Uttar Pradesh

Allgemeine Übersicht

Uttar Pradesh liegt im Norden Indiens und umfasst eine Fläche von 240.928 km² - bei rund 200 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt des Bundesstaates ist Lucknow (Lakhnau).
Uttar Pradesh wird von folgenden indischen Bundesstaaten begrenzt:
Im Osten von Bihar im Osten, im Südosten von Jharkhand und Chhattisgarh, im Süden von Madhya Pradesh, im Südwesten von Rajasthan, im Westen von Haryana sowie im Norden von Uttarakhand.
Im Westen – umgeben von Uttar Pradesh und Haryana - liegt das Hauptstadtterritorium Delhi. Eine Landesgrenze zu Nepal hat der Bundesstaat im Nordosten.
Uttar Pradesh liegt in der Gangesebene – dem Flachland zwischen dem Himalaya im Norden und dem Hochland von Dekkan im Süden.
Der heilige Strom Indiens, der 2.620 km lange Ganges, fließt durch Uttar Pradesh. Seine wichtigsten Nebenflüsse in Uttar Pradesh sind die 1.375 km lange Yamuna, die sich in Allahabad mit ihm vereint, sowie die 1.080 km lange Ghaghara.
Rund 80% der Einwohner sind Hindus und rund 19% Moslems. Der Rest verteilt sich u.a. auf Buddhisten, Christen und Sikhs.
Die hier am häufigsten gesprochene Sprache ist Hindi.

Übersicht der größten Städte

Die folgenden alphabetisch geordneten  wichtigen oder interessanten Großstädte liegen in dem Bundesstaat Uttar Pradesh.

Name der Stadt Einwohnerzahl
Agra rund 1,6 Millionen
Aligarh rund 900.000
Allalabad rund 1,2 Millionen
Bareilly rund 900.000
Ghaziabad rund 1,7 Millionen
Gorakhpur rund 700.000
Kanpur rund 2,8 Millionen
Kuschinagar rund 24.000
Lucknow rund 2,9 Millionen
Meerut rund 1,4 Millionen
Moradabad rund 900.000
Saharanpur rund 750.000
Varanasi (Benares) rund 1,3 Millionen

Agra

Die Stadt hat rund 1,6 Millionen Einwohner und  ist ohne Zweifel wegen des hiesigen Taj Mahal weltweit bekannt. Sie liegt am Fluss Yamuna.
An dieser Stelle sind nur ein paar Highlights von Agra dargestellt. Eine ausführliche und bebilderte Darstellung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten finden Sie bei Goruma hier >>>

Taj Mahal
Das Taj Mahal ist das bekannteste Gebäude Indiens und gilt als eines der schönsten Bauwerke der Erde.

Im Jahre 1983 wurde es in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten eingeschrieben

Der Name Taj Mahal bedeutet in seiner Übersetzung so viel wie Kronen-Palast, auch wenn es sich bei dem Taj in Wirklichkeit aber um ein Mausoleum handelt, das der Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine 1631 verstorbene Hauptfrau Mumtaz Mahal erbauen ließ. Mit dem Bau begonnen wurde noch in ihrem Todesjahr 1631.

Im Jahr 1648 schließlich war das Ausnahmebauwerk vollendet. Shah Jahan wurde später von seinem Sohn entmachtet und verbrachte den Rest seines Lebens als Gefangener im Agra Fort.
1666 wurde er neben seiner Frau im Taj Mahal beigesetzt.

Die Architektur des Taj Mahal, das vollständig aus Marmor besteht, ist einmalig. Allein 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden in den weißen Marmor eingefügt; die ausgezeichneten pietra dura (Stein-Einlagen) sind Atem beraubend. Es gilt wegen seiner perfekten Harmonie und seiner Proportionen als eines der schönsten und bedeutendsten Beispiele des Mogulstils.

Im Westen des Taj Mahal liegt eine Moschee (in Richtung Mekka), und symmetrisch zu dieser liegt im gleichen Grundriss im Osten ein Gästehaus. Das Monument ist in einem Charbagh, einem Vier-Garten, platziert worden, der stark an den persischen Stil erinnert.
Vor dem Gebäude befindet sich ein ca. 18 ha großer Garten mit einem kleinen See, in dem sich das Gebäude spiegelt.

Abgesehen von seiner touristischen Bedeutung ist es auch beliebtes Besuchsziel frisch vermählter indischer Paare, die durch ihren Besuch die gegenseitige Liebe dauerhaft machen wollen. Das Taj Mahal ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Anziehungspunkt, denn mit den verschiedenen Lichtern wechselt auch seine Atmosphäre und Erscheinung.

Moschee am Taj Mahal
Neben dem weltberühmten Taj Mahal befindet sich die abgebildete Moschee. Die Moschee liegt in Richtung Mekka, also im Westen des Taj Mahal.

Jama Masjid
Diese Moschee wurde 1648 im Gedenken an Sheikh Salim Chisthi und seinen Enkelsohn Islam Khan von Jehanara Begum, Shah Jahans Tichter, gebaut. Die Moschee bietet wunderbare Ähnlichkeiten mit der iranischen Architektur. Sie hat einen rechteckigen, geöffneten Vorhof und keine Minarette.
Mantola Road

Dayal Bagh
In Dayal Bagh, dem Hauptquartier der Radhaswami-Sekte, gibt es einen wundervollen weißen Marmor-Tempel, der seit etwa 100 Jahren schon restauriert wird. Im Tempel kann man einen Blick auf die Arbeiten der Pietra Dura Marmor-Einlagen werfen.

Rotes Fort
Am West-Ufer des Yamuna gelegen, dominiert das von dem Großmogul Akbar (1542-1605) errichtete Agra Fort das Zentrum der Stadt.

Es wurde von Jehangir mit Palästen und Gärten verschönert.

Das halbmondförmige Fort ist 20 Meter hoch und innerhalb der 2,4 km langen Außenmauer befinden sich mehrere Gebäude, die das Fort zu einer Kleinstadt in der Stadt machen.

Das Fort kann nur durch das Amar Singh-Tor betreten werden; der öffentliche Eingang ist deshalb auf den südlichen Teil des Forts reduziert, weil hier beinahe alle Gebäude von touristischem Interesse stehen.

Der Diwan-i-Aam (Bereich für das öffentliche Publikum) und der Diwan-i-Khas (Bereich für privates Publikum) wurden von Shah Jahan erbaut. Nahe am Diwan-i-Khas steht ein achteckiger Turm, bekannt als Musamman Burj; hier verbrachte Shah Jahan seine letzten sieben Jahre in Gefangenschaft.
Andere interessante Plätze innerhalb des Forts beinhalten Khas Mahal, Shees Mahal (Spiegelpalast) und den Anguri Bagh oder den Weintrauben-Garten.

Allahabad

Allahabad (Prayag) liegt am Zusammenfluss von  Ganges und seinem Nebenfluss Yamuna und hat rund 1,2 Millionen Einwohner.
Nach mythischen Vorstellungen der Hindus soll hier ein dritter und unsichtbarer Fluss mit der Bezeichnung Sarasvati in den Ganges münden.
Der Name Allahabad stammt von 1583-  aus der Zeit der islamischen Herrschaftsperiode vom Mogulkaiser Akbar. Immer wieder wird in der letzten Zeit von Hinduvertretern gefordert, die Stadt in Prayag umzubenennen, was aber mit Rücksicht auf die Moslems abgelehnt wurde
Die Stadt ist der Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts Allahabad.
Hier am  Ganges und der Yamuna wird alle 12 Jahre in dreijährigem Wechsel mit  Haridwar, Nashki und Ujjain das große hinduistische Kumbh-Mela-Fest, das größte religiöse Fest weltweit  gefeiert.
Dabei bedeutet "im dreijährigen Wechsel", dass nach dem hiesigen Fest, das nächste Fest drei Jahre später in Nashik, drei Jahr danach in Haridwar und dann wiederum drei Jahre später in Ujjain stattfindet.
Nach weiteren drei Jahren - es sind dann 12 Jahre - findet es wieder in Allahabad statt.
Bei der letzten Kumbh Mela vom 14. Januar bis am 10. März 2013 kamen innerhalb von 55 Tagen geschätzte 100 Millionen Pilger hier her - das waren weit mehr als Deutschland Einwohner hat.
Die Stadt verfügt über folgende interessante Sehenswürdigkeiten:

Fort Allahabad
Fort Allahabad ist das bedeutendste Bauwerk der Stadt, das im Jahr 1583 vom Mogulkaiser Akbar in Auftrag gegeben wurde, aber erst über 45 Jahre später fertiggestellt wurde.
Im Inneren des Forts befinden sich eine Ashoka-Säule aus dem Jahr 232 v. Chr., an der
Weiterhin findet man hier den Patalpur-Tempel sowie den heilige Banyanbaum Akshaya Vat. Der Legende nach sollen sich früher von dem Baum Gläubige in den Tod gestürzt haben, um dadurch zur Erlösung gelangen.
Da der größte Teil des Forts vom  indischen Militär genutzt wird und ist es für Besucher nicht zugänglich.

Khusrau-Bagh
Khusrau-Bagh ist gutes Beispiel für die alte islamische Architektur in Allahabad. In der ummauerten Gartenanlage befinden sich die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Grabdenkmäler von Khusrau Mirzas - dem ältesten Sohn von Schah Jahangirs - sowie seiner Mutter und Schwester.

All Saints Cathedral
Die All Saints Cathedral stammt von 1887 aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft und wurde im Stil der viktorianischen Neugotik errichtet.

Allahabad High Court
Der Allahabad High Court aus dem Jahr 1916 und einige Gebäude der University of Allahabad  entstanden  unter den Briten im indo-sarazenischen Mischstil

Muir Colleg, Allahabad Public Library
Das Muir Colleg von 1874 und die Allahabad Public Library öffentliche Bibliothek) von 1864 wurden ebenfalls unter den Briten im indo-sarazenischen Mischstil erbaut.

Anand Bhavan
Der Gebäudekomplex Anand Bhavan ist die frühere Residenz der Nehru-Familie. Der Komplex wurde von Motilal Nehru (1861–1931) gegründet, der hier am High Court tätig war.
Im Jahr 1970 wurde das Gebäude von Indira Gandhi (1917-1984), die am 19. November 1917 in Allahabad geboren war,  dem  indischen Staat übereignet, der hier danach ein Museum eingerichtet hatte.
Im Garten der Anlage befindet sich seit 1979 das Jawahar-Planetarium.

Alabas Museum
Das Alabas Museum stellt Artefakte aus lokalen Funden, wie Terrakotta-Figuren oder Steinfiguren, aus.

Hinweis
Maharishi Mahesh Yogi (1918-2008), der Gründer der Transzendentalen Meditation (TM) war am 5. Februar 2008 in Vlodrop in den Niederlanden verstorben.
Sein Leichnam wurde am 9. Februar nach Allahabad überführt und hier öffentlich ausgestellt. Zwei Tage später - am 11. Februar wurde er in Gegenwart von Zehntausenden verbrannt.
Ein Teil seiner Asche wurde in mehreren Flüssen Indiens verstreut und der Rest in 192 Ländern verteilt.

Kushinagar

Kushinagar liegt im Distrikt Kushinagar in der Nähe der Grenze zu Nepal. Die Stadt hat rund 24.000 Einwohner.
Es gibt hier noch eine Reihe von Überreste der Stadt als Zentrum des Malla-Reichs und einer Metropole des Maurya-Reichs. Im fünften Jahrhundert n. Chr. sank die Bedeutung Kushinagars jedoch und die Stadt geriet im Lauf der Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Ortschaft neu besiedelt.
Aber die wichtigste Bedeutung der Stadt liegt in der Tatsache, dass hier Siddharta Gautama (Buddha) hier verstorben sein soll. Damit gehört die Stadt mit zu den vier bedutendsten Stätten des Buddhismus.
In Kushinagar finden sich die Überreste mehrerer alter Stupas und Klöster aber auch moderne Tempel und Klöster.
Unter einem Stupa verstehteht man ein buddhistisches Bauwerk, das Buddha und seine Lehre symbolisiert. In den Anfängen des Buddhismus wurden in einem Stupa Reliquien des Buddha und später von herausragenden Mönchen aufbewahrt und entwickelte sich damit im Laufe der Zeit zu rituelle Zentrum der Buddhaverehrung. Von Buddhisten wird ein Stupa rituell im Uhrzeigersinn umgangen. Ein kreisförmig aufgeschütteter Grabhügel diente ursprünglich der Bestattung von Herrschern in Indien und ähnelt den frühen Stupas.

Paranirvana-Stupa und -Tempel
Der Paranirvana-Stupa stammt aus der Zeit des Gupta-Herrschers Kumaragupta I. (414–455).  Der Stupa war lange Zeit verschollen, bis er 1867 von den Briten ausgegraben und 1927 von burmesischen Buddhisten restauriert wurde.
In dem angrenzenden Paranirvana-Tempel befindet sich eine ca. 6 m lange vergoldete Statue des ruhenden Buddha.
In der Umgebung befinden sich zudem die Ruinen von vier buddhistischen Klöstern

Lucknow

Lucknow ist mit seinen 2,9 Millionen Einwohnern die Hautstadt des Bundesstaates.
Die Stadt verfügt sowohl über breite Alleen und schöne Parks aber gleichzeitig über Basarviertel mit verwinkelten und turbulenten  Gassen.
Erwähnenswert ist, dass hier ein hoher Anteil von Schiiten lebt. Ab 1775 befand sich hier die Hauptstadt der Provinzgouverneure des Mogulreiches, die sich hier verselbstständigt hatten. Deren Herrlichkeit endete im Jahr 1856 mit der Absetzung von Wajid Ali Sha durch die britischen Eroberer.
Im jahr 1857 war hier einer der  Schauplatz des so genannten Sepoy-Aufstands indischer Truppen gegen die Briten. Die Zentren des Aufstands waren in waren Uttar Pradesh, Bihar, im Norden von Madhya Pradesh und in der Region um Delhi.
Der im Mai 1857 begonnene Aufstand war erst 1859 endgültig beendet. Danach wurde Indien für knapp 90 Jahre zu einer britischen Kronkolonie.

Bara Imambara
Dieses dreigeschossige und prächtige Mausoleum befindet sich  im Basarviertel Chowk. Die Anlage wurde 1784 unter  Nawab Asaf-ud-Daula (1775-1797 erbaut.
Es ist rund 50 m lang 16 m breit und 15 m hoch. Am westlichen Ende des Innenhofes befindet sich die nur für Muslime zugängliche Asafi-Moschee, die von zwei hohen Minaretten begrenzt und überragt wird.
Besucher betreten das Mausoleum durch die so genannte Türkische Pforte (Rumi Darwaza).

Glockenturm

Dieser 67 m hohe Glockenturm wurde 1881 erbaut. Er liegt nordwestlich des Türkischen Tores.

Chota Imambara

Das Chota Imambara - auch als Hussainabad Imambra bezeichnet -  ist ein Mausoleum mit einer großen goldfarben glänzenden Kuppel, das 1838 erbaut wurde.
Hier wurden der dritte Herrscher von Awadh, Muhammad Ali Shah (1777-1842) und seine Mutter beigesetzt.

Residenz
Dieses Gebäude aus stammt aus dem Jahr 1800. Historisch ist das Gebäude, da die hier stationierte britische Garnison wurde von Anfang Juni bis zum 18. November das Gebäude gegen eine Übermacht von aufständischen indischen  Truppen und der indischen Zivilpersonen verteidigt hatte.
Danach fiel Lucknow zunächst in die Hände der Inder. Die Garnisonsstadt wurde wegen ihres hohen symbolischen aber auch militärstrategischen Wertes am 15. März 1858 von britischen Truppen unter Führung von Sir Colin Campbell wieder eingenommen.
Noch heute kann man an dem Gebäude eine Reihe von Einschusslöchern erkennen.

Shah Najaf Imambara
Dieses Mausoleum stammt aus dem Jahr 1827 und wurde als Grabmal für Ghazi-ud-Din-Haidar (1769-1827 errichtet. Seinen Namen erhielt das Mausoleum nach einer Pilgerstätte im heutigen Irak.
 
Nadan Mahal
Nadam Mahal entstand um das Jahr 1600 und war das Grabmal von Shaikh Ibrahim Chishti, des ersten Gouverneurs von Lucknow - unter der Herrschaft des Mogulkaisers Akbar der Große (1542-1605).
Das Gebäude ist ein Kuppelbau aus rotem Sandstein und ein Zeugnis der frühen mogulischen Architektur.

Sola Khamba
Dieser Pavillon aus rotem Sandstein aus der Zeit der Mogulenherrscher liegt östlich des Nadan Mahal.
In dem Gebäude befinden sich fünf Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten

Staatliches Museum
Wer sich ein wenig für die hiesige  Geschichte und Kultur interessiert, sollte nicht versäumen dem Museum einen Besuch abzustatten.
Man findet hier eine Sammlung von Artefakten aus der Kushana- und Guptazeit. Zudem zeigt die Gemäldegalerie Porträts einer Reihe von Herrschern von Oudh.
 

Varanasi

Varanasi, das frühere Benares, liegt am westlichen Ufer des Ganges. Die Stadt mit ihren rund 1,3 Millionen Einwohnern gilt den Hindus als ihre heiligste Stadt.
Ihren Namen hat die Stadt von der Varuna und der Assi, die beide hier in den Ganges münden.
Der größte Teil der Sehenswürdigkeiten der Stadt stammen aus dem 17. und besonders dem 18. aber auch aus dem 19. Jahrhundert, da die Stadt vorher mehrmals durch muslimische Truppen erobert und fast völlig zerstört worden war.
Zum Bau der ersten neuen Hindutempel kam erst wieder nach Entstehung des hinduistischen Marathenreiches unter Maharaj Shivaji (1627-1680).
Das Marathenreich entstand 1674 und wurde 1818 aufgelöst. Das Reich besaß im 18. Jahrhundert fast  einen Großmachtstatus und von ihm ging mit dem Verfall des Mogulreiches eine Erneuerung des hinduistischen Einflusses in Indien aus.

In der Stadt leben ca. 50.000 Brahmanen - die Angehörigen der höchsten Priesterkaste, die in den hiesigen Tempeln oder an einer der rund 90 Badetreppen (Ghats) am Ganges tätig sind.
Es ist der Wunsch eines jeden Hindu wenigstens einmal hier im Ganges gebadet zu haben und sich dadurch von allen Sünden befreit zu haben.
Daher strömen täglich bis in die Abendstunden hinein Tausende Pilger über die Badetreppen zum Ganges, um in dem Fluss ein Bad zu nehmen
Ein wenig lässt sich dies mit der Pilgerfahrt der Moslems nach Mekka vergleichen.
Wer am Ufer des Ganges verstirbt, dem wird die Erlösung versprochen, was dazu führt, dass besonders viele alte Gläubige hierher kommen.
Besonders wichtig für Varanasi ist die jährliche Mahasivaratri (Shivaratri) - die Nacht des Gottes Shiva. Dieses Fest verdeutlicht die Bedeutung von Varanasi als Stadt von Shiva.
Zu den Feierlichkeiten kommen sowohl die Bewohner von Varanasi als auch zahlreiche Pilger, um die hiesigen verschiedenen Shiva-Heiligtümer aufzusuchen.

Ghats
In Varanasi gibt es ca. 90 Ghats. Darunter versteht man Badetreppen zum Ganges, deren Umgebung bebaut ist - oft mit Tempeln.
Die Ghats reihen sich auf einer Länge von rund 5 km lang am Südufer des Ganges aneinander.
Die meisten hiesigen Ghats entstanden nach 1700, zur Zeit des Maratha Reiches. Um viele der Ghats ranken sich Legenden oder Mythologien.
Viele der Ghats befinden sich in Privatbesitz. Besucher sollten es sich nicht entgehen lassen, morgens eine Bootsfahrt mit einem Ruderboot auf dem Ganges entlang der Ghats zu unternehmen.
- Manikarnika Ghat
Diese Flusstreppe am Ganges ist ein typisches Beispiel dafür, wie die Hindus hier ihre Toten verbrennen und die Überreste anschließend in den Fluss verbringen. Es sei daraufhingewiesen, dass hier ein striktes Fotografierverbot herrscht.
- Vijayanagaram Ghat
Der abgebildete Vijayanagaram Ghat ist ein typisches Beispiel eines Ghats in Varanasi

Goldener Tempel

Ein Vorgängertempel war 1699 Opfer der Zerstörungen des Mogulherrschers Aurangzeb (1618-1707) geworden – der vom Juli 1658 bis zu seinem Tod im März 1707 Großmogul von Indien war.
Das jetzige Bauwerk wurde von der Herrscherin von Indore im Jahr 1777 errichtet. Seine goldenen Auflagen stammten von dem Maharadscha Ranjit Singh (1780-1839, der sie 1835 gestiftet hatte.
Es sei darauf hingewiesen, dass der Tempel nur für Hindus zugänglich ist.

Aurangzeb Moschee

Diese Moschee liegt in der Nähe des Goldenen Tempels und wurde von dem Großmogul Aurangzeb (1618-1707) errichtet, der vom Juli 1658 bis zu seinem Tod im März 1707 Großmogul von Indien war.
Zum Bau der Moschee wurde auch Steine des zerstörten Hindu-Tempels (Goldener Tempel) verwendet.
Die dreidomige  Moschee besaß früher hohe Minarette, die aber alle zerstört wurden.

Alamgir Moschee

Diese Moschee stammt ebenfalls von Aurangzeb, der das Gotteshaus in der Nähe des Ganges anstelle eines vorher von ihm zerstörten Hindu Tempels errichten ließ.

Bharat Mata Tempel
Dieser Tempel an der Vidyapeeth Road ist Bharat Mata geweiht, die nationale Verkörperung von Indien als Muttergöttin.
In dem Tempel befindet sich eine Marmorstatue von ihr und zudem wurde auf dem Boden des von Mahatma Gandhi (1869-1948) im Jahr 1936 eingeweihten Tempel ein Marmorrelief von Indien eingelassen.

Durga Tempel
Dieser Tempel wird wegen der lebenden Affen auch als Affentempel bezeichnet und ist einer der besonders heiligen Tempel von Varanasi.
Der Tempel ist der Göttin Durga gewidmet, die Mütterlichkeit und kosmische Energie repräsentiert sowie als weiblicher Aspekt des Absoluten gilt. Sie ist die Frau von Shiva und wird u.a. auch als Parvati, Devi oder Kali bezeichnet.

Ganges und Yamuna

Ganges
Der Ganges ist ein heiliger Fluss und viele Hindus wollen wenigsten einmal im Leben von ihren Sünden durch ein Bad in dem Fluss befreit werden.
Er entsteht aus zwei  Quellflüssen und mündet nach 2.600 km über ein verzweigtes Mündungsdelta in den Golf von Bengalen, der ein Teil des Indischen Ozeans ist
Die beiden Quellflüsse sind:
- Alaknanda
Die Alaknanda ist der linke Quellfluss des Ganges und hat eine Länge von 190 km. Bei Devprayag vereinigt sich der Fluss mit dem rechten Quellfluss der Bhagirathi.
Die Alaknanda hat ihren Ursprung am Zusammenfluss von Satopanthgletscher und dem Gletscher Bhagirath Kharak in Uttarakhand.
- Bhagirathi
Die Bhagirathi ist der rechte Quellfluss des Ganges. Sie hat ihren Ursprung am Gaumukh (Gangotri-Gletscher) im Bundesstaat Uttarakhand in einer Höhe von rund 3.890 m. Ihre Länge beträgt rund 205 km.
Bei Devprayag vereingt sie sich mit dem linken Quellfluss der Alaknanda zum Ganges.
Große Städte an dem Fluss sind Kanpur, Allahabad  und  Varanasi, die alle  im Bundesstaat Uttar Pradesh liegen sowie Patna im Bundesstaat Bihar.

Yamuna
Die Yamuna ist ein rund 1.375 km langer Nebenfluss des Ganges Die Yamuna entspringt in einer Höhe von rund 4.400 m aus einem Gletschersee beim Yamunotri-Tempel (Schrein) im Himalaya.
In der Nähe liegt der 6.317 m hohe Bandarpunch.
Der Fluss durchfließt danach die indischen Bundesstaaten Haryana und Uttar Pradesh sowie das Unionsterritorium Delhi.
Größere Städte an dem Fluss sind Delhi, Mathura und Agra.
In Allahabad mündet die Yamuna in den Ganges.