Sumatra Orang Utan

Einleitung

In jedem Zoo sind diese zotteligen und liebenswerten Menschenaffen eine besondere Attraktion. Besonders Kinder sind von den Tieren kaum weg zu bekommen.
Aber es sei auch darauf hingewiesen, dass diese faszinierenden Tiere in ihren Heimatländern oft grausamen Behandlungen ausgesetzt und akut vom Aussterben bedroht sind.
Der Sumatra Orang-Utan (Pongo abelii ) ist eine Menschenaffenart aus der Familie der Hominidae.
Zusammen mit dem Borneo Orang-Utan und dem Tapanuli Orang-Utan bildet er die Gattung der Orang-Utans.
Früher wurden die Orang-Utans  aus Sumatra und Borneo als Unterarten einer einzigen Art angesehen, heutzutage werden sie jedoch zwei getrennten Arten zugeordnet.
Seinen Namen erhielt der Sumatra Orang-Utan zu Ehren des britischen Naturforschers und Botanikers Clarke Abel (1789-1826).
In diesem Beitrag wird exemplarisch für die drei Arten der Sumatra Orang-Utan dargestellt.
Der Sumatra Orang-Utan und der Borneo Urang Utan unterscheiden sich vor allen in der Farbe und ein wenig in der Größe. Der Borneo Urang Utan ist mittel- bis dunkelbraun und  etwas größer als der Sumatra Orang-Utan.

 

Gliederung, Taxonomie

Ordnung Herrentiere (Primates)
Überfamilie Menschenartige (Hominoidea)
Familie Menschenaffen (Hominidae)
Unterfamilie Ponginae
Gattung Orang-Utans (Pongo)
Art Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii)


Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Orang-utan
  • Französisch: Orang-outan

Aussehen Merkmale

Der Sumatra Orang-Utan besitzt eine lange, zottelige und stellenweise spärliche Behaarung, die hell-rötlich gefärbt ist. Die Haare an den Armen und auf dem Rücken können besonders lang werden und dann wie ein Umhang wirken.
Das Fell der Jungtiere ist leuchtend orangerot gefärbt. Gesicht, Handflächen und Fußsohlen sind unbehaart. Die Tiere haben einen Kehlsack, der bei ausgewachsenen Männchen am stärksten ausgeprägt ist.
Die Männchen entwickeln bläulich schimmernde Backenwülste und  haben längeres Kopfhaar als die Weibchen und beide Geschlechter bekommen im Alter einen langen Bart.
Ihre Arme sind deutlich länger als die Beine, Hände und Füße besitzen lange Finger und können hervorragend als Greifwerkzeuge eingesetzt werden.
Die Körperlänge kann bis zu 100 cm, aufgerichtet 170 bis 190 cm erreichen.
Die Männchen können ein Gewicht von 70 bis 90 kg erreichen. Die Weibchen sind kleiner und mit ca. 50 kg auch deutlich leichter. In freier Wildbahn können Orang-Utans 45 Jahre alt werden, in Gefangenschaft älter.

Vorkommen

Orang-Utans kommen nur auf Sumatra und Borneo vor.
Man findet die Sumara Orang-Utans im Norden der zu Indonesien gehörenden und 437.481 km² großen Insel Sumatra.
Auf Sumatra gibt es schätzungsweise noch 8.000 Exemplare  und auf Borneo noch ca.  15.000 . Die größten Populationen befinden sich im 9.000 km² großen Nationalpark Gunung Leuser.
Zusammen mit den Nationalparks Kerinchi-Seblat und Barisan-Selatan bildet der Nationalpark das Naturdenkmal  "Tropische Regenwälder von Sumatra", das 2004 in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbestätten eingetragen wurde.

Lebensweise und Nahrung

Orang-Utans leben in dichten und meist sumpfigen Urwäldern. Sie sind die meiste Zeit Einzelgänger und verbringen fast das ganze Leben auf Bäumen. Nicht einmal zum Trinken kommen sie auf den Boden, sondern nehmen das Wasser kopfüber hängend auf.

Im Geäst bewegen sie sich - ihrer Größe und ihrem Gewicht angemessen - eher gemächlich voran, wobei sie alle vier Gliedmaßen einsetzen und so ihr Gewicht gleichmäßig verteilen.

Jeden Abend bauen sie sich ein frisches Schlafnest aus Laub, das sie mit einer Art Regendach aus Ästen versehen.

Sie fressen vorwiegend Früchte, aber auch Blätter, Vogeleier und Baumrinde.

Fortpflanzung, Jungtiere

Paarungsbereite Weibchen machen sich auf die Suche nach einem Männchen. Vermutlich folgen sie hierzu den kilometerweit hörbaren Fern-Rufen, die er mit Hilfe seines Kehlsacks verstärkt.
Die Rufe dienen ebenfalls dazu, ihr bis zu 10 km² große Revier abzustecken. Hat sich ein Paar gefunden, bleibt es wenige Tage bis mehrere Monate zusammen und streift gemeinsam umher.
Das trächtige Weibchen verlässt schließlich das Männchen und bringt nach einer Tragezeit von etwa 245 Tagen ihr einziges Junges, selten Zwillinge, zur Welt. 
Während ihrer ersten zwei Lebensjahre klammern sich Orang-Utans wach wie auch im Schlaf fast unablässig am Fell ihrer Mutter fest, so dass diese ungehindert klettern kann. Mit einem Alter von etwa 7 Jahren sind die Jungen selbstständig und streifen von da an alleine umher.
Gelegentlich schließen sich weibliche Jungtiere vorübergehend zu lockeren Verbänden zusammen. Zu Konflikten kommt es durch die einzelgängerische Lebensweise nur selten.
Geraten zwei Männchen aneinander, packen sie sich ohne vorausgehendes Imponiergehabe und ringen und beißen bis einer aufgibt.
Auch zwischen den Geschlechtern kann es zu Konflikten kommen, denn gelegentlich vergewaltigen Männchen paarungsunwillige Weibchen.

Feinde, Gefährdung

Sumatratiger und Rothunde sind die natürlichen Feinde ausgewachsener Orang-Utans. Außerdem sind Nebelparder und Pythons eine Gefahr für die Jungtiere.
Durch das Abholzen ihres Lebensraumes - oft mit Hilfe von Korruption staatlich geduldete - illegale Holzmafia stellt der Mensch aber die größte Bedrohung für den Bestand der Tiere  dar. 
Aber der Mensch ist auch auf andere Arten der größte Feind dieser wunderbaren Tiere. So werden die Tiere angekettet öffentlich zur Schau gestellt, als Clowns  oder als Kickboxer verwendet und sogar - völlig kahlgeschoren - in Bordellen zur Prostitution missbraucht.In diesem Zusammenhang sei auf den beeindruckenden Dokumentalfilm "Einsatz für Orang Utans" von Hannes Jaenicke hingewiesen, der das erste Mal am 13. August 2008 im ZDF gezeigt wurde.
In vielen Regionen Sumatras sind die Orang-Utans mittlerweile ausgestorben und kommen kommen mittlerweile nur noch im Norden von Sumatra vor.
Nan schätzt die Anzahl der Tiere auf etwa 8.000.
Von der IUCN wird der  Sumatra-Orang-Utan als vom Aussterben bedroht gelistet

Besonderheiten

Ähnlich wie Schimpansen sind auch die Sumatra Orang-Utans in der Lage, Werkzeuge herzustellen, was ein gewisses Maß an Intelligenz erfordert.
Dabei ist der Gebrauch vonWerkzeugen bei ihnen deutlich häufiger als bei den Borneo Orang-Utans. So wurden die Tiere dabei beobachtet, wie sie Holzstöcke dazu verwendet haben, um damit zu graben, zu kämpfen oder sich zu kratzen.
Vor Regen und der prallen Sonne schützen sie sich mit großen Blättern, die sie über ihren Kopf halten - vergleichbar dem Regenschirm beim Menschen.