Griechenland: Bekannte Personen

Ärzte und Naturwissenschaftler

Archimedes (ca. 287 v.Chr.-212 v.Chr.)
Mathematiker, Physiker, Ingenieur und Naturphilosoph. Archimedes erfand u. a. die so genannte Archimedische Schraube, entdeckte das Archimedische Prinzip (das Prinzip des Auftriebs) und entwickelte ein stellenwertbasiertes Zahlensystem.
Ferner entdeckte er das Verhältnis der Kreiszahl und entwickelte in diesem Zusammenhang das vermutlich älteste numerische Verfahren. Archimedes gilt auch als der Erfinder der Wissenschaft der Statik. Er entdeckte außerdem die Hebelgesetze sowie das Prinzip der kommunizierenden Röhren.

Diokles (ca. 240 v.Chr.-ca. 180 v.Chr.)
Mathematiker und Geometer. Diokles wurde etwa 240 v.Chr. in Carystus geboren. Der Zeitgenosse von Apollonius hat sich mit Parabeln beschäftigt und erstmals nachgewiesen, dass diese über einen Brennpunkt verfügen.
Auf ihn geht die Zissoide des Diokles zurück, eine bestimmte Kurve, um eine Würfelverdopplung zu berechnen. Weiterhin hat sich der Wissenschaftler mit Brennspiegeln befasst. Diokles starb etwa im Jahre 180 v.Chr.

Pedanios Dioscurides (1. Jh.)
Arzt und berühmtester antiker Pharmakologe. Pedanios Dioscurides lebte im 1. Jahrhundert, kam aus Anazarbus und diente sowohl Nero als auch Kaiser Claudius als Militärarzt. Sein berühmtestes Werk ist die 5-bändige "Materia Medica", das gleichzeitig das einflussreichste Werk der Antike auf die europäische Arzneimittel-Lehre wurde. Es beinhaltet monographische Schriften zu etwa 1.000 Arzneimitteln.

Erasistratos (ca. 305 v.Chr.-250 v.Chr.)
Arzt, Anatom und Physiologe. Erasistratos stammte von der heutigen Insel Kea ab und gilt als Begründer der Pathologie. Außerdem ist er einer der wichtigsten antiken Anatome gewesen, der gemeinsam mit Herophilos von Chalkedon hauptsächlich die alexandrinische Schule vertrat. Er untersuchte besonders das Nervensystem, das Blut sowie das Gallengangsystem, beschrieb die Herzklappen, erkannte Gelbsucht uvm.
 

Euklid von Alexandria (ca. 360 v.Chr.-280 v.Chr.)
Mathematiker. Euklid von Alexandria wurde etwa 360 v.Chr. geboren und absolvierte vermutlich seine Ausbildung in Platons Akademie, Athen. Sein 13-bändiges Werk "Die Elemente" stellt eine umfangreiche Sammlung der mathematischen Erkenntnisse seiner Zeit dar. Es bildete lange Zeit, teilweise bis ins 20. Jahrhundert hinein, die Grundlage des Geometrieunterrichts und enthält darüber hinaus Anfänge der Zahlentheorie.

Galenos (129 v.Chr.-201/216 v.Chr.)
Arzt und Anatom. Galenos wurde etwa 129 v.Chr. in Pergamon geboren. Er gehört zu den wichtigsten Ärzten der antiken Zeit. So diente er als Leibarzt verschiedener römischer Kaiser, darunter Mark Aurel. Sein 16-bändiges Werk "Methodi medendi" galt anderthalb Jahrtausende als unumstößlich. Es umfasst extrem viele Themen zum Mensch und zur Natur. Die Viersäftelehre ist eine wichtige Basis und Grundannahme seiner Methodik gewesen. Galenos starb etwa 201 oder auch 216 v.Chr. in Rom.

Herophilos von Chalkedon (ca. 330 v.Chr.-255 v.Chr.)
Arzt und Anatom. Herophilos von Chalkedon wurde etwa 330 v.Chr. geboren. Zusammen mit Erasistratos verkörperte er die bedeutendsten Anatomen der alexandrinischen Schule seiner Zeit. Er gilt weiterhin als Begründer der empirischen Schule. Sein Beschäftigungsfeld war das Gehirn, aber auch das Nervensystem. Der berühmte Aderlass geht auf Herophilos von Chalkedon zurück. Von seinen Schriften ist im Original nichts erhalten, jedoch wurden seine Lehren z. B. durch Galenos überliefert.

Hippokrates (ca. 460 v.Chr.-377 v. Chr.)
Berühmtester Antike-Arzt, auf den noch heute die Mediziner ihren Hippokratischen Eid ablegen, obwohl unbekannt ist, ob der Eid überhaupt von ihm stammt. Hippokrates von Kos wurde etwa 460 v.Chr. geboren und wird als Begründer der medizinischen Wissenschaft verehrt. Nach ihm besteht ein Zusammenhang zwischen dem menschlichen Körper und seinem Charakter. Für die Verbreitung seines Namens und seiner Lehre war ein Jahrhundert später Galenos verantwortlich, sonst kennten wir ihn heute wahrscheinlich nicht.

Hippokrates von Chios (ca. 470 v.Chr.-ca. 410 v. Chr.)
Mathematiker und Astronom. Er gilt als erster Verfasser eines Mathematikbuches. Übrigens soll er erst spät zu der Wissenschaft gefunden haben, nachdem er als Kaufmann längere Zeit tätig war. Er beschäftigte sich intensiv mit der Quadratur des Kreises sowie mit der Würfelverdopplung. Hippokrates von Chios starb etwa 410 v.Chr. in Athen.

Hypatia (ca. 355-415/16)
Mathematikerin, Astronomin und Philosophin. Hypatia ist eine der herausragendsten Naturwissenschaftlerinnen der späten Antike. Sie lehrte an der Universität von Alexandria und verfasste ein 13-bändiges Werk über die "Aritmetica" des Vaters der Algebra, Diophant. Weiterhin hat sie sich mit Aristoteles' Philosophie intensiv befasst, aber auch mit Kegelschnitten. Hypatia wurde als Heidin ermordet.

Menelaus von Alexandria (ca. 70-140)
Mathematiker und Astronom. Menelaus von Alexandria wirkte als Wissenschaftler in Alexandria und Rom. Sein Werk heißt "Spaerica", besteht aus drei Bänden und befasst sich mit der Trigonometrie sowie mit der Geometrie der Kugel. Menelaus widmete sich intensiv astronomischen Beobachtungen. Er starb ca. 140 n.Chr. in Rom.

Claudius Ptolemäus (ca. 100-180)
Mathematiker, Geograph und Astronom. Claudius Ptolemäus hinterließ Werke, u. a. zur Astronomie, deren Wissen er wesentlich erweiterte, die über Jahrhunderte hinweg zu Standardwerken zählten. Die 13-bändige "Megiste Syntaxis" ist sein berühmtestes Werk. Nach ihm ist auch das ptolemäische Weltbild benannt, nach dem sich die Erde im Zentrum des Universums befindet.

Pythagoras (ca. 570-510 v. Chr.)
Mathematiker, Astronom und Philosoph. Pythagoras begründete nach einer 22-jährigen Studienzeit in Ägypten eine einflussreiche religiös-philosophische Bewegung in Kroton (heute Kalabrien). Seine Anhänger schrieben ihm Wundertaten und "göttliche Fähigkeiten" zu. Für die Pythagoräer bestand ein enger Zusammenhang zwischen Musik, Harmonie und Zahlen, und von ihnen stammten entscheidende Impulse für die Ausbildung des abendländischen Tonsystems. "Alles ist Zahl" lautete einer ihrer Lehrsätze. Der berühmte "Satz des Pythagoras", an dem kaum ein Schüler vorbei kam - (a2 + b2 = c2) - jedoch ist wesentlich älteren Ursprungs.

Eugène Michel Antoniadi (1870-1944)
Astronom. Eugène Michel Antoniadi wurde 1870 geboren und studierte zunächst Architektur. Später veränderte er sein Fachgebiet und spezialisierte sich auf die Beobachtung des Planeten Mars. Weiterhin arbeitete er eine Karte zum Planeten Merkur aus. Er entwickelte die Antoniadi-Skala, die sich bei Astronom-Amateuren großer Beliebtheit erfreut, da sie leicht verständliche Himmelsbeobachtungen ermöglicht. Eugène Michel Antoniadi starb 1944 in Paris.

Phaedon Avouris (geb. 1945)
Chemiker. Phaedon Avouris wurde 1945 geboren. Er studierte sowohl in Thessaloniki als auch in Michigan. Sein Fachgebiet ist die Nanotechnologie bei der US-Firma IBM, wo er Geschäftsführer des Bereichs ist. Er befasste sich aber auch mit Laser-Spektroskopie, Oberflächenphysik sowie Rastertunnelmikroskopie. Als außerordentlicher Professor ist er sowohl an der Columbia Universität als auch an der Uni von Illinois tätig.

Fotis Constantine Kafatos (geb. 1940)
Biologe. Fotis Constantine Kafatos wurde 1940 in Iraklio geboren. Er studierte sowohl an der Universität von Ithaca als auch von Harvard, wo er später u. a. als Professor für Zelluläre und Entwicklungsbiologie tätig war (bis 1994). Er beschäftige sich intensiv mit Immunologie und Molekularbiologie sowie mit dem Malariaerreger. Auf dem Gebiet der Entwicklungsbiologie verdingte er sich als Pionier bei der Untersuchung von Genfamilien. Kafatos ist Mitglied mehrerer Akademien und wurde u. a. ausgezeichnet mit der Robert-Koch-Medaille.

Die Schwestern Panagiotatou
Die Ersten zwei Frauen mit Doktortitel in Griechenland. Aggeliki (1878-1954) und Alexandra Panagiotatou (Lebensdaten unbekannt) aus Kefalonia waren die ersten beiden Frauen in Griechenland, denen ein Doktortitel für Medizin verliehen wurde, und zwar am 20.12.1896 von der Nationalen Universität Athen. Aggeliki hatte sich auf Mikrobiologie spezialisiert. Das Fachgebiet ihrer Schwester ist unbekannt.

George Nicolas Papanicolaou (Georgios Nikolaou Papanikolaou)  (1883-1962 in New Jersey, USA)
Papanicolaou war Arzt und Pathologe. Seinen Doktor hatte er 1910 an der Ludwig-Maximilians-Universität München erlangt.
Bekannt wurde er durch den so genannte Papanicolaou-Abstrich (Pap-Abstrich), mit dem eine frühe zytologische Diagnose des Gebärmutterhalskrebses möglich wurde.

Georgos Vithoulkas (geb. 1932)
Berühmtester Homöopath des 20. Jahrhunderts. Georgos Vithoulkas wurde 1932 in Athen geboren und versuchte sich anfangs als Ingenieur. In Südafrika kam er zum ersten Mal mit Homöopathie in Kontakt und machte sie zu seinem Beruf. Seine Methode orientiert sich an der klassischen Homöopathie. Im Jahr 1996 erhielt er den alternativen Nobelpreis. Von Wissenschaftler teilweise belächelt, verehren ihn Homöopathen und Schüler der Arzneikunde.

Architekten und Baumeister

Theophanes Streletzás Bathas (ca. 1500-1559)
Maler und Mönch. Theophanes Streletzás Bathas wurde etwa 1500 geboren. Als bedeutender Vertreter der kretischen Schule wurde er vor allem durch seine Fresken berühmt. Insbesondere Klostermalereien widmete sich Bathas, den man auch Theophanes den Kreter nannte. Sein Engagement sorgte dafür, dass die griechische Malerei während der Herrschaft der Türken erhalten bleiben konnte. Er starb im Jahr 1559.

Deinokrates (4. Jh. v.Chr.)
Architekt und Wiedererbauer des Artemis-Tempels. Deinokrates lebte im 4. Jahrhundert v.Chr. und war ein Zeitgenosse von Alexander dem Großen. Seine Herkunft wird auf Rhodos geschätzt. Neben dem Wiederaufbau des Artemis-Tempels in Ephesos, soll Deinokrates wesentlich in Ägypten am Bau der Stadtanlage von Alexandria involviert gewesen sein. Andere Projekte sind faktisch nicht überliefert worden, es gibt lediglich Legenden z. B. über einen Berg für Alexander den Großen, der als Mensch konzipiert wurde.

Chersiphron (6. Jh. v.Chr.)
Architekt des Artemis-Tempels. Chersiphron lebte im 6. Jahrhundert v.Chr. in Knossós auf der griechischen Insel Kreta. Er war einer der drei Hauptarchitekten des Artemis-Tempels von Ephesos. Zwischen 580 und 560 v.Chr. soll er u. a. mit seinem Sohn Metagenes den Beginn des Baus durchgeführt haben. Der berühmte Tempel bestand vollkommen aus Marmor und soll auf 106 Säulen gestanden haben.

Eirene (3. Jhd. V.Chr.)
Malerin. Eirene lebte im 3. Jahrhundert v.Chr. und wird auch manchmal Irene genannt. Sie stammte von einem Maler ab. Das bekannteste Bild von ihr ist "Das Bildnis eines Mädchens" aus Eleusis, das Plinius der Ältere im 1. Jahrhundert umfangreich in seiner Liste altgriechischer Malerinnen beschrieben hat. In der Renaissance wurde sie von Boccaccio in seine Sammlung über berühmte Frauen aufgenommen.

Eupompos (4. Jhd. v.Chr.)
Maler, Begründer der Malerschule von Sikyon. Eupompos lebte im 4. Jahrhundert v.Chr. und wurde – wie schon Eirene – von Plinius dem Älteren überliefert. Sein berühmtestes Werk zeigt einen sportlichen Wettkämpfer, der einen Sieg davongetragen hat und einen Palmenzweig in seiner Hand hält. Eupompos orientierte sich in seiner Kunst jedoch an der Natur, nicht an den Menschen. Zu seinen Schülern zählte der Makedonier Pamphilos.

Feofan Grek oder Theophanes der Grieche (ca. 1330-1410)
Ikonenmaler. Feofan Grek wurde um 1330 in Konstaniopel geboren und brachte um 1370 den spätbyzantinischen Stil der bewegten Komposition nach Russland. Der russische Ikonenmaler Andrej Rubljow machte ihn zum Meister. Im Jahr 1408 gehörte er einer Gruppe an, die im Kreml von Moskau eine Kirche aus Stein malten. Er starb 1410.

Iaia (ca. 100 v.Chr.)
Malerin. Iaia lebte und arbeitete etwa um 100 v.Chr. und stammte aus Kyzikos. Auch sie gehörte der Liste der antiken griechischen Malerinnen von Plinius dem Älteren an, der so genannten "Naturalis historia". Ihre Spezialität waren Frauenportraits. Außerdem soll sie überdurchschnittlich viel Honorar für ihre Werke erhalten haben. Zu den Werken zählt auch ein "Selbstbildnis vorm Spiegel".

Kalypso (ca. 200 v. Chr.)
Malerin. Kalypso lebte wahrscheinlich um 200 v.Chr. und wurde von Plinius dem Älteren in die "Naturalis historia" aufgenommen. Drei Werke von ihr konnten in die Neuzeit überliefert werden, darunter "Bildnis des Tänzers Alkisthenes" und "Bildnis eines alten Mannes".

Iktinos
(5. Jh. v.Chr.)
Architekt des Parthenon. Iktinos lebte etwa von 460 v.Chr. bis 430 v.Chr. und war ein bedeutender Architekt des Perikles-Zeitalters in Griechenland. Er soll den Parthenos auf der Athener Akropolis gebaut und eine theoretische Schrift dazu verfasst haben. Sein Stil vereinte einen Mix unterschiedlicher Bauelemente. Ein weiterer Bau war der Telesterion in Eleusis.

Kallikrates (470 v.Chr.-420 v.Chr.)
Architekt des Parthenon. Kallikrates lebte im 5. Jahrhundert vor Christus und baute unter Iktinos am Athener Parthenon mit. Er zählte zu den bedeutendsten Baumeistern im griechischen Perikles-Zeitalter. Kallikrates entwarf ebenso den Niketempel auf der Akropolis. Das so genannte Kallikrates-Programm aus dem Jahr 2010 wurde nach ihm benannt und beinhaltet eine Kosteneinsparungsreform in der Verwaltung Griechenlands.

Boethos von Karthago (2. Jhd. v.Chr.)
Bildhauer. Boethos von Karthago soll mehrere Statuen im Heraion zu Olympia als Bildhauer geschaffen haben, darunter einen nackten sitzenden Jungen. Der von einem Mann namens Apollodores abstammende Boethos von Karthago soll auch die Statue "Ganswürger" in Bild gehauen haben.

Sostratos von Knidos (4./3. Jh. v.Chr.)
Architekt des Leuchtturms von Alexandria. Sostratos von Knidos lebte etwa im 4. und 3. Jahrhundert v.Chr. und erbaute eines der Sieben Weltwunder aus der Antike, nämlich den Leuchtturm von Alexandria. Jedoch wurde ihm vom Auftraggeber untersagt, seinen Namen unter dieses Bauwerk zu setzen. Weiterhin errichtete er Erholungsbauwerke wie z. B. ein so genanntes Terassenheiligtum der Aphrodite von Knodos, das einen Dachgarten besaß. Inspiriert wurde er dabei von den babylonischen Hängenden Gärten.

Chares von Lindos (spätes 4. Jh. v.Chr.)
Bildhauer. Chares von Lindos stammte aus Rhodos und lebte im späten 4. Jahrhundert v.Chr. Er ist der Erschaffer des mehr als 30 m hohen Kolosses von Rhodos, der Teil der Sieben Weltwunder war. Es heißt jedoch, dass er die endgültige Fertigstellung nicht mehr erlebt haben soll. Ein weiterer Koloss aus seinen Händen soll ein Bronzekopf gewesen und für Rom bestimmt gewesen sein.

Metagenes (6. Jh. v.Chr.)
Architekt des Artemis-Tempels. Metagenes wurde als Sohn von Chersiphron geboren, der mit ihm zusammen am Artemis-Tempel baute. Auch soll er an der Errichtung des Tempels von Eleusis beteiligt gewesen sein. Ebenso wie sein Vater hat er zudem theoretische Schriften zur Architektur verfasst. Über sein Leben ist weiterhin nichts in die Neuzeit überliefert worden.

Isidor von Milet
(ca. 442-537)
Architekt der Hagia Sophia, Mathematiker, Physiker. Der byzantinische Baumeister war einer der zwei Architekten der berühmten Hagia Sophie im heutigen Istanbul. Sie wird heute betrachtet als eines der letzten großen antiken Bauwerke. Er soll außerdem dem Kaiser in beratender Funktion gedient haben. Isidor von Milet lehrte in Alexandria Physik und unterrichtete später an der Universität zu Konstantinopel.

Phidias (ca. 500 v.Chr.-432 v.Chr.)
Bildhauer. Sein in der Antike berühmtestes Werk war die Statue der Athena Lemnia in Athen. Aber auch die Kolossalstatue, das 12 m hohe Standbild des Zeus zu Olympia, stammt von ihm. Er hatte da ein Werk am Zeustempel geschaffen, das zu den Sieben Weltwundern der Antike zählte. Überhaupt ist Phidias in die Geschichte eingegangen als größter antiker Bildhauer. Er arbeitete aber nicht nur mit Stein, sondern auch als Toreut mit Metallen.

Polyklet (4. Jh. v.Chr.)
Bildhauer. Die meisterhaften Bronzestatuen sind teilweise als römische Marmorkopien bis in die Neuzeit erhalten geblieben. Zu seinen Werken zählte auch die Tholos von Epidaurus, ein griechisch-antiker Rundbau; sowie das Theater an diesem Ort. Über sein Leben ist nichts bekannt. Jedoch soll er mit seinen Rundbauten nachfolgende Generationen in Sachen Design stark beeinflusst haben.

Pytheos (4. bzw. 5. Jh. v.Chr.)
Bildhauer und Architekt des Mausoleums von Halikarnassos. Pytheos lebte im 4. bzw. 5. Jahrhundert v.Chr. Er hatte großen Einfluss auf die hellenistisch-ionische Kunst des Tempelbaus. Spezifisch für ihn waren die Klarheit und Gesetzmäßigkeit des Baus. Zu seinen Werken zählt das Mausoleum von Halikarnassos sowie der Athenatempel von Priene. Weiterhin soll er mehrere Schriften verfasst haben u. a. über das besagte Mausoleum.

Anthemios von Tralleis (2. Hälfte des 5. Jhd.-ca. 558 v.Chr.)
Architekt der Hagia Sophia und Mathematiker. Anthemios von Tralleis stammte aus einer Arztfamilie aus Lydien. In Zusammenarbeit mit Isidor von Milet schuf er die berühmte Hagia Sophie im heutigen Istanbul. Auftraggeber war Justinian I., ein oströmischer Kaiser. Von Tralleis war für die Kreation des Modells der Sophienkirche verantwortlich. Zudem befasste er sich als Mathematiker insbesondere mit Ellipsen.

Musiker und Komponisten

Maria Callas (1923-1977)
Opernsängerin. Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulou wurde 1923 in New York in eine griechische Einwandererfamilie hineingeboren. Sechs Jahr später ließ ihr Vater die Namensänderung in Callas vornehmen. Maria studierte am Konservatorium in Athen und stieg bald zu einer der bedeutendsten Sopranistinnen der Welt auf. Ihr Repertoire enthielt u. a. die "Medea", "La Traviata", Rossini, Bellini uvm. Mit Aristoteles Onassis, dem griechischen Reeder und Milliardär, hatte sie zeitweilig eine Affäre. Verheiratet war die Callas mit einem Unternehmer. Maria Callas starb 1977 in Paris.

Costa Cordalis (geb. 1944)
Schlagersänger. Costa Cordalis kam 1944 im griechischen Elatia auf die Welt und reiste mit 16 nach Deutschland, wo er zunächst die Sprache lernte und später in Frankfurt a. M. Germanistik und Philosophie studierte. Seinen ersten Erfolg feierte er 1973 mit dem Lied "Carolina, komm". Drei Jahre später kam der Durchbruch mit "Anita". Im Jahr 2004 ging er als Dschungelkönig aus dem RTL-Dschungelcamp heraus und erlangte wieder mehr Aufmerksamkeit nach einer jahrelangen Flaute. Der Preisträger der Goldenen Stimmgabel 1981/86 nahm auch schon an Meisterschaften im Skilaufen teil.

Manos Hadjidakis (1925-1994)
Komponist. Manos Hadjidakis wurde 1925 in Xanthi geboren. Er ist bekannt dafür, Filmmusiken und Popmusik zu schreiben. Im Jahr 1961 wurde er mit einem Oscar für "Das beste Lied" namens "Never on Sunday" ausgezeichnet, das er für den gleichnamigen Film geschrieben hatte. Von ihm stammt auch der Chart-Stürmer "Weiße Rosen aus Athen", interpretiert von Nana Mouskouri, sowie "Ein Schiff wird kommen". Manos Hadjidakis starb 1994 in Athen.

Ioannis Apostolou (1860/63-1905)
Tenor. Ioannis Apostolou wurde zwischen 1860 und 1863 in Athen geboren und studierte am dortigen Konservatorium. Er sang in zahlreichen Chören und machte sich als Einzelinterpret vieler Opern einen Namen, insbesondere von Verdi und Puccini. Apostolou gilt als der erste weltweit erfolgreiche griechische Opernsänger. Er trat auf sämtlichen großen internationalen Bühnen auf. Ioannis Apostolou starb 1905 in Neapel.

Vicky Leandros (geb. 1952)
Deutsch-griechische Sänger. Vicky Leandros wurde 1952 in Paleokastritsa geboren. Sie wurde unterrichtet in Gesang, Gitarre sowie in Ballett. Ihr bekanntestes Lied ist wohl "Theo, wir fahr'n nach Lodz" aus dem Jahre 1974. Insbesondere als Schlagersängerin konnte sie immer wieder Erfolge feiern, indem sie bekannte englische Lieder (z. B. "My heart will go on") mit einem deutschen Text über der Melodie interpretierte (z. B. "Weil mein Herz dich nie mehr vergisst"). Leandros hat zwei Staatsbürgerschaften – die Griechische und die Deutsche. Sie wurde bisher vielfach ausgezeichnet, darunter mit der Goldenen Stimmgabel sowie der Goldenen Europa.

Marinelle (geb. 1938)
Sängerin. Marinelle wurde 1938 als Kriaki Papadopoulou in Thessaloniki geboren. Marinelle ist eine der berühmtesten Sängerinnen in ihrer Heimat. So nahm sie als erste griechische Sängerin am Eurovision Song Contest im Jahr 1974 teil (Platz 7). Auch in Musicals trat sie erfolgreich auf.

Dimitri Mitropoulos (1896-1960)
Dirigent, Komponist, Pianist. Dimitri Mitropoulos wurde 1896 in Athen geboren. Er studierte am Konservatorium von Athen und später in Brüssel sowie in Berlin Musik. Er arbeitete sowohl an der Berliner Staatsoper als auch zusammen mit dem Boston Symphony Orchestra. Als Komponist hat er Orgelwerke, Klaviersoli und Orchesterwerke komponiert. Dimitri Mitropoulos starb 1960 in Mailand.

Nana Mouskouri (geb. 1934)
Sängerin. Nana Mouskouri wurde 1934 auf Kreta geboren und studierte am Konservatorium in Athen. Weltweiten Erfolg feierte sie mit dem Schlager "Weiße Rosen aus Athen" im Jahre 1961, wofür sie mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Ihre Diskografie umfasst unzählige Songs und Alben, darunter auch aus den Genres Swing und Jazz. Mouskouri engagierte sich u. a. auch politisch, z. B. gegen die griechische Obristen-Dikatur. Als Unicef-Sonderbeauftrage ist sie seit dem Jahr 1993 tätig.

Elena Paparizou (geb. 1982)
Schwedisch-griechische Sängerin und Songwriterin. Elena Paparizou wurde 1982 in Göteborg geboren und ihr Name wird oft als Helena Paparizou geschrieben. Beim Eurovision Song Contest 2005 trat sie für Griechenland an und holte erstmals den Sieg für das Land mit dem Lied "My Number One". In Griechenland feierte sie ebenfalls eine Nummer-1-Platzierung mit ihrem Hit "Mambo!" 2005. Sie trat u. a. bei der Show "X-Factor" auf.

Mikis Theodorakis (geb. 1925)
Komponist. Mikis Theodorakis wurde 1925 auf Chios geboren und lebte aufgrund der sich ständig ändernden politischen Verhältnisse in Griechenland an unterschiedlichsten Orten seines Landes. Die jeweilige Musik der Orte inspirierte ihn, so dass er schon früh mit dem Schreiben von Liedern begann und die Musikschule aufsuchte. Seine komponierten Filmmusiken zu z. B. "Alexis Sorbas" und "Z" machten ihn weltweit berühmt. Mikis Theodorakis betätigte sich ebenfalls politisch und war zeitweilig im griechischen Parlament angestellt.

Vangelis (geb. 1943)
Vangelis wurde 1943 in Agria geboren. Sein Hit "Conquest of Paradise" aus dem Jahre 1992 zum Film "1492 – Die Eroberung des Paradieses" dürfte jeder kennen. Aber auch zu den Kinoschlagern "Blade Runner" und "Die Stunde des Siegers" komponierte er den Soundtrack, genauso wie er für die Fußballweltmeisterschaftshymne von 2002 verantwortlich war. Vangelis operiert meist mit Synthesizern und zeichnet sich durch seine musikalische Vielfalt aus.
 

Nobelpreisträger

Odysseas Elytis (1911-1996)
Im Jahr  1979 erhielt er den Literaturnobelpreis für seine Poesie, die, in der griechischen Tradition fußend, mit sinnlicher Kraft und intellektueller Klarsicht den Kampf eines modernen Menschen für die Freiheit gestaltet

Giorgos Seferis (1900-1971)
Im Jahr  1963 erhielt er den Literaturnobelpreis für seine hervorragende lyrische Dichtung, inspiriert von tiefem Gefühl für die hellenische Kulturwelt

Philosophen, Theologen und Rhetoriker

Anaxagoras (499 v.Chr.-428 v.Chr.)
Vorsokratiker. Anaxagoras wurde 499 v.Chr. in Klazomenai geboren und lebte den Großteil seines philosophischen Lebens in Athen. Von seiner Lehre sind meist nur Fragmente überliefert, diese aber besonders durch Aristoteles. Bekannt ist, dass sich Anaxagoras mit der Quadratur des Kreises intensiv beschäftigte, genauso wie mit dem Mond und anderen Naturphänomenen. Von Gott wollte er nicht viel wissen, was ihm beinahe das Leben kostete. Seine Bemühungen widmeten sich der ionischen Aufklärung. Anaxagoras starb 428 v.Chr.

Antisthenes
(um 445 v. Chr. bis um 365 v. Chr.)
Antisthenes war ein Philosoph und gilt zusammen mit Diogenes als Begründer des Kynismus und der stoischen Philosophie.

Johannes von Antiochia, auch genannt Chrysostomos (ca. 349/344 bis 407)
Asket, Prediger und Hierarch. Johannes von Antiochia wurde im Jahr 349 bzw. 344 in Antiochia am Orontes geboren. Ausgestattet mit einem großen Redetalent, zog er seine Mitmenschen als Prediger in den Bann. Im Jahr 397 ernannte man ihn zum Erzbischof des reichen Konstantinopel – obwohl er dies nicht anstrebte. Er hinterließ sehr viele Schriften, darunter Kommentare zur Bibel, Briefe und Predigten. In letzteren sprach er anfangs viel Ablehnendes gegenüber Juden, was noch heute kritisch gesehen wird.

Aristoteles (384 v.Chr.-322 v.Chr.)
Philosoph. Aristoteles wurde 384 v.Chr. in Stageira geboren. Neben dem Status als einer der wichtigsten griechischen Philosophen, gilt er auch als Naturforscher und Begründer zahlreicher Disziplinen (Metaphysik, Logik, Dichtungstheorie...). Er studierte ab 367 v.Chr. für 20 Jahre in Platons Akademie in Athen. Im Jahr 335 v.Chr. gründete er dort seine eigene Schule, das Lykeion. Eines seiner Werke behandelt den "Staat der Athener". Aristoteles starb 322. v.Chr. in Chalkis.

Basilius von Caesarea, genannt Basilius der Große (ca. 330 bis 379)
Asket, Bischof und Kirchenlehrer. Basilius von Caesaria wurde ca. 330 in Caesaria geboren.
Neben seinem Bruder Gregor von Nyssa sowie dem gemeinsamen Freund Gregor von Nazianz, galt er als einer der drei kappadokischen Kirchenväter. Überhaupt zählt Basilius der Große zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Christentums in seinem Jahrhundert und der Kirche überhaupt. Seine Askese, seine Nächstenliebe, seine Schriften (z. B. "Über den Heiligen Geist") wurden u. a. als die einflussreichsten theologischen Beiträge betrachtet. Er starb 379 in seinem Geburtsort.

Eusebius von Caesarea (ca. 260/264-339/340)
Theologe, Geschichtsschreiber, Vater der Kirchengeschichte. Eusebius von Caesaria studierte zunächst intensiv die Bibel. Der Bischof und Gelehrte verfasste späterhin unzählige historisch sehr wertvolle Schriften, in denen er das damalige Zeitgeschehen als Chronist dokumentierte. Weiterhin spielt er eine bedeutende Rolle in der Theologie und gilt als "Vater der Kirchengeschichte".

Titus Flavius Clemens, auch genannt Clemens von Alexandria (ca. 150 bis 215)
Kirchenschriftsteller, Theologe. Titus Flavius Clemens wurde etwa 150 in Athen geboren und widmete sich zunächst intensiv platonischer Studien in verschiedenen Ländern. Sein Weg führte ihn schließlich nach Alexandria, wo er in einer Katechetenschule sein Wissen lehrte, das ein Mix aus Christentum und griechischer Philosophie war. Zu Lebzeiten genoss er hohes Ansehen, das im Mittelalter verschwand. Seine Werke beschäftigen sich oft mit dem Gnostizismus. Clemens starb 215 in Kappadokien.

Demokrit (ca. 460/459 v.Chr.-400/381 v. Chr.)
Vorsokratiker und Naturphilosoph. Demokrit wurde etwa 460 v. Chr. in Abdera in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Er reiste so viel wie möglich, um neue Länder kennenzulernen und für sein Studium des Lebens, der Natur etc. zu nutzen. Überliefert sind nur fragmentarische Schriftsätze, u. a. zur Ethik. Demokrit wird gemeinhin als lachender Philosoph verehrt und gezeigt. Er wusste zu nahezu jedem Thema etwas zu sagen, kannte sich ebenso aus in der Kriegskunst. Seine Atomlehre ist berühmt. Demokrit starb etwa 400 v.Chr.

Diogenes von Apollia (ca. 499 v.Chr.-ca. 428 v. Chr.)
Philosoph und Arzt. Diogenes von Apollonia wurde etwa 499 v.Chr. in Apollonia Pontike als Sohn eines angesehenen Naturphilosophen geboren. Wenig wurde über sein Leben überliefert, doch soll er einige Zeit in Athen geweilt haben. Seine Philosophie begründet sich auf Luft. Danach ist alles Luft in unterschiedlicher Konzentration. Außerdem ging er davon aus, dass es unzählige Welten gibt. "Über die Natur" heißt sein bedeutendstes Werk, das auch von Aristoteles zitiert wurde.

Diogenes von Sinope (ca. 400 v.Chr.- ca. 324 v.Chr.)
Philosoph. Diogenes von Sinope gilt u. a. zusammen mit seinem Lehrer Antisthenes als der Begründer der philosophischen Richtung des Kynismus.
Bis heute wird gerne eine von Plutarch überlieferte Geschichte erzählt: Als Alexander der Große auf Diogenes traf, der in einer Tonne saß, und ihm die Erfüllung eines Wunsches versprach, antwortete er dem berühmten Alexander:
"Geh mir aus der Sonne!" Seine Philosophie begründete sich auf die materielle Bedürfnislosigkeit, um zu echter Freiheit zu gelangen.

Epikur
(341-271/270 v.Chr.)
Philosoph. Epikur wurde 341 v.Chr. auf Samos geboren. Epikur starb ca. 270 v.Chr. in Athen. Seine begründete Philosophenschule, die Kepos, befasste sich insbesondere mit der praktischen Lebensführung und involvierte sogar Frauen. Epikur fand mit 14 Jahren zur Philosophie, als seine Frage nach dem Chaos von Lehrern unbeantwortet blieb. Epikurs Lustprinzip wurde oft missverstanden. Es besagt, dass geistige Lust über der sinnlichen Lust steht. Er selbst lebte zurückgezogen und starb mit etwa 71 Jahren in Athen.

Epiktet (ca. 50-125)
Philosoph, Stoiker. Epiktet wurde etwa 50 n.Chr. in Hierapolis geboren. Er ist einer der wichtigsten Stoizismus-Vertreter und hat sich intensiv mit der Ethik beschäftigt. Vor allem Bedürfnislosigkeit zeigte er und lebte sie vor, indem er statuierte, dass lediglich die Imagination von Bedürfnissen den Menschen Glück bedeuten, nicht aber die Dinge selbst. Weiterhin bestand er auf eine tiefe Verbindung zu Gott als Lebensbasis und Quelle für Mut. Epiktet starb etwa 125 in Nikopolis.

Heraklit (ca. 520 v.Chr.-460 v.Chr.)
Philosoph, Vorsokratiker. Heraklit von Ephosos wurde etwa 520 v.Chr. in eine königliche Familie hineingeboren. Neben anderen, bezogen sich auch Platon, Aristoteles, Nietzsche und Hegel auf die Gedanken dieses frühen Philosophen, der vom Leben als Fluss sprach. Nach seinem Verständnis ist das Weltall ein Urfeuer, das sich selbst entzünden und wieder löschen kann. Weiterhin spielt die Vernunft eine große Rolle, da sie nach seiner Auffassung alles durchdringt, was entsteht und vergeht.

Johannes VI. (bis 705)
Papst. Johannes VI. stammte aus Ephesus und amtierte als Papst in den Jahren 701-705. Während dieser Zeit konnte er u. a. im byzantinischen Thronstreit schlichten. Er konnte überhaupt des Öfteren Gewaltanwendung verhindern. Bekannt ist auch, dass er Orientalen in der bischöflichen Hierarchie förderte. So wurde z. B. Bonifatius sein päpstlicher Berater. Johannes VI. starb 705 in Rom.

Panajotis Kondylis (1943 in Olympia-1998 in Athen)
Panajotis war ein Sozial-Philosoph und Schriftsteller, der vor allem im deutschsprachigen Raum seine größte Anerkennung erhielt

Apollinaris von Laodicea (315-390)
Der Bischof von Laodicea in Syrien begründete die Lehre des so genannten Apollinarismus, verfasste einen Teil der Bibel auf Neugriechisch und wirkte auch als Dichter und Grammatiker. Geboren wurde Apollinaris von Laodicea um 315 und begann zunächst als Lektor zu arbeiten. Er war auch in Philosophie sehr belesen und hielt Brieffreundschaft mit Basilius dem Großen. Seine Lehre wurde oft verurteilt und als Häresie abgetan, so dass er selbst immer wieder in Lebensgefahr schwebte. Apollinaris von Laodicea wird als einer der ersten Theologen der Trinitätslehre angesehen.

Gregor von Nazianz (ca. 329-390)
Bischof, Kirchenlehrer, einer der drei Kirchenväter. Gregor von Nazianz wurde etwa 329 in Kappadokien geboren und reiste viel zu Studienzwecken. Zusammen mit Gregor von Nyssa und seinem älteren Bruder Basilius der Große zählt er zu den drei kappadokischen Vätern, die sich um die Trinitätslehre berühmt gemacht haben. Durch sein intensives Bibelstudium stieg er zum Bischof auf. Weiterhin ist er einer von nur drei Kirchenvätern, die den ursprünglichen, echten Theologentitel erhielten. Gregor von Nazianz starb 390 in Arianzos.

Gregor von Nyssa (335/340-394)
Christlicher Bischof, Kirchenlehrer, Kirchenvater. Gregor von Nyssa wurde ca. 335 bzw. 340 als jüngerer Bruder von Basilius der Große geboren und zählt mit zu den drei kappadokischen Kirchenvätern. Seine Familie war sehr wohlhabend und gebildet. So spielt z. B. auch seine Schwester eine wichtige Rolle im weiblichen Mönchswesen. Gregor von Nyssa arbeitete zunächst als Kirchenlektor und stieg dann zum Bischof auf. Er wird besonders von den orthodoxen Gläubigen verehrt. Seine Lehre beschäftigt sich mit der Zusammenführung des christlichen Glaubens und des Platonismus. Er wurde heilig gesprochen.

Damaskinos Papandreou (1891-1949)
Erzbischof von Athen. Damaskinos Papandreou wurde 1891 in Dorvitsa geboren und studierte in Athen. Er war Teil der griechischen Armee während der Balkankriege. Im Jahr 1922 wurde er zum Oberbischof von Korinth ernannt. Anfang der 1930er Jahre lebte er in den USA, 1938 wurde er zum Erzbischof von Athen benannt. Der Amtsantritt wurde ihm jedoch von Diktatur Ioannis Metaxas verweigert. Kurzzeitig regierte Papandreou, der sehr liberale Ansichten vertrat, Griechenland zwischen 1944 und 1946. Er starb 1949 in Athen.

Platon (428/427 v.Chr.-348/347 v.Chr.)
Philosoph. Platon wurde etwa 428 v.Chr. wahrscheinlich in Athen geboren und ging bei Sokrates in die Schule. Als Begründer der Athener Philosophenschule, der bedeutendsten antiken Universität, entwickelte er eine Theorie, die zur Grundlage der europäischen Philosophie wurde. Kernidee ist die Annahme einer von der sichtbaren Wirklichkeit verschiedenen Ideenwelt, in der die ewigen Formen der Gegenstände, die moralischen Ideen und die einzig wahre Erkenntnis zu finden sind. Platons in der "Politeia" aufgestellte Prinzipien der Staatsführung stellen darüber hinaus den geistigen Ursprung der liberalen Demokratie dar.

Plotin (205-270)
Philosoph. Plotin kam 205 zur Welt und erhielt sein Wissen in Alexandria. Er wird als Begründer und bedeutendster Neuplatoniker angesehen. Insbesondere die Zeit der Spätantike wurde von seinen Lehren und Ansichten geprägt. Darin heißt es u. a., dass die Welt das Konstrukt der Seele ist. Der Neuplatonismus wird als letzte große Entwicklungsinstanz der griechischen Philosophien angesehen. Plotin starb 270 in Kampanien.

Pythagoras von Samos (um 570 bis 510 v. Chr.)
Mathematiker, Astronom und Philosoph
Pythagoras begründete nach einer 22-jährigen Studienzeit in Ägypten eine einflussreiche religiös-philosophische Bewegung in Kroton (heute Kalabrien), seine Anhänger schrieben ihm Wundertaten und "göttliche Fähigkeiten" zu. Für die Pythagoräer bestand ein enger Zusammenhang zwischen Musik, Harmonie und Zahlen und von ihnen stammten entscheidende Impulse für die Ausbildung des abendländischen Tonsystems. "Alles ist Zahl" lautete einer ihrer Lehrsätze. Der "Satz des Pythagoras" jedoch ist wesentlich älteren Ursprungs.

Sokrates (469 v.Chr.-399 v.Chr.)
Philosoph. Als Soldat zeichnete sich der Sohn eines Bildhauers bereits durch besondere Tapferkeit und Besonnenheit aus. Anstelle der philosophischen Belehrung etablierte er die Form der Erkenntnisgewinnung durch Dialoge, in denen auch das Wissen des Antwortenden in Frage gestellt wurde. Von Sokrates stammt u. a. das bekannte Zitat "Ich weiß, dass ich nichts weiß". Auch die Bezeichnung Philosoph (Freund der Weisheit) stammt ursprünglich von ihm. In einem Prozess wegen "Gottlosigkeit und verderblichen Einflusses auf die Jugend" wurde er von einem Volksgericht zum Tode verurteilt. Durch ein Eingestehen seiner Schuld oder durch Flucht hätte er "den Schierlingsbecher" von sich abwenden können, das Eintreten für die Wahrheit war ihm jedoch wichtiger als sein Leben.

Thales von Milet (624 bis 546 v. Chr.)
Der  Philosoph, Staatsmann, Mathematiker, Astronom gilt als einer der sieben Weisen der Antike. Er gilt als Begründer der Wissenschaft und Philosophie im Abendland. Bekannt ist bis heute besonders der Satz des Thales, bei der Berechnung von Dreiecken. Die Überreste von Milet kann man heutzutage in der Türkei besuchen und bewundern.

Theodoret
(393-460)
Bischof, Theologe und Kirchenhistoriker. Theodoret wurde 393 in Antiochia geboren. In der frühbyzantinischen Kirchenkontroverse spielte er eine enorme Rolle. Er hat zahlreiche Schriften hinterlassen, die u. a. die Kirchengeschichte von Eusebius von Caesaria fortführt. Besonders im Mittelalter erlebten seine Ansichten, die sich auf Nestorius stützen, hohes Ansehen. Theodoret starb 460 in Kyrrhos.

Politiker und Herrscher

Alexander (1893-1920)
König von Griechenland. Alexander wurde 1893 in Tatoi geboren und besuchte die Militärakademie von Athen. Zunächst beteiligte er sich an den Balkankriegen. Von 1917 bis zu seinem Tod regierte Alexander als König von Griechenland, nachdem sein Vorgänger Konstantin I. zur Abdankung gezwungen wurde. Alexander starb 1920 durch einen Biss seines Lieblingsaffens, durch den er sich eine Blutvergiftung zuzog. Er war sehr beliebt bei seinem Volk, schon allein durch die Heirat mit Aspasia Manos, die aus altem griechischen Adel stammte.

Alexander der Große
(356 v.Chr.-323 v.Chr.)
König von Makedonien, Feldherr. Alexander III. wurde 356 v.Chr. in Pella geboren und erweiterte das Reich seines Vaters Philipp II. durch sagenhafte Eroberungen. Während seines Alexanderzuges weitete er Makedonien bis nach Ägypten, Persien und Indien aus. Der Antritt seiner Regierungszeit wird als Beginn des Hellenismus-Zeitalters bezeichnet. Alexander der Große starb 323 v.Chr. in Babylon im Alter von nur 33 Jahren. Er war nicht nur König von Makedonien, sondern auch Pharao, selbsternannter Zeussohn und einer der bedeutendsten Feldherren aller Zeiten.

Georg I.
(1845-1913)
König von Griechenland. Georg I. kam 1845 in Kopenhagen als Prinz Wilhelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg zur Welt. Der gebürtige Prinz von Dänemark herrschte ab 1863 bis zu seinem Tod über Griechenland. Während seiner Regierungszeit fanden unter anderem die ersten neuzeitlichen Olympischen Spiele statt (1896). Georg I. wurde 1913 in Thessaloniki von einem Attentäter niedergeschossen und starb dabei.

Georg II. (1890-1947)
Georgios II. wurde 1890 in Tatoi geboren. Charakteristisch für ihn sind seine zwei Regierungszeiten in Griechenland – einmal von 1922-1924 (danach gab es eine Republik) und einmal von 1935-1947 (Volksabstimmung). Es gab zu seiner Zeit immer wieder Rebellionen und Aufstände bezüglich der Staatsform. Zuweilen verbrachte er Jahre im Exil. Georg II. starb 1947 in Athen und war mit Prinzessin Elisabeth von Rumänien verheiratet.
 
Phaidon Gizikis (1917-1999)
Präsident und General der griechischen Armee. Phaidon Gizikis wurde 1917 in Wolos geboren und besuchte unter anderem die Militärakademie und die Nationale Verteidigungsschule. In der Armee wurde er immer weiter befördert. Im Jahr 1967 befürwortete er den Militärputsch von Georgios Papadopoulus. Weitere Beförderungen folgten, bis er schließlich 1973 zum Präsidenten des diktatorischen Landes ernannt wurde. Seine Amtszeit dauerte bis 1974. Gizikis starb 1999 in Athen.

Konstantinos Karamanlis
(1907-1998)
Premierminister, Staatspräsident, Jurist. Konstantinos Karamanlis wurde 1907 im heutigen Proti geboren und studierte Jura in Athen. Er war zweimal als griechischer Premierminister tätig – zwischen 1955/63 sowie zwischen 1974/80. Außerdem fungierte Karamanlis als Staatspräsident zwischen 1980/85 und 190/95. Von Politikern oft weniger gemocht als von seinen Landsleuten, schaffte er u. a. den Schritt von der Militärdiktatur zur Demokratie. Konstantinos Karamanlis starb 1998 in Athen.

Konstantin I. (1868-1923)
König. Konstantin I. wurde 1868 in Athen geboren und studierte unter anderem in Heidelberg und Leipzig. Zunächst schlug er eine Laufbahn in der Armee ein und beteiligte sich an mehreren Kriegen. Er regierte Griechenland zweimal – zwischen 1913/17 und 1920/22. Beide Male wurde er zur Abdankung gezwungen, da die griechische Armee zu dieser Zeit von anderen Ländern geschlagen wurde. Konstantin I. starb 1923 in Palermo.

Konstantin II. (geb. 1940)
Letzter König Griechenlands. Konstantin II. wurde 1940 in Psychiko geboren und führte zunächst sowohl einen Prinzentitel als auch die Bezeichnung Herzog von Sparta. Zwischen 1964-1967 regierte er als letzter König von Griechenland. Der sehr junge Herrscher erfuhr viel Kritik zum Beispiel von seinem Ministerpräsidenten Papandreou. Es gab einen Putschversuch und der König floh ins Exil. Bis zum heutigen Tag sieht er sich als griechischer König, was ihm nicht nur Freunde einbringt in seinem Land. Konstantin II. ist der Bruder von Sophia, Königin von Spanien.

Pavlos Kountouriotis
(1855-1935)
Vizekönig von Griechenland, Admiral, Staatspräsident. Pavlos Kountouriotis wurde 1855 auf der griechischen Insel Hydra geboren und schlug wie seine Vorfahren eine Militärlaufbahn ein. Er tat sich als Held des Ersten Balkankrieges hervor. Nach ihm sind mehrere griechische Kriegsschiffe benannt. Im Jahr 1920 und zwischen 1923/24 amtierte er zweimal als Vizekönig. Pavlos Kountouriotis starb 1935 in Phaleron.

Otto
(1815-1867)
Erster König von Griechenland. Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach wurde 1815 in Salzburg geboren. Der bayrische Prinz regierte Griechenland von Gottes Gnaden ab 1832 bis zu seinem Sturz (Volkes Ungnade) 1865. Sein großes Verdienst war die griechische Kulturpolitik, die sich auf deutsche Muster stützte sowie seine zahlreichen Bildungsbauten wie die Athener Nationale und Kapodistrias-Universität. Außenpolitisch konnte er wenig bewirken. Auch waren die Griechen nicht einverstanden mit seiner Herrschaft und putschten gegen Otto, der ins Exil floh. Otto starb 1867 in Bamberg.

Theodoros Pangalos
(1878-1952)
Politiker und General. Theodoros Pangalos wurde 1878 in Salamis geboren und war wesentlich am Militärputsch beteiligt, als König Konstantin I. gestürzt wurde. Pangalos hat sich später einen Namen als Kriegsminister gemacht. Im Jahr 1925 riss er die griechische Macht an sich und setzte ein Jahr später die Landesverfassung außer Kraft. Auch nötigte er den amtierenden Präsidenten zum Rücktritt und ernannte sich kurzzeitig selbst zum Präsidenten mittels Scheinwahl. Theodoros Pangalos starb 1952 in Athen.

Georgios Papadopoulos
(1919-1999)
Politiker, Offizier, Entscheider der Militärdiktatur. Georgios Papadopoulos wurde 1919 in Peloponnes geboren und spielte eine wichtige Rolle während der griechischen Militärdiktatur. Er ernannte sich u. a. zum Vizekönig 1972. Ein Jahr später proklamierte er die Republik und ernannte sich zum Präsidenten des Staates Griechenland. Doch schon im November wurde er gestürzt. Georgios Papadopoulos starb 1999 in Athen, nachdem man ihm wegen Hochverrats den Prozess gemacht hatte.

Andreas Georgiou Papandreou (1919-1996)
Ministerpräsident. Andreas Georgiou Papandreou wurde 1919 auf Chios geboren und studierte Jura in Athen. Später führte er seine Studienlaufbahn in den USA weiter, wo ihm u. a. Professuren angeboten wurden. Ab 1959 lebte er wieder in Griechenland und stieg zunächst in die Wirtschaft ein. Zwischen 1981/89 und 1993/96 amtierte er als griechischer Ministerpräsident. Papandreou starb 1996 in seiner Villa in Athen. Er war ein großer Redner, der für massenhafte Begeisterungsstürme unter den Griechen sorgte. Und er war Sozialist.

Giorgos Andrea Papandreou (geb. 1952)
Ministerpräsident. Giorgos Andrea Papandreou wurde 1952 in St. Paul, USA geboren als Nachfahre zweier griechischer Ministerpräsidenten. Er studierte in Stockholm, London und den USA. Papandreou war u. a. Außenminister von Griechenland (1999-2004) und später ab 2009 ebenfalls Ministerpräsident. Den Posten musste er jedoch 2011 verlassen aufgrund der griechischen Finanzkrise, die seine Amtszeit überschattete.

Karolos Papoulias
(geb. 1929)
Staatspräsident. Karolos Papoulias wurde 1929 in Ioannina geboren und studierte Jura in Athen sowie in Köln. Er hatte bereits mehrere politische Ämter inne – u. a. Außenminister und Verteidigungsminister. Seit 2005 fungiert er als Staatspräsident in Griechenland. Er ist Sozialist und erhielt bisher mehr Stimmen bei einer Staatspräsidentenwahl als jemals ein Berufener davor.

Perikles
(etwa 490 v.Chr.-429 v.Chr.)
Athenischer Staatsmann und General. Er gilt neben Kleisthenes als Begründer der athenischen Demokratie, trug jedoch Mitverantwortung am Ausbruch des Peloponnesischen Krieges. Perikles war ein großer Stratege, der zu den bedeutendsten griechischen Machthabern der Antike gehörte. Gewandt in Rhetorik und Kriegsführung konnte er die Athener Vormachtstellung im so genannten Attischen Seebund sichern. Dem herausragenden Förderer der Kultur ist ebenso der Großteil des Baus der Akropolis zu verdanken. Perikles starb 429 v.Chr.

Paul
(1901-1964)
König. Paul I. von Griechenland wurde 1901 in Athen geboren. Zwischen 1947 und 1964 amtierte er als König von Griechenland. Er pflegte besondere Beziehungen zu Deutschland, die ihm diverse deutsche Ehrungen einbrachte. Paul ist der Vater von Konstantin II. sowie von Sophia, die als Königin von Spanien regiert. Paul starb 1964 in Tatoi.

Christos Sartzetakis (geb. 1929)
Präsident von Griechenland. Christos Sartzetakis wurde 1929 in Thessaloniki geboren, wo er später Jura studierte und zunächst als Anwalt arbeitete. Er stieg zum Untersuchungsrichter auf. Von den Obristen wurde er zweimal verhaftet Ende der 1960er Jahre, nachdem sie ihn von seinem Amt enthoben hatten. Zwischen 1985 und 1990 regierte er als Präsident von Griechenland, wobei er keiner Partei angehörte. Sein Vorgänger Karamanlis wurde auch sein Nachfolger im Mai 1990.

Konstantinos Simitis (geb. 1936)
Ministerpräsident. Konstantinos Simitis wurde 1936 in Piräus geboren. Er studierte zunächst Jura und Wirtschaftswissenschaften in Marburg. Später studierte er in London, und lehrte in Konstanz und Gießen. Ab 1977 arbeitete er als Professor an der Universität von Athen. Er hatte sich politisch bereits als Gegner der Militärdiktatur Griechenlands einen Namen gemacht. Zwischen 1996-2004 war er als Ministerpräsident in Griechenland tätig.

Michail Stasinopoulos (1903-2002)
Präsident von Griechenland. Stasinopoulos wurde 1903 in Messini geboren und studierte Jura an der Universität von Athen. Er war u. a. als Professor und Rektor an der Panteion-Universität von Athen tätig. In den 1950er Jahren betätigte er sich zunehmend politisch und hatte das Amt als Minister des Premierministers inne. Zwischen 1974 und 1975 war er als erster Präsident von Griechenland ernannt worden nach der Militärdiktatur. Stasinopoulos starb 2002 in Athen.

Alexis Tsipras (geb. 1974)
Tsipras wurde am 28. Juli 1974 als jüngstes von drei Kindern in Athen geboren.
Er ist seit Februar 2008 Vorsitzender der linken Partei SYRIZA und seit dem 26. Januar 2015 - mit einer kurzen  Unterbrechung nach seinen Rücktritt - Ministerpräsident des Landes.
Nach dem Abitur studierte er Bauingenieurswissenschaften an der Nationalen Technischen Universität Athen. Nach seinem Abschluss arbeitete er in der Bauwirtschaft. Von 2003 bis 2004 leistete er seinen Wehrdienst bei der Marine ab

Sein politisches Engagement begann Tsipras bereits im Alter von 16 Jahren in der Kommunistischen Jugend Griechenlands. Als sich die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) 1991 vom Linksbündnis Synaspismos trennte, schloss er sich der Jugendorganisation des Synaspismos an.
1999 wurde er Sekretär der Jugendorganisation der linken Partei Synaspismos und im Dezember 2004 wurde er in das Zentralkomitee und in den Parteivorstand gewählt.
Als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeister bei der Wahl im Oktober 2006 war kam er auf 10,5 % der Stimmen und wurde damit Mitglied des Athener Stadtrats.
Einen großen Karrieresprung machte er im Februar 2008 als er zum Vorsitzenden der Partei gewählt wurde. Nach der Parlamentswahl im Oktober 2009 wurde er Abgeordneter im griechische Parlament, wo er Vorsitzender des Parteienbündnisses SYRIZA wurde, die im Mai 2012 in eine Partei mit dem Vorsitzenden Tsipras umgewandelt wurde. Synaspismos löste sich anschließend auf. Bei der Wahl 2012 wurde SYRIZA mit 26,9 Prozent zweitstärkste Partei und bei der vorgezogenen Parlamentswahl vom 25. Januar 2015 erhielt SYRIZA 36,3 % der Stimmen.
Daraufhin wurde Tsipra Ministerpräsident des Landes
Am 20. August 2015  trat er wegen massiver Schwierigkeiten innerhalb seiner Partei vom Amt des Ministerpräsidenten zurück.
Aber nach der Neuwahl am 20. September 2015 wurde er erneut zum Ministerpräsidenten gewählt und seine Partei SYRIZA ging wieder eine Koalition mit ANEL ein. Die Koalition verfügt  insgesamt über 155 der 300 Parlamentssitze.
 

Yanis Varoufakis (geb. 1961)
Varoufakis wurde am 24. März 1961 in Athen geboren. Er ist Wirtschaftswissenschaftler und besitzt zur griechischen auch die australische Staatsangehörigkeit.
Bei der Parlamentswahl 2015 wurde er für SYRIZA ins griechische Parlament gewählt und war vom 27. Januar bis zum 6. Juli 2015 Finanzminister im Kabinett von Ministerpräsident Alexis Tsipras.
Er gefiel sich in humorvollen bis provokanten Sprüchen und ist ein leidenschaftlicher Motorradfahrer.
Nach dem Abitur an der Privatschule Moraitis in Athen studierte er Wirtschaftsmathematik an der Universität Essex sowie mathematische Statistik und Spieltheorie an der Universität Birmingham.
Im Jahr 1987 machte er in Essex in Großbritannien seinen Doktorlehrte in Ökonomie promoviert, zudem war er bis 1988 Fellow und Dozentan der Universität Cambridge. Auch an den Universitäten von East Anglia, Glasgow und Sydney lehrte er und kehrte im September 2000 als Professor für Ökonomie an die Nationale und Kapodistrias-Universität Athen nach Griechenland zurück. Außerdem war er ab 2013 Gastprofessor an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs der Universität Texas in Austin.

Schauspieler und Regisseure

Theodoros Angelopoulos (geb. 1935)
Regisseur. Theodoros Angelopoulos wurde 1935 in Athen geboren, wo er später Jura studierte, jedoch keinen Abschluss machte. Fasziniert vom französischen Kino, studierte er in Paris Filmwissenschaften. Zu seinen Arbeiten gehören der ausgezeichnete Film "Die Wanderschauspieler" aus dem Jahr 1975, der ebenfalls prämierte Streifen "Der große Alexander" aus dem Jahr 1980 sowie der mit der Goldenen Palme geehrte Film "Die Ewigkeit und ein Tag" (1998),

Michael Cacoyannis (1922-2011)
Regisseur, Produzent, Drehbuchautor. Michael Cacoyannis wurde 1922 auf Zypern geboren. Sein bekanntester Film ist wohl "Alexis Sorbas" aus dem Jahr 1964, dessen Hauptrolle Anthony Quinn spielte. Von den sieben Oscar-Nominierungen gewann der Film drei der begehrten Trophäen. Mit "Elektra" (1962) holte er in Cannes einen Preis. Weitere Filme waren z. B. "Stella" sowie "The Trojan Women" mit Katherine Hepburn. Michael Cacoyannis starb 2011 in Athen.

John Cassavetes (1929-1989)
Regisseur, Produzent, Drehbuchautor, Schauspieler. John Cassavetes wurde 1929 in New York als Sohn einer griechischen Einwandererfamilie geboren. Durch seine Filme in den 60er Jahren (z. B. "Gesichter") machte er sich schnell einen Namen als Begründer des Independentfilms in den USA. Seine Methode stützte sich auf schnelle Handkameraläufe, Originalschauplätze, wenig Kunstlicht usw. Außerdem ging es ihm um die Darstellung völlig normaler Menschen. Als Schauspieler trat er u. a. in Polanskis "Rosemaries Baby" und in "Columbo" aus dem Jahr 1972 auf. John Cassavetes starb 1989 in Los Angeles.

Constantin Costa-Gavras (geb. 1933)
Griechisch-französischer Regisseur und Drehbuchautor. Constantin Costa-Gavras wurde 1933 in Arkadien geboren. Er studierte in Athen und Paris. Insbesondere seine politischen Filme verhalfen ihm zu internationalem Durchbruch. Darunter auch "Z" (1968), für den er einen Oscar erhielt. Mit der Verfilmung des Theaterstücks "Der Stellvertreter" von Hochhuth im Jahr 2002 wurde er u. a. mit dem César ausgezeichnet. Und auf der Berlinale 2008 holte er sich einen Goldenen Bären für "Music Box – Die ganze Wahrheit".

Hermes Hodolides (geb. 1963)
Schauspieler. Hermes Hodolides wurde 1963 in Thessaloniki geboren. Bekannt wurde er durch seine Rolle des Vasily Sarikakis in der "Lindenstraße", der seit der allerersten Folge der erfolgreichen deutschen Serie mit an Bord ist. Zuvor wurde Hodolides an unterschiedlichen Schulen in Schauspiel, Malerei und Bühnenbild ausgebildet.

Melina Mercouri (1920-1994)
Schauspielerin, Sängerin und Politikerin. Melina Mercouri wurde am 18. Oktober 1920 in eine wohlhabende Athener Familie hineingeboren. Sie spielte u. a. in "Stella" (1955), "Sonntags ... nie! (1960, sie wurde ausgezeichnet in Cannes und Oscar-nominiert) und "Phaedra" (1962). Als Sängerin hatte sie 1960 ihren ersten großen Erfolg mit dem Lied "Ein Schiff wird kommen".Im Oktober 1981 wurde sie unter dem neugewählten griechische Ministerpräsident Andreas Papandreou  Kulturministerin in seinem Kabinett. Dieses Amt bekleidete sie von 1981 bis 1989 und dann wieder von 1993 bis 1994 . Melina Mercouri starb 1994 in New York.

Irene Papas (geb. 1926)
Schauspielerin und Sängerin. Irene Papas wurde 1926 bei Korinth geboren. Sie hat in mehr als 80 Filmen mitgespielt, darunter in international erfolgreichen Streifen wie "Alexis Sorbas", "Elektra", "Z" und "Die Abenteuer des Odysseus". In ihrer Heimat konnte sie auch als Sängerin punkten, wo sie u. a. mit Vangelis zusammenarbeitete. Papas steht nun hauptsächlich auf Theaterbühnen und unterrichtet Schauspielschüler in ihrem Fach.

Telly Savalas (1922-1994)
Schauspieler, Sänger. Telly Savalas wurde 1922 in Garden City in eine Familie griechischer Einwanderer hineingeboren. Ein Studium der Psychologie brach er ab. Für seine Rolle in "Der Gefangene von Alcatraz" (1962) wurde er für einen Oscar nominiert. Seinen berühmtesten Auftritt hatte er in der erfolgreichen Krimiserie "Kojak – Einsatz in Manhattan" (1973-1978). Die Liste seiner Kinofilme ist lang, darunter "James Bond" (1969) und "The Muppet Movie (1979). Als Sänger schaffte er es mehrmals in die Top Ten der Charts, z. B. mit "If" (1975). Telly Savalas starb 1994 in Kalifornien.

Billy Zane (geb. 1966)
Griechisch-US-amerikanischer Schauspieler. William George Zane wurde 1966 in Chicago als Sohn von griechischen Einwanderern geboren. Sein Debüt gab er in dem Film "Zurück in die Zukunft" (1985). Seinen absoluten Durchbruch hatte er jedoch mit James Camerons "Titanic" (1998), in dem er den Bösen spielte. Weitere Streifen, in denen Zane zu sehen ist, sind "Orlando" (1992), "Geschichten aus der Gruft" (1993), "Das Phantom" (1996) sowie "The Mad" (2007).

Schriftsteller und Dichter

Aischylos (525 v.Chr.-456 v.Chr.)
Tragödiendichter. Aischylos wurde 525 v.Chr. in Eleusis als Nachkomme von Adligen geboren und avancierte zu einem der drei größten griechischen Tragödiendichter. Im Jahr 490 v.Chr. nahm er für Athen an der Schlacht bei Marathon gegen die Perser teil; 472 v. Chr. wurde sein Drama "Die Perser" in Athen uraufgeführt. Insgesamt konnten sieben seiner Dichtungen erhalten bleiben. Aischylos starb 456 v.Chr. im sizilianischen Gela.

Anakreon (ca. 575/570 v.Chr.-495 v.Chr.)
Lyriker; Anakreon wurde ca. 575 v.Chr. in Teos geboren. Nach ihm ist die Anakreontik benannt worden, die so genannte Hirtendichtung. Anakreon wird als einer der neun Lyriker angesehen, die den altgriechischen Kanon bilden. Insgesamt konnten nur drei seiner Gedichte in die Neuzeit gerettet werden. Anakreons Themen waren Liebe, Geselligkeit, Schönheit, Wein. Er starb 495 v.Chr. in Athen.

Aristophanes (ca. 450/444 v.Chr.-ca. 385 v.Chr.)
Komödiendichter. Aristophanes wurde zwischen 450 und 444 v.Chr. in Athen geboren. Sein berühmtestes Werk waren "Die Frösche". "Lysistrata" zählt ebenfalls zu den Bekannteren, die noch heute auf Theaterbühnen gespielt werden. Er war ein satirischer Meister voller Spott, Geist und Kritik, der oft ausgezeichnet wurde. Aristophanes hat Sätze geprägt wie "Eulen nach Athen tragen". Er starb 385 v.Chr. in Athen.

Äsop (ca. 600 v.Chr.)
Fabeldichter. Äsop lebte um 600 v.Chr. in Griechenland und soll von niederer Abstammung gewesen sein. Viel ist nicht bekannt aus seinem Leben. Er gilt als der Begründer von Fabeldichtungen, die zu seiner Zeit eher dem Volk als dem höheren Geschlecht zuzuordnen waren. Von Äsop kennt man "Der Fuchs und die Trauben" oder auch "Vom Fuchs und Raben". Er hat den Ausdruck geprägt "sich mit fremden Federn schmücken".

Euripides (ca. in den 480ern v.Chr.- 406 v.Chr.)
Klassischer Dramatiker, Tragödiendichter. Euripides wurde in den 480er Jahren v.Chr. in Salamis geboren. Er führte zwischen 455 und 408 v.Chr. regelmäßig Tetralogien im Agon zu Athen auf und ist von den drei großen griechischen Tragödiendichtern der modernste gewesen. Euripides, von dem 18 Werke in die Neuzeit gerettet werden konnten, hatte das Glück, dass seine Werke am häufigsten beachtet und aufgeführt worden von den drei Großen.

Hesiod (ca. 700 v.Chr.)
Epiker. Wenig ist vom Leben des großen Mythikers überliefert worden. Wahrscheinlich soll er Ackerbau betrieben haben neben seinen Schriften. Fakt ist, er gilt als Begründer des didaktischen Epos und hat neben Homer die griechische Mythologie entwickelt. "Werke und Tage" ist eines seiner Hinterlassenschaften – ein Lehrgedicht um Prometheus und die Büchse der Pandora.

Homer (ca. 850 v.Chr. oder 1200 v.Chr)
Epiker und ältester namentlich bekannter griechischer Dichter. Homer ist der Verfasser der Werke "Illias" und "Odyssee", die noch heute regelmäßig aufgeführt und als Bücher verlegt werden. Er wird als Wegbereiter der abendländischen Dichtung begriffen und hat die griechische Mythologie wesentlich begründet. Seine Herkunft ist unbekannt. Fakt ist, dass er zu den Weltliteraten zählt.

Ibykos (ca. 6. Jhd.)
Lyriker. Ibykos lebte und schrieb vermutlich in der Mitte des 6. Jahrhunderts. Vor allem Erotik und Sinneslust zeichneten seine Themenwahl aus. Friedrich Schiller hat die Persönlichkeit, die zum Kanon der neun Lyriker der Antike zählt, in seiner Ballade "Die Kraniche des Ibykos" verewigt. Angeblich soll Ibykos ermordet und die Ergreifung der Mörder von Kranichen initiiert worden sein, die den entscheidenden Hinweis gaben.

Plutarch (ca. 45-125)
Schriftsteller. Plutarch wurde etwa um 45 n.Chr. in Chaironeia geboren. Insbesondere Biographien von z. B. Kaisern waren seine Stärke. Aber auch in der Philosophie kannte sich Plutarch aus, da er verschiedene Schulen der Philosophie studiert hatte. Seine Parallelbiographien, die jeweils einen griechischen und einen römischen Bürger verglichen, zählen zu den bedeutendsten Hinterlassenschaften Plutarchs, z. B. Alexander vs. Cäsar oder Perikles vs. Fabius.

Simonides von Keos (ca. 557/556 v.Chr.-469 v.Chr.)
Dichter. Simonides von Keos hatte adlige Wurzeln und stammt von der Insel Keos ab. Er gehört zum antiken Kanon der neun Lyriker und gilt als Begründer der Gedächtniskunst (Mnemotechnik). Vor allem Siegeslieder stammen aus seiner Feder. Außerdem dichtete er Aphorismen wie diesen: "Die Malerei ist eine stumme Poesie und die Poesie ist eine redende Malerei."

Pindar (ca. 522/518 v.Chr.-445 v.Chr.)
Dichter. Pindar wurde in Kynoskephalei in eine adlige Familie hineingeboren. Er wurde in den Kanon der neun Lyriker der Antike aufgenommen. Seine Werke werden als Gesamtkunstwerke betrachtet, die durch Chöre mit Instrumentalbegleitung vorgetragen wurden. Sein Thema waren Siegeshymnen. Friedrich Hölderlin übersetzte Pindar übrigens, der etwa 445 v.Chr. starb.

Sappho (ca. 630/612 v.Chr.-ca. 570 v.Chr.)
Bedeutendste Lyrikerin der Antike. Sappho entstammt vermutlich einem Adelsgeschlecht mytilenischer Herkunft und gehört in die Reihe der neun Dichter der Antike. Ihre Themen waren Liebe, Götter, Hochzeit. Sappho schrieb viele Hymnen und ihre Werke sind meist mit homoerotischen Anspielungen verwoben. Für Platon war sie die zehnte Muse. In die Neuzeit konnte nur ein Bruchteil ihrer Dichtung gerettet werden, ca. 7 Prozent.

Sophokles (ca. 497/496 v.Chr.-406/405 v.Chr.)
Tragödiendichter. Sophokles wurde in Kolonas als Kind eines Fabrikanten, der mit Waffen handelte, geboren. Mehr als 100 Werke konnten vom Liebling der Götter überliefert werden, darunter "Antigone" und "König Ödipus", die immer noch regelmäßig gespielt werden. Er zählt zu den drei bedeutendsten Tragödiendichtern der Antike und starb etwa 406/405 v.Chr. in Athen.

Anyte von Tegea (ca. 3. Jhd.)
Dichterin. Anyte von Tegea wurde vermutlich im frühen 3. Jahrhundert in Tegea geboren. Berühmt geworden ist sie durch ihre Epigramme und Epitaphs. Vermutlich soll sie eine Dichtungsschule geführt haben. Es konnten 18 Epigramme von ihr überliefert werden. Ihre Lyrik befasste sich mit Landschaften und Naturbeschreibungen. Zuweilen wurde sie als weiblicher Homer bezeichnet und zu den neun Musen gerechnet.
 

Odysseas Elytis (1911-1996)
Dichter und Literaturnobelpreisträger. Odysseas Elytis wurde 1911 auf Kreta geboren und studierte Jura in Athen. Schon früh führte er jedoch ein Schriftsteller- und Künstlerleben. Seine ersten lyrischen Schriften erschienen im Jahr 1935. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Generation der 30er-Jahre und erhielt 1979 den Nobelpreis für Literatur. Auch Prosa hat er verfasst, z. B. "Private Straße". Zu seinen Freunden zählten Breton, Picasso und Éluard. Odysseas Elytis starb 1996 in Athen.

Nikos Kazantzakis
(1883-1957)
Schriftsteller. Nikos Kazantzakis wurde 1883 auf Kreta geboren. Er studierte Jura in Athen und ging später nach Frankreich, um bei Henri Bergson weitere Studien aufzunehmen. Kazantzakis ist einer der bekanntesten und populärsten griechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. "Alexis Sorbas" und "Die letzte Versuchung" zählen zu seinen Werken, die auch verfilmt wurden. Nikos Kazantzakis starb 1957 im baden-württembergischen Freiburg.

Kostis Palamas (1859-1943)
Dichter, Schriftsteller, Dramatiker. Kostis Palamas wurde 1859 in Patras geboren. Zu seinen Werken zählt u. a. die Olympischen Hymne. Palamas gehört der Generation von 1880 an und ist einer der bedeutendsten Vertreter dieser Richtung. "Lieder meiner Heimat", "Die Augen meiner Seele" und "Die Wölfe" sind Gedichte von ihm. Die Erzählung "Tod eines Pallikaren" ist eines seiner größeren Prosastücke. Kostis Palamas starb 1943 in Athen.

Giannis Ritsos (1909-1990)
Schriftsteller und Lyriker. Giannis Ritsos wurde 1909 in Monemvasia geboren. Insbesondere Gedichte, Monologe und lyrische Dramen hat ihm die Welt zu verdanken. Charakteristisches ästhetisches Merkmal Ritsos ist die "Maskierung", so z. B. in "Die Rückkehr der Iphigenie". Weitere Werke sind "Schlaflosigkeit", "Wenn der Fremde kommt" und "Die Wand im Spiegel". Giannis Ritsos starb 1990 in Athen.

Giorgos Seferis (1900-1971)
Schriftsteller, Diplomat und Literaturnobelpreisträger. Giorgos Seferis wurde 1900 im heutigen Izmir geboren. Seferis wird als Begründer der Generation der 30er-Jahre gehandelt, der in seinem Werk die Moderne einleitete. Zu seinen Veröffentlichungen gehören auch Tagebücher und Essays. Im Jahr 1963 verlieh man ihm den Nobelpreis für Literatur. Ins Deutsche wurden u. a. seine "Logbücher" übersetzt und "Ionische Reise". Giorgos Seferis starb 1971 in Athen.

Lily Zografou (1922-1998)
Schriftstellerin und Journalistin. Lily Zografou wurde 1922 auf Kreta geboren. Sie studierte Philologie und engagierte sich in der antifaschistischen Befreiungsbewegung. Zu Zografous Werken zählen "Beruf: Hure" und "Die Frauen der Familien Ftenoudos". Sie gilt als äußerst umstritten und ist eine der bedeutendsten griechischen Autorinnen, die Bestseller vorzuweisen hat. Lily Zografou starb 1998 in Iraklio.

Sportler

Astylos von Kroton (5. Jh. v.Chr.)
Athlet. Astylos von Kroton lebte im 5. Jahrhundert v.Chr. zur Zeit der Perserkriege. Er ging als achtfacher Olympiasieger in die Geschichte ein. Zudem war er durch seine sportlichen Leistungen der zweite "Triastes" (Dreifachsieger) der Antike. Seine Disziplinen waren Doppellauf und Waffenlauf. Er ist ebenso der erste bekannte Sportler, der sich von einer anderen Stadt abwerben ließ.

Milon von Kroton (6. Jh. v.Chr.)
Ringkämpfer. Milon von Kroton gewann über einen Zeitraum von fast 30 Jahren die olympischen Ringkämpfe und gilt als größter antiker Sportler. Er siegte außerdem bei fünf Olympiaden. Es ist überliefert, das er der Schüler von Pythagoras gewesen sein soll, der sich ebenfalls als Ringkämpfer betätigte.

Diagoras von Rhodos (5. Jh. v.Chr.)
Faustkämpfer. Diagoras von Rhodos lebte im 5. Jahrhundert v.Chr. und ging als berühmtester antiker Boxer in die Geschichte ein. Der als Ausnahmetalent gefeierte Sportler ging im Jahre 464 v.Chr. als Olympiasieger hervor. Auch zwei seiner Söhne wurden Olympiasieger, genauso, wie noch seine Enkelkinder angesehene Athleten waren.

Leonidas von Rhodos (2. Jh. v.Chr.)
Läufer. Leonidas von Rhodos hat sich als 12-facher Olympiasieger einen Namen gemacht. Er wird als schnellster Läufer der Antike gehandelt und erhielt den Beinamen "Triastes" (Dreifachsieger). Sowohl im Stadion-, Waffen- als auch im Doppellauf punktete er am erfolgreichsten.

Antoniadis Antonis (geb. 1946)
Fussballspieler. Antoniadis Antonis wurde 1946 geboren und hat eine 22-Jahre währende Fußballkarriere hingelegt. Die Welt feiert ihn als den erfolgreichsten Stürmer von Griechenland. Zunächst spielte er in Xanthi, wechselte später aber nach Athen zum Verein Panathinaikos, wo er fünffacher Torkönig wurde. Im Jahr 1978 erfolgte ein kurzer Wechsel zu Olympiakos Piräus. Zwischen 1970 und 1976 schoss er sechs Tore für die griechische Nationalmannschaft. Antoniadis Antonis ist seit 2008 Vizepräsident bei Panathinaikos.

Thomas Bimis
(geb. 1975)
Turmspringer im Synchronspringen. Thomas Bimis wurde 1975 in Athen geboren und ging mit seinem Teampartner als Olympiasieger 2004 im Turmspringen vom 3-Meter-Brett hervor. Damit gewann Griechenland das erste Mal olympisches Gold in dieser Disziplin und hatte zwei neue Helden zu feiern.

Chelios Chris (geb. 1962)
Eishockeyspieler. Chelios Chris wurde 1962 in Chicago als Sohn griechischer Eltern geboren. Schon während der Schulzeit in Amerika spielte er Eishockey. Er stieg auf bis zur NHL, wo er zwischen 1984 und 2010 in unterschiedlichen Vereinen auf dem Eis antrat, u. a. für die Detroit Wings und die Atlanta Trashers. Es gab unzählige Erfolge und Ehrungen für Chelios Chris und seine Teams, z. B. 1996 die Goldmedaille im World Cup of Hockey oder 2002 die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen.

Pyrros Dimas (geb. 1971)
Gewichtheber und Rekord-Olympiasieger. Pyrros Dimas wurde 1971 in Himara geboren und ging erstmals in seiner Karriere als Olympiasieger 1992 hervor. Vier Jahre später siegte er erneut bei der Olympiade. Insgesamt holte er sieben Weltmeistertitel und dreimal den Europameistertitel. Als Präsident des griechischen Gewichtheberverbands ΕΟΑΒ ist Dimas seit 2008 tätig.

Nikos Galis (geb. 1957)
Basketballspieler. Nikos Galis wurde 1975 in New Jersey geboren als Sohn von Griechen. Zwischen 1975 und 1979 spielte er im US-amerikanischen Team der Seton Hall Universität. Ab 1979 ging er für Griechenland aufs Spielfeld, warf für Aris Thessaloniki bis 1992 erstaunliche Körbe und verhalf der Mannschaft zu erheblichen Ansehen. Zwischen 1980 und 1991 war er außerdem in der griechischen Nationalmannschaft tätig. Acht griechische Meisterschaftssiege konnte er erzielen sowie fünf Pokalsiege. Im Jahr 1987 kürte man ihn zum Basketballspieler des Jahres.

Fani Halkia (geb. 1979)
Hürdenläuferin. Fani Halkia wurde 1979 in Larisa geboren. Als Olympiasiegerin ging sie 2004 im Hürdenlauf über 400 Meter hervor und avancierte zur Nationalheldin ihres Landes. In Peking trat sie 2008 erneut bei den Olympischen Spielen an, wurde jedoch wegen Dopings disqualifiziert.

Ilias Iliadis (geb. 1986)
Olympiasieger im Judo. Ilias Iliadis wurde 1986 in Georgien als Sohn von griechischen Eltern geboren. Im Jahr 2004 holte er bei den Olympischen Spielen in Athen die Goldmedaille. Er war da bereits Europameister im Judo gewesen. Im Jahr 2010 siegte er im Wettkampf um den Weltmeistertitel, wo er zuvor mit zweimal Silber brilliert hatte.

Giorgos Karagounis (geb. 1977)
Fußballspieler. Giorgos Karagounis wurde 1977 in Pyrgos geboren. Er spielte zunächst für Panathinaikos Athen, bevor er 2003-2005 von Inter Mailand eingekauft wurde. Nach einem Wechsel zu Benefica Lissabon, ging der Mittelfeldspieler 2007 zurück zu Panathinaikos. Er konnte mit seinen Vereinen u. a. den Europameistertitel 2004 holen und den griechischen Pokalsieg 2010. Seit 1999 spielt Karagounis für die griechische Nationalmannschaft.

Yiannis Kouros (geb. 1956)
Ultramarathonläufer und Extremläufer. Yiannis Kouros wurde 1956 in Tripoli geboren. Der legendäre Läufer hat zahlreiche Weltrekorde im Marathon, Ultramarathon, im 24-Stunden-Lauf bis hoch zum 10-Tage-Lauf erzielt. In nur 2 Stunden und 25 Minuten lief er bisher seine Bestzeit im Marathon. Als vierfacher Sieger ging er ebenfalls im Spartathlon hervor. Kouros lebt in Australien seit 1990.

Spyridon Louis (1873-1940)
Langstreckenläufer. Spyridon Louis wurde 1873 in Maroussi geboren und stammt von einem Bauern ab. Der ursprüngliche Wasserträger ging als legendärer erster Marathonsieger in die Weltgeschichte ein. Das war im Jahr 1896. Louis, der zum Nationalheld avancierte, starb 1940 in seinem Heimatort.

Mirela Maniani (geb. 1971)
Speerwerferin. Mirela Maniani wurde 1976 in Durrës geboren. Mit zwanzig Jahren nahm sie zum ersten Mal an Olympischen Spielen teil, jedoch noch nicht als Sportlerin, sondern als Fahnenträgerin. Insgesamt konnte sie zwei Weltmeistertitel holen – 1999 und 2003. In den Jahren 2000 und 2004 war sie unter den ersten drei Siegern von Olympia im Speerwerfen.

Pete Sampras (geb. 1971)
Tennisspieler. Pete Sampras wurde 1971 in Washington als Kind von griechischen Einwanderereltern geboren. Er war ein Gigant auf dem Tennisplatz, als Tennis von der ganzen Welt geschaut wurde. Sechs Jahre lang hintereinander hielt er Platz eins der Weltrangliste. Er gewann 64 Turniere im Einzeltennis sowie zwei im Doppel. Seine erste Profisaison spielte "Pistol Pete" 1988. Sampras war zu seiner Zeit zudem der jüngste US-Open-Sieger mit 19 Jahren.

Nikolaos Siranidis (geb. 1976)
Kunst- und Turmspringer. Nikolaos Siranidis wurde 1976 in Athen geboren. Im Jahr 2004 holte er zusammen mit seinem Partner im Synchronspringen vom 3-Meter-Brett, Thomas Bimis, die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Der Sieg machte auch ihn zu einer Art griechischen Nationalhelden. Zuvor hatte er bereits 1996 und 2000 an den Olympischen Spielen teilgenommen, jedoch Plätze in den hinteren Reihen errungen.

Athanasia Tsoumeleka (geb. 1982)
Geherin. Athanasia Tsoumeleka wurde 1982 in Preveza geboren und holte mit 19 Jahren ihren ersten Titel als Vizeeuropameisterin im 10-km-Gehen. Zwei Jahre später siegte sie bei der U23-Europameisterschaft im 20-km-Gehen. Als Olympiasiegerin ging sie im Jahr 2004 im 20-km-Gehen hervor.

Demetrius Vikelas (1835-1908)
Erster Präsident des IOC. Demetrius Vikelas wurde 835 in Ermoupolis als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie geboren. Er ging als erster Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in die Geschichte ein und hielt den Posten zwischen 1894 und 1896. Demetrius Vikelas betätigte sich ebenfalls erfolgreich als Unternehmer und Übersetzer Shakespearscher Werke. Vikelas starb 1908 in Athen.

Theodoros Zagorakis (geb. 1971)
Fußballspieler. Theodoros Zagorakis wurde 1971 in Kavala geboren. Der Mittelfeldspieler war der beste Spieler der EM 2004. Zwischen 1994 und 2007 spielte er für die griechische Nationalmannschaft. Weitere Mannschaften, in denen er erfolgreich den Ball kickte, waren u. a. PAOK Thessaloniki, AEK Athen und FC Bologna. Nach der Saison von 2007 zog sich Zagorakis aus dem aktiven Fußball zurück.

Sonstige Personen

Hélène Ahrweiler (geb. 1926)
UNICEF-Botschafterin, Byzantinistin. Hélène Ahrweiler wurde 1926 in Athen geboren und ist bereits in die Liste der 100 bedeutendsten Griechen aufgenommen worden. Sie studierte Philosophie in Athen. Nach ihrem Umzug nach Paris war sie von 1976-1981 Präsidentin der dortigen Universität I Panthon-Sorbonne. Zu den Werken der vielfachen Ehrendoktorin und UNICEF-Botschafterin gehört "The Making of Europe" (1999).

Manolis Andronikos
(1919-1992)
Archäologe. Manolis Andronikos wurde in Bursa geboren, studierte in Thessaloniki und Oxford. Seinen internationalen Durchbruch erlebte er durch die archäologische Entdeckung von alten Königsgräbern in Makedonien. Er lehrte als Professor an der Universität von Thessaloniki und gründete u. a. eine Gruppe namens "Kunst". Manolis Andronikos starb 1992 in Thessaloniki.

Laskarina Bouboulina (1771-1825)
Freiheitskämpferin im griechischen Befreiungskrieg und Piratin. Laskarina Bouboulina wurde 1771 in einem Gefängnis in Konstantinopel geboren und widmete ihr Leben dem Freiheitskampf. Sie hatte sogar eine eigene kleine Armee und besorgte sich eigenständig Munition und Waffen. Als einziges weibliches Mitglied der Philiki Etaireia (Geheimbund griechischer Patrioten) hat sie sich des Weiteren einen Namen in der griechischen Geschichte gemacht. Laskarina Bouboulina starb 1825 in Spetses.

Athanasios Diakos (1788-1821)
Freiheitskämpfer, Nationalheld. Athanasios Diakos wurde 1788 in Phokis geboren. Wie Bouboulina gehörte er dem patriotischen Geheimbund der Philiki Etaireia an. Er war der Anführer einer mehr als tausend Mann starken Armee, die für die griechische Freiheit kämpfte. Athanasios Diakos starb 1821 durch Hinrichtung bei den Osmanen. Er ging als Nationalheld der griechischen Revolution in die Geschichtsbücher ein, auf den mehrere Volkslieder gedichtet wurden.

Drakon (ca. 650 v.Chr.)
Gesetzesreformer. Drakon hielt um 621 v.Chr. die damals geltenden Strafbestimmungen schriftlich fest, um die Anwendung willkürlicher Strafen zu verhindern und der Praxis der Blutrache entgegenzuwirken. Die Holztafeln wurden publikumswirksam auf dem Markt der Agora aufgehängt. Da diese Gesetzgebung in späterer Zeit als grausam und "übertrieben hart" empfunden wurde, entstand der Begriff der "drakonischen Strafen".

Herodot von Halikarnassos (ca. 484 v.Chr.-425 v.Chr.)
Historiker, Geograph und Völkerkundler. Herodot von Halikarnassos gilt als "Vater der Geschichtsschreibung" (Cicero). Sein einziges erhaltenes Werk sind die 9-bändigen "Historien", welche die Kriege der Griechen gegen die Perser (6.-5. Jhd. v.Chr.) behandelten. Um 447 v.Chr. kam er nach Athen und hatte dort Kontakt zu den größten Persönlichkeiten der damaligen Zeit (u. a. Sophokles sowie Perikles).

Giannis Latsis (1910-2003)
Reeder. Der als Captain John in die Geschichte eingegangene Verschiffungs-Tycoon wurde 1910 in einem Fischerdorf namens Katakolo geboren. Er arbeitete sich im Laufe seines Lebens vom Fischer zum wohlhabenden Reeder hoch. Sein Vermögen investierte er u. a. auch ins Ölgeschäft und in den Aufbau von Banken z. B. in Monaco. Beliebt wurde Latsis durch sein Wohltätigkeitsengagement. Zu seinen Freunden zählten mächtige Menschen wie Prinz Charles, George Bush und Marlon Brando. Giannis Latsis starb 2003 in Athen.

Mihal "Mike" Lazaridis (geb. 1961)
Gründer und Co-CEO von Research In Motion (RIM). Mihal "Mike" Lazaridis kam in der Türkei zur Welt als Sohn von Griechen. Er studierte an der Universität von Waterloo Ingenieurwesen und Informatik und spendete der Hochschule später über 50 Millionen Dollar. Für seine Errungenschaften in Sachen Filmschneidetechnik erhielt er den Technik-Oscar für Innovation. Er gründete Research In Motion im Jahr 1984, dessen Co-CEO er ist. Diese Firma stellt das Blackberry Smartphone her.

Antypas Marinos (1873-1907)
Jurist und Journalist. Antypas Marinos wurde 1873 in einem Dorf namens Ferentinata geboren und studierte in Athen. Als einer der ersten Verfechter des Sozialismus in Griechenland hatte er viele Feinde. Weiterhin gab er eine Zeitung heraus, die übersetzt "Auferstehung" heißt und von den Autoritäten verboten wurde; später landete er dafür im Gefängnis. Er setzte sich immer wieder dafür ein, Runden zu schaffen, in denen offen diskutiert werden konnte. Antypas Marinos wurde 1907 ermordet.

Capellas Michael
(geb. 1955)
Unternehmer, CEO von MCI, früher bereits von Compaq. Capellas Michael hat griechisch-italienische Wurzeln, wurde 1955 in Ohio geboren und studierte an der Kent State Universität Wirtschaft. Als Jugendlicher war er einer der besten Spieler seiner Footballmannschaft. Er ist berühmt für seine Kämpfernatur, aber auch für sein musikalisches Temperament. Seine Unternehmerkarriere zeichnet sich durch extravagante Verkäufe von Firmen aus.

Kostas Murkudis (geb. 1959)
Griechisch-deutscher Modeschöpfer. Kostas Murkudis wurde 1959 in Dresden als Sohn von griechischen Eltern geboren und studierte in Berlin Modedesign. Zu seinem Credo gehört der Spruch: "Mode ist keine Kunst. Mode ist Kommunikation." Unter anderem arbeitete er bereits mit Wolfgang Joop zusammen und war als Chefdesigner bei New York Industries tätig. Seine Linie ist bedacht auf eine unprätentiöse Wirkung. Kostas Murkudis gleichnamiges Label sitzt in West-Berlin.

Stavros Spyros Niarchos (1909-1996)
Reeder und berühmter Kunstsammler. Stavros Spyros Niarchos wurde 1909 in Athen geboren und studierte Jura. Kurz nach einer Mitarbeit in der Firma seines Onkels, veranlasste er seine Selbständigkeit als Reeder, da er ein günstigeres Preisniveau auf dem Markt (u. a. Russland) bieten konnte, was ihn wiederum sehr reich machte. Er arbeitete u. a. mit der CIA zusammen. Seine berühmte Kunstsammlung, die er teils dem Louvre vermachte, enthielt Werke u. a. von Vincent van Gogh und Henri Matisse. Stavros Spyros Niarchos starb 1996 in Zürich.

Aristoteles Sokrates Homer Onassis (1906-1975)
Reeder. Der in Smyrna (heute Izmir, Türkei) geborene Grieche ging als Jugendlicher nach Argentinien und begann dort seinen Aufstieg zu einem der bedeutendsten Reeder der Welt. Im Zweiten Weltkrieg vermietete er seine Flotte an die Alliierten, verkaufte später die damals weltweit größte Walfangflotte an die Japaner und betrieb ab 1954 sehr lukrative Geschäfte mit Saudi-Arabien. 1968 heiratete er Jackie Kennedy, die Witwe des ermordeten US-Präsidenten John Kennedy. Onassis starb 1975 in der Nähe von Paris.

Christos Charilaos Papadimitriou (geb. 1949)
Informatiker. Christos Charilaos Papadimitriou wurde 1949 in Athen geboren. Er studierte sowohl in Athen als auch in Princeton Elektrotechnik. Danach folgten mehrere Lehrtätigkeiten, z. B. an den Universitäten von Stanford und Harvard. Im Jahr 1979 publizierte er eine Gemeinschaftsarbeit mit Bill Gates. Seine Fachgebiete sind u. a. Künstliche Intelligenz, Komplexitätstheorie und Datenbanken.

Roxane (ca. 345 v.Chr.-310 v.Chr.)
Erste Frau von Alexander dem Großen. Die asiatische Prinzessin Roxane aus Baktrien war für Alexander den Großen eine Königin. Als er sie zum ersten Mal nach einer Belagerung und dem darauf folgenden Fest sah, hielt er ohne zu Zögern um ihre Hand an. Zu dieser Zeit war sie zwischen 14 und 15 Jahren jung. Sie gebar ihm seinen einzigen Sohn und wurde als einziges weibliches Wesen an sein Totenlager vorgelassen, was seinen beiden anderen Ehefrauen nicht gestattet war. Vermutlich stammte sie vom letzten Perserkönig ab.

Vassilios Skouris (geb. 1948)
Rechtswissenschaftler und Präsident des Europäischen Gerichtshofes. Vassilios Skouris wurde 1948 in Thessaloniki geboren. Er studierte in Berlin und Hamburg Jura. Im Jahr 1982 folgte er einem Ruf als Professor an die Aristoteles-Universität in Athen. Zeitweilig war er als griechischer Innenminister tätig. Zum Richter wurde er 1999 ernannt. Seit 2003 hat er das Amt des Präsidenten des Europäischen Gerichtshofes inne.

Nicolas Taralis (geb. 1975)
Deutsch-griechischer Modeschöpfer. Nicolas Taralis wurde 1975 in Toronto geboren als Sohn eines griechischen Vaters. Er wurde u. a. in New York und Paris ausgebildet und lernte bei Helmut Lang in Wien. Sein Charakteristikum ist eine strenge Linie. Seine Schnitte sind oft androgyn. Er bevorzugt es außerdem, in einem leeren Raum zu arbeiten. Taralis lebt in Paris.

Thukydides (ca. 454 v.Chr.-ca. 399/396 v.Chr.)
Historiker und General. Thukydides wurde ca. 454 v.Chr. in Athen als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren. Er war ein großer Stratege. Ausgebildet in Philosophie und Rhetorik, führte er das Werk von Herodot, seinem Vorgänger und "Vater der Geschichtsschreibung", weiter. Als Historiker bestand er jedoch darauf, sich auf reale Fakten zu konzentrieren, kritisch und objektiv vorzugehen, anstatt auf Mythen (wie Herodot) Bezug zu nehmen.

Xanthippe (5. Jhd.)
Frau von Sokrates. Xanthippe hat in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts gelebt und ist in die Geschichtsbücher eingegangen als "Schreckensweib", aufgrund ihrer Streit- und Zanklust. Sogar ein Sprichwort wurde nach ihr benannt. Aus ihrer Ehe mit Sokrates gingen drei Kinder hervor. Es heißt, sie habe ihn erst zu einem der größten Philosophen und Dialektiker gemacht durch ihre Art, ihn aus dem Haus zu vertreiben. Es gibt ein berühmtes Bild, das zeigt, wie Xanthippe einen Nachttopf über Sokrates' Kopf ausleert.

Mihalis Yannakakis (geb. 1953)
Informatiker. Mihalis Yannakakis wurde 1953 in Athen geboren. Er studierte in Athen und Princeton Elektrotechnik. Im Jahr 2002 folgte er dem Ruf als Professor an die Universität von Stanford, 2004 an die Columbia Universität.
Seine Spezialgebiete sind u. a. Algorithmenanalyse und -design, Datenbanken und kombinatorische Optimierung. Der vielfach ausgezeichnete Informatiker ist Mitherausgeber verschiedener Zeitschriften, z. B. dem "Journal of Complexity".