Waldelefanten

Allgemeines, Taxonomie

Die Waldelefanten sind kleiner als ihre nahen Verwandten aus der Gattung der Afrikanischen Elefanten. Ihr Lebensraum sind - wie ihre Bezeichnung schon verdeutlicht - die tropischen Regenwälder des zentralen und des westlichen Teils von Afrika.

OrdnungRüsseltiere (Proboscidea)
FamilieElefanten (Elephantidae)
GattungAfrikanische Elefanten (Loxodonta)
ArtWaldelefant (Loxodonta cyclotis)

 

Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Forest elephant
  • Französisch: Éléphant de forêt

Aussehen, Merkmale

Waldelefanten sind kleiner als ihre engen Verwandten die Afrikanischen Elefanten. Die Schulterhöhe der Bullen Tiere liegt zwischen 215 bis 290 cm und die der Kühe zwischen 175 und 235 cm. Untersuchungen an Tieren im Dzanga-Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik ergaben eine maximale Höhe von 280 cm. Das Gewicht der Tiere schwankt zwischen 2.000 bis 3.500 kg. Bis auf die Größe ähneln sie ihren afrikanischen Verwandten, wobei sie kompakter sind mit einer gerade verlaufenden Rückenlinie. Ihre Ohren sind meist rundlicher und kleiner als beim Afrikanischen Elefanten. Ihre Farbe erscheint generell grau, kann aber infolge von Schlammbädern gelblich bis rötlich-braun erscheinen. Die Körperbehaarung auf ihrer dicken Haut ist eher spärlich.

Vorkommen

Man findet die Tiere vor allem im Kongobecken von Äquatorialguinea und Gabun, in der Republik Kongo, in Kameruns, in der Zentralafrikanische Republik sowie in der Demokratischen Republik Kongo. Die Tiere halten sich meist in den noch intakten dichten tropischen und ungestörten Regenwäldern auf, aber auch in den Übergangszonen zu den Savannen.

Durch die Zerstörung der Regenwälder außerhalb des Kongobeckens beschränkt sich hier ihr Vorkommen auf einige Dutzend isolierte Wälder mit einer mittleren Größe von 800 km², was etwa der Fläche Berlins entspricht. Landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Plantagen meiden die Tiere in der Regel.

Man schätzt, dass in Gabun rund 25.000 Tiere und in der Demokratischen Republik Kongo etwa 20.000 leben.

In Äquatorial-Guinea sind es dagegen nur etwa 1.300 Tiere. I

n dem rund 6.800 km² großen Dzanga-Schutzgebiet in der Zentralafrikanischen Republik leben mehr als 5.000 Tiere und im rund 1.550 km² großen Nationalpark Loango in Gabun sind es ca. 4.000 Tiere. In zwei kleinen Wäldern in Ghana leben nur wenige 100 Tiere. Auch im Kakum-Nationalpark in Ghana findet man einige der Tiere.

Nahrung

Die Waldelefanten sind reine Vegetarier und ernähren sich von verschiedenen Pflanzenteilen. Wie von Blättern, Früchten und Rinden. Gräser, die weitgehend nur auf den Waldlichtungen vorkommen, werden gelegentlich auch gefressen. Es besteht jedoch bei der Nahrungsaufnahme ein Unterschied regionaler Unterschied zwischen den Trocken- und Regenzeiten. So nehmen in Zentralafrika während der Trockenzeit die Anteile an Früchten zugunsten von Rinden und Blättern ab, während in Westafrika Früchte während der Trockenzeit besser verfügbar sind. I Interessant ist, dass die Waldelefanten mit Hilfe ihres Kots eine wichtige Funktion beim Verbreiten von Samen einer großen Anzahl von Bäumen besitzen.

Fortpflanzung, Jungtiere

Ihre Fortpflanzungsreife erreichen die Elefantenkühe mit rund 12 bis 14 Jahren, während die sexuellen Aktivitäten der Bullen noch später stattfinden. Die Brunft der weiblichen Tiere hält über das gesamte Jahr an, findet ihren jeweiligen Höhepunkt jedoch während der beiden Trockenzeiten von Dezember bis März und Juli bis August. Der Zyklus dauert dagegen nur mehrere Tage. Die Tragzeit nach der Paarung dauert - etwa wie beim Afrikanischen Elefanten - rund 660 Tage. Danach kommt in der Regel ein Neugeborenes zur Welt, das kurz nach der Geburt fähig ist zu laufen.

Die Neugeborenen stehen im engen Kontakt zum Muttertier und anderen Herdenmitgliedern von denen sie sehr intensiv betreut und beschützt werden. Nach rund einem Jahr kann es immer noch unter der Mutter hindurchlaufen, und nach rund vier Jahren ist das Jungtier etwa halb so groß wie ein ausgewachsenes Tier. Die Mutter säugt das Jungtier bis zu einem Alter von fünf Jahren. Der weibliche Nachwuchs verbleibt ab einem Alter von acht bis zehn Jahren meist in der Herde, während die Bullen unabhängig werden. Erst in einem Alter von etwa rund 25 Jahren sind sie ausgewachsen, wobei ihre natürliche Lebenserwartung bis zu 50 Jahre betragen kann.

Gefährdungen

Aufgrund ihrer Größe und Wehrhaftigkeit haben Waldelefanten - mit Ausnahme des Menschen – keine Feinde. Neugeborene dagegen werden hin und wieder Opfer von Leoparden, wobei jedoch nur um 3% der Neugeborenen überhaupt ums Leben kommen. Aber die ganz kleine Feinde sind viel gefährlicher, so werden die Tiere von Saugwürmern und Fadenwürmer befallen.

Außerdem gehören Wimperntierchen zu den inneren Parasiten.