Berberaffen

Allgemeine Übersicht

Berberaffen (Macaca sylvana) sind eine Makakenart aus der Gattung der Makaken (Macaca) und der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae).
Die Tiere leben als einzige Art der Gattung der Makaken nicht in Asien, sondern in den Atlasregionen von Marokkos und Algeriens sowie auf Gibraltar.
Die Tiere sind die einzige freilebende Primatenart in Europa – und zwar auf Gibraltar.

Gliederung, Taxonomie

Ordnung Primaten (Primates)
Überfamilie Geschwänzte Altweltaffen (Cercopithecoidea)
Familie Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus Pavianartige (Papionini)
Gattung Makaken (Macaca)
Art Berberaffe (Macaca sylvana)
Unterarten  keine

Ausländische Bezeichnungen 

  • Englisch: Barbary ape
  • Französisch: Magot

Aussehen, Merkmale
Berberaffen erreichen eine Kopf-Rumpflänge zwischen 45 bis 70 cm. Mit einem Gewicht von etwa 7 bis 12 kg sind die Männchen schwerer als die Weibchen, die zwischen 5 bis 9 kg wiegen. Interessanterweise besitzen die Tiere keinen Schwanz. Außerdem besitzen die Männchen längere Eckzähne als die Weibchen. Das Fell der Berberaffen ist gelblich-braun oder grau-braun gefärbt, während das Gesicht dunkel-rosa ist. Wie alle Makaken verfügen sie über Backentaschen zum Verstauen der aufgenommenen Nahrung.

Verhalten
Berberaffen, sind wie alle Altweltaffen tagaktiv. Neuweltaffen sind dagegen die auf dem amerikanischen Kontinent vorkommenden Tiere.
Obwohl sie gut klettern können, verbringen sie dennoch den größten Teil des Tages auf dem Boden zu.
Sie leben in Gruppen, deren Größe zwischen 12 bis 60 Tiere liegen kann.
Da die Weibchen ihr ganzes Leben in ihrer Geburtsgruppe bleiben, bilden einige verwandte Weibchen den Kern der Gruppe.
Dagegen erkämpfen sich die Männchen ihren Rang, wobei die stärksten, erfolgreichsten und damit dominanten Männchen die Gruppe anführen. Im Prinzip besitzen die dominanten Männchen Vorrechte bei der Paarung, aber dennoch kann sich jedes Männchen fortpflanzen, was der genetischen Vielfalt zugute kommt.
Die Berberaffen sind standorttreu, wobei die Größe ihres Reviers u.a. vom Nahrungsangebot und den vom Menschen verursachten Störungen abhängt.

Vorkommen und Lebensraum
Berberaffen kommen als einzige Makakenart nicht in Asien, sondern inselartig in den Atlasregionen von Marokkos und Algeriens sowie auf Gibraltar vor.
Die heutige Population auf dem Felsen von Gibraltar wurden wahrscheinlich während der maurischen Herrschaft in Südspanien zwischen 711 und 1492 hierher gebracht, allerdings stammen  die ersten schriftlichen Hinweise auf die hiesigen Tiere aus dem Jahr 1704.
Der Legende nach soll Gibraltar solange in britisch bleiben, solange es hier Berberaffen gibt. Da es um 1942 nur noch wenige Tiere auf Gibraltar gab, wurden auf Weisung des britischen Premierministers Winston Churchill (1874-1965) eine Reihe der Tiere aus Marokko hier ausgesetzt. Heutzutage leben auf Gibraltar etwa 250 Tiere deren Bestand stabil ist.
Die Lebensräume dieser Tiere sind höher gelegene Eichen- und Zedernwälder, sie kommen aber auch mit zerklüftetem Terrain zurecht.

Nahrung
Berberaffen sind im Prinzip Allesfresser, zu deren Nahrung Früchte, Blätter, Kräuter, Knospen und Wurzeln, aber auch Insekten, Vogeleier, Würmer, Spinnen oder auch Skorpione.
Während der Wintermonate bilden Rinden und Baumnadeln einen wichtigen Bestandteil ihrer Nahrung.

Fortpflanzung, Jungtiere
Die Männchen werden in einem Alter zwischen 4,5 bis 7 Jahren und die Weibchen mit 2,5 bis 4 Jahren geschlechtsreif. Meist paaren sich die Weibchen mit mehreren Männchen, vorrangig allerdings mit höherrangigen. Dabei hängt die Paarungszeit von den jeweiligen klimatischen Bedingungen ab. Nach der Paarung bringt das Weibchen nach einer  Tragzeit von rund 165 Tagen bringt das meist ein einzelnes Junges, selten auch Zwillinge, zur Welt.

Die Neugeborenen wiegen etwa 450 g und haben anfangs ein dünnes, schwarzes Fell, das sich innerhalb von 4 Monaten hellbraun färbt.
Erwähnenswert ist, dass sich auch die Männchen um die Jungtiere kümmern und beispielsweise deren Fell pflegen, sie herumtragen und mit ihnen spielen.
Da sich die Weibchen mit mehreren Männchen paaren, steht dabei die Vaterschaft nicht fest. Nach rund sechs bis zwölf Monaten werden die Jungtiere von der Mutter entwöhnt.
Nach dem Eintritt ihrer Geschlechtsreife müssen die männlichen Jungtiere ihre Geburtsgruppe verlassen. Berberaffen können mit 20 bis 25 Jahren relativ alt werden.

Feinde Gefährdung
In Nordafrika gibt es wahrscheinlich noch ca.7.000 Tiere, von denen rund 70% in Marokko leben. Die IUCN listet die Tiere als "stark gefährdet“.

IUCN
Die (International Union for Conservation of Nature and Natural Resource (IUCN) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation. Ihre Gründung erfolgte am 8. Oktober 1948 in Fontainebleau (Frankreich) als International Union for the Protection of Nature (IUPN)
Die IUCN erstellt unter anderem die Rote Liste gefährdeter Arten und kategorisiert Schutzgebiete mittels der World Commission on Protected Areas, zudem besitzt sie einen Beobachterstatus bei der UN-Vollversammlung.
Ihren  Sitz hat sie in Gland in der Schweiz mit Niederlassungen in über 60 Ländern.

Freigehege in Deutschland

Im Jahr 1976 wurde der Affenberg Salem im Bodenseekreis eröffnet. Hier leben auf einer Waldfläche von rund 20 ha ca. 200 Berberaffen. Die Tiere dürfen mit speziell zubereitetem, und gratis erhältlichem Popcorn gefüttert werden
Affenberg Salem
Mendlishauser Hof
88682 Salem
Tel.: 0049 – (0)7553 – 381
Öffnungszeiten 09:00 bis 18:00