Pinguine

Pinguine

Die Pinguine (Spheniscidae) sind nicht flugfähige Seevögel, die nur auf der Südhalbkugel bis zur Antarktis heimisch sind. Sie sind die einzige Familie in der Ordnung der Pinguine (Sphenisciformes). Die Vögel sind herausragend an das Leben im Meer und an die teilweise extreme Kälte angepasst.

Von den Tieren gibt es 18 Arten, die sich in folgende sechs Gattungen aufteilen:

- Langschwanzpinguine (Pygoscelis)
- Großpinguine (Aptenodytes)
- Schopfpinguine (Eudyptes
- Gelbaugenpinguine (Megadyptes)
- Zwergpinguine (Eudyptula)
- Brillenpinguine (Spheniscus)

Kaiserpinguin, Königspinguin

Der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) gehört zur Gattung der Großpinguine (Aptenodytes). D

ie Tiere erreichen eine Größe zwischen 100 und 130 cm, bei einem Gewicht zwischen 20 und 35 kg. Die Männchen und Weibchen unterscheiden sich weder in der Größe noch im Aussehen.

Die Tiere haben einen schwarzen Kopf, ein schwarzes Kinn und eine schwarze Kehle. Der Übergang zwischen der Kehlfärbung und der gelblich-weißen Brust ist sehr scharf. Die etwa 4 cm breiten Ohrflecken der Tiere sind am oberen Ende leuchtend gelb und gehen dann in ein blasseres Gelb über. Ihre Körperoberseite ist dunkel graublau. Die Körperunterseite ist weiß und auf der oberen Brust gelblich überwaschen.

Die Flossen sind auf der Unterseite weißlich mit einem dunklen Flecken an der Spitze. Der rund 8 cm lange und schmale Schnabel ist am oberen Teil schwarz, während der untere Teil rosa, orange oder violett sein kann. Die Füße und die Beine sind schwarz, wobei die äußere Seite der Beine befiedert.ist.

Der Kaiserpinguin ist der am südlichsten vorkommende Pinguin und ist das einzige Wirbeltier, das im antarktischen Inlandeis über längere Zeit überleben kann. Das von dem Weibchen gelegte bis zu 450 g schwere Ei wird von dem Männchen auf seinen Füßen ausgebrütet – in der Kälte würden die Eier ansonsten in wenigen Minuten absterben.

Die einzigen Feinde eines erwachsenen Kaiserpinguins im Wasser oder in der Nähe des Wassers sind Seeleoparden und Orcas. An Land und auf dem Packeis können Raubmöwen und Küken der Kaiserpinguine erbeuten Die Tiere erreichen in der Regel ein Alter von 20 Jahren, sie werden in Einzelfällen aber auch deutlich älter.

Goldschopfpinguin, Macaronipinguin

Der Goldschopfpinguin (Eudyptes chrysolophus) - auch als Macaronipinguin bezeichnet - gehört zur Gattung der Schopfpinguine (Eudyptes) in der Familie der Pinguine (Spheniscidae).

Diese Pinguine besitzen eine Größe bis zu etwa 70 cm. Das Gewicht der Männchen variiert zwischen 4 und 6,5 kg, das der Weibchen von 3 bis 5,5 kg. Die Goldschopfpinguine haben ein dunkelschwarzes Gefieder, das den Kopf, die Flossenoberseite und den Rücken bedeckt, der Bauch dagegen ist weiß.

Die Tiere besitzen an jeder Kopfseite einen ca. 10 cm langen Schopf aus den - namensgebenden -goldgelben Prachtfedern. Zu ihrer Nahrung gehören diverse Krebstiere, Fische, Krill und Kopffüßer. Während ihrer Nahrungssuche können die Tiere bis zu einer Tiefe von 115 m tauchen. Man findet die Tiere Goldschopfpinguine von dem subantarktischen Kerkulen-Archipel im im südlichen Indischen Ozean bis zur chilenischen Küste und hin und auch auf der Antarktischen Halbinsel bis zum 60. Breitengrad Ihre Brutgebiete befinden sich auf einigen Inseln der Südlichen Shetlandinseln vor der Westantarktis, selten auch auf den Campell oder Auckland Inseln im Süden Neuseelands.

Die wichtigsten Feinde der Tiere sind im Wasser Seeleoparden, Australische Fellrobben, Haie, Orkas und neuseeländische Seelöwen. Die Küken an Land werden oft die Opfer von Raubmöwen oder den südlichen Riesensturmvögeln (Macronectes giganteus). Dominikaner Möwen (Larus dominicanus) und Raubmöwen machen sich außerdem über ihre Eier her. Im Englischen heißen sie Macaroni penguin und im Spanischen Pingüino macaroni. Die mittlere Lebenserwartung dieser Pinguinart beträgt etwa 12 Jahre.

Adeliepinguine

Der Adeliepinguin (Pygoscelis adeliae) gehört zur Gattung der Langschwanzpinguine (Pygoscelis) in der Familie der Pinguine (Spheniscidae). Die Tiere erreichen eine Größe von etwa 50 bis 70 cm. Die Männchen haben ein Gewicht von 4,5 bis 5,5 kg und die Weibchen zwischen 4 und 4,5 kg.

Die Tiere sind, einschließlich ihres Kopfes, schwarz mit einem weißen Bauch. Der orangene Schnabel wird fast ganz von schwarzen Gesichtsfedern bedeckt. Um die Augen herum haben sie einen schmalen weißen Ring. Ihre Füße sind hell-orange mit schwarzen Krallen. Ihre Nahrung besteht aus Krill, Krebstieren, kleinen Fischen und Tintenfischen.

Zur Nahrungssuche können sie bis zu etwa 170 m tief tauchen. Sie sind mit einer Geschwindigkeit bis über 70 km/h sehr schnelle Schwimmer. Neben den Kaiserpinguinen sind die Adeliepinguine die einzige Pinguinart, die man die auf dem Festland der Antarktis findet. Während der Zeit der Paarung kommen sie auf dem Festland zusammen und bilden hier große Kolonien mit vielen Tausend Tieren. Nach einer (erfolgreichen) Paarung im Oktober legt das Weibchen im Dezember ein Ei in ein Nest, das sie aus kleinen kreisförmig gestapelten Steinchen errichtet haben. Beim Brüten wechseln sich die Männchen und Weibchen ab. Im Alter des Kükens von rund 3 Wochen, wird es von beiden Eltern zurückgelassen, da diese dann beide im Meer auf die Jagd gehen. Die Küken sammeln sich in Gruppen und bilden so genannte Kinderkrippen, um sich gegenseitig zu warm zu halten. Im Alter von ungefähr 9 Wochen beginnen sie dann selber zu jagen.

Ihre Feinde im Wasser sind Schwertwale, Seeleoparden und Robben. Die Eier und Küken können Opfer von Raubmöwen oder den südlichen Riesensturmvögeln werden.

Magellan-Pinguin 

Der Magellan-Pinguin (Spheniscus magellanicus) gehört zur der Gattung der Brillenpinguine (Spheniscus) in der Familie der Pinguine (Spheniscidae)

Der Magellan-Pinguin hat eine Größe von etwa 70 cm, bei einem Gewicht von ca. 4 kg. Kopf und Oberseite des Rumpfes, der Flügel und des Schwanzes sind schwarz. Die Unterseite des Rumpfes und der Flügel ist weiß, mit einigen unregelmäßig verteilten schwarzen Flecken. Von der Kehle aus verläuft ein weißer Streifen in einem Bogen über den Hals und hinter der Wange zum Überaugenstreifen bis zur Schnabelwurzel.

Dieser Überaugenstreif vereinigt sich mit der Umrandung der Augen. Über dem Auge bis zur Schnabelwurzel ist das Gefieder leicht rosafarben. Von der Brust zieht sich ein schwarzes Band an den Seiten entlang bis zu den Beinen. Die Iris ist dunkelrot, die Beine sind hautfarben mit schwarzen Flecken auf der Oberseite.

Der Schnabel ist größtenteils schwarz. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen, ansonsten unterscheiden sich die Geschlechter in ihrem Erscheinungsbild nicht

Man findet die Tiere im Süden von Südamerika und dort an den Küsten der zu Großbritannien gehörenden Falklandinseln, in Chile, Argentinien, Uruguay und teilweise auch im Süden Brasiliens. Auf den Falklandinseln schätzt man den Bestand auf über 100.000 Brutpaare. Die Weibchen bekommen ihren Nachwuchs in einem Alter von etwa vier Jahren.

Dazu gräbt das Tier eine Bruthöhle oder legt zwei Eier in kleinen Mulden, Felsspalten oder unter Sträuchern ab. Die Eier werden etwa 40 Tage lang bebrütet, zuerst vom Weibchen, während das Männchen für Nahrung sorgt. Nach 15 bis 20 Tagen übernimmt das Männchen die Aufgabe und das Weibchen geht auf Jagd. Die Nahrung der Vögel besteht vor allem aus Tintenfischen, Kalmaren, Krebstieren und Krill. Sie können bis zu einer Tiefe von 70 m tauchen. Ihre Feinde im Wasser sind Seeleoparden, große Pelzrobben und Schwertwale. An ihren Brutlätzen an Land haben die ausgewachsenen Vögel keine natürlichen Fressfeinde

Zügelpinguin (Pygoscelis antarctica), Kehlstreifpinguin

Zügelpinguin Der Zügelpinguin (Pygoscelis antarctica) – auch als Kehlstreifpinguin bezeichnet – gehört zur Gattung der Langschwanzpinguine (Pygoscelis) in der Familie der Pinguine (Spheniscidae).

Zügelpinguin erreichen eine Größe zwischen 70 bis 75 cm, mit einem Gewicht der Männchen von etwa 5 kg und der Weibchen von etwa 3,5 kg. Die Stirn, der Scheitel, der Nacken und der Oberkörper sind blauschwarz. Die Wangen, das Kinn und die Kehle dagegen sind weiß. Die dünne schwarze Linie, die sich von dem hinteren Scheitel über die Ohren unterhalb der Augen entlang erstreckt, sieht aus wie ein Riemen mit dem man einen Helm befestigt.

Die Körperunterseite ist ebenfalls weiß. Die Flossen sind auf der Oberseite schwarz und auf der Unterseite weißlich mit einem kleinen schwarzen Fleck. Die Füße und Beine sind rosafarben mit schwarzen Sohlen, die Iris ist rotbraun und der Schnabel ist schwarz. Nan findet diese Pinguine rund um die Antarktis (zirkumpolar). Seine Brutgebiete auf der Antarktischen Halbinsel und auf subantarktischen Inseln im Südatlantik. Brutkolonien befinden sich zudem auf den Südlichen Shetlandinseln und den Südlichen Orkneyinseln.

Die Antarktische Halbinsel ist eine Halbinsel der Antarktika). Ihre Spitze liegt gegenüber dem Südende Südamerikas und ist der am weitesten vom Südpol entfernte Punkt der Antarktis

Die Halbinsel hat eine Länge von etwa 1.200 km. Die Nahrung der Tiere besteht hauptsächlich aus Krill, Garnelen, Tintenfischen und einer Reihe von kleinere Fischarten. Ihre Nahrung finden sie in der Regel in einer Tiefe zwischen 10 bis zu 40 m – aber sie können auch bis zu etwa 100 m tief tauchen. Die Tiere brüten – wie alle Pinguine - in größeren Kolonien. Dazu benutzen die Tiere eisfreie, steilere und felsigere Küstenabschnitte Gebiete an den Küsten . nistet häufig mit dem Eselpinguin und dem Adeliepinguin in einer Brutkolonie.

Das Nest für die meist zwei Eier ist runde Plattform aus kleinen Steinen mit einem Durchmesser von 30 bis 50 cm und einer Höhe bis zu etwa 10 cm. Interessant ist, dass zuerst das Männchen brütet, während das Weibchen zur Nahrungssuche im Meer unterwegs ist. Danach wechseln sie sich beim Brüten.

Die Brutzeit beträgt durchschnittlich 36 Tage. Nachdem das Küken geschlüpft ist, lösen sich die Elternvögel in kürzeren Intervallen ab, um die Küken zu versorgen, die in den ersten 25 bis 30 Tagen im Nest verblieben. Anschließend wechseln sie mit anderen Küken in eine Art Kinderkrippe. Im Wasser sind ihre wichtigsten Feinde Seeleoparden, Seelöwen, Orcas und Haie. An Land sind ihre Eier und Küken durch Seevögel wie z.B. Raubmöwen gefährdet.