Ghana: Geschichte

Vom Jahr 1000 bis zum 17. Jahrhundert

Ab etwa 1000 n. Chr. entwickelten sich verschiedene souveräne Kleinstaaten auf dem Territorium des heutigen Ghana. Vermutlich im 13. Jh. begannen Akanvölker aus dem Norden in die Region einzuwandern, die zuerst die Königreiche Bono-Manso, Banda und Akwamu gründeten. Die bedeutenden Goldvorkommen sowie der Verlauf wichtiger Handelsrouten durch das Gebiet begünstigten die wirtschaftliche Entwicklung. Ab dem 15. Jh. entstanden an der Küste portugiesische, holländische, dänische und britische Handelsniederlassungen für Gold, Elfenbein und später Sklaven.

 

Im 18. und 19. Jahrhundert

Das westafrikanische Ashantireich bestand vom Ende des 17. bis Ende des 19. Jh. und erstreckte sich ab Mitte des 18. Jh. fast über das gesamte Staatsgebiet des heutigen Ghana sowie Teile der heutigen Nachbarstaaten Togo und Elfenbeinküste. Es eroberte u.a. das Reich der Dagomba im Norden des heutigen Ghana und befand sich Anfang des 19. Jh. auf dem Höhepunkt seiner Macht. Während Ashanti vorwiegend mit den Holländern Handel betrieb, verbündeten sich die Briten mit den Fanti an der Südküste des Landes, die als letztes von den Ashanti unabhängiges Volk Südghanas eine Föderation gegründet hatten. 1874 wurde die damalige Goldküste zur britischen Kronkolonie erklärt. Ab 1884 gehörte ein Teil des heutigen Ghana zum deutschen Schutzgebiet Togo. 1896 eroberten die Briten das Ashantireich und gliederten es in die Kolonie Goldküste ein; die nördlichen Regionen wurden 1902 annektiert.

 

20. Jahrhundert bis heute

1924 durfte der von den Briten verschleppte Ashantikönig Asantehene Prempeh in das Land zurückkehren. Die rituellen Institutionen des Ashantikönigtums wurden bis heute in Ghana beibehalten. Am 6. März 1957 wurde Ghana unter Premierminister Kwame Nkrumah unabhängig und trat den Vereinten Nationen bei. 1960 wurde die Republik Ghana gegründet, erster Staatspräsident wurde Dr. Kwame Nkrumah. Nach einer Volksabstimmung trat das Mandatsgebiet Britisch-Togoland dem neuen Staat bei. Darüber hinaus wurde Ghana als erstes schwarzafrikanisches Land Mitglied des British Commonwealth.

Korruption und wirtschaftliche Probleme führten zu einer instabilen politischen Lage. 1966, 1972, 1978 und 1979 kam es zu Militärputschen, die Regierungswechsel brachten jedoch keine Verbesserung der Situation mit sich. 1981 putschte der Fliegerleutnant Jerry Rawlings, der zwischenzeitlich die Macht an eine demokratisch gewählte Regierung abgegeben hatte, zum zweiten Mal und bildete eine Revolutionsregierung (PNDC).

Mit Hilfe der Weltbank erlangte Ghana daraufhin wieder wirtschaftliche Stabilität. 1992 erfolgte die Volksabstimmung über eine neue Verfassung, in der u.a. freie Wahlen sowie Meinungs- und Pressefreiheit garantiert wurden. 1992 und 1996 fanden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt, die beide Rawlings gewann. Im Januar 2001 wurde John A. Kufuor Staatspräsident, der im Dezember 2004 erneut gewählt wurde.