Luchs, Rotluchs

Systematische Einteilung

Der Luchs ist die größte Wildkatze, die es in Deutschland und den meisten europäischen Ländern gibt.

Leider ist diese Katze sehr selten und dazu noch sehr scheu. Man wird daher kaum ein derartiges Tier in der freien Natur zu sehen bekommen.

 

Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Familie Katzen (Felidae)
Gattung Luchse (Lynx)
Art Lynx rufus

Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Bobcat, Baycat
  • Französisch: Lynx roux

 

Einleitung

Der äußerst anpassungsfähige Rotluchs hat die unterschiedlichsten Vegetationsgebiete Nordamerikas erobert. Er ist kleiner als sein kanadischer Vetter, mit dem er sich im südlichen Kanada den Lebensraum teilt. Von den Amerikanern wird er wegen seines kurzen Schwanzes liebevoll Bobcat genannt. Für die Pelzindustrie uninteressant, konnte er bis in die 1960er Jahre ein weitgehend unbehelligtes Leben führen. Nach dem Verbot der Jagd auf gefleckte Großkatzen und südamerikanische Kleinkatzen explodierten jedoch die Preise für seinen Pelz.

Exzessive Jagd und intensives Fallenstellen brachten ihn an den Rand der Ausrottung. Vor allem in den Weststaaten wurde ihm wegen des besonders schön gezeichneten und dichten Winterfells nachgestellt. Ende der 1970er Jahre wurde die Jagd in den meisten Bundesstaaten beschränkt. Obwohl er aber nach wie vor stark bejagt wird, haben sich die Populationen gut erholt und sein Bestand gilt nicht mehr als gefährdet.

Vorkommen

Der Rotluchs kommt mit seinen elf Unterarten nur in Nordamerika vor. Dort findet man ihn von Südkanada bis nach Mexiko und auf der Halbinsel Yukatan. In vielen östlichen Bundesstaaten der USA fehlt er, da ihm die ausgedehnten landwirtschaftlichen Nutzflächen nur ungenügend Deckung bieten.

Merkmale

Der Rotluchs hat einen kurzen, gedrungenen Körper, der auf stämmigen, langen Beinen ruht. Seine großen Pranken sind mit starken, scharfen Krallen bewert. Die Fußsohlen sind, anders als bei den anderen Luchsarten, nicht behaart. Seinen kleinen, runden Kopf ziert ein markanter Backenbart, der an den Seiten jeweils zu einem Zipfel ausläuft.

Die spitz zulaufenden Ohren sind auf der Rückseite schwarz mit einem weißen Fleck in der Mitte (Prionailurus-Fleck) und am Ende kurz bepinselt (Luchspinsel). Sein Schwanz ist mit 10 – 20 cm sehr kurz und endet in einer schwarzen, abgerundeten Spitze. Die Farbe seines besonders dichten und weichen Pelzes reicht von gelbbraun bis graurot und ist sehr eng mit kurzen, schwarzen Strichen und Tupfen übersät. Unterseits ist es meist weiß. Er ist kleiner als sein europäischer Verwandter. Sein Gewicht beträgt bis 18 kg, seine Schulterhöhe ist 50 bis 60 cm und seine Körperlänge 60 bis 95 cm. Rotluchse können 15 Jahre alt werden.

Lebensweise und Lebensraum

Der Rotluchs bevorzugt felsige Wald- und Buschwaldgebiete, kommt aber auch in Heide-, Moorlandschaften und sogar in trockenen Wüstengebieten vor. Er bewohnt als Einzelgänger Reviere von mindestens 4 – 50 km2 Größe. In der Paarungszeit von Januar bis Februar treffen Männchen und Weibchen aufeinander. Während sich die Partner der anderen Luchsarten bereits kurz nach der Paarung wieder trennen, bleiben Kater und Katze des Rotluchses zumindest in einigen Fällen über die Paarungszeit hinaus zusammen.

Versteckt in einer Höhle oder Felsspalte bringt die Luchsin nach einer Tragezeit von 60 – 70 Tagen bis zu sechs Junge zur Welt, von denen allerdings selten mehr als zwei das Erwachsenenalter erreichen. Die Jungen werden etwa vier Monate lang gesäugt und steigen dann auf feste Nahrung um, die ihnen die Eltern zum Bau bringen. Wahrscheinlich versorgt der Kater die Familie in dieser Zeit mit Nahrung, wobei diese Erkenntnisse nicht gesichert sind. Als gewandter Kletterer, der auch am Boden lautlos und flink jagt, erbeutet der Rotluchs hauptsächlich Hasen und Wildkaninchen, wobei er im Winter im besonderen Maße vom Vorkommen des Schneeschuhhasen abhängig ist.

Auf seiner Speisekarte stehen außerdem kleine Nagetiere, Hühnervögel und alle anderen Säugetiere bis hin zu Hirschkälbern. Hat der Luchs ein großes Beutetier geschlagen, das er nicht mit einem Mal verzehren kann, wird es mit Laub, Gras oder Schnee bedeckt. In regelmäßigen Abständen kehrt er dann zur Beute zurück, bis alle genießbaren Teile aufgezehrt sind.

Besonderheiten

Der Luchs ist nicht in der Lage, seinen kurzen Stummelschwanz zur Kommunikation einzusetzen. Seine Stimmungen drückt er durch entsprechende Bewegungen und Stellungen seines Backenbartes aus.

Feinde

Natürlicher Feind des Rotluchses sind Puma und Wolf. Die kleineren Kojoten können nur den Jungtieren gefährlich werden.