Burkina Faso: Geografie, Landkarte

Burkina Faso ist ein Binnenland in Westafrika. Es liegt auf der so genannten
Oberguineaschwelle, einer hügeligen Hochebene. Der Norden des Landes liegt in der Sahelzone, im Süden befindet sich ein Sandsteinmassiv. Das Land gliedert sich in 13
Regionen, an deren Spitze jeweils ein von der Zentralregierung eingesetzter Gouverneur steht.

Regionen des Landes

Boucle du Mouhoun
Die Region Boucle du Mouhoun umfasst eine Fläche von 34.479 km², bei rund 1,5 Millionen Einwohnern. Die Einwohner gehören größtenteils zu den Sanan und Bwaba, die größtenteils dem Islam angehören. Die Region ist in folgende sechs Provinzen gegliedert: Balé, Kossi, Mouhoun, Nayala und Sourou. Der Verwaltungssitz der Region ist Dédougou mit rund 60.000 Einwohnern. Boucle du Mouhoun grenzt im Osten an die Region Centre-Ouest, im Süden an Hauts-Bassins, im Nordosten an die Region Nord und im Westen an den Staat Mali.

Cascades
Die Region Cascades umfasst eine Fläche von 18.663 km², bei rund 600.000 Einwohnern. Die Region ist in folgende zwei Provinzen gegliedert: Comoé und Léraba.
Der Verwaltungssitz ist Banfora mit rund 110.000 Einwohnern. Die Region Cascades grenzt im Norden an die Region Hauts-Bassins, im Osten an Sud-Ouest und im Süden an Mali sowie die Elfenbeinküste.

Centre
Die Region Centre umfasst eine Fläche von 2.805 km², bei 1,6 Millionen Einwohnern. Der Verwaltungssitz und gleichzeitig die Hauptstadt des Landes ist Ouagadougou mit rund 2,5 Millionen Einwohnern. Die Region Centre grenzt im Norden und Osten an die Region Plateau Central, im Süden an Centre-Sud und im Westen an Centre-Ouest

Centre-Est
Die Region Centre-Est umfasst eine Fläche von 14.852 km², bei rund 1,1 Millionen Einwohnern. Die Region ist in folgende drei Provinzen gegliedert: Boulgou, Koulpélogo und Kouritenga Verwaltungssitz der Region ist Tenkodogo mit 125.000 Einwohnern.

Centre-Nord
Die Region Centre-Nord umfasst eine Fläche von 19.508 km², bei rund 1,5 Millionen
Einwohnern. Die Region ist in folgende drei Provinzen gegliedert: Bam, Namentenga und Sanmatenga. Verwaltungssitz der Region ist Kaya mit rund 118.000 Einwohnern.

Centre-Quest
Die Region Centre-Quest umfasst eine Fläche von 21.752 km², bei 1,5 Millionen Einwohnern. Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Boulkiemdé, Sanguié, Sissili und Ziro Verwaltungssitz der Region ist Koudougou mit rund 133.00 Einwohnern.

Centre-Sud
Die Region Centre-Sud umfasst eine Fläche von 11.313 km², bei 612.000 Einwohnern. Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Bazèga, Nahouri und Zoundwéogo.
Der Verwaltungssitz ist Manga mit 33.000 Einwohnern. In Manga befindet sich der Sitz des römisch-katholischen Bistums Manga.
In der Region Centre-Sud befindet sich der Nationalpark Kaboré-Tambi.

Est
Die Region Est umfasst eine Fläche von 46.256 km², bei rund 1,3 Millionen Einwohnern Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Gnagna, Gouma, Komondjari,
Kompienga und Tapoa. Der Verwaltungssitz ist Fada N’Gourma mit rund 125.000
Einwohnern. In der Region Est liegt der 76.000 ha = 760 km² große Nationalpark Arly, Seit 2017 ist er als Teil des WAP-Nationalparkkomplexes UNESCO-Weltnaturerbe.

Hauts-Bassins
Die Region Hauts-Bassins umfasst eine Fläche von 26.606 km², bie 1,2 Millionen
Einwohnern. Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Huet, Kénédougou und Tuy. Der Verwaltungssitz der Region ist Bobo-Dioulasso mit 905.000 Einwohnern. Der Name der Stadt setzt sich wie folgt zusammen: Bobo, Dioula und Sô. Dabei ist Bobo die die Ethnie, die hauptsächlich in Bobo-Dioulasso lebt, Dioula ist eine Mande-Sprache und wird auch als die Sprache der Kaufleute bezeichnet. Sô bedeutet in der Sprache der Dioula Haus. In der Region Hauts-Bassins entspringt der 1.352 km lange Schwarze Volta, der im Golf von Guinea mündet

Nord
Die Region Nord umfasst eine Fläche von 17.601, bei 1,1 Millionen Einwohnern.
Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Loroum, Passoré, Yatenga und Zondoma Der Verwaltungssitz der Region ist Ouahigouya mit 125.000 Einwohnern. Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Bischofs, obwohl die Einwohner mehrheitlich Muslime und Anhänger tradi-tioneller Afrikanischer Religionen sind. Erwähnenswert ist, dass Ouahigouya seit 1978 Partnerstadt von Lahnstein in Rheinland-Pfalz und von Vence in Frankreich ist. In der Region Nord leben Mossi, und Fulbe, die vorwiegend Landwirtschaft betreiben.

Plateau Central
Die Region Plateau Central umfasst eine Fläche von 8.545 km², bei 648.000 Einwohnern Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Ganzourgou, Kourwéogo und Oubritenga Der Verwaltungssitz der Region ist Ziniaré mit 63.000 Einwohnern. Sahel Die Region Sahel umfasst eine Fläche von 36.166 km², bei 810.000 Einwohnerhn Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Oudalan, Séno,Soum und Yagha. Der Verwaltungssitz der Region ist Dori mit rund 109.000 Einwohnern. Dori ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Dori. Seit 1975 besteht mit der hessischen Stadt Wetzlar eine Städtepatenschaft. Die Region Plateau Central liegt im Norden der Hauptstadt Ouagadougou und umfasst das hauptsächlich von Mossi bewohnte Zentralplateau.

Sahel
Die Region Sahel umfasst eine Fläche von 36.166 km², bei 810.000 Einwohnerhn Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: Oudalan, Séno,Soum und Yagha. Der Verwaltungssitz der Region ist Dori mit rund 109.000 Einwohnern. Dori ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Dori. Seit 1975 besteht mit der hessischen Stadt Wetzlar eine Städtepatenschaft.
Die Region Sahel wurde 2001 errichtet und liegt im Norden in der Sahelzone.
Die Vegetation der Dornstrauchsavannen ist spärlich und fehlt in den Halbwüsten des Nordens fast völlig. Ein großer Teil der Provinz gehört zum Réserve sylvo-pastorale et partielle de faune du Sahel, dem größten Schutzgebiet Burkina Fasos.

Sud-Ouest
Die Region Sud-Ouest umfasst eine Fläche von 16.576 km², bei 625.000 Einwohnern. Die Region ist in folgende Provinzen gegliedert: BougouribaIoba, Noumbiel und Poni Der Verwaltungssitz der Region ist Gaoua mit 53.000 Einwohnern. Die meisten davon sind Lobi, die hauptsächlich Landwirtschaft betreiben. Die Region Sud-Ouest wurde im Jahre 2001 geschaffen und ist von Feuchtsavannen geprägt. Man findet hier zahlreiche Pflanzen und Tiere.

Fläche, Nutzung und Grenzen

Burkina Faso umfasst eine Fläche von insgesamt 274.000 km². Davon sind:
  • Wald
    Rund 24% des Landes sind bewaldetes Gebiet.
  • Wiesen- und Weideland
    Rund 37% des Landes werden als Wiesen- oder Weideland genutzt.
  • Äcker und Felder
    Rund 13% des Landes werden als Ackerland oder Felder genutzt, besonders zum Anbau von Maniok, Süßkartoffeln, Hirse, Mais, Reis und Hülsenfrüchten (Subsistenzwirtschaft), ferner von Kaffee, Tee und Baumwolle für den Export.

Burkina Faso besitzt mit insgesamt sechs Staaten eine gemeinsame Grenze. Es sind dies:

  • Benin mit einer Länge von 306 km
  • Elfenbeinküste mit einer Länge von 584 km
  • Ghana mit einer Länge von 549 km
  • Mali mit einer Länge von 1.000 km
  • Niger mit einer Länge von 628 km sowie
  • Togo mit einer Länge von 126 km.

Geografische Länge und Breite

Burkina Faso erstreckt sich über die folgende geografische Breite (Abk. Δφ) sowie geografische Länge (Abk. Δλ):

Δφ = von 9° 30 'bis 15° nördliche Breite
Δλ = von 002° 30 'bis 005° 30 'westliche Länge

Ausführliche Informationen über diese Thematik finden Sie unter Geografische Länge und Breite.

Uhrzeit des Landes

Für Burkina Faso gilt gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ), also der Zeit ohne Sommerzeit. Dabei bedeutet ein Minuszeichen, dass es dort früher, ein Pluszeichen, dass es dort später als nach MEZ ist:

Δt (MEZ) = - 1 h (= GMT)

Weitere und ausführliche Erläuterungen zur Uhrzeit finden Sie unter Zeitzonen, Uhrzeit.

Sonnenhöchststand in Ouagadougou

Ouagadougou liegt auf einer nördlichen Breite von rund φ = 12,5° und damit mitten in den Tropen. Sofern die Deklination δ der Sonne den Wert von 12° 30' N, besitzt, und sich damit der Bildpunkt der Sonne genau über der Stadt befindet, steht die Sonne dort senkrecht. Das geschieht genau zweimal im Jahr, und zwar grob gerechnet 1 Monat nach dem 21. März und 1 Monat vor dem 21. September.

Achtung

Sofern sich der Bildpunkt der Sonne und damit die Deklination δ nördlich der Breite von Ouagadougou befindet, steht die Sonne zur Mittagszeit nicht im Süden, so wie in unseren Breiten, sondern im Norden. Die Sonne wandert also in diesem Fall von Osten über Norden nach Westen, wo sie dann, wie bei uns, untergeht.

Berge, Flüsse, Seen

Die höchste Erhebung des Landes ist der Tena Kourou mit einer Höhe von 749 m. Weitere höhere Berge des Landes sind die Pics de Sindou und Chaîne de Banfora im Südwesten des Landes.

In Burkina Faso entspringen die drei Quellflüsse des Volta, der eine Gesamtlänge von etwa 1.600 km erreicht und in den Atlantik mündet. Dies sind der Schwarze Volta (Mouhoun) mit einer Länge von 1.352 km, der Weiße Volta (Nakambé) und der Rote Volta (Nazinon), der nach ca. 320 km in den Weißen Volta mündet. Weitere Flüsse in Burkina Faso sind der Comoé mit einer Länge von rund 230 m, der Pendjari (Grenzfluss zu Benin) sowie Béli, Goroual, Féléol, die dem zufließen.

In Burkina Faso gibt es keine größeren Seen. Kleinere Seen sind Tingrelasee, Bamsee, Demsee, Bagré- und die Kompienga-Stauseen.

Goldminen

Burkina Fasoverfügt über nicht geringe Mengen an Gold. Aber die Ausbeutung und der Gewinn landet zum größten Teil bei kanadischen Minenunternehmen, die aufgrund von Verträgen dazu berechtigt sind. Aber auch kleine Minen werden illegal von den Einheimischen betrieben. Im Land gibt rund acht große Goldminen, erwähnenswert ist dabei die Mine von Bagassi in der Provinz Balé in der Region Boucle du Mouhoun, die von dem kanadischen Unternehmen Roxgold betrieben wird. Mittlerweile ist Gold zum wichtigsten Exportgut des Landes geworden. Leider werden aber inden zahlreichen kleinen Abbaugebieten auch Kinder eingesetzt. Dabei stehen sie oft den ganzen Tag im kalten und schlammigen Wasser, um ihren Eltern beim Goldwaschen zu helfen. Viele Kinder verletzen sich bei der Arbeit oder werden krank – und können nicht medizinisch behandelt werden. Dabei werden über 100 m tiefe, improvisierte Stollen gegraben, um an das goldhaltige Gestein zu kommen – tödliche Unfälle sind dabei an der Tagesordnung. Man schätzt, dass insgesamt bis zu 600.000 Kinder in Goldminen sowie Steinbrüchen arbeiten. Für Terroristen im Sahel bieten die Goldminen in den ländlichen Gegenden eine Einnahmequelle, da die Sicherheitskräfte des Landes nicht in der Lage sind, die Gebiete zu kontrollieren und dem Goldraub Einhalt zu gebieten oder aber korrupt sind.

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