Stadtgeschichte

Die eigentlichen Planungen für Hauptstadt von Brasilien begannen im Jahre 1891, als dieses Vorhaben in die Verfassung des Landes aufgenommen wurde. Zwei Jahre später schließlich, also 1893, hatte man bereits ein Gebiet von 14.400 km² Fläche für die Etablierung Braslias abgesteckt, obwohl mit dem eigentlichen Bau erst 1922 begonnen werden konnte. Durch den brasilianischen Präsidenten Juscelino Kubitschek (1902 - 1976) wurde der Ausbau der Stadt zur Hauptstadt angeordnet. Damit wurde nicht nur dem Bedarf nach einer neutralen föderalen Hauptstadt entsprochen. Es wurde auch die infrastrukturelle Entwicklung des Binnenlandes gefördert, denn immerhin lag die Hauptstadt fast im geografischen Zentrum Brasiliens. 

1956 begann man mit der Umgestaltung der Stadt, die als erstes Gebäude einen provisorischen Präsidentenpalast erhielt, den so genannten Catetinho. 1960 konnte das bereits vollendete Brasilia vom Präsidenten Kubitschek eingeweiht werden und Rio de Janeiro als Hauptstadt ablösen. 

Die maßgeblichen Personen, die an der Stadt Brasilia und ihrer Entwicklung mitgetragen haben, waren der Stadtplaner Lúcio Costa und der Architekt Oscar Niemeyer. Letzterer fungierte auch als Chef des staatlichen Bauamtes und hatte die öffentlichen Gebäude der Stadt entworfen. Der eigentliche Grundriss der Stadt wurde Plano Piloto genannt und wird noch immer von der futuristischen Catedral Metropolitana Nossa Senhora Aparecida bestimmt, der Kathedrale aus dem Jahre 1962. 

Seit 1962 verfügt Brasilia mit der Universidade de Brasília (UnB) über eine eigene Universität. 5 Jahre später erhielt die Stadt den Fernsehturm, 1977 ihr Postamt, 1978 den Stadtpark und schließlich 1981 die Zentralbank. Seit dem Jahre 1987 gehört Brasiliens Hauptstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Brasilia ist damit die einzige Stadt der Erde, die erst im 20. Jahrhundert erbaut und dennoch auf die Weltkulturliste der UNESCO gesetzt worden ist. 

Heute ist Brasilia hinter Ceilândia und Taguatinga die drittgrößte Stadt im Bundesdistrikt. Ihre Bevölkerungszahlen sind zwischen 1950 und 2005 von etwa 36.000 auf über 2.275.000 Einwohner in der Metropolregion angestiegen.