China: Politisches System

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Nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion prophezeiten ausländische Beobachter der Volksrepublik China und ihrer kommunistischen Partei, der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), ein ähnliches Schicksal. Doch die durch Deng Xiaoping eingeleiteten politischen Reformen und das daraus resultierende enorme Wirtschaftswachstum weckten zwar im Westen die Hoffnung auf eine Demokratisierung Chinas, führten aber, so scheint es, zu keiner machtpolitischen Schwächung der Kommunistischen Partei Chinas.
Der Staat China ist eine sozialistische Volksrepublik, die auf einer 1982 erstellten und zuletzt 2004 geänderten Verfassung basiert. Das höchste Staatsorgan der Volksrepublik China ist der Nationale Volkskongress (NVK), sein ständiges Organ ist der Ständige Ausschuss. Die legislative Gewalt des Staates wird durch den alle fünf Jahre gewählten NVK ausgeübt. Dieser tagt einmal zu Beginn jeden Jahres, einberufen werden diese Sitzungen durch den Ständigen Ausschuss. Im Gegensatz zum Obersten Sowjet der ehemaligen UdSSR besitzt der Nationale Volkskongress nur eine Kammer. Auf der gewöhnlich zwei Wochen andauernden Tagung des NVK werden die zuvor vom Ständigen Ausschuss und der Regierung bzw. der Kommunistischen Partei Chinas gefällten Entscheidungen ratifiziert.
Die Wahl des Nationalen Volkskongress und der Volkskongresse der unteren Ebenen erfolgt folgendermaßen: die unterste Ebene der Volkskongresse werden von der Bevölkerung direkt gewählt. Diese gewählten untersten Ebenen wählen direkt die Abgeordneten der übergeordneten Ebene bis zum Nationalen Volkskongress mit seinen derzeit ca. 3.000 Mitgliedern. Alle fünf Jahre erfolgen Neuwahlen. Die Volkskongresse der VR China haben insgesamt ca. drei Millionen Mitglieder, wobei die Anzahl der Mitglieder hierarchisch von Ebene zu Ebene sinkt. Die Volkskongresse der untersten Ebene (Provinzebene) haben ungefähr 20.000 Mitglieder. Gemäß der Verfassung der VR China werden die lokalen Volkskongresse jeweils von der Einheit kontrolliert, die sie gewählt hat. Auf der untersten Ebene werden also die lokalen Volkskongresse direkt vom Volk kontrolliert. Hauptaufgabe der lokalen Volkskongresse sind die Wahlen der jeweiligen Volksregierung und der Ständigen Ausschüsse, die Wahl der Präsidenten der Volksgerichte und der Generalstaatsanwälte ab Kreisebene. Dennoch haben die Ständigen Ausschüsse der Volkskongresse das Recht, unangemessene Entscheidungen der Volksregierung und auch der Volkskongresse der untergeordneten Ebene aufzuheben. Ein Abberufungsrecht haben aber auch die lokalen Volkskongresse.
Die entscheidenden Artikel der Verfassung der VR China sind Artikel 62ff. und Artikel 58ff. Artikel 58 festigt die legislative Gewalt des NVK und dessen Ständigen Ausschusses. In Artikel 62ff. werden die Aufgaben des Nationalen Volkskongress geregelt: die Abänderung der Verfassung, Wahl des Staatspräsidenten, Bestätigung des Ministerpräsidenten und der Minister des Staatsrats, der Mitglieder der Zentralen Militärkommission und deren Vorsitzenden, des Präsidenten des Obersten Volksgerichtshofs und des Generalstaatsanwalts der Obersten Volksstaatsanwaltschaft. Artikel 62 ermöglicht dem NVK, den Präsidenten, Ministerpräsidenten, die Mitglieder der Zentralen Militärkommission, den Präsidenten des Obersten Volksgerichts sowie den Generalstaatsanwalt wieder abzuberufen und auch unangemessene Entscheidungen zurückzunehmen, die vom Ständigen Ausschuss getroffen wurden.

Die offizielle Bezeichnung des Landes lautet:

Zhonghuá Rénmín Gònghéguó
(Volksrepublik China)
Kurzform: Zhongguo

Administrative Gliederung

Die VR China gliedert sich administrativ wie folgt:

Provinzen (sheng) Einwohner in Mio. (auf bzw. abgerundet) Hauptstadt der Provinz Lagemim Land
Anhui 60 Hefei Osten
Fujian 35 Fuzhou Süd-Osten
Gansu 26 Lanzhou Nord-Westen
Guangdong / Kanton 86 Guangzhou Süden
Guizhou 35 Guiyang Süden
Hainan / Insel 8 Haikou Süden
Hebei 68 Shijiazhuang Nord-Osten
Heilongjiang 37 Harbin Nord-Osten
Henan 93 Zhengzhou Osten
Hubei 60 Wuhan Mitte
Hunan 64 Changsha Osten
Jiangsu 74 Nanjing Süden
Jiangxi 41 Nanchang Süd-Osten
Jilin 27 Changchun Nord-Osten
Liaoning 42 Shenyang Nord-Osten
Qinghai 5 Xining Westen
Shaanxi 36 Xi' an Mitte
Shandong 91 Jinan Osten
Shanxi 33 Taiynan Osten
Sichuan 84 Chengdu Süd-Westen
Yunnan 43 Kunming Süd-Westen
Zhejiang 47 Hangzhou Osten
Autonome Regionen  
Guangxi Zhuangzu 45 Nanning Süden
Nei Monggol / Innere Mongolei 24 Hohhot Nord-Osten
Ningxia Huizu 6 Yinchuan Norden
Xinjiang Uygur 20 Ürümqi Nord-Westen
Xizang / Tibet 3 Lhasa Westen
Regierungsunmittelbare Städte  
Beijing 14 Beijing (Peking) Nord-Osten
Shanghai 17 Shanghai Osten
Tianjin 10 Tianjin Osten
Chongqing 30 Chongqing Süd-Westen
Sonderverwaltungszonen  
Hongkong 7 Hongkong Süden
Macao 0,5 Macao Süden

Nationalhymne

Die Nationalhymne eines Landes ist ein meist mit einem Text unterlegtes Musikstück, welches das Staats-, Lebensgefühl bzw. Nationalgefühl eines Landes zum Ausdruck bringen soll. Sie wird meist bei besonders festlichen Anlässen gespielt, so bei Staatsbesuchen, besonderen Feiertagen oder zur Ehrung von Politikern, Wirtschaftsführern u.a. Aber auch bei der Siegerehrung anlässlich internationaler Sportereignisse, wie beispielsweise den olympischen Spielen, der Tour de France oder Welt- und Europameisterschaften, kommt die Nationalhymne des jeweiligen Siegerlandes zur Aufführung.

Die Nationalhymne der VR China heißt "Der Marsch der Freiwilligen" und wurde während des Sino- japanischen Kriegs (1937 - 1945) vom bekannten Dichter Tian Han (1898 - 1968) geschrieben.
Die Musik stammt von Nie Er. Er wählte die Musikform eines Marsches. In ursprünglicher Funktion war das Lied das Titellied des Films "Söhne und Töchter in der Zeit des Sturms" aus dem Jahre 1935. Der Film erzählt die Geschichte namenloser Helden und Heldinnen des zweiten Sino-Japanischen Kriegs. Der Marsch war eines von vielen Liedern, die im Geheimen unter den Menschen als Zeichen des antijapanischen Widerstands gesungen wurden. Der Marsch wurde einen Monat vor der Gründung der Volkrepublik China am 27. September 1949 als vorläufige Hymne eingesetzt. Während der Kulturrevolution wurde nicht der Marsch als vorläufige Hymne, sondern das Lied "Der Osten ist Rot" als offizielle Nationalhymne benutzt. Im Jahr 1978 wurde der ursprüngliche Marsch vom Nationalen Volkskongress mit einem anderen Liedtext wiedereingesetzt. Jedoch war der neue Text nicht sehr populär, so dass der Volkskongress am 4. Dezember 1982 die Einführung der ursprünglichen Version von Tian Han als die offizielle Nationalhymne beschloss.
Auffällig ist, dass die Texte von 1982 weder die Kommunistische Partei Chinas noch Mao Zedong erwähnen. Diese Änderung der Texte war ein Sinnbild für den Personenkult, der bis dahin um die Person von Mao Zedong bestand. Obwohl "Der Marsch der Freiwilligen" während des Sino-Japanischen Kriegs (1937-1945) unter Nationalisten sehr beliebt gewesen war, war das Lied z.B. auf Taiwan bis in die 90er Jahre verboten.

Text in Hanyu Pinyin in lateinischen Buchstaben:

Qilai! Buyuan zuo nuli de renmen,
Ba women de xierou zhucheng women xin de changcheng.
Zhonghua Minzu dao liao zui weixian de shihou,
Meigeren beipo zhe fachu zuihou de housheng.
Qilai! Qilai! Qilai!
Women wanzhong yixin,
Mao zhe diren de paohuo, Qianjin!
Mao zhe diren de paohuo, Qianjin!
Qianjin! Qianjin! Jin!

Und in der deutschen Übersetzung:

Steht auf!
Nicht länger Sklaven mehr!
Die große Mauer neu erbaut
Aus unserem Fleisch und Blut.
In größter Bedrängnis Chinas Volk.
Der Unterdrückten letzter Schrei ertönt:
Steht auf! Erhebt Euch!
Mit tausend Leibern, einem Herz
Den feindlichen Kanonen zum Trotz:
Vorwärts! Vorwärts! Voran!

In englischer Sprache lautet sie:

Arise, ye who refuse to be slaves!
Let us amount our flesh and blood towards our new Great Wall!
The Chinese nation faces its greatest peril,
The thundering roar of our peoples will be heard!
Arise! Arise! Arise!
We are many, but our hearts beat as one!
Selflessly braving the enemy's gunfire, march on!
Selflessly braving the enemy's gunfire, march on!
March on! March on! March on! on!

Und die englische Übersetzung des Textes von 1978-1982 lautet

March on! People of all heroic nationalities!
Let us continue the Long March under the Party's guidance,
Millions with but one heart towards communism's tomorrow,
Develop and protect the country, fight bravely.
March on, march on, march on!
We will for generations,
Raise high Mao Zedong's banner, march on!
Raise high Mao Zedong's banner, march on!
March on! March on! On!

Nationalflagge

Die Nationalflagge (Landesflagge) eines Landes symbolisiert u.a. bestimmte historische Entwicklungen oder besondere Eigenschaften dieses Landes. Sie dient z.B. bei Schiffen der Kennzeichnung des Herkunftslands oder bei Soldaten ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Land. Fahnen, Feldzeichen, Flaggen oder Wappen besaßen seit alters her oft einen hohen Symbolwert, so wurden und werden beispielsweise Soldaten zur Fahne gerufen, ein Fähnrich trug früher in der Schlacht zur Orientierung der Soldaten der Einheit eine Fahne bzw. ein Feldzeichen. Heutzutage besitzt jedes Land eine eigene Nationalflagge, die oft durch zahlreiche weitere Flaggen im Inneren ergänzt werden.

Die Flagge Chinas existiert offiziell seit dem 01. Oktober 1949. Wie man sieht, ist sie rot, rechteckig und hat fünf Sterne - einen großen, der von vier kleinen umgeben ist. Der große Stern symbolisiert den Kommunismus. Er ist in jeder der alten Landesflaggen der ehemaligen kommunistischen Republiken zu finden. Die vier kleinen Sterne zeigen die vier Schichten des chinesischen Volkes an. Die Flagge ist mittlerweile ein Symbol für den Kommunismus und die kommunistische Revolution. Die Proportion der Flagge, also der Länge zur Höhe ist 3:2.