Völklingen: Stadtgeschichte

Das erste Mal, dass die heute unter dem Namen Völklingen bekannte Stadt urkundliche Erwähnung fand, war im Jahre 822. Damals wurde sie noch als Fulcolingas bezeichnet. Die Stadt blieb für die nächsten Jahrhunderte wenig mehr als eine bäuerliche Siedlung und gehörte zur Hochgerichtsbarkeit der Grafen von Saarbrücken

Im 16. Jahrhundert zählte die hof und frie hofstadt folckelingen zu den Dörfern in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken, die den höchsten Wohlstand aufzuweisen hatten. Dies lag daran, dass im Siedlungsgebiet Eisen und Kohle gefunden wurden. 1572 entstand dort, wo heute der Stadtteil Geislautern liegt, die erste Eisenschmelze des Landes, und 1616 konnte im Stadtteil Ludweiler eine erste Glashütte aufgebaut werden. Weitere fünf Jahre später begann im Tagebau die Steinkohlegewinnung. 

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), der unter dem grausamen Motto „Der Krieg ernährt sich selbst“ unendliches Leid über Europa und v. a. Deutschland brachte, wurde auch für Völklingen zur Katastrophe. In seinem Verlauf verloren beinahe 85% der Stadteinwohner ihr Leben. 

Die Grafschaft Saarbrücken wurde in den Jahren zwischen 1679 und 1697 vom französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. besetzt gehalten. Als der Graf von Saarbrücken 1697 durch den Frieden von Ryswick wieder in seine alten Rechte eingesetzt wurde, war die Bevölkerungsmehrheit von Völklingen bereits katholisch. Ihr wurde indes freie Religionsausübung erlaubt. 

Völklingen gehörte zu den linksrheinischen Gebieten, die im Jahre 1797 durch den Frieden von Campo Formio zur französischen Republik kamen. Die Stadt war seit ab 1799 eine Mairie im Arrondisement Saarbrücken. Sie konnte von der Besatzung und der im französischen Kaiserreich systematisch betriebenen Förderung von Technik und Forschung profitieren. Höhepunkt dieser Förderung war die Gründung der École Pratique des Mines in Geislautern. Diese Schule geht auf eine Anordnung Napoléons aus dem Jahre 1802 zurück. Napoléon unterlag aber bei Waterloo, und Völklingen ging an Preußen. 

Im Jahre 1873 wurde die heute auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes stehende Völklinger Eisenhütte gegründet. Diese wurde 1881 durch die Brüder Röchling übernommen. Die Röchlinger Eisenhütte bestimmte von da an über 100 Jahre lang die Stadtentwicklung Völklingens. 

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges wurde Völklingen 1918 von französischen Truppen besetzt. Aber 89,8% der Völklinger Einwohner stimmten bei der historischen Saarabstimmung vom 13. Januar 1935 für eine Rückkehr zum Deutschen Reich.
Erst im Jahre 1937, also nach über 1.100 Jahren Existenz erhielt Völklingen, die bisherige Bürgermeisterei, die Stadtrechte. 1965 sollte sie dann den Status einer Mittelstadt (= Städte und Gemeinden zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern) erhalten.  Alliierte Truppen besetzten gegen Ende des Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 die Stadt. Sie kam unter französische Verwaltung, ging aber 1955 nach der so genannten Saarlandabstimmung wieder an Deutschland. 

Ein verheerendes Grubenunglück in Folge einer Schlagwetterexplosion ereignete sich 1962 in der Grube Luisenthal. 299 Menschen starben damals. Im Zuge einer Gebiets- und Verwaltungsreform wurden 1974 die Gemeinden Ludweiler und Lauterbach nach Völklingen eingemeindet.  Die Völklinger Eisenhütte wurde im Jahre 1986 geschlossen und 1995 als Alte Völklinger Hütte auf die Weltkultur-Liste der UNESCO gesetzt. 1993 ging die Saarstahl AG in Konkurs. 

In den letzten beiden Dekaden wurde viel in ein schöneres Stadtbild der einstigen „hässlichsten Stadt Deutschlands“ investiert. Dies betrifft v. a. die Gebiete um den Saarhafen und die alte Völklinger Hütte.

Hinweis
Unter der folgenden URL findet man eine umfangreiche reich bebilderte Dokumention der Geschichte von Völklingen:
www.voelklingen-im-wandel.de