Ungarn: Tiere

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  1. Säugetiere
  2. Reptilien
  3. Vögel

Säugetiere

In den Mittelgebirgen von Nordungarn kann man häufiger auf Füchse und Marder treffen. Dagegen sind Wölfe, Bären, Luchse und Wildkatzen eher selten.
Sehr selten sind auch Goldschakale, Steppeniltisse und Marderhunde.
In den Wäldern leben Rehe, Wildschweine und Hirsche. Auch Goldschakalen kann man in Ungarn begegnen. Im Mátra- und im Bükk-Gebirge kann man sogar Mufflons beobachten. Letztere werden auch als Europäisches Wildschaf bezeichnet. Es gibt noch Otter in Ungarn, diese sind allerdings vom Aussterben bedroht, da ihr Lebensraum (unberührte Flussauen) immer seltener werden. Im offenen Gelände leben Feldhamster, Steppenbirkenmäuse, Ährenmäuse und Ziesel. Letztere sind tagaktive Nagetiere und leben auf dem Boden in Steppengebieten oder Grasländern. Zu ihrer Ernährung gehören hauptsächlich Samen, Wurzeln, Knollen und Zwiebeln. Selten stehen auch Insekten, Vogeleier, kleine Frösche und Eidechsen auf dem Speisezettel. In Höhlen und Dachböden hausen zahlreiche Fledermäuse, so z.B. die Wasserfledermaus und die Mittelmeer-Hufeisennase. Die Letztere hat eine Kopfrumpflänge von etwa 5 cm und eine Flügelspannweite von 30 cm. Ihr Kennzeichen ist ein häutiger Nasenaufsatz, der die Nasenöffnungen umschließt und bis zur Stirn reicht. Wie alle Fledermäuse orientiert sie sich mit ihren Ohren, da sie sie Ultraschallsignale durch ihre Nase ausstößt und mit den Ohren die reflektierte Strahlung empfängt. Sie verbringt fast die gesamte Nacht im Flug, wo sie nach nächtlich fliegenden Insekten, wie Nachtfaltern, Netzflüglern und Mücken Ausschau hält. Eine große Besonderheit sind die Wildpferde in der Puszta.

Füchse
Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist ein Raubtier in der Gattung der echten Füchse (Vulpes) in der
Familie der Hunde (Canidae). Der Fuchs erreicht bei einer Schulterhöhe von 35 bis 45 cm eine Länge von 80 bis 90 cm und wird dabei bis zu 10 kg schwer. Sein Schwanz wird 45 bis 50 cm lang. In freier Wildbahn wird er selten älter als 7 Jahre, in menschlicher Obhut aber bis zu 15 Jahre alt. Sein dichter, langer Pelz ist auf der Oberseite graurot, rost- oder gelbrot gefärbt. Die Unterseite ist weiß-grau, Lippen, Wangen und Kehle sind weiß gefärbt. Ebenso wie die Körperoberseite trägt der dichte, buschige Schwanz (Lunte) die verschiedenen Rottöne, häufig mit einer weißen Spitze. Die Vor-der- und Hinterläufe sind ebenfalls rot, die Pfoten und Ohren dagegen schwarz. Seine Nahrung ist vielfältig und besteht aus Insekten, Würmer, Schnecken, Fröschen, Mäusen und Ratten, kleinen Reptilien und Vögeln, aber auch Hühner und Hasen gehören zu seiner Beute. Außerdem frisst er Beeren und Früchte und
verschmäht selbst Aas nicht.

Eurasischer Luchs
Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist ein Raubtier in der Gattung der Luchse (Lynx) in der Familie der Katzen (Felifae). In Ungarn ist er nach den Bären und Wölfen das größte Raubtier. Er erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 90 bis 120 cm, bei einer Schulerhöhe zwischen 50 und 70 cm. Auffallend bei den Tieren sind ihre Pinselohren. Auf der Körperoberseite ist das Fell der Tiere während des Sommers rötlich- bis gelb-braun und während des Winterhalbjahres grau bis graubraun. Das Kinn, die Kehle, die Brust, die Bauchseite sowie die Innenseite der Läufe sind dagegen weißlich- grau bis cremeweiß. Die Fleckung des Fells ist individuell verschieden. Ihre Nahrung besteht
je nach Vorkommen aus Rehen, Gämsen (nicht in Ungarn), kleinen und mittelgroßen Säugetieren und Vögeln Darunter sind Rotfüchse, Marder, Kaninchen, Hasen, Waschbären, junge Wildschweine, Eichhörnchen, Mäuse, Ratten und Murmeltiere (nicht in Ungarn).

Baummarder
Der Baummarder (Martes martes) gehört zur Gattung der Echten Marder in der Familie der Marder (Mustelidae). Der Baummarders besitzt ein rotbraunes Fell, wobei die Kehle und ein Teil der Brust gelblichbraun gefärbt sind. Das Winterfell des Baummarders, das sich im Herbst bildet, besitzt eine hohe Qualität, sodass der Baummarder auch als Edelmarder bezeichnet wird. Dabei ist das Winter-fell dichter und auch dunkler als das Sommerfell. Das Winterfell bildet sich im Herbst aus und ist wesentlich dichter und dunkler, als das Sommerfell. Seine Rumpflänge beträgt 45 bis 60 cm - bei einem Gewicht von 900 bis 1.700 g. Die Länge des Schwanzes variiert zwischen 15 bis 25 cm. Dabei sind die Männchen größer und schwerer als die Weibchen. Der lange und buschige Schwanz dient, wie bei dem Eichhörnchen, der Stabilisierung ihres Gleichgewichts. Das Tier kann sehr gut klettern und kann bis zu etwa
2,50 m weit springen und können auch kopfüber an den Stämmen hoch und runter laufen.
Die Tiere halten keine Winterruhe. Bei artgerechter Haltung können die Tiere über 10 Jahre alt wer-den - in der Freiheit ist es in der Regel weniger.

Goldschakale
Der Goldschakal (canus aureus) sind eine Art der Hunde, die mit dem Wolf verwandt ist. Den Schwanz nicht mitgerechnet erreichen sie eine Länge von 80 bis 85 cm und eine Schulterhöhe von 50 cm.
Ihr Gewicht schwankt zwischen 10 bis 13 kg. Meistens haben sie eine goldgelbe Fellfarbe, die sich aber je nach Region verändern kann. Neben Aas ernähren sich Goldschakale auch von Nagetieren, Hasen und Heuschrecken. Pflanzliche Nahrung stellt auch einen Teil des Speiseplans. Neben Ungarn kommt er auch in Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Kroatien und Italien vor.
Sein hauptsächliches Verbreitungsgebiet liegt aber in Nord- und Ostafrika.

Mufflons
Das Europäische Mufflon (Ovis gmelini musimon)ist eine Unterart des Wildschafs Ovis gmelini in der Gattung der Schafe (Ovis). Die Tiere erreichen eine Größe von 65 bis 90 cm und werden im Durchschnitt 8 bis 10 Jahre alt. Typisch ist der grau- bis gelbliche Sattelfleck auf dem braunen Fell und die das ganze Leben über wachsenden Hörner der Männchen, die so eine Länge von etwa 45 cm erreichen können. Die Hörner der Weibchen sind kürzer oder gar nicht vorhanden. Die Mufflons haben einen stark ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn, am besten ist aber der Sehsinn ausgebildet.
Zu ihrer Nahrung gehören Gräser, Kräuter und Gehölze, aber auch Pilze und Früchte.

Reptilien

In Ungarn leben viele verschiedene Eidechsenarten. Dazu gehören die Zauneidechse, die Pannonische Waldeidechse, die am häufigsten vorkommende Mauereidechse sowie die Smaragdeidechse. Mit einer Körperlänge von rund 50 cm ist die Smaragdeidechse eine der vier größten Eidechsen weltweit, auch wenn 2/3 davon auf den Schwanz entfallen. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, Würmern und Schnecken. Eine besondere Eigenschaft, die sie mit einigen anderen Eidechsenarten gemein hat, ist dass sie in einer Gefahrensituation ihren Schwanz aktiv von ihrem Körper lösen kann. Dieser zappelt noch für rund 20 Minuten und lenkt so den Räuber von der flüchtenden Eidechse ab.

Die Europäische Sumpfschildkröte lebt im Süden Ungarns. Sie hat eine Panzerlänge von weniger als 25 cm, selten 30 cm. Ihr Bauchpanzer weist ein Quergelenk auf, das es ihr ermöglicht, bei Gefahr diesen Panzer vorne und hinten zusammenzuklappen und sich so vor den Fressfeinden zu schützen. Ihr Lebensraum beschränkt sich auf stehende oder fließende Gewässer mit einer dichten Ufervegetation.
Ihre Nahrung besteht überwiegend aus tierischer Kost wie Kaulquappen, kleinen Fröschen, Molchen, Wasserschnecken, Krebschen, toten oder sterbenden Fischen. Außer in Ungarn ist sie auch in Tunesien, Algerien, Marokko, auf der Iberischen Halbinsel, Korsika, Sardinien, Italien, Sizilien, Israel, Rumänien, Türkei, Nordiran, Zypern und im nördlichen Libanon vertreten.

Doch trotz dieser weiten Verbreitung ist die Europäische Sumpfschildkröte in ihrem Bestand stark rückläufig. Neben verschiedenen Schlangenarten gibt es auch die Blindschleiche, die jedoch keine Schlange im eigentlichen Sinne ist, sondern zu den Eidechsen gehört. Von den 30 in Europa vor-kommenden ungiftigen Schlangen findet man in Ungarn die Äskulapnatter, die Kaspische Pfeilnatter, die Ringelnatter sowie die Würfelnatter. Von den Giftschlangen leben hier die Wiesenotter und die Kreuzotter.
Zu den in Ungarn vorkommenden Amphibien gehören u.a. Wassermolche, Rotbauchunken, Erd- und Wechselkröten, Laub- und Springfrösche sowie kleine Wasserfrösche und Teichfrösche.

Blindschleiche
Die Blindschleiche (Anguis fragilis) zählt jedoch nicht zu den Schlangen, wie man auf den ersten Blick annehmen könnte, sondern zählt zu den Eidechsen, und dort zur Familie der Schleichen. Interessant ist, dass sie bei Gefahr abwerfen ihren Schwanz, der danach durch eigenständige Bewegungen den Feind von der eigentlichen Beute ablenkt. Allerdings wächst bei der Blindschleiche nur ein kurzes Stück wieder nach, nicht der gesamte Schwanz. Insgesamt erreicht sie eine Länge bis zu 50 cm, die aber durch den nachwachsenden Schwanzstummel stark variieren kann. Die Färbung ist sandgrau bis braunschwarz. Die Blindschleiche lebt unauffällig in kühlen Bachniederungen, Waldlichtungen, Hecken, Wiesen, Böschungen und Randbereichen der Weinberge. Die Blindschleiche ist in großen Teilen Europas verbreitet, und kommt auch in Nordafrika vor. Die Blindschleiche war von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum Reptil des Jahres 2017 gekürt worden.

Wiesenotter
Die Wiesenotter bzw. Steppenotter (Vipera ursinii) - auch als Ungarische Wiesenotter bezeichnet - ist eine der kleinsten und auch ungefährlichsten europäischen Vipern. Sie gehört zur Gattung der echte Ottern (Vipera) in der Familie Vipern (Viperidae). Sie kommt nur noch "inselartig" in den Steppengebieten von Ungarn und Rumänien vor. In Österreich gilt sie als ausgestorben. Sie steht unter strengem Naturschutz und ist vom Aussterben bedroht.. Von der Schlange gibt es folgende drei Unterarten: Steppenotter, Ungarische Wiesenotter und die Vipera ursinii rakosiensis.
Die Bezeichnung der letztgenannten Unterart Ihren Namen erhielt sie nach dem Rákosfeld - einer großen Ebene östlich von Budapest gelegen. Das Rákosfeld, auf dem bis ins 16. Jahrhundert hinein ungarische Reichstage abgehalten wurden, hat seinen Namen von dem kleinen Fluss Rákos, der bei Budapest in die Donau mündet

Kreuzotter
Die Kreuzotter (Vipera berus) gehört zur Gattung der Echten Ottern (Viperea) in der Familie der Vipern (Viperidae). Die Schlange erreicht etwa eine Länge zwischen 50 bis etwa 80 cm. Eine Länge von 1 m oder gar mehr wird nicht erreicht und gehört ins Land der Fabeln. Es muss festgestellt werden, dass das äußere Erscheinungsbild dieser Schlange von pechschwarz über braun bis hellgrau und sogar rötlich variiert. Sogar ihr charakteristisches Zickzackmuster auf dem Rücken kann fehlen, z.B. bei der schwarzen Variante (Höllenotter). Sie gehört zu den lebend gebärenden Schlangen - mit 4 bis 20 Jungen pro Wurf. Sie ernährt sich vorwiegend von Mäusen, Fröschen und Eidechsen, die sie mit dem Kopf voran verschlingt. Die Schlange greift einen Menschen von sich aus nicht an und sucht bei Bodenerschütterungen meistens das Weite, sodass der Wanderer das Tier nur selten überhaupt zu Gesicht bekommt.

Vögel

Im Schilf des Kleinen Plattensees und des Neusiedler Sees kann man einige der wenigen Silberreiher beobachten. Weitere Reiherarten der Feuchtgebiete sind Purpur-, Seiden- und Rallenreiher. In den Tiefebenen sind Kormorane, Stelzenläufer und Säbelschnäbler häufiger vertreten. Ebenso häufig sind Wildenten, Gänse. Kraniche, Rohrdommeln, Fasane und Türkentauben. Störche gibt es im ganzen Land.
Gefährdet sind Würgfalken, Adler und Eulen. Greifvögel wie den See-, Schrei- und Kaiseradler kann man im Osten Ungarns beobachten. Auch der Schwarzmilan, verschiedene Spechtarten, der Weißstorch und der Triel sind hier verbreitet. Letzterer ist ein regenpfeiferartiger Vogel, der, ausgenommen den Norden, in ganz Europa verbreitet ist, sowie in Nordafrika und Südasien. Seltene Vögel wie den Wespenbussard und den Wachtelkönig kann man im Nationalpark Õrség beobachten. Außerdem leben hier zahlreiche Singvögel, Krähen und Tauben. Hübsch anzusehen sind auch die Wiedehopfe.

Silberreiher
Der Silberreiher (Ardea alba) gehört zur Gattung der Ardea in der Familie der Reiher (Ardeidae) in der Ordnung Pelecaniformes. Von dem Vogel gibt es vier verschiedene Unterarten. Die weiß gefärbten
Vögel haben einen gelbem Schnabel und dunkle Beinen und Füße. Seine Länge liegt
zwischen 85 bis 100 cm, bei einer Flügelspannweite von 150 bis 170 cm. Ihr Gewicht liegt
zwischen 1,5 und 2 kg. Zu seiner Nahrung gehören vor allem Amphibien, Insekten, Fische und Mäuse.

Großtrappen
Großtrappen (Otis tarda) gehören zur Gattung Otis in der Familie der Trappen (Otididae).Diese gänseartigen Vögel sind sehr scheue und störungsempfindliche Vögel. In Ungarn gibt es sie
hauptsächlich in Nationalparks. Man bekommt sie eher selten zur Gesicht, nicht zuletzt auch wegen der unauffälligen Färbung außerhalb der Balz. Da haben Männchen wie Weibchen ein braun-schwarz gemustertes Gefieder und einen hellgrauen Kopf und Hals. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden besteht in der Größe. Die Männchen bringen zwischen 8 und 12 kg auf die Waage, während es bei den Weibchen gerade mal 3 bis 5 kg sind. Während der Balz verändert sich das Männchen jedoch wesentlich. Seine Unterseite ist weiß gefärbt, und diese wird von unten nach oben gekehrt, so dass er sich schließlich in einen weißen Federhaufen verwandelt. Zur Nahrung der Großtrappe gehören Knospen, Triebe, Blätter, Samen, aber auch Mäuse, Eidechsen, Heuschrecken und andere Kleintiere. Trotz einer relativen weiten Verbreitung steht die Großtrappe auf der Roten Liste

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