Aserbaidschan: UNESCO-Welterbestätten

Ummauerter Teil von Baku mit Shirwan Shah Palast und Mädchenturm (2000)

Die sich ummauerten Teil der Stadt befindlichen Minarette und Paläste sind gekennzeichnet durch Einflüsse verschiedener Kulturen - persisch, zoroastrisch, sassanidisch, osmanisch und russisch.

Palast der Schirwanschahs
Der Palast der Schahs von Schirwan ist im ein Komplex der herrschaftlichen Bauten auf dem Gipfel des Hügels von İçəri Şəhər in Baku. Der Herrschaftsbereich Schirwan erstreckte sich zwischen dem Kaspischen Meer und dem Fluss Kura. Zu dem gesamten Ensemble gehören der Wohnpalast, das Mausoleum, der Jungfrauenturm, die Schah-Moschee, das Grabmal des Seyid Yahya Bakuvi, das Murad-Tor, der Divanchana (= Versammlungshaus), die Key-Gubad-Moschee sowie das Badehaus. Das älteste Gebäude der Anlage ist der Wohnpalast. Mit dem Bau der Anlage begann man im Jahr 1411 unter Schah Ibrahim I. (Regierungszeit: 1382-1417).

Der Palast besteht aus zwei etwa 25 Räume umfassenden identischen Stockwerken. Es sei erwähnt, dass der Palast im 18. Jahrhundert infolge eines Bombardements durch die russischen Marine stark beschädigt wurde. In den folgenden Jahren wurde das Gebäudeensemble immer wieder renoviert. Im Jahr 2000 wurde der Palast - wie erwähnt - als Teil der historischen Altstadt İçəri Şəhər zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.

Mausoleum der Schirwanschahs
Das in den Jahren 1435 und 1436 erbaute Bauwerk in Bakus historischer Altstadt (İçəri Şəhər) wurde in der Form eines Rechtecks gestaltet und gehört zum Komplex des Palasts der Schirwanschahs. Auffallend sind die hexaedrische Kuppel, das wundervoll verzierte Portal, über dem auch der Name des Baumeisters (Ali) verzeichnet worden ist, sowie der Grabraum mit der Gruft für die verblichenen Mitglieder der einstigen Herrscherfamilie. Erbaut wurde das Mausoleum, so sagt es jedenfalls die Inschrift über dem Haupteingang, von Sultan Khalilullah I. für seine Mutter und seinen Sohn. Das Mausoleum steht seit dem Jahr 200 auf der Weltkulturliste der UNESCO.

Murad-Tor (aserb. Murad qapıları)
Das 1585 erbaute Murad-Tor ist das Osttor des Palastes der Schirwanschahs, mit dem zusammen es seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Benannt wurde es dem Sultan Murad III. zu Ehren. Auffallende Details des Tores sind u.a. die verzierenden Pflanzen-Medaillons.

Der ummauerte Teil von Baku wurde im Jahr 2000 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten eingetragen

Felsbilder und Kulturlandschaft von Gobustan (Qobustan) (2007)

Der Qobustan-Nationalpark ist ein staatliches historisch-künstlerisches Schutzgebiet und liegt in der Nähe der Ortschaft Qobustan, ca. 450 km südwestlich von Baku gelegen. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von 44 km². Für seine steinzeitlichen Felszeichnungen, die erst im Jahr 1930 entdeckt wurden, ist er berühmt Im Jahr 1966 wurde dieses Gebiet zum Nationalpark ernannt und 2007 wurden die Fundstätten der Felszeichnungen zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.

Altstadt von Şəki mit dem Khanspalast (2019)

Die Stadt Şəki (Scheki) hat rund 65.000 Einwohner und liegt im Nordwesten des Landes. Der Khanspalast von Şəki war früher die Sommerresidenz der Khane von Scheki und war 1797 unter Khan Muhammed Hassan im persischen Stil errichtet worden.

Aber in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Palast stark verfallen, wurde jedoch ab 1850 unter dem Statthalter Kaukasiens, Fürst Michail Semjonowitsch Woronzow (1782-1856), wieder instand gesetzt. Der Palast legt innerhalb der Zitadelle der Stadt und ist von Burgmauern umgeben. Die Altstadt von Şəki mit dem Khanspalast wurde im Jahr 2019 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten eingetragen.

Hyrkanische Wälder (Aserbaidschan und Iran – Erweiterung, 2023)

Die Hyrkanischen Wälder sind einzigartige Laubwälder, die sich entlang der Südküste des Kaspischen Meeres erstrecken und deren iranischer Teil bereits seit 2019 zum UNESCO-Welterbe zählt. 2023 wurde die Stätte um Gebiete in Aserbaidschan erweitet. Durch ihre isolierte Lage hat sich in den Wäldern eine bemerkenswert große Artenvielfalt erhalten. Neben zahlreichen endemischen Pflanzen beheimatet die Welterbestätte 180 bekannte Vogelarten, darunter den Steppenadler, den Östlichen Kaiseradler und die Blauracke sowie 58 Säugetierarten wie die bedrohte Wildziege und den berühmten Persischen Leoparden. Die Hyrkanischen Wälder wurden 2023 als Erweiterung der Darstellung von 2019 auf der 43. Sitzung der UNESCO 2023 in Riad in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbestätten eingeschrieben. Das Weltnaturerbe ist grenzüberschreitend zum Iran

Kulturlandschaft des Khinalig-Volkes „Köç Yolu“-Transhumanzroute (2023)

Khinalig liegt im Kaukasus und ist mit einer Höhe von rund 2.100 m das höchstgelegene Dorf von Aserbaidschan, außerdem ist es die Heimat der gleichnamigen Halbnomaden. Ihre Kultur und Lebensweise sind geprägt durch die Wanderung zwischen den Sommerweiden, Yaylaqs, und den Winterweiden Qishlaqs. Diese Wanderweidewirtschaft findet entlang der rund 200 km langen „Köç Yolu“ (Wanderroute ) statt. Das dabei entstandene Netzwerk besteht aus alten Straßen, Weiden und Zeltplätzen, sowie Bewässerungssystemen, Quellen und Brunnen, Mausoleen, Moscheen, Friedhöfen und Brücken und erstreckt sich über eine Strecke von rund 200 km. Dank ihres guten Erhaltungszustands gilt die Route als herausragendes Beispiel einer lange bestehenden nachhaltigen Landnutzung, die an vielfältige und extreme Umweltbedingungen angepasst ist. Die Kulturlandschaft des Khinalig-Volkes wurde auf der 43. Sitzung der UNESCO 2023 in Riad die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten eingeschrieben.

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