Kurzer geschichtlicher Abriss

Bis etwa zum Jahr 1000

Das heutige Griechenland war bereits im 4. und 3. Jahrtausend v.Chr. (Steinzeit) besiedelt. In der Bronzezeit entwickelten vorindoeuropäische Mittelmeervölker mit einfachen bäuerlichen Lebensformen in der nördlichen Ägäis die helladische Kultur.

Auf Kreta bildete sich zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. die eigenständige, orientalisch beeinflusste vorgriechische Hochkultur der Minoer heraus, die bereits weitläufige Handelsbeziehungen aufwies. Etwa zur selben Zeit erfolgte die Einwanderung der indoeuropäischen Stämme der Achäer und Ionier auf den südlichen Balkan. Unter kretischem Einfluss entwickelte sich die erste Hochkultur auf dem Boden des heutigen Griechenland, die nach einem ihrer Zentren als mykenische Kultur bezeichnet wird. Es entstanden Stadtstaaten und monumentale Kuppelgräber wie das Schatzhaus des Atreus und das Löwentor von Mykene. Als Wirtschaftsgrundlage dienten Ackerbau und Viehzucht, die Fernhandelsbeziehungen reichten u.a. nach Vorderasien und Ägypten. Die mykenische Kultur gewann um 1450 v. Chr. auch die Vorherrschaft auf Kreta.  Ab etwa 1200 v. Chr. erfolgte im östlichen Mittelmeerraum die große ägäische Wanderungsbewegung, auch "Seevölkersturm" genannt. Durch Kriege, aber auch durch Erdbeben wurde ein Großteil der Zentren der mykenischen Kultur zerstört. 

Vermutlich wanderte um 1050 v. Chr. der Stamm der Dorer ein und erlangte schließlich die Vorherrschaft über die Halbinsel Peloponnes. Gleichzeitig wurde das heutige Nordwestgriechenland von Äoliern und Ioniern besiedelt. In diese Zeit fällt vermutlich auch die von Homer beschriebene Zerstörung Trojas. Es folgte die Eroberung und Kolonisation der Westküste Kleinasiens. Griechische Städte wie Milet, Ephesos und Smyrna wurden gegründet. Aus der Epoche zwischen ca. 1200 und 800 v. Chr. gibt es keine schriftlichen Zeugnisse und nur relativ wenige archäologische Funde. Nach den Ornamenten der Keramikfunde wurde die Geometrische Phase (etwa 1050 bis 700 v. Chr.) benannt.

In der Mitte des 8. Jh. v. Chr. setzte, nicht zuletzt durch Handelsbeziehungen und daraus resultierende orientalische Einflüsse, ein steiler Aufschwung in ganz Griechenland ein. Um 750 v. Chr. verfasste Homer die Epen "Ilias" und "Odyssee". Das Alphabet hatten die Griechen von den Phöniziern übernommen, die von ihnen neu entwickelte Schriftsprache verbreitete sich relativ schnell. In der Folge begann auch die Entwicklung der ionischen Philosophie.

Es folgte etwa von 700 bis 500 v. Chr. die Archaische Phase. 

Die Polis (Stadtstaat) hatte sich bereits in den vorangegangenen Jahrhunderten in einem Großteil Griechenlands zur herrschenden Staatsform entwickelt. Darin regierte teilweise eine Adelsschicht (Oligarchie), zunehmend jedoch auch der einfache Bürger.

Etwa zwischen 750 und 550 v. Chr. wurden große Teile der Schwarzmeerregion sowie weitere Gebiete des Mittelmeerraumes wie Unteritalien und Sizilien von den Griechen erobert. Eine der Ursachen der Expansion bestand in den innerpolitischen Konflikten in den Stadtstaaten. In der Folgezeit kam es auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen der Poleis untereinander. Auf der Peloponnes entwickelte sich Sparta zur führenden Militärmacht und festigte seinen Herrschaftsanspruch um 550 v. Chr. durch den Peloponnesischen Bund.

Während des 6. und 7. Jahrhunderts wurden etliche Stadtstaaten, so Korinth, Samos und später auch Athen, von Alleinherrschern regiert (Tyrannis). Die Spartaner dagegen widersetzten sich dieser Regierungsform. In Athen wurde die Tyrannis im Jahr 510 v. Chr. wieder abgeschafft. In der Archaischen Phase entstanden auch die ersten Tempelbauten. Nicht zuletzt aufgrund der Verbreitung der homerischen Epen hatte ganz Griechenland einen einheitlichen Götterkanon. Eine panhellenische Bedeutung hatten neben dem Orakel von Delphi auch die Olympischen Spiele. Sie fanden etwa zwischen 776 und 393 v. Chr. alle vier Jahre als Teil der Panhellenischen Spiele in Olympia auf der Halbinsel Peloponnes statt.

Etwa zwischen 500 und 336 v. Chr. befand sich Griechenland in der Klassischen Periode. In dieser kulturellen Blütezeit wurden die Grundpfeiler der abendländischen Philosophie und Wissenschaft gelegt. Die Reformen des Kleisthenes in den Jahren 509 bis 507 v. Chr. spielten eine entscheidende Rolle bei der Durchsetzung der antiken Demokratie.

In den Jahren 500 bis 494 v. Chr. erhoben sich die Griechen in Kleinasien und Zypern gegen den Perserkönig Dareios I., was den Ausbruch der Perserkriege zur Folge hatte. Die hierüber verfassten Aufzeichnungen Herodots gelten als Beginn der westlichen Geschichtsschreibung.

480 schlugen die Griechen, die inzwischen den Hellenenbund gegründet hatten, die persische Flotte und im Jahr darauf das persische Heer vernichtend. 478/477 gründete Athen den Attischen Seebund und wurde damit zur dominierenden griechischen Seemacht. In der Folge begann unter athenischer Vorherrschaft die Entwicklung des Attischen Reichs. In diese Zeit fiel u.a. der Bau des Parthenons auf der Akropolis, auch die griechische Philosophie und Tragödiendichtung erreichten einen Höhepunkt. In Athen, das als "Schule Griechenlands" galt, wirkten u.a. die Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles.

Ab 461 v. Chr. wurden unter Perikles demokratische Reformen in Athen durchgeführt. Durch die Errichtung der so genannten Langen Mauern (460 bis 457 v. Chr.) sollte die Stadt uneinnehmbar werden.

431 v. Chr. brach der Peloponnesische Krieg zwischen Athen und Sparta aus, der bis zum Jahr 404 v. Chr. anhielt.
Nachdem das athenische Heer bei dem Versuch, Syrakus (Sizilien) zu erobern, im Jahr 413 v. Chr. vernichtend geschlagen wurde, konnte die mit persischer Unterstützung erbaute Flotte der Spartaner den geschwächten Attischen Seebund 404 v. Chr. zur Kapitulation zwingen.

Es folgte ein Krieg der Perser gegen Sparta (400 bis 394 v. Chr.), in dessen Folge Griechenland Zypern und Kleinasien verlor. Im darauf folgenden Korinthischen Krieg (395 bis 387 v. Chr.) wurde Sparta von Argos, Athen, Korinth und Theben bekriegt. Die damals verbreitete Idee eines allgemeinen Friedens (Koine Eirene) konnte in der Praxis nicht durchgesetzt werden. Im Jahr 371 v. Chr. wurde dann das spartanische Heer von den Thebanern besiegt, die bis 362 v. Chr. ihre Vormachtstellung hielten.

In der Mitte des 4. Jh. v. Chr. entwickelte sich Makedonien im Norden Griechenlands unter Philipp II. zur führenden Militärmacht. 337 v. Chr. wurde er nach der Gründung des Korinthischen Bundes zum Hegemon ernannt. Sein Sohn Alexander der Große führte 334 v. Chr. den Persienfeldzug. Er erweiterte das Griechische Reich bis nach Indien, Ägypten und zum Schwarzen Meer. Unter seiner Herrschaft endete die Klassische Periode der Griechischen Antike und es begann das Zeitalter des Hellenismus. In den neugegründeten Großreichen spielten die Poleis nur noch eine untergeordnete Rolle. An ihre Stelle traten später die griechischen Bundesstaaten, am bedeutendsten waren der Aitolische und der Achaiische Bund. 

Nach dem Tod Alexanders stritten sich seine Generäle um die Macht. Die so genannten Diadochenkämpfe endeten 281 v. Chr. mit der Aufteilung Griechenlands in drei Großreiche: Makedonien ging an Antigonos, Syrien, Mesopotamien und Persien an Seleukos I. und Ägypten an Ptolemaios. Es folgte eine erneute kulturelle Blütezeit, in der sich besonders Mathematik, Philosophie und Kunst entfalteten. Zum wichtigsten kulturellen Zentrum wurde Alexandria. Das Griechische galt in dieser Zeit als Weltsprache.

146 wurde Griechenland als Provinz Macedonia in das Römische Reich eingegliedert. Auch das Seleukidenreich und Ägypten wurden anschließend von den Römern eingenommen. Trotzdem bestand die griechische Kultur noch über Jahrhunderte fort und prägte sowohl das Römische Reich als auch das spätere Byzanz.

395 zerfiel das Römische Reich in West- und Ostrom. In der Folgezeit entwickelte sich der Neuplatonismus als die letzte bedeutende philosophische Strömung der Antike.

Etwa ab 580 drangen slawische Völker in die Balkanregionen vor, so dass bereits um 600 Griechenland bis zur Peloponnes überwiegend slawisch besiedelt war.

Ab 636 eroberten islamische Araber die römischen Ostprovinzen und besiegelten den endgültigen Untergang der Antike, als 698 das Griechische durch das Arabische als Amtssprache ersetzt wurde.

Vom Jahr 1000 bis zum 18. Jahrhundert

Im Byzantinischen Reich, das sich aus dem Oströmischen Reich entwickelt hatte, spielte das heutige Griechenland nur eine untergeordnete Rolle. Ende des 10. Jh., während sich Byzanz auf dem kulturellen Höhepunkt befand, begann unter Kaiser Basileios II., der eine Russin geheiratet hatte, die allmähliche Übernahme des orthodoxen Glaubens.

1204 eroberten und plünderten die Kreuzritter Konstantinopel und gründeten das Lateinische Kaiserreich, das jedoch nur kurzen Bestand hatte.

Ab Mitte des 14. Jh. begannen die Osmanen nach Europa vorzudringen und eroberten das byzantinische Thrakien und Makedonien. Weitere Teile des Byzantinischen Reiches wurden zur Tributpflicht gezwungen.

Im Jahr 1453 nahm Sultan Mehmed II. Konstantinopel ein, das er anschließend plündern ließ. Damit war der Untergang des Byzantinischen Reiches besiegelt. Nicht zuletzt der griechisch-orthodoxen Kirche war es zu verdanken, dass die Griechen in den darauf folgenden fast 400 Jahren türkischer Herrschaft ihre nationale Identität und Sprache bewahren konnten.

Im 19. Jahrhundert

1821 begann mit dem Großen Volksaufstand der griechische Befreiungskampf gegen die osmanischen Besatzer. 1830 wurde durch das Londoner Protokoll das unabhängige griechische Königreich international anerkannt, es umfasste damals etwa ein Drittel des heutigen Staatsgebiets. Erstes Staatsoberhaupt wurde Ioannis Kapodistrias. Von 1832 bis 1862 regierte König Otto aus dem Hause Wittelsbach das Land. 1864 erhielt Griechenland die Ionischen Inseln zurück, 1881 folgte Thessalien.

1896 fanden in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.

20. Jahrhundert bis heute

Ab 1910 regierte Eleftherios Venizelos 20 Jahre lang als Ministerpräsident und ermöglichte durch seine Modernisierungspolitik einen steilen Entwicklungsanstieg in der griechischen Wirtschaft.

In den Balkankriegen 1912/12 konnte Griechenland dann mit serbischer und zeitweise bulgarischer Hilfe Epirus, Mazedonien, Kreta und die Ostägäischen Inseln zurückerobern. 1922 führte jedoch der Versuch Griechenlands, der Türkei große Teile Kleinasiens abzugewinnen, um das Byzantinische Reich in seinen alten Grenzen wieder erstehen zu lassen ("Megali Idea") zu einer militärischen Niederlage. In der Folge mussten fast alle in der Türkei lebenden Griechen (über 1,5 Mio.) das Land verlassen, im Gegenzug kam es zur Vertreibung von etwa 500.000 meist türkischen Muslimen aus Griechenland.
Im Zweiten Weltkrieg wies Ministerpräsident Ioannis Metaxas, der seit 1936 das Land diktatorisch regierte, im Jahr 1940 ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation zurück. Den darauffolgenden Angriff Italiens konnte Griechenland zunächst abwehren. 1941 besetzte die deutsche Wehrmacht das Land. Der Widerstand der griechischen Partisanenbewegung wurde von den deutschen, italienischen und bulgarischen Besatzern in kriegsverbrecherischer Weise niedergeschlagen, teilweise wurden ganze Dörfer ausgerottet.
Nach 1945 folgte bis 1949 der Griechische Bürgerkrieg, in dem sich die kommunistischen ehemaligen Partisanen mit der aus dem Exil zurückgekehrten Regierung um die Macht stritten. Letztere erhielt großzügige Hilfe von Großbritannien und den USA. Die Kommunisten, die von der Sowjetunion und Jugoslawien unterstützt werden sollten, wurden zurückgedrängt. Ursache hierfür war ein Geheimabkommen, das zwischen Churchill und Stalin am Rande der Konferenz von Jalta im Jahr 1945 geschlossen worden war. 
Um die kommunistische Bewegung im Lande zu unterdrücken, schränkte die griechische Regierung die Freiheiten ihrer Bürger bis in die 1960er Jahre stark ein. 1952 trat Griechenland der NATO bei. In den 60er Jahren erfolgte eine Liberalisierungsbewegung. 
Vom 6. März 1964 an trat König Konstantin II. (geb. 1940) die Nachfolge von Paul I als König von Griechenland an.
Als 1967 G. Papandreou zum zweiten Mal die Wahl gewann, kam es zu einem Putsch unter Georgios Papadopoulos, der ein brutales Militärregime errichtete. Am Beginn enthielt sich der König jeglichen Kommentars zu dem Putsch. Aber am 13. Dezember 1967 versuchte er einen Gegenputsch, der aber so dilettantisch durchgeführt wurde, dass er gründlich misslang. Danach ging er ins Exil nach London- ohne jedoch formell agedankt zu haben. Ihm folgte Georgios Zoitakis als regierender Vizekönig, der am 13. Dezember 1972 durch den Putschistenchef Georgios Papadopoulos abgelöst wurde. Am 1. Juni 1974 schaffte die Junta die Monarchie ganz ab.
Nachdem die griechische Junta 1974 den Putsch in Zypern unterstützt hatte, führte die darauffolgende türkische Invasion zu deren Zusammenbruch. Unter Konstantin Karamanlis konnte anschließend die Demokratie in Griechenland wiederhergestellt werden. Durch eine Volksbefragung vom 8. Dezember 1974 wurde mit einer Mehrheit von ca. 70% die Monarchie endgültig abgeschafft. 1981 trat Griechenland der Europäischen Gemeinschaft (heute Europäische Union) bei. Im selben Jahr wurde A. Papandreou zum Premierminister (PASOK, Sozialisten) gewählt. Von 1990 bis 1993 folgte eine Regierung der NEA DIMOKRATIA.
Ab 1993 regierte erneut die PASOK unter A. Papandreou, ab 1996 unter K. Simitis. Im März 2004 erfolgte der Wahlsieg von Kostas Karamanlis (NEA DIMOKRATIA).
Im August/ September 2004 fanden in Athen die Olympischen und Paralympischen Spiele statt.
Bei der Wahl am 4. Oktober 2009 errang die PASOk unter ihrem Vorsitzenden Giorgos Papandreou mit 44% der abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit der Abgeordneten. Die Partei von Ministerpräsident Kostas Karamanlis erfuhr mit 34% eine herbe Niederlage. Infolge der Finanzkrise verordnete der Sozialist Papandreou dem Land einen einmaligen Sparkurs.
Nach der Parlamentswahl im Oktober 2009 wurde Tsipras Abgeordneter im griechische Parlament, wo er Vorsitzender des Parteienbündnisses SYRIZA wurde, die im Mai 2012 in eine Partei mit dem Vorsitzenden Tsipras umgewandelt wurde. Synaspismos löste sich anschließend auf. Bei der Wahl 2012 wurde SYRIZA mit 26,9 Prozent zweitstärkste Partei und bei der vorgezogenen Parlamentswahl vom 25. Januar 2015 erhielt SYRIZA 36,3 % der Stimmen.
Daraufhin wurde Tsipras Ministerpräsident des Landes
Am 20. August 2015  trat er wegen massiver Schwierigkeiten innerhalb seiner Partei vom Amt des Ministerpräsidenten zurück.
Aber nach der Neuwahl am 20. September 2015 wurde er erneut zum Ministerpräsidenten gewählt und seine Partei SYRIZA ging wieder eine Koalition mit ANEL ein. Die Koalition verfügt  insgesamt über 155 der 300 Parlamentssitze.