Berlin: Universitäten und Hochschulen

Humboldt-Universität
Im Jahr 1809 unterschrieb der preußische König, Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) die Urkunde zur Gründung einer Universität in Berlin. Die Neue Universität nahm im Jahr 1810 den Lehrbertrieb auf, bekam aber erst am 9. Februar 1949 ihren heutigen Namen. Bis zum 29. Januar 1946 hieß sie Friedrich-Wilhelms-Universität und danach bis 1949 Berliner Universität. Während der Zeit des Dritten Reiches verloren zahlreiche bedeutende Professoren ihre Tätigkeiten an der Universität. Viele von ihnen sind ins Ausland emigriert. An der Humboldt-Universität, der ältesten Universität Berlins, studierten oder wirkten unter vielen anderen: Heinrich Heine, Otto von Bismarck, Bernhard Schlink, Michael Borgolte und Helga Baum.

Bis zum Jahre 1959 hatten Wissenschaftler der Universität insgesamt 29 Nobelpreise erwerben können. Den letzten erhielt Forsmann im Jahr 1959 für seine Forschungen zur Katheteruntersuchung. Er hatte sich selber dazu einen Katheter ins Herz geschoben. Das Hauptgebäude der Humboldt-Universität liegt an der Straße "Unter den Linden", gegenüber dem August-Bebel-Platz und dem Opernplatz., wo am 10. Mai 1933 die von der Deutschen Studentenschaft initiierten berüchtigten Bücherverbrennungen der Nazis stattfanden. Heutzutage studieren hier etwa 31.000 Studenten und Studentinnen an elf Fakultäten.

Technische Universität (TU Berlin)
Die frühere Technische Hochschule Berlin und seit 1946 Technische Universität Berlin besteht seit dem Jahre 1884, als ihr Hauptgebäude eröffnet werden konnte. Dieses wurde nach Entwürfen von Richard Lucae gebaut. Die Technische Hochschule Berlin war zur Zeit ihrer Gründung Deutschlands erste technische Hochschule.
Die Universität erlankte eine große historische Bedeutung, als ihr Auditorium Maximum zu einem Hauptveranstaltungsort in der Zeit der Studentenbewegung der 1960 wurde. Die Technische Universität, an der derzeit etwa 32.000 Studenten und Studentinnen eingeschrieben sind, breitet sich hauptsächlich in Charlottenburg in der Straße des 17. Juni aus.
Zu den berühmtesten Lehrenden und Studierenden der Technischen Universität gehören die Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) und Albert Speer (1905-1981) sowie der erste israelische Staatspräsident Chaim Weizmann (1874-1952), der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) und der Computer-Erfinder Konrad Zuse (1910-1995).

Freie Universität
Nach dem zunehmenden Repressionen des SED-Staates gegen die Humboldt-Universität hatte der damalige Student Stanislaw Kubicki (1926-2019) am 4. Dezember 1948 im Westteil der Stadt die Freie Universität Berlin (FU-Berlin) gegründet, die heute Berlins größte Universität darstellt. Maßgeblich an der Gründung beteiligt waren außerdem der damalige Medizinstudent Helmut Coper (1925-2013) und einer Reihe von weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Coper hatte als "Halbjude" bereits eine erhebliche Leidensgeschichte hinter sich, sodass er sich zusammen mit anderen gegen die politische Indoktrination in der damaligen sowjetischen Besatzungszone auflehnte. Daraufhin wurden ihm und zwei weiteren Studenten die Zulassung an der Humboldt-Universität entzogen.
Am 23. April 1948 demonstrierten dagegen auf dem Potsdamer Platz rund 1.500 Studentinnen und Studenten. Hier wurde die Idee einer "Freien Universität" geboren. Stanislaw Kubicki erhielt die Immatrikulationsnummer 1 und Coper die Nummer 2. Coper wurde der erste Asta-Chef der FU und wurde nach seiner Promotion und Habilitation später Professor und Direktor des deutschlandweit ersten Instituts für Neuropharmakologie. Coper verstarb am 30. August 2013 im Alter von 87 Jahren in Berlin und Kubicki am 22. Oktober 2019.
Das Hauptgebäude der FU wurde im Stadtteil Berlin-Dahlem eingerichtet. Bis zur Wende gehörte das Klinikum Westend, das später mit dem Bezirkskrankenhaus "Rudolf Virchow" im Wedding zusammengelegt wurde, zusammen mit dem Klinikum "Benjamin Franklin" in Berlin-Steglitz als Medizinische Fakultät zur FU. Nach der Wende fusionierten diese beiden Klinika mit der Charité im Ostteil der Stadt. Heutzutage studieren etwa 35.000 Studenten und Studentinnen an der FU-Berlin.

Universität der Künste (UdK Berlin)
Die frühere Hochschule der Künste (HdK) und heutige Universität der Künste Berlin (UdK Berlin) ist die kleinste der vier Universitäten in Berlins. Die älteste ihrer Vorgängereinrichtungen wurde bereits 1696 von Kurfürst Friedrich III. - ab 1701 König in Preußen - als Akademie der Künste ins Leben gerufen.
Im Jahr 1902 zog die Akademie in das abgebildete Gebäude in der heutigen Hardenbergstraße. In ihrer heutigen Form entstand die Universität 1975 durch die Zsammenlegung der "Staatlichen Hochschule für bilden Künste" mit der "Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst" zur Hochschule der Künste (HdK).
Im Jahr 2001 wurde sie dann zur Universität der Künste umbenannt.
Der alte Konzertsaal war im Krieg stark zerstört worden und wurde zwischen 1953 und 1955 nach Plänen von Paul Baumgarten auf den Fundamenten des alten Saales in der Hardenbergstraße wieder errichtet.
Die Standorte der Universität mit ihren vier Fakultäten befinden sich vor allem in Charlottenburg, Wilmersdorf sowie in Schöneberg. Die vier Fakultäten sind:

  • Bildende Kunst
  • Gestaltung
  • Musik
  • Darstellende Kunst

Hinweis
Der 1465 als Hof- und Kirchenchor gegründete Knabenchor gehört heutzutage zur Universität der Künste (UdK).

Beuth Hochschule für Technik
Die Beuth Hochschule für Technik im Wedding wurde 1971 als Fachhochschule für Technik gegründet.
Zur Hochschule wurde sie
Heutzutage lernen hier rund 10.000 Studierende, die von rund rund 500 Professorinnen und Professoren unterrichtet werden.
Die Hochschule gliedert sich acht Fachbereiche.
Luxemburger Straße 10
13353 Berlin
www.beuth-hochschule.de

Hochschule für Technik und Wirtschaft
Die Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) verfügt über zwei Standorte und zwar auf dem Campus in der Treskowallee in Berlin-Karlshorst - mit dem Hauptgebäude und dem Sitz der Hochschulverwaltung - sowie dem Campus Wilhelminenhof in Berlin-Oberschöneweide.
Die Hochschule wurde am 1. April 1994 als Fachhochschule für Technik und Wirtschaft ( FHTW) per Gesetz errichtet. Im Jahr 2009 wurde die Fachhochschule - wie alle anderen Fachhochschulen in Berlin auch - zur Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)
An der Hochschule studieren rund 13.000 Studentinnen und Studenten, die von rund 270 Professorinnen und Professoren unterrichtet werden.

Die Hochschule gliedert sich in fünf Fachbereiche mit rund 70 Studiengängen.
- Ingenierswissenschaften I (FB 1)
- Ingenierswissenschaften II (FB 2)
- Wirtschaftswissenschaften I (FB 3)
- Wirtschaftswissenschaften II (FB 4)
- Gestaltung (FB 5)
Treskowallee 8
D-10318 Berlin
Tel: 0049 (0)30 - 5019 - 0
www.htw-berlin.de

Alice Salomon Hochschule
Die Alice Salomon Hochschule (ASH) war 1908 von der Wissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Alice Salomon (1872-1948) als Soziale Frauenschule in Berlin-Schöneberg gegründet und später zur Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik aufgewertet. Heutzutage ist die Einrichtung eine Hochschule im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, deren Schwerpunkte Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung sowie Bildung sind. Im Jahr 2018 waren an der ASH rund 3.700 Studenten und Studentinnen immatrikuliert – bei rund 75 Professoren und Professorinnen. Rund Zweidrittel der Studierenden sind weiblich.

Im Jahr 2011 wurde an der Fassade der Hochschule das abgebildete Gedicht ciudad (avenidas) angebracht, das der Spanier Eugen Gomringers (geb.1925) 1951 gedichtet und 1953 veröffentlicht hatte. Aber besonders die Feministinnen der Hochschule hielten das Gedicht im Jahr 2016 für sexistisch und hatten eine Mehrheit für die Entfernung des Gedichts erringen können, nicht zuletzt, da die Hochschulleitung eingeknickt war. Es wurde dann im Oktober 2018 entfernt und durch ein Gedicht von Barbara Köhler (geb. 1959) ersetzt. Das Gedicht in der deutschen Übersetzung:
Alleen und Blumen
Blumen und Frauen
Alleen und Frauen
Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer

Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch
Die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch hat rund Studenten und Studentinnen und bildet in folgenden Bereichen aus:
• Schauspiel
• Regie
• Dramaturgie
• Puppenspielkunst
• Spiel & Objekt
• Bühnentanz
• Choreographie

Max Reinhardt, Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, hatte im Jahr 1905 die erste deutsche Schauspielschule gegründet.
Im Jahr 1951 zog die die Schauspielschule aus der Berliner Mitte nach Schöneweide. Im Jahr 1981 wurde aus der Staatlichen Schauspielschule die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Das Institut für Schauspielregie und die Spielstätte „bat“ gehören seit diesem Jahr zur Hochschule. Im Jahr 2018 war die Hochschule in den Neubau in Berlin-Mitte in der Zinnowitzer Str. gezogen. Von Januar 2016 bis Mai 2917 wurde zudem das bat-Studiotheater komplett umgebaut. Im Juli 2019 studierten 136 Studentinnen und 102 Studenten an der Hochschule.

Zinnowitzer Str. 11
10115 Berlin-Mitte
Tel.: 0049 - (0)30 - 755 417- 0
Internet: www.hfs-berlin.de

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