Mali: Bevölkerung und Städte

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Bevölkerungszahl
Mali hat ca. 20,2 Millionen Einwohner, von denen etwa 2,5 Mio in der Hauptstadt Bamako leben. Die Analphabetenrate ist im Lande sehr hoch. Obwohl etwa 47% der Kinder die Schule besucht haben, sind 74% aller etwa 15 Jahre alten Personen in Mali Analphabeten. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist mit etwa 48,1 Jahren sehr niedrig. Die Gründe für die kurze Lebenserwartung sind der oft fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Folgen von Mangelernährung und die unzureichende Hygiene.

Ethnische Zusammensetzung
In Mali leben ungefähr 30 unterschiedliche Ethnien friedlich zusammen, wobei die Bambara mit etwa 30% den Bevölkerungshauptteil bilden. Weitere Ethnien sind Malinké, Fulani (Fulbe und Peulh), Sarakolé (Maraka), Songhai, Minianka, Bozo, Khassonké, Bobo, Senufo, Dogon, Tuareg, Mauren (v.a. Kunta) und Dioula. Diese Ethnien unterscheiden sich durch eine eigene Sprache und andere Traditionen.

Religionszugehörigkeit
Etwa 95% der Einwohner Malis gehören dem Islam an, wobei die Muslime insbesondere im Landesnorden leben. Diese leben v.a. im Süden Malis. Die restlichen 5% bilden die Christen (Katholiken und Protestanten). Unabhängig von der offiziellen Religionszugehörigkeit praktizieren viele Naturreligionen (Animismus).

Landessprachen
Obwohl die Amtssprache in Mali Französisch ist, wird es von nur 10% der Landesbevölkerung gesprochen, und auch dann nur als Zweitsprache. Die am meisten verbreitete Sprache ist dagegen Bambara, das 40% der Menschen Malis als ihre Muttersprache ansehen. Daneben werden in Mali v.a. Dogon-Sprachen gesprochen, also Fulfulde, Arabisch, Soninke sowie Songhai-und Senufo-Sprachen.

Hauptstadt, weitere Städte

Bamako
Etwa 2,5 Millionen Menschen leben in Bamako, Hauptstadt und wichtigster Wirtschaftsstandort von Mali. Die am Fluss Niger gelegene Stadt mit ihrem Regierungsviertel Koulouba bietet neben dem Musée National du Mali und der Kollektion der Bibliothèque Nationale du Mali kulturelle Ereignisse wie die Fotografieausstellung Rencontres africaines de la photographie und das Musikfestival Trophées de la musique au Mali.

Gao
Die im Nordosten Malis gelegene Stadt Gao breitet sich am linken Ufer des Niger aus und wird von etwa 90.000 Menschen bewohnt. Als Knotenpunkt wichtiger Handelsstraßen kam der Stadt bereits in der Vergangenheit eine große Bedeutung für den Transsaharahandel zu. In bzw. bei der einstigen Hauptstadt des Songhayreiches liegen auch das UNESCO-Weltkulturbe des Grabmals von Askia Muhammad sowie die rote Düne von Koyma.

Koutiala
Fast 100.000 Menschen leben in Koutiala, einer ständig anwachsenden Stadt, die man wegen der bedeutenden Baumwollproduktion auch als The white gold capital bezeichnet. Zudem ist Koutiala Malis am zweitstärksten industrialierte Stadt.

Mopti
Das Zentrum der von etwa 115.000 Menschen bewohnten Stadt Mopti breitet sich über drei Inseln aus, was den Beinamen Venedig Malis erklärt. Die wohl wichtigste Hafenstadt des Landes lockt mit einer pittoresquen Altstadt voller Moscheen und Märkte.

Nioro du Sahel
In Westmali liegt Nioro du Sahel, eine von 35.000 Menschen bewohnte Stadt, die im 16. oder 17. Jahrhundert von einem Sklaven namens Diawandé gegründet wurde. Der Eroberer Al-Haddsch Omar ließ in der Stadt eine imposante Moschee erbauen.

Ségou oder Segu
Immerhin 135.000 Einwohner leben in der am Niger gelegenen Stadt, die ein wichtiger Ort für die Fischindustrie ist. Die von einem dominanten Wasserturm beherrschte Stadt lockt Reisende insbesondere mit Segou-Koro, dem alten Teil der Stadt, der sich etwa zehn Kilometer vom heutigen Stadtzentrum entfernt ausbreitet.

Sikasso
Im Süden Malis liegt Sikasso, die mit 230.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes. Zu den touristischen Highlights der Stadt gehören die Überreste der historischen Festungsmauer sowie die vorgeschichtlichen Missikorohöhlen.

Timbuktu
In Timbuktu, der sagenumwobenen Oasenstadt am südlichen Rande der Sahara, leben heute geschätzte 60.000 Menschen. Die alte Stadt hat mit der Desertifikation zu kämpfen, die sich darin äußert, dass der heiße Sahara-Sand immer näher an die Stadt heran kommt und sich heute bereits überall auf die Straßen drängt.

Bei dem Namen Timbuktu denkt jeder zuerst an das Zentrum des Transsaharahandels, in das einst jährlich Tausende von Karawanen kamen, um hier Handel zu treiben, aber auch, um weiter zu ziehen in andere Regionen. Die gegenwärtig immer noch recht schwer zu erreichende Stadt besticht abe auch mit einer grandiosen Schönheit und solch wundervollen Bauwerken wie den drei islamischen Gotteshäusern Djinger-ber-Moschee, Sankóre-Moschee und Sidi Yahia-Moschee, welche mitsamt den 16 Friedhöfen und Mausoleen auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen.

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