UFO Catcher in Tokio
Wer durch die Straßen von Akihabara oder Shinjuku läuft, hört die kakofonische Mischung aus J-Pop, elektronischem Piepen und enthusiastischen Ausrufen schon von Weitem. Die japanischen Spielhallen (oft "Game Center" genannt) sind weit mehr als nur Zeitvertreib für Jugendliche. Sie sind ein fester Bestandteil der japanischen modernen Kultur und ein absolutes Muss für jeden Tokio-Reisenden. Der Geschäftsmann im Anzug steht Schulter an Schulter mit der Schülerin in Uniform und dem Cosplay-Fan, vereint im konzentrierten Kampf gegen die Maschine. Es ist dieser faszinierende Kontrast zwischen der draußen herrschenden Ordnung und dem drinnen zelebrierten, bunten Chaos, der die "Game Center" zu einem so wichtigen soziokulturellen Phänomen in Japan macht.
Vom Jahrmarkt in die digitale Moderne
Das Herzstück dieser Hallen sind die sogenannten UFO Catcher, die wir hierzulande als Greifautomaten oder auch Crab Machines kennen. Bei diesen beliebten Automaten kann man mit Geschick alles von riesigen Plüschtieren bis zu hochwertigen Anime-Figuren angeln. Das Prinzip des mechanischen Greifarms übt eine seltsame Faszination aus, der sich kaum ein Tourist entziehen kann. Interessanterweise hat dieses Spielkonzept längst die physischen Hallen verlassen.
Die Gamification greift um sich, und das Greifarm-Prinzip wird heute weltweit adaptiert. Wer die Atmosphäre virtuell erleben will, kann im Netz inzwischen ein Bonus-Crab-Casino mit Paysafecard aufsuchen, wo das Prinzip des physischen Greifarms als digitales Belohnungssystem für Neukunden genutzt wird. Das wird häufig an sichere Prepaid-Zahlungsmittel gekoppelt, die di Einstiegshürden reduzieren. Doch nichts ersetzt das haptische Erlebnis vor Ort in Japan, wenn der Greifer sich endlich senkt.
Ein Spiel gegen die Schwerkraft
Anders als bei Greifautomaten auf deutschen Kirmesplätzen, wo die Greifer oft schlaff wirken, sind japanische UFO Catcher eine Wissenschaft für sich. Es geht um die richtige Strategie. Muss die Figur geschoben, gedreht oder gekippt werden? Das Personal in den Arcades ist dabei erstaunlich hilfsbereit. Oft positionieren die Angestellten eine Figur sogar neu, wenn sie sehen, dass ein Nutzer schon zu viele 100-Yen-Münzen investiert hat. Es ist dieser Service-Gedanke (Omotenashi), der selbst das Glücksspiel in Japan so einzigartig macht.
Game Center vs. Pachinko
Für westliche Besucher ist die Unterscheidung oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich, aber essenziell. Ein Game Center ist keine Pachinko-Halle (Spielhalle). Während man in den Arcades für sein Geld eine Dienstleistung, Spaß oder eine direkte Ware erhält, ist Pachinko das japanische Äquivalent zum Glücksspielautomat, wenn auch rechtlich in einer Grauzone.
Pachinko-Hallen sind ungleich lauter, verrauchter und hektischer. Dort kaufen Spieler tausende kleiner Metallkugeln, die wie ein vertikaler Flipper durch eine Maschine rasen. Gewonnene Kugeln werden später abseits der Halle gegen Bargeld getauscht. Game Center hingegen sind familienfreundlicher, heller und konzentrieren sich mit Skill-Games auf Geschicklichkeit statt auf reines Glück. Wenn Sie also bunte Lichter sehen, achten Sie darauf, ob Sie Plüschtiere oder silberne Stahlkugeln in den Auslagen sehen, bevor Sie eintreten.
Kulturphänomen Purikura und Rhythm Games
Neben den Greifautomaten sollten Besucher unbedingt die oberen Stockwerke der Arcades erkunden. Hier finden sich oft Rhythm Games, bei denen Spieler in atemberaubender Geschwindigkeit auf Tasten hämmern oder Tanzschritte ausführen. Ein weiteres Highlight sind die Purikura-Automaten. Hierbei handelt es sich um allgegenwärtige Foto-Kabinen, die die Gesichter der Nutzer automatisch retuschieren, die Augen vergrößern und die Haut aufhellen. Sie sind ein skurriles, aber liebenswertes Souvenir, das in keinem Reisetagebuch fehlen darf.
Etikette und Praktisches für den Besuch
Auch wenn es in den Arcades laut und wild zugeht, gelten gewisse Regeln der Höflichkeit. Es wird nicht gern gesehen, wenn man anderen Spielern lautstark über die Schulter schreit oder gegen Automaten tritt, wenn der Gewinn ausbleibt. Zudem ist das Essen und Trinken direkt an den Automaten meist untersagt, um die teure Elektronik zu schützen.
Praktischer Tipp für die Bezahlung
Früher brauchte man säckeweise 100-Yen-Münzen. Zwar gibt es überall Wechselautomaten, doch moderne Arcades rüsten zunehmend um. In vielen großen Centern können Sie inzwischen bequem mit Ihrer IC-Card. Am bekanntesten sind die japanischen ÖPNV-Karten Suica oder Pasmo. Halten Sie die Karte einfach an das Lesegerät am Automaten. Das macht allerdings nicht nur die Hosentaschen leichter, sondern verleitet auch dazu, den Überblick über die Ausgaben zu verlieren. Setzen Sie sich also am besten ein festes Tageslimit.
Fazit
Reisende sollten auf jeden Fall immer ausreichend Kleingeld dabeihaben. Setzen Sie sich ein festes Limit und genießen Sie den Rausch der Lichter. Ein Besuch in einer Taito Station oder im Club Sega gehört genauso zu Tokio wie der Besuch eines Schreins und andere Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es ist ein unvergesslicher Einblick in das verspielte Herz einer sonst so disziplinierten Nation.
Gastbeitrag/ Gewerbliches Angebot