Frühzeit
Bereits in der Bronzezeit gab es Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Plauen. Die Bronzezeit wird in unterteilt in Früh-, Mittel- und Spätbronzezeit und erstreckte sich in Deutschland etwa von 2.300 bis 800 n. Chr.. Die Hügelgräber von Plauen-Chrieschwitz, im Reißiger Wald und auf dem Gebiet von Reinsdorf. Die Funde von römischen Münzen aus dem zweiten Jahrhundert n.Chr. zeigen, dass das Gebiet eine gewisse Bedeutung als Durchzugsgebiet, aber nicht als Siedlungsgebiet, hatte. Eine Besiedelung durch Slawen lässt sich für die Zeit kurz vor dem Jahr 1000 nachweisen, obwohl die Ansiedelung der Slawen schon für die Zeit um 800 vermutet wird.
Mittelalter
Im Jahr 1122 wurde die Stadt als Vicus Plawe mit der urkundlichen Erwähnung der Johanniskirche erstmals erwähnt. Fast 100 Jahre später - 1214 - gründete der Deutsche Orden eine Niederlassung in Plauen, das Deutsche Haus, dem im Jahr 1224 Vogt Heinrich der Mittlere von Weida die Johanniskirche schenkte. In dieser Schenkungsurkunde befindet sich der früheste Hinweis, dass Plauen das Stadtrecht erhalten hatte. Am 29. Mai 1244 gab es mit Heinrich I. von Plauen (1233-1303) erstmals einen eigenen Vogt, der 1250 mit dem Bau von Schloss Plauen begonnen hatte
Im Jahr 1263 folgte die erste Erwähnung der Neustadt. Die älteste im Stadtarchiv verwahrte Originalurkunde trägt das Datum 25. Mai 1278. Am 25. Juni 1279 wurde die Münze der Vögte errichtet, die Vogt Heinrich der Ältere am 11. März 1306 dem Landvolk und den Kaufleuten von Plauen für 600 Mark Silber verkaufte. 1328 verzichtete Graf Hermann von Everstein auf alle Lehen im Gebiet Dobene. Damit endete die Geschichte der Eversteiner im Vogtland. Am 9. August 1329 gab es erstmals ein Bürgermeister und geschworene Bürger in Plauen. Kaiser Karl IV. (1316-1378) machte die Herrschaft Plauen im Jahr 1356 zu einem erblichen Lehen der böhmischen Krone.
1430 belagerten die Hussiten unter Führung von Andreas Pro-kop (1380-1434) die Stadt. Sie nahmen das Schloss ein, zerstörten es und töteten 170 Menschen. Anschließend brannten sie die Stadt nieder, wobei weitere 500 bis 900 Menschen starben. Beim Wiederaufbau der Stadt vereinigte man die alte Stadt und die Neustadt. 1438 besetzte Kurfürst Friedrich der Sanftmütige (1412-1464) die Stadt. Sie wurde auf kaiserlichen Befehl jedoch 1439 an Burggraf Heinrich I. (-1446) zurückgegeben.. Der Nachfolger Burggraf Heinrich II. (-1482) ging als Tyrann in die Geschichte der Stadt ein. Er wurde 1466 von König Georg Podiebrad (1420-1471) mit der Reichsacht belegt.
Am 10. Februar desselben Jahres nahm Herzog Albrecht (1443-1500), der Schwiegersohn des Königs, der mit der Vollstreckung der Acht beauftragt wurde, die Stadt und die Herrschaft Plauen ein. Damit geriet Plauen erstmals unter sächsische Herrschaft. Im Jahr 1482 verzichtete Burggraf Heinrich III. (1453-1519) durch die Verträge von Brüx, im heutigen Tschechien, endgültig auf seine Ansprüche auf Plauen zu Gunsten der Wettiner Ernst und Albrecht.
Von 1500 bis Ende 17. Jahrhundert
Die frühe Neuzeit reichte vom Jahr 1500 bis etwa 1815. Bei der Teilung der wettinischen Lande fiel Plauen der ernestinischen Seite zu, was dazu führte, das sich die Reformation relativ früh im Vogtland verbreitete. Der Dominikaner Georg Raute predigte beispielsweise in der Johanniskirche nach der Lehre von Martin Luthers, durch Raute und Eulner wurde die Reformation 1524 in Plauen und bis 1529 im gesamten sächsischen Vogtland eingeführt.
Plauen war 1540 vom Hexenwahn betroffen. Im Jahr 1545 wurde das Schloss zerstört. Im Sommer 1546, nach dem Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges, wurde die Stadt befestigt und mit kurfürstlichen Getreuen besetzt. Der Rat der Stadt wandte sich an Herzog Moritz von Sachsen (1521-1553) mit der Bitte um Schutz, der unter der Bedingung der Huldigung gewährt wurde.
1547 belehnte König Ferdinand von Böhmen (1503-1564) den Enkel des einst vertriebenen Tyrannen Heinrich II. erneut mit der Herrschaft über Plauen. Er durfte sich seitdem Burggraf Heinrich IV. nennen. Im Jahr 1548 wurde er auf dem Augsburger Reichstag sogar zum Reichsfürsten ernannt. Am 15. Mai desselben Jahres brannte die Stadt nahezu vollständig nieder, darunter auch das Rathaus, die Kirche, das burggräfliche Schloss und die Pfarr- und Schulgebäude. 1550 war das Rathaus wieder aufgebaut und 1556 der Wiederaufbau der Johanniskirche vollendet. Nach dem Tode Heinrichs IV. verpfändeten seine Söhne Heinrich V. von Plauen (1533-1568) und Heinrich VI. von Plauen (1536-1572) den Besitz an Kurfürst August von Sachsen 1526-1586), der das Gebiet 1563 damit endgültig unter seine Herrschaft brachte.
Im Jahr 1600 erließ der Rat der Stadt die erste Schleierordnung, womit die Schleierherren als Innung anerkannt wurden. Der Grund war, dass damit der neue Industriezweig der Baumwollwirkerei gestärkt werden sollte. Schleier oder Schöre sind feine Baumwollgewebe, die als Kopf- und Halstücher, Halskrausen und Turbane Verwendung finden. 1602 wurde Plauen zur Kreisstadt des Voigtlaendischen Creisses auf und war damit die 13. Kreisstadt des Kurfürstentums.
Am 13. August 1632 nahm - im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) - Feldmarschall Holk (1599-1633) Plauen ein. Obwohl sich die Stadt ergeben hatte, wurde sie dennoch geplündert. Am 12. September folgte General Gallas (1588-1647) und am 12. Oktober desselben Jahres traf Wallenstein mit der Hauptarmee in Plauen ein, der vor seinem Abzug die Stadt in Brand gesteckt hatte. 1634 starb etwa die Hälfte der Bevölkerung in Plauen an der Pest. Bei einem Stadtbrand im Jahre 1635 verbrannte der größte Teil der oberen Stadt mit der Kirche und den Pfarr- und Schulgebäuden. 1656, nach dem Tod des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. (1585-1656) übernahm dessen vierter Sohn, Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz (1619-1681) Plauen und das Vogtland. Er ließ von 1670 bis 1675 das Schloss wieder aufbauen, das 1548 zerstört worden war. 1681 veröffentlichte der lutherische Pfarrer und Amateurastronom. Georg Samuel Dörffel (1643-1688) sein Werk über die Kometenbahnen. Im Jahr 1697 nahm die erste Fahrpost von Dresden und Zwickau nach Nürnberg ihren Dienst auf.
18. und 19. Jahrhundert
Im Jahr 1702 errichtete Johann Friedrich Schildt als Gründer der Plauenschen-Weißwaren-Industrie ein Fabrikhaus, in dem die Baumwollweberei in größerem Umfang betrieben werden konnte und dem 1753 eine Kattunfabrik folgte.
Als der schwedische König Karl XII. (1682-1718) während des Großen Nordischen Krieges , der von 1700 bis 1721 dauerte, Sachsen besetzte, waren von 1706 bis 1707 in Plauen schwedische Truppen stationiert. Im Jahr 1718 starb Herzog Moritz Wilhelm (1664-1718), wonach Plauen wieder an Kursachsen fiel, und zwar an August den Starken (1670-1733). Während des Siebenjährigen Krieges zwischen 1756 und 1763 besetzten die verschiedenen Kriegsparteien abwechselnd Plauen. 1758 wurde der Rat der Stadt mit vorgehaltenen Waffen gezwungen, den Treueeid auf den preußischen König Friedrich II. (1712-1786) zu leisten. 1786 wurde die Stadtmauer zwischen Straßberger Tor und Nonnenturm geschleift, um Platz für Häuser in der wachsenden Stadt zu schaffen.
Zwischen 1806 und 1815 zogen die Bayerische Armee, die Württembergische Armee, die Preußische Armee, die französische Grande Armée (Große Armee), die Sächsische Armee und die Kaiserlich Russische Armee durch Plauen. Sie ließen sich von den Bürgern der Stadt versorgen oder plünderten die Stadt. 1812 nahm Napoleon Bonaparte (1769-1821) auf seinem Russlandfeldzug Quartier in Plauen. 1813 kamen Flüchtlinge der "großen Armee“ in die Stadt. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurden zahlreiche Verwundete in der Gottesackerkirche, in der ein Lazarett eingerichtet worden war, ver-sorgt, wobei zahlreiche Soldaten und etliche Stadtbewohner an Typhus verstarben.
Wenige Tage nach der Leipziger Völkerschlacht wurde das Königreich Sachsen gemeinsam mit den Reußischen Fürstentümern und dem Herzogtum Altenburg für etwa ein Jahr zum russischen Generalgouvernement Sachsen. Plauen erhielt in dieser Zeit eine Garnison von bis zu 600 Kosaken und Baschkiren.
Auf die 1702 und 1753 errichteten Fabriken folgten weitere. Im Jahr 1829 stellte der Weber-meister Schönherr einen Webstuhl für Bobinet (eine Art Tüll) auf, 1834 folgten ein Jacquard-webstuhl und eine Schweizer Appretur. Am 2. Februar 1832 trat eine neue Städteverordnung in Kraft, mit der am 4. November die neu gewählten Mitglieder des Stadtrates und des Stadtgerichtes eingeführt wurden. 1833 gründete der sächsische Turnvater Otto Leonhard Heubner (1812-1893) den ersten Turngarten und 1840 die allgemeine städtische Turnanstalt.
Die Turnbewegung des "Turnvaters“ Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) breitete sich von Plauen aus sehr schnell in ganz Sachsen aus. 1835 wurden der Vogtländische Kreis und der Erzgebirgische Kreis zur Kreisdirektion Zwickau vereinigt. Damit verlor Plauen seinen Status als Kreisstadt und war nur noch Sitz der Amtshauptmannschaft Vogtland.
Wegen der Erweiterung der Stadt wurden das Straßberger und das Neundorfer Tor im Jahr 1837 geschleift. Ein schlimmes Feuer zerstörte in der Nacht vom 9. zum 10. September 1844 einen großen Teil der Innenstadt. Im Verlauf der folgenden Wiederaufbaus wurden die Reste des Dominikanerklosters abgerissen. Ein wichtiger Moment war im November 1848 die Eröffnung der Bahnstrecke Plauen–Hof. 1857 wurden die ersten Stickmaschinen in Plauen aufgestellt. Am 23. Oktober desselben Jahres gründete sich der Aktien-Brauverein. Am 31. August 1860 fand die Einweihung des Stadtkrankenhauses statt.
Zwischen 1871 und 1874 begann man mit der Herstellung von englischen Tüllgardinen. Am 30. November 1874 wurde die Eisenbahnstrecke Plauen–Eger. Am 8. September 1875 folgte die Eröffnung der Elstertalbahn. Das zunächst als Sächsische Spitze bezeichnete Produkt wurde zuerst in Paris auf den Markt gebracht. Schon bald erlangte die inzwischen als Plauener Spitze bezeichnete Spitze Weltruf. In den folgenden drei Jahren wurden mit über 2.250 so viele Stickmaschinen in Betrieb genommen, wie nie seit der Erstaufstellung 1857 zuvor. Der Export konnte so stark gesteigert werden, dass am 17. August 1887 die USA in Plauen ein eigenes Konsulat eröffneten.
Am 5. Dezember 1889 nahm das neue Krankenhaus am heutigen Standort in der Reichenbacher Straße seine Tätigkeit auf. Die Pauluskirche wurde 1897 für die schnell wachsende Industriestadt Plauen eingeweiht
1900 bis Kriegsende 1918
Im Jahr 1900 erhielten die Plauener Spitzenfabrikanten auf der Pariser Weltausstellung. den Grand Prix Dies kurbelte den Export weiter an und die Stadt Plauen wuchs sehr schnell weiter und hatte im Jahr 1900 bereits über 100.000 Einwohner. Im Jahr 1904 zählte Plauen mehr als 100.000 Einwohner und war damit nach Verdoppelung der Einwohnerzahl innerhalb von zehn Jahren zur Großstadt geworden. 1907 erhielt Plauen den Sta-us einer kreisfreien Stadt.
Nachdem die Bevölkerungszahl im Jahr 1912 mit 128.014 Einwohnern ihren Höchststand erreicht hatte, ging sie danach auf Grund der Krise in der Textilindustrie zurück, da viele Einwohner der Stadt arbeitslos wurden und deswegen abwanderten. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914-1918) nahm die Spitzenproduktion jedoch weiter ab. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs fielen rund 3.000 Soldaten aus Plauen und etwa 1.700 kamen in Kriegsgefangenschaft. In der Nähe der König-Georg-Kaserne, dem heuten Behördenzentrum, ereignete sich am 19. Juli 1918 in einer Kartuschieranstalt eine Explosion, bei der 292 Menschen, fast nur Frauen, ums Leben kamen. Das Massengrab und eine Gedenkstätte gibt es bis heutzutage.
1919 bis 1945
Nach dem Ersten Weltkrieg erhöhte sich die Einwohnerzahl wieder, aber der Vorkriegsstand wurde nie wieder erreicht. Im Oktober 1921 entstand in Plauen außerhalb Bayerns eine der ersten Ortsgruppen der Nati-onal Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Die Weltwirtschaftskrise von 1929 traf die exportorientierte Plauener Wirtschaft besonders hart, was u.a. zu einer der höchsten Arbeitslosenquote in Deutschland führte. Dadurch erlangte die NSDAP, die den Menschen radikale Veränderungen versprach, große Zustimmung. Zwischen 1924 und 1933 befand sich der Sitz der Gauleitung der NSDAP in Plauen. Bereits 1933 verlieh Plauen Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde Die zwischen 1928 und 1930 errichtete Synagoge der Stadt wurde in der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 durch einen Brandanschlag zerstört und danach nicht wieder aufgebaut.
Die meisten Plauener Juden verließen die Stadt; die übrigen wurden später deportiert und ermordet. Einiger der jüdischen ermordeten Bewohner wird seit 2009 mit Stolpersteinen gedacht. Drei Außenlager des KZ Flossenbürg befanden sich zwischen 1944 und 1945 in Plauen. Während des Zweiten Weltkrieges blieb Plauen lange Zeit erstaunlicherweise von Bombenangriffen verschont, was sich aber gegen Ende des Krieges änderte und dann zu starken Zerstörungen führte. Der folgenreichste und letzte der insgesamt 14 Luftangriffe erfolgte am 10. April 1945, dem etwa 900 Menschen zum Opfer fielen. Insgesamt forderten die Luftangriffe in Plauen etwa 2.340 Menschenleben. Durch die Zerstörung wichtiger Infrastrukturanlagen wie des Bahnhofsgebäudes und des Syratalviadukts brach der Schienenverkehr zusammen. Auch der Autoverkehr war bis zur Räumung der teils verschütteten Straßen stark behindert.
Die Plauener Straßenbahn konnte den Betrieb nach achtmonatiger Pause und Wiederherstellung der Gleisanlagen wieder aufnehmen, während der Eisenbahnverkehr in den nächsten Jahren nur eingleisig möglich war. Durch die Angriffe wurden etwa 75% der Stadt zerstört, damit war Plauen eine der am stärksten zerstörten Städte Deutschlands. Am 16. April 1945 wurde Plauen kampflos von dem 347. US-Infanterieregiment besetzt. Während der amerikanischen Besatzung erfolgten Demontagen, hauptsächlich der Spitzentechnologie. Aber entsprechend den Verträgen der Konferenz von Jalta verließen die Amerikaner am 30. Juni 1945 Westsachsen, sodass am 1. Juli das Gebiet in die sowjetische Besatzungszone. geriet
Zeit der Sowjets und der DDR
Während der sowjetischen Besatzung wurden viele Industrieanlagen als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion verbracht. Bereits 1946 begann man unter den Sowjets mit der Enteignung und Verstaatlichung der Großbetriebe. Es wurden Volkseigene Betriebe (VEB) gegründet und die Bodenreform durchgeführt. Am 7. Oktober 1949 wurde die DDR (Deutsche Demokratische Republik) gegründet. Ab 1950 wurde der durch die starken Zerstörungen hervorgerufene Wohnungsmangel in Plauen behoben und zwar durch den Bau der so genannten Plattenbauten, besondere im Stadtteil Chrieschwitz, den Mammengebiet und in der Umgebung des Oberen Bahnhofs.
Im Jahr 1955 fand nach Kriegsende das erste Plauener Spitzenfest statt, eines der jährlichen kulturellen Höhepunkte der Stadt. Und 1974 wurden 750 Jahre Stadt Plauen gefeiert. . Die Lage rund 25 km nördlich der Grenze zur Bundesrepublik war einer der Gründe dafür, dass die Entwicklung Plauens nach 1945 stagnierte, so nahm beispielsweise die Zahl der Einwohner kontinuierlich ab. In Plauen war eine starke Garnison der Sowjetarmee stationiert, neben DDR-Grenztruppen und der Offiziershochschule.
In Plauen gab es zwar einige Großbetriebe wie die Plamag, die auch im Ausland erfolgreich waren. Die Plamag war ein bereits 1946 gegründetes Unternehmen, das Druckmaschinen fertigte. Plamag ist die Abkürzung für Plauener Maschinenbau-Gesellschaft. Aber die Stadt konnte ihre frühere wirtschaftliche Bedeutung zu Zeiten der DDR nicht wiedererlangen. Übertrieben gesagt war Plauen eine graue und unbedeutende Stadt geworden.
Die Zeit der Wende
Die Kommunalwahl am 7. Mai 1989 führte zu einer Stärkung der Oppositionsbewegung und war eine der ersten Meilensteine der Wende und der friedlichen Revolution in der DDR.
Auch in Plauen nahmen Wahlbeobachter teil, die meist aus dem Umfeld der Kirche stammten. Dabei wurden eindeutige Wahlfälschungen dokumentierte, was zur Verfassung von Eingaben an die politische Führung führte. Dies änderte jedoch nichts an derem Verhalten. Als in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober 1989 zum zweiten Mal Züge mit Flüchtlingen aus der Deutschen Botschaft Prag durch Plauen in Richtung Hof fuhren, versuchten mehrere Personen vergeblich auf den Zug aufzuspringen. Aber der Bahnhof und die anliegenden Gleise waren jedoch großräumig abgesperrt.
Am 5. Oktober sollte in der Markuskirche das bis dahin verbotene Plauener Neue Forum ge-gründet werden. Die Gründung hatte sich jedoch herumgesprochen hatte und eine große Menschenmenge erschien, in der man auch Stasi-Mitarbeiter vermutete, daher setzte man spontan eine Friedensandacht an, die wegen des großen Andrangs wiederholt werden musste.
Zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 wurde mit Hilfe von Zetteln sowie Mund-propaganda zu einer Demonstration in der Innenstadt aufgerufen. Obwohl das der Stasi bekannt war, hatte sie die Lage jedoch unterschätzt. Gegen 15 Uhr versammelten sich tausende Menschen auf dem Theaterplatz und dem Otto-Grotewohl-Platz.. Die Polizei versuchte vergeblich mit dem Einsatz von Wasserwerfern, der Freiwilligen Feuerwehr und eines Hubschraubers, die Menge aufzulösen und den Platz zu räumen. Gegen 16:15 Uhr zogen Demonstrierende in Richtung Bahnhofstraße und trafen um etwa 17:30 Uhr wieder vor dem Rathaus ein. Dabei wurden Transparente mit Losungen wie "Wir brauchen Reformen“, "Für Reformen und Reisefreiheit gegen Massenflucht – vor allem Frieden“ oder "Reisefreiheit – Meinungsfreiheit – Pressefreiheit“ mitgeführt.
Vor dem Rathaus wurden Rufe laut, die verlangten, dass der Oberbürgermeister Norbert Mar-tin herauskommen sollte, um mit ihm zu diskutieren. Durch den besonnenen Einsatz von Su-perintendent Thomas Küttler, der zwischen Rathaus/Polizei und Demonstranten vermittelte, blieb die Demonstration friedlich und löste sich gegen 18 Uhr allmählich auf.
Am 28. Oktober 1989 kam es zu einer weiteren Demonstration mit ca. 40.000 Teilnehmern vor dem Plauener Rathaus. Von diesem Zeitpunkt an fanden an jedem Sonnabend bis zu den ersten freien Wahlen am 18. März 1990 Demonstrationen in Plauen statt,
Am 15. Dezember 1989 legten in Plauen 10.000 Beschäftigte für zwei Stunden die Arbeit nieder, um für die Einheit Deutschlands einzutreten. Angesichts der wichtigen Rolle, die Plauen in der Wendezeit besessen hatte, wurde der 7. Oktober als kommunaler Gedenktag zum Tag der Demokratie erklärt, zudem wurde am 7. Oktober 2010 das Wende-Denkmal von Peter Luban, schräg gegenüber dem Neuen Rathaus eingeweiht.
Von 1990 bis heutzutage
Die fünf Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden am 22. Juli 1990 durch ein Gesetz der DDR-Volkskammer geschaffen, um die Vereinigung mit der Bundesrepublik vorzubereiten. Diese neuen Bundesländer traten dann am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland bei.
Am 1. Oktober 1993 wurde die städtische Galerie e.o.plauen mit einer Erich-Ohser-Ausstellung eröffnet und kurz darauf wurde am 3. Oktober 1993 die e.o.-Plauen-Gesellschaft e. V. gegründet. Vom 5. bis 7. September 1997 fand der Tag der Sachsen mit 380.000 Besuchern in Plauen statt. Nach einem Volksentscheid im Jahr 1999 wurde 2001 im Stadtzentrum ein Einkaufszentrum, die Stadt-Galerie, errichtet. Die Lohmühlenanlage, eine Grünfläche, wurde bebaut.
2002 erhielt die Stadt einen ersten Preis für das "integrierte Stadtentwicklungsprogramm“ (InSEK) vom Bundesministeri-um für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. 2003 und 2008 wurde die Stadt als Kommune des Jah-res ausgezeichnet. Im Mai 2017 wurde damit begonnen die Ruine von Schloss Plauen zum Standort der Staatlichen Studienakademie umgebaut. Infolge der Kreisgebietsreform in Sachsen von 2008 wurde ihre Kreisfreiheit von Plauen aufgehoben und sie wurde in den neu geschaffenen Vogtlandkreis eingegliedert, wodurch sie zur größten Stadt und Kreisstadt dieses Landkreises wurde.
Auf der Stadtratssitzung vom 27. Mai 2010 wurde der Beitritt zum Rat der Gemeinden und Regionen Europas beschlossen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit erhielt der Oberbürgermeister Oberbürgermeister am 3. Oktober 2011 für die Stadt den Einheitspreis der Bundeszentrale für politische Bildung. Am 7. November 2011 wurde der Stadt der European Energy Award verliehen. Bis zum heutigen Tag wurden nahezu alle historischen und weitere Gebäude umfassend saniert.