Kranich

Kranich, Grauer Kranich

Der Kranich (Grus grus) auch als Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich bezeichnet - ist der einzige Vertreter (Art) der Familie der Kraniche (Gruidae) in Nord- und Mitteleuropa.
Er gehört zur Gattung Grus, zur Unterfamilie der echten Kraniche (Gruinae), zur Familie der Kraniche (Gruidae) und zur Ordnung der Kranichvögel (Gruiformes).

Der Kranich ist ein großer Vogel mit langen Beinen und einem langen Hals. Kennzeichnend für den Vogel sind seine schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die federlose auffallend rote Kopfplatte.

Der keilförmige dünne Schnabel ist über 10 cm lang. Das Gefieder hat abgesehen vom Kopf eine hellgraue Färbung in vielen Abstufungen. Sehr selten beobachtet man fast weiße oder sehr dunkle Vögel. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften.

Der Schwanz sowie die Hand- und Armschwingen der Vögel sind schwarz. Zur Brutzeit färben die Vögel ihren Schulter- und Rückenbereich mit Moorerde hell- dunkelbraun. Der Kranich erreicht eine Höhe von 110 bis 130 cm.

Die Flügelspannweite liegt zwischen 220 bis 245 cm. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden, wobei die Männchen jedoch im Schnitt etwas größer sind und ein Gewicht zwischen 5 und 7 kg erreichen, während die Weibchen 5 bis 6 kg schwer sind.

Zur Nahrung der Kraniche gehören in Abhängigkeit von der Jahreszeit und dem Angebot sowohl tierische wie auch pflanzliche Anteile. Darunter sind Kleinsäugern, Reptilien, kleine Fischen, Fröschen, Schnecken, Würmern sowie Insekten und deren Larven.

Zu den pflanzlichen Nahrungsanteilen gehören Mais-, Gersten-, Weizen- und Haferkörner, Sonnenblumenkerne, Erbsen, Bohnen, Erdnüsse, Oliven, Beeren, Eicheln, Gemüse, Kartoffeln, Pflanzenwurzeln und -sprossen sowie Halme.

Der Kranich versammelt sich im Herbst an bestimmten Stellen in Mecklenburg-Vorpommern oder im Linumer Bruch in Brandenburg zu vielen Tausenden – es können bis über 50.000 Tiere sein - um gemeinsam etwa Mitte Oktober nach Frankreich, Spanien oder Afrika zum Überwintern fliegen.
Es sei erwähnt, dass Kranichpaare ihr Leben lang, das bis zu 20 Jahre betragen kann, zusammen bleiben.

Hinweise
In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet.

Er war ein Symbol der Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“.
Und wer kennt nicht die Ballade von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1797 "Die Kraniche des Ibykus“ In der Ballade wird der griechische Dichter Ibykus auf dem Weg zu den Isthmischen Spielen vor Korinth ermordet und nur ein Kranichzug ist Zeuge des Verbrechens.

Doch als die Kraniche über das zum Himmel offene Theater ziehen ruft einer der Täter: „Sieh da! Sieh da, Timotheus, Die Kraniche des Ibykus!“, und damit hatten sich die Mörder öffentlich verraten.