Sandmohn. Selten ist auch die giftige Stechpalme, auch Ilex genannt, die eine Höhe von 6 m erreichen kann. An der Ostseeküste wachsen auch Pflanzen wie der Siebenstern, der Bergahorn, der Adlerfarn sowie die im Frühling vorkommenden Waldveilchen, Waldmeister und die Vogelbeere. Diesen auch in Nordeuropa und Westasien beheimateten Baum kennt man auch unter den Bezeichnungen Eberesche, Quitsche, Drosselbeere oder Krametsbeere. Der Baum wird im Durchschnitt bis zu 1 m hoch und wird gern in Gärten und Parkanlagen als Zierbaum angepflanzt. Seinen Namen hat er seinen orange- bis rotfarbenen Früchten zu verdanken, die gerne von Vögeln gefressen werden, besonders von Krammetsvögeln und Wachholderdrosseln. Entgegen der häufigen Annahme sind die Früchte für den Menschen nicht giftig, jedoch ungenießbar, da ihr Geschmack von Apfelsäure und Gerbstoffen bestimmt wird.

Mitteldeutschland

An der Lüneburger Heide wachsen zahlreiche Wacholderbüsche, hohe Kiefern und Birken sowie typische Moorpflanzen wie Wollgras, Torfmoos, Sonnentau und die Moosbeere.
Seit dem Jahr 1907 ist der Urwald Sababurg im Weserbergland ein Naturschutzgebiet, in dem man den Adlerfarn finden kann sowie 400-jährige Buchen, Fichten, Holunder und Ebereschen. Eine Besonderheit stellen die 800-jährigen Eichen dar. Außerdem wachsen auch Eiben und zahlreiche Orchideen wie das Schwertblättrige Waldvögelein in dem Schutzgebiet. Bei Ebersnacken trifft man auf verschiedene Nadelhölzer, zu denen auch die Douglasfichte gehört.
Eine Besonderheit sind die Süntelbuchen, von denen es nur noch ganz wenige Exemplare gibt. Sie zeichnen sich durch einen kurzen, spiralig gedrehten Stamm und schlangenförmig gewundene, zum Teil rückwärts wachsende Äste aus, die zugewachsene Schlingen bilden können. Diese Bäume wachsen mehr in die Breite als in die Höhe, so dass sie etwa nur 5 m hoch werden und die Krone breit und verflochten ist. Diese Sonderform der Rotbuche ist vererbbar, aber die Süntelbuchen sind vom Aussterben bedroht. Im Mittelalter wurden sie als verwunschen oder vom Teufel verdorben angesehen. Aus diesem Grund wurden viele der einzigartigen Bäume gefällt, so dass heute nur noch wenige der Süntelbuchen übrig sind. Im 19. Jahrhundert waren sie im Süntelgebirge im Weserbergland verbreitet, woher wahrscheinlich auch ihr Name stammt. Die größte Süntelbuche der Welt steht heute in Gremsheim bei Bad Gandersheim.

Im Harzgebiet trifft man auf Pflanzen, an denen man die Spuren der Eiszeit verfolgen kann. Dazu gehören die Rentierflechte (Isländisches Moos), die Zwergbirke, die nur ca. 50 cm groß wird, und der Siebenstern.
Die mittleren und tiefen Lagen sind mit Fichten und Buchen dicht bewaldet. Mitte Juni findet man Trollblumen, den Waldstorchenschnabel, den Bärwurz und zahlreiche Wiesenblumen. Typisch für den Harz sind das Schmalblättrige Weidenröschen und der Rote Fingerhut.

sind noch alte Laubwaldbestände, die aus Buchen, Eichen, Linden, Kastanien, Eschen und Hainbuchen bestehen. Außergewöhnlich ist die Kaiser-Lothar-Linde, die hinter dem Kaiserdom von Königslutter im Hof des Niedersächsischen Landeskrankenhauses steht. Bei einer Höhe von nur etwa 20 m hat sie einen Stammumfang von 15 m. Da sie vom Kaiser Lothar III gepflanzt worden sollen sein, schätzt man ihr Alter auf 850 Jahre.
Ebenfalls recht alte Bäume sind die Tannen im Wolfsbachtal, die über 50 m hoch und zwischen 300 und 350 Jahren alt sind. Ihr Stammdurchmesser beträgt 1,5 m.
trifft man auf eine Pflanze, die sowohl an Land wie auch auf dem Wasser gedeiht, den Seeknöterich.
wachsen die Bergdistel, die geschützte Feuerlilie und die Küchenschelle. Extrem selten ist der Steife Lauch.

wachsen neben Kirschbäumen hauptsächlich Erlen, Eichen, Pappeln, Weiden und Schlingpflanzen. Man trifft auch auf die Ährige Teufelskralle, die Gemeine Flockenblume, die 1,30 m hoch werden kann, und die Europäische Trollblume, die man auch als Goldknöpfchen oder Kugelranunkel kennt.
Viele seltene Pflanzen wachsen . Dazu gehören der Türkenbund, die Bergflockenblume, das Blutauge, der Bachnelkenwurz, der Alpenmilchlattich, der Gebirgshahnenfuß und die Grüne Waldhyazinthe.
Im Leutratal wächst die schönste Orchidee Deutschlands, der Rotbraune Frauenschuh. Sie wird zwischen 20 und 60 cm groß, und ihre Holzschuhen ähnelnden Blüten sind goldgelb und purpur-blau geadert. Sie wächst vor allem in lichten Mischwäldern sowie an Wald- und Gebüschrändern. Diese Orchidee ist in den Alpen, den Pyrenäen und in Norwegen verbreitet und sehr selten.
Andere Orchideen sind das seltene Purpurknabenkraut, das Waldvögelein, die Bocksriemenzunge sowie der Fliegen-, Bienen- und der Spinnenragwurz.
Auf der Roten Liste stehen das Frühlingsadonisröschen, die violette Königskerze, die Nacktstängel-Schwertlilie und die Pyramidenorchis.
Eine Rarität ist die sehr seltene Wildtulpe. Das 20 - 40 cm große Zwiebelgewächs blüht mit gelben Blüten zwischen April und Mai. Um zu gedeihen braucht die Wildtulpe Lehm- und Kalksteinböden, Gebüsche oder Baumgärten.

Westdeutschland

Die Wisseler Dünen werden durch das Silbergras davor geschützt, sich wieder in Bewegung zu setzen. Diese Pflanze hat das Aussehen igelförmiger Haarbüschel und ihren Namen von den im Licht silbrig glänzenden Fruchtständen. Das Silbergras wächst sehr langsam und blüht im Juni mit rosa Blüten. Es gibt diese Pflanze ganzjährig im lockeren Sand, wobei sie Sandtemperaturen von 60°C ertragen kann. Das Silbergras ist als gefährdet eingestuft.
Weitere Pflanzen am Altrheinarm sind die Seekanne, die Seerose, die Schwanenblume, Moorbirken, Topfmoos, die Rosmarinheide und die Moosbeere. Das ebenfalls hier wachsende Wollgras aus der Familie der Zyperbinsengewächse ist eine Sumpfpflanze und trägt zur Verlandung von Mooren und flachen Gewässern bei. Es hat silbrig-weiße Blüten und baumwollartige Fruchtstände, denen er auch seinen Namen verdankt.
Im Naturschutzgebiet Leppeaue trifft man auf Weiden, Erlen, Röhricht und die Großseggenriede. Die Hees beherbergt Stiel- und Taubeneichen, sowie Birken und Buchen. 100-jährige Sandbirken wachsen im Reichswald. Sie haben einen schlanken und biegsam Stamm mit einem Durchmesser von ca. 80 cm. Ihre Rinde ist heller und glänzender als die vieler anderer Birkenarten, daher werden sie auch als "Weißbirken" bezeichnet.
Interessant sind die Kopfbäume am Niederrhein. Durch den regelmäßigen Schnitt von Gerten und Ruten sind die Stämme kopfförmig verdickt. Meist handelt es sich bei diesen Bäumen um Korb- oder Silberweiden. Sie stehen v.a. an Flussniederungen und an schmalen Auen von Bachläufen. Dickstämmige Kopfweiden zählen zu den insektenreichsten Pflanzen und sind wichtige Brutplätze für den Steinkauz, den Wendehals, den Gartenrotschwanz und den Grauschnäpper.
An der Walsumer Aue wachsen Weißdornbüsche, Waldreben, Hopfen und Grauerlen. Ganze Waldgesellschaften mit Schwarzerlen, Faulbaumgewächsen und Gagelsträuchern finden sich am Unterbacher See.
Viele verschiedene Moosarten sowie der Froschlöffel, der Sumpfschachtelhalm und der giftige Beinbrech wachsen auf der Ohligser Heide. Letzterer ist streng atlantisch und wächst nur an sehr nassen und tiefgründigen Stellen. Früher glaubte man, die Knochen des Viehs würden schneller brechen, nachdem es diese Pflanze verzehrt hatte, woher der Beinbrech auch seinen Namen hat. Er wird etwa 30 cm hoch, hat schmale, schwertförmige Blätter und eine Traube als Blütenstand, die zwischen Juli und August zu sehen ist. Der Beinbrech ist die Kennart der Glockenheidegesellschaften, allerdings ist er stark gefährdet und nur noch sehr selten.
Eine typische Pflanze für das Strundertal ist der Grüne Nieswurz. Diese giftige Pflanze lässt sich zwischen März und Mai gut an ihren grünen Blüten mit den 5 Blütenblättern erkennen. Sie wird etwa 15-40 cm groß und braucht einen kalkhaltigen, nährstoffreichen und feuchten Boden. Der grüne Nieswurz ist sehr selten geworden und daher streng geschützt.
Andere auch dort wachsende Pflanzen sind der ebenfalls giftige Aronstab, das Moschuskraut, die Schlüsselblume und die Brunnenkresse. Auch Auwälder mit Eschen, Schwarzpappeln und Weidengebüschen sind hier vertreten. Die Kreuzblume wächst ebenfalls hier. Eine sehr seltene Pflanze, das Mittlere Wintergrün, wächst am Bigge- und am Listersee.
Der im Rothaargebirge wachsende Europäischer Siebenstern fällt wegen seinen Früchten besonders auf. Er gehört zur Familie der Schlüsselblumengewächse und ist die Symbolpflanze des Fichtelgebirges. Der Name stammt von den 7 Kelch-, Blüten- und Staubblättern. Man findet ihn in saueren Nadelwäldern und verwandten Alpenheiden.

Andere hier vertretene Pflanzen sind der im Mai blühende Besenginster, der Pestwurz, Breitblättriger Rohrkolben, Rippenfarn, Waldfrauenfarn, Buchenfarn und der Storchschnabel. Letzterer hat seinen Namen von seinen langen und schnabelförmigen Früchten bekommen.
Weitverbreitete Moorpflanzen sind das Sumpfveilchen, der Fieberklee und das Blutauge aus der Familie der Rosengewächse. Es wächst außer in moorigen Gebieten auch an Gewässerrändern und bildet mit dem Fieberklee die Grundlage zur Verlandung der Gewässer. Das Blutauge wird ca. 20-60 cm hoch, hat einen weithin kriechenden Wurzelstock, einen flaumig bis dicht zottig behaarte Stängel sowie bläulich-grüne Stängelblätter, die oft rot überlaufen sind.
Eine interessante Flora bietet das Dortebachtal, da hier eine wärmeliebende Vegetation gedeiht. Dazu gehört Weißer Diptam, Astlose Graslilie, Gemeine Küchenschelle, Echter Hauswurz, Rapunzel und die Glockenblume.
Der vulkanische Boden bei der Thermalquelle Bad Bertrich fördert den Wachstum von Pflanzen wie des giftigen Buchsbaumes, des Bergahorns, der Gemeinen Zwergmistel, der Schlüsselblume und der Mistel.
An nassen und kalkreichen Stellen wächst die Natternzunge, die zu den Farnen gehört. Die 10 - 30 cm große Pflanze hat einen kurzen aufrechten Stamm, fünf einzelne Blätter und blüht von Juni bis Juli.
Im Siebengebirge wächst Feldmannstreu, Bergsteinkraut, Sichelblättriges Hasenohr, Goldlack, blaue Schwertlilie und Färberwaid, welches früher als Textilfarbstoff benutzt wurde. Weitere Pflanzen ist der Marienbecher, der Goldstern, das blaublühende Immergrün und das Gelbe Windröschen.
Am Westlichem Hunsrück wächst das eigentlich im Mittelmeerraum vorkommende Felsenfingerkraut und der Bleiche Schöterich, der in Deutschland nur an diesem Ort vorkommt.
Zwei verschiedene Auwaldtypen findet man am Taunus: die Weichholzaue mit Schwarzpappeln, Grauerlen und Silberweiden, sowie die Hartholzaue mit Stieleichen, Eschen und Ulmen.
Die Schöne Eiche bei Endlichhofen gilt als einer der schönsten Bäume Deutschlands. Sie ist 25 m hoch, ca. 450 Jahre alt und hat einen Stammumfang von etwa 7 m. Nach einem Brand im 1. Weltkrieg ist die Eiche innen allerdings hohl und seit dem zweiten Brand 1974 werden ihre Äste von Stahlseilen gehalten.
Seltene Pflanzen wie das Schwertblättrige Waldvögelein gedeihen bei Wilsenroth. Andere ebenfalls seltene Pflanzen sind die Zottige Wicke sowie das Blutahorn, die Traubeneiche und die Weymouthkiefer im Saarland. Auch der Lampertheimer Altrhein beherbergt Raritäten wie das Klebrige Hornkraut, das Kleinblütige Schaumkraut, das Kriechende Fingerkraut, den Krautigen Ampfer, das Sumpfrispengras und die sehr seltene Wassernuss. Diese 1-jährige Wasserpflanze besiedelt eutrophe und flache Gewässer mit kalkreichem und schlammigem Grund. An diesem ist die Pflanze mit ihrem langen, dünnen Stängel in 30 - 60 m Tiefe verankert. Sichtbar sind nur die rhombischen, in Rosetten angeordneten Schwimmblätter, die im Frühjahr olivgrün und später violettbraun sind. Die Blätter zeichnen sich durch einen aufgeblasenen hohlen Blattstiel aus und sind unterseits behaart. In der Blütezeit zwischen Juli und August bilden sich kleine weiße Blüten, aus denen sich dann 3 - 5 cm große Steinfrüchte entwickeln. Diese sinken anschließend in den Schlamm und keimen erst im nächsten Jahr, wenn die Wassertemperatur 12°C beträgt.

Süddeutschland

wachsen Grüner und Brauner Streifenfarn, Glockenblumen und Thymian. Selten sind der Fransenenzian und die Silberdistel. Bäume wie Fichten, Buchen, Eiben, Tannen, Ahorn und Eschen wachsen am Eistöbel an den Hängen.
Weitere Pflanzen sind Glockenblumen, der Geißbart, Heckenrosen und Mailiebchen. Der Geißbart wächst aufrecht und wird bis zu 2 m hoch. Sein buschiges Aussehen erhält er durch die kleinen, cremeweißen und in Rispen stehenden Blüten, die zwischen Juni und Juli ihre Blütezeit haben. Er wächst überwiegend in den Schluchten der Alpen und in feuchten Wäldern unter hohen Bäumen. Der Geißbart ist auch in Ostasien und Nordamerika verbreitet.
wachsen Trollblumen, Alpendost, Kohlröschen, Alpenastern und auch eine 1000-jährige Eibe steht dort.
Fast einmalig in Deutschland ist der Gletscherhahnenfuß, die typische Pflanze des Hochgebirges, in dem Pflanzenschutzgebiet Bacherloch. Er wird 10 bis 15 cm groß und wächst auch in alpiner Zone bis 2370 m hoch. Seine Blüten sind erst weiß, nehmen beim Verblühen aber eine rosa bis dunkelrote Färbung an. Der Gletscherhahnenfuß wird auch gerne von Rentieren gefressen.

Gladiolen, Blasenfarne, Heilglöckchen, die Edelraute und das berühmte Edelweiß, die Charakterpflanze der Alpen, kann man finden. Dabei ist es keine heimische Pflanze, sondern eine, die während der Eiszeiten aus dem Bereich der Himalaya eingewandert ist. Das Edelweiß gehört zur Familie der Korbblütler und wächst an sonnigen kalkreichen Rasenhängen, auf steinigen Wiesen, an Kalksteinfelsen sowie in Felsspalten in Gebirgen bis 2500 m. Die Pflanze wird 3 - 20 cm hoch und hat eine charakteristische Blüte, die aus 5 - 6 kleinen gelben Blütenköpfen besteht, die von weißen Blättchen in Sternform umrandet sind. Das Edelweiß ist in den Pyrenäen, Alpen, Karpaten und in Zentralasien verbreitet.

wächst die Schwertlilie, das Knabenkraut, der Schwalbenwurz-Enzian und das Schmalblättrige Wollgras.
Ein Relikt der Eiszeiten, das geschützte König-Karls-Zepter, findet man . Beeren wie Moos-, Heidel-, Rausch- und Preiselbeeren, sind ebenfalls ein Teil der dortigen Pflanzengesellschaft.

Die seltene Moorbinse wächst . Im dortigen Nationalpark kann man auf das sehr seltene Drachenmaul treffen, aber auch auf Tauernblümchen und die Zwergalpenscharte.

sind die Silberdisteln, andere auch hier wachsenden Pflanzen sind die Küchenschellen, der Seidelbast, die Traubenhyazinthen und auch Wacholderheiden sind ein Teil dieser Flora. Sie sind auf das regelmäßige Vorkommen von Schafen angewiesen, damit sie nicht vom Gebüsch überwuchert werden. Auch der an den Blatträndern kalkausscheidende Traubensteinbrech wächst hier, ebenso wie der Augenwurz und der Echte Hauswurz.

bildet die seltene Pfingstnelke ihre Polster auf felsigem Trockenrasen. Sie gehört zu den Nelkengewächsen und wächst immer nur in Gruppen, daher auch die Polsterbildung. Es gibt sie nur in Mitteleuropa und fast nur an Felsen und auf warmen, trockenen und flachgründigen Felsböden. Die 10 - 30 cm große Pfingstnelke blüht Ende Mai bis Ende Juni mit rosa Blüten, aber als wintergrüne Pflanze verträgt sie auch die winterliche Frosttrockenheit. Die Pfingstnelke ist als gefährdet eingestuft und streng geschützt.

Mehlprimeln, Enziane, Kugelblumen und das fleischfressende Fettkraut findet man in .
Im wachsen über 30 Orchideenarten wie das Kleine Knabenkraut, der Frauenschuh und das Einknöllchen.

 

kann man die zahlreichen Farn- und Bärlapparten nicht übersehen.
Um bestäubt zu werden, ahmen die Ragwurzarten in der Sandharlander Heide die Körper von Insekten wie Fliegen, Hummeln oder Bienen nach.
Die Nadelbinse, der Pillenfarn und die Pfriemenkresse sind Teil der mittelfränkischen Flora.
Eine Besonderheit hat die zu bieten: Die seltenen Schlangenfichten im Reichental. Ihr Name stammt von den schlangenartig herabhängenden Zweigen ab, die nur an den Enden mit Nadeln besetzt sind. Sie stammen aus dem Tertiär und haben ihre Samen seitdem unverändert erhalten. In ganz Europa gibt es nur noch sehr wenige Exemplare.
Der seltene und zu den Heilpflanzen zählende Fieberklee kommt in den Moorgebieten des Fichtelgebirges vor.

Im am Südlichen Oberrhein wachsen Stieleichen, Flatterulmen, Schwarzpappeln, Eschen, Feld- und Bergahorn, Grau- und Silberpappeln, der Wildapfel, Winterlinden und Traubeneichen.
Die dortige Strauchschicht besteht aus Hasel, Weißdorn, Pfaffenhut und der Traubenkirsche.
Am Boden wachsen der Blaustern, Bärlauch, Weiße und Gelbe Anemone, Maiglöckchen und die Schlüsselblume.

Die Gemeine Waldrebe, eine Lianenart, klettert an den Baumriesen des Waldes empor.
Wie in fast ganz Deutschland wächst auch hier der Diptam.
Schön anzusehen ist die Krokuswiese bei .

Ostdeutschland

Am wachsen die typischen Röhrichtpflanzen und Weidengebüsche. Zwischen Juni und August kann man die Teich- und die Seerosen auf dem See bewundern. Einer der wertvollsten ist der Großmachnower Weinberg mit Eichen, Federgras, Wiesenkuhschelle, Kartäusernelken und der Graslilie.
Auf der wachsen neben Linden und Douglasien auch exotische Baumriesen wie Ginkgos, Mammutbäume, Libanonzedern und Weymouthskiefern.
In der Grunewaldrinne wachsen Moorbirken sowie verschiedene Farne.
Am besteht die Landschaft aus Weiden, Erlen und Orchideen. Blaubeeren kann man im Spandauer Forst pflücken.

An den sonnigen Hängen des Kleinen Jahnberges gedeiht das Gelbe Sonnenröschen sowie der Gemeine Weißwurz, der Gemeine Sommerwurz, Goldhaarastern und das Natternkopf-Habichtskraut.
Eine bemerkenswerte Sehenswürdigkeit ist die Brüdereiche bei Friesack. Die sieben miteinander verschmolzenen und 25 m hohe Bäume teilen sich einen riesigen Wurzelstock und nur eine einzige Krone, obwohl sie sieben einzelne Stämme haben. Der gemeinsame Stammdurchmesser beträgt etwa 15 m.
Schwimmblattpflanzen wie die Weiße und die Gelbe Teichrose, den Wasserschlauch, die Krebsschere und den Froschbiss kann man im Sommer auf dem Schollener See betrachten.
Im Moosfenn sind weite Flächen mit dem Frauenhaarmoos gepolstert. Auch der seltene Strauß-Gilbweiderich, der Rundblättrige Sonnentau und der von Schnecken bestäubte Sumpfschlangenwurz wachsen hier. Die Merkmale dieser Sumpfpflanze sind ihre dicken, fleischigen Blätter und das weiße Hüllblatt des Blütenstandes. Sie wächst im Halbschatten oder auch völligen Schatten an den Rändern nährstoffarmer Klarwasser und Moorseen. Die auch als Drachenwurz oder Schweinsohr bekannte Pflanze ist zwar in Deutschland selten, aber in Eurasien und dem atlantischen Nordamerika verbreitet.
Neben Schlehen und Holunder sind die Kamillenblüten auf den ehemaligen Reisfeldern von Gatow nicht zu übersehen. Die gewaltigste Eiche Brandenburgs mit 10 m Durchmesser wächst in der Umgebung von Krügersdorf.
Auf der Wacholderheide in Ost-Brandenburg wachsen neben Birken und Heckenrosen auch bis zu 4 m hohe Wacholderbüsche.
Das gelb-blühende Frühlingsadonisröschen ist an den Oderhängen bei Mallnow nicht zu übersehen. Zur dortigen Pflanzengesellschaft gehört auch Haarfedergras, Graslilien, Wiesenprimeln, das Rauhe Veilchen und der Große Ehrenpreis.
Im Bischofswald wachsen Douglasien, Weißzedern und Sitkafichten.
Bemerkenswert ist die Platanenallee in Dessau. Platanen zeichnen sich durch ihre jährlich in mehr oder weniger großen Platten abbröckelnde Borke aus, und durch ihre Früchte, die in dichten, kugeligen und eingeschlechtigen Köpfchen wachsen. Unter der Borke ist die Farbe der Platane hellgelb, so dass ein farbiger Eindruck des Stammes entsteht. Ihre Blätter ähneln denen des Ahorns. Ein anderes Merkmal ist der sich relativ früh teilende Stamm, so dass die Äste bereits knapp über dem Boden ausgebildet werden.

Der mehrstämmige Maulbeerbaum am Kirchberg soll bereits 1518 gepflanzt worden sein und gehört zu den ältesten Exemplaren seiner Art in Deutschland.
Attraktive Seltenheiten an der Dölauer Heide sind die Türkenbundlilien, der Diptam, die Färberscharte, der Weiße Schwalbenwurz und die Große Fetthenne.
Der Stengellose Tragant wächst in ganz Deutschland nur am Süßen See bei Seeburg.
Wildes Silberblatt, Quirlblättriges Weißwurz, Purpurhasenlattich, Ähriges Christophskraut und der giftige Seidelbast wachsen am Rabenauer Grund.

Weiße Seerosen kann man auf den Rohrbacher Teichen bewundern.
Die Pechnelke bei Rochsburg sollte besser nicht angefasst werden, da sie unterhalb des Knotens stark klebrig ist. Die etwa 40 cm große Pflanze wächst nur auf kalkfreien Böden.
Das Besondere an der Pechnelke ist, dass Pflanzen in ihrer Nähe besser wachsen und eine gesteigerte Immunabwehr aufweisen.
Die Blüten des Nickenden Leinkrauts öffnen sich nur nachts, um von den Nachtfaltern bestäubt zu werden und der Schwarzwerdende Geißklee wird bis zu 1,5 m hoch. Seinen Namen hat er daher, dass sein Stängel beim Trocknen eine schwarze Färbung annimmt.
Im Unterspreewald hat sich eine extrem seltene Pflanzengesellschaft eingelebt: Der Bulten-Erlenbruch. Bulten sind dabei die Weißmoospolster, welche die Stammfüße der Erlen umfassen.
Zu dieser Gesellschaft dazu gehören auch das giftige Leberblümchen, Frühlingsplatterbsen, Schuppenwurz, Buschwindröschen, Maiglöckchen und das Gelbe Windröschen.

Den Siebenstern, den Waldmeister und Heidelbeersträucher kann man auf dem Berg Hochstein finden.

Nutzpflanzen

Die Nutzpflanzen der Osteseeküste sind Getreide, Raps und Zuckerrüben, die auf dem Schleswig-Holsteinischen Hügelland angebaut werden.
Raps aus der Familie der Kreuzblütler hat eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Ölerzeugung und wird als nachwachsender Rohstoff betrachtet. Es ist zudem die einzige Ölpflanze, die auch an kältere Klimata angepasst ist.
Die Zuckerrübe hat heute einen Zuckergehalt von etwa 20% und ist die einzige Kulturpflanze die aus Zentraleuropa stammt und Bedeutung für den Anbau hat. In Mitteldeutschland werden überwiegend Weizen und Gerste angebaut, wobei Weizen das wohl wichtigste Anbauprodukt in Deutschland darstellt. Der Gerste kommt die Bedeutung als Brau- und Futtergerste zu und sie hat die größte ökologische Anpassungsfähigkeit.

Auch der Mais kommt aus Südamerika und wurde durch Kolumbus in Europa eingeführt. Durch die verzögerte Reifezeit hat der Mais allerdings eher die Bedeutung einer Futterpflanze.
Das Holz der Weymouthkiefer findet Verwendung als Isoliermaterial, im Modellbau, bei Möbel, Türen, Fensterrahmen und besonders in der Junkerei.
Die schnell wachsende Pappel hat große Bedeutung für die Papierindustrie.

Im Donaumoos in Süddeutschland wird verstärkt Kartoffelanbau betrieben. Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und verbreitet sich vegetativ durch unterirdische Knollen, die im Endeffekt auch die eigentliche Kartoffel darstellen.
Oberirdische Teile sind allerdings giftig, ebenso wie die nach zu langer Lagerung entstehenden Sprosse direkt an der Kartoffel. Obwohl die Kartoffel ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammt, wird sie heute weltweit angebaut, wobei auf Deutschland 20% des weltweiten Anbaus entfallen.

Heilpflanzen

Norddeutschland
Der fleischfressende Rundblättrige Sonnentau ist, obwohl sehr selten geworden, noch in Hoch-, Flach- und Zwischenmooren anzutreffen, sowie auch auf sandigen Torfböden. Früher, wie auch heute noch, wurde die Pflanze als ein Heilkraut gegen Reizhusten verwendet. Zwischenzeitlich galt der Sonnentau auch als ein Mittel gegen jede Art von Lungenleiden, Schwindsucht, Epilepsie und Geisteskrankheit.
Auch die Vogelbeere (Eberesche) gilt als Heilpflanze, da ihre Früchte im getrockneten Zustand als wirksames Mittel gegen Durchfall verwendet werden. Im rohen Zustand gegessen rufen große Mengen der roten Früchte allerdings Magenbeschwerden vor.
In der Homöopathie wird die giftige Stechpalme als Mittel gegen Rheuma und Gicht angewandt. Sie gilt auch als harntreibend.

Mitteldeutschland
Die aus Nordamerika stammende Gemeine Nachtkerze wurde in Europa kultiviert und verwildert. Sie gehört zur Familie der Nachtkerzengewächse und trägt ihren Namen, da sie die großen, gelben und wohlriechenden Blüten nur am Abend öffnet und so von Nachtfaltern bestäubt wird. Ihre Wurzel wurde früher als beliebtes Gemüse gekocht. Aus ihren Samen wird ein Öl gewonnen, der bei Neurodermitis innerlich angewendet wird. Dieses Öl enthält ungesättigte Fettsäuren, so dass es auch als diätetisches Nahrungsergänzungsmittel verwendet wird. Die Gemeine Nachtkerze wächst auf trockenen, steinigen Böden und kommt auch in Teilen Vorder- und Westasiens vor.
Der Faulbaum aus der Familie der Kreuzdorngewächse, der umgangssprachlich auch "Amselkirschbaum" genannt wird, ist ein 3,5 m hoher Strauch, der von Mai bis Juni blüht. Seine Blätter sind 2 - 8 m lang, kurzgestielt und vorne spitz. Er wächst hauptsächlich in feuchten Wäldern und in Heidemooren. Aus der Rinde wird ein sehr starkes Abführmittel gewonnen, jedoch führt die Einnahme frischer Rinde ( weniger als 1 Jahr gelagert) zu Übelkeit und Erbrechen. Seine Beeren sind erst grün, dann rot und im reifen Zustand blau-schwarz.

Westdeutschland
Der giftige Buchsbaum findet Anwendung bei Rheuma, Fieber und wurde früher als Chininersatz bei Malaria verwendet. Der Grüne Nieswurz ist nicht nur giftig, sondern wird auch homöopathisch bei Hirnhautentzündung, Kreislaufschwäche, Nierenentzündung und Epilepsie angewandt.
Der giftige Riesen-Lebensbaum wird in der Homöopathie bei Gicht, Rheuma, Magenkatarrh, einigen Neuralgien, bei Augen- und Ohrenentzündungen angewandt.
Die u.a. im Strundertal wachsende Brunnenkresse bevorzugt halbschattige Standorte und feuchte, humose Böden direkt an fließenden Gewässern. Dabei benötigt sie klares und sehr sauberes Wasser zum Wachsen. Die Brunnenkresse schmeckt scharf und wirkt harntreibend, verdauungsfördernd, schwach antibiotisch und sie regt außerdem den Stoffwechsel an.
Die Wirkstoffe der auf Wiesen und an Waldrändern wachsenden Schlüsselblume aus der Familie der Primelgewächse verbessern die Aufnahmefähigkeit des menschlichen Organismus für andere pflanzliche Wirkstoffe. Diese sogenannten Saponine wirken nervenberuhigend und vor allem schleimlösend, so dass sie zur Erleichterung des Abhustens bei Bronchitis eingesetzt werden.

Süddeutschland
Der in den Moorgebieten des Fichtelgebirges vorkommende Fieberklee aus der Familie der Fieberkleegewächse wächst überwiegend im Uferbereich, in der Sumpfzone von Gewässern, in Mooren, Gräben und auf Sumpfwiesen. Die 1 - 1,5 cm großen Blüten sind weiß, mit dicken weißen Haaren besetzt und sternförmig angeordnet. Die Pflanze wird bis 35 cm groß und blüht von Mai bis Juni. Als Heilmittel werden Tees und Tinkturen aus den Blättern verwendet. Der Fieberklee wird als Bitterstoffdroge bei Magen- und Darmstörungen eingesetzt und ist als magenstärkendes und appetitanregendes Mittel Bestandteil vieler Magenbitter. In der Volksheilkunde wurde der Fieberklee bei Rheuma, Arthritis und Gicht, ferner bei Fieber ( daher auch der Name) und Skorbut angewandt.
Die giftige Rosmarinheide wirkt auch blutdrucksenkend und wird mit anderen Wirkstoffen zusammen pharmazeutisch verwendet. Im Oberbayerischen Alpenvorland wächst das zu den Hahnenfußgewächsen gehörende und sehr selten gewordene Frühlingsadonisröschen. Man kennt es ferner auch unter der Bezeichnung "Teufelsauge". Das bis 30 cm große ausdauernde Kraut hat einen starken und dunklen Wurzelstock und eine gelbe einzelstehende Blüte, die im frühen Frühjahr zum Vorschein kommt. Man findet sie auf kalkhaltigen Böden, an sonnigen Hängen, auf Trockenwiesen und in Kiefernwäldern. Das Verbreitungsgebiet umschließt neben Europa auch Asien und Amerika. Obwohl alle Teile der Pflanze giftig sind, werden die Blätter während der stärksten Blütezeit (April - Mai) gesammelt und getrocknet, da sie auch herzwirksame Glykoside enthalten. Daher findet das Frühlingsadonisröschen als Herzstärkungsmittel, aber auch als ein Beruhigungsmittel bei Reizhusten, asthmatischen und epileptischen Anfällen, Krämpfen und rheumatischen Schmerzen Verwendung.
Allerdings sollte man Tees und Aufgüsse nur nach ärztlicher Verordnung zu sich nehmen, da sonst Vergiftungsgefahr besteht.
Die zu den Korbblütengewächsen gehörende Silberdistel ist fast stengellos und wächst überwiegend auf kalkhaltigen Magerrasen, auf trockenen Weiden und in den Gebirgen von Mittel- und Südeuropa. Das stachelige, distelartige und ausdauernde Kraut kennt man auch unter den Bezeichnungen Große Wetterdistel, Stengelloser Eberwurz und Rosskopfstaude. Verwendet wird die fast geruchs- und geschmackslose Wurzel, die als Tinktur oder als Tee zubereitet werden kann. Die Silberdistel enthält ätherische Öle und findet Verwendung als Grippemittel, als harntreibendes Mittel, ist wirksam gegen Greisenbrand und wird sogar in der Tiermedizin als Mast- und Brunstpulver angewandt. Innerlich angewandt wirkt die Silberdistel krampflösend, appetitanregend, verdauungsfördernd, harn-, schweiß- und wurmtreibend. Äußerlich angewandt wirkt sie durch das in der Wurzel enthaltene antibakterielle Carlinaoxyd antiseptisch und wundheilend.
Die Rauschbeere findet als Heilpflanze nur in der Volksmedizin Verwendung. Sie soll bei Durchfällen und Blasenleiden helfen.
Aus der Rinde des eigentlich stark giftigen Seidelbastes kann man eine Essenz herstellen, die bei Entzündungen des Magens, Darms, der Nieren sowie bei Rheuma, Grippe und Haut-, Ohren- und Augenentzündungen angewandt wird.

Ostdeutschland
Der Extrakt aus den Blättern des Ginkgo-Baumes wird als Medizin bei Hirnleistungsstörungen, Ohrensausen, Schwindel, Höhenkrankheit und Durchblutungsstörungen eingesetzt.
Die wohl bekannteste Heilpflanze ist die Kamille, die in freier Natur leider nur noch selten wächst. Die charakteristische Blüte der 10 - 50 cm großen Pflanze, aus der auch Tees und Tinkturen hergestellt werden, besteht aus gelben Röhrenblüten und weißen Zungenblüten und duftet sehr stark. Die Kamille wirkt entzündungshemmend, beruhigend, wundheilend, krampfstillen, austrocknend und blähungswidrig. Sie wird weiterhin auch bei Menstruationsbeschwerden angewandt. Man sollte allerdings niemals mit der Kamille in die Nähe der Augen kommen, da die feinen Härchen der Blüte die Augen sehr stark reizen können.
Den in lichten Laubwäldern unter Bäumen und Sträuchern wachsenden Waldmeister findet man meist in großen Familien. Er blüht von April bis Mai mit zarten weißen Blüten. Das ist auch der Zeitpunkt, wo man ihn ernten kann. Im frischen Zustand ist der Waldmeister fast geruchlos, das typische Aroma entwickelt sich erst beim Welken. Er enthält Cumarin, das in niedrigen Dosierungen bei Kopfschmerzen und Migräne Abhilfe schaffen kann. Der Waldmeister hilft auch bei nervöser Schlaflosigkeit und Unruhe, lindert Verdauungsbeschwerden, vermindert die Blutgerinnung und wirkt krampflösend. Des weiteren wirkt er erfrischend und aufbauend und passt auch zu Bowlen, Gelees, Puddings und Kräuterlikören.
Das Gelbe Sonnenröschen, auch als Rock Rose bezeichnet, ist eine der Bachblütenpflanzen. Sie wird für äußerst akute, bedrohliche körperlich und seelische Zustände verwendet.

Giftpflanzen

Norddeutschland
Die seltene Stechpalme aus der Familie der Stechpalmengewächse ist ein immergrüner Strauch oder Baum, der eine Höhe von 6 m erreichen und bis zu 300 Jahre alt werden kann. Weitere Namen sind Stechhülse, Stecheiche sowie Palmendorn. Namensgebend sind ihre lederartigen und dornig gezähnten Blätter, die an der Unterseite hell-, und an der Oberseite dunkelgrün glänzend gefärbt sind. Sie blüht mit unscheinbaren kleinen weißen Blüten zwischen Mai und Juni, so dass die Früchte im Herbst reifen. Diese sind erst grün, später korallenrot. Sowohl die Blätter wie auch die Früchte sind giftig, und besonders Kinder sollten aufpassen, da eine Dosis von 20-30 Beeren für sie als tödlich gilt. Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Durchfall und Schläfrigkeit. Finden kann man die Stechpalme in Buchen- und Fichtenwäldern auf feuchten kalkarmen Böden.

Mitteldeutschland
Der streng geschützte Diptam aus der Familie der Rautengewächse wird auch als "Brennender Busch" oder "Spechtwurz" bezeichnet. Er wird bis zu 1,20 groß und blüht mit weißen oder rosafarbenen Blüten zwischen Mai und Juni. Das Familienmerkmal der Rautengewächse ist das Vorhandensein von Sekretbehältern an den Blättern mit stark riechenden ätherischen Ölen. An heißen und windstillen Tagen dunsten die Fruchtstände des Diptam dermaßen große Mengen an den stark nach Zitrone riechenden ätherischen Ölen aus, dass diese sich über der Pflanze anzünden lassen. Daher hat der Diptam auch den Beinamen "Brennender Busch" erhalten. Von den indischen Feueranbetern wird er als heilige Pflanze verehrt. Er wächst verbreitet auf kalkreichen Böden an sonnigen, felsigen Hängen, auf Trockenwiesen und in lichten Eichenwäldern. Allerdings ist der Diptam giftig, und führt bei Berührungen zu Hautreizungen, die nur sehr langsam heilen.
Alle Pflanzenteile des Faulbaumes, der auch zu den Heilpflanzen gehört, sind giftig. Sie führen zu Übelkeit, Brechreiz, Bauchschmerzen und eventuell auch zum blutigen Durchfall.

Westdeutschland
Der geschützte Buchsbaum wächst als Baum oder als Strauch an Hängen sowie in lichten Wäldern, wobei er eine Größe von 4 bis 8 m erreicht. Allerdings wächst er nur noch selten wild, sondern viel häufiger als Zierstrauch. Wildwachsend gibt es ihn als Strauch im Rhein- und Moselgebiet sowie im Schwarzwald. Es ist ein immergrüner Baum mit länglich-elliptischen, dunkelgrünen Blättern und kleinen gelben Blüten, die zwischen März und Mai zum Vorschein kommen. Alle Pflanzenteile, besonders die Blüten und die junge Rinde, sind giftig. Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Durchfall, Übererregbarkeit und Krämpfe. Bei einer starken Vergiftung kann es zur Atemlähmung kommen, die tödlich verläuft. Allerdings können Teile des Baumes auch in der Heilkunde angewendet werden.
Eine Vergiftung mit dem Grünen Nieswurz führt zu einer Reizung der Schleimhäute und somit zu einem Kratzen im Mund und Rachen. Ferner kann es zu Erbrechen, Durchfall, unregelmäßigen Herzschlag, Unruhe und zu Krämpfen kommen. Sehr viel seltener kommt es zu Lähmungen, die zu Atemstillstand führen können.
Der Aronstab aus der Familie der Aronstabgewächse gedeiht in schattigen und feuchten Laub- und Mischwäldern Mitteleuropas. Es ist eine Freilandpflanze, die meist unter Bäumen wächst. Der Blütenstand ist eine Kesselfalle, die Aasgeruch verbreitet und somit kleinere Insekten anlockt. Diese rutschen von dem glatten Hüllblatt ins Innere der Falle ab und werden dort solange von den Sperrhaaren von dem Rauskrabbeln abgehalten, bis die Blüte bestäubt ist. Der Aronstab wird ca. 40 cm groß, hat pfeilförmige Blätter, blüht April bis Mai und hat einen knolligen, walnussgroßen Wurzelstock. Dieser ist im frischen Zustand sehr giftig, verliert aber etwas von seiner Giftigkeit durch das Trocknen. Es sind aber auch alle anderen Pflanzenteile giftig. Auch bei Hautkontakt kommt es zu Hautentzündungen. Nach dem Verzehr kommt es zu Entzündungen der Lippen, der Mundschleimhaut, des Rachen und der Speiseröhre. Weitere Symptome sind Heiserkeit, vermehrter Speichelfluss, Erbrechen, Schwindel, Krämpfe sowie Blutungen von Zahnfleisch, des Magen-Darm-Trakts und der Gebärmutter.
Der Riesen-Lebensbaum enthält in den Spitzen seiner Zweige sowohl ätherische Öle wie auch Thujon. Der Baum ist sehr giftig, und wiederholtes Berühren kann zu Hautentzündungen führen. Eine innere Aufnahme führt zu Magen-Darm-Entzündungen, Krämpfen, Nieren- und Leberschäden. Das Thujon kann sogar tödlich wirken.
Der Goldlack wird 20 - 60 cm hoch und trägt zwischen Mai und Juni 2 - 2,5 cm große stark duftende gelbe Blüten. Die Blätter sind lanzettähnlich und behaart. Die Samen reifen in 4 - 9 cm langen Schoten, die aufrecht vom Stängel abstehen. Der Goldlack wächst an Felsen und Mauern und vorwiegend in Südeuropa. Es sind alle Pflanzenteile giftig, besonders die Samen. Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen und Herzrhythmusstörungen.

Süddeutschland
Der geschützte und sehr stark giftige Seidelbast wächst als 40 - 150 cm großer Strauch im Aalgäu am Gottesackerplateau. Seine Äste sind grau bis hellbraun und wenig verzweigt. Die zwischen Februar und April erscheinenden Blüten haben 4 Blütenblätter, sind rosa-rot bis violett und sehr stark duftend. Die zwischen August und November reifenden erbsengroßen Beeren sind leuchtend rot und enthalten einen schwarzen Samen. Die Heimat des Seidelbastes ist Kleinasien, Nordasien und Europa. Man findet ihn vorwiegend auf Hügelland und in Laub- und Mischwäldern. Aber er wächst auch in Nadelwäldern und in den Alpen bis 2000 m und wird gerne als Zierpflanze in Gärten, Parks und Spielplätzen angepflanzt. Es sind alle Teile stark giftig, aber die Giftstoffe konzentrieren sich besonders in der Rinde und in den Samen der Beeren. 10 - 12 Beeren gelten für einen Erwachsenen als eine tödliche Dosis, für Kinder sind die Mengen entsprechend kleiner. Bei Berührung kommt es zu Hautreitzungen mit Rötung, Blasenbildung und starkem Juckreiz über eine längere Zeit. Bei Aufnahme der Pflanzenteile kommt es zu einer starken Reizung der Schleimhäute im Mund und im Magen-Darm-Trakt, zum Brennen und Kratzen im Mund und zur Schwellung der Lippen und der Mundschleimhaut. Weitere Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, verstärkter Speichelfluss, Trockenheit im Mund, Bauchschmerzen, Durstgefühl, Schluckbeschwerden, Unruhe, Kopfschmerzen, eine erhöhte Nasensekretion, Desorientiertheit, blutiger Urin sowie wässriger und blutiger Durchfall. Möglich sind auch Krämpfe, Atemstörungen und eine Nierenentzündung. Selbst wenn die Vergiftung überstanden ist, können Nierenschädigungen und Störungen des Magen-Darm-Traktes über eine längere Zeit bestehen bleiben. Alle Anzeichen einer Vergiftung sind immer sehr ernst zu nehmen, da 1/3 aller Seidelbastvergiftungen tödlich verlaufen.
Im Oberbayerischen Alpenvorland wächst das seltene und giftige Frühlingsadonisröschen, welches aber auch eine bekannte Heilpflanze ist.

Zur Familie der Hahnenfußgewächse gehört die Trollblume mit den gelben kugeligen Blüten am Ende des Stängels. Diese blühen Mai - Juni und erreichen einen Durchmesser von 3 cm. Sie wächst auf feuchten Wiesen, aber vorwiegend in den Bergen, Alpen und in Nordeuropa. Durch das Alkaloid Magnoflorin ist sie schwach giftig und verursacht ein Brennen der Mundschleimhäute, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfälle und starke Krämpfe. Es kann auch zu Kreislaufbeschwerden und Fieber kommen, sowie zu Hautreizungen und Blasen. Ihren Namen hat die Trollblume dem kugeligen Aussehe ihrer Blüten zu verdanken, da die lateinische Übersetzung von "trulleus" - "rundes Gefäß" bedeutet und der Name im Altdeutschen etwas abgewandelt wurde. Die Trollblume ist geschützt.
Auch die Rosmarinheide mit den rosafarbenen und kugeligen Blüten in doldigen Blütenständen ist giftig, auch wenn sie zum Teil auch als Heilpflanze Verwendung findet. Sie ist Mittel- und Nordeuropa verbreitet und wächst in Hochmooren und auf nassen und saueren Torfböden. Giftige Pflanzenteile sind die Blüten und Blätter, die den Giftstoff Andromedotoxin enthalten. Eine Vergiftung führt zum verstärkten Speichelfluss, Brennen der Mundschleimhaut, Schluckbeschwerden, Schwindelgefühl, kaltem Schweiß und Rauschzuständen. Bei einer starken Vergiftung kann es zu Kreislaufstörungen, Krämpfen, Atemnot bis Atemstilstand kommen. Allerdings sind solche Vergiftungen heutzutage fast ausgeschlossen, da diese Pflanze sehr selten geworden ist. Vorsicht ist geboten, weil man sie leicht mit Garten-Rosmarin verwechseln kann.
Die Rauschbeere, auch als Trunkelbeere bekannt, aus der Familie der Heidekrautgewächse, wächst als kleiner Strauch mit weißlichen bis rosafarbenen Blüten, die zwischen Mai und Juni zum Vorschein kommen. Die 6 - 10 cm großen Beeren erscheinen im Spätsommer. Sie sind, wie die Heidelbeeren, außen blau. Doch kann man sie anhand des Fruchtfleisches voneinander unterscheiden. Während die Heidelbeere auch innen blaues Fruchtfleisch besitzt, ist das Fruchtfleisch der Rauschbeere hell, ebenso wie der Saft. Man findet sie in Waldmooren, auf feuchten, torfhaltigen Böden und im Gebirge bis 300 m. Die Giftigkeit dieser Pflanze ist allerdings noch umstritten. Sie soll angeblich Rauschzustände mit Halluzinationen, Benommenheit, Übelkeit und Vergrößerung der Pupillen ausgelöst haben, aber diese sind auch durch eine Verpilzung der Beeren möglich.

Ostdeutschland
Der Haselwurz aus der Familie der Osterluzeigewächse wächst vor allem in Laubwäldern auf nährstoffreichen und kalkhaltigen Böden. Verbreitet ist er in Mittel- und Osteuropa. Er wird kaum 10 cm hoch und hat ledrige, immergrüne und nierenförmige Blätter, die direkt dem Wurzelstock entspringen. In den Blättern und den Wurzeln des Haselwurzes ist ätherisches Öl mit Asaron enthalten, welches bei Berührung auf der Haut Ausschläge verursachen kann. Der Haselwurz schmeckt scharf und pfefferartig, und so kommt es bei Verzehr zum Brennen der Schleimhäute, der Zunge und zum Niesreiz. Erbrechen, Magen- und Darmentzündungen sowie Durchfall sind weitere Folgeerscheinungen. Bei einer sehr starken Vergiftung kann es sogar zum Tod durch Atemlähmung kommen und bei einer Schwangerschaft zur Fehlgeburt. Aus diesem Grund wurde der Nieswurz früher zu Abtreibungszwecken eingesetzt.
Das Leberblümchen aus der Familie der Hahnenfußgewächse gehört im Frühling zu den am frühesten blühenden Pflanzen, da sie bereits im Mai blüht. Sie wird etwa 15 cm hoch, hat dreilappige Blätter und violette Blütenblätter. Sie wächst auf kalkreichen, steinigen Waldböden und bevorzugt sonnige Standorte. Die frische Pflanze enthält Protoanemonin, welches sehr stark reizend auf Haut und Schleimhäute wirkt. Das führt zu Rötungen, Juckreiz und auch Blasenbildung.

Eingeführte Pflanzen

Norddeutschland
Aus Südeuropa und aus der Türkei eingeführt ist der Winterling aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Die mehrjährige Pflanze wird höchstens 15 cm hoch und blüht bereits im Februar mit gelben Blüten. Hier wird sie hauptsächlich als Gartenzierpflanze kultiviert. Sie wächst gelegentlich auch verwildert. Im Rantal findet man das einzige größere Wildvorkommen in Mitteleuropa. Der Winterling gilt als ein Naturdenkmal und steht unter Schutz.
Sanddorn auch Weidendorn, Dünendorn, Sandbeere genannt, kommt aus Nepal.

Mitteldeutschland
Im Weserbergland wächst die aus Frankreich eingeführte Douglasfichte, ein Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse. Das aus ihr gewonnene Koniferenöl wird gern als Luftreiniger in einer Duftlampe benutzt, aber auch in Saunas und in der Parfumherstellung findet es Verwendung.
Die Gemeine Nachtkerze stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde in Europa kultiviert und verwildert. Sie wurde um 1600 eingeführt und sowohl als Gemüse wie auch als Heilpflanze angebaut.
Die aus den alpinen und arktischen Regionen der nördlichen Hemisphäre stammende Islandflechte ist eine symbiotische Assoziation von Alge und Pilz. Dabei bildet der Pilz das Gerüst und die Alge liefert die aus der Photosynthese entstehende Energie. Die getrockneten Thallusstücke werden als Heilmittel bei Schleimhautreizungen des Mund- und Rachenraumes verwendet.

Westdeutschland
Im Forellengut in Westdeutschland wachsen Douglasien, Japanische Lärchen und Lebensbäume der Art Thuja plicata. Das sind Riesen-Lebensbäume, die in ihrer Heimat, dem westlichen Nordamerika, bis zu 60 m hoch werden. Sie gehören zur Familie der Zypressengewächse und der Name stammt von der im 18. Jahrhundert gebräuchlichen Bezeichnung "Arbor vitae" (lat.: "arbor" - Baum, "vita" - Leben), wahrscheinlich wegen seiner frisch aussehenden Blätter. Das Holz wurde im Altertum wegen seiner großen Haltbarkeit vielfach als Bauholz verwendet. Allerdings ist der Baum sehr giftig, findet aber auch in der Homöopathie Verwendung.
Ebenfalls aus Nordamerika stammen die zur Familie der Kieferngewächse gehörenden Douglasien. Sie wachsen sehr schnell, werden bis zu 100 m hoch und haben einen Stammdurchmesser von bis zu 4 m. Sie sind gut an ihrer kegelförmigen Krone zu erkennen. Es gibt sie fast in ganz Deutschland.

Süddeutschland
Die in den Chiemgauer Alpen Süddeutschland vorkommende Kleine Strauchbirke ist in Mitteleuropa sehr selten, da sie eigentlich in den Polargebieten heimisch ist. Eingewandert ist sie während des Eiszeitalters.
Auch die Charakterpflanze der Alpen, das Edelweiß, ist ursprünglich während der Eiszeiten aus den Himalaja zu uns eingewandert.

Ostdeutschland
Aus dem südlichen Nordamerika eingeführte Hickorybäume wachsen im Buchenwald bei Fläming in Ostdeutschland. Der Baum wird bis zu 60 m hoch und 300 Jahre alt und stammt aus der Familie der Walnussgewächse. Die Pekannüsse gedeihen im feuchtwarmen Klima, sie sind aber auch häufig Auslöser von Allergien. Sie sehen den Walnüssen ähnlich, sind aber länglicher, dünnschaliger und schmecken süßlicher.
Die ebenfalls aus Nordamerika stammende Weymouthkiefer wird in ihrer Heimat über 40 m hoch. In Europa erreicht sie nur die Hälfte dieser Höhe. Sie wächst breit und kegelförmig und vorwiegend an halbschattigen Standorten. Kennzeichnend sind ihre silbrig-grünen Nadeln und die gelblichbraunen, fast lederfarbenen Zapfen.
Der ursprünglich aus China, Korea und Japan stammende Ginkgo-Baum ist ein ganz besonderer Baum, da er als sogenanntes "lebendes Fossil" das einzige Bindeglied zwischen Nadelhölzern und Farnen ist. Der sommergrüne Laubbaum wird 30 - 40 m hoch, hat einen Kronendurchmesser von 9 m und einen Stammdurchmesser von 4 m. Kennzeichnend sind aber seine ledrigen, fächerförmigen und zweigelappten Blätter. Er bevorzugt die Sonne oder teilweise sonnige Standorte. Da er sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten, Insekten, Pilze, Feuer, Luftverschmutzung und sogar radioaktive Strahlung ist, wird er gerne und häufig in Großstädten angepflanzt. Zudem hat der Ginkgo-Baum auch noch heilende Eigenschaften.
Die 20 bis 40 m große Libanonzeder aus der Familie der Kieferngewächse kommt, wie der Name es schon verrät, aus dem Libanon. Aber sie wächst auch im Gebirge des Taurus, Antitaurus und entlang der türkischen Mittelmeerküste. Es ist ein immergrüner Baum, wobei sich auf den langen Sprossen Blätter und auf den kurzen Sprossen Nadeln befinden.

Die Sitkafichte stammt aus Nordamerika. Die sehr schnell wachsende Fichte aus der Familie der Kieferngewächse erreich dort Höhen von 95 m und einen Stammdurchmesser von 5 m, und ist somit die größte Fichte. Die anfangs hellgrünen Nadeln werden mit dem Alter dunkler. Das Holz der Sitkafichte ist rötlicher als das der anderen Fichten und wird u.a. als Klangholz in Musikinstrumenten verwendet. In Deutschland wird diese Fichte allerdings nur in einem geringen Umfang angebaut.

Vögel in Deutschland

Algemeine Hinweise, Gedichte

Algemeine Hinweise
Auch Vögel sind ein gutes Maß für die Qualität der Umwelt. So sind von 1800 bis heute rund 80% der damaligen Anzahl an Vögeln verschwunden, davon rund 15% bis etwa 1960 und 65% bis heute. Das bedeutet, dass heute nur noch 20 Vögel umherfliegen, wo es früher 100 waren.
Dabei sind eine Reihe von Brutvogelarten ganz verschwunden – waren es früher rund 270 Brutvogelarten so sind es heutzutage noch 258. Unter in Deutschland nicht mehr brütenden Vogelarten sind beispielsweise die Blauracke, der Schlangenadler oder der Steinsperling. Und das Rebhuhn sowie der Seggenrohrsänger stehen kurz vorm Aussterben.
Neuzugänge sind dabei die Kanadagans, die Pekingente, die Nilgans oder die Rostgans. Und der Nandu ist mittlerweile als Brutvogel in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten.
Um dem Artensterben Einhalt zu gebieten, hatte der frühere Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie  Prof. Peter Bertold die Idee, dass jede Gemeinde etwa 10% ihrer Fläche als eine Art Biotop anlegt. Mittlerweile findet das Projekt zunehmend Unterstützung.
Interessant ist, dass sich in Berlin, der vogelreichsten Stadt Deutschlands, derzeit rund 150 Vogelarten die Stadt als Brutplatz ausgesucht haben.

Gedichte
1. Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tirilier'n!
Frühling will nun einmarschier'n, kommt mit Sang und Schalle.

2. Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen.

3. Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.

Das folgende wehmütige Gedicht stammt von dem Lyriker Walter Lex (1887-1917). Die volksliedhafte Marschmelodie dazu schrieb Robert Götz (1892–1978).

  1. Wildgänse rauschen durch die Nacht
    Mit schrillem Schrei nach Norden –
    Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!
    Die Welt ist voller Morden.
   2.  Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
    Graureisige Geschwader!
    Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,
    Weit wallt und wogt der Hader.
   3.  Rausch’ zu, fahr’ zu, du graues Heer!
    Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
    Fahrt ihr nach Süden übers Meer –
    Was ist aus uns geworden!
   4.  Wir sind wie ihr ein graues Heer
    Und fahr’n in Kaisers Namen,
    Und fahr’n wir ohne Wiederkehr,
    Rauscht uns im Herbst ein Amen!

Greifvögel

Adler
Die Bezeichnung Adler ist keine biologische Bezeichnung, sondern ist eine mehr umgangssprachliche Bezeichnung. Man versteht darunter besonders große und beeindruckende Greifvögel mit einer imponierenden Flügelspannweite. Sie alle gehören zur Ordnung der Greifvögel und - mit Ausnahme des Fischadlers - zur Familie der "Habichtartigen" Adler sind und waren die beliebtesten Wappentiere.

  • Fischadler (Pandion haliaetus)
    Der 51-58 cm große Fischadler hat mit 145-165 cm eine verhältnismäßig große Flügelspannweite, die es ihm ermöglicht, sich mit seiner bis zu 2 kg schweren Beute wieder in die Luft zu erheben.
    Überall in Europa und auch in Deutschland ist der durch rücksichtslose Verfolgung, Zerstörung des Lebensraums und Giftstoffeintrag in die Gewässer sehr selten geworden.
    Sein Kopf und seine Unterseite sind weiß gefärbt, mit schwarzbraunem Wangenstrich und schwarzbraunem Fleck auf der Stirn.
    Oberseits ist er weitgehend dunkelbraun gefärbt.
    Das Weibchen ist größer, aber ansonsten vom Männchen nicht zu unterscheiden.
    Der Fischadler bewohnt bewaldete Meeresküsten sowie Ufer von Flüssen und Seen.
    Zum Bau seines gewaltigen Horstes hoch auf einem alten Baum trägt er starke Äste zusammen.
    Seine 2-4 Jungen sowie sich selbst ernährt er ausschließlich mit Fisch. Im Suchflug fliegt er in 20-50 m Höhe über die Wasseroberfläche bis er einen Fisch erspäht hat.
    Nach kurzem Rütteln legt er die Flügel an und schießt im Sturzflug herab. Dabei taucht er unter großer Gischt vollständig ins Wasser ein, um sich anschließend mit der Beute wieder zu erheben. Seine Füße sind ideal für den Fischfang ausgebildet. Die Zehen tragen scharfe Krallen, sind unterseits rau gekörnt und stehen sich versetzt gegenüber, so dass die glitsche Beute kaum entkommen kann.
    Im Oktober verlassen die Fischadler ihr Brutgebiet und ziehen in ihr Winterquartier in Afrika südlich der Sahara

Schreiadler
Der Schreiadler ist der kleinste einheimische Adler. Er gehört zur Gattung der "echten Adler". Er ist nur 61-66 cm groß und hat eine Flügelspanne von 130-160 cm. Er besitzt ein dunkelbraunes Gefieder mit einem charakteristischen hellen Fleck auf der Oberseite der ausgebreiteten Flügel. Das Vorkommen des Schreiadlers ist in Deutschland auf Nordostdeutschland beschränkt, wobei er sein Brutrevier in dichten Laub- und Mischwäldern hat. Für die Brut seiner 2 Eier bezieht er häufig alte Nester von Bussarden oder Milanen im Kronenbereich alter Bäume. Das Besondere an diesem Adler ist, dass er nicht nur im Sturzflug oder von einem Ansitz aus jagen kann, sondern auch zu Fuß. Dabei stehen Mäuse, Frösche, Insekten, Schlangen und - selten - Aas auf seinem Speiseplan. Im September macht er sich wieder auf dem Rückweg in sein Winterquartier ins südliche Afrika.

  • Seeadler (Haliaeetus albicilla)
    Der in Europa heimische Seeadler ist 69-91 cm groß und hat eine Flügelspannweite von bis zu 225 cm. Im Gegensatz zum prächtigen Weißkopfseeadler, dem amerikanischen Wappenvogel, ist er recht schlicht gezeichnet. Sein Gefieder ist einheitlich braun gefärbt, nur der Kopf ist etwas heller. Der trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen immer noch vom Aussterben bedrohte Seeadler lebt in Küstennähe oder an großen Binnenseen, wo er seinen Horst auf Felsklippen oder in den Kronen großer alter Bäume errichtet. Er ist standorttreu und bezieht seinen Nistplatz jedes Jahr wieder, so dass mit der Zeit prächtige Bauwerke entstehen. Seine zwei Jungen ziehen die Elterntiere gemeinsam auf. Die Hauptnahrung bilden Wasservögel, wie z.B. Enten, Gänse, Schwäne, Bläßhühner und Haubentaucher, aber auch größere Fische werden erbeutet. Die mitteleuropäischen Populationen bleiben auch im Winter in ihrem Revier und ziehen nicht in den Süden. In dieser nahrungsarmen Zeit fressen sie auch Aas in Form verendeter Wildtiere.
  • Steinadler (Aquila chrysaetos)
    Der majestätische Steinadler ist sicherlich ein Sinnbild für die unberührte deutsche Bergwelt. Mit einer Größe von 75-88 cm und einer Flügelspannweite von 190-230 cm gehört er zusammen mit dem Seeadler zu unseren größten Adlern. Er ist dunkelbraun gefärbt mit goldbrauner Tönung am Hinterkopf, die im auch den Namen Goldadler einbrachte. Seine Beine sind bis zu den Fängen befiedert. Das größere Weibchen ist vom Männchen im Aussehen nicht zu unterscheiden. Früher überall in Deutschland heimisch, findet man den Steinadler bei uns mittlerweile nur noch in menschenleeren, hochgelegenen Gebieten der Alpen. Seinen Horst errichtet er entweder in Felsnischen oder auf hohen Bäumen. Auf die Jagd nach Hühnervögeln bis zur Auerhahngröße und Säugetieren vom Hasen bis zu Jungtieren von Reh, Gämse oder Hirsch geht er in größere Höhen als sein Nistplatz liegt. So kann er bis zu 6 kg schwere Beute im Sinkflug zum Horst transportieren. Er ist aber durchaus in der Lage schwerere Beute zu schlagen, welche er dann an Ort und Stelle verzehrt. Das Weibchen legt 2-3 Eier, wobei meist nur ein Junges durchkommt. Die Aufzucht, die wie bei allen Greifvögeln von beiden Eltern durchgeführt wird, dauert nach dem Schlüpfen noch bis zu 11 Wochen. Auch dauert es 5-6 Jahre, ehe die jungen Steinadler selbst geschlechtsreif sind. Unsere heimischen Populationen bleiben das ganze Jahr ihrem Revier treu.
  • Bussarde
    Unter Bussarden versteht man Vögel aus der Ordnung der Greifvögel, der Familie der Habichtartigen und der Gattung Bussarde (Buteo). In Deutschland gibt es nur eine Art der Gattung Bussarde - den Mäusebussard. Wobei der Wespenbussard der Gattung Wespenbussard (Pemis) angehört. Im Aussehen ähneln Bussarde der Gattung Adler (Aquila), unterscheiden sich von ihnen aber besonders durch ihre erheblich geringere Größe.
    Der Schnabel der Bussarde ist relativ kurz und von seinem Ursprung an gebogen. Die Beine sind meist federlos. Ihr Gefieder ist auf der Unterseite stark quergebändert und ihr Schwanz ist relativ kurz. Die Weibchen sind in der Regel etwas größer als die Männchen
    Bussarde ernähren sich von Kleinsäugern, wie Mäusen sowie von Vögeln, sie verschmähen aber auch keine Regenwürmer oder Reptilien. Bei Besitzern von Hühnern sind diese Vögel wenig beliebt, da sie dieses Federvieh gerne als Beutetier ansehen. Ihre Beute schlagen sie fast immer nach einem am Boden. Dabei jagd das Tier gerne von Bäumen oder Sträuchern aus.

    • Mäusebussard (Buteo buteo)
      Der Mäusebussard ist einer der häufigsten europäischen Greifvögel. Mit seinen 51-56 cm Körpergröße und 117-137 cm Spannweite reicht er nicht an die Ausmaße eines Adlers heran, ist jedoch deutlich größer als die verschiedenen Falkenarten. Seine Gefiederfärbung ist sehr variabel und reicht von dunkelbraun bis fast weiß, wobei die Unterseite stets relativ hell ist. Im Flug ist die deutliche Querbänderung der Flügel- und Schwanzunterseite zu erkennen. Häufig kann man den Mäusebussard im Gleitflug beobachten. Seine an das Miauen einer Katze erinnernde „hiääh-hiääh“ Rufe sind weithin hörbar und brachten ihm früher den Namen Katzenaar ein (Aar = altdeutsch für Adler). An den Lebensraum stellt er keine besonderen Anforderungen und auch die Nähe von menschlichen Siedlungen stört ihn nur wenig. Er benötigt lediglich hohe Bäume für den Bau seines Nestes (Horst) und freie Flächen für die Jagd. So findet man ihn an Waldrändern, über offenen Kulturflächen, im Gebirge sowie auch in Mooren und Flußniederungen. Als Hauptnahrungsquelle dienen Feldmäuse, aber auch andere Kleintiere wie Feldhamster, Maulwürfe, Eidechsen und Schlangen verschmäht er nicht. Im Winter frisst er zudem Aas. Die Jagd wird entweder vom Ansitz ausgeführt oder aus dem Gleitflug heraus. Als Ansitz dient nahezu alles, was ihm eine erhöhte Sitzposition ermöglicht: Baumstümpfe, Zaunpfosten, Heuhaufen, große Steine. In jungen Pflanzungen werden so genannte … aufgestellt und vom Mäusebussard gerne angenommen. So wird verhindert, dass die Nagerpopulation in diesen häufig eingezäunten Bereichen zu groß wird und Schaden an den jungen Pflanzen anrichtet. Der Horst für die Aufzucht seiner 3-4 Jungen wird über viele Jahre wieder verwendet.
    • Rauhfußbussard (Buteo lagopus)
      Der 51-61 cm große Rauhfußbussard hat eine Flügelspannweite von 130-152 cm und ist somit etwas größer als der ihm sehr ähnlich sehende Mäusebussard. Sein Gefieder variiert ebenfalls und kontrastreich wechseln sich weiße und dunkelbraune Bereiche ab. Häufig ist der Kopfbereich weiß. Seine Füße sind bis zum Zehenansatz befiedert. Im Flug lässt er sich anhand eines dunklen Flecks auf fast weißem Untergrund an den Flügelunterseiten erkennen. Das Weibchen ist in der Regel größer als das Männchen. Der Rauhfußbussard ist ebenfalls ein Zugvogel, aber im Gegensatz zum Wespenbussard verbringt er den Winter in unseren Breiten und den Sommer im hohen Norden, Skandinavien und Sibirien, wo er seine 3-5 Jungen aufzieht. Seinen Horst baut er in hohen Bäumen, aber in baumlosen Gegenden auch am Boden oder auf Felsvorsprüngen. Zur Jagd auf Kleinsäuger und Nagetiere, wie Mäuse, Maulwürfe und Lemminge verharrt er meist am Boden leicht erhöht auf Erdschollen, Maulwurfshügeln oder niedrigen Büschen.
    • Wespenbussard (Pernis apivorus)
      Der 51-58 cm große Wespenbussard hat eine Flügelspannweite von 119-127 cm und gehört-  wie erwähnt - nicht zur Gattung Bussarde (Buteo), sondern zur Gattung Wespenbussarde (Pernis). Er hat eine sehr variable Gefiederfärbung mit brauner Grundfärbung und dunkleren Flecken und Querbändern. Kopfplatte und Wangen sind schiefergrau. Er ist in ganz Deutschland verbreitet, aber seltener als der Mäusebussard. Sein bevorzugter Lebensraum sind gut strukturierte Laubwälder mit Lichtungen. Seinen Horst errichtet er häufig auf alten Krähennestern, baut aber auch selbst in hohen Bäumen. Seinem Namen macht er alle Ehre, da er als ausgesprochener Nahrungsspezialist Wespen, Bienen und Hummeln ausgräbt und sich von diesen und deren Larven ernährt. Insbesondere die saftigen Larven werden zur Aufzucht der Jungvögel verwendet. Nur selten frisst er auch andere Insekten, Käfer, Heuschrecken und kleine Wirbeltiere. Im Segelflug macht er am Erdboden bewohnte Nester aus, indem er den Ein- und Ausflug an den Erdlöchern beobachtet. Der Wespenbussard hat auf Grund seiner Ernährungsgewohnheiten einige für Greifvögel untypische Merkmale ausgebildet, wie den Grab- oder Scharrfuß mit nur leicht gekrümmten Krallen sowie eine dichte, schuppige und harte Befiederung im Kopfbereich an der Schnabelwurzel und schlitzförmige Nasenlöcher - als Schutz gegen Wespenstiche. Als echter Zugvogel kehrt der Wespenbussard erst im April aus seinem Winterquartier in Afrika südlich der Sahara zurück, um bei uns seine 2 Jungen aufzuziehen. Bereits im September macht er sich wieder auf den Rückweg. Auf der Roten Liste ist er als gefährdet eingestuft.

    Milane

    • Schwarzer Milan (Milvus migrans)
      Der Schwarze Milan ist 56-60 cm groß und besitzt eine Spannweite von 130-150 cm. Sein Gefieder ist durchgehend dunkelbraun gefärbt und sein Schwanz ist nur leicht gegabelt. Beide Merkmale helfen bei der Unterscheidung von seinem nahen Verwandten, dem in Kroatien nicht vorkommenden Roten Milan.
      Als Lebensraum bevorzugt er lichte Laubwälder und Feldgehölze in der Nähe von größeren Gewässern. Seinen Horst baut er in der Krone von Laubbäumen. Diesen polstert er mit allerlei weichem Material aus und verwendet dazu auch Papierfetzen und Lumpen.
      Der Schwarze Milan ernährt sich hauptsächlich von Fisch. Geschickt fängt er tote oder geschwächte Fische an der Wasseroberfläche oder frisst angeschwemmtes Aas. Er jagt aber auch anderen großen Vögeln gelegentlich ihre Beute ab und fängt selbst zur Brutzeit Wasservögel sowie verschiedene Kleintiere.
      Bei knappem Nahrungsangebot findet er sich zudem auf Mülldeponien ein. Den Winter verbringt er als Ganzjahresvogel im südlichen Europa (Griechenland, Türkei) oder zieht nach Zentral- und Südafrika. Unterarten des Schwarzen Milans kommen sogar in Australien vor.
    • Roter Milan (Milvus milvus)
      Der Rote Milan ist bis 61 cm groß und besitzt eine Spannweite von 145-155 cm. Sein tief gegabelter Schwanz und die namensgebende rotbraune Gefiederfärbung unterscheiden ihn vom Schwarzen Milan. Auf der Flügelunterseite besitzt er im äußeren Drittel deutliche, helle Bereiche. Auch sein Kopf ist heller vom restlichen Körper abgesetzt. In seinem Gesamterscheinungsbild ist er schlanker als z.B. der Mäusebussard. Er lebt in Landschaften, in denen sich Laubwald und offene Flächen abwechseln. Er fliegt viel im Gleit- und Segelflug. Bei der Nahrung ist er nicht sehr wählerisch. Er erbeutet Fasane, Junghasen, Maulwürfe, Eidechsen und Schlangen, begnügt sich aber auch mit Käfern, kleineren Insekten und Regenwürmern. Er verschmäht aber auch Aas nicht und sucht Straßenränder und Bahndämme nach überfahrenen Tieren ab. Zudem ist er in der Lage, auch größere Vögel wie Krähen oder Möwen in der Luft zu schlagen. Seinen Horst baut er in der Krone alter Laubbäume. Diesen polstert er, wie der Schwarzmilan mit allerlei weichem Material aus und verwendet dazu auch Papierfetzen und Lumpen. In Deutschland ist er nur während der Brutzeit anzutreffen und überwintert im Mittelmeerraum von Südeuropa und Nordafrika. Ganzjährig findet man ihn z.B. in Südfrankreich, Süditalien und Spanien.

    Habicht (Accipiter gentilis)
    Wie beim nahe verwandten, aber deutlich kleineren Sperber sind auch Männchen (48 cm) und Weibchen des Habichts (61 cm) unterschiedlich groß. In der Gefiederfärbung unterscheiden sich die Geschlechter allerdings kaum. Die Färbung der Oberseite reicht von graubraun (m) bis schiefergrau (w). Die Unterseite ist schwarz-weiß quergebändert. Der Habicht bewohnt bevorzugt Nadelwälder mit altem Baumbestand. In der Krone alter Bäume bauen die Elterntiere zusammen ein großes Nest aus aus Ästen und Zweigen von Nadelbäumen, welches gut ausgepolstert wird. Gelegentlich werden auch verlassenen Bussardhorste bezogen. Während das Weibchen allein die 2-4 Eier bebrütet, wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Das Männchen schlägt hauptsächlich Vögel vom Sperling bis zur Taube, ähnlich dem Sperber, in vollem Flug aus der Luft. Das größere Weibchen ist in der Lage auch Rabenvögel, Eichhörnchen, Kaninchen und Hasen zu erbeuten. Die reviertreuen Habichte verlassen auch im Winter ihr Brutgebiet normalerweise nicht.chtet. Das Weibchen legt noch im Januar nur ein einziges Ei, welches beinahe zwei Monate bebrütet werden muss. Anschließend werden die Jungvögel noch bis zu 4 Monate aufgezogen bis sie sich fliegen und sich selbstständig mit Nahrung versorgen können.

    Sperber (Accipiter nisus)
    Männchen (28 cm) und Weibchen des Sperbers (38 cm) unterscheiden sich deutlich in ihrer Größe. Die Grundzeichnung beider Geschlechter ist sehr ähnlich, das Männchen ist jedoch auffälliger gefärbt. Er hat eine blaugraue Oberseite mit einer rotbraun-weiß quergebänderten Unterseite, während Sie eine braungraue Oberseite und eine grau-weiß quergebänderte Unterseite besitzt. Der im Sitzen gedrungen und buckelig wirkende Sperber jagt ausgesprochen wendig im Verfolgungsflug kleine Vögel bis hin zur Taubengröße. In seinem natürlichen Lebensraum, Nadel- und Mischwälder mit angrenzenden Freiflächen, machen Tannenmeisen, Kohlmeisen und Buchfinken einen Großteil der Beute aus, wohingegen in stadtnahen Gebieten Sperlinge und Grünfinken die Hauptnahrungsquelle bilden. Sein Nest errichtet der Sperber bevorzugt in Fichten oder Kiefern. Das Weibchen legt 4-5 Eier und brütet allein, während das Männchen sie mit Nahrung versorgt. In vielen Regionen Europas ist er ganzjährig anzutreffen. Die Brutvögel aus dem Norden verbringen den Winter meist in Südfrankreich oder Spanien.

    Weihen (Circinae)
    Die Weihen bilden eine weitere Unterfamilie der Greifvögel mit 3 Gattungen und 17 Arten. Bei uns heimisch sind Rohrweihe, Kornweihe und Wiesenweihe aus der Gattung Circus. Weihen sind mittelgroße Greifvögel, die offene Landschaften bewohnen und ihren Horst am Boden bauen. Charakteristisch sind zudem ihr gaukelnder Flug und ihre akrobatischen Flugspiele zur Balzzeit.

    • Rohrweihe (Circus aeruginosus)
      Die Rohrweihe ist mit ihren 48-56 cm und 116-125 cm Spannweite die größte heimische Weihe und kommt fast in ganz Europa vor. Ihr Gefieder hat eine rostbraune Grundfärbung. Der Kopf ist hellbraun bis beige gefärbt und hat einen angedeuteten Gesichtsschleier. Schwanz und Armschwingen sind dunkelbraun. Die Rohrweihe bevorzugt große Röhrichtflächen an Seen und Teichen, in deren Uferzonen sie gut versteckt in dichter Vegetation am Boden einen wenig kunstvollen Horst aus Schilf und Gräsern baut. Dort hinein legt das Weibchen 3-6 Eier, welche es auch allein ausbrütet. Dabei wird es aber vom Männchen mit Futter versorgt. Auf der Suche nach Nahrung fliegt die Rohrweihe knapp über dem Boden oder der Wasseroberfläche, wobei ihre Flügel von vorne betrachtet die typische V-Form bilden. Ihre Nahrung besteht aus Wasservögeln bis zur Bläßhuhngröße oder Kleinsäugern wie Bisamratten oder Schermäusen. Im Frühjahr ist sie auf die Jagd auf die Küken von Enten, Rallen, Möwen und Tauchern spezialisiert. Bereits im Spätsommer machen sie sich wieder auf den Weg in ihr Winterquartier, welches sie im tropischen Afrika aufschlagen. Die Südeuropäischen Populationen bleiben in ihrem angestammten Revieren.
    • Kornweihe (Circus cyaneus)
      Die Kornweihe misst 43-51 cm und hat eine Flügelspannweite von 100-110 cm. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht nur in der Größe - das Weibchen ist größer – sondern auch erheblich im Aussehen. Während das Männchen oberseits bis auf die schwarzen Flügelspitzen fast einfarbig hellgrau ist und einen weißen Bauch hat, ist das Weibchen oberseits einfarbig braun mit weißem Bürzel und unterseits durchgehend weiß-braun quergebändert. Neben Röhrichtflächen, lebt die Kornweihe auch in Mooren, auf Brachflächen und Ackerland. Ihren Horst baut sie leicht erhöht an einem trockenen Standort am Boden, umgeben von dichtem Pflanzenbewuchs. Nicht selten lässt sie sich aber auch in Getreidefeldern nieder. Ihr Nahrungsspektrum und ihre Jagdgewohnheiten ähneln denen der Rohrweihe. Da sie aber auch viel über Land unterwegs ist, erbeutet sie auch Hühnervögel. Das legt Weibchen 3-6 Eier, welche es auch allein ausbrütet. Dabei wird es aber vom Männchen mit Futter versorgt. Den Winter verbringen unsere heimischen Populationen im Mittelmeerraum oder in Nordafrika.
    • Wiesenweihe (Circus pygargus)
      Die Wiesenweihe ist unsere kleinste heimische Weihe. Sie ist mit 41-46 cm und einer Spannweite von 105-120 cm kleiner und schlanker als die Kornweihe. In ihrer Zeichnung sind beide Geschlechter der Kornweihe sehr ähnlich. Das Männchen ist oberseits asch- bis blaugrau, hat schwarze Flügelspitzen und weißen Bauch. Das größere Weibchen ist oberseits einfarbig braun mit weniger deutlichem weißen Bürzel und unterseits durchgehend weiß-braun quergebändert. Ihr bevorzugter Lebensraum sind ausgedehnte Feuchtwiesen zwischen Bächen, Flüssen und Wasserarmen. Man findet sie aber auch in Brüchen, Mooren und Heidelandschaften. Ihr Nest errichtet sie am Boden im Röhricht oder hohen Gras aus trockenem Pflanzenmaterial. Dort hinein legt das Weibchen 3-5 Eier, welche es auch allein ausbrütet. Dabei wird es aber vom Männchen mit Futter versorgt. Aus bodemnahen Suchflug erbeutet die Wiesenweihe Mäuse, Kleinvögel, Insekten, Schlangen und Eidechsen. Den Winter verbringt sie im tropischen Afrika oder Asien

     

    Falken

    Die Falken (Falco) sind eine Gattung aus der Unterfamilie der Eigentlichen Falken (Falconinae) und der Familie der Falkenartigen (Falconidae).
    Sie gehören nicht zu den Greifvögeln sondern bilden eine eigene Gattung.
    Die Vögel haben meist einen langen Schwanz und spitze Flügeln. Sie besitzen einen hakenförmig nach unten gebogenen Oberschnabel- den so genannten Falkenzahn.
    Dieser Zahn unterstützt ihren Biss in den Nacken oder den Hinterschädel des Beutetiers, um es zu töten. Die Gattung der Falken (Falco) ist weltweit weit verbreitet und umfasst 39 verschiedene Arten.
    Davon kommen in Mitteleuropa Baumfalken, Rotfußfalken, Sakerfalken, Turmfalken sowie Wanderfalken als Brutvögel vor. Falken bauen im Gegensatz zu den Greifvögeln keine Nester, sondern brüten in den Nestern anderer Vogelarten oder in Mulden an Felswänden, Gebäuden oder auf Bäumen.
    Die meisten Falken schlagen ihre Beute in der Luft und fast nur der Turmfalke sucht seine Beute mittels des Rüttelns am Boden. Besonders interessant ist die Jagdmethode des Wanderfalken.
    Dieser bis zu ca. 300 km/h schnelle Vogel rammt seine Beute mit seinen Füßen und Krallen mit einer so großen Energie, dass das bereits meist zum Tod führt.
    Ihre Beute besteht neben Vögeln bis zur Größe einer Taube auch aus kleineren Säugetieren, Reptilien und Amphibien.

    • Baumfalke (Falco subbuteo)
      Der 30-36 cm große Baumfalke ist in Europa ein reiner Brutvogel. Sein Winterquartier bezieht er in Süd- und Ostafrika. Männchen und Weibchen sind in ihrer Färbung nicht zu unterscheiden; das Weibchen ist jedoch etwas größer. Die Gefiederoberseite ist einheitlich dunkelbraun gefärbt, mit Ausnahme der weißen Kehle und einem schmalen weißen Halsband mit markantem dunklem Bartstreif. Bauch und Brust sind weiß mit schwarzer Querbänderung, Schwanzunterseite und Beinkleid sind rötlich eingefärbt. Der Baumfalke bewohnt lichte Wälder, Waldränder und offene Landschaften mit Baumbestand, häufig aber nicht ausschließlich in Gewässernähe. Seine Brut zieht er auf Bäumen in alten Krähen- oder Greifvogelnestern auf. Die bis zu 5 Eier werden vom Weibchen weitgehend allein ausgebrütet, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt. Die Beute wird ausschließlich in der Luft erjagt und mit den kräftigen Fängen gepackt, dabei jedoch meist nicht getötet. Hauptnahrungsquelle sind Kleinvögel, darunter auch schnelle Flieger wie Lerchen, Schwalben und Mauersegler, aber auch Insekten, wie z.B. Libellen, sind Teil des Nahrungsspektrums. Wie alle Falken besitzt auch der Baumfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem so genannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Zum Fressen oder um seine Beute für die Fütterung von Weibchen oder Jungtieren vorzubereiten, bringt er sie zu einem Rupfplatz auf einem Ast, um mit seinem scharfen Schnabel die Federn.
    • Turmfalke (Falco tinnunculus)
      Beim 34 cm großen Turmfalken lassen sich Männchen und Weibchen anhand ihrer Gefiederfärbung eindeutig unterscheiden. Das Männchen besitzt einen blaugrauen Kopf und grauen Schwanz sowie einen rotbraunen Rücken und rotbraune Flügeloberseiten mit schwarzen Tropfenflecken. Das Weibchen hingegen ist einheitlich rostbraun gefärbt und vom Kopf an durchgängig schwarz quergebändert. Die Unterseite beider Geschlechter ist hellbraun mit weniger stark ausgeprägter Querbänderung und einer schwarzen Endbinde an der Schwanzunterseite. Der Turmfalken gehört zu den häufigsten Greifvögeln Europas. Dies liegt an den vielfältigen Lebensräumen, die er erobert hat. Man findet ihn in offenen Landschaften, an Waldrändern, in Mooren, im Gebirge und in Städten. In seinen natürlichen Lebensräumen brütet er in alten Krähen- oder Greifvogelnestern und in Baumhöhlen oder Felsspalten. In der Stadt oder auf Dörfern trifft man ihn nicht selten in hohen Gebäuden, wie z.B. Kirchtürmen an. So kam der Turmfalke auch zu seinem Namen. Gerne nimmt er eigens installierte Nistkästen in und an Gebäuden an. Seine Beute, hauptsächlich Mäuse aber auch Heuschrecken, Käfer und Grillen, erbeutet er meist aus dem Rüttelflug. Dabei steht der Vogel mit rüttelndem Flügelschlag an Ort und Stelle in der Luft, zum Beispiel über einem Mauseloch. Zeigt sich dann das Beutetier, geht der Turmfalke in den Sturzflug über und schießt blitzschnell zu Boden, um die Beute mit seinen kräftigen Fängen zu packen. Dabei wird sein Opfer meist jedoch nicht getötet. Wie alle Falken besitzt der Turmfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem sogenannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Die 4-6 Eier werden vom Weibchen weitgehend allein ausgebrütet, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt. In Mittel- und Südeuropa ist der Turmfalke das ganze Jahr über anzutreffen. Die nördlichen Brutvögel, z.B. aus Skandinavien, ziehen im Winter nach Süden.
    • Wanderfalke (Falco peregrinus)
      Der immer noch gefährdete und unter Naturschutz stehende Wanderfalke ist mit 38-48 cm der größte, in Mitteleuropa vorkommende Vertreter der Gattung Falco. Nur der skandinavische Gerfalke (Falco rusticolus) ist größer. Männchen und Weibchen lassen sich anhand ihrer Gefiederfärbung kaum unterscheiden, letzteres ist etwas dunkler gefärbt. Generell ist das Weibchen (43-48 cm) aber größer als das Männchen (38-41 cm). Die gesamte Oberseite, Kopf, Rücken und Schwanz sind schiefergrau gefärbt. Charakteristisch ist sein breiter schwarzer Backenstreif. Die cremefarbene Unterseite, sowie die Federhosen sind mit einer zarten schwarzen Querbänderung versehen. Schnabel, Füße und Augenring sind von kräftig gelber Farbe. Je nach Lebensraum, von der Küste bis ins Gebirge, brütet der Wanderfalke in unzugänglichen Felsnischen oder seltener in alten Greifvogelhorsten. Auch seine bevorzugte Beute hängt vom Nahrungsangebot des jeweiligen Lebensraums ab. So erbeutet er Vögel von Meisen- bis zur Größe von Tauben. Anders als die anderen heimischen Falkenarten, ernährt er sich größtenteils von Vögeln, die er in der Luft schlägt. Dabei schießt er im Sturzflug mit 300 rund km/h auf sein Opfer herab und tötet oder betäubt es durch einen Hieb mit den Krallen, so dass es zu Boden stürzt. Das wehrlose Tier nimmt er dann geschickt im Flug vom Boden oder von der Wasseroberfläche auf, um es an seinem Rupfplatz in Ruhe zu verzehren. Wie alle Falken besitzt der Wanderfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem sogenannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Im März legt das Weibchen mit jeweils einigen Tagen Abstand 3-4 Eier. Das Brüten ist hauptsächlich ihre Aufgabe des Weibchens, nur gelegentlich wird sie vom Männchen abgelöst. Dieses übernimmt dafür den Großteil der Nahrungsversorgung. Nach dem Schlüpfen dauert es noch bis in den Oktober bis die Jungvögel völlig unabhängig sind. Anders als es sein Name besagt sind Wanderfalken relativ reviertreu und die mitteleuropäischen Bestände ziehen auch im Allgemeinen m Winter nicht in den Süden. Nur die im hohen Norden lebenden Populationen verbringen die kalte Jahreszeit teils im tropischen Süden.

    Eulen (Strigiformes)

    Allgemeines
    Eine Eule, zu deren Familie auch Käuze und Uhu gehören, hat wohl kaum einer je in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen. Das liegt daran, dass sie fast ausschließlich nachtaktiv sind und sich tagsüber im dichten Baumbestand versteckt halten. Zur nächtlichen Jagd verharren die meisten Eulen ruhig auf einem als Ansitz dienenden Ast oder Baumstumpf und lauschen mit ihrem ausgezeichneten Gehör auf das kleinste Geräusch am Erdboden. Ihr ebenfalls hervorragend ausgeprägter Sehsinn ermöglicht ihnen zudem auch in dunkelster Nacht noch die Orientierung. Haben sie ein Beutetier ausgemacht, zumeist kleine Nager, gleiten sie dank ihrer speziellen Flügelarchitektur lautlos herab und packen es mit ihren scharfen Krallen. Mit einem Schnabelhieb oder –biss wird das Beutetier getötet und anschließend zumeist im Ganzen verschlungen. Fell und Knochen werden in regelmäßigen Abständen in Form von Gewöllen wieder ausgespien. Auf Grund von Gewölleanalysen kennt man relativ genau die Zusammensetzung der Nahrung vieler Eulenarten und kann anhand der darin enthaltenen Schädel die Menge der Beutetiere errechnen. Man schätzt, dass z.B. eine Waldohreule jährlich bis zu 1000 Mäuse verzehrt.

    Schleiereule (Tyto alba)
    Die 34 cm große Schleiereule hat ihren Namen von ihrem herzförmigen, braungerandeten Gesichtsschleier. Hinterkopf, Rücken und Flügeldecken sind goldgelb bis hellbraun gefärbt und mit dunkleren Punkten und Tupfen übersäht. Die Unterseite ist weißlich gefärbt mit kleinen schwarzen Punkten. Das für Eulen typische Beinkleid ist ebenfalls weiß. Die Schleiereule ist ein typischer Kulturfolger, der in menschlichen Behausungen wie Bauernhöfen, Kirchtürmen oder Burgruinen nistet. Ein echtes Nest baut sie allerdings nicht, sondern bebrütet ihre Eier meist direkt auf dem vorhandenen Untergrund. Sie ernährt sich fast ausschließlich von Mäusen, die sie auf nächtlicher Jagd erbeutet.

    Steinkauz (Athene noctua)
    In der griechischen Mythologie war die Göttin Athene stets mit einer Eule assoziiert. So kam der Steinkauz auch zu seinem wissenschaftlichen Namen, der übersetzt „nächtliche Athene“ bedeutet. Auch das Sprichwort „Eulen nach Athen tragen“ und die Abbildung des Steinkauzes vormals auf der griechischen Drachme und jetzt der griechischen 1-Euro Münze weist auf das dortige Vorkommen dieses überall in Europa heimischen Kauzes hin. Der mit 22 cm kleine Steinkauz bevorzugt offene Landschaften, auch Kulturlandschaften und ist in vielerlei Hinsicht äußerst vielseitig. Als Nistplatz bevorzugt er Höhlen in alten Bäumen, bezieht aber auch, wie sein Name besagt, Mauerlöcher und Gebäude sowie verlassene Kaninchenbauten im Erdboden. Obwohl er hauptsächlich nachts auf Nahrungssuche ist, kann man ihn auch tagsüber bei der Jagd beobachten. Neben Mäusen, die er in eulentypischer Jagdmanier vom Ansitz aus erbeutet, frisst er auch Käfer und Heuschrecken, die er sich aus bodennahem Flug oder im Hüpfen schnappt. Insekten und kleine Vögel schlägt er zudem in der Luft.

    Uhu (Bubo bubo)
    Der Uhu ist mit einer Rumpfgröße von 66-71 cm und einer Flügelspannweite von 150 cm die größte Eule Europas. Das Weibchen ist etwas größer als das Männchen. Das ausdrucksstarke Gesichtsfeld ist durch die großen orangeroten Augen, die schnurrbartartige Linie unterhalb des Schnabels und die spitz zulaufenden Ohrpinsel gekennzeichnet. Das Gefieder ist gelbbraun gefärbt und besonders an Brust und Rücken schwarz geflammt. Auf Grund seiner Größe ist der Uhu in der Lage neben allerlei kleinen Nagetieren auch Hasen, Kaninchen, Eichhörnchen, Marder und größere Vögel wie Krähen und Rebhühner zu erbeuten. Die Jagd erfolgt in niedrigem Suchflug oder vom Ansitz aus. Mit seinen gewaltigen Krallen schlägt er seine Beute, mitunter auch Fische an der Wasseroberfläche, die er dann auf einem Ast oder Felsvorsprung in Stücke reißt und verspeist. Als Lebensraum bevorzugen Uhus ungestörte, felsige Gebirgsregionen oder abwechslungsreiche Landschaften mit offenen Flächen und dichten Wäldern. Die in lebenslanger Ehe lebenden Vögel nisten in Felsnischen, verlassen Raubvogelhorsten oder sogar auf dem Boden. Nicht selten suchen sie ihre Nistplätze im nächsten Jahr wieder auf. Während das Weibchen brütet und solange sich die 2-3 Jungvögel noch im Horst aufhalten, übernimmt das Männchen für insgesamt ca. 15 Wochen allein die Versorgung der Familie. Im Alter von ca. 10 Wochen verlassen die noch flugunfähigen Jungen das Nest und werden dann in der Nähe von beiden Elternteilen bis zu weiteren 15 Wochen mit Nahrung versorgt.

    Waldkauz (Strix aluco)
    Der mit 38 cm mittelgroße Waldkauz ist die häufigste Eulenart Mitteleuropas. Er hat einen kompakten, gedrungenen Körper und einen verhältnismäßig großen Kopf. Das in seiner Grundfarbe rostrote Gefieder weist eine regelrechte Marmorierung aus zahlreichen helleren und dunkleren Flecken auf. Bauch und Flügelunterseite sind heller. Das Gesicht mit den schwarzbraunen Augen ist scharf abgegrenzt. Vom Kopf läuft ein dunkelbrauner „Mittelscheitel“ bis zum grauen Schnabel. Der Waldkauz bewohnt Laub- und Mischwälder, ist aber ebenso häufig in Parks und Gärten in Großstädten anzutreffen. Sein Nest baut er bevorzugt in Baumhöhlen, aber man findet ihn auch in Mauerlöchern, verlassenen Kaninchenbauen und Nistkästen. Das dämmerungs- und nachtaktive Tier jagt bevorzugt kleine Nagetiere wie Mäuse bis hin zu Eichhörnchen, fängt aber auch junge Hasen, Vögel und Frösche. Die Jagd erfolgt meist im Anflug vom Ansitz aus, wo der Kauz reglos ausharrt bis er ein Beutetier am Boden mit seinem ausgeprägten Gehör ausgemacht hat. Dann gleitet er lautlos zu Boden und packt seine ahnungslose Beute mit seinen scharfen Krallen. Im März legt das Weibchen 3-5 Eier, welche es ca. einen Monat lang bebrütet. Die Jungvögel werden von beiden Eltern nach dem Schlüpfen noch ca 7-8 Wochen mit Nahrung versorgt, bis der Nachwuchs das elterliche Revier verlässt und sich im größeren Umkreis niederlässt. Die standorttreuen Vögel verlassen auch im Winter ihr angestammtes Brutrevier nicht.

    Waldohreule (Asio otus)
    Die bis 36 cm messende Waldohreule bewohnt Nadel- und Mischwälder sowie Heidelandschaften und große Parkanlagen. Das charakteristischste Kennzeichen sind ihre langen Federohren, die jedoch nicht das eigentliche Hörorgan bilden. Sie besitz einen scharf umgrenzten Gesichtsschleier und gelbe Augen. Ihr Gefieder hat einen orangebraune bis rostrote Grundtönung, ist marmoriert und mit zahlreichen dunkleren Sprenkeln bedeckt. Die Waldohreule baut keine eigenen Nester, sondern bezieht alte Nester von Tauben, Krähen oder Greifvögeln. Den Tag über verbringt sie still, nah am Stamm auf einem Ast sitzend. Mit der Dämmerung wird sie aktiv und geht auf die Jagd. Im Gleitflug hält sie Ausschau nach ihrer Hauptnahrung, Mäusen. Nur selten jagt sie vom Ansitz aus. Solange sich die Jungvögel noch im Horst aufhalten, übernimmt das Männchen allein die Fütterung. Im Alter von ca. 3 Wochen verlassen die noch flugunfähigen Jungen das Nest und werden dann in der Nähe, auf einem Ast hockend, von beiden Elternteilen versorgt. Sie tragen in dieser Zeit noch das für junge Greifvögel und Eulen typische Dunenkleid.

    Singvögel

    Alpendohle, Bergdohle (Pyrrhocorax graculus)
    Die Alpendohle ist mit ca. 38 cm und bis zu 240 g etwas größer als die Dohle, mit der sie trotz einer großen Ähnlichkeit nicht eng verwandt ist. Ihr Gefieder ist durchgehend schwarz gefärbt und glänzt nicht. Sie hat einen gelben Schnabel und rote Beine und ist somit gut von der Dohle zu unterscheiden. Man trifft die Alpendohle bei uns fast überall in den Alpen an, sowie in südeuropäischen Gebirgsregionen, wie z.B. den Pyrenäen. Der gute Segelflieger ist nicht sehr scheu und häufig an den Hütten der Berggipfel und Seilbahnstationen zu beobachten. Dort lässt sich die Alpendohle mit menschlichen Nahrungsmitteln füttern, was man als echter Naturfreund aber unterlassen sollte. Natürlicherweise ernährt sich der Allesfresser aber von Insekten, Würmern, Schnecken, Beeren, Aas und auch Abfällen. Sie brütet in größeren Höhlen von steilen, unzugänglichen Felswänden in einer Höhe von bis zu 3000 Metern und bildet meist Brutkolonien. Die Alpendohle baut ein einfaches Nest aus Reisig, in welches sie 4-5 Eier legt. In gut besuchten Skigebieten bleibt sie auch im Winter in großer Höhe, wohingegen andere Populationen dann talwärts ziehen.

    Blaukehlchen (Luscinia svecica)
    Das Blaukehlchen ist bei uns als Brutvogel sehr selten und im Allgemeinen nur im Durchzug zu beobachten. Der 14 cm große Vogel, der in Gestalt dem Rotkehlchen sehr ähnlich ist, kommt in Europa in zwei Rassen vor: als Rotsterniges Blaukehlchen mit weißen Fleck auf der blauen Kehle und als Weißsterniges Blaukehlchen mit rotem Fleck. Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz sind schwarzgrau gefärbt. Der Unterbauch ist weiß. Beim Weibchen fehlt die bunte Kehlfärbung völlig. Den Kopf ziert bei beiden Geschlechtern ein weißer Überaugenstreif. Es bevorzugt schilfreiche Feuchtgebiete, unterwuchsreiche Bruch- und Auwälder sowie Moorgebiete. Den Nestbau sowie das ausbrüten der 5-6 Eier an einem geschützten Standort am Boden übernehmen beide Elternteile, wobei das Weibchen den Großteil der Arbeit übernimmt, während das Männchen das Revier verteidigt bzw. Nahrung herbeischafft.. Gejagt wird ebenfalls am Boden. Als Beute dienen kleine Insekten und Spinnentiere, im Herbst auch Beeren. Bereits zwischen August und September machen sich die Blaukehlchen wieder auf den Weg in ihre Winterquartiere in die Savannengebiete Afrikas nördlich des Äquators.

    Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
    Das 13 cm große Braunkehlchen ist eng mit dem auf den ersten Blick sehr ähnlichen Schwarzkehlchen verwandt. Kinn, Kehle und Brust sind rostbraun. Die Oberseite und Flügel sind hellbraun bis schwarzbraun gefärbt und schuppig gezeichnet. Das Gesicht ist seitlich durch einen weißen Überaugen- und Bartstreif eingerahmt. Die Färbung des Weibchens ist insgesamt etwas blasser. Das Braunkehlchen lebt in feuchten Wiesen und ist häufig auf einer erhöhten Warte sitzend anzutreffen, z.B. einem einzelnstehendem Strauch oder einer Staude. Das Nest wird vom Weibchen gut versteckt zwischen Grasbüscheln in einer Mulde am Boden gebaut. Die 5-6 Eier brütet es auch alleine aus. Während das Männchen einen erhöhten Punkt als Singwarte nutzt, verwenden beide Partner eine Warte als Ausgangspunkt für die Jagd. Nach kurzem Jagdflug auf erspähte Insekten, Würmer und Spinnen kehren sie meist zur Warte zurück um weiter Ausschau zu halten. Die Winterquartiere liegen im tropischen Afrika südlich der Sahara.

    Dohle (Coloeus monedula)
    Die Dohle erreicht bei einer Größe von 33 cm ein Gewicht 200 g, wobei die Weibchen etwas kleiner als die Männchen sind. Es gibt in Europa verschiedene Rassen, die sich an der Färbung im Hals- und Nackenbereich unterscheiden lassen. Alle Rassen haben ein oberseits schwarzes, an Kopf und Flügeln metallisch blau-glänzendes und unterseits dunkelgrau bis mattschwarzes Gefieder und einen schwarzen Schnabel. Die Augen (Iris) sind hellblau. Die bei uns heimische Rasse ist an den Halsseiten und Wangen graugefärbt, während die osteuropäische Rasse ein unterbrochenes, weißes Halsband trägt. Früher wurde eine nahe Verwandtschaft der Dohle zu den Krähen und Raben angenommen und die Dohle in die Gattung Corvus eingeordnet. Neue molekulargenetische Analysen haben aber einen geringeren Verwandtschaftsgrad mit den Rabenvögeln ergeben, so dass sie in einen eigenen Gattung (Coloeus) eingeordnet wurde. Die Dohle lebt in offenen Kulturlandschaften und Parkanlagen mit Felswänden, alten Gebäuden und Ruinen. Sie ist ein Höhlenbrüter und bezieht neben alten Spechthöhlen und Felslöchern besonders gerne alte Gebäude und Kirchtürme zum Nestbau. Die Vorliebe für Gotteshäuser brachte ihr den Beinamen „des Pastors schwarze Taube“ ein. Ähnlich wie die anderen Raben und Krähen ist die Dohle ein Allesfresser. Der Schwerpunkt ihres Nahrungsspektrums liegt aber bei Insekten, Würmern und anderen Wirbellosen, die sie am Boden aufsammelt. Daneben frisst sie auch kleine Wirbeltiere, Vogeleier, Aas und in Siedlungen auch menschliche Abfälle. Die Dohle legt 4-5 Eier und brütet von April bis Juli. Die Vögel haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und bilden manchmal große Brutkolonien. Als Teilzieher verbringen die nördlichen Populationen den Winter in unseren Breitengraden oder ziehen weiter südlich, während unsere Dohlen häufig hier bleiben. Die Dohle ist der Vogel des Jahres 2012

    Eichelhäher (Garrulus glandarius)
    Eichelhäher (Garrulus glandarius) © goruma (T.Asthalter)

     

    Finken
    Die Familie der Finkenvögel (Fringillidae) umfasst über 400 Arten, die mit Ausnahme von Australien und Ozeanien weltweit verbreitet sind. Für die Geschichte der Biologie sind die Finken von besonderer Bedeutung, da die vielfältigen Arten auf den Galapagos-Inseln Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie inspirierten. Unsere heimischen Arten sind meist von gedrungener Gestalt und haben einen kräftigen, zum Verzehren von Samen und Körnern geeigneten Schnabel. Sie sind sowohl in Bäumen, im Unterholz und auch auf dem Boden unterwegs. Bei vielen heimischen Arten ist das Männchen deutlich farbenfroher gefärbt als das Weibchen. Zudem ist das Gefieder des Männchens während der Brutzeit häufig besonders prächtig (Brutkleid). Die Weibchen unserer Finkenarten übernehmen das Brutgeschäft stets allein. Durch ihr unauffälliges Gefieder sind sie in den offenen Nestmulden für Feinde kaum zu erkennen. Die Männchen sind meist gute Sänger und verbringen viel Zeit damit, auf einer hohen Warte zu sitzen und singend ihr Revier zu markieren. Bei der Fütterung der Jungen sind sie aber mindestens ebenso eifrig wie die Weibchen. Viele Arten verbringen den Winter weiter südlich und schließen sich im Herbst häufig zu kleinen Trupps oder großen Schwärmen zusammen.

    • Bergfink (Fringilla montifringilla)
      Der 15 cm große Bergfink ist ein echter Zugvogel und verbringt nur den Winter in Mittel- und Südeuropa. Den Sommer verbringt er in Brutgebieten des hohen Nordens. Das Männchen hat im Sommerkleid einen pechschwarzen Kopf und Nacken sowie schwarzbraune Flügel mit einer orangefarbenen Binde. Brust und Schultern sind kräftig orangerot und die Bauchseite weißgrau gefärbt. Das Weibchen ist unscheinbarer und hat braune Oberseite und Kopf mit schwarzer Schuppung und ebenfalls eine weißgraue Unterseite. Ganz ähnlich sieht ihm das Männchen im Winterkleid, welches dann allerdings durch den gelben Schnabel zu unterscheiden ist. Während der Brutzeit lebt der Bergfink bevorzugt in Birken- und Nadelwäldern. Das Weibchen baut das napfförmige Nest allein aus Grashalmen, Moos und Flechten und brütet auch allein die 5-7 Eier aus. Die Jungvögel werden von beiden Eltern mit Insekten und deren Larven gefüttert, in der restlichen Zeit des Jahres stehen hauptsächlich verschiedene Sämereien und besonders Bucheckern auf dem Speiseplan. Die nordischen Bedingungen lassen nur eine Brut zu. Im Winter ziehen Buchfinken in riesigen Schwärmen, die teilweise mehrere Millionen Exemplare umfassen, nach Süden. Im Januar 2012 wurden in Tübingen ein Schwarm von ca. 5 Millionen Bergfinken beobachtet.
    • Buchfink (Fringilla coelebs)
      Beim Männchen des 15 cm große Buchfinks sind Kopfoberseite und Nacken blaugrau und die Wangen rostrot. Rücken und Unterseite sind rötlichbraun gefärbt. Die Flügel sind blaugrau und schwarz mit zwei weißen Binden. Das Weibchen hat olivbraune Oberseite und Kopf mit zwei weißen Flügelbinden und eine graubraune Unterseite. Der Buchfink lebt in Laub-, Misch- und Nadelwäldern bis 2.000 m Höhe, kommt aber auch in Gärten, Parks und Kulturlandschaften mit Hecken und Baumbestand vor. Auf Buchen, wie sein Name vermuten lässt, ist er nicht angewiesen. Im Frühjahr und Sommer ernährt er sich hauptsächlich von Insekten und Raupen, im Herbst und Winter frisst er Beeren und Samen. Häufig sind die Vögel auf dem Boden trippelnd auf Nahrungssuche. Das Weibchen baut alleine das kunstvolle, napfförmige Nest in Büschen oder Bäumen und brütet auch alleine die 3-6 Eier aus. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Das Männchen übernimmt in dieser Zeit die Nahrungsversorgung und verteidigt energisch das Revier gegen eindringende Artgenossen. Mit seinem melodischen Gesang verkündet er seine Revieransprüche deutlich hörbar. Buchfinken sind Teilzieher, d.h. nur die nördlichen Populationen ziehen im Winter in den Süden bis in den Mittelmeerraum. In großen Schwärmen suchen sie zusammen mit anderen Finkenarten die abgeernteten Felder nach Körnern ab. Unsere heimischen Vertreter überwintern teilweise hier und finden sich dann auch am Futterhaus ein.
    • Distelfink, Stieglitz (Carduelis carduelis)
      Der ca. 12 cm große Distelfink wird wegen seiner „stiglitt“ oder „tiglitt“ Rufe auch als Stieglitz bezeichnet. Wegen seines auffallend bunten Gefieders wurde er früher auch als Ziervogel im Käfig gehalten. Er hat eine leuchtend rote Gesichtsmaske mit einem schwarzen Fleck rund ums Auge. Wangen, Brust und Unterseite sind weiß gefärbt. Ober- und Hinterkopf sind schwarz und der Rücken ist ockerbraun. Die schwarzen Flügel tragen eine bereite, leuchtend-gelbe Binde. Männchen und Weibchen sind dem Aussehen nach nicht voneinander zu unterscheiden. Der Distelfink lebt häufig in der Nähe des Menschen und ist in Obstplantagen, Gärten und Parks zu Hause. Auch das Nest wird meist in Obstbäumen aus Grashalmen und Moos errichtet. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-5 Eier alleine aus, aber die Versorgung der Küken übernehmen beide Elternteile. Als Nahrung dienen hauptsächlich allerlei Samen, aber auch kleine Insekten, wie z.B. Blattläuse. Im Spätsommer sieht man Distelfinken in kleinen Scharen geschickt auf Disteln herumturnen oder im Herbst akrobatisch in Birken oder Lärchen, um sich die Samen. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Süd- oder Mitteleuropa, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen.
    • Girlitz (Serinus serinus)
      Der 11.5 cm große Girlitz ist der kleinste Finkenvogel Europas. Er wurde bis in die 1960er-Jahre teilweise auch als Wilder Kanarienvogel bezeichnet; allerdings ist dieser Name mittlerweile ungebräuchlich. Aus der auf den Kanarischen Inseln und auf Madeira heimischen Rasse des Girlitz wurde der Kanarienvogel gezüchtet. Kopf, Brust und Bauch des Männchens sind kräftig gelblich-grün, seine Oberseite ist graubraun mit feiner Strichelung. Die Färbung des Weibchens ist insgesamt etwas gedeckter. Der Girlitz besiedelt parkähnliches Gelände, Gärten, Obstplantagen, Weinberge sowie lichte Laub- und Mischwälder. Das Nest wird meist halbhoch in Bäumen aus Grashalmen, Wurzeln und Moos errichtet. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-5 Eier alleine aus. Die Versorgung der Küken übernehmen beide Elternteile jedoch gemeinsam. Als Nahrung dient rein pflanzliche Kost, hauptsächlich Sämereien, aber auch junge Pflanzenteile. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Süd- oder Mitteleuropa, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen. Die südlichen Populationen sind Standvögel.
    • Grünfink, Grünling (Chloris chloris)
      Der ca. 15 cm große und kräftig gebaute Grünfink oder Grünling ist einer unser häufigsten Finken. Das Männchen ist oberseits olivgrün, unterseits gelbgrün mit leuchtend gelber Flügel- und Schwanzzeichnung. Das Weibchen ist weniger auffallend gefärbt. Der Grünfink bewohnt als Kulturfolger in der Nähe des Menschen Parks, Gärten, Alleen und Friedhöfe. Ansonsten findet man ihn an Waldrändern sowie in lichten Laub- und Mischwäldern. Das Nest wird niedrig in dichten Hecken, Büschen oder niedrigen Bäumen gebaut. Das Weibchen brütet, in Ausnahme fällen bis zu dreimal im Jahr, die 4-6 Eier alleine aus. Die rein pflanzliche Versorgung der Küken mit Samen und Körnern übernehmen beide Elternteile. Hierzu werden die geschälten Samen im Kropf aufgeweicht und erst dann an die Küken verfüttert. Grünfinken sind sehr gesellig. So bauen sie ihre Nester manchmal in unmittelbarer Nähe zueinander und auch bei der Nahrungssuche im Herbst sind sie häufig in Gruppen unterwegs. Sie pflücken im Geäst Beeren von den Zweigen, lesen aber auch Körner am Boden auf. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Südeuropa oder Nordafrika, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen. Die südlichen Populationen sind Standvögel. Die nördlichen Populationen überwintern nicht selten in unseren Breitengraden und sind dann auch am Futterhaus anzutreffen, wo sie äußerst streitbar um ihren Platz kämpfen. Hier lässt sich auch gut beobachten, wie geschickt sie mit ihrem kräftigen Schnabel Sonnenblumenkerne schälen.
    • Hänfling, Bluthänfling (Carduelis cannabina)
      Wegen der Rotfärbung des Männchens an Brust und Kopf wird der ca. 13 cm große Hänfling auch als Bluthänfling bezeichnet. Kopf, Hals und Bauchseite sind gelblich-weiß gefärbt, der Rücken und die Flügeldecken sind rostbraun. Das unterseits dunkel gestreifte Weibchen weist keine der roten Zeichnungen auf. Der Hänfling bevorzugt offenes Gelände mit dichten Hecken und Büschen. Man findet ihn aber auch an Waldränder, in Gärten und in Parks. Das Nest wird niedrig in dichten Hecken oder Büschen aus Pflanzenfasern und Halmen gebaut. Häufig brüten mehrere Paare in lockeren Kolonien dicht nebeneinander. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-6 Eier alleine aus. Die Versorgung der Küken, vorwiegend mit Sämereien, übernehmen beide Elternteile jedoch gemeinsam. Hierzu werden die geschälten Samen im Kropf aufgeweicht und erst dann an die Küken verfüttert. Seine Vorliebe für ölreiche Samen, so z.B. Hanf, brachte ihm seinen Namen ein, denn besonders klein oder schmächtig ist der Hänfling nicht. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Südeuropa oder Nordafrika, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen. Die südlichen Populationen sind Standvögel.
    • Zeisig (Carduelis spinus)
      Der zierliche, ca. 12 cm große Zeisig bewohnt Fichten- und Tannenwälder, sowie Mischwälder und große Parks mit Fichtenbestand. Das Männchen hat ein gelbgrünes Gefieder mit schwarzer Kopfplatte und schwarzem Kehlfleck. Seine Oberseite und Flügel sind graugrün mit feiner dunkler Strichelung. Die Flügeldecken ziert eine gelbgrüne Binde. Das Weibchen ist insgesamt dunkler gefärbt, hat keine Kopfplatte und weist eine ausgeprägtere Strichelung auf. So ist es im Nest, welches in hohen Nadelbäumen errichtet wird, kaum zu erkennen. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-6 Eier alleine aus. Die Versorgung der Küken mit Samen und Blattläusen übernehmen beide Elternteile jedoch gemeinsam. Nach der Brutzeit bis in den Winter hinein ernährt sich der Zeisig fast ausschließlich von Tannen-, Fichten-, Birken- und Erlensamen. Dann ist er auch in größeren Schwärmen unterwegs. Seine Ernährungsgewohnheiten brachte ihm auch seinen Zweitnamen ;Erlenzeisig“ ein. Viele Vögel verbringen den Winter in unseren Breitengraden, ein Teil der nördlicheren Populationen zieht aber gen Süden.

    Ammern
    Die Ammern gehören zu den Finkenvögeln und sind eng mit unseren Finken verwandt. Unseren heimischen Vertreter gehören größtenteils zur Gattung der Echten Ammern (Emberiza), aber auch zu den Schneeammern (Plectrophenax) und Spornammern (Calcarius). Es sind kleine Vögel von 15-18 cm Größe mit gutem Gesangstalent, die ihr Nest am Boden oder in Bodennähe errichten. Einige Arten sind Zugvögel, andere verlassen unsere Breitengrade im Winter. Ammern gelten schon seit der Antike als äußerst schmackhaft und werden auch in Südeuropa trotz Verbots nach wie vor gefangen und verzehrt. Ortolane galten als besonders schmackhaft und wurden sogar mit Hafer und Hirse zu so genannten „Fettammern“ gemästet. Sie standen noch bis 1999 auf der Speisekarte von französischen Sterneköchen wie Paul Bocuse. Zusätzlich wurden verschiedene Ammernarten früher, was heute ebenfalls verboten ist, als „Singvögel“ in Käfigen gehalten bzw. als Lockvögel für die Jagd genutzt.

    • Goldammer (Emberiza citrinella)
      Die 16-17 cm große Goldammer ist unsere häufigste heimische Ammer. Ihren Namen verdankt sie ihrer goldgelben Färbung an Kopf, Brust und Bauch. Ihr Rücken, sowie Flügel und Schwanz sind in verschiedenen Brauntönen gestreift, der Bürzel ist rostbraun. Das Weibchen ist in seiner Gefiederfärbung etwas schlichter. Der bevorzugte Lebensraum der Goldammer ist offenes Gelände mit Hecken und Büschen, man findet sie aber auch an Waldrändern und in Fichtenschonungen. Das Männchen singt häufig von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast. Das Nest errichte das Weibchen meist gut versteckt am Boden und polstert es weich mit zahllosen Tierhaaren aus. Das Gelege umfasst 3-5 Eier und wird von beiden Partnern bebrütet. Es finden zwei Bruten im Jahr statt. Während der Aufzucht der Jungen fangen die Eltern größtenteils Insekten, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien und Beeren. Den Winter verbringt sie bei uns und man kann in dieser Zeit kleinere Schwärme auf Nahrungssuche beobachten.
    • Grauammer (Emberiza calandra)
      Die Grauammer ist mit 18 cm unsere größte Ammer und wirkt im Vergleich zu ihren Verwandten etwas plump. Sie ist insgesamt unscheinbar gefärbt, ähnlich einer Lerche, oberseits graubraun mit starker Strichelung und unterseits hellgrau mit leichter Strichelung. Die Grauammer bevorzugt als Lebensraum offenes Gelände mit einzelnen Büschen und Bäumen. Zudem findet man sie häufig in Kulturlandschaften wie Wiesen und Feldern. Das Männchen singt oft von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast. Ein Teil der Männchen verpaart sich mit mehreren Weibchen, wobei dies meist nacheinander geschieht, so dass die Jungvögel nicht zeitgleich schlüpfen und versorgt werden müssen. Das Nest errichte das Weibchen gut versteckt in einer Mulde am Boden und polstert es weich mit Tierhaaren aus. Das Gelege umfasst 4-5 Eier und wird von beiden Partnern bebrütet, wobei das Männchen je nach seinen anderen Verpflichtungen nur teilweise unterstützt. Es finden nur bei guten Bedingungen zwei Bruten im Jahr statt. Während der Aufzucht der Jungen fangen die Eltern größtenteils Insekten und Spinnen, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien und Beeren. Mit ihrem kräftigen Schnabel kann die Grauammer auch größere Samen knacken als ihre Verwandten. Den Winter verbringt sie in unseren Breitengraden. In dieser Zeit schließen sich Grauammern zu Schwärmen zusammen und gehen gemeinsam am Boden auf Nahrungssuche.
    • Ortolan, Gartenammer (Emberiza hortulana)
      Der 16-17 cm große Ortolan trägt noch den Namen Gartenammer, der sich von seinem lateinischen Artnamen ableitet. In Gärten kommt er allerdings normalerweise nicht vor. Die Geschlechter sind sich im Aussehen sehr ähnlich. Kopf und Brust sind grau mit gelblichem Kehlfleck und Bartstreif. Rücken, Flügel und Schwanz sind braun und schwarzbraun gestreift. Der Bauch ist zimtfarben. Das Weibchen lässt sich nur bei genauer Beobachtung durch eine feine Strichelung am Kopf unterscheiden. Der Ortolan kommt gemeinsam mit Gold- und Grauammer in trockenen, offenen Landschaften, Kulturlandschaften, Wiesen und Feldern vor. Das Männchen singt häufig von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast. Das Nest errichte das Weibchen meist gut versteckt am Boden, selten in niedrigen Büschen und polstert es weich mit Tierhaaren aus. Das Gelege umfasst 4-6 Eier und wird vom Weibchen allein bebrütet. Es finden 1-2 Bruten im Jahr statt. Während der Aufzucht der Jungen fangen die Eltern größtenteils Insekten, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien. Als Zugvogel verbringt der Ortolan den Winter im tropischen Afrika südlich der Sahara. Ortolane galten bereits in der Antike als besonders schmackhaft und wurden sogar mit Hafer und Hirse zu so genannten „Fettammern“ gemästet. Sie standen noch bis 1999 auf der Speisekarte von französischen Sterneköchen wie Paul Bocuse und wurden im Ganzen samt Innereien und Knochen verzehrt.
    • Rohrammer (Emberiza schoeniclus)
      Die 15 cm große Rohrammer wird wegen ihres sperlingsähnlichen Aussehens auch als Rohrspatz bezeichnet. Die Redensart: „Schimpfen wie ein Rohrspatz“ kommt von ihrem lautstarken Gesang. Das Männchen hat schwarzen Kopf und schwarze Kehle mit weißem Bartstreif, eine hellgraue Bauchseite und eine braune Oberseite mit schwarzer Strichelung. Das Weibchen ist oberseits braun mit schwarzer Strichelung und unterseits hellgrau. Der Kopf ist ebenfalls braun mit hellem Überaugen- und Bartstreif. Die Rohrammer lebt in schilfbestandenen Uferzonen von Flüssen und Seen, aber auch in Mooren und Feuchtwiesen. Sie nistet am oder knapp über dem Boden. Das Nest wird aus Schilfblättern gebaut und mit Moos und Tierhaaren ausgepolstert. Das Gelege umfasst 4-6 Eier und wird weitgehend vom Weibchen allein ausgebrütet. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Das Männchen lässt sich beim Singen weit oben an einem Schilfhalm, einem Busch oder einer Weide beobachten. Bei der Aufzucht der Jungen helfen wieder beide Partner. Als Nahrung dienen in der Brutzeit neben allerlei Insekten auch kleine Krebse und Schnecken. Im Winter stehen Schilfsamen und andere Sämereien oben auf dem Speiseplan. Als Teilzieher bleiben einige Populationen auch im Winter bei uns, andere ziehen nach Süd- oder Mitteleuropa. Zudem gibt es Zuzügler aus dem Norden.
    • Schneeammer (Plectrophenax nivalis)
      Die 16-17 cm große Schneeammer ist der am weitesten im Norden brütende Singvogel. In Europa brütet sie in Norwegen, Schweden, Nordirland und Island inmitten von Schnee und Eis. Bei uns trifft man sie nur als Wintergast in teilweise großen Schwärmen an der Küste von Nord- und Ostsee an. Vereinzelt streifen die Tiere aber auch viel weiter südlich bis in den Mittelmeerraum. Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Sommer deutlich voneinander und sehen sich im Winter relativ ähnlich. Im Brutkleid ist das Männchen an Kopf und Unterseite schneeweißen gefärbt; Schnabel, Rücken, Schwanz und Flügel sind schwarz mit weißem Flügelfeld. Das Weibchen hat einen orangefarbenen Schnabel, ist oberseits und am Kopf rotbraun gefärbt und schwarz und teilweise weiß gescheckt. Unterseits ist das Gefieder cremefarben. Im Winter gleicht sich das Gefieder des Männchens dem des Weibchens weitgehend an. Auch der Schnabel verliert seine schwarze Färbung. Da das Männchen sich während der Brutzeit bei der Revierverteidigung und Nahrungsbeschaffung viel draußen aufhält, ist es durch sein weißes Gefieder in der schneereichen Landschaft optimal getarnt. Das Männchen startet aus Mangel an Singwarten zur Revierabgrenzung, ähnlich wie die Spornammer vom Boden aus zu kurzen Singflügen. Gerade in städtischen Gebieten lässt es sich zudem erhöht sitzend beobachten. Die Schneeammer bewohnt steile Felsküsten, felsige Berghänge und steinige Tundragebiete. Sie brütet natürlicherweise in tiefen Felsspalten und unter überhängenden Gesteinsbrocken. Sie ist aber auf Island und Grönland auch ein häufiger Stadtvogel und bezieht dort Quartier in Mauerlöchern, unter Hausdächern und nimmt Nistkästen an. Das Nest wird vom Weibchen alleine errichtet und weich mit Federn ausgepolstert. Das Klima erlaubt meist nur eine Brut pro Jahr, das Gelege umfasst 4-6 Eier. Die Fütterung mit Insekten und Spinnen übernehmen beide Elternteile. Im Herbst und Winter weichen sie auf pflanzliche Kost und Sämereien aus.
    • Spornammer (Calcarius lapponicus)
      Die 15 cm große Spornammer verdankt ihren Namen der verlängerten Kralle an der Hinterzehe. Ihr lateinischer Name „lapponicus“ lässt auf ihr Verbreitungsgebiet Lappland schließen: sie brütet im Siedlungsgebiet der Samen in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland.
      Das Männchen hat in seinem kontrastreichen Brutkleid einen schwarzen Oberkopf, eine schwarze Kehle und ein schwarzes Gesicht. Der weiße Überaugenstreif ist nach unten verlängert und rahmt Gesicht und Kehle ein. Der Nacken ist leuchten rotbraun gefärbt, der Schnabel ist gelb. Oberseits ist das Gefieder dunkelbraun mit hellerer und dunklerer Strichelung, unterseits einheitlich weißgrau gefärbt. Das Weibchen ist recht unscheinbar und hat oberseits eine braune Grundfärbung mit dunklerer Strichelung. Unterseits ist es grauweiß gefärbt mit leicht scheckiger Brust. Im Winterkleid sieht das Männchen dem Weibchen sehr ähnlich. Die Spornammer besiedelt den gesamten Tundragürtel und bevorzugt freie Flächen mit kargem Bewuchs. Aus Mangel an Singwarten startet das Männchen zur Revierabgrenzung, ähnlich wie die Schneeammer vom Boden aus zu kurzen Singflügen. Ihr Nest baut das Spornammer-Weibchen windgeschützt am Boden an einem kleinen Busch oder Grasbüschel aus Grashalmen. Es wird weich mit Federn ausgepolstert. Auf Grund des Klimas findet nur eine Jahresbrut statt. Das 4-5 Eier umfassende Gelege wird vom Weibchen allein ausgebrütet. Bei der Aufzucht der Jungen helfen beide Elternteile und fangen größtenteils Insekten, insbesondere Mücken, und Spinnen, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien niedriger Kräuter und Gräser. Den Winter verbringen die europäischen Populationen an unseren Meeresküsten von Nord- und Ostsee, seltener ziehen sie weiter südlich bis ans Mittelmeer. Die russischen Populationen fliegen bis in den Kaukasus und ans Schwarze Meer.
    • Zaunammer (Emberiza cirlus)
      Die ca. 17 cm große Zaunammer ist bei uns nur im milderen Süddeutschen Raum anzutreffen, z.B. am Oberrhein oder Bodensee. Sie ist im Aussehen der Goldammer sehr ähnlich. Sie hat eine grünlich-gelbe Grundfärbung mit deutlicher brauner Längsstrichelung auf der Oberseite. Die Flügeldecken sind manchmal rotbraun gefärbt. Der Kopf ist beim Männchen gelb mit schwarzem Scheitel, schwarzem Augen- und Bartstreif und schwarzem Kehlfleck. Die Bauchseite ist gelblich-olivgrün gefärbt und leicht gescheckt. Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt und hat keinen Kehlfleck. Die wärmeliebende Zaunammer bevorzugt offene Lebensräume mit Hecken und Büschen. Das Weibchen baut das Nest aus Gräsern, Wurzeln und Moos am Boden, in niedrigen Büschen oder in jungen Nadelbäumen. Nestbau und Brutgeschäft werden vom Weibchen allein durchgeführt und auch bei der Aufzucht der 3-5 Jungen hilft das Männchen nur teilweise mit. Stattdessen lässt es sich häufig von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast singend beobachten. Für die 2-3 Jahresbruten dienen im Frühjahr und Sommer als Nahrung hauptsächlich allerlei Insekten, später im Jahr werden bevorzugt Sämereien gefressen. Die Zaunammer ist ein Standvogel und verbringt den Winter normalerweise im angestammten Revier.

    Goldregenpfeifer
    Der Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) ist eine Vogelart aus der  der Gattung Pluvialis und der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae). Er brütet bevorzugt auf Mooren, nassen Heideflächen und feuchten Grasflächen.
    Sein Brutgebiet erstreckt sich von Island über Großbritannien und Skandinavien bis nach Mittelsibirien. In Mitteleuropa ist er als Brutvogel jedoch nahezu ausgestorben, mit Ausnahme einiger Brutpaare in den Hochmooren Niedersachsens .
    Der Goldregenpfeifer ist circa 25–30 cm lang und wiegt zwischen 150 und 220 g. Seine Flügelspannweite beträgt 65 bis 75 cm. Er ist damit größer als der Wanderregenpfeifer und der Sibirische Goldregenpfeifer.
    Die Vögel sind plump wirkende Watvögel mit einer graubraun gesprenkelten Oberseite. Die Männchen sind im Frühjahr und während der Brutzeit durch ihren schwarzen Bauch und die schwarze Kehle, die von einem weißen Streifen eingerahmt sind, gut zu erkennen.
    Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Würmern aber auch Beeren, Gräser und Samen stehen auf ihrem Speiseplan.

    Heckenbraunelle
    Die Heckenbraunelle (Prunella modularis) ist eine Vogelart aus der Gattung Braunellen aus in der gleichnamigen Familie der Braunellen (Prunellidae).
    Der Vogel ist in Mitteleuropa ein weit verbreiteter und häufiger Brut- und Sommervogel. Man findet den Vogel in jungen Fichtenbeständen und im Gebirge bis zur Knieholzregion.
    Die Heckenbraunelle besitzt eine mittleren Größe von 15 cm, bei einem mittleren Gewicht von 20 g.
    Ihre  Brust und Kopf ist blei- bis schiefergrau, während der Rücken und die Flügel sind dunkelbraun und schwarz gestreift sind. Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus.
    Die Vögel bevorzugen Waldrändern, Gärten, Parks und Gebüschen, in den Alpen findet man sie auch in der Krummholzzone.
    Während der Sommerzeit ernähren sie sich von kleinen Raupen, Käfern, Larven, Puppen oder auch Spinnen, während sie sich im Winter eher von diversen Samen ernähren.
    Heckenbraunellen sind Teilzugvögel, die nur in höher gelegenen oder klimatisch ungünstigen Gebieten im Winter nach Südspanien und Nordafrika flegen.

    Kampfläufer
    Der Kampfläufer (Philomachus pugnax) ist ein geschützter Vogel der in Feuchtwiesen, Niederungswiesen, Mooren und der feuchten Tundra in ganz Eurasien brütet.
    Er gehört zur Gattung Kampfläufer (Philomachus) und zur Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae)
    Die Männchen  erreichen eine Körpergröße von 25 bis 32 Zentimetern, bei einem Gewicht zwischen 130 und 230 Gramm. Ihre Flügelspannweite erreicht 55 bis 60 cm.
    Die Männchen besitzen einen schwarzen, orangen, kastanienbraunen oder  auch weißen Kragen. Die Weibchen erreichen dagegen eine Körpergröße von 20 bis 25 cm und ein Gewicht zwischen 70 und 150 Gramm. Ihre Flügelspannweite beträgt 45 bis 50 cm.
    Ihre Nahrung besteht aus Würmern, Schnecken, Insekten, aber auch aus Körnern und Samen.
    Zu seinen Feinden gehören Füchse, Marderhunde, Wiesel, Falken, Möwen und Krähen.
    Die Tiere sind  Zugvögel, die zumeist im westafrikanischen Binnenland überwintern.

    Kiebitze
    Der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist eine Vogelart aus der Gattung der Kiebietze (Vanellus) und der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae). Seine bevorzugten Brutgebiete sind Marschwiesen, auf Vordeichwiesenflächen und anderen Weidelandschaften der Niederungen.
    Außerhalb der Paarungszeit - von Juli bis März – kann man sie in größeren Schwärmen im Watt sowie in der Küstennähe antreffen. Der Vogel besitzt eine Körperlänge von 28 bis 32 cm  und einer Flügelspannweite zwischen 70 und 80 cm.
    Die erwachsenen Vögel haben einen grün-grau schimmerndes Gefieder mit einem blau-violetten Schulterfleck. Der Bauch ist weiß gefärbt mit einem schwarzen, scharf abgegrenzten Brustband. Ihre kurzen Beine sind dunkelrot bis braun gefärbt.
    Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten und deren Larven, Würmern und anderen wirbellosen Tieren. Hin und wieder fressen sie auch Getreidekörner Samen und Früchte von Wiesenpflanzen.
    Der Kiebitz ist ein Bodenbrüter, dessen Eier früher gesammelt und als Delikatesse verkauft oder selber gegessen wurde. Man schätzt, dass es in Deutschland noch zwischen 70.000 und 100.000 Brutpaare gibt.

    Lerchen (Alaudidae)
    Weltweit sind die Lerchen mit über 200 Arten vertreten. Sie sind ausgesprochene Bodenbewohner, die sich tippelnd, niemals hüpfend, fortbewegen und geschickte Flieger. Die Männchen sind hervorragende Sänger, die entweder im Flug oder von einer erhöhten Singwarte ihr weithin hörbares Lied schmettern. Unsere heimischen Arten lassen sich äußerlich nur schwer unterscheiden. Bei der Abgrenzung hilft es aber den jeweils charakteristischen Singflug der Männchen zu beobachten. Die Färbung der Lerchen ist unauffällig in Braun- und Beigetönen dem Leben am Erdboden angepasst.

    • Feldlerche (Alauda arvensis)
      Die Feldlerche ist mit 18 cm unsere größte heimische Lerche. Sie ist oberseits hell- und dunkelbraun gefleckt und längsgestrichelt, unterseits ist sie weißlich gefärbt mit schwarzbraun gesprenkelter Brust. Ihre Scheitelfedern kann sie zu einer kleinen Haube aufrichten. Sie hat einen relativ langen Schwanz mit weißen Außenkanten. Ihr bevorzugter Lebensraum ist offenes, baumloses Gelände und reicht von den Dünenlandschaften der Küsten über Moore, Wiesen und Felder bis zu Hochflächen im Bergland. In einer Mulde am Boden baut das Weibchen ein gut getarntes, flaches Nest aus Pflanzenmaterial der Umgebung. Das Gelege umfasst 3-5 Eier, welche sie auch allein ausbrütet. Es finden 2-3 Bruten im Jahr statt. Das Männchen der Feldlerche steigt zum Singflug fast senkrecht bis zu 50 m empor und lässt seinen trillernden Gesang bis zu 15 Minuten ohne Unterbrechung erklingen. Wie ein Stein lässt es sich anschließend zu Boden fallen. Auf dem Speiseplan der Feldlerche stehen neben allerlei bodenlebenden Insekten, Raupen, Larven und Spinnen auch Sämereien und grüne Pflanzenteile. Bei der Fütterung der Jungen landen die Eltern stets in einiger Entfernung zum Nest und gehen das letzte Stück zu Fuß, um keine Feinde auf ihren Nachwuchs hinzuweisen. Der größte Teil unsere Feldlerchen zieht im Winter nach Süd-, Westeuropa und Nordafrika.
    • Haubenlerche (Galerida cristata)
      Die 17 cm große Haubenlerche sieht der Feldlerche sehr ähnlich, wirkt aber gedrungener. Sie ist oberseits hellbraun gefärbt und weniger stark gefleckt und längsgestrichelt, unterseits ist sie weißlich gefärbt mit schwarzbraun gesprenkelter Brust. Ihre Scheitelfedern hat sie häufig zu einer spitzen Haube aufgerichtet. Sie hat einen relativ kurzen Schwanz mit gelblichbraunen Außenkanten. Sie lebt als Kulturfolger in der Nähe menschlicher Siedlungen auf Brachflächen, Bahndämmen, Truppenübungs- und Flugplätzen. In einer Mulde am Boden baut das Weibchen ein gut getarntes, flaches Nest aus Pflanzenmaterial der Umgebung. Das Gelege umfasst 3-5 Eier, welche sie auch allein ausbrütet. Die Fütterung übernehmen aber wieder beide Elternteile. Es finden 2-3 Bruten im Jahr statt. Das Männchen singt meist von erhöhter Warte oder steigt vom Boden zu einem niedrigen Singflug auf und überfliegt sein Revier in Bogenlinien. In seinen Gesang baut es Elemente artfremder Vogelarten ein. Auf der Speisekarte der Haubenlerche stehen neben bodenlebenden Insekten, Raupen, Larven und Spinnen auch Sämereien und grüne Pflanzenteile. Als Standvogel verbringt die Haubenlerche den Winter in ihrem angestammten Revier.
    • Heidelerche (Lullula arborea)
      Die 15 cm große Heidelerche ist unsere kleinste Lerche und ähnlich gefärbt wie unsere anderen beiden Lerchen. Sie ist oberseits hell- und dunkelbraun gefleckt und längsgestrichelt, unterseits ist sie weißlich gefärbt mit schwarzbraun gesprenkelter Brust. Ihre Scheitelfedern kann sie jedoch nicht zu einer Haube aufrichten. Sie hat außerdem einen kurzen Schwanz. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist ihr weißlicher Überaugenstreif, der sich im Genick vereinigt. Die Heidelerche lebt bevorzugt in Heidelandschaften, aber auch in lichten Kiefernwäldern oder ausgedehnten Waldlichtungen oder Kahlschlägen. In einer Mulde am Boden baut das Weibchen ein gut getarntes, ordentliches Nest aus Pflanzenmaterial der Umgebung. Das Gelege umfasst 3-5 Eier, welche sie auch allein ausbrütet. Die Fütterung übernehmen aber wieder beide Elternteile. Es finden 2-3 Bruten im Jahr statt. Das Männchen singt von erhöhter Warte, z.B. einem Baumwipfel aus oder schraubt sich von einer Warte in die Höhe, um im Fluge bis zu einer Stunde lang kontinuierlich zu singen, ehe es sich wieder auf einem Wipfel oder einem freien Ast niederlässt. Die Heidelerche ernährt sich von kleinen Insekten und Sämereien. Den Winter verbringt sie in den Mittelmeerländern, nur selten fliegt sie bis nach Nordafrika.

    Meisen
    Die Familie der Meisen (Paridae) umfasst ca. 55 - 61 Arten, die mit Ausnahme von Südamerika und den Polregionen überall auf der Welt zu Hause sind. Moderne molekular-genetische Untersuchungen sorgen dafür, dass sich die genaue Einordnung der Gattungen immer mal wieder etwas verschiebt. In Mitteleuropa kommen Arten der größten Gattung Parus, zu der auch die häufigen Blau- und Kohlmeisen gehören, sowie die Gattung Aegithalus (Schwanzmeisen) und Panurus (Bartmeisen) vor. Meisen leben meist in baumreichen Regionen. Auch ihr kleiner, geradezu zierlicher Körper mit den kurzen, abgerundeten Flügeln weist darauf hin, dass sie keine ausdauernden Flieger sind. Vielmehr sind sie in Baumkronen, Sträuchern und Unterholz unterwegs, wo sie eifrig von einem Zweig zum nächsten springen und an Knospen, in der Rinde und in Astgabeln nach Nahrung suchen. Auf ihrer Speisekarte stehen besonders Insekten und deren Larven, Spinnen und anderes kleines Getier. Daher sind sie echte Nützlinge und bei Gartenfreunden seit jeher beliebt. Sie verschmähen aber auch Samen und Früchte nicht. Im Winter finden sich verschiedene Arten am Vogelhaus ein, wo sie dankbar Haferflocken und Sonnenblumenkerne annehmen. Letztere klemmen sie geschickt mit einem Fuß an der Unterlage, z.B. einem Ast fest und hacken sie mit ihrem spitzen Schnabel auf. Viele Meisenarten sind Höhlenbrüter und beziehen häufig im Garten aufgehängte Nistkästen. Das Weibchen brütet meist alleine, während es vom Männchen fleißig mit Nahrung versorgt wird. Nach dem Schlüpfen übernehmen beide Elternteile das unermüdliche Füttern des stets hungrigen Nachwuchses.

    • Bartmeise (Panurus biarmicus)
      Die 16,5 cm große, davon entfallen 8 cm auf den Schwanz, und ca. 14 g schwere Bartmeise ist keine echte Meise und nicht mit den anderen heimischen Meisenarten verwandt. Sie gehört zur Familie der Papageischnäbel (Paradoxornithidae). Die Männchen haben ein zimtbraunes, ebenmäßig gefärbtes Gefieder mit aschegrauem Kopf und schwarzem Bartstreif. Beim Weibchen ist der Kopf ebenfalls zimtbraun und der Bartstreif fehlt. Sie ist ein ausgesprochener Schilfbewohner und bevorzugt große zusammenhängende Schilfgebiete der Küsten. Im Binnenland ist sie nur selten anzutreffen. Sie ernährt sich von Insekten und den Samen des Schilfrohrs. Ihr Nest baut die Bartmeise im dichten Röhricht als tiefer, dickwandiger Napf direkt am oder kurz oberhalb des Bodens. Darin legt sie 5-7 Eier. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel.
    •  Blaumeise (Parus caeruleus)
      Die weit verbreitete und häufige Blaumeise besitzt ein blaue Kopfplatte, blaue Oberseite und eine gelbe Unterseite. Ihr weißes Gesicht ist mit einer schwarzen Augenbinde versehen. Der Vogel hat eine Länge von ca. 12 cm - bei einem Gewicht von etwa 11 g. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum voneinander zu unterscheiden. Die Blaumeise lebt in Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an Eichen - sie ist aber auch in Parkanlagen und Gärten zu finden. Im Frühjahr und Sommer ernährt sie sich fast ausschließlich von Insekten, häufig Blattläusen und anderen kleinen Kerbtieren. Im Herbst frisst sie reichlich Sämereien und lässt sich häufig kopfüber an Birkenzweigen hängend beobachten, wie sie an den Samenständen knabbert. Blaumeisen brüten in Baumhöhlen, nehmen aber gerne aufgehängte Nistkästen an. Die Gelege bestehen aus 7-14 Eiern und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten sogar die Regel. Im Winter ist sie ein häufiger Gast am Futterhaus.
    •  Haubenmeise (Parus cristatus)
      Die 11,5 cm große und 11 g schwere Haubenmeise fällt durch ihre spitze, schwarz-weiß geschuppte Federhaube auf. Die Wangen sind weiß mit einem schwarzen Augenstreif der in einem Bogen nach hinten ausläuft. Ein schwarzes Halsband grenzt den graubraunen Rücken, Flügel und Schwanz vom Kopf ab. Die Unterseite ist rahmfarben gefärbt. Der bevorzugte Lebensraum der Haubenmeise sind Nadelwälder, insbesondere Kiefernwälder. Im Westen Europas lebt sie auch in Laubwäldern. Um die Konkurrenz der Tannen- und Weidenmeisen zu vermeiden, geht sie meist weit oben in den Bäumen auf Nahrungssuche. Sie frisst kleine Insekten und Spinnen und ergänzt ihren Speiseplan im Herbst und Winter um Kiefernsamen. Ihr Nest baut die Haubenmeise in Baumhöhlen, Baumstümpfen und Wurzelstöcken. Ihr Gelege besteht aus 5-8 Eiern und je nach Nahrungsangebot gibt es ein oder zwei Bruten im Jahr.
    • Kohlmeise (Parus major)
      Die Kohlmeise ist mit einer Länge von ca.14 cm und einem Gewicht von ca. 20 g die größte in Deutschland vorkommende Meisenart. Sie hat einen schwarzen Kopf mit weißen Wangen und einen mehr oder weniger stark ausgeprägten schwarzen Längsstrich auf der schwefel- bis zitronengelb gefärbten Bauchseite. Die Flügel, mit einer einfachen weißen Binde versehen, und der Schwanz sind blaugrau bis olivgrün gefärbt. Kohl- und Blaumeisen kommen in Garten und Parks häufig nebeneinander vor. In der freien Natur findet man in Nadelwäldern jedoch nur die größere Kohlmeise. Im Frühjahr und Sommer ernährt sie sich fast ausschließlich tierischer Kost. Auf dem Speiseplan stehen Insekten, Spinnen, Raupen und anderen kleinen Kerbtieren. Im Herbst frisst sie reichlich Sämereien, Früchte und Beeren. Die bei uns häufig anzutreffenden Kohlmeisen brüten in Baumhöhlen, nehmen aber gerne aufgehängte Nistkästen an. Durch die Größe des Einfluglochs lassen sich Kästen ganz speziell für Kohlmeisen (32 mm Durchmesser) oder die kleineren Blaumeisen (27 mm) anbringen. Die Gelege bestehen aus 8-12 Eiern und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten sogar die Regel. Im Winter ist sie ein häufiger Gast am Futterhaus.
    • Tannenmeise (Parus ater)
      Die zierliche, ca. 11 cm große und ca. 9 g schwere Tannenmeise lebt ihrem Namen entsprechend bevorzugt in Nadelwäldern, besonders im Fichten- und Tannenbestand. Sie ist aber auch in Mischwäldern anzutreffen. Sie hat einen schwarzen Kopf mit einem auffallenden weißen Nackenfleck und weißen Wangen. Die mit einer schmalen doppelten weißen Binde gezeichneten Flügel sind ebenso wie der Schwanz blaugrau gefärbt, die Bauchseite ist schmutzigweiß bis graubraun. Tannenmeisen brüten in Baumhöhlen, ausgefaulten Baumstümpfen und Astlöchern. Wo vorhanden, nehmen sie aufgehängte Nistkästen an. Die Gelege bestehen aus 5-9 Eiern und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten die Regel. Ihre Hauptnahrung bilden kleine Insekten und Spinnen; im Herbst und Winter ernähren sie sich hauptsachlich von den Samen der Nadelbäume. In der Nähe von Siedlungen besuchen sie auch Futterhäuschen.
    •  Sumpfmeise (Parus palustris)
      Die 11,5 cm große und 11 g schwere Sumpfmeise lebt entgegen ihrem Namen nicht in Sümpfen und Mooren. Vielmehr bevorzugt sie Laub- und Mischwälder sowie feuchte Auwälder mit Erlen- und Weidenbeständen. Sie kommt aber auch in Gärten und Parkanlagen vor. Sie hat eine glänzend schwarze Kopfplatte und einen kleinen schwarzen Kehllatz. Die Wangen sind weiß gefärbt. Oberseite und Schwanz sind graubraun, Brust und Bauchseite sind weißgrau gefärbt. Von der Weidenmeise ist sie dem Aussehen nach kaum zu unterscheiden. Nur die matt schwarze Kopfplatte und der insgesamt etwas größere Kopf der Weidenmeise machen eine Unterscheidung möglich. Sumpfmeisen ernähren sich von kleinen Insekten, deren Larven, Spinnen, Sämereien und Beeren. Ihr Nest bauen sie in Baumhöhlen, aber auch Nistkästen nehmen sie an. Ihr Gelege umfasst 7-11 Eier und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten im Jahr möglich
    •  Weidenmeise (Parus atricapillus)
      Die 11,5 cm große und 11 g schwere Weidenmeise ist optisch von der Sumpfmeise kaum zu unterscheiden. Sie hat eine matt schwarze Kopfplatte, während die der Sumpfmeise glänzend schwarz ist. Sie hat ebenfalls einen kleinen schwarzen Kehllatz und weiß gefärbte Wangen. Oberseite und Schwanz sind graubraun, Brust und Bauchseite sind weißgrau gefärbt. Sie leben ebenfalls in feuchten Auwäldern mit Erlen- und Weidenbeständen, kommen aber neben Laub- und Mischwäldern auch in Nadelwäldern vor. Sie ernähren sich von kleinen Insekten, deren Larven, Spinnen, Sämereien und Beeren. Ihr Nest errichten sie meist in selbstgebauten Baumhöhlen oder Baumstümpfen, aber auch Nistkästen nehmen sie an. Ihr Gelege umfasst 6-9 Eier und meist gibt es nur eine Brut im Jahr.
    • Schwanzmeise (Aegithalus caudatus)
      Die Unterfamilie der Schwanzmeisen (Aegithalinae) umfasst 7 Arten. Die bei uns heimische Schwanzmeise wiegt ca. 11 g und ist 14 cm groß, wobei davon allein 8 cm auf den Schwanz entfallen. Das Gefieder des kugeligen Körpers ist oberseits rötlich-braun und schwarz gemischt, unterseits schmutzig-weiß bis cremefarben. Der weiße Kopf mit dem winzigen Schnabel hat einen breiten schwarzen Überaugenstreif. Der Schwanz ist schwarz mit weißen Außenkanten. Die verschiedenen europäischen Unteralten unterscheiden sich in der Gefiederzeichnung leicht voneinander. Die Schwanzmeise bewohnt Wälder aller Art mit reichlich Unterholz. Man findet sie aber auch in Heidelandschaften, Gärten und Parks. Sie ist sehr rastlos und emsig auf der Nahrungssuche nach kleinen Insekten, deren Larven und Spinnen. Als eine der wenigen Meisenarten brütet sie nicht in Höhlen. Stattdessen baut sie ein kunstvolles, hohes und überdachtes Nest aus Gräsern, Moos, Pflanzenfasern und Spinnweben, ausgepolstert mit zahlreichen Federn. Hier werden die 9-12 Eier ausgebrütet, häufig zweimal im Jahr. Nach dem die Jungen flügge sind, streifen sie noch lange in Familientrupps umher. Generell sind Schwanzmeisen sehr gesellig und schließen sich gelegentlich zu größeren Trupps zusammen. In kalten Nächten schlafen die Tiere dicht gedrängt auf einem Ast, um sich gegenseitig vor Wärmeverlust zu schützen.

    Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
    Wer kennt nicht den Satz aus Shakespeares "Romeo und Julia" - "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche". Das Männchen des 16-17 cm großen und unscheinbaren Vogels zählt zu den beeindruckendsten Sängern in der deutschen Vogelwelt. Obwohl es auch den Tag über singt, wirkt sein nächtlicher Gesang, wenn sonst alles ruhig ist, am stärksten. Der Gesang mit den typischen „schluchzenden“ Elementen ist nicht angeboren und muss erlernt werden. Dabei prägen sich die Jungvögel den Gesang des Vaters ein, so dass regionale Gesangsmuster entstehen. Das Gefieder der Nachtigall ist oberseits einfarbig rötlichbraun und unterseits hellgrau. Ihr Schwanz ist rötlich gefärbt. Als Lebensraum bevorzugt sie buschreiche Laub- und Mischwälder, Auwälder und Parkanlagen. In Norddeutschland ist sie selten. Das Weibchen errichtet ihr Nest im Laub am Boden oder im Gebüsch dicht über dem Boden und brütet die 4-6 Eier auch alleine aus. Die Fütterung übernehmen aber beide Eltern. Als Nahrung dienen kleine Insekten, Würmer, Spinnen und im Herbst auch Beeren, die am Boden oder im dichten Gestrüpp erbeutet werden. Als Zugvogel überwintert sie in den Savannengebieten Afrikas nördlich des Äquators. Die Nachtigall ist eng mit dem Sprosser verwandt, der auch als Polnische Nachtigall bezeichnet wird.

    Neuntöter
    Trotz seines matialischen Namens gehört der Neuntöter zu den Singvögeln. Er gehört zur Familie der Würger. Man kennt ihn auch unter dem Namen Dorndreher oder Rotrückenwürger. Er wird etwa 17 cm groß und hat einen für Würger typischen kräftigen und leicht hakenförmig gebogenen Schnabel und einen langen Schwanz. Er bewohnt offenes Gelände mit Büschen, Hecken und niedriger Bodenvegetation, bevorzugt aber dornige Sträucher. Diese benutzt er als seine persönliche Vorratskammer, indem er die aus Insekten, ferner jungen Mäusen, kleinen Eidechsen und Jungvögeln bestehende Beute auf die Dornen und Stacheln der Sträucher spießt. Der Neuntöter ist überall in Europa bis auf Island, die britischen Inseln, Nordeuropa und die Iberische Halbinsel verbreitet.

    Pirol (Oriolus oriolus)
    Von den weltweit 34 Pirol-Arten, ist nur der Pirol als reiner Brutvogel bei uns heimisch. Das 24 cm große Männchen hat ein leuchtend gelbes Gefieder mit schwarzen Flügeln. Sein kräftiger Schnabel ist rot gefärbt. Das Weibchen ist oberseits grünlich gefärbt, hat ebenfalls schwarze Flügel und eine helle, schwarz gestrichelte Unterseite. Der Pirol lebt in lichten Laub- und Auwäldern, kommt aber auch in größeren Parks mit altem Baumbestand vor. Er hält sich bevorzugt im dichten Blattwerk der Bäume auf und ist deshalb nur schwer zu beobachten. Das Nest bauen beide Partner in einer hochgelegenen Astgabel aus Gräsern und Pflanzenfasern. Das Weibchen brütet die 3-5 Eier weitgehend alleine aus, wird dabei jedoch vom Männchen mit Futter versorgt. Als Nahrung dienen größere Insekten, Beeren und Früchte. Da sich die Pirole bereits im August auf den Weg in ihre tropischen Winterquartiere in Afrika aufmachen, bleibt nur Zeit für eine Jahresbrut.

    Rotrückenwürger, Neuntöter (Lanius collurio)
    Trotz seines martialischen Namens gehört der Rotrückenwürger zu den Singvögeln und ist sogar ein guter Sänger. Er ist zudem der häufigste heimische Würger. Wegen seiner Eigenart, Beute auf Dornen oder Stacheln aufzuspießen, hat ihm der Volksmund auch die Namen „Dorndreher“ oder „Neuntöter“ gegeben. Er wird etwa 17 cm groß und hat einen für Würger typischen kräftigen und leicht hakenförmig gebogenen Schnabel und einen langen Schwanz. Die Geschlechter sind deutlich unterschiedlich gezeichnet. Das Männchen hat einen grauen Kopf mit schwarzem Augenstreif, weiße Kehle, Brust und Bauch sowie rotbraune Flügel. Das Weibchen ist unauffällig gefärbt, hat eine graubraune Oberseite und eine hellbraune, quergewellte Unterseite. Der Rotrückenwürger bewohnt offenes Gelände mit (dornigen) Büschen, Hecken und niedriger Bodenvegetation. Das Nest bauen beide Partner zusammen in einem Dornenbusch, das Brutgeschäft übernimmt das Weibchen jedoch allein. Zur Jagd hält der Vogel auf einer erhöhten Warte Ausschau und stürzt sich auf seine Beute herab. Auf dem Speisezettel stehen neben Insekten seltener auch junge Mäuse, Frösche, kleine Eidechsen und Jungvögel. Beutetiere, die nicht sofort verzehrt werden, spießt er auf Dornen und Stacheln der Sträucher auf und nutzt diese so als seine persönliche Vorratskammer. Der Rotrückenwürger ist überall in Europa bis auf Island, die nördlichen britischen Inseln, Nordskandinavien und Südspanien verbreitet. Als echter Zugvogel verbringen alle europäischen Tiere den Winter im tropischen Afrika südlich der Sahara.

    Raubwürger (Lanius excubitor)
    Der 24 cm ist der größte europäische und bei uns heimische Würger. Er wird oft als Wächter bezeichnet (die Übersetzung des lateinischen „excubitor“), da er das Erscheinen von Greifvögeln laut ankündigt. Er ist oberseits an Kopf, Stirn und Rücken hellgrau gefärbt und hat einen schwarzen Augenstreif. Seine Flügeldecken sind im oberen Drittel ebenfalls hellgrau und in den unteren zwei Dritteln schwarz. Unterseits ist das Männchen weiß gefärbt, das Weibchen weist eine leichte Querbänderung auf. Sein Schnabel ist Würger-typisch kräftigen und leicht hakenförmig gebogenen. Der Raubwürger besiedelt offenes Land mit Feldgehölzen und einzelnstehenden Bäumen sowie Wälder mit großen Lichtungen. Das Nest wird auf Bäumen aus Zweigen, Wurzeln und Grashalmen errichtet. Das Weibchen legt 5-6 Eier und brütet alleine. Es findet nur eine Brut im Jahr statt. Häufig sitzt der Raubwürger auf einer erhöhten Warte, wie einem einzelnen Baum oder einem Mast und hält Ausschau nach Beute am Boden. Seine Hauptnahrungsquelle sind Feldmäuse, aber er frisst auch größere Insekten, Eidechsen, Frösche und kleine Singvögel, welche er aus dem Sturzflug oder nach kurzem Rüttelflug fängt. Mit seinem starken Schnabel erschlägt er die am Boden fixierten Tiere. Bei gutem Nahrungsangebot klemmt er Beutetiere als Vorrat in einer Astgabel ein oder spießt sie auf Dornen. Als Standvogel verbringt er auch den Winter bei uns. Bei geschlossener Schneedecke spezialisiert er sich auf die Jagd auf kleine Vögel.

    Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
    Das 14 cm große Rotkehlchen gehört sicherlich zu unseren bekanntesten Singvögeln. Es ist mit seiner rundliche Gestalt, seinem orangefarbenen Kehlfleck und den schwarzen Knopfaugen nicht nur niedlich anzuschauen, sondern sucht sogar die Nähe des Menschen. Bei der Gartenarbeit kommt es unmittelbar herangeflogen, um aufgescheuchte Insekten und Spinnentiere wegzuschnappen. Im Winter ist es häufiger Gast am Futterhaus. Oberseits ist das Rotkehlchen olivbraun und am Bauch weißgrau gefärbt. Die Orangefärbung an Kehle und Brust ist grau eingerahmt. Sein bevorzugter Lebensraum sind unterholzreiche Wälder, Gärten und Parks. Bei der Wahl des Nistplatzes ist das Weibchen nicht wählerisch: es werden allerlei Nischen und Halbhöhlen bezogen, aber ebenso baut es auch am Boden oder im Gestrüpp. Die 4-6 Eier brütet es alleine aus und zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Die Fütterung wird von beiden Partnern übernommen. Unsere Stadtamseln verbringen den Winter bei uns und sind häufiger Gast am Futterhaus. Ein Teil unserer heimischen Population verbringt den Winter bei uns, die anderen ziehen südwärts nach Südeuropa und Nordafrika.

    Rotkopfwürger (Lanius senator)
    Der 17 cm große Rotkopfwürger ist bei uns ein seltener Brutvogel, der nur in wärmeren Gebieten Süddeutschlands und dem Rhein-Main-Gebiet anzutreffen ist. Er hat einen rostroten Kopf und Hinterkopf sowie eine schwarze Stirn und schwarzen Augenstreif. Rücken, Flügel und Schwanz sind schwarz mit weißer Zeichnung. Seine Unterseite ist ebenfalls weiß. Er bewohnt offene, trockene Landschaften mit Feldgehölzen und einzelnstehenden Bäumen sowie Obstplantagen. Das gut ausgepolsterte Nest wird vom Weibchen gerne in Obstbäumen angelegt. Dort hinein legt es 4-6 Eier, die es auch alleine ausbrütet. Das Männchen übernimmt in dieser Zeit die Nahrungsversorgung mit Insekten, bevorzugt Hummeln und Käfer, seltener kleine Wirbeltiere. Ähnlich wie der Raubwürger klemmt auch der Rotkopfwürger bei Nahrungsüberschuss seine getöteten Beutetiere in Astgabeln ein oder spießt sie auf Dornen, so dass er Vorräte für schlechte Zeiten hat. Den Winter verbringt er jedoch im tropischen oder südlichen Afrika.

    Schwarzkehlchen (Saxicola torquata)
    Das 13 cm große Schwarzkehlchen ist zwar eng mit dem Braunkehlchen verwandt, nicht jedoch mit Rotkehlchen und Blaukehlchen. Sein Gefieder ist oberseits schwarzbraun gefärbt, ebenso wie die Kehle. Die Brust ist beim Männchen rotbraun, beim Weibchen hellbraun gefärbt. Als gutes Bestimmungsmerkmal gelten die weißen Halsseiten. Das Schwarzkehlchen bewohnt offenes, trockenes Gelände wie Heide- und Ginsterlandschaften, Bahndämme, Kiesgruben und Schuttplätze. Das Weibchen baut das Nest gut versteckt zwischen Vegetation in einer Mulde am Boden und brütet die 5-6 Eier auch alleine aus. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Die Fütterung übernehmen beide Elternteile. Kleine Insekten werden aus der Luft von einer Warte aus geschnappt oder vom Boden aufgepickt. Unsere heimischen Schwarzkehlchen überwintern in milderen Regionen Mittel- und Südeuropas sowie in Nordafrika.

    Sprosser (Luscinia luscinia)
    Sprosser und Nachtigall sind Zwillingsarten und äußerlich kaum zu unterscheiden. Sein Gefieder ist oberseits einfarbig olivbraun und unterseits hellgrau. Er ist ebenfalls 15-16 cm groß und das Männchen ist gleichfalls ein ausgezeichneter Sänger bei Tag und Nacht, auch wenn seine Strophen weniger variantenreich sind. Der Sprosser, der auch als polnische Nachtigall bezeichnet wird, hat sein Verbreitungsgebiet in Osteuropa, wohingegen die Nachtigall vermehrt in West- und Mitteleuropa vorkommt. Insbesondere die Wahl des Lebensraumes ist unterschiedlich, denn der Sprosser bevorzugt unterholzreiche Feuchtgebiete. Seine Brut und Ernährunggewohnheiten sind allerdings vergleichbar. Er ist ebenfalls Bodenbrüter und ernährt sich von Insekten, Würmer, Spinnen und Beeren. Auch der Sprosser ist ein echter Zugvogel und verbringt den Winter im ostafrikanischen Winterquartier.

    Star (Sturnus vulgaris)
    Von den ca. 100 Starenarten kommt in Deutschland nur der 22 cm große Star vor. Wenn er im Februar/ März aus seinem Winterquartier in Südeuropa oder Nordafrika heimkehrt ist er einer der ersten Frühlingsboten, der sich mit lautem, melodiösen Gesang ankündigt. Er hat eine schwarze Grundfärbung und fällt im Brutkleid durch sein grünes und violettes Schimmern und den gelben Schnabel auf. Im Winterkleid trägt er weiße Tupfen auf schwarzen Grund und der Schnabel ist braun. Dann bezeichnet man ihn auch als „Perlstar“. Der Star ist wie die Amsel ein echter Kulturfolger. Ursprünglich bewohnt er Laub- und Mischwälder, ist nun aber in menschlichen Siedlungen in Gärten und Parks ebenso anzutreffen. Der Nistplatz in Baumhöhlen oder Nistkästen wird vom Männchen ausgewählt und singend beworben. Hat sich ein Weibchen überzeugen lassen, baut diese das Nest, wobei das Männchen beim Herbeischaffen von Nistmaterial hilft. Die 4-6 Eier werden von beiden Partnern ausgebrütet. Meist finden zwei Bruten statt. Die Jungen werden mit Insekten und Würmern versorgt, welche der Star auf dem Boden tippelnd aufliest oder aus dem Erdreich zieht. Im Herbst ernährt er sich hauptsächlich von Beeren und Früchten. Anfangs versammeln die Stare sich in dieser Jahreszeit zu kleineren Schwärmen, die schwatzend in Bäumen sitzen oder über Wiesen marschieren. Wehe dem, der sein Auto unter einem beerentragenden Baum geparkt hat. Ehe sich die Stare in ihr Winterquartier verabschieden, schließen sie sich zu riesigen Schwärmen zusammen, die in Weinbergen oder Obstplantage beträchtlichen Schaden anrichten können

    Wasseramsel (Cinclus cinclus)
    Die Wasseramsel ist weder mit der Amsel verwandt noch gehört sie zu den Echten Drosseln. Sie gehört zur Familie der Wasseramseln (Cinclidae) und kommt weltweit in nur 5 Arten vor. Sie ist der einzige Singvogel der schwimmen und tauchen kann, da ihr Gefieder so gut gefettet ist, dass das Wasser daran abperlt. Der 18 cm große Vogel erinnert durch seine kurzschwänzige, kompakte Gestalt an den Zaunkönig, ist aber natürlich deutlich größer. Die Wasseramsel hat einen rostroten Kopf und Nacken sowie eine strahlend weiße Kehle und Brust. Ihr restliches Gefieder, Rücken, Schwanz und Unterbauch ist dunkelbraun gefärbt. Sie lebt ausschließlich an schnellfließenden, sauberen Flüssen und Bächen. Aufgrund der Umweltverschmutzung ist sie deshalb in die Gebirgsregionen zurückgedrängt worden. Dort lässt sich der unruhige Vogel auf der Jagd nach Wasserinsekten, deren Larven, Krebsen und kleinen Fischen beobachten. Sie springt und fliegt unermüdlich von Stein zu Stein, fängt kleine Insekten in der Luft oder von der Wasseroberfläche und stößt zu kurzen Tauchgängen ins Wasser. Ihr Nest legen beide Partner gemeinsam am Ufer in Höhlen oder Halbhöhlen an und brüten die 4-6 Eier auch gemeinsam aus. Die Wasseramsel ist ein Standvogel und verbringt die kalte Jahreszeit in ihrem angestammten Revier. Schnellfließende Bäche sind für sie überlebenswichtig, da diese im Winter nicht zufrieren.

    Drosseln (Turdidae)

    Die weitverbreitete Amsel ist unser häufigster Vertreter aus der Familie der Drosseln. Sie wird in anderen Ländern übersetzt als Schwarzdrossel bezeichnet, bei uns hat sich jedoch der Name Amsel, der möglicherweise auf einen alten Dialekt zurückzuführen ist, durchgesetzt. Schwarze Sprenkel auf der weißen Bauchseite, die nur beim Amselmännchen völlig fehlen, sind ebenso charakteristisch für unsere heimischen Drosseln wie der melodische und laute Gesang ihrer Männchen. Nicht zu den weltweit über 300 Drossel-Arten gehört übrigens die Wasseramsel.

    Amsel (Turdus merula)
    Die ca. 25 cm große Amsel gehört zur Familie der Drosseln (Turdidae) und besitzt noch den Namen Schwarzdrossel, der ihre Verwandtschaft hervorhebt. Aber auch ohne den Namenszusatz „Drossel“ ist die Amsel auf Grund ihres Verhaltens und ihrer Sangeskünste eine ein typischer Vertreter der Drosseln. Das Männchen ist tiefschwarz gefärbt und hat einen gelben Schnabel und einen gelben Augenring. Augenring und Schnabel sind zur Brutzeit besonders leuchtend gefärbt. Das Weibchen hat ein dunkelbraunes Gefieder und einen braunen Schnabel. Ihre Unterseite ist entweder ebenfalls braun, etwas heller oder leicht gesprenkelt. Sie ist ein echter Kulturfolger und ist fast überall in der Nähe des Menschen anzutreffen. Ursprünglich bewohnte sie unterholzreiche Wälder, ist aber heute vielmehr in Parks und Gärten anzutreffen. Sie brütet bevorzugt in dichten Hecken, nimmt aber in der Stadt auch mit weniger geschützten Brutplätzen z.B. mit Balkonkästen vorlieb. Das Amselweibchen baut ein stabiles Nest aus Halmen, Wurzeln und Moos, in welches sie 3-5 Eier legt. Im Jahr sind 2-3 Bruten möglich. Während das Weibchen mit Brüten und Nestbau beschäftigt ist, markiert das Männchen durch seinen kunstvollen Gesang das Revier, welches er auch energisch gegen andere Amseln verteidigt. Nähert sich ein Räuber, wie z.B. eine Katze dem Nest, bleiben beide Partner dem Eindringling unter ständigem und lautem Meckern dicht auf den Fersen, bis dieser genervt abzieht. Eine Strategie, die allerdings nicht immer aufgeht, denn die Katze ist sicherlich der größte Fressfeind. Die Jungvögel werden von beiden Eltern mit tierischer Kost versorgt, die am Boden gejagt wird. Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer, die direkt aus dem Boden gezogen werden und allerlei Insekten, deren Larven und Schneckeneier. Im Herbst fressen Amseln gerne Beeren und nur selten Obst. Häufig hört man Amseln im Herbst und zeitigen Frühjahr im Gebüsch rascheln ehe man sie zu Gesicht bekommt. Sie durchwühlen das trockene Laub am Boden auf der Suche nach kleinen Kerbtieren, die sich darin verbergen. Unsere Stadtamseln verbringen den Winter bei uns und sind häufiger Gast am Futterhaus. Die nördlichen, wilden Populationen ziehen südwärts nach Südeuropa oder sogar Nordafrika.

    Misteldrossel (Turdus viscivorus)
    Die Misteldrossel ist mit ihren 27 cm die größte Drossel Mitteleuropas. Sie ist von der etwas kleineren Singdrossel nur schwer zu unterscheiden. Sie hat eine einfarbig graubraune Oberseite und eine weiße, dicht mit schwarzen Flecken übersäte Unterseite. Die Misteldrossel lebt in Laub- und Nadelwäldern bis zur Baumgrenze sowie in Gärten und Parks. Das relativ große Nest baut das Weibchen aus Wurzeln, Zweigen, Gräsern und Moos hoch oben in der Astgabel von Bäumen. Das Männchen hilft zwar beim Nestbau, ist dabei allerdings nicht so eifrig. Das Weibchen brütet die 3-5 Eier alleine aus und wird dabei vom Männchen gefüttert. Häufig finden 2 Bruten im Jahr statt. Während der Brutzeit stehen Schnecken, Würmer, Insekten und Spinnen auf dem Speiseplan. Im Herbst kommen Beeren, insbesondere Mistelbeeren und Obst dazu. Unsere heimischen Misteldrosseln überwintern in milderen Regionen Mittel- und Südeuropas sowie in Nordafrika.

    Ringdrossel (Turdus torquatus)
    Die 25 cm große Ringdrossel ist der Amsel ähnlich, aber durch ihren namensgebenden halbmondförmigen weißen Halsring zu unterscheiden. Das Männchen hat eine schwarze Grundfärbung, das Weibchen hat einen braunen Grundton. Ihre Federn haben einen feinen weißen Rand, so dass ihr Gefieder insgesamt geschuppt wirkt. In Europa leben zwei Rassen der Ringdrossel: das Gefieder der nordischen Form, die manchmal auf dem Durchzug zu beobachten ist, erscheint nicht geschuppt und wirkt dadurch insgesamt dunkler. Unsere heimische Form besiedelt die Nadelwälder und Latschenkiefer-Zonen der Mittelgebirge und Alpen. Das Nest wird von beiden Partnern gemeinsam in niedrigem Gestrüpp oder Nadelbäumen dicht am Boden in typischer Drosselmanier gebaut. Das aus 4-5 Eiern bestehende Gelege wird ebenfalls von beiden Partnern bebrütet. Meist findet nur eine Brut statt. Die Jungvögel werden mit am Boden erbeuteten Schnecken, Würmern, Insekten und Spinnen gefüttert. Im Herbst stehen zusätzlich Beeren und Früchte auf dem Speiseplan. Den Winter verbringen die Vögel im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

    Singdrossel (Turdus philomelos)
    Die 23 cm große Singdrossel macht ihrem Namen alle Ehre. Ihr melodischer Gesang ist besonders in den Morgen- und Abendstunden zu hören. Sie hat ganz ähnlich der größeren Misteldrossel eine einfarbig braune Oberseite und eine weiße, dicht mit schwarzen Flecken übersäte Unterseite Ihr bevorzugter Lebensraum sind Laub- und Nadelwälder, Kulturlandschaften mit reichlich Gehölzen sowie Gärten, Obstplantage und Parks. Ihr Nest baut sie in Sträuchern oder Nadelbäume dicht über dem Boden. Im Gegensatz zu den anderen Drosselarten kleidet sie ihr Nest nicht mit einer Erdschicht aus, sondern mit verrottendem Holz (Holzmulm). Das Weibchen legt 3-6 Eier und brütet zweimal im Jahr. Die Nahrung wird am Boden gejagt und besteht größtenteils aus Schnecken. Sie verschmäht aber auch Insekten, Würmer und im Herbst Beeren und Früchte nicht. Erbeutete Gehäuseschnecken werden an einem Stein oder Baumstumpf, der so genannten „Drosselschmiede“ aufgeschlagen. Anhand einer solchen Drosselschmiede lässt sich auch die Anwesenheit der sonst eher scheuen Singdrossel erkennen. Unsere heimischen Populationen sind Zugvögel und verbringen den Winter im gesamten Mittelmeerraum, von Südspanien über Griechenland, Türkei und Nordafrika.

    Wacholderdrossel (Turdus pilaris)
    Die ca. 25 cm große Wacholderdrossel ist unsere farbenprächtigste Drosselart. Sie hat einen hellgrauen Kopf und Unterrücken, der restliche Rücken sowie die Flügeloberseiten sind Kastanienbraun. Ihre Unterseite ist weiß, an der Brust rötlich hinterlegt und nach unten auslaufend schwarz gefleckt. Sie bewohnt offene Landschaften mit Büschen und Gehölzgruppen, lichte Wälder sowie Parkanlagen und Gärten. Im Gegensatz zu unseren anderen Drosselarten lebt sie in Kolonien, die bis zu 40 Paar umfassen können. Auch auf der Nahrungssuche ist sie in kleineren Trupps unterwegs. Am Boden jagt sie nach Schnecken, Würmern, Insekten und Spinnen. Im Herbst frisst sie zusätzlich Beeren und Früchte. Ihr Nest baut das Weibchen der Wacholderdrossel aus Gräsern, Blättern, Lehm und Moos hoch oben in einer Astgabel von Bäumen oder nahe am Stamm. Dort hinein legt es 4-6 Eier, die es auch alleine ausbrütet. Unsere heimischen Populationen überwintern im europäischen Mittelmeerraum.

    Schwalben

    Die Schwalben (Hirundinidae) sind eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) und der Unterordnung Singvögel (Passeres).
    Schwalben ernähren sich größtenteils von Fluginsekten.
    Es sei darauf hingewiesen, dass Mauersegler und Seeschwalben nicht zu dieser Familie gehören. Männchen und Weibchen sind einander in Größe und Befiederung ähnlich und zudem unterscheiden sich die verschiedenen Schwalbenarten oft nur wenig.
    Da sich die Fluginsekten bei sonnigem und warmem Wetter infolge der aufsteigenden Luft sich in größerer Höhe befinden, sieht man deshalb auch die Schwalben in der Höhe jagen.
    In Mitteleuropa findet man folgende vier verschiedene Schwalbenarten, wobei die Felsenschwalbe in Deutschland nicht vorkommt:
    - Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris)
    - Mehlschwalbe (Delichon urbica)
    - Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
    - Uferschwalbe (Riparia riparia)

    Mehlschwalbe

    Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) gehört zur Gattung Delichon, zur Familie der Schwalben (Hirundinidae), zur Unterordnung der Singvögel (Passeri) und zur Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes). Wegen ihres weißen Bürzels ist sie gut von den anderen europäischen Schwalbenarten zu unterscheiden. Von der Mehlschwalbe gibt es zwei Unterarten, die als typische Zugvögel, die in Afrika überwintern.
    Der Vogel hat eine Körperlänge zwischen 11 bis 14 cm und wiegt zwischen 16 und 20 g. Ihr Kopf, der Rücken, die Oberseite der Flügel und der Schwanz sind blau-schwarz. Dagegen sind die Körperunterseite und der Bürzel weiß bis mehl-weiß Färbung. Auch ihre Beine und die Füße besitzen ein weißes Gefieder.
    Unter dem Bürzel versteht man die hintere obere Rückenpartie bzw. dessen Befiederung.

    Rauchschwalbe

    Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) ist eine Vogelart aus der Gattung Hirundo, der  Familie der Schwalben (Hirundinidae), der Unterordnung der Singvögel (Passeres) sowie der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes)
    Die Vögel sind etwa 19 bis 22 cm lang, bei einem Gewicht zwischen etwa16 und 23 g.
    Ihre  Flügelspannbreite liegt zwischen 32 und 35 cm. Sie verfügen über einen stark gegabelten langen Schwanz, an dem sich weiße Flecken befinden. Ihr Rücken ist metallisch glänzend blau-schwarz, während die Unterseite cremig-weiß ist. Auffallend ist die schwarz umrahmte kastanien-braune Färbung an der Kehle.
    Diese Schwalbenart lebt in Landschaften mit Bauernhöfen, Wiesen, Seen oder Teichen.
    Die warme Jahreszeit zwischen April und Ende September verbringen sie in ihren Brutgebieten, um in Mittel- und Südafrika zu überwintern.

    Uferschwalbe

    Die Uferschwalbe (Riparia riparia) ist eine Vogelart aus der Gattung Riparia, der Familie der Schwalben (Hirundinidae), aus der Unterordnung der Singvögel (Passeres) und der Ordnung der  Sperlingsvögel (Passeriformes). Die Art verfügt über mehrere Unterarten.
    Der Vogel ist mit einer Länge von 12 bis 13 cm die kleinste europäische Schwalbenart.
    Die Oberseite der Schwalbe ist erdbraun, während die Unterseite weiß mit graubraunem Brustband ist. Uferschwalben besiedeln zur Brutzeit Flussufer, Küsten oder auch  die Ränder von Lehm- und Kiesgruben. Hier nutzen sie lehmige oder sandige Steilufer und Abbruchkanten zur Anlage ihrer Brutstätten.
    Die Tiere versammeln sich gerne auch abseits der Brutgebiete zu  Schwärmen.
    In Mitteleuropa leben sie von Mai bis September in ihren Brutgebieten, das sie im August verlassen, um in  Zentralafrika oder Nordwestafrika zu überwintern.
    Es sei erwähnt, dass die Uferschwalbe in Deutschland Vogel des Jahres 1983 war.

    Spechte, Sperlinge,

    Buntspecht
    Der Buntspecht (Dendrocopos major) ist eine Vogelart aus der Gattung Dendrocoposund gehört zur Familie der Spechte (Picidae).
    Der Vogel ist zwischen 20 und 25 cm groß, bei einem Gewicht zwischen 60 bis 90 g. Seine Flügelspannweite beträgt zwischen 35 und 40 cm.
    Sein Gefieder ist auf dem Rücken schwarz gefärbt mit zwei großen weißen Flügelflecken und auf der Bauchseite gelblich-grau. Das Unterschwanzgefieder sind ist rot gefärbt.
    Die Männchen haben einen roten Genickfleck und ihre Wangen sind weiß gefärbt. An den Halsseiten befinden sich schwarze Bartstreifen. Man findet die Vögel in Wäldern, sowie Parks, aber auch in baumreichen Gärten.
    Ihre Nahrung suchen sie sich vorwiegend in den Baumkronen, darunter Insekten und andere wirbellose Tiere, aber auch kleine Wirbeltiere und Vogeleier zudem Samen, Beeren und andere Früchte sowie Baumsäfte.
    Sie verfügen an ihren Kletterfüßen über spitze, gebogene Krallen, womit sie sich an der Rinde der Bäume festkrallen können.
    Interessant ist, dass die Nasenlöcher mit feinen Federn geschützt werden, die ein Einatmen des beim Klopfen entstehenden Holzmehls bzw. Holzstaubs verhindern.

    Schwarzspecht.
    Der Schwarzspecht ist größte Specht Deutschlands. Er ist mit 45 cm so groß wie eine Krähe und hat ein schwarzes Gefieder.
    Die Männchen kann man anhand ihrem roten Scheitel gut von den Weibchen unterscheiden, da diese nur einen roten Fleck auf dem Hinterkopf besitzen. Es sind Waldvögel, wobei die einzelnen Holzarten eine geringere Rolle spielen.
    Viel wichtiger ist es, dass alte Baumbestände vorhanden sind, mit 45 cm Durchmesser in Brusthöhe. Nur in solch alten Bäumen können die Schwarzspechte ihre Höhlen bauen.
    Es werden Buchen bevorzugt, aber auch Tannen, Kiefern, Fichten und Lärchen sind gute Brutbäume. Der Schwarzspecht ernährt sich von Insekten und Insektenlarven, die vorwiegend im morschen Holz leben.

    Haussperling
    Der Haussperling (Passer domesticus) – auch als Spatz oder Hausspatz bezeichnet – ist eine Vogelart aus der Gattung Passer, der Familie der Sperlinge (Passeridae) und der Unterordnung der Singvögel (Passeri).
    Der Vogel besitzt eine Körperlänge zwischen 14 bis 16 cm, bei einem Gewicht zwischen 28 und 32 g bei einer mittleren Spannweite von ca. 23 cm.
    Die Männchen sind kontrastreicher gezeichnet als die Weibchen und haben eine schwarze oder dunkel-graue Kehle und einen schwarzen Brustlatz, der im Herbst nach der Mauser von helleren Federn verdeckt werden kann.
    Ihr Scheitel ist bleigrau und von einem kastanienbraunen Feld begrenzt, das vom Auge bis in den Nacken hinein reicht. Die Wangen sind hellgrau bis weißlich. Der Rücken ist braun mit schwarzen Längsstreifen.
    Die Flügel sind ebenso gefärbt; eine weiße Flügelbinde ist deutlich erkennbar, eine zweite ist nur angedeutet. Brust und Bauch sind aschgrau.
    In Stadtzentren und Industriegebieten ist das Gefieder infolge der Luftverschmutzung weniger kontrastreich als z.B. das des Feldsperlings.
    Die Weibchen sind farblich unscheinbarer als die Männchen und matter braun, aber sehr fein gezeichnet. Die Oberseite ist hell grau-braun, der Rücken schwarz-braun und gelb-braun gestreift.
    Der ebenfalls grau-braune Kopf hat einen hellen Streifen über den Augen, der vor allem hinter dem Auge deutlich ist. Insgesamt sind die Tiere wenig farbenfroh und wirken eher unauffällig grau-bräunlich.
    Der Haussperling ernährt sich hauptsächlich von Getreidesamen - besonders vom Weizen Hafer und Gerste. Von Frühjahr bis zum Beginn des Sommers fressen sie auch Insekten und wirbellose Tiere wie z.B. Würmer.
    Durch ihre Nähe zum Menschen haben sie jedoch ihren Nahrungsumfang erheblich erweitert.
    Man findet diese Vögel mittlerweile oft in der Umgebung von Gaststätten mit einem Außenbetrieb oder an Imbissbuden, wo sie gerne gefüttert werden.
    Dabei haben die Tiere vielfach jegliche Scheu verloren und stehlen ihr Futter sogar von den Tellern der Gäste und werden dabei geradezu lästig.

    Feldsperling
    Der Feldsperling oder Feldspatz (Passer montanus) ist eine Vogelart aus der Gattung Passer - zu der auch der Haussperling gehört - der Familie der Sperlinge (Passeridae) sowie aus der Unterordnung der Singvögel (Passeri).
    Er ist mit einer Größe von 13 bis 15 cm etwas kleiner als der Haussperling und deutlich scheuer als dieser. Sein Gewicht bewegt sich etwa zwischen 20 bis 24 g. Die Männchen haben eine Flügellänge von 6,5 bis 7,5, während sie bei den Weibchen etwas geringer ist.
    Die Schwanzlänge beträgt bei den Weibchen 5 bis 5,6 cm und bei den Männchen 4,6 bis 5,8 cm. Der Feldsperling besitzt eine etwas deutlichere Färbung als der Haussperling.
    Der obere Kopfteil sowie der Nacken sind braun, während die Kehle über einen kleinen schwarzen Kehlfleck verfügt. Die Wangen des Vogels sind weiß mit einem schwarzen Fleck in der Gegend der Ohren. Sein helles Halsband ist im Nacken nahezu geschlossen. Seine Oberseite ist bräunlich mit dunkleren Längsstreifen versehen. Der Bürzel ist gelb-bräunlich. Die Bauchseite und die Brust sind braun-grau.
    In Mitteleuropa und besonders in Deutschland fehlt er – im Gegensatz zum Haussperling – normalerweise in größeren Siedlungen und Städten als Brutvogel, während er in einer Reihe von Regionen der Mittelmeeranlieger ein ausgesprochener Stadtvogel ist und hier die Rolle des Haussperlings einnimmt.
    Er brütet in Gehölzen, Büschen, Gärten in der Nähe von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Siedlungen.
    Seine Nester legt er in Baumhöhlen, Mauernischen, Felsspalten oder an Mauern an.
    Zu seiner Nahrung zählen Samen von Gräsern, Kräutern und Getreide, hier und da auch Knospen und Beeren.
    Ihre Jungen füttern sie mit Insekten.

    Grasmücken (Sylvia)

    Die Grasmücken (Sylvia) sind eine Gattung von Singvögeln, die zur Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) gehören. Die Gattung umfasst 26 Arten, von denen aber nur ein Teil in  Mitteleuropa heimisch ist.
    Grasmücken leben in Wäldern und dichtem Gebüsch und schlüpfen geschickt durch niedrige Dickichte. Einige Arten kommen gerne in Gärten. Ihr Gesang ist oft laut und charakteristisch, so dass man sie daran gut erkennen und unterscheiden kann.
    Im folgenden werden ein paar Vertreter der Gattung Sylvia ausführlicher vorgestelltt:

    Dorngrasmücke

    Die Dorngrasmücke (Sylvia communis) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasmücken (Sylvia). Der Vögel ist in Europa weit verbreitet.  Die bevorzugten Lebensräume sind Agrarlandschaften mit dornigen Hecken und Büschen, in denen sie ihr Nest anlegt.
    Der Vogel ist 13 bis 15 cm lang – bei einem Gewicht von 12 bis 18 g. Er besitzt einen relativ großen Kopf
    Ihre Oberseite ist graubraun und die Unterseite weißlich gefärbt und die Kehle ist weiß. Die Die Federn der Flügel sind schwarz mit breiten rostbraunen Säumen. Der Vogel hat einen relativ langen Schwanz.
    Ihre gefährlichsten Feinde sind Raubvögel, Marder und Katzen

    Gartengrasmücke
    Die Gartengrasmücke (Sylvia borin) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasmücken (Sylvia). Sie ist ein Zugvogel, der im Sommer in ganz Europa brütet und häufig auch in Siedlungsgebieten wie Gärten, zu beobachten ist
    Der Vogel ist zwischen 12 und 14 cm lang, bei einem Gewicht zwischen 15 und 22 g. Ihre Flügelspannweite erreicht 20 bis 24 cm.
    Ihre Oberseite ist olivbraun-grau, während  die Unterseite weißbraun ist. Das Gefieder der Flügel ist einfarbig. Die Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus und sind sehr scheu und daher schwer zu beobachten.

    Klappergrasmücke
    Die Klappergrasmücke (Sylvia curruca), auch als  Zaungrasmücke bezeichnet, ist in ganz Europa verbreitet und ist mit einer Größe zwischen 11 und 13 cm die kleinste einheimische Grasmücke. Ihre Flügelspannweite liegt bei etwa 19 cm. Ihr Gewicht erreicht max. 16 g.
    Die Oberseite des Vogels ist graubraun, während die Unterseite weiß gefärbt ist. Die Flanken erscheinen in einem  Hellbraun und die Kehle ist weißlich mit einem grauen Kopf.
    Der Vogel lebt an Waldrändern, in Parks, Obstgärten, aber auch in halboffenen Landschaften mit Gestrüpp, Hecken und Sträuchern. Seine Nahrung besteht aus Insekten, Larven, Spinnen, und Beeren. Im Winter zieht der Vogel nach Afrika.

    Mönchsgrasmücke
    Die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) gehört zur Familie der Grasmückenartigen ().
    Sie erreicht eine Größe zwischen 12 bis 14 cm, bei einem Gewicht zwischen 19 bis 23 g und einer Flügelspannweite von etwa 23 cm.
    Das Weibchen besitzt einen rotbraunen Oberkopf (Kappe) und das Männchen eine schwarze Kappe. Der Vogel lebt im Unterholz von Wäldern, in Gärten, auf Friedhöfen und in Parks. Sie brütet in Büschen, Hecken, Bäumen oder Sträuchern.
    Er ernährt sich von
    Im Winter zieht die Grasmücke in den Süden nach Afrika zum Überwintern.

    Sperbergrasmücke
    Die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasmücken (Sylvia) und der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae). Sie ist neben der Orpheusgrasmücke die größte mitteleuropäische Art aus der Gattung Sylvia.
    Der Vogel wird zwischen ist 15 bis 17 cm lang, bei einem Gewicht zwischen 28 bis 32 g. Die Flügelspannweite liegt zwischen 26 bis 30 cm. Die Oberseite des Vogels ist graubraun und die Brust dunkelgrau mit helleren, dünnen Querstreifen. Der Schnabel ist verhältnismäßig spitz und an der Unterseite weißgrau. Die Beine sind hellbraun. Männchen und Weibchen besitzen nahezu die gleiche Färbung.
    Die Sperbergrasmücke lebt in hohem Gebüsch, in einzelnen Bäumen im offenem Gelände, ebenso wie auf Lichtungen mit zahlreichem Gebüsch oder im lichten Wald.
    Als Nahrung dienen 
    Der Vogel hält sich von Mai bis September zum Brüten in Mitteleuropa auf, während ihr Winterquartier im tropischen Afrika liegt.

    Stelzen und Pieper (Motacillidae)

    Zur Familie der Motacillidae gehören nicht nur die bekannte Bachstelze und ihre nahe Verwandten aus der Gattung Motacilla sondern die nicht weniger häufigen, aber trotzdem unbekannten Pieper der Gattung Anthus. Im Gegensatz zu den auffälligen und kontrastreich gefärbten, hochbeinigen und langschwänzigen Stelzen sind die Pieper unauffällige Vögel, sowohl im Aussehen als auch in ihrer Lebensweise.

    Bachstelze (Motacilla alba)
    Die 18 cm große Bachstelze zeichnet sich durch ihr kontrastreich schwarz-weiß gefärbtes Gefieder aus. Während Oberkopf, Hinterkopf und Kehle tiefschwarz gefärbt sind, sind Gesicht, Wangen und die Unterseite weiß. Der Rücken und die Flügel sind hellgrau, der lange Schwanz ist schwarz gefärbt mit weißen Außenkanten. Die Bachstelze besiedelt offene Landschaften, häufig, aber nicht ausschließlich in Wassernähe. Dabei stört sie die Nähe des Menschen nicht. Mit ihrem charakteristischen tippelnden Gang, der ihr den norddeutschen Namen Wippstert einbrachte, ist sie am Boden auf der Jagd nach Insekten und Spinnen unterwegs. Sie jagt gerne auf Viehweiden und ist an Gewässern anzutreffen, wo sie ihre Beute aus dem seichten Wasser von der Oberfläche schnappt. Bei der Wahl ihres Nistplatzes ist sie nicht wählerisch. Als Standort dienen Höhlen und Nischen an Böschungen und Steilhängen, aber auch überdachte Plätze unter Brücken, Holzstapeln und in Gebäuden werden bezogen. Sie legt 5-6 Eier und macht 2 Bruten im Jahr. Das Brutgeschäft übernimmt größtenteils das Weibchen, während sich das Männchen um die Nahrungsversorgung kümmert. Die Bachstelze ist ein Zugvogel und während einige Populationen nur bis in den Mittelmeerraum ziehen überwintern die meisten Vögel in Afrika.

    Baumpieper (Anthus trivialis)
    Das Männchen des 15 cm große Baumpiepers erinnert mit seinem prächtigen Gesang an einen Kanarienvogel. Gerne sitzt er auf einer Singwarte, z.B. einer Tannenspitze und schmettert sein Lied. Sein Gefieder ist dagegen ausgesprochen unauffällig. Oberseits ist er braungrau bis olivgrün gefärbt mit dunklerer Längszeichnung. Unterseits ist er hellbraun bis beige gefärbt mit dunklen Flecken. Die Geschlechter sind anhand ihres Aussehens nicht zu unterscheiden. Der Baumpieper lebt an Waldrändern, Lichtungen und in lichten Wäldern bis hinauf zur Baumgrenze sowie in parkähnlichen Landschaften. Ihr Nest, ein dickwandiger Napf, baut das Weibchen gut versteckt am Boden. Dort hinein legt sie 5-6 Eier und normalerweise macht sie 2 Bruten im Jahr. Gefüttert wird mit Insekten und Spinnen, die größtenteils am Boden und nur seltener in Bäumen erbeutet werden. Außerhalb der Brutzeit im Frühjahr und Herbst werden auch Samen und Beeren gefressen. Das Überwinterungsgebiet des Baumpiepers reicht von den Mittelmeerländern bis südlich der Sahara nach West- und Zentralafrika.

    Brachpieper (Anthus campestris)
    Der Brachpieper ist mit 17 cm größer und schlanker als unsere anderen beiden heimischen Pieperarten, Baumpieper und Wiesenpieper. Im Aussehen recht ähnlich ist er doch insgesamt heller und hat eine ungefleckte Unterseite. Charakteristisch ist sein cremefarbener Überaugenstreif. Er bewohnt trockene, sandige oder steinige Landschaften, wie Heidelandschaften, Dünen und trockene Wiesen. Das Nest, ein dickwandiger Napf, baut das Weibchen allein in typischer Piepermanier gut versteckt am Boden. Dort hinein legt sie 5-6 Eier, die sie auch allein ausbrütet. Teilweise werden sie 2 Bruten im Jahr durchgeführt. Gefüttert wird von beiden Eltern mit Insekten und Spinnen, die größtenteils am Boden erbeutet werden. Wie beim Wiesenpiper steigt auch das Männchen des Brachpiepers vom Boden zu seinem Singflug auf. Charakteristisch ist jedoch der wellenförmige Flugverlauf. Als Zugvogel bezieht der Brachpieper sein Winterquartier in Nordafrika.

    Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)
    Die 18 cm große Gebirgsstelze ist durch ihre hellgelbe Unterseite deutlich von der Bachstelze zu unterscheiden. Rücken und Oberkopf sind grau gefärbt, mit einem feinen weißen Oberaugen- und Bartstreif. Der lange Schwanz ist schwarz gefärbt. Die Geschlechter lassen sich am Kehlfleck unterscheiden: dieser ist beim Männchen schwarz und beim Weibchen sowie den Jungvögeln weiß. Der ursprüngliche Lebensraum der Gebirgsstelze sind schnellfließende Bäche und Flüsse des Gebirges. Inzwischen hat sie sich auch ins Flachland verbreitet, bleibt aber stets in Gewässernähe. Auf der Jagd nach Insekten Wasserinsekten und deren Larven fliegt sie unermüdlich von Stein zu Stein. Ihr fein ausgepolstertes Nest baut sie in Halbhöhlen an steilen Ufern, unter Felsen oder Brücken. Das Weibchen legt 4-6 Eier und macht 2 Bruten im Jahr. Während sie das Brutgeschäft größtenteils alleine übernimmt kümmert sich das Männchen um die Nahrungsversorgung. Obwohl die Gebirgsstelze eigentlich ein Zugvogel ist, überwintern viele Tiere bei uns. Die Mehrzahl verbringt den Winter jedoch im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

    Schafstelze (Motacilla flava)
    Durch ihr großes Verbreitungsgebiet in ganz Europa haben sich von der 17 cm großen Schafstelze mehrere geographische Rassen ausgebildet, von denen sich die Männchen sehr gut auf Grund ihrer Kopffärbung unterscheiden lassen. Die Weibchen ähneln sich sehr stark. Wir wollen an dieser Stelle nur die mitteleuropäische Rasse beschreiben. Sie sieht auf den ersten Blick der Gebirgsstelze recht ähnlich. Das Männchen hat ebenfalls einen grauen Kopf mit weißem Oberaugen- und Bartstreif, jedoch sind Kehle und Bauch kräftig schwefelgelb und die Oberseite olivgrün gefärbt. Die Flügelenden und Schwanzoberseite sind braunschwarz gefärbt. Das Weibchen lässt sich durch den olivgrünen Kopf unterscheiden, trägt aber ebenfalls Oberaugen- und Bartstreif. Als Lebensraum bevorzugt sie Feuchtwiesen, Moore und Heidelandschaften, man findet sie aber auch in Kulturlandschaften auf Viehweiden. Ihr Nest errichtet das Weibchen versteckt in dichter Bodenvegetation. Das Weibchen legt 5-6 Eier und macht 1-2 Bruten im Jahr. Während sie das Brutgeschäft größtenteils alleine übernimmt kümmert sich das Männchen um die Nahrungsversorgung. Als ausgesprochener Zugvogel verbringt sie den Winter in Afrika südlich der Sahara.

    Wiesenpieper (Anthus pratensis)
    Der knapp 15 cm große Wiesenpieper ist in Größe und Gefiederzeichnung dem Baumpieper sehr ähnlich. Beide Geschlechter sind ebenfalls oberseits braungrau bis olivgrün gefärbt mit dunklerer Längszeichnung. Unterseits sind sie hellbraun bis beige gefärbt mit dunklen Flecken. Als Lebensraum bevorzugt der Wiesenpieper Feuchtwiesen, Moore und Dünenlandschaften. Man findet ihn auch auf Bergwiesen bis hinauf zur Baumgrenze. Neben dem unterschiedlichen Lebensraum ist auch das Verhalten des Männchens ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Während der Baumpieper auf Baumwipfeln singt und von diesen zum Gesangsflug aufsteigt, startet das Wiesenpiepermännchen singend vom Boden aus und landet dort ach wieder. Das Nest baut das Weibchen gut versteckt am Boden. Dort hinein legt sie 4-6 Eier, welche sie alleine ausbrütet. Normalerweise macht sie 2 Bruten im Jahr. Gefüttert wird von beiden Elternteilen mit am Boden erbeuteten Insekten und Spinnen. Außerhalb der Brutzeit werden auch Sämereien verzehrt. Als Teilzieher überwintern einige Vögel in Süddeutschland, die meisten ziehen jedoch in den Mittelmeerraum.

    Rabenvögel

    Allgemeines
    Man mag es kaum glauben, denn für ihre Sangeskünste sind sie nicht gerade bekannt, aber auch Raben, Krähen und Eichelhäher gehören zu den Singvögeln.
    Dennoch haben wir diese Vogelarten der besseren Übersicht wegen gesondert dargestellt.

    Nebelkrähe (Corvus corone cornix)
    Die Nebelkrähe ist eine der in Deutschland vorkommenden Rassen der Aaskrähen (Corvus corone). Sie ist eng verwandt mit der Rabenkrähe (Corvus corone corone), die ebenso auftritt wie die Nebelkrähe.
    In ihrem Verhalten und ihrer Lebensweise sind sich beide so ähnlich, dass es im Überschneidungsgebiet zur Vermischung kommt. Die Grenze verläuft in etwa entlang der Elbe und wird im Süden von den Alpen gebildet.
    Der bis zu 50 cm große Vogel hat einen hellgrau gefärbten Körper mit tiefschwarzen Schwingen und Kopf. Der kräftige Schnabel sowie die Beine sind ebenfalls schwarz. Nebelkrähen besiedeln offenes Gelände, Kulturlandschaften, Parks und Gärten. Als Allesfresser ernähren sie sich von tierischer und pflanzlicher Kost, wie Insekten, Larven, Engerlingen, Würmern, Getreide, Beeren, aber auch von Aas und Siedlungsabfällen. Im Herbst und Frühjahr sieht man sie häufig auf frisch bestellten oder umgepflügten Äckern sitzen. Zur Brutzeit plündern sie nicht selten die Die Nebelkrähe ist die in Kroatien vorkommende Rasse der Aaskrähe (Corvus corone). Sie ist eng verwandt mit der Rabenkrähe (Corvus corone corone), die in Deutschland ebenso auftritt wie die Nebelkrähe. In ihrem Verhalten und ihrer Lebensweise sind sich beide so ähnlich, Nester anderer Vögel, um deren Eier oder Küken zu erbeuten. Ihren eigenen Nachwuchs ziehen die in lebenslanger Ehe lebenden Vögel in aus groben Zweigen und allerlei Polstermaterial gebauten Nestern (Horsten) in hohen Bäumen auf. Außerhalb der Brutzeit von März bis Mai kann man große Schwärme der Vögel beobachten, die sich abends auf ganz bestimmten Schlafbäumen versammeln, um gemeinsam in der Sicherheit einer großen Gruppe zu übernachten. Da die Anzahl ihrer natürlichen Feinde wie Habicht, Wanderfalke und Uhu stark zurückgegangen ist, konnten sich vielerorts große Krähenbestände entwickeln. Vor dem Menschen haben diese schlauen Tiere nur wenig Scheu und man kann sich ihnen zumindest in Städten langsam bis auf wenige Meter nähern.

    Elster (Pica pica)
    Die 46 cm große Elster fällt durch die scharf abgegrenzte schwarz-weiß Zeichnung ihres Gefieders und den langen Schwanz auf. Zudem schillern die Oberseiten der Flügel in verschiedensten Blautönen. Die geselligen Tiere sind häufig in Kleingruppen anzutreffen und bewegen sich nicht selten zu Fuß am Boden. Sie bevorzugen offenes Gelände mit Hecken und vereinzelten Bäumen und haben als typische Kulturfolger bewirtschaftetes Ackerland und Stadtgebiete mit Parks und Gärten erobert; dennoch sind sie ausgesprochen scheu. Sie ernähren sich von allerhand Kleingetier wie Insekten, Larven, Schnecken, Würmer und Mäuse, aber sie verschmähen auch Aas und Beeren nicht. Während der Brutzeit plündern sie die Nester anderer Vögel und rauben Eier und junge Küken. In besiedelten Räumen, in denen Baummarder und Greifvögel als ihre natürlichen Feinde fehlen, kann dies vereinzelt ein Problem für die Population kleiner Singvögel darstellen. In ihrem lehmverstärkten Nest aus Zweigen, welches in hohen Bäumen angelegt wird, werden Gelege von bis zu 8 Eiern bebrütet. Nur selten können allerdings alle Jungvögel großgezogen werden.

    Kolkrabe (Corvus corax)
    Der Kolkrabe ist mit seinen 64 cm der größte Singvogel Europas. Der durchgehend schwarz gefärbte Vogel hat ein stahlblau schimmerndes Gefieder und einen mächtigen Schnabel. Er bewohnt selten dichter besiedeltes Gebiet, höchstens große Parkanlagen mit altem Baumbestand. Man trifft ihn eher in offenen Kulturlandschaften, Waldgebieten und im Gebirge an. Häufig kann man die kräftigen, tiefen Rufe der Raben weithin hören, ohne die Tiere zu Gesicht zu bekommen. Früher wurde der Kolkrabe erbarmungslos verfolgt. Nach der Einführung von Schutzmaßnahmen haben sich die Bestände aber vielerorts in Europa wieder einigermaßen erholt. Kolkraben sind Allesfresser, die sich aber vorwiegend von tierischer Kost ernähren. Vor ihnen ist nichts sicher, was sie auf Grund ihrer Größe überwältigen können. Würmer, Käfer, Schnecken und Frösche stehen ebenso auf ihrem Speiseplan wie die Brut anderer Vögel, Mäuse, Eidechsen, Schlangen und Maulwürfe. An den Kadavern von verendeten Rehen oder Hirschen versammeln sich ganze Gruppen der Tiere, um mit ihrem kräftigen Schnabel große Fleischbrocken herauszureißen. Ihren Nachwuchs ziehen die in lebenslanger Ehe lebenden Vögel in aus groben Zweigen und allerlei Polstermaterial gebauten Horsten in hohen Bäumen oder an unzugänglichen Felswänden auf. Die Horste werden jedes Jahr von demselben Paar wieder benutzt und dabei ständig erweitert. Der sprichwörtliche „Rabenvater“ versorgt die Mutter und den Nachwuchs, solange diese das Nest noch nicht verlassen können, unermüdlich mit Nahrung. Natürliche Feinde hat der Kolkrabe auf Grund seiner Größe kaum.

    Eichelhäher (Garrulus glandarius)
    Der etwa 34 cm große Eichelhäher ist in ganz Europa anzutreffen. Er hat eine rötlichbraune Grundfärbung mit auffälligen Gefiederzeichnungen. Die Flügel tragen am Bug eine leuchtende blau-schwarze Bänderung und sind an den Enden schwarz-weiß gemustert. Der kräftige schwarze Schnabel geht in einen schwarzen Bartstreif über. Kehle und Bürzel sind hell gefärbt. Der Eichelhäher ist gut an den Menschen angepasst und man findet ihn neben Waldgebieten auch in Parks und Gärten überall da, wo es ausreichend Nahrung gibt. Der „Polizist des Waldes“ fällt vor allem durch seine „rrätschenden“ Rufe auf, mit denen er im Wald indirekt auch andere Tiere vor größeren Raubtieren und auch dem Menschen warnt. Deshalb ist er Jägern nicht selten ein Dorn im Auge. Eichelhäher sind große Insektenvertilger, die auch vor größerer Beute nicht zurückschrecken. Zum Nahrungsspektrum gehören auch Mäuse, Eidechsen und kleine Schlangen. Während der Brutzeit plündert er allerdings in nicht unerheblichem Maße die Nester anderer Vögel. Im Herbst ernährt er sich von den Früchten des Waldes. Für den Winter legt er sich Vorräte von Eicheln, Bucheckern und Nüssen an, die er im Boden versteckt. Da er viele Verstecke nicht wiederfindet, trägt er somit zur Verbreitung der verschiedenen Baumarten bei. Durch die Lebensraumzerstörung sind seine natürlichen Feinde, wie Marder, Greifvögel und Eulen stark zurückgegangen.

    Eisvogel, Wiedehopf

    Eisvogel
    Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel (Alcedinidae). Der Vogel hat einen kurzen und gedrungenen Körper mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Flügeln.
    Der große Kopf mit dem etwa 4 cm langen, spitzen Schnabel sitzt an einem kurzen Hals. Die Oberseite erscheint kobaltblau bis türkisfarben, mit einen leuchtend blauen Streifen.
    Die Vögel werden zwischen 16 bis 18 cm lang, bei einem Gewicht von 35 bis 40 g. Ihre Flügelspannweite erreicht eine Länge von etwa 25 cm.
    Der Obertei des Kopfes, die Flügel, Schultern und Schwanzfedern sind dunkelblaugrün bis grünblau gefärbt, wobei sich an den Kopffedern azurblaue Querbänder und an den Flügeln azurblaue Spitzen befinden.
    Der Rückenstreifen ist leuchtend türkisblau. Die Bauchseite des Vogels ist mit Ausnahme der weißen Kehle rostrot bis kastanienbraun gefärbt. Der Kopf zeigt sich mit rotbraunen Ohrdecken, weißen Halsseitenflecken und einen blaugrünen oder blauen Bartstreif.
    Vor den Augen befindet sich ein kastanienbrauner Fleck. Der Eisvogel bevorzugt nicht allzu fließenden oder stehende Gewässer, in denen Kleinfische leben. Das können Flüsse, Bäche, Seen und Altwässer, Tümpel, Gräben, Kanäle, Teichanlagen oder Talsperren sein.
    Als Brutplätze dienen Steilufer oder große Wurzelteller umgestürzter Bäume mit einer dicker Erdschicht. Als Nahrung dienen Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebse und Kaulquappen.
    Dabei ist er in der Lage, Fische bis zu einer Länge von etwa 9 cm verschlingen, die er beim so genannten Stoßtauchen erbeutet hat.
    Hinweis
    In den Jahren 1973 und 2009 war er in Deutschland Vogel des Jahres, 2009 in Österreich und 2006 in der Schweiz. Zudem 2005 in Belgien und 2011 in der Slowakei.

    Wiedehopf
    Der Wiedehopf (Upupa epops) ist eine Art aus der Gattung Upapa, der Familie der Wiedehöpfe (Upupidae) und der Ordnung der Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes).
    Es gibt eine Reihe von Unterarten, über deren genaue Anzahl in der Wissenschaft aber bisher keine Einigkeit herrscht. In Mitteleuropa findet man die Unterform Upupa epops epops vor. Der hiesige Wiedehopf ist ein seltener und in großen Teilen ihres früheren Verbreitungsgebietes nicht mehr vorhandener Brutvogel.
    Der Vogel besitzt vom Schnabel bis zur Schwanzspitze eine mittlere Länge von 28 cm. Charakteristisch sind die schwarz-weiß gebänderten Flügel mit gelben Einschlüssen, der lange, gebogene Schnabel und die bis zu sechs Zentimeter lange aufrichtbare Federhaube, deren Ende schwarz-weiß gefärbt ist.
    Der Schwanz ist schwarz und besitzt eine breite weiße Binde. Der restliche Körper ist rostbraunrot. Auffällig ist das Kopfnicken, das der Vogel bei der Nahrungssuche oder in Erregung vollführt.
    Der Wiedehopf bevorzugt wärmere, trockene und nicht zu dicht mit Bäumen bestandene Gebiete mit einer geringen Vegetation. In Mitteleuropa kommt die Unterart besonders in Obst- und Weinkulturen, in Gegenden mit Weidetierhaltung sowie auf buschigen Brachflächen vor.
    Sie brüten gerne in Kiefernwäldern, sowie in Lichtungen in ansonsten geschlossenen Waldgebieten.
    Die Nahrung des Vogels besteht vorwiegend aus Insekten, wobei Feldgrillen, Maulwurfsgrillen, Engerlinge sowie verschiedene Raupenarten und Käfer besonders gerne verspeist werden.
    Seltener dienen Spinnen, Asseln, Tausendfüßer oder Regenwürmer als Nahrung. Es wurde aber auch beobachtet, dass er Frösche, kleine Eidechsen oder Vogelgelege und Nestlinge erbeutet hatte

    Hühnervögel

    Auerhühner
    Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) gehört zur Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes). Es ist der größte Hühnervogel in Europa.
    Der Auerhahn hat bei einer Größe von rund 1 m ein Gewicht zwischen 4 bis 5 kg und eine Flügelspannweite von 90 cm. Der Vogel ist dunkelgrau bis dunkelbraun gefärbt und hat ein metallisch glänzendes grünes Brustschild.
    Die Auerhenne ist mit einem Gewicht von ca. 2,5 kg und einer Größe von 60 cm mit ihrer Flügelspannweite von ca. 70 cm um Einiges kleiner als der Hahn.
    Ihr Gefieder ist auf dem Rücken braun mit schwarzen und silbernen Querbändern, und auf der Bauchseite etwas gelblich heller.
    Der Vogel lebt in Nadel-, Misch- und Laubwäldern meist in einer Höhe oberhalb von 1.000 m Nur hin und wieder findet man ihn auch in tieferen Lagen, so beispielsweise in Polen und der Niederlausitz.
    Der sehr scheue Vogel ernährt sich im Sommerhalbjahr nahezu ausschließlich von Heidelbeerblättern und Beeren, wie auch von Grassamen und jungen Sprösslingen.
    Im Winter lebt er hauptsächlich von den Nadeln und Knospen von Kiefern, Fichten, Tannen und Buchen. Interssant ist, dass er zum Erschließen und Zermahlen der Nahrung Magensteinchen (Gastrolithen) aufnimmt.

    Blässhühner
     Das Blässhuhn (Fulica atra) - auch als Blesshuhn bezeichnet - ist eine besitzt eine eher mittlere Größe. Der Vogel gehört zur Gattung Fulica, aus der Familie der Rallen (Rallidae) und der Ordnung der Kranichvögel (Gruiformes).
     Man findet diesen Wasservogel vor allem auf an Nährstoffen reichen Seen und Flüssen.
     Das Blässhuhn besitzt eine Körperlänge zwischen 35 bis 45 bei einem Gewicht der Männchen von im Mittel 900 g und der Weibchen von ca.700 g. Der etwa 3 cm lange, weiße oder leicht rosa getönte Schnabel ist spitz mit einem gebogenen Oberschnabel.
    Die erwachsenen Tiere besitzen auf dem Rücken ein graues bis schwärzliches Gefieder, das bräunlich bis oliv schimmert. Die Kehle und der untere Hals sind eher dunkler, während der Kopf und der Hals samtschwarz erscheinen. I
    hre Unterseite ist grau bis graubraun. Die Flügel sind überwiegend schwärzlich.
    Unter der namensgebende Blesse** versteht man ein leuchtend weißes Hornschild über dem Schnabel, der die Stirn bedeckt und zwischen 1,5 bis 3cm lang und zwischen 0,5 und 2 cm mm breit ist.
    Die Füße sind kräftig ausgeprägt und die langen Zehen besitzen mit Schwimmlappen versehen.
     **Unter der Blesse versteht man eine weiße oder helle Zeichnung des Fells oder Federkleids, normalerweise in Form eines Streifens, der von der Stirn bis zur Schnauze reicht.

    Birkhühner
    Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) ist eine Vogelart aus der Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes). Der Hahn erreicht eine Körperlänge zwischen 55 bis 60 cm, bei einem Gewicht zwischen etwa 0,8 bis 1,8 kg.
    Seine Flügellänge beträgt etwa 25 bis 29 cm. Seine Schwanzlänge umfasst rund 17 bis 22 cm Die Henne ist mit einer Körperlänge zwischen etwa 45 bis 55 cm Körperlänge und einem Gewicht zwischen 0,750 und 1,2 kg kleiner als der Hahn.
    Ihre Flügellänge von 21und 26 cm, bei einer Schwanzlänge von 11 und 13 cm.
    Der Hahn ist kontrastreich blauschwarz und weiß gefärbt ist, während die Henne ein bräunliches tarnfarbenes Gefieder besitzt. Aber Hahn und Henne besitzen weiße Flügelbinden (Spiegel), die im Flug zu sehen sind.
    Birkhühner sind typische Bewohner der Übergangszonen des Waldes wie an Moorrändern oder im Gebirge. Dabei bevorzugen sie eher offene Regionen, die mit Gebüschen, Sträuchern und Bäumen durchsetzt sind.
    Erwachsene Birkhühner ernähren sich von Insekten und anderen wirbellosen Tieren, aber jahreszeitabhängig von verschiedenen Pflanzenarten. Im Frühjahr dienen vor allem junge Triebe und Knospen sowie Blütenstände von Weiden und einigen Gräsern als Nahrungsquelle.
    Im Sommer bieten die blühenden Wiesen eine abwechslungsreiche Nahrung. Im Herbst dienen dann die Beeren von Zwergsträuchern (Krähenbeere, Heidelbeere, Preiselbeere) als Nahrung. Im Winter stellen werden Knospen und Triebe von Laub- und Nadelbäumen verzehrt.

    Schneehühner
     Die Schneehühner (Lagopus) sind eine Vogelgattung aus der Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes). Zur Gattung der Schneehühner zählen folgende drei Arten:
    - Alpenschneehuhn (Lagopus muta).
       Dieses Schneehuhn findet man im Hochgebirge und der borealen Tundra Eurasiens. Das Alpenschneehuhn besitzt eine Größe zwischen 35 und 40 cm bei einem Gewicht von 400 bis 550 g und einer Flügelspannweite von 55 bis 60 cm.
    - Moorschneehuhn (Lagopus lagopus)
       Das Moorschneehuhn kommt in Nordamerika und in Eurasien vor. Mit einer Länge zwischen 30 und 35 cm und einem Gewicht von rund 1.300 g (Männchen) und 850 g (Weibchen) ist es die kleinste der drei Arten.
    - Weißschwanz-Schneehuhn (Lagopus leucura)
       Das Weißschwanz-Schneehuhn kommt nur in den USA in Alaska und den Rocky Mountains sowie in der kanadischen Provinz British Columbia vor und nicht in Europa.

    Fasane
    Der Fasan (Phasianus colchicus) ist eine Vogelart aus der Ordnung der Hühnervögel. Wie bei anderen Fasanenartigen imponiert der Hahn mit seinem farbenprächtiges Gefieder und seine stark verlängerten Schwanzfedern, während die Hennen eine bräunliche Tarnfärbung besitzen und daher eher unauffällig sind.
    Der Hahn besitzt eine Körperlänge zwischen 70 bis 90 cm, mit einem etwa 45 bis 60 cm auf den langen, spitzen Schwanz. Das Weibchen wird rund 55 bis 70 cm groß, mit einem Schwanz zwischen 20 und 25 cm langen Schwanz.
    Die Flügelspannweite liegt bei Hähnen zwischen 23 und 26 cm, bei der Henne zwischen 21 und 24 cm. Das Gewicht eines ausgewachsenen Hahnes beträgt zwischen 1,4 und 1,5 kg, das einer Henne zwischen 1,1 und 1,4 kg.
    Ihre Füße besitzen keine Fiedern, aber die Männchen besitzen einen nach hinten gerichteten Sporn am Lauf, während die Weibchen anstelle des Sporns meist einen kleinen Knopf, der auch fehlen kann. Die Iris ist beim Hahn blass orange, bei der Henne orange bis bernsteinfarben und bei Küken braun. Der Schnabel ist beim Hahn grünlich hornfarben, bei der Henne dunkelbräunlich bis hornfarben. Wegen seines edlen Geschmacks wurde er in Europa und den USA eingebürgert und gejagt
    Aber bereits die Römer hatten wahrscheinlich für eine Verbreitung in Mittel- und Westeuropa gesorgt und seit dem frühen Mittelalter wurden Fasane an Fürstenhöfen und Klöstern gehalten.
    Heutzutage leben die meisten dieser Tiere in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rumänien und Ungarn. Man findet die Tiere in halboffenen Landschaften, in nicht allzu dichten Wäldern mit Unterwuchs oder in mit Schilf bewachsenen Feuchtgebieten. Die Nahrung besteht zumeist aus Samen und Beeren, aber auch aus Insekten und anderen Kleintieren.

    Großtrappen
    Sie gehört zur Ordnung der Kranichvögel und ist ein sehr scheuer und störungsempfindlicher Vogel. Sie lebt in ursprünglich gebliebenen Steppengebieten oder in landwirtschaftlich genutzten Gegenden. Doch trotz dieser Nähe zum Menschen kriegt man sie sehr selten zur Gesicht, nicht zuletzt auch wegen der unauffälligen Färbung außerhalb der Balz. Da haben Männchen wie Weibchen ein braun-schwarz gemustertes Gefieder und einen hellgrauen Kopf und Hals. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden besteht in der Größe. Die Männchen bringen 8 - 16 kg auf die Waage, während es bei den Weibchen gerade mal 3 - 5 kg sind. Während der Balz verändert sich das Männchen jedoch wesentlich. Seine Unterseite ist weiß gefärbt, und diese wird von unten nach oben gekehrt, so dass er sich schließlich in einen weißen Federhaufen verwandelt.
    Zur Nahrung der Großtrappe gehören Knospen, Triebe, Blätter, Samen, aber auch Mäuse, Eidechsen, Heuschrecken und andere Kleintiere.
    Trotz einer relativen weiten Verbreitung steht die Grosstrappe auf der Roten Liste. Ein Hauptgrund für den massiven Rückgang ist die Industrialisierung der Landwirtschaft

    Pfaue
    Pfaue gehören zu den größten Hühnervögeln und haben beispielsweise in Berlin der Pfaueninsel ihren Namen gegeben. Das bemerkenswerteste und bekannteste Merkmal sind die enorm verlängerten und prächtig gefärbten Oberschwanzdecken des Männchens, die mit Augenzeichnungen versehen sind. Sie werden während der Balz ausgebreitet und aufgerichtet und dienen der Imponierung des Weibchens. Wirklich wildlebend gibt es den Pfau nur in Indien, wo er den dichten Dschungel auf hügeligem Gelände bevorzugt. Hierzulande ist es ein sehr häufiger "Parkvogel", da er auch recht zutraulich werden kann, wenn er nicht verfolgt wird. Ansonsten ist es ein eher scheues Tier. Bekannt ist wohl jedem der Spruch: "Eitel wie ein Pfau!" Auffallend  sind die sehr lauten Geräusche, die die Tiere von sich geben und die sehr weit zu hören sind.

    Kraniche
    Bekanntermaßen ist der Kranich das Symbol der deutschen Lufthansa.
    Der Kranich (Grus grus) auch als Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich bezeichnet - ist der einzige Vertreter der Familie der Kraniche (Gruidae) in Nord- und Mitteleuropa.
    Er gehört zur Gattung Grus, zur Unterfamilie der echten Kraniche (Gruinae), zur Familie der Kraniche (Gruidae) und zur Ordnung der Kranichvögel (Gruiformes).
    Der Kranich ist ein großer Schreitvogel mit langen Beinen und einem langen Hals. Kennzeichnend für den Vogel sind seine schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die federlose auffallend rote Kopfplatte.
    Der keilförmige dünne Schnabel ist über 10 cm lang. Das Gefieder hat abgesehen vom Kopf eine hellgraue Färbung in vielen Abstufungen. Sehr selten beobachtet man fast weiße oder sehr dunkle Vögel. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften.
    Der Schwanz sowie die Hand- und Armschwingen der Vögel sind schwarz. Zur Brutzeit färben die Vögel ihren Schulter- und Rückenbereich mit Moorerde hell- dunkelbraun. Der Kranich erreicht eine Höhe von 110 bis 130 cm.
    Die Flügelspannweite liegt zwischen 220 bis 245 cm. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden, wobei die Männchen jedoch im Schnitt etwas größer sind und ein Gewicht zwischen 5 und 7 kg erreichen, während die Weibchen 5 bis 6 kg schwer sind.
    Zur Nahrung der Kraniche gehören in Abhängigkeit von der Jahreszeit und dem Angebot sowohl tierische wie auch pflanzliche Anteile. Darunter sind Kleinsäugern, Reptilien, kleine Fischen, Fröschen, Schnecken, Würmern sowie Insekten und deren Larven.
    Zu den pflanzlichen Nahrungsanteilen gehören Mais-, Gersten-, Weizen- und Haferkörner, Sonnenblumenkerne, Erbsen, Bohnen, Erdnüsse, Oliven, Beeren, Eicheln, Gemüse, Kartoffeln, Pflanzenwurzeln und -sprossen sowie Halme.
    Der europäische Kranich versammelt sich im Herbst an bestimmten Stellen in Mecklenburg-Vorpommern oder im Linumer Bruch in Brandenburg zu vielen Tausenden – es können bis über 50.000 Tiere sein - um gemeinsam um Mitte Oktober nach Frankreich, Spanien oder Afrika zum Überwintern fliegen.
    Es sei erwähnt, dass Kranichpaare ihr Leben lang, das bis zu 20 Jahre betragen kann, zusammen bleiben.
    Hinweis
    In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“.
    Und wer kennt nicht die Ballade von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1797 „Die Kraniche des Ibykus“ In der Ballade wird der griechische Dichter Ibykus auf dem Weg zu den Isthmischen Spielen vor Korinth ermordet und nur ein Kranichzug ist Zeuge.
    Doch als die Kraniche über das zum Himmel offene Theater ziehen ruft einer der Täter: „Sieh da! Sieh da, Timotheus, Die Kraniche des Ibykus!“, und damit hatten sich die Mörder öffentlich verraten.

    Schreitvögel (Ciconiiformes)

    Schwarzstörche
    Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist neben dem Weißstorch (Ciconia ciconia) die einzige in Europa brütende Art aus der Gattung Ciconia, der  Familie der Störche (Ciconiidae) und der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes).
    Von diesem Vogel gibt es keine Unterarten.
    Die Länge des Schwarzstorches beträgt im Mittel rund 100 cm, bei einem Gewicht von etwa 3 kg. Ihre Spannweite erreicht etwa 1,90 m erreichen.
    Der knallrote Schnabel eines erwachsenen Vogels ist bis zu etwa 20 cm lang.
    Das Obergefieder, der Kopf, der Hals und die Brust sind schwarz und glänzen metallisch in der Sonne. Die Augen sind rot umrandet, die Unterseite (Bauch), die Achselfedern und Schwanzunterfedern sind weiß und die Schwanzdeckfedern sind schwarz.
    Die langen Beine mit ihren kräftigen Zehen sind rot.
    Der Schwarzstorch lebt meist verborgen in alten, aber nicht zu dichten Laubwäldern und Laubmischwälder mit Lichtungen, Fließgewässern, Tümpeln und Teichen, die meist mehr als 1 km² groß sind.
    Waldnah gelegene, feuchte und vom Menschen genutzte Wiesen gehören zudem zu seinem Habitat. Schwarzstörche reagieren recht empfindlich auf Störungen und meiden daher meist die Nähe menschlicher Siedlungen.
    Er brütet zwischen April und Juli.
    Seine Nahrung besteht aus Tieren, die im oder am Wasser leben, wobei Fische und Rundmäuler den größten Anteil besitzen. Aber auch Amphibien wie Frösche, Molche und wirbellose Tiere stehen auf seinem Speiseplan.
    Allerdings ist der der Anteil der Säugetiere eher gering
    Außerdem verspeisen die Vögel regelmäßig Pflanzen – meist Moose und Wasserpflanzen. Diese Nahrungsbeigabe hat eine Funktion bei der Gewöllebildung und versorgt sie mit Spurenelementen – besonders mit Mangan.
    Der Schwarzstorch ist ein Zugvogel, der im Frühjahr fast immer an seinen alten Brutplatz zurückkehrt.

    Weißstörche
    Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist eine Vogelart aus der Gattung Ciconia, aus der Familie der Störche (Ciconiidae) und der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes).
    Von dem Weißstorch sind die beiden Unterarten Ciconia ciconia asiatica, die nur in Zentralasien vorkommt und Ciconia ciconia ciconia, die u.a. uns vorkommt
    Weißstörche sind etwa 90 bis 110 cm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 cm. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß.
    Schnabel und Beine sind rot. Weißstörche haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 kg.
    Der Weißstorch ist ein weißer Vogel, mit schwarzen Arm- und Handschwingen.
    Er verständigt sich durch Klappern mit dem Schnabel, weswegen er auch Klapperstorch genannt wird.
    Der Weißstorch ernährt sich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Ratten, Fischen, Eidechsen, Schlangen sowie von Aas. Selten frisst er Eier und Nestlinge anderer Vögel.
    Er ist auf keine Nahrung spezialisiert, sondern frisst die Beute, die gerade vorhanden ist. Auf der Norseeinsel Föhr suchen sich die Tiere Krabben, Würmer und Fische im Wattenmeer.
    Er ist ein  Zugvögeln und überwintert in Afrika. Er kehrt aber im Frühjahr stets zu seinem Nest zurück.
    Der Vogel  war 1984 und 1994 in Deutschland Vogel des Jahres.

    Reiher, Allgemeines
    Die Reiher sind eine Familie aus der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes). Zu dieser Familie gehören 62 Arten us verschiedenen Gattungen.
    Die meisten Arten haben lange Beine und einen dolchartigen Schnabel und meist einen langen Hals.
    Diese Vögel sind nahezu ausschließlich an Süßwasserregionen gebunden, die Nahrung besteht vor allem aus Fischen und anderen Tieren, die im Wasser leben.
    Man findet Reihe nahezu weltweit. In Deutschland sind aus der Gattung Ardea der Grau- und Silberreiher heimisch.

    Graureiher
    Der Graureiher bzw. Fischreiher (Ardea cinerea) ist eine Vogelart aus der Gattung Ardea, aus der Unterfamilie Tagreiher (Ardeinae), der Familie Reiher (Ardeidae) und der  Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes).
    Von dieser Reiherart gibt es vier Unterarten, wobei in Mitteleuropa die Unterart Ardea cinerea cinerea heimisch ist.
    Der Graureiher erreicht eine Körperlänge von 90 bis 100 cm, bei einem Gewicht zwischen 1 und 2 Kilogramm. Die Flügelspannweite liegt zwischen 175 und 195 cm. Die Männchen sind im Durchschnitt etwas größer als die Weichen.
    Das Gefieder ist auf seiner Stirn und dem Oberkopf weiß, am Hals grau-weiß und auf dem Rücken aschgrau mit weißen Bändern. Der Vogel hat schwarze Augenstreifen sowie drei lange schwarze Schopffedern, die eine Art Federbusch bilden.
    Am Vorderhals besitzt er eine dreifache schwarze Fleckenreihe sowie schwarze Schwingen. Der lange Schnabel ist gelblich-rosa

    Silberreiher
    Der Silberreiher (Ardea alba, Syn.: Casmerodius albus, Egretta alba) gehört zur Familie der Reiher aus der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes). Es werden vier Unterarten unterschieden.
    Der Silberreiher ist ein großer, weißer Reiher mit  einem gelbem Schnabel und dunklen Beinen und Füßen. Seine Länge kann bis zu ca. 100  cm erreichen, bei einem Gewicht von 1 bis 1,5 kg. Seine Flügelspannweite beträgt 145 bis 170 cm.
    Der Silberreiher lebt an Seen mit Schilf- und Röhrichtbewuchs, Flüssen und Altarmen sowie in Sümpfen und Mooren die mit Bäumen und Büschen bestanden sind.
    Er brütet vorwiegend auf Bäumen oder in Büschen.Außerhalb der Brutzeit hält er sich auch gerne in großflächigen Grünlandgebieten auf.
    Die Silberreiher haben sich bis nach Norddeutschland ausgebreitet. Heutzutage kann man den Vogel beispielsweise in Hamburg an Tümpeln, in den Kanälen des Hamburger Hafens oder in den Elbauen beobachten.
    Wie alle Reiherarten verzehren sie bevorzugt Fische, Molche, Frösche, Mäuse, Larven, Würmer,  die Küken von Wasservögeln, Eidechsen aber auch Insekten.
    Erwähnenswert ist, dass er auf großflächigen Wiesen die Nähe der dort überwinternden arktischen Wildgänse sucht. Die Gänse fressen nämlich das Gras so kurz, dass Silber- und Graureiher dort besonders gut nach Mäusen jagen können.
    Normalerweise findet der Silberreiher seine Nahrung durch langsames Umherwaten (Schreiten) im seichten Wasser, aber er wartet auch in starrer Haltung darauf, dass Nahrungstiere in seine Nähe kommen.
    Der Vogel zieht im Winter nach Südeuropa und nach Afrika.

    Taubenvögel

    Tauben
    Die Tauben (Columbidae) gehören zur Familie der Vögel und sind die einzige Familie aus der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes). Die Familie umfasst etwa 42 Gattungen mit mehr als 300 Arten. Dabei kommen die meisten Arten von Südasien bis Australien und nur fünf in Mitteleuropa vor.
    Es sind dies die Hohltaube, Ringeltaube, Stadttaube, Türkentaube und die Turteltaube
    Tauben gehören nahezu in jeder Stadt zu den fliegenden Mitbewohnern.

    Hohltaube

    Die Hohltaube (Columba oenas) ist eine Vogelart aus der Gattung Feldtauben (Columba) in der Familie der Tauben (Columbidae) und der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes).
    Die Taube verfügt über eine Körperlänge zwischen 28 und 32 cm, bei einem mittleren Gewicht der Männchen von etwa 300 g und der Weibchen von etwa 270 g. Die Flügelspannweite liegt zwischen 60 und 65 cm.
    Die Hohltaube ist damit deutlich kleiner als beispielsweise die Ringeltaube. I
    hr Gefieder ist blau-grau und die Halsseiten sind glänzend grün und die Brust blass orange. Ihre Flügel sind breit schwarz berandet. Die Männchen und Weibchen besitzen die gleiche Färbung.
    Von Februar bis November kann man den Vogel in den Wäldern und Parks mit Ausnahme von Island und Nordskandinavien und nördlicheren Gebieten in ganz Europa beobachten.
    Hohltauben sind Zugvögel, die im Winter nach West- und Südeuropa ziehen. Die Vögel ernähren sich von Früchten, Samen, Beeren (Himbeeren, Heidelbeeren), Eicheln und Teilen anderer Pflanzen, die sie u.a. auf Feldern und anderen Grünflächen sucht.
    Die Hohltauben sind scheue Vögel, verborgen in Wäldern brüten. Ihren Namen haben sie der Tatsache zu verdanken, dass sie in hohlen Bäumen, und dort besonders gerne in alten Schwarzspechtlöchern, nistet.

    Ringeltaube
    Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist eine Vogelart aus der Gattung Columba (), der Familie der Tauben (Columbidae) und der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes).
    Auffällige Merkmale sind die weißen Flügelbänder und der weiße Halsstreifen.  Der Vogel ist - je nach geografischer Verbreitung - ein Standvogel oder Kurzstreckenzugvogel und verbringt den Winter vor allem in West- und Südwesteuropa.
    Mit einer Körperlänge zwischen 38 bis 43 cm  und einem Gewicht der Männchen  von 465 bis 615 g und der Weibchen von 420 bis 600 g sowie  einer Flügelspannweite von 65 bis 78 cm sind sie die größten Tauben in Deutschland sowie in ganz Mitteleuropa.
    Bei den Ringeltauben sind der vordere Rücken und der Schulterbereich schiefer-grau bis graubraun, während der übrige Rumpf  auf der Oberseite blau-grau erscheint.
    Ihr Kropf und die Brust sind blaugrau bis rosa. Der Kopf ist blaugrau. Auf den Halsseiten hat sie einen weißen Fleck.
    Der Schnabel ist an der Basis rosa bis rot, am Ende orange bis gelblich.
    Die Beine und Zehen sind hell- bis dunkelrot. Die Männchen und Weibchen ähneln sich äußerlich.
    Die Ringeltauben bewohnen bewaldete Landschaften, aber auch einzelne Bäume oder Büsche. Man findet sie aber auch in Dünen, auf Strandwiesen oder in Getreidefeldern.
    In den Städten in Deutschland brüten sie auf Alleebäumen, in Parks und auf Friedhöfen.
    Mittlerweile ernähren sie sich zunehmend von Abfällen und vom Menschen angebotenem Futter.
    Die Taube unterliegt dem Jagdrecht und damit kann sie relativ ungehindert verfolgt werden. Ihre natürlichen Feinde sind u.a. Uhus, Habichte, Sperber, Wanderfalken, Kolkraben und Marder.

    Stadttaube
    Die Stadttaube (Columba livia domestica) ist ein Vogel aus der Familie der Tauben (Columbidae). Sie stammt von verwilderten Haus- und Brieftauben ab, die ihrerseits aus der Felsentaube (Columba livia) gezüchtet wurden.
    Die Felsentauben kommen in Deutschland jedoch nicht vor. Man findet sie an Felsklippen im Mittelmeerraum, im Osten bis zum Kaspischen Meer, in Schottland und Irland sowie auf den Shetland- und Färöer-Inseln.
    Die Stadttaube hat eine Körperlänge von 30 bis 35 cm. Man findet von ihr weiß-grau gemusterte, dunkelgraue oder dunkelbraune sowie rot-graue oder dunkel gescheckte Exemplare. Ihre Füße sind rot gefärbt
    Im Laufe der Zeit haben sich aber auch interessante Abweichungen entwickelt, so lebt in Birmingham in England mit der Birminghamer Großen Docktaube eine nur hier ansässige schwarze Unterart.
    Stadttauben findet man in den Städten fast der ganzen Welt - aber man findet sie auch außerhalb von Städten. Ihre Nahrung besteht aus verschiedenen jungen Pflanzensprossen, Samen von Kultur- und Wildpflanzen, aber auch aus Schnecken, Würmern, Insekten.
    Dazu verzehrt sie kleine Steine zur besseren Verdauung der Nahrung. Da die Tiere mittlerweile aber hauptsächlich in den Stadtzentren leben, erhalten sie hier von den Menschen reichlich Futter, oft Überreste von Hamburgern, Pommes Frites, Broten oder Brötchen.
    Dieser Überfluss an Nahrung hatte teilweise zu einer erheblichen Überpopulation geführt. Was zur Verschmutzung von Gebäuden, Denkmälern und Grünanlagen geführt hatte.
    Daher hatten viele Städte eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Anzahl der Tauben in Grenzen zu halten. Dazu gehörten Netze, Habichte oder Brutkästen, wo ihre Eier gegen Gipseier ausgetauscht wurden.
    Dadurch hat sich ihr Bestand teilweise drastisch verringert. So soll es in Berlin insgesamt nur noch ca. 10.000 Tauben geben. 

    Türkentaube
    Die Türkentaube (Streptopelia decaocto) ist eine Vogelart aus der Gattung der Turteltauben (Streptopelia), aus der Familie der Tauben (Columbidae) und der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes).
    Diese Taubenart ist in den 1930er Jahren aus Südosten nach Mittel- und mittlerweile auch nach Nord- und Westeuropa eingewandert – daher auch ihr Name.
    Die Türkentaube besitzt eine Länge zwischen 31 bis 33 cm, bei einem Gewicht von 150 bis 200 g.
    Ihre Flügelspannweite liegt zwischen etwa 45 bis 55 cm.Das Gefieder ist einheitlich hell-beigebraun, mit Ausnahme der etwas dunkleren Flügelspitzen
    Dagegen sind der Kopf und die Unterseite etwas heller. Das Auge hat einen schmalen weißen Augenring.
    Aber am auffälligsten ist ein schwarzer Nackenstreifen, der von einen schmalen weißen Streifen umrahmt ist.
    Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
    Mittlerweile leben die Tiere in Deutschland als Standvögel in Parks und Gärten – meist in der Nähe von Siedlungen.
    Die nicht allzu scheuen Vögel brüten bevorzugt in Nadelbäumen. Ihre Nahrung besteht aus Samen, Getreide und Früchten, aber zunehmend auch aus von Menschen hinterlassener Nahrung.

    Turteltaube
    Die Turteltaube (Streptopelia turtur) ist eine Vogelart aus der Gattung Turteltauben (Streptopelia), aus der Familie der Tauben (Columbidae) sowie aus der Taubenvögel (Columbiformes).
    In den letzten Jahrzehnten  ist ihr Bestand um ca. 60% geschrumpft. Das hängt zum Einen mit dem Rückgang der Erdraucharten (Fumaria) erklärt, die bei der Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Zum Anderen werden die Tiere besonders im Mittelmeerraum während ihrer Wanderung stark bejagt.
    Die Turteltaube erreicht eine Körperlänge von zwischen 27 bis 30 cm, bei einem mittleren Gewicht von 160 g. Die Weibchen sind etwas kleiner und leichter.
    Ihre Oberseite ist rostbraun, während die Kehle und die Oberbrust eher weinrot sind Die Schultern und Teile der Flügel sind rost-braun mit dunklen Flecken auf. Der Rücken ist blaugrau.
    Die Vögel weisen an den Halsseiten mehrere schmale und schwarze Querbinden auf weißem Grund auf. Ihr Schwanz besteht aus blau-schwarzen Federn, mit jeweils weißen Endendie an den Enden jeweils weiß sind.
    Der Bauch und die Unterschwanzdecken sind hell gefärbt. Turteltauben besiedeln lichte Laub-, Nadel- und Mischwälder sowie Feldgehölze, Parkanlagen, Ödland, Viehweiden, Auwälder, Weidenbrüche sowie Obstplantagen, aber auch in Weinbergen kann man sie – zum Leidwesen der Winzer- finden.
    Aber zunehmend besiedeln sie auch städtische Lebensräume, in deren Grünanlagen sie dann siedeln. Die Turteltauben sind ausgeprägte Langstreckenzugvögel.
    In Mitteleuropa und auch in Deutschland findet man sie von Mai bis September. Anfang bis Mitte September finden sie sich zu großen Schwärmen zusammen, um dann von etwa  Mitte September bis Oktober in ihre Überwinterungsgebiete im Mittelmeerraum und in Afrika südlich der Sahara zu ziehen.
    Anfang bis Mitte Mai kehren die Vögel von ihren Winterquartieren wieder nach Mitteleuropa zurück.
    Die Turteltaube sucht ihre Nahrung fast nur am Boden, wo sie Getreidekörner, Wildgräser, die Samen von Nadelhölzern - wie Birken, Erlen und Robinien - sowie die Samen der verschiedenen Erdraucharten (Fumaria) verspeist.
    Sie frisst aber auch Beeren, Pilze, Knospen oder Klee und Raps. Auch Insekten und kleine Schnecken stehen auf ihrem Speiseplan.
    Turteltauben gelten als Glücks- und Liebessymbol – so bezeichnet man verliebte Menschen beispielsweise gerne als Turteltauben.

    Wasservögel

    Allgemeines
    Die Begriffe Wasservögel oder Seevögel sind keine systematisch korrekten Bezeichnungen. Vielmehr werden damit Vögel, die im und am Wasser leben bezeichnet. Der Einfachheit halber verwenden wir diese Begriffe hier ebenfalls, jedoch ausschließlich als Oberbegriff, um die Orientierung zu erleichtern.

    Möwen (Laridae)
    Möwen kennt wohl jeder von uns von einem Urlaub an Nord- oder Ostsee, aber auch an größeren Binnengewässern oder Mülldeponien trifft man sie an. Gerade im Winter zieht es die Tiere häufig ins Landesinnere, wo sie beim Entenfüttern den einen oder anderen Brotkrumen sogar geschickt aus der Luft wegschnappen.
    Möwen sind im Grunde genommen Allesfresser, die sich in natürlicher Umgebung von aller Art Meeresgetier ernähren, welches sie am Ufer oder der Meeresoberfläche auflesen. Dabei bildet Aas einen wichtigen Teil der Nahrungsgrundlage. Ihr hakenförmiger Schnabel hilft ihnen die meist schlüpfrige Beute festzuhalten oder größere Kadaver zu zerreißen. An den Menschen haben sie sich die leerreichen Tiere in besonderer Form angepasst, in dem sie beim Netze einholen der Fischkutter genau wissen, dass es dort Fischabfälle zu ergattern gibt. In manchen Touristenorten patrouillieren manche Möwen am Strand regelrecht zwischen den Handtüchern und halten nach unbewachten Picknicktaschen Ausschau.

    • Heringsmöwe (Larus fuscus)
      Die Heringsmöwe ist auf den ersten Blick kaum von der Silbermöwe zu unterscheiden. Sie ist im Durchschnitt mit 52-56 cm nur etwas kleiner. Das Gefieder ist ebenfalls sehr ähnlich, allerdings ist der Rücken dunkelgrau bis schwärzlich gefärbt. Die Beine sind gelb. Auch ihr Verhalten ist dem der Silbermöwe sehr ähnlich. Bei der Nahrungssuche bevorzugen die Tiere aber häufig das offene Meer und fange dort kleine Fische. An Land sind sie nicht so sehr an den Menschen und dessen Abfälle angepasst, sondern ernähren sich vorwiegend von Muscheln, Krebstieren und Insekten, zur Brutzeit aber auch von der Brut andere Seevögel. Heringsmöwen brüten in Kolonien an Stränden, aber auch im Grasland und in Mooren in Küstennähe. Im Hinterland findet man sie auch an großen Flüssen und Seen.
    • Silbermöwe (Larus argentatus)

    Die Silbermöwe ist die häufigste und mit 56-66 cm auch die größte Möwe der kroatischen Küsten. Rücken und Flügel sind silbergrau gefärbt, die Flügelspitzen sind schwarz mit weißen Flecken. Das restliche Gefieder: Bauch, Brust und Kopf sind durchgehend weiß. Der kräftige gelbe Schnabel besitzt an der Unterseite einen auffälligen roten Fleck. Ihre Beine sind fleischfarben. Die Silbermöwe ist sehr gesellig und brütet in Kolonien von bis zu 5000 Paaren, bevorzugt im Dünengelände. Sie nimmt aber auch mit Felsklippen oder gar Hausdächern vorlieb. Das Nest wird meist aus Pflanzenmaterial gebaut, je nach dem was die Umgebung hergibt aus Strandpflanzen, kleinen Ästen und Seetang. Sie ernähren sich von vielfältigem Meeresgetier (Krebse, Krabben, Wattwürmer, Schnecken) sowie angeschwemmtem Aas. Zudem nutzen sie das künstliche Nahrungsangebot in Form von Fischereiabfällen oder auf Mülldeponien. Während der Brutzeit machen sie zudem Jagd auf Eier und junge Küken anderer Seevogelarten. Die Altvögel lösen sich beim Brüten der Eier ab. Bereits wenige Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Küken als sogenannte Platzhocker das Nest, um sich in unmittelbarer Nähe zu verstecken. Dort werden sie dann gemeinsam von den Eltern versorgt.

  • Lachmöwen
    Diese Möwen sieht man häufig an den Küsten aber auch im Binnenland, wo sie an "Lachen" brüten, woher sie auch ihren Namen haben. In der Brutzeit im Frühjahr bis zum Sommer kann man sie sehr gut an der schwarzen "Kapuze" am Kopf erkennen, die sonst durch einen schwarzen Fleck am Ohr ersetzt ist.
    Der Schnabel und die Beine dieser kleinsten von den häufigsten Möwen sind rot. Lachmöwen brüten in Kolonien im Schilf oder an ruhigen, stehenden Gewässern, man kann sie auch häufig auf frisch gemähten oder gepflügten Feldern bei der Nahrungssuche beobachten. Dabei suchen sie nach Regenwürmern, Käfern und Larven.
    Sie ernähren sich aber auch von Krebsen und kleinen Fischen.
    Die Lachmöwe ist fast überall verbreitet und fehlt nur in der Antarktis
  • Seeschwalben (Sternidae)
    Wie der Name vermuten lässt, sind Seeschwalben wahre Flugakrobaten, deren Flugkünste denen der Schwalben im Landesinneren in nichts nachstehen. Dabei helfen ihnen ihr langer gegabelter Schwanz und die langen, spitz zulaufenden Schwingen. Als Stoßtaucher ernähren sie sich überwiegend von kleinen Fischen, die sie kurz unter der Wasseroberfläche nach einem blitzartigen Sturzflug erbeuten. Charakteristisch ist ihr Flug während der Nahrungssuche, bei dem sie den Kopf stets gesenkt halten und ihren Schnabel senkrecht zum Wasser ausrichten.

    • Flußseeschwalbe (Sterna hirundo)
      Die Flußseeschwalbe ist mit 35 cm die größte in Kroatien vorkommende Seeschwalbe. Wie die meisten Seeschwalbenarten hat sie einen tiefschwarzen Kopf. Die Schwingen sind grau gefärbt, das restliche Gefieder weiß. Charakteristisch ist ihr roter Schnabel mit der schwarzen Spitze. Ihre Beine sind kräftig rot gefärbt. Wie ihr Name vermuten lässt, findet man die Flußseeschwalbe an Binnengewässern, aber auch an der Meeresküste überall dort, wo sie neben einem ausreichenden Nahrungsangebot auch geeignete Nistplätze findet. Sie brütet bevorzugt auf Kiesbänken, Sandstränden und in Dünenlandschaften. Die Elterntiere brüten abwechselnd und ziehen die Jungvögel gemeinsam auf. Als Nahrung dienen neben kleinen Fischen auch Krebse und Wasserinsekten. Flußseeschwalben sind Zugvögel, die den Winter in Afrika verbringen.
    • Zwergseeschwalbe (Sterna albifrons)
      Die Zwergseeschwalbe ist mit 24 cm der kleine Vetter der Flußseeschwalbe. Sie unterscheidet sich von ihr durch einen gelben Schnabel mit schwarzer Spitze und ihren weißen Stirnfleck. Ihre Beine sind etwas heller und orange-gelb gefärbt. Sie bevorzugt die Meeresküste und ist nur selten an Binnengewässern anzutreffen. Sie brütet ebenfalls am Strand oder in den Dünen und baut ihr Nest stets am Boden. Bei der Jagd nach kleinen Fischen über dem Meer, kann man sie häufig in der Luft stehen sehen, wobei sie kräftig mit den Flügeln schlägt (das sogenannte Rütteln), bis sie ihre Beute entdeckt und im Sturzflug ins Wasser eintaucht. Auch die Zwergseeschwalben sind Zugvögel und verbringen den Winter in Afrika.

    Austernfischer
    Der Austernfischer (Haematopus ostralegus) ist eine Vogelart aus der Gattung der Austernfischer (Haematopus), aus der Familie der Austernfischer (Haematopodidae) und der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes). Er ist ein Vögel, der bevorzugt im Wattenmeer der Nordsee und im nahegelegenen Binnenland lebt. Er wird hier auch gerne als Halligstorch bezeichnet. Die Körperlänge der Vögel liegt zwischen 40 bis 45 cm. Im Brutgewand sind sowohl der Kopf als auch die Brust, die Körperoberseite und das Endband des Schwanzes schwarz gefiedert. Im Ruhegewand ist an den Halsseiten ist ein weißes Kehlband erkennbar. Sein besonderes Erscheinungsbild sind der lange, orange-rote, etwas abgeflachte Schnabel und das schwarzweiße Körpergefieder bei. Seine Beine und Füße sind rot. Es gibt folgende drei Unterarten des Vogels:
    - Die Unterart Haematopus ostralegus ostralegus brütet an fast allen europäischen Küsten mit einem Schwerpunkt an den Küsten des Nordatlantiks und der Nordsee. Von dort aus haben sie sich entlang des Rheins sowie von Ems, Weser und Elbe ins Binnenland angesiedelt, wo sie auch brüten. Die flügge gewordenen Jungvögel suchen dann die Küste auf.
    - Die Unterart Haematopus ostralegus longipes brütet in Kleinasien, Westsibirien und im südlichen Zentralrussland.
    - Die Unterart Haematopus ostralegus osculans ist dagegen ein Brutvogel in Kamtschatka, China und an der Westküste der Koreanischen Halbinsel.
    Die Austernfischer sind überwiegend Zugvögel – aber einige der westeuropäischen Vögel bleiben auch in ihren Brutgebieten. Die Vögel aus den norwegischen, den baltischen oder russischen Brutgebieten überwintern meist im Wattenmeer der Nordsee.
    Mit ihrer Wanderung in die Winterquartiere beginnen die Vögel nach Ende der Brutzeit, etwa ab Mitte Juli. Bereits ab Anfang Februar beginnen sie in ihre Brutgebiete zurückzukehren.
    An der Küste ernähren sich die Austernfischer in erster Linie von Muscheln, Würmern, Krebsen und Insekten. Im Binnenland stellen Regenwürmer seine Hauptnahrung dar.

    Basstölpel
    Der Basstölpel (Morus bassanus) ist ein Meeresvogel aus der Gattung Morus aus der Familie der Tölpel (Sulidae) und der Ordnung der Ruderfüßer (Pelecaniformes).
    Er lebt in großen Kolonien, in der mehrere tausend Brutpaare ihr Junges großziehen. Für die Anlage ihrer Nester suchen sie sich vor der Küste liegende steile Felsinseln. So brütet er mit etwa 700 Paaren auf Helgoland.
    Da sie ihr Gefieder einfetten, ist es wasserabweisend, was sie befähigt, längere Zeit auf dem Meer zu schwimmend.
    Die erwachsenen Vögel haben ein nahezu weißes Körpergefieder, wobei die Handschwingen und die Handdecken der Flügel bräunlich bis schwarz gefiedert sind.
    Der Kopf, der Nacken und die Seiten des Halses unterscheiden sich vom übrigen Körpergefieder durch eine hell- bis dunkelgelben Färbung. Basstölpel sind zwischen 80 und 110 cm groß, bei einem Gewicht zwischen 3 und 3,5 kg.
    Seine Flügelspannweite liegt zwischen 165 und 180 cm. Der Schnabel der Tiere misst zwischen 9 und 11 cm. Die Männchen und Weibchen sind gleich groß.
    Seine bevorzugte Nahrung sind fetthaltige Fische wie Heringe oder Makrelen. Um sie zu erbeuten taucht er im Sturzflug ins Meer ein. Dazu besitzt er einen stromlinienförmigen Körper, lange schmale Flügel sowie große Schwimmfüße.
    An der Haseldorfer Binnenelbe befindet sich einer der bedeutendsten Rastplätze der Welt.
    Der Basstölpel ist der Seevogel des Jahres 2016

    Bekassine
    Die Bekassine wird auch "Himmelsziege" genannt, da sie ein "meckerndes" Geräusch im Balzflug erzeugt, welches durch die abgespreizten Stoßfedern beim Sturzflug verursacht wird.
    Sie gehört zur Familie der Schnepfenvögel und ist in ganz Europa vertreten, obwohl ihr Bestand in Mitteleuropa stark abgenommen hat.
    Die tag- und nachtaktive Bekassine ist kurzbeinig, hat einen langen Schnabel und eine eher gedrungene Gestalt. Finden kann man sie in Sumpf-, Riedwiesen und in Mooren.
    Außerhalb der Brutzeit hält sie sich auch an Gewässern mit schlammigen Ufern auf.
    Ihre Nahrung besteht aus Schnecken, Würmern, Insektenlarven, Samen und Früchten von Binsen und Seggen.

    Brachvögel
    Die Brachvögel (Numenius) sind eine Gattung aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae) und der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes).
    Sie sind durch einen langen sehr schmalen gebogenen Schnabel charakterisiert. Sie besitzen ein einfarbig hellbraunes Gefieder, das im Laufe des Jahres wenig Veränderungen erfährt.
    Die Hauptnahrung der Vögel sind Insekten, Würmer und andere wirbellose Tiere, die sie mit ihrem langen Schnabel im sumpfigen Boden erbeuten. Aber auch Beeren stehen auf ihrem Speiseplan. Von der Gattung Numenius gibt es folgende Arten:
    - Borstenbrachvogel (Numenius tahitiensis) Der Borstenbrachvogel brütet in Westalaska und zieht im Winter nach Ozeanien.
    - Dünnschnabel-Brachvogel (Numenius tenuirostris). Der Dünnschnabel-Brachvogel brütet in Sibirien, und zieht im Winter in den Mittelmeerraum. Eskimo-Brachvogel (Numenius borealis). Der Vogel brütet in Kanada und zieht im Winter nach Südamerika. Möglicherweise ist diese Art mittlerweile ausgestorben.
    - Großer Brachvogel (Numenius arquata). Der Vogel kommt in Europa und Asien vor, in Deutschland gilt er als gefährdet.
    - Isabellbrachvogel (Numenius madagascariensis). Der Isabellbrachvogel brütet in Ostsibirien und der Mongolei und zieht im Winter nach Südostasien und sogar bis Australien.
    - Regenbrachvogel (Numenius phaeopus). Der Vogel brütet in den subarktischen Regionen von Europa, Nordamerika und Asien. Die Winterzeit verbringt er in Afrika, Südamerika und Südasien.
    - Rostbrachvogel (Numenius americanus). Er brütet in Nordamerika und zieht im Winter an die West- und Südküste der USA, nach Mexiko und nach Mittelamerika.
    - Zwergbrachvogel (Numenius minutus). Der Zwergbrachvogel brütet im Sommer in Sibirien und zieht im Winter in den Norden von Australien.

    Brauner Sichler
    Selten ist der Braune Sichler, ein Stelzvogel mit einem langen, sichelförmig gebogenen Schnabel. Zu erkennen ist er auch an den nackten Hautpartien am Gesicht und an der Kehle.
    Der Braune Sichler ist ein unbeständiger Brutvogel, da er oft scheinbar grundlos den Brutplatz wechseln kann. Es ist die einzige Art der Sichler, die weltweit verbreitet ist.

    Haubentaucher
    Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist eine Vogelart aus der Gattung der Taucher (Podiceps), der Familie der Lappentaucher (Podicipedidae) und der Ordnung der Lappentaucherartigen (Podicipediformes).
    Der Vogel brütet auf Süßwasserseen und größeren Teichen mit Ufern, an denen Röhricht wächst. Haubentaucher werden zwischen 45 bis etwa 50 cm lang, bei einem Gewicht von 800 bis 1.400 g.
    Ihre Flügelspannweite reicht von etwa 60 bis 75 cm. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Die Tiere besitzen nach der Mauser im Winter das so genannte Schlichtgewand und im Sommer das Prachtgewand.
    Der Schnabel ist sowohl beim Schlicht- wie beim Prachtgewand rot mit einem braunen First und einer hellen Spitze. Die Beine und die Schwimmhäute sind grünlich-grau.
    - Prachtgewand
      Die Mauser vom Schlichtgewand ins Prachtgewand ist bis Anfang April abgeschlossen. Im Prachtkleid sind die Stirn, der Scheitel und der Nacken schwarz.
      Die Kopfseiten- und Nackenfedern sind verlängert und können bei Erregung aufgerichtet werden. Zwischen der schwarzen Kopfoberseite und dem  Auge   verläuft ein heller Streifen, während die Wangen weiß sind.
       Der hintere Hals ist grau-schwarz, die Halsseiten und der vordere Hals dagegen weiß. Die Körperoberseite     ist bräunlich-schwarz mit rötlichgefärbten Körperseiten. Die Körperunterseite und die Brust sind weiß.
    - Schlichtgewand
       Die Vollmauser vom Pracht- ins Schlichtgewand beginnt noch während der Brutzeit im Juni und ist in der Regel im September oder Oktober beendet. Während dieser Zeit sind für etwa vier Wochen flugunfähig.
       Im Schlichtgewand ist bei beiden Geschlechtern die Oberseite des Kopfes schwarz-grau. Die Haube ist kurz, während der Kragen entweder fehlt oder nur durch einzelne schwarze und rote Federn angedeutet wird.
       Die Wangen und die Kehle sind weiß. Der Hals ist ebenfalls überwiegend weiß, weist aber am hinteren Hals  ein schmales graues Band auf. Die Körperoberseite ist dunkel mit hellen Federrändern. Die Körperseiten sind grau. Dagegen sind die Körperunterseiten und die Brust weiß.

    Der Haubentaucher brütet im Flachland auf größeren - meist über 50.000 m² großen stehenden und fischreichen Gewässern -  mit einem Schilfgürtel und ins Wasser reichenden Büschen.
    Ihre Nahrung besteht im Wesentlichen aus kleineren Oberflächenfischen mit einer Länge von maximal 20 cm. die sie sich tauchend erjagen. Die typischen Beutefische sind u.a. Karpfen, Plötze, Weißfische, Grundeln, Barsche oder Zander.
    Aber sie verschmähen auch keine Kaulquappen, Frösche, Krebstiere oder Spinnen. In Deutschland sind Haubentaucher größtenteils Standorttreu, die im Winter nicht davonziehen. Allerdings fliegen sie bei über längere Zeit zugefrorenen Seen an die Küsten.
    Der Haubentaucher war im Jahr 2001 in Deutschland und Österreich Vogel des Jahres.

     

    Kormorane (Phalacrocoracidae)
    Der gewöhnliche Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist der größte Vertreter seiner Familie. Er misst bis zu 90 cm und ist damit deutlich größer als seine beiden Verwandten, Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis, 76 cm) und Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmaeus, 48 cm), die beide ebenfalls an der kroatischen Küste vorkommen.
    Sein Gefieder ist schwarz-glänzend mit weißen Wangen und weißem Kinn, wobei junge Kormorane ein braunes Gefieder mit einer schmutzig-weißen Unterseite besitzen.
    Der gelbliche Schnabel ist an der Spitze stark hakenförmig und eignet sich somit hervorragend für den Fischfang. Auf Nahrungssuche schwimmen Kormorane mit untergetauchtem Kopf und Hals, während sie nach Fischen Ausschau halten. Erbeutete Fische werden im Ganzen mit dem Kopf voran verschlungen.
    Die Tiere sind sehr gesellig und brüten in großen Kolonien auf Felsklippen oder großen Bäumen, die durch den scharfen Kot und das Abbrechen von Ästen zum Nestbau innerhalb weniger Jahre absterben. Kormorane ernähren sich ausschließlich von Fischen, weshalb sie vom Menschen als Konkurrenten angesehen und vielerorts nahezu ausgerottet wurden.
    Tatsächlich wird ein intaktes Ökosystem vom Kormoran aber nicht gestört und hält auch noch genügend Fisch für den Menschen bereit. Die Tiere sind nicht sehr scheu und lassen sich häufig beim Sonnenbaden beobachten, wenn sie mit ausgestreckten Flügeln ihr Gefieder nach dem letzten Tauchgang trocknen.
    In Japan werden ihre Fischfangqualitäten von Fischern zu Nutze gemacht, indem sie beim Fischfang eingesetzt werden.

    Kraniche
    Besonders m Herbst und im Frühjahr  kann man riesige Mengen von  Kranichen beobachten - z.B. in den Boddengewässern der Ostsee oder an den Seen der Linumer Bruch in Brandenburg .

     Lummen
    Auf Helgoland findet man an der Steilküste die einzige Lummenkolonie Deutschlands. Zu den Lummen zählt man die Trottellummen und die Dickschnabellummen. Beide gehören mit einer Körpergröße von 39 - 48 cm zu den größten Alkenvögel. Im Sommer haben beide Arten eine tiefschwarze Oberseite, die sich im Winter hellgrau bis braun färbt. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Fischen. Spektakulär ist der Lummensprung zwischen dem 25. Juni und dem 17. Juli, mit dem die Jungtiere ihren Eltern auf die offene See folgen.

    Flussregenpfeifer
    Der Flussregenpfeifer gehört zu den Watvögeln und lebt vorwiegend an Flussufern, Binnengewässern und Kiesgruben. Sein Nest baut er nicht aus Zweigen, sondern in einer Mulde im steinigen Kiesboden. Er wird ca. 15 cm groß, hat einen braunen Rücken, eine weiße Unterseite, ein breites schwarzes Halsband und einen gelben Lidring. Durch seine gute Tarnung ist dieser sehr schnelle Renner meist nur schwer erkennbar. Seine Nahrung besteht aus Insekten und Würmern.

    Schwäne
    Es gibt zwei Gattungen von Schwänen, und zwar die Gattung Coscoroba mit dem Coscorobaschwan (Coscoroba coscoroba)
    und die Gattung Cygnus mit sieben Arten, von denen aber nur der Höckerschwan und begrenzt der Singschwan in Deutschland eine Rolle spielen:
    o Höckerschwan (Cygnus olor) o Pfeifchwan (Cygnus columbianus)
    o Schwarzhalsschwan (Cygnus melanocoryphus)
    o Singschwan (Cygnus cygnus)
    o Trauerschwan (Cygnus atratus)
    o Trompeterschwan (Cygnus buccinator)
    o Zwergschwan (Cygnus bewickii)

    Höckerschwan
    Der Höckerschwan (Cygnus olor) ist eine Vogelart, die zur Gattung der Schwäne (Cygnus)  zur Unterfamilie der Gänse (Anserinae) und zur Familie der Entenvögel (Anatidae) gehört
    Er hält sich besonders auf Seen, Park- und Fischteichen, in seichten Meeresbuchten und im Winter auch auf  Flussläufen auf, wo er gerne und häufig vom Menschen gefüttert wird. Seinen Namen hat er von dem  schwarze Höcker am Schnabelansatz. Schwäne haben in Mitteleuropa nur wenige Fressfeinde.
    Der Höckerschwan erreicht eine Körperlänge  bis zu 160 cm und eine Fügelspannweite von 240 cm. Die Männchen wiegen zwischen 10,5 und 13,5 kg, während die Weibchen ein Gewicht von maximal 10 kg besitzen. Damit ist Höckerschwan größte heimische Wasservogel.
    Die Vögel besitzen ein  weißes Gefieder und einen  orange-roten Schnabel mit einer schwarzen Schnabelspitze. Normalerweise ernähren sich diese Vögel von Wasserpflanzen und Muscheln, Schnecken oder Wasserasseln, die sie mit ihren langen Hälsen unter Wasser durch Gründeln unter der Wasseroberfläche bis zu einer Tiefe von 90 cm erreichen. An Land fressen sie auch Gras und Getreidepflanzen. Das vom Menschen angebotene Futter spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle.

    Singschwan
    Der Singschwan (Cygnus cygnus) gehört zurt  zur Gattung der Schwäne (Cygnus), zur Unterfamilie der Gänse (Anserinae) und zur Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Er ist etwas kleiner als der Höckerschwan und hat einen weniger geschwungenen Hals als dieser. Da sie in der osteuropäischen und sibirischen Taiga ihre Brutplätze haben kommen sie erst im Herbst und Winter u.a. nach Deutschland, dabei findet man sie besonders in Küstengebieten und im norddeutschen Tiefland. Ab März kehren sie in ihre Brutgebiete zurück.
    Singschwäne erreichen eine Größe zwischen 145 und 150 cm, bei einem Gewicht von Gewicht von 7 bis 12 kg. Ihre Flügelspannweite kann bis zu 200 cm betragen. Allerdings sind die Weibchen kleiner und leichter als Männchen.
    Ihr Gefieder  ist weiß und sie haben einen 9 bis 2 cm langen schwarzen Schnabel.
    Ihre Nahrung ähnelt denen der Höckerschwäne. Allerdings bevorzugen sie an Land eher Rapsfelder. Ihren Namen haben die Vögel aufgrund ihres recht umfangreichen aber individuellen Stimmenrepertoire.

    Schwarzhalstaucher
    Der Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) ist eine Vogelart aus der Gattung der Taucher (Podiceps), aus der  Familie der Lappentaucher (Podicipedidae) sowie aus der Ordnung der Lappentaucherartige (Podicipediformes).
    Der Vogel brütet in Gruppen oder in Kolonien, die aus einigen hundert Brutpaaren bestehen können.
    Der Schwarzhalstaucher erreicht eine Körpergröße zwischen 30 bis 35 cm, bei einem Gewicht zwischen 250 und 600 g.
    Im Prachtgewand sind der Kopf, der Hals, der Rücken und die Vorderbrust schwarz, während der untere Teil der Brust weiß mit braunen Flecken erscheint.
    Der Bauch weiß und die Körperseiten sind rötlichbraun. Am Hinterkopf befindet sich eine kleine Haube. Die Ohrenbüschel am Kopf sind gelb bis bronzefarben.
    Die Handschwingen sind schwarz-grau, im Gegensatz zu den weißen Armschwingen. Der Unterflügel ist weiß und der Unterschwanz ist rötlich oder rauchgrau.
    Im Schlichtgewand nach der Mauser sind die Körperoberseite, der Hinterhals und der Oberkopf grau-braun. Hinter den Ohren befindet sich ein heller Fleck,  während die Haube fehlt.
    Die Bauch- sowie die Körperseiten sind weiß. Ebenfalls weiß sind der vordere Hals, die Halsseiten und die Kehle. Der Wechsel vom Schlicht- ins Prachtgewand findet in der Regel zwischen Februar bis April statt.
    Während der Brutzeit lebt der Vogel an Süßwassergewässern, wobei er  nährstoffreiche Seen und Teiche mit einem dichten Uferbewuchs.
    Sie überwintern an Küsten und auf großen Binnenseen sowie in den Auen von Flüssen
    Er ernährt sich vor allem von Insekten und deren Larven sowie von  kleinen Krebsen und Weichtieren - während Fische  kaum eine Rolle spielen.
    Ihre Nahrung erbeuten sie meist mittels etwa 30 Sekunden dauernder Tauchgänge in einer Tiefe bis zu maximal 5 m.

    Uferschnepfe
    Die Uferschnepfe (Limosa limosa) ist eine Vogelart aus der Gattung Pfuhlschnepfen (Limosa), aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae) sowie der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes).
    Von dem Vogel gibt es folgende drei Unterarten:
    - Limosa limosa limosa. Das Brutgebiet dieser Unterart erstreckt sich von Westeuropa über Mitteleuropa bis Zentralasien und Russland bis zum Fluss Jenissei in Sibirien.
      Sie überwintert in Südeuropa, Westafrika und im Mittleren Osten bis hin zur Ostküste von Indien.
    - Limosa limosa islandica Diese Unterart brütet vorwiegend auf Island, kommt jedoch in geringer Anzahl auch auf den Färöern, den Shetlands und den Lofoten vor. Sie überwintert sowohl auf den Britischen Inseln als auch in Südwesteuropa und in Westafrika.
      In Deutschland kommt diese Unterart nicht vor.
    - Limosa limosa melanoroides Diese Unterart (Sibirische Uferschnepfe) brütet in der Mongolei, im Norden von China und im Osten Russlands. Im Winter ziehen sie nach Indien, Indochina, Taiwan, die Philippinen, Indonesien nach Papua-Neuguinea und sogar bis Australien.
      In Deutschland kommt diese Unterart nicht vor.
    Die Uferschnepfe ist ein relativ großer Watvogel mit eine Körperlänge von 35 bis 45 cm, bei einem Gewicht der Männchen von 160 bis 440 g und der Weibchen von 245 bis 500 Gramm.
    hre mittlere Flügelspannweite liegt bei rund 75 cm. Die Männchen sind in der Regel etwas kleiner als die Weibchen und haben einen etwas kürzeren Schnabel.
    Im Prachtgewand sind der Hals, die Brust und der Kopf orange bis rostrot gefärbt und sind oft mit weißen oder schwarzen Tupfen durchzogen.
    Der Unterbauch und Unterschwanz sind weiß, wobei die Brust und der Bauch schwarze Querbänder haben.

    Knäkente
    Die Knäkente (Anas querquedula) ist eine kleine Entenart aus der Gattung der eigentlichen Enten, der Unterfamilie der Anatinae und der Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Sie ist nur wenig größer Krickente, jedoch etwas schlanker und zierlicher. Der Erpel besitzt im Prachtgewand einen auffallenden breiten bogenförmigen Streifen über dem Auge, der bis in den Nacken reicht und sich vom rötlich-braunen Kopf sowie dem dunklen Nacken abhebt.
    Im Flug kann man sie anhand ihres blau-grauen Vorderflügels recht gut identifizieren. Da diese Entenart Deutschland - mit Ausnahme einiger weniger kleiner Brutgebiete - nur als Durchzugsland benutzt, ist der Vogel hier eher selten anzutreffen.

    Krickenten
    Die Krickente (Anas crecca), ist eine Vogelart aus der Gattung der Eigentlichen Enten (Anas), aus der Familie der Entenvögel.
    Die Krickente verfügt über folgende drei Unterarten:
    - Die eurasische Unterart Anas crecca crecca kommt im Norden Europas und Asiens und    damit auch in Deutschland vor.
    - Die Unterart Anas crecca nimia kommt im Sommer in Nordwestamerika und auf den Aleuten vor. Im Winter zieht sie in den Süden Nordamerikas.
    - Die Unterart Anas crecca carolinensis kommt im Sommer in Kanada sowie der Prairie   Pothole Region der USA vor. Im Winter ziehen sie in die südlicheren Regionen der Vereinigten Staaten und nach Mexiko.

    Die bei uns vorkommende Unterart Anas crecca crecca besitzt eine Länge zwischen 35 und 37 cm, bei Gewicht zwischen 250 und 400 g - wobei die Männchen etwas schwerer als die Weibchen sind. Der Erpel hat einen leuchtend kastanien-braunen Kopf.
    Von beiden Augen zieht sich ein breiter und glänzend grüner bogenförmiger Streifen bis in den Nacken hinein. Er ist von einem cremeweißen Rand eingefasst. Die Schnabelseiten sind bei beiden Geschlechtern gefärbt.
    Die Brust ist bei beiden Geschlechtern hell und die Schnabelseiten sind orange bis grünlich gefärbt. Die Vorderbrust  ist beim Männchen ist gelblich mit einer dunkelbraunen Sprenkelung und setzt sich scharf vom kastanien-braunen Vorderhals abgesetzt.
    Auffällig ist das gelbe Dreieck am schwarz gefiederten Hinterteil des Erpels. Die hellgraue Rückenfärbung ist hellgrau und ist durch ein weißes Längsband unterbrochen.  Die beiden Körperseiten sind grau-weiß gestreift.
    Im Schlichtgewand des Erpels nach der Mauser, hat er eine starke Ähnlichkeit mit dem Weibchen. Der Wechsel vom Pracht- zum Schlichtgewand erfolgt zwischen Juni und August, um zwischen September und November wieder ins Prachtgewand zu wechseln.
    Die Weibchen tragen im Gegensatz zum Männchen ganzjährig ein unauffällig bräunlich geflecktes Gefieder.
    Zur Nahrungssuche nutzt die Ente Schlick- und Uferzonen mit einer Wassertiefe von höchsten 20 cm. Je nach Jahreszeit und dem Vorkommen verspeist sie pflanzliche oder tierische Nahrung. Am Meer sucht sie sich ihre Nahrung meist bei Ebbe im Watt.
    Die Krickente ist größtenteils ein Zugvogel, wobei ihre Hauptüberwinterungsgebiete im Süden und Westen Europas, an den Küstengebieten von Dänemark und Mitteleuropa, im Alpenvorland, in Südosteuropa sowie in der Schwarzmeerregion liegen.

    Löffelenten
    Die Löffelente (Anas clypeata) ist eine Vogelart aus der Gattung der Eigentlichen Enten (Anas), aus der Unterfamilie der Anatinae und aus der Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Sie erreicht eine Größe bis zu 50 cm bei einem Gewicht zwischen 400 bis 1100 g. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa 80 cm. Ihren Namen hat sie von ihrem auffälligen bis zu ca. 7 cm langen grauen löffelartigen Schnabel.
    Der Kopf des Erpels ist dunkelgrün gefärbt. Seine Die Brust ist weiß und der Rücken ist dunkel und teilweise mit weißen Federn durchsetzt. In der Mitte der beiden Körperseiten befinden sich rotbraune Farbsprenksel.
    Die Unterschwanzdecke ist schwarz und wird durch ein weißgefärbtes Band gegen die rotbraunen Flanken abgegrenzt. Die mittleren Schwanzfedern sind braun und weiß gesäumt.
    Bei den äußeren Schwanzfedern ist dieser weiße Saum deutlich breiter. Auffallend ist der von den Armschwingen gebildete metallisch wirkende grüne Spiegel. Im Schlichtgewand ist das Männchen mit Ausnahme der rosa getönten Flanken wie das Weibchen gefärbt.
    Das Körpergefieder des Weibchens ist bräunlich gefärbt. Die Konturfedern sind hellbraun gesäumt, was zu einem fleckig-schuppigen Aussehen führt. Zudem hat sie einen braunen Schnabel und rote Beine.
    Von den Weibchen der übrigen drei Löffelentenarten ist sie nur sehr schwer zu unterscheiden. Die Löffelente lebt an nahrungsreichen Gewässern, die über mit dichtem Schilf bewachsene Ufer verfügen.
    Auch in Sumpfgebieten mit freien Wasserflächen findet man die Vögel. Außerhalb der Brutzeit findet man sie Deutschland überwiegend am Wattenmeer und auf den Nordseeinseln.
    Im Winter ziehen sie meist nach West- und Südeuropa sowie Afrika.
    Zur Nahrungssuche durchpflügt der Vogel mit seinem Schnabel das Wasser, um nach Plankton, Wasserflöhen, Insektenlarven, Würmern, Kaulquappen oder Laich zu suchen. Aber er sucht auch mit Gründeln nach Nahrung.

    Stockenten
    Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist eine Vogelart aus der Gattung der Eigentlichen Enten (Anas), aus der Unterfamilie Anatinae und der Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Die Stockente ist die größte und zudem die häufigste Schwimmente in Deutschland. Sie ist außerdem die Stammform der Hausente.
    Die Männchen im Balzkleid besitzen einen grün-metallischen Kopf, einen gelben Schnabel und einen weißen Halsring, während die Weibchen sind in einem ziemlich unauffälligen gesprenkelten Braun-grau erscheinen.
    Sie können etwas weniger als 60 cm groß werden und eine Flügelspannweite bis zu 95 cm erreichen. Zwischen Juli und August trägt der Enterich sein Schlichtgewand und sieht dabei dem Weibchen sehr ähnlich.
    Um sich vor Nässe und Kälte zu schützen, verfügen sie über ca. 10.000 Daunen und Deckfedern, die sie mit Hilfe ihrer Bürzeldrüse an der Schwanzwurzel immer wieder einfettet.
    Die Stockente ist ein häufig vorkommender Vogel, den man auf Seen, in Teichen, Binnengewässern, Bergseen aber auch auf Flüssen findet.
    Als Nahrung dienen überwiegend Pflanzen bzw. Pflanzenteile, wie Samen, Früchte, grüne Wasser-, Uferpflanzen.
    Aber auch Weichtiere, Larven, kleine Krebse, Kaulquappen, Laich, kleine Fische, Frösche, Würmer und Schnecken verschmäht sie nicht. Zudem werden die Tiere häufig vom Menschen gefüttert.

    Blässgänse
    Die Blässgans, Blessgans, (Anser albifrons) ist eine Gans aus der Gattung der Feldgänse (Anser), aus der Unterfamilie der Gänse (Anserinae) und der Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Sie ist etwas kleiner als die Graugans und anhand ihrer weißen Blässe auf der Stirn, die namensgebend ist, gut zu erkennen.
    Die Art wird in fünf Unterarten aufgeteilt, von denen zwei in Eurasien brüten. Männchen und Weibchen der Blässgans sehen im Gefieder gleich aus.
    Der Unterschied liegt in der Größe und im Gewicht. Das Männchen ist etwas größer und schwerer. Ihr Gefieder ist oliv-braun mit einem Grauschimmer. Ihre Deckfedern sind weiß umsäumt, die Handschwingen und Armschwingen sind schwarz und die Schwanzunterfedern sind weiß.
    Ein besonderes Merkmal der Gans ist neben der Stirnblässe die schwarze Querbänderung am Bauch.
    Die Beine sind orange und zwischen den Zehen haben sie Schwimmhäute. Ihre Nahrung besteht aus diversen Gräsern, Wurzeln und Samen.
    Im Frühjahr und Sommer leben sie in der arktischen Tundra z.B. in Kanada, Grönland und Sibiren.
    Im Herbst kommen sie an die Küsten von Europa, die hiesigen Seen, Teiche, Flüsse und auf Felder und Wiesen.
    In Mitteleuropa, also auch in Deutschland, ist die Blässgans ein Wintergast und Durchziehvogel.

    Brandgänse
    Die Brandgans (Tadorna tadorna) ist eine Halbgänseart aus der Gattung der Tadorna, aus der Unterfamilie der Halbgänse (Tadorninae) und aus der Familie der Entenvögel.
    Diese Halbgänse ähnelt Gänsen, besitzt jedoch auch Merkmale, wie sie für Eigentliche Enten charakteristisch sind. Daher wurden sie früher auch als Brandenten bezeichnet.
    In Europa hält sich  die Brandgans  vor allem an den Küsten auf, während die in Asien heimische Population überwiegend an salzigen und brackigen Steppengewässern lebt.
    Dennoch gehören beide zur selben Art und bilden keine Unterarten.
    Die Bezeichnung Brandgans rührt wahrscheinlich von ihrem charakteristischen rost-braunen Brustband her.
    Sie besitzt eine Körperlänge zwischen 58 bis 68 cm, bei einem Gewicht von 830 bis 1.500 g Ihre Flügelspannweite reicht von 110 bis 135 cm. Die  Weibchen sind mit einem Gewicht von 560 bis 1080 g leichter.
    Diese Gans ist auf Grund ihrer sehr kontrastreichen Färbung des Gefieders nicht zu verwechseln.
    Im Prachtgewand sind beim Männchen der Kopf und der Vorderhals glänzend schwarz-grün. Auf jeder Körperseite befindet sich ab den Schultern ein grün-schwarzes Längsband nach hinten.
    Um die vordere Brust und den vorderen Rücken erstreckt sich ein breites rot-braunes Band. Und von der  braungefärbten Brust verläuft ein weiteres schwarzes Band zum Bauch. Das restliche Körpergefieder ist überwiegend weiß.
    Ein gutes  Unterscheidungsmerkmal zwischen Männchen und Weibchen ist der während der Fortpflanzungszeit rot gefärbte Schnabelhöcker, den man nur beim Männchen findet und der  sich bereits zurückbildet, während das Weibchen noch brütet.
    Im Ruhegewand sind die Farben weniger glänzend und die Übergänge vom weißen Körpergefieder zum rost-braunen Brustband  wirken fließender und der  Kopf erscheint eher braun-schwarz.
    Am Gesicht und an der Kehle sind vereinzelt weiße Federn erkennbar, die fleckförmig wirken können. Der schwarze Bauchstreif ist in dieser Zeit nur angedeutet oder kann ganz fehlen
    Brandgänse fliegen relativ niedrig mit mittleren Geschwindigkeiten von etwa 90 km/h, aber bei  günstigen Windverhältnissen wurden sogar Geschwindigkeiten von etwa 190 km/h gemessen.
    Im Flug sind die Brandgänse aufgrund ihrer weißen Flügel mit dem grünen Spiegel sowie ihrem kontrastreichen Körpergefieder relativ gut zu erkennen.
    Bei nicht brütenden Vögeln beginnt  im Juni die Mauser im Juni und bei brütenden erfolgt sie etwa einen Monat später. Kurz nach dem Beginn der Kleingefiedermauser werfen die Brandgänse ihre Schwingen ab und sind dann für 25 bis 30 Tage nicht flugfähig.
    Im Brutgebiet sind die Brandgänse sehr kommunikativ, wobei sich die Rufe der Männchen von denen der Weibchen deutlich unterscheiden.
    In Deutschland brütet die Brandgans besonders im Küstengebiet und auf den Inseln der Nordsee und der westlichen Ostsee.
    Als Brutvogel bleibt sie meist an die Meeresküste, dringt aber auf der Suche nach geeigneten Bruthöhlen auch ins Landesinnere vor. So findet man Brutvorkommen beispielsweise in den Rieselfeldern bei Münster  und am Niederrhein.
    Außerdem hat sie die Elbe bis nach Dessau besiedelt.
    Bevorzugte Überwinterungsplätze findet man bei Wangerooge und Mellum, im Jadebusen sowie an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein.
    Man findet die europäischen Brandgänse vor allem an flachen Sand- und Wattküsten sowie entsprechenden Flussmündungen. Im Binnenland sind sie auch an großen Klärteichen und auf Rieselfeldern anzutreffen.
    Ihre Nahrung suchen sie sich bevorzugt im Watt, auf Schlickbänken und in den Flussmündungen.
    Als Nahrung dienen der Brandgans vor allem Schnecken, Krabben, Muscheln (Herzmuscheln) und Würmer, dagegen seltener Insekten und Wasserpflanzen. Aber auch Algen - und im Winter Samen - stehen auf ihrem Speiseplan.

    Graugänse
    Die Graugans (Anser anser) ist eine Art aus der Gattung der Feldgänse (Anser), aus der Unterfamilie der Gänse (Anserinae) in der Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Graugänse sind, nach der Kanadagans, die zweitgrößte Gänseart in Europa. Sie sind die Vorfahren der in Europa domestizierten Hausgänse.
    Ihr relativ dicker Hals fällt durch eine streifige Anordnung der Federn auf.
    Die Vorderflügel sind sehr hell gefärbt und der Bauch hat schwarze Flecken. Der Schnabel ist relativ groß und klobig.
    Die Gans Sie erreicht eine Länge zwischen  75 bis 90 cm, bei einem ein Gewicht von 2 bis 4 kg. Ihre Flügelspannweite reicht von etwa 145 bis 180 cm.
    Die männlichen Tiere sind dabei etwas schwerer als, die es auf ein Gewicht von 2 bis 3,5 kg.
    Graugänse sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und wenn sie tagsüber zu häufig gestört werden, gehen sie nachts auf Nahrungssuche.
    Mit der Brut beginnen sie zwischen Mitte März bis Ende April. Ihre Brutplätze sind Seen mit breiten Riedgürteln oder kleinen Inseln und angrenzenden Wiesen, auf denen sie äsen können oder in Mooren, in Flussauen oder im Marschland.
    Graugänse besitzen eine große Partnertreue. 
    Während ihres Zuges findet man sie nahezu in ganz Europa.
    Ihre  Überwinterungsgebiete der liegen an der Westküste von Spanien und Portugal, an den an den nördlichen üsten von Algerien und Tunesien sowie an den Küsten der Adria.
    Mehrere zehntausend Gänse rasten auf ihrem Zug  im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel in Österreich auf den dortigen brachliegenden Wiesen.
    Aufgrund der zunehmenden Klimaveränderung und der intensivierten Landwirtschaft überwintern die Tiere immer häufiger auch in unseren Breiten und beginnen, sich hier allmählich zu Standvögeln zu entwickeln.
    Auf den abgeernteten oder neu eingesäten Feldern finden sie zunehmend auch im Winter genügend Nahrung.
    Ihre Nahrung finden sie eher außerhalb des Wassers, aber auch während des Schwimmens oder eher selten mittels Gründeln. aber nur sehr selten.
    Graugänse leben hauptsächlich von Pflanzen, und zwar sowohl von Land- wie auch von Wasserpflanzen – in der Hauptsache von kurzen Gräsern und Kräutern sowie in geringerem Umfang von Stauden und Wurzeln, die sie sogar ausgraben können.
    Im Herbst suchen sie bevorzugt Maisstoppelfelder auf,äsen jedoch auch auf Feldern mit Raps und Wintergetreide. Im Frühjahr nutzen sie vor allem Grünland und Flächen mit Wintergetreide.
    Im Juli und August sind Graugänse häufig auf Getreidestoppelfeldern zu beobachten.
    Dabei ist es wichtig, dass die Flächen niedrig bewachsen sind, was ihnen Sicherheit vor anschleichen Feinden bietet und weil sie sich nur von kurzem Gras und Kräutern ernähren können.
    Diese Voraussetzungen finden sie auf Weiden mit großen Pflanzenfressen wie Kühe, Pferde, Ziegen oder Schafe.

    Kanadagänse
    Die Kanadagans (Branta canadensis) ist eine Vogelart aus der Gattung der Meergänse, aus der Unterfamilie der Gänse (Anserinae) aus der  Familie der Entenvögel (Anatidae) und der Ordnung der Gänsevögel (nseriformes) gilt als die weltweit am häufigsten vorkommende Gans. 
    Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika wurde aber in Europa teilweise gezielt angesiedelt. Zudem ist ein großer Teil der heute vor allem in Großbritannien, Irland, Skandinavien und den Niederlanden existierenden Populationen aus der Gefangenschaft geflüchtet.
    Seit den 1970er Jahren ist sie auch in Deutschland als Brutvogel vertreten.
    Die Kanadagans wird etwas größer als die Graugans und ist damit die größte freilebende Gänseart.
    Die Gans besitzt einen schwarzen Kopf und Hals mit einem breiten weißen Kinnband, das sich von der Kehle bis hinter die Augen erstreckt.
    Der schwarze Hals setzt sich deutlich  gegen die graue Brust ab. Ihre Füße und der Schnabel sind ebenfalls schwarz. Weibchen und Männchen sind gleich gefärbt, bei einigen Unterarten sind die Männchen allerdings (Ganter) größer und langhalsiger als die Weibchen.
    Die Färbung der Körperoberseite variiert je nach Unterart zwischen Grau- und Rotbraun. Die oberen Schwanzdecken sind bei den in Europa vorkommenden Gänsen - ebenso wie der Bauch und die Brust - grau bis fast weiß.
    Die Körperlänge der Gans schwankt zwischen 90 und100 cm, bei einem Gewicht der Männchen zwischen 3,5 und 6,5 kg und der Weibchen zwischen 3 und 5,5 kg.
    Die Flügelspannweite liegt zwischen 160 bis 175 cm.
    Die Kanadagans lebt in Regionen, zu denen Gewässer mit einer eher großen Fläche gehören. Die  Gewässertiefe sollte mindestens 1 m betragen und über kleinere Inseln verfügen.
    Damit sich die Tiere hier aber zum Brüten niederlassen, sollte an das Gewässer ein Gebiet angrenzen, auf dem die Gänse Nahrung finden können.
    Die Kanadagänse legen ihre Nester auf festem Grund an und bevorzugen Stellen, von denen aus der brütende Vogel das umliegende Gebiet gut beobachten kann. In Europa erfüllen dies oft Parks, parkähnliche Gebiete oder Weidegebiete, die an Seen angrenzen.
    Im Sommer ernähren sie sich von Gräsern und Sumpf- und Wasserpflanzen, fressen aber auch regelmäßig Unterwasserpflanzen, die sie bis zu einer Gewässertiefe von 75 cm erreichen können.
    Im Winter suchen sie sich ihre Nahrung bevorzugt am Land, wobei sie Regionen mit kurzen Gräsern und Kräutern, die ihnen ein weites Sichtfeld geben, bevorzugen. Das sind oft die Weideflächen von Kühen, Pferden sowie von Ziegen oder Schafen.
    Zur Überwinterung halten sie sich sowohl an der Küste als auch auf Stoppelfeldern und Grasland im Binnenland auf.

    Ringelgänse
    Die Ringelgans (Branta bernicla) ist eine kleine Art aus der Gattung Meergänse (Branta), der Unterfamilie Gänse (Anserinae) der Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Sie ist die kleinste und dunkelste aus der Gattung der Meergänsearten. Ihre Brutregionen sind die arktische Kältewüste und die arktische Tundra in Eurasien und Nordamerika.
    In Deutschland ist die dunkelbäuchige Ringelgans nur ein Wintergast im Wattenmeer der Nordsee sowie in der Wismarer Bucht.
    Die Ringelgans wird in folgende drei Unterarten aufgeteilt:
    - die dunkelbäuchige Ringelgans (Branta bernicla bernicla)
    - die schwarzbäuchige Ringelgans (Branta bernicla nigricans)
    - die hellbäuchige Ringelgans (Branta bernicla hrota)
    Ringelgänse sind schwarz-grau mit einem grau-braunem Rücken und schwarz-weiß gebänderten Flanken. Die Vögel haben am Hals schmale weiße Halbmondflecken, die je nach Unterart unterschiedlich groß sind.
    Die Ober- und Unterschwanzdecken sowie der Bauch sind weiß. Die Brustfärbung ist in Abhängigkeit von der Unterart entweder grau und von der schwarzen Vorderbrust abgesetzt oder dunkelgrau.
    Ihr Schnabel, ihre Beine und Flügel sind schwarz. Ihre Flügelspannweite beträgt 110 bis 120 cm, bei einem Gewicht etwa 1 bis 1,5 kg. Dabei sind die Männchen etwas schwerer als die Weibchen.

    Saatgänse
    Die Saatgans (Anser fabalis) oder Rietgans ist eine zur Gattung der Feldgänse (Anser) zum Tribus gehörige Echte Gans (Anserini). Sie gehört zur Unterfamilie Gänse (Anserinae) und zur Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Sie sieht der Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus) sehr ähnlich. In Deutschland findet man sie ab Ende September in großer Zahl als Wintergast. Das Gefieder ist graubraun, am Hals und dem Kopf dunkelbraun.
    Die Brust und der Bauch sind hellbraun, zum Schwanz hin geht es in einen weißlichen Färbung über. Ihre Flügel dunkelbraun. An den Flanken, an den Außenseiten der Flügel und an der Schwanzspitze befinden sich im Gefieder feine weiße Linien.
    Der Schnabel ist am Ansatz und der Spitze schwarz, dazwischen befindet sich eine – nach der jeweiligen Unterart - verschieden breite orangefarbene Markierung. Die Füße mit ihren breiten Schwimmhäuten sind ebenfalls orange gefärbt.
    Die Größe der Vögel schwankt zwischen 65 bis 90 cm, bei einem Gewicht von etwa 3 bis 4,5 kg. Die Flügelspannweite bewegt sich zwischen 140 bis 170 cm. Die Weibchen sind meist etwas kleiner als die Männchen, bieten aber ansonsten das gleiche Erscheinungsbild.
    Die Nahrung der Saatgänse besteht in ihrem Brutgebiet – außerhalb Deutschlands - aus Flechten, Gräsern, Kräutern sowie Wasserpflanzen und im Herbst zudem aus Beeren und Bohnen.
    In ihren Überwinterungsgebieten in Deutschland ernähren sie sich von Wurzeln, Kartoffeln, Getreidekörnern, Gräsern und den Resten abgeernteter Feldern. Hier leben sie in großen Kolonien auf abgeerntete Ackerflächen Wiesen oder Viehweiden.
    Ihren Schlaf verbringen sie auf offenem Wasser und im Winter sogar auf dem Eis. Dabei legen sie oft mehrere Kilometer lange Wege zwischen den Schlaf- und Weideplätzen zurück.
    Bemerkenswert ist, dass die Tiere können auch nachts bei hellem Mondschein oder über hell erleuchterte Städte fliegen, dabei schwankt ihre Flughöhe zwischen ca. 100 und 1.000 m.

    Weißwangengans, Nonnengans
    Die Weißwangengans (Branta leucopsis) - wegen ihrem Aussehen auch als Nonnengans bezeichnet – gehört zur Gattung der Meergänse (Branta) in der Unterfamilie Gänse (Anserinae) in der Familie der Entenvögel (Anatidae).
    Sie wird nicht in Unterarten, sondern stattdessen in drei getrennte Populationen aufgeteilt. Früher hatte sie ausschließlich an der russischen Eismeerküste gebrütet, aber in 1970er Jahren hat sie auch den Ostseeraum besiedelt und zählt mittlerweile zu den Brutvögeln in Mitteleuropas.
    Die Weißwangengans besitzt eine Größe von 58 bis 70 cm, bei einem Gewicht zwischen 1,5 bis 2 kg. Die Weißwangengans erkennt man an ihrem weißen Kopf und dem schwarzen Hals, wobei. Männchen und Weibchen gleich aussehen.
    Der Rücken ist blaugrau mit schwarz weißen Streifen, die Unterseite ist weiß, die Flanken haben gräulichen Streifen, der Hals und der Oberkopf sind schwarz und der Schnabel ist kurz und dunkel. Ihre Flügel sind grau und der Bürzel ist weiß.
    Die Schwanzfedern wiederum sind schwarz und die Beine und die Zehen mit den Schwimmhäuten sind dunkel gefärbt. Während des Winters ernährt er sich vorwiegend von kurzem Gras, aber auch von anderen Pflanzen. Im Frühjahr verspeisen sie auch die Knospen und Kätzchen von Weiden.
    Unter der tierischen Nahrung befinden sich Krebse, Wasserinsekten und auch Weichtiere wie Schnecken. Während der Sommermonate ernährt sie sich vorwiegend von Flechten und Moosen.
    Die Weißwangengans ist ein Zugvogel, die sich vor ihrem Wegzug in Schwärmen von bis zu 50.000 Tieren versammelt. Vom Herbst bis zum Frühjahr findet man sie auf Wiesen im Deichvorland an der Nordsee-und der Ostseeküste.
    Ihre Brutgebiete liegen auf Grönland, auf Spitzbergen, in Russland. Aber auch in Skandinavien und in Deutschland gibt es Brutplätze.