Tansania: Feiertage, Veranstaltungen, Klima

Inhaltsverzeichnis

Feiertage

Datum Feiertag
1. Januar Neujahr
12. Januar Sansibar-Revolutionstag
Februar Eid al-Haji (Opferfest)
März/ April Ostern
26. April Tag der Union/ Nationalfeiertag
1. Mai Tag der Arbeit
Mai Mouloud (Geburtstag des Propheten)
7. Juli Saba Saba (Gewerbetag)
8. August Nane Nane (Bauerntag)
November Eid al-Fitr (Ende des Ramadan)
9. Dezember Unabhängigkeitstag
25./26. Dezember Weihnachten

Die Daten für die islamischen Feiertage werden nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher jedes Jahr. Während des Fastenmonats Ramadan, der dem Festtag Eid al-Fitr vorangeht, essen Muslime nicht während des Tages, sondern erst nach Sonnenuntergang, deshalb sind viele Restaurants tagsüber geschlossen. Die Feste Eid al-Fitr und Eid al-Haji dauern je nach Region 2-10 Tage.

Kulturveranstaltungen

Im Sukuma-Museum bei Mwanza werden jede Woche traditionelle Tänze des Wasukuma-Stammes, u.a. der Bugobobobo (Sukuma-Schlangentanz), gezeigt. In Makunduchi auf Sansibar findet während des islamischen Festes Eid al-Fitr eine Veranstaltung statt, bei der sich Männer mit Bananenpalmwedeln geißeln. Die Frauen der Dorfgemeinschaft singen daraufhin traditionelle Lieder, es folgt eine Fest- und Tanznacht. Ebenfalls auf Sansibar gibt es alljährlich im Juli das Mwakakongwa-Festival und das Tarnasha-Festival.

Klima

Das Klima in Tansania unterscheidet sich innerhalb des westlichen Zentralgebietes und der Küste.

Westliches Zentralgebiet
Hier betragen die durchschnittlichen Tagestemperaturen das ganze Jahr 28 - 29°C. Im Oktober können sie bis auf 32°C ansteigen. Nachts sinken sie hier auf etwa 17°C. Von Mai bis August sinken die Temperaturen auf 14 - 16°C und von Oktober bis November auf 19°C. Es gibt eine Regenzeit von November bis April, in der 50 - 150 mm Niederschläge im Monat fallen. Die Luftfeuchtigkeit beträgt im westlichen Zentralgebiet ganzjährig etwa 60 - 70%.

Küste
Die täglichen Durchschnittstemperaturen schwanken an der Küste von 29 - 32°C. In der Nacht sinken sie auf 18 - 24°C. Die Regenzeit beginnt an der Küste schon im März und dauert bis Mai an. Es fallen etwa 100 - 300 mm Niederschläge im Monat. Die Luftfeuchtigkeit beträgt in der Trockenzeit etwa 70% und in der Regenzeit bis über 80%.

Landessitten

Sprache und Umgangsformen
Kisuaheli ist die wichtigste und am meisten gesprochene Sprache in Tansania, auch wenn die Menschen ihre Stammessprache zuerst lernen. Es ist aus Respekt ratsam, wenigstens einige Floskeln und Ausdrücke in Kisuaheli zu beherrschen, zumal Englisch bei weitem nicht so verbreitet ist wie etwa in Kenia. Wichtige Ausrücke sind die Begrüßungsfloskel „Hujambo?" (= Wie geht es Dir?) und die Antwort „Sijambo!" (= Mir geht es gut!). Der Ausdruck „Jambo“ wird als als Kurzform von „Hujambo“ durchaus unter Tansaniern angewendet, gilt aber als ein typisch touristischer Ausdruck des Pauschaul- und Safari-Urlaubers. Bei der Begrüßung von älteren oder höher stehenden Menschen benutzt man „Shikamoo“ oder auf Sansibar „Chei Chei“ (= Ich halte Deinen Fuß!), wobei dann meist die Antwort „Marahaba“ folgt. Noch freundlicher ist „Shikamoo Bwana” für Männer und “Shikamoo Mama” für ältere Frauen. Diese wenigen Ausdrücke zeigen den Respekt und den Wunsch zu einem wirklichen kulturellen Lernen seitens des Landesbesuchers.
Erledigt man irgendeine Arbeit, wird das von Tansanier gerne mit „Pole na kazi“ (= Es tut mir leid, dass Du arbeiten musst.“) kommentiert. Eine gute Antwort darauf ist ein einfaches „Asante“ (= Danke). Auf aufdringliche (Straßen-)Händler reagiert man am besten mit Hilfe eines Kopfschüttelns und dem Ausdruck „Asante Sana“ (= Nein, danke). „Hapana“ geht auch. Es bedeutet “Nein!”, wird aber als sehr unhöflich empfunden. Man sollte es daher nicht inflationär, sondern nur als letzte Form der Zurückweisung anwenden. Die weitaus höflichste Art, etwas abzulehnen, ist „Sihitaji" (= Ich brauche es nicht!).
Und noch eins: Oft hören weiße Besucher das Wort “Mzungu“. Es ist Kisuaheli für weiße Ausländer, aber nicht unhöflich oder beleidigend gemeint.

Tageszeit
Tansanier haben ein anderes Zeitverständnis, was zu Missverständnissen führen kann. Dass die Menschen im Lande die Art des westlichen Zeitempfindens nicht haben, folgt aber nicht (nur) dem afrikanischen Verständnis, demzufolge Verabredungen flexibel sind und Menschen kommen, wann es ihnen gefällt. Für Tansanier ist es einfach unlogisch, dass der Tag für Westler in der Mitte der Nacht beginnt. Der Tag fängt für sie dann an, wenn die Sonne aufgeht; und das ist um 6 Uhr früh – in Tansania also Stunde Null. Man muss also wissen, dass sie von der westlichen Zeit immer sechs Stunden abziehen. Wer sich also um 11 Uhr früh mit einem Tansanier verabredet, sollte ihn nicht vor 17 Uhr erwarten – wahrscheinlich noch später, denn Pünktlichkeit ist im Lande ohnedies nicht sehr verbreitet. Das Chaos löst sich aber, denn Tansanier benutzen Englisch, wenn sie die westliche Zeit meinen, und Kisuaheli für die lokale Zeit.

Kleidung
Im Generellen sollten sich Touristen bescheiden und eher konservativ kleiden – vor allem auf Sansibar, wo die Gesellschaft v.a. aus konservativen Muslimen besteht. Frauen sollten sich nicht zu freizügig zeigen, dürfen aber gerne “Kangas'” tragen, leuchtend-farbige Kleidung, die um den Körper gewickelt wird und als diskrete Körperbedeckung noch immer die beste Antwort ist.


Fotografieren
Das Fotografieren ist landesweit möglich, nur sollte man in den muslimisch geprägten Gegenden auf keinen Fall Frauen ablichten. Am besten verhält man sich, wenn man immer fragt, bevor man jemanden fotografiert. Touristen nehmen gerne Aufnahmen von den stolzen Masai, die dem Besucher mit ihrer farbenfrohen Bekleidung sofort ins Auge stechen. Man sollte aber wissen, dass sie zuvorderst zu fragen sind und in den meisten Fällen bezahlt werden wollen.

Tanz
Wie auch in anderen Teilen Schwarzafrikas, so sind Tänze als künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten auch in Tansania ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Aber sie sind auch Rituale zur Herstellung einer Verbindung zu den Ahnen und ihren Seelen. Man führt die Tänze in der ganzen Gemeinschaft auf, wobei sich die Gruppe in Tänzer und Nicht-Tänzer aufteilt. Beiden kommt eine wichtige Aufgabe zu. Lernen und studieren kann man die traditionellen Tänze Tansanias v.a. in Chuo cha Sanaa in Bagamoyo und am Bujora Cultural Centre bei Mwanza. Diese der Vermittlung und Ausbildung der kulturellen Tänze gewidmeten Institutionen sollen auch einen Schutz vor Verfremdung und Verflachung als touristische Unterhaltung bieten.

Film und Kino
Tansania darf erst seit den 1990er Jahren auf eine kleine, wenn auch interessante Filmindustrie stolz sein. Mit der Eröffnung des Zanzibar International Film Festival im Jahre 1998 erhielt das Land seine Bedeutung, die es auch verdient. Neben künstlerischen Beiträgen wie den Filmen Women of Hope und Maangamizi von Martin M'hando machen aber auch die täglich v.a. in Dar Es Salaam produzierten Seifenopern auf sich aufmerksam.

Situation der Frauen
Die Situation der Frauen ist in Tansania nicht sehr gut. Nicht nur, dass Mädchen die Schule meist früh verlassen müssen und mithin nur geringe Chancen haben, eine qualifizierte und besser bezahlte Arbeit zu finden. Das Resultat ist oft große Armut, wobei diese noch durch sexuellen Missbrauch, Gewalt und Misshandlung verschlimmert wird. Durch sexuelle Übergriffe werden die Frauen und Mädchen so überproportional mit HIV infiziert. Gewalttaten an Frauen werden zum größten Teil nicht geahndet, und der UN-Menschenrechtsausschuss zeigte seine Besorgnis auch über das weit verbreitete Ausmaß an häuslicher Gewalt. Weiterhin problematisch ist das Fehlen von wirksamen Maßnahmen, die sich gegen die Genitalverstümmlung richten.

Situation der Kinder
Viele Kinder - durch HIV-Erkrankungen ihrer Eltern zu Waisen geworden - sind gezwungen, sich entweder um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern oder zu arbeiten. Schätzungen von UNICEF zufolge verrichten etwa 36% der Kinder im Alter von bis zu 14 Jahren Arbeit, wobei die tägliche Arbeitszeit von Kindern auf dem Lande bis zu 17 Stunden ausmacht. Die Arbeit auf den Plantagen ist zudem äußerst hart und wird wesentlich schlechter bezahlt als die von Erwachsenen. Ebenfalls problematisch ist das hohe Ausmaß an Kinderprostitution.

Albinismus
Amnesty International hat im Jahre 2009 zahlreiche Fälle dokumentiert, wo in Tansania Menschen ermordet worden sind, die unter einer Stoffwechselerkrankung leiden, die man unter dem Namen Albinismus kennt und die sich als Pigmentstörung zeigt. Waren es im Jahre 2009 noch 20 ermordete Menschen, so ist die Zahl auf über 50 Menschen in den letzten zwei Jahren angewachsen.

Homosexualität
Homosexuelle und Transgender erleben in Tansania immer wieder Demütigungen und Gewalt. Sexuelle Handlungen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts gelten als strafbar und werden mit bis zu 14 Jahren Gefängnis geahndet. Interessanterweise handelt Tansania damit gegen die Grundsätze der Afrikanischen Charta der Menschen- und Völkerrechte sowie gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die beide vom Lande unterzeichnet wurden.

Bildende Künste
Tansania ist vor allem durch die Schnitzarbeiten der Makonde berühmt, einem Bantu-Volk, das im Südosten des Landes (sowie im Nordosten Mosambiks) lebt. Die größte Konzentration von Makonde-Schnitzer findet man in Dar Es Salaam, wo sie ihre faszinierenden Waren v.a. auf dem Mwenge-Markt anbieten. Dort hat man auch die Gelegenheit, sie bei ihrer Arbeit zu beobachten. Diese sind meist aus Ebenholz oder Mpingo (= Afrikanisches Schwarzholz).

Musik
Tansanias traditionelle Musikinstrumente der Bantuvölker sind neben der einer Zither ähnlichen Kalimba (Marimba auf Kiswahili)st), die Siwa (= Hörner), die Kayamba (= Rassel mit Weizenkörnern), Tari (= Tambourin) und die Ngoma (= Trommeln). Diese Instrumente finden auch Einzug in die moderne tansanische Musik, die von der des Kongo beeinflusst wurde. Herauskommt ein Gemisch aus Jazz, Rock, Rumba, Reggae und traditionellen Tönen, das man Lingala Musik nennt. Abwandlungen davon sind der Bongo-Beat, eine vor allem in Dar Es Salaam kreierte Musik mit Texten in Kisuaheli, und der Bongo Flava, die Hip-Hop-Variante der Lingala Musik. Nur auf Sansibar kennt man noch die Taarab-Musik, die im Rest Tansanias aber keine große Rolle spielt.

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