Andenfuchs bzw. Andenschakal

Allgemeine Übersicht

Der Andenfuchs (Lycalopex culpaeus) wird auch als Feuerlandfuchs, Magellanfuchs oder Andenschakal bezeichnet. Trotz seines Namens ist das Tier aber weder ein Fuchs noch ein Schakal.
Er ist nach dem Mähnenwolf der zweitgrößte Wildhund Südamerikas. Im Folgenden werden wir der Einfachheit halber nur noch die Bezeichnung Andenfuchs verwenden.
Von der Gattung Lycalopex gibt es fünf Arten und von der hier dargestellten Art  "Andenfuchs" wiederum sechs Unterarten, die unter der Rubrik "Vorkommen“ etwas näher behandelt werden.

Gliederung, Taxonomie

Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie Hundeartige (Canoidea)
Familie Hunde (Canidae)
Tribus Echte Hunde (Canini)
Gattung Lycalopex
Art Andenfuchs, Andenschakal (Lycalopex culpaeus)

Ausländische Bezeichnungen

 

  • Englisch: Patagonian fox
  • Spanisch:

Aussehen, Merkmale

Andenfüchse haben eine Kopf-Rumpflänge zwischen 45 bis 95 cm, mit einem 30 bis 50 cm langen Schwanz mit einer schwarzen Spitze.
 Ihr Gewicht variiert zwischen 4 bis 9 kg, wobei auch hin und wieder Tiere mit einem Gewicht von 13 kg beobachtet wurden.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Männchen etwas länger und etwa 1,5 mal so schwer wie die Weibchen sind.
Die Farbe ihres sehr dichten und flauschigen Fells ist rot-grau, mit einem dunklen aber schwach ausgeprägten Streifen über den Rücken.
Ihre Kinnpartie ist weißlich und die Beine sind rötlich-braun.

Vorkommen

•  Der Lycalopex culpaeus culpaeus lebt in den  zentralen Regionen von Chile und den angrenzenden argentinischen Regionen.
•  Der Lycalopex culpaeus andinus  kommt im Hochplateau Altiplano vor, das sich mit einer durchschnittlichen Höhe von 3.600 m und über 6.000 m hohen Stratovulkanen über eine Fläche von etwa 170.000 km² über Peru und Bolivien erstreckt.
   Im Norden des Altiplano liegt mit dem rund 8.290 km² großen  Titicacasee der größte Hochgebirgssee weltweit.
•  Der Lycalopex culpaeus lycoides  ist auf Feuerland, das zu Argentinien und Chile gehört,  endemisch.
•  Der Lycalopex culpaeusmagellanicus  lebt in der Provinz Magallanes in Chile und in Patagonien in Argentinien
•  Der Lycalopex culpaeusreissii  bewohnt die Anden in Ecuador.
•  Der Lycalopex culpaeus smithersi  kommt in den Gebirgen der Provinz Córdoba in Argentinien vor.

Man findet die Tiere bevorzugt an der Westseite der Anden in Höhen zwischen 1.000 4.500 Metern und meist in offenem Gelände und in nicht allzu dichten Laubwäldern.
Auf der Insel Feuerland ganz im Süden von Argentinien und Chile kommen die Tiere als eines von wenigen einheimischen Land-Säugetieren vor.

Nahrung

Die Nahrung des Andenfuchses ist von seinem Verbreitungsgebiet abhängig. So ernähren sich die nördlich lebenden Tiere nahezu ausschließlich von Fleisch, wie z.B. von Kaninchen und Nagetieren und etwas seltener von Vögeln, Eidechsen, Insekten und Aas.
Im Süden ihres Verbreitungsgebiets dagegen fressen sie auch pflanzliche Kost, die auf Feuerland sogar rund 30% der Nahrung ausmacht.

Fortpflanzung

Andenfüchse leben in Gruppen zusammen, die von einem Alpha-Paar geführt werden, das auch als einzige Nachwuchs zeugt.
Interessant ist, dass die Führung eines Rudels auf weibliche Nachkommen übergeht, während die Männchen die Gruppe verlassen müssen.
Die Weibchen sind bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Die Tragezeit nach dem Deckvorgang beträgt 55 bis 60 Tage.
Zwischen Oktober und Dezember kommen dann etwa fünf Junge zur Welt, die danach etwa zwei Monate gesäugt werden. Nach dieser Zeit füttern beide Elternteile die Jungen noch eine zeitlang.

Gefährdung und Schutz

Mit Ausnahme des Pumas haben ausgewachsene und gesunde Andenfüchse keine natürlichen Feinde.
Aber wegen ihres Fells werden die Andenfüchse überall gejagt. Ein weiterer Grund für die Bejagung bzw. Verfolgung des Andenfuchses ist die Behauptung, dass er Schäden auf Schaf-, Kleinvieh- und Geflügelfarmen anrichtet, obwohl zumindest Schafe in Wirklichkeit kaum betroffen sind.
Der Gefährdungsstatus der Tiere kann im Anhang 2 von CITES nachgelesen werden.
Der Schutz der Tiere wird in den verschiedenen Regionen ihres Vorkommens recht unterschiedlich gehandhabt.
So wird er Peru nicht als bedroht betrachtet, in Bolivien wurde der Pelzexport 1969 verboten, die Art ist aber nicht geschützt.
In Chile ist die Jagd verboten, wird aber leider kaum überwacht. In Argentinien ist der Export immer noch legal, obwohl die Art seit 1983 offiziell als gefährdet angesehen wird.

CITES
Die "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora" (CITES) heißt im Deutschen "Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freivorkommender Tiere und Pflanzen". Es handelt sich bei dei dem Übereinkommen um eine internationale Konvention, die einen nachhaltigen, und streng kontrollierten internationalen Handel mit den in ihren Anhängen gelisteten Tieren und Pflanzen gewährleisten soll.
Die Konvention wird nach dem Ort der Erstunterzeichnung am 3. März 1973 in Washington, D.C. auch verkürzt als  "Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) bezeichnet. Allerdings greift CITES nicht in die Souveränität der Unterzeichnerstaaten ein -  die Umsetzung und der Vollzug obliegen jedem Mitgliedstaat selbst.
In Deutschland trat das Abkommen 1976 in Kraft. Für den Vollzug ist  hier das Bundesamt für Naturschutz zuständig. An den Grenzen wird die Einhaltung vom Zoll kontrolliert.
Das Sekretariat von CITES hat seinen Sitz in Genf