Greifvögel

Adler

Die Bezeichnung Adler ist keine biologische Bezeichnung, sondern ist eine mehr umgangssprachliche Bezeichnung. Man versteht darunter besonders große und beeindruckende Greifvögel mit einer imponierenden Flügelspannweite. Sie alle gehören zur Ordnung der Greifvögel und - mit Ausnahme des Fischadlers - zur Familie der "Habichtartigen".
Adler sind und waren die beliebtesten Wappentiere.

  • Fischadler (Pandion haliaetus)
    Der 51-58 cm große Fischadler hat mit 145-165 cm eine verhältnismäßig große Flügelspannweite, die es ihm ermöglicht, sich mit seiner bis zu 2 kg schweren Beute wieder in die Luft zu erheben.
    Überall in Europa und auch in Deutschland ist der durch rücksichtslose Verfolgung, Zerstörung des Lebensraums und Giftstoffeintrag in die Gewässer sehr selten geworden.
    Sein Kopf und seine Unterseite sind weiß gefärbt, mit schwarzbraunem Wangenstrich und schwarzbraunem Fleck auf der Stirn. Oberseits ist er weitgehend dunkelbraun gefärbt.
    Das Weibchen ist größer, aber ansonsten vom Männchen nicht zu unterscheiden.
    Der Fischadler bewohnt bewaldete Meeresküsten sowie Ufer von Flüssen und Seen.
    Zum Bau seines gewaltigen Horstes hoch auf einem alten Baum trägt er starke Äste zusammen.
    Seine 2-4 Jungen sowie sich selbst ernährt er ausschließlich mit Fisch. Im Suchflug fliegt er in 20-50 m Höhe über die Wasseroberfläche bis er einen Fisch erspäht hat.
    Nach kurzem Rütteln legt er die Flügel an und schießt im Sturzflug herab. Dabei taucht er unter großer Gischt vollständig ins Wasser ein, um sich anschließend mit der Beute wieder zu erheben. Seine Füße sind ideal für den Fischfang ausgebildet. Die Zehen tragen scharfe Krallen, sind unterseits rau gekörnt und stehen sich versetzt gegenüber, so dass die glitsche Beute kaum entkommen kann.
    Im Oktober verlassen die Fischadler ihr Brutgebiet und ziehen in ihr Winterquartier in Afrika südlich der Sahara
  • Schreiadler
    Der Schreiadler ist der kleinste einheimische Adler. Er gehört zur Gattung der "echten Adler".
    Er ist nur 61-66 cm groß und hat eine Flügelspanne von 130-160 cm. Er besitzt ein dunkelbraunes Gefieder mit einem charakteristischen hellen Fleck auf der Oberseite der ausgebreiteten Flügel. Das Vorkommen des Schreiadlers ist in Deutschland auf Nordostdeutschland beschränkt, wobei er sein Brutrevier in dichten Laub- und Mischwäldern hat. Für die Brut seiner 2 Eier bezieht er häufig alte Nester von Bussarden oder Milanen im Kronenbereich alter Bäume. Das Besondere an diesem Adler ist, dass er nicht nur im Sturzflug oder von einem Ansitz aus jagen kann, sondern auch zu Fuß. Dabei stehen Mäuse, Frösche, Insekten, Schlangen und - selten - Aas auf seinem Speiseplan. Im September macht er sich wieder auf dem Rückweg in sein Winterquartier ins südliche Afrika.
  • Seeadler (Haliaeetus albicilla)
    Der in Europa heimische Seeadler ist 69-91 cm groß und hat eine Flügelspannweite von bis zu 225 cm. Im Gegensatz zum prächtigen Weißkopfseeadler, dem amerikanischen Wappenvogel, ist er recht schlicht gezeichnet. Sein Gefieder ist einheitlich braun gefärbt, nur der Kopf ist etwas heller. Der trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen immer noch vom Aussterben bedrohte Seeadler lebt in Küstennähe oder an großen Binnenseen, wo er seinen Horst auf Felsklippen oder in den Kronen großer alter Bäume errichtet. Er ist standorttreu und bezieht seinen Nistplatz jedes Jahr wieder, so dass mit der Zeit prächtige Bauwerke entstehen. Seine zwei Jungen ziehen die Elterntiere gemeinsam auf. Die Hauptnahrung bilden Wasservögel, wie z.B. Enten, Gänse, Schwäne, Bläßhühner und Haubentaucher, aber auch größere Fische werden erbeutet. Die mitteleuropäischen Populationen bleiben auch im Winter in ihrem Revier und ziehen nicht in den Süden. In dieser nahrungsarmen Zeit fressen sie auch Aas in Form verendeter Wildtiere.
  • Steinadler (Aquila chrysaetos)
    Der majestätische Steinadler ist sicherlich ein Sinnbild für die unberührte deutsche Bergwelt. Mit einer Größe von 75-88 cm und einer Flügelspannweite von 190-230 cm gehört er zusammen mit dem Seeadler zu unseren größten Adlern. Er ist dunkelbraun gefärbt mit goldbrauner Tönung am Hinterkopf, die im auch den Namen Goldadler einbrachte. Seine Beine sind bis zu den Fängen befiedert. Das größere Weibchen ist vom Männchen im Aussehen nicht zu unterscheiden. Früher überall in Deutschland heimisch, findet man den Steinadler bei uns mittlerweile nur noch in menschenleeren, hochgelegenen Gebieten der Alpen. Seinen Horst errichtet er entweder in Felsnischen oder auf hohen Bäumen. Auf die Jagd nach Hühnervögeln bis zur Auerhahngröße und Säugetieren vom Hasen bis zu Jungtieren von Reh, Gämse oder Hirsch geht er in größere Höhen als sein Nistplatz liegt. So kann er bis zu 6 kg schwere Beute im Sinkflug zum Horst transportieren. Er ist aber durchaus in der Lage schwerere Beute zu schlagen, welche er dann an Ort und Stelle verzehrt. Das Weibchen legt 2-3 Eier, wobei meist nur ein Junges durchkommt. Die Aufzucht, die wie bei allen Greifvögeln von beiden Eltern durchgeführt wird, dauert nach dem Schlüpfen noch bis zu 11 Wochen. Auch dauert es 5-6 Jahre, ehe die jungen Steinadler selbst geschlechtsreif sind. Unsere heimischen Populationen bleiben das ganze Jahr ihrem Revier treu.

Bussarde

Unter Bussarden versteht man Vögel aus der Ordnung der Greifvögel, der Familie der Habichtartigen und der Gattung Bussarde (Buteo). In Deutschland gibt es nur eine Art der Gattung Bussarde - den Mäusebussard. Wobei der Wespenbussard der Gattung Wespenbussard (Pemis) angehört. Im Aussehen ähneln Bussarde der Gattung Adler (Aquila), unterscheiden sich von ihnen aber besonders durch ihre erheblich geringere Größe.
Der Schnabel der Bussarde ist relativ kurz und von seinem Ursprung an gebogen. Die Beine sind meist federlos. Ihr Gefieder ist auf der Unterseite stark quergebändert und ihr Schwanz ist relativ kurz. Die Weibchen sind in der Regel etwas größer als die Männchen
Bussarde ernähren sich von Kleinsäugern, wie Mäusen sowie von Vögeln, sie verschmähen aber auch keine Regenwürmer oder Reptilien. Bei Besitzern von Hühnern sind diese Vögel wenig beliebt, da sie dieses Federvieh gerne als Beutetier ansehen. Ihre Beute schlagen sie fast immer nach einem am Boden. Dabei jagd das Tier gerne von Bäumen oder Sträuchern aus.

  • Aguja, Kordillerenadler
    Der Aguja (Geranoaetus melanoleucus) - auch als Blaubussard oder Kordillerenadler bezeichnet - ist eine Greifvogelart aus der Unterfamilie der Bussardartigen (Buteoninae), der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes).  Trotz ihres Namens gehören die Vögel zu den größten und kräftigsten Bussarden.
    Von der Vogelart gibt es folgende zwei Unterarten:
    - Geranoaetus melanoleucus australis.
       Diese Art findet man vom nordwestlichen Venezuela entlang der Anden bis nach Feuerland.
    - Geranoaetus melanoleucus melanoleucus (Nominatform).
       Diese Art findet man im Osten und Südosten von Brasilien bis Paraguay, Argentinien und Uruguay

    Die Agujas erreichen eine Körperlänge zwischen 60 bis 70 cm - bei einer Flügelspannweite zwischen 150 und 185 cm.
    Die Männchen besitzen ein Gewicht von etwa 1,7 kg und die Weibchen etwa 2,3 kg. Der Schnabel ist relativ groß und hoch, ähnelt aber dennoch nicht dem eines Adlers.
    Ihre wächsene Haut und die unbefiederten Beine sind hellgelb. Die Flügel sind lang und breit sowie an der Basis ausgerandet, der Schwanz ist kurz und keilförmig, aber auch gerundet. Die Federn der Oberseite und der Kopf sind bläulich schiefergrau bis schwärzlich oder bräunlich. Die Oberseite der Brust ist gleich gefärbt und setzt sich deutlich von der Unterseite ab. An den eher längeren und spitzeren Feder befinden sich auf der Brust, dem Nacken und dem oberem Rücken feine weiße Spitzen und die Armschwingen sind gebändert. Das Schultergefieder ist aschgrau mit einer feinen dunklen Bänderung.

    Der Aguja besiedelt lichte Trockenwälder, (Baum)Savannen und Weideland sowie in halbwüstenartigem Buschland. Besonders häufig findet man den Aguja in felsigen Berglandschaften mit Schluchten und angrenzendem Grasland. Man findet die Vögel in der Regel bis zu einer Höhe von etwa 3.500 m - in Venezuela sogar über 4.500 m.
    Zur Beute des Agujas gehören kleinere Säugetieren, wie Strauchratten, Meerschweinchen, Skunks, Andenschakale und Viscachas sowie die in Teilen Südamerikas eingeführten Feldhasen und Wildkaninchen, die rund Vierfünftel der Beute ausmachen.
    Auch Vögel und deren Nestlinge sowie Schlangen und Eidechsen, Aas, Insekten oder andere Wirbellose gehören zu ihrer Beute. Ihre Beutetiere jagen sie hauptsächlich beim Fliegen und nicht vom Ansitz aus, wobei sie ihre Beute im Sturzflug schlagen.

  • Mäusebussard (Buteo buteo)
    Der Mäusebussard ist einer der häufigsten europäischen Greifvögel. Mit seinen 51-56 cm Körpergröße und 117-137 cm Spannweite reicht er nicht an die Ausmaße eines Adlers heran, ist jedoch deutlich größer als die verschiedenen Falkenarten. Seine Gefiederfärbung ist sehr variabel und reicht von dunkelbraun bis fast weiß, wobei die Unterseite stets relativ hell ist. Im Flug ist die deutliche Querbänderung der Flügel- und Schwanzunterseite zu erkennen. Häufig kann man den Mäusebussard im Gleitflug beobachten. Seine an das Miauen einer Katze erinnernde „hiääh-hiääh“ Rufe sind weithin hörbar und brachten ihm früher den Namen Katzenaar ein (Aar = altdeutsch für Adler). An den Lebensraum stellt er keine besonderen Anforderungen und auch die Nähe von menschlichen Siedlungen stört ihn nur wenig. Er benötigt lediglich hohe Bäume für den Bau seines Nestes (Horst) und freie Flächen für die Jagd. So findet man ihn an Waldrändern, über offenen Kulturflächen, im Gebirge sowie auch in Mooren und Flußniederungen. Als Hauptnahrungsquelle dienen Feldmäuse, aber auch andere Kleintiere wie Feldhamster, Maulwürfe, Eidechsen und Schlangen verschmäht er nicht. Im Winter frisst er zudem Aas. Die Jagd wird entweder vom Ansitz ausgeführt oder aus dem Gleitflug heraus. Als Ansitz dient nahezu alles, was ihm eine erhöhte Sitzposition ermöglicht: Baumstümpfe, Zaunpfosten, Heuhaufen, große Steine. In jungen Pflanzungen werden so genannte … aufgestellt und vom Mäusebussard gerne angenommen. So wird verhindert, dass die Nagerpopulation in diesen häufig eingezäunten Bereichen zu groß wird und Schaden an den jungen Pflanzen anrichtet. Der Horst für die Aufzucht seiner 3-4 Jungen wird über viele Jahre wieder verwendet.
  • Rauhfußbussard (Buteo lagopus)
    Der 51-61 cm große Rauhfußbussard hat eine Flügelspannweite von 130-152 cm und ist somit etwas größer als der ihm sehr ähnlich sehende Mäusebussard. Sein Gefieder variiert ebenfalls und kontrastreich wechseln sich weiße und dunkelbraune Bereiche ab. Häufig ist der Kopfbereich weiß. Seine Füße sind bis zum Zehenansatz befiedert. Im Flug lässt er sich anhand eines dunklen Flecks auf fast weißem Untergrund an den Flügelunterseiten erkennen. Das Weibchen ist in der Regel größer als das Männchen. Der Rauhfußbussard ist ebenfalls ein Zugvogel, aber im Gegensatz zum Wespenbussard verbringt er den Winter in unseren Breiten und den Sommer im hohen Norden, Skandinavien und Sibirien, wo er seine 3-5 Jungen aufzieht. Seinen Horst baut er in hohen Bäumen, aber in baumlosen Gegenden auch am Boden oder auf Felsvorsprüngen. Zur Jagd auf Kleinsäuger und Nagetiere, wie Mäuse, Maulwürfe und Lemminge verharrt er meist am Boden leicht erhöht auf Erdschollen, Maulwurfshügeln oder niedrigen Büschen.
  • Wespenbussard (Pernis apivorus)
    Der 51-58 cm große Wespenbussard hat eine Flügelspannweite von 119-127 cm und gehört-  wie erwähnt - nicht zur Gattung Bussarde (Buteo), sondern zur Gattung Wespenbussarde (Pernis). Er hat eine sehr variable Gefiederfärbung mit brauner Grundfärbung und dunkleren Flecken und Querbändern. Kopfplatte und Wangen sind schiefergrau. Er ist in ganz Deutschland verbreitet, aber seltener als der Mäusebussard. Sein bevorzugter Lebensraum sind gut strukturierte Laubwälder mit Lichtungen. Seinen Horst errichtet er häufig auf alten Krähennestern, baut aber auch selbst in hohen Bäumen. Seinem Namen macht er alle Ehre, da er als ausgesprochener Nahrungsspezialist Wespen, Bienen und Hummeln ausgräbt und sich von diesen und deren Larven ernährt. Insbesondere die saftigen Larven werden zur Aufzucht der Jungvögel verwendet. Nur selten frisst er auch andere Insekten, Käfer, Heuschrecken und kleine Wirbeltiere. Im Segelflug macht er am Erdboden bewohnte Nester aus, indem er den Ein- und Ausflug an den Erdlöchern beobachtet. Der Wespenbussard hat auf Grund seiner Ernährungsgewohnheiten einige für Greifvögel untypische Merkmale ausgebildet, wie den Grab- oder Scharrfuß mit nur leicht gekrümmten Krallen sowie eine dichte, schuppige und harte Befiederung im Kopfbereich an der Schnabelwurzel und schlitzförmige Nasenlöcher - als Schutz gegen Wespenstiche. Als echter Zugvogel kehrt der Wespenbussard erst im April aus seinem Winterquartier in Afrika südlich der Sahara zurück, um bei uns seine 2 Jungen aufzuziehen. Bereits im September macht er sich wieder auf den Rückweg. Auf der Roten Liste ist er als gefährdet eingestuft.

Falken

Die Falken (Falco) sind eine Gattung aus der Unterfamilie der Eigentlichen Falken (Falconinae) und der Familie der Falkenartigen (Falconidae). Sie gehören nicht zu den Greifvögeln sondern bilden eine eigene Gattung. Die Vögel haben meist einen langen Schwanz und spitze Flügeln. Sie besitzen einen hakenförmig nach unten gebogenen Oberschnabel- den so genannten Falkenzahn. Dieser Zahn unterstützt ihren Biss in den Nacken oder den Hinterschädel des Beutetiers, um es zu töten.
 

    Die Gattung der Falken (Falco) ist weltweit weit verbreitet und umfasst 39 verschiedene Arten. Davon kommen in Mitteleuropa Baumfalken, Rotfußfalken, Sakerfalken, Turmfalken sowie Wanderfalken als Brutvögel vor.
    Falken bauen im Gegensatz zu den Greifvögeln keine Nester, sondern brüten in den Nestern anderer Vogelarten oder in Mulden an Felswänden, Gebäuden oder auf Bäumen. Die meisten Falken schlagen ihre Beute in der Luft und fast nur der Turmfalke sucht seine Beute mittels des Rüttelns am Boden.
    Besonders interessant ist die Jagdmethode des Wanderfalken. Dieser bis zu ca. 300 km/h schnelle Vogel rammt seine Beute mit seinen Füßen und Krallen mit einer so großen Energie, dass das bereits meist zum Tod führt. Ihre Beute besteht neben Vögeln bis zur Größe einer Taube auch aus kleineren Säugetieren, Reptilien und Amphibien.
     

    • Baumfalke
      Der 30-36 cm große Baumfalke (Falco subbuteo) ist in Europa ein reiner Brutvogel.
      Sein Winterquartier bezieht er in Süd- und Ostafrika. Männchen und Weibchen sind in ihrer Färbung nicht zu unterscheiden; das Weibchen ist jedoch etwas größer. Die Gefiederoberseite ist einheitlich dunkelbraun gefärbt, mit Ausnahme der weißen Kehle und einem schmalen weißen Halsband mit markantem dunklem Bartstreif. Bauch und Brust sind weiß mit schwarzer Querbänderung, Schwanzunterseite und Beinkleid sind rötlich eingefärbt.
      Der Baumfalke bewohnt lichte Wälder, Waldränder und offene Landschaften mit Baumbestand, häufig aber nicht ausschließlich in Gewässernähe. Seine Brut zieht er auf Bäumen in alten Krähen- oder Greifvogelnestern auf. Die bis zu 5 Eier werden vom Weibchen weitgehend allein ausgebrütet, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt.
      Die Beute wird ausschließlich in der Luft erjagt und mit den kräftigen Fängen gepackt, dabei jedoch meist nicht getötet. Hauptnahrungsquelle sind Kleinvögel, darunter auch schnelle Flieger wie Lerchen, Schwalben und Mauersegler, aber auch Insekten, wie z.B. Libellen, sind Teil des Nahrungsspektrums.
      Wie alle Falken besitzt auch der Baumfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem so genannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Zum Fressen oder um seine Beute für die Fütterung von Weibchen oder Jungtieren vorzubereiten, bringt er sie zu einem Rupfplatz auf einem Ast, um mit seinem scharfen Schnabel die Federn.
    • Turmfalke
      Beim 34 cm großen Turmfalken (Falco tinnunculus) lassen sich Männchen und Weibchen anhand ihrer Gefiederfärbung eindeutig unterscheiden. Das Männchen besitzt einen blaugrauen Kopf und grauen Schwanz sowie einen rotbraunen Rücken und rotbraune Flügeloberseiten mit schwarzen Tropfenflecken. Das Weibchen hingegen ist einheitlich rostbraun gefärbt und vom Kopf an durchgängig schwarz quergebändert.
      Die Unterseite beider Geschlechter ist hellbraun mit weniger stark ausgeprägter Querbänderung und einer schwarzen Endbinde an der Schwanzunterseite. Der Turmfalke gehört zu den häufigsten Greifvögeln Europas. Dies liegt an den vielfältigen Lebensräumen, die er erobert hat.
      Man findet ihn in offenen Landschaften, an Waldrändern, in Mooren, im Gebirge und in Städten. In seinen natürlichen Lebensräumen brütet er in alten Krähen- oder Greifvogelnestern und in Baumhöhlen oder Felsspalten. In der Stadt oder auf Dörfern trifft man ihn nicht selten in hohen Gebäuden, wie z.B. Kirchtürmen an. So kam der Turmfalke auch zu seinem Namen. Gerne nimmt er eigens installierte Nistkästen in und an Gebäuden an. Seine Beute, hauptsächlich Mäuse aber auch Heuschrecken, Käfer und Grillen, erbeutet er meist aus dem Rüttelflug. Dabei steht der Vogel mit rüttelndem Flügelschlag an Ort und Stelle in der Luft, zum Beispiel über einem Mauseloch. Zeigt sich dann das Beutetier, geht der Turmfalke in den Sturzflug über und schießt blitzschnell zu Boden, um die Beute mit seinen kräftigen Fängen zu packen. Dabei wird sein Opfer meist jedoch nicht getötet.
      Wie alle Falken besitzt der Turmfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem sogenannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute.
      Die 4-6 Eier werden vom Weibchen weitgehend allein ausgebrütet, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt. In Mittel- und Südeuropa ist der Turmfalke das ganze Jahr über anzutreffen.
      Die nördlichen Brutvögel, z.B. aus Skandinavien, ziehen im Winter nach Süden.
    • Wanderfalke
      Der immer noch gefährdete und unter Naturschutz stehende Wanderfalke (Falco peregrinus) ist mit 38-48 cm der größte, in Mitteleuropa vorkommende Vertreter der Gattung Falco. Nur der skandinavische Gerfalke (Falco rusticolus) ist größer. Männchen und Weibchen lassen sich anhand ihrer Gefiederfärbung kaum unterscheiden, letzteres ist etwas dunkler gefärbt. Generell ist das Weibchen (43-48 cm) aber größer als das Männchen (38-41 cm).
      Die gesamte Oberseite, Kopf, Rücken und Schwanz sind schiefergrau gefärbt. Charakteristisch ist sein breiter schwarzer Backenstreif. Die cremefarbene Unterseite, sowie die Federhosen sind mit einer zarten schwarzen Querbänderung versehen. Schnabel, Füße und Augenring sind von kräftig gelber Farbe.
      Je nach Lebensraum, von der Küste bis ins Gebirge, brütet der Wanderfalke in unzugänglichen Felsnischen oder seltener in alten Greifvogelhorsten. Auch seine bevorzugte Beute hängt vom Nahrungsangebot des jeweiligen Lebensraums ab. So erbeutet er Vögel von Meisen- bis zur Größe von Tauben.
      Anders als die anderen heimischen Falkenarten, ernährt er sich größtenteils von Vögeln, die er in der Luft schlägt. Dabei schießt er - wie bereits oben erwähnt - im Sturzflug mit rund 300  km/h auf sein Opfer herab und tötet oder betäubt es durch einen Hieb mit den Krallen, so dass es zu Boden stürzt. Das wehrlose Tier nimmt er dann geschickt im Flug vom Boden oder von der Wasseroberfläche auf, um es an seinem Rupfplatz in Ruhe zu verzehren.

      Wie alle Falken besitzt der Wanderfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem sogenannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Im März legt das Weibchen mit jeweils einigen Tagen Abstand 3-4 Eier. Das Brüten ist hauptsächlich ihre Aufgabe des Weibchens, nur gelegentlich wird sie vom Männchen abgelöst. Dieses übernimmt dafür den Großteil der Nahrungsversorgung.

      Nach dem Schlüpfen dauert es noch bis in den Oktober bis die Jungvögel völlig unabhängig sind. Anders als es sein Name besagt sind Wanderfalken relativ reviertreu und die mitteleuropäischen Bestände ziehen auch im Allgemeinen m Winter nicht in den Süden. Nur die im hohen Norden lebenden Populationen verbringen die kalte Jahreszeit teils im tropischen Süden.

    Geier

    Geier sind ein Sammelbegriff für eine Reihe von großen Arten der Greifvögel (Accipitriformes), die sich überwiegend oder ausschließlich von Aas ernähren.

    Die Vögel werden zwischen 80 bis 100 cm groß und besitzen eine Flügelspannweite zwischen 195 und 225 cm. Ihr Gewicht variiert zwischen etwa 5,5 und 6,5 kg. Ihr Kopf und der Hals sind dunkel gefärbt und federlos, während die Halskrause mit weißlichen Federn besetzt ist.

    Der Rücken und die Oberflügeldecken sind gelblich-braun, während die Bauchfedern meist in eine helleren Gelb-braun gefärbt sind. Man findet die Indiengeier im Osten Pakistans, entlang der Westküste von Indien sowie im Norden von Delhi und südlich des Quellgebiets des Ganges. Ihre Lebensräume sind Landschaften und Wälder, aber auch Dörfer und Städte, wo sie überwiegend gesellig zusammen leben und auf Felsen und verfallenen Gebäuden brüten, hin und wieder auch auf Bäumen.
    Indiengeier sind reine Aasfresser, die sich meist in größeren Gruppen zum Fressen an Tierkadavern versammeln.

    • Bartgeier
      Der Bartgeier bzw. Lämmergeier (Gypaetus barbatus) ist die einzige Art der gleichnamigen Gattung Bartgeier (Gypaetus). Er gehört zur Unterfamilie der Altweltgeier (Gypaetinae) und zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes). Die Vögel erreichen eine Größe zwischen 95 bis 120 cm- bei einem Gewicht von 4,5 bis etwa 7 kg. Die Oberseite der Tiere ist grauschwarz, während der Kopf, Hals und die Körperunterseite weiß bis rostrot erscheinen.
      Ihre  Flügelspannweite differiert zwischen 2,30 bis 2,80 m.
    • Indiengeier
      Der Indiengeier (Gyps indicus) gehört zur Gattung Gyps, zur Unterfamilie der Altweltgeier,
      zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes).
      Die Vögel werden zwischen 80 bis 100 cm groß und besitzen eine Flügelspannweite zwischen 195 und 225 cm. Ihr Gewicht variiert zwischen etwa 5,5 und 6,5 kg. Ihr Kopf und der Hals sind dunkel gefärbt und federlos, während die Halskrause mit weißlichen Federn besetzt ist. Der Rücken und die Oberflügeldecken sind gelblich-braun, während die Bauchfedern meist in eine helleren Gelb-braun gefärbt sind.
      Man findet die Indiengeier im Osten Pakistans, entlang der Westküste von Indien sowie im Norden von Delhi und südlich des Quellgebiets des Ganges. Ihre Lebensräume sind Landschaften und Wälder, aber auch Dörfer und Städte, wo sie überwiegend gesellig zusammen leben und auf Felsen und verfallenen Gebäuden brüten, hin und wieder auch auf Bäumen. Indiengeier sind reine Aasfresser, die sich meist in größeren Gruppen zum Fressen an Tierkadavern versammeln.
    • Ohrengeier
      Der Ohrengeier (Aegypius tracheliotus) gehört zur Gattung Aegypius, zur Unterfamilie der Altweltgeier (Aegypiinae), zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes). Von den Vögeln gibt es folgende zwei Unterarten: - Aegypius tracheliotus tracheliotus (Nominatform), diese Unterart kommt in Afrika vor. - Aegypius tracheliotus negevensis, diese Unterart kommt auf der Arabischen Halbinsel vor.
      Die Größe der Vögel liegt zwischen 95 und 115 cm – bei einer Flügelspannweite zwischen 250 bis 290 cm. Ihr Gewicht liegt zwischen 5,5 und 9,5 kg.
      Die Ohrengeier der Nominatform (Aegypius tracheliotus tracheliotus ) sind nahezu einfarbig dunkelbraun bis schwärzlich. Die Brust und der Bauch sind auf weißem Grund mit braunen Streifen versehen, wobei die weiße Grundfarbe von dem Dunengefieder herrührt. Man findet die Vögel (Nominatform) in großen Teilen von Afrika und die Unterart Aegypius tracheliotus negevensis auf Teilen der Arabischen Halbinsel.
      Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Kadavern, wobei große Säugetiere aber auch kleinere Säuger, Vögel sowie Reptilien wie Warane und andere Echsen auf ihrem Speiseplan stehen.
    • Rabengeier
      Der Rabengeier (Coragyps atratus) gehört zur Gattung Coragyps, zur Familie der Neuweltgeier (Cathartidae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes).
      Diese Art gliedert sich in folgende drei Unterarten:
      - Nordamerikanischer Rabengeier (Coragyps atratus atratus = Nominatform). Er kommt in Nordamerika vor
      - Südamerikanische Rabengeier (Coragyps atratus brasiliensis). Er kommt in Mittel- und im nördlichen und östlichen Südamerika vor.
      - Anden-Rabengeier (Coragyps atratus foetens). Er kommt von Ecuador bis nach Chile und Argentinien vor.

      Der Rabengeier hat eine Größe von 55 bis 75 cm. Er hat sehr breite aber mit einer Flügelspannweite von 135 bis 165 cm nicht allzu lange Flügel und einen kurzen Schwanz. Die Vögel wiegen etwa 1 bis kg. Das Gefieder ist glänzend schwarz, wobei die Schultern und der Rücken grünlich glänzen. Wie bei allen Geiern sind der Kopf und Hals federlos. Die Beine und der Schnabel sind grau, mit einer elfenbeinfarbenen Schnabelspitze. Die geselligen Vögel leben sowohl in offenen wie auch bewaldeten Landschaften bis zu einer Höhe von etwa 2.700 m. Der Rabengeier ernährt sich – wie alle Geierarten - vorwiegend von Aas. Aber er macht sich hin und wieder auch über lebende Tiere her, darunter neugeborenes Vieh.

    • Truthahngeier
      Der Truthahngeier (Cathartes aura) gehört zur Gattung Cathartes, zur Familie der Neuweltgeier (Cathartidae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes). Von der Art gibt es folgende vier Unterarten:
      - Cathartes aura aura (Nominatform)
      - Cathartes aura jota
      - athartes aura ruficollis
      - Cathartes aura septentrionalis

      Die Vögel werden zwischen 65 und 75 cm groß – mit einer Flügelspannweite von 1,80 bis zu 2 m.
      Ihr Gewicht schwankt zwischen 850 bis 2.000 g. Die Männchen und Weibchen sind etwa gleich groß.
      Das Gefieder der Tiere ist braun-schwarz und glänzt auf dem Rücken. Die Flügelfedern besitzen grau-braune Ränder. Ihr roter Kopf ist federlos und hat einen elfenbeinfarbenen Schnabel. Der rote Kopf hat den Vögeln ihren Namen eingebracht.

      Die vier Unterarten findet man in Süd-, Mittel- und Nordamerika und zwar von Feuerland und den Falklandinseln bis nördlich der Südgrenze von Kanadas vor.
      Ihre Lebensräume sind offenes Gelände wie auch Wälder und sogar Wüsten. Ihre Beute besteht in der Regel aus Aas, dass sie mit Hilfe ihres gut entwickelten Geruchssinns aufspüren.
      Mittlerweile gehören zu ihrer Nahrung auch die von Autos überfahrenen Tiere.

    • Weißrückengeier
      Der Weißrückengeier (Gyps africanus) gehört zur Gattung Gyps, zur Unterfamilie der Altweltgeier (Aegypiinae), zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes)

      Ihre Größe beträgt 80 bis 90 cm – bei einer Flügelspannweite zwischen 195 und 230 cm.
      Ihr Gewicht liegt zwischen etwa 4 bis 7 kg.
      Die Vögel sind insgesamt relativ einfarbig bräunlich gefärbt jedoch mit weißen Gefiederpartien.
      Die untere Rückenpartie, der Bürzel sowie die kleinen und mittleren Unterflügeldecken sind dagegen weißlich , woher auch ihr Name stammt.

      Der relativ lange und kräftige Schnabel sowie die die unbefiederten Teile der Beine und die Zehen sind schwärzlich-grau.
      Die Haut des Kopfes und Halses ist schwarz und mit mehr oder weniger spärlich weißlich oder cremefarben Haaren bedeckt, die aber im Gesicht und am Vorderhals weitgehend fehlen.
      Die flaumige Halskrause ist weiß.
      Man findet die Vögel in großen Teilen von Afrika – und zwar südlich der Sahara vom Senegal bis nach Somalia und vom Süden Malis und dem Osten Sudans bis in den Norden von Südafrika.
      Im zentralafrikanischen Regenwald findet man die Tiere jedoch nicht.
      Ihre hiesigen Lebensräume sind offene und auch lichte baumbestandene Landschaften, Graslandlandschaften sowie offene Sümpfen und Dornbuschvegetationen. In dichten Wäldern findet man sie dagegen nicht.
       

    Habicht und Sperber

    Habicht
    Der Habicht (Accipiter gentilis) gehört zur Gattung der Habichte und Sperber (Accipiter), zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes).
    Er unterteilt sich zudem in 10 Unterarten.

    Ihre Körpergröße schwankt zwischen 45 bis 65 cm und ihre Flügelspannweite zwischen 90 bis 125 cm. Das der Gewicht schwankt zwischen 500 bis 900 g und das der Weibchen etwa zwischen 1.400 bis 2.000 g.
    Diese Unterschiede sind durch die Größen- und Gewichtszunahmen von Südwesten nach Nordosten und dem Unterschied der Geschlechter zu erklären. Die Flügel sind relativ kurz und breit und an ihren Spitzen gerundet, während ihr Schwanz relativ lang ist. Damit erreichen sie zwar keine hohen Fluggeschwindigkeiten, aber dafür eine große Wendigkeit.

    Habichte sind auf der Oberseite schiefer-graubraun, während ihre Unterseite weiß mit dunkelbraunen schmalen Querbändern.
    Man findet die Vögel in den Nadelwäldern der Taiga und von Gebirgsregionen sowie den Wäldern der gemäßigten und der mediterranen Zonen in Europa, Nordamerika und Asien, so auch in Skandinavien, Griechenland, im Norden des Irans, in Russland und in Nordafrika.

    Die Vögel benötigen einen alten Baumbestand und ein ausreichendes Angebot an mittelgroßen Vögeln und Säugetieren als Beutetiere. Der Habicht lebt sowohl in großen, geschlossenen Waldgebieten wie auch in der offenen Kulturlandschaft vor, wenn dort zumindest einzelne Feldgehölze vorhanden sind.
    Mittlerweile haben die Tiere aber auch die Großstädte erobert, so findet man sie in Deutschland . u.a. in Berlin, Köln, Saarbrücken und Hamburg.
    In Berlin leben derzeit etwa 100 Brutpaare und zwar in den Forsten, den Parkanlagen, auf Friedhöfen, Privatgrundstücken und sogar in begrünten Innenhöfen. Vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern wurde der Habicht zum „Vogel des Jahres 2015“ in Deutschland gewählt.

    Sperber
    Der Sperber (Accipiter nisus) gehört zur Gattung der Habichte und Sperber (Accipiter), zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes).

    Die Weibchen besitzen eine Größe von etwa 35 bis 40 cm und eine Flügelspannweite zwischen 65 und 80 cm. Die kleineren Männchen sind etwa 30 bis 35 cm groß mit einer Flügelspannweite von 58 bis 65 cm.
    Das Gewicht der Männchen liegt zwischen 105 bis 165 g, das der Weibchen zwischen 190 bis 290 g.
    Die Männchen sind auf ihrer Oberseite grau-blau, während die Unterseite weiß mit feinen und dunkleren bis orangeroten Querbändern versehen ist. Bei manchen Sperbern ist die Unterseite sogar einfarbig orange.

    Die Weibchen auf der Oberseite schiefergraubraun mit einer Bänderung an den Flanken, die ebenfalls orange sein kann, aber selten so ausgedehnt ist wie bei den Männchen.
    Sie verfügen über einen schwarzen Schnabel und gelbe Beine mit langen und spitzen Krallen.
    Man findet die Tiere von den Kanarischen Inseln und Irland bis nach Kamtschatka und Japan.
    Seine Lebensräume sind überwiegend Nadelwälder, deren Verbreitung das Vorkommen im der Sperber nach Norden und Süden hin begrenzt. Ihre Nahrung sind vorwiegend kleine Vögel und seltener auch Mäuse, Fledermäuse, kleine Reptilien sowie Wirbellose.

    Kondor

    Kondor ist die Sammelbezeichnung für den Andenkondo und den Kalifornischen Kondor. Mit der Unterfamilie der Altweltgeier aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) sind sie nur entfernt verwandt. Obwohl sie zur Familie der Geier gehören, haben wir die riesigen Vögel gesondert dargestellt.

    Andenkondor
    Der Andenkondor (Vultur gryphus) gehört zur Gattung Vultur, zur Familie der Neuweltgeier (Cathartidae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes).
    Die Tiere können bis zu 120 cm groß werden bei einer Flügelspannweite bis zu 320 cm. Das Gewicht der Männchen beträgt rund 12 kg und das der Weibchen etwa 9,5 kg. Der Andenkondor ist damit der größte Geier weltweit. Der breite und nicht gezeichnete und relativ lange Schwanz ist im gefächerten Zustand gerundet. Das Gefieder der Tiere ist überwiegend glänzend schwarz, wobei die Flügeldecken und die Armschwingen glänzend silberweiß sind. Typisch ist der flaumige, weiße Halskragen, von der sich sehr deutlich der nackte, rote Hals und der Kopf abheben. Mit dem weißen Kragen wirken die Vögel wie Pastoren der Lutheraner. Der Kopf ist weitgehend nackt, braun-rötlich und deutlich braun-rötlich bis violett geädert. In der freien Wildbahn stehen Alpaka- und Lamakadaver, an der Küste von Chile auch tote Wale auf dem Speiseplan. Man findet die Tiere von Feuerland bis nach Venezuela. Sie können bis in eine Höhe von etwa 7.000 m fliegen. Man schätzt ihren Bestand in den Anden auf etwa 10.000 Exemplare Erwähnenswert ist das peruanische Volksied „El Condor Pasa“ (Der Kondor fliegt vorbei) aus dem 18. Jahrhundert, das in seiner englischen Version von Simon & Garfunkel aus dem Jahre 1970 international bekannt wurde.

    Kalifornischer Kondor
    Der Kalifornischer Kondor (Gymnogyps californianus) gehört zur Gattung Gymnogyps zur Familie der Neuweltgeier (Cathartidae) in der Ordnung der Greifvögel (Accipitriformes).
    Die Vögel galten aufgrund extensiver Bejagung und dem Einsatz von Pestiziden und durch die Bleimunition in den adavern geschossener Tiere. zwischen 1985 bis etwa 1992 in Freiheit als ausgestorben. Durch Auswilderungen in Gefangenschaft lebender Tiere entstand ein neuer Bestand, der im Jahr 2018 etwa 300 Tiere umfasste.
    Sie erreichen eine Größe von 100 bis 120 cm - mit einem 33 bis 40 cm langen Schwanz.
    Ihre Flügelspannweite liegt zwischen 2,40 bis etwa 3 m.
    Das Gewicht der Tiere liegt zwischen 8 und 15 kg wobei die Männchen etwas größer und schwerer als die Weibchen sind.
    Ihr Gefieder ist schwarz während die die Federn der Oberseite eher bräunlich sind. Die Halskrause ist grau.
    Der gelbe bis orangene Kopf der Tiere ist nahezu federlos und hat einen gelblich gefärbten Schnabel.
    Man findet die Tiere vor allem in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Arizona sowie im Norden Mexikos.
    Ihre Nahrung sind nahezu ausschließlich die Kadaver von größeren Säugetieren