Amerikanischer Bison

Kurze Übersicht

Die Bisons (Bos bison) hatten früher die Steppen Nordamerikas zu Millionen bevölkert und u.a. den
nordamerikanischen Indianern als wichtige Nahrungsquelle gedient. Aber mit dem Vordringen der eingewanderten weißen Siedler wurden sie nahezu ausgerottet. Zur Gattung der Eigentlichen Rinder (Bos) gehört der in Europa beheimatete Wisent (Bos bonasus). Der Amerikanische Bison gliedert sich in die folgenden beiden Unterarten:
- Amerikanischer Präriebison (Bos bison bison)
- Amerikanischer Waldbison (Bos bison athabascae)

Im Folgenden wird der Amerikanische Präriebison beschrieben, wobei sich die Unterarten nicht allzu stark unterscheiden - mit der Ausnahme, dass der Amerikanische Waldbison in den Wälder im Norden der USA vorkommt

Gliederung, Taxonomie

OrdnungStirnwaffenträger (Pecora)
FamilieHornträger (Bovidae)
UnterfamilieBovinae
TribusRinder (Bovini)
GattungEigentliche Rinder (Bos)
ArtAmerikanischer Büffel (Bos bison)
Unterarten- Amerikanischer Präriebison (Bos bison bison)
- Amerikanischer Waldbison (Bos bison athabascae)

Ausländische Bezeichnungen der Art

  • Englisch: Bison
  • Französisch: Bison

Aussehen, Merkmale

Die Bullen besitzen eine Schulterhöhe zwischen 1,65 und 1,85 m , während die Weibchen zwischen 1,50 und 1,60 m liegt. Das Gewicht der Bullen liegt zwischen 700 bis 900 kg, das der Weibchen zwischen 320 bis 550 kg. Damit sind die Bisons das größte an Land lebende Säugetier des amerikanischen Kontinents - noch vor dem Grizzlybär. Das Fell der Tiere ist dicht ist dunkelbraun gefärbt, im Winter fast schwarz. Das Fell ist am Kopf, den Vorderbeinen, dem Buckel und Schultern mit relativ langem Haar bedeckt, während es an den Seiten und dem Hinterteil kürzer ist. Mit zunehmendem Alter wird das Haar am Buckel und an den Schultern heller zu werden. Zum Beginn des Frühlings bekommen die Tiere ihr weniger dichtes Sommerfell.

Lebensweise, Vorkommen

Die Präriebisons ( Bison. bison) bison) leben im Grasland der nordamerikanischen Prärien, während die Waldbisons (Bison. bison athabascae) in den nördlichen Waldgegenden zu finden sind Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Süßgräsern und Sauergrasgewächsen, die die Wiederkäuer beim langsamen Grasen aufnehmen. Bisonkühe und ihre Kälber leben in Herden, die in der Regel etwa fünfzig Tiere umfassen. Die Bullen leben dabei entweder als Einzelgänger oder in eigenen kleinen Gruppen.

Man schätzt, dass es vor der Ankunft der europäischen Siedler in Nordamerika rund 30 Millionen Tiere gab. Aber aufgrund der extrem intensiven Bejagung der Tiere ging der Bestand der Tiere bis zum Ende des 19. Und Anfang des 20. Jahrhundert ddramatisch zurück. Dank der Gründung des Yellowstone-Nationalparks im Jahr 1872 sowie des Wood-Buffalo-Nationalparks im Jahr 1922 erhielten die Bisons glücklicherweise Rückzugsgebiete, in denen sie überleben konnten. Heutzutage schätzt man die Anzahl der wildlebenden Tiere auf nicht mehr als ca. 30.000.

Nahrung

Die Nahrung der Bisons als reine Pflanzenfresser besteht fast ausschließlich aus Süßgräsern und Sauergrasgewächsen, die diese Wiederkäuer beim Grasen aufnehmen.

Fortpflanzung, Jungtiere

Die Bullen werden etwa in einem Alter von drei Jahren, sie sind jedoch erst mit sechs Jahren voll ausgewachsen., während die Kühe in einem Alter von rund drei Jahren ihr erstes Kalb zur Welt bringen. .Während der Brunftzeit zwischen Juli und August g schließen die Bullen sich den Kühen an und stehen- bevor es zur Paarung kommt - eng an ihrer Seite. Nach einer Tragezeit von rund 9 Monaten bringen sie im April und Mai des folgenden Jahres ihr Kalb zur Welt.
Das Neugeborene kann nach weniger als 10 Minuten auf seinen eigenen Beinen stehen und bereits nach ein bis zwei Tagen mit der Herde mitziehen. Zwischen dem Kalb und dem Muttertier entwickelt sich eine intensive Beziehung. Bis zu einem Alter von 4 bis 6 Monaten wird das Kalb von der Mutter gesäugt, wobei das Muttertier das Kalb erbittert gegen alle möglichen Feinde verteidigt. Erwähnenswert ist, dass sich di Bullen nicht an der Aufzucht der Kälber beteiligen.. Die Kälber haben bei ihrer Geburt ein hell-rötliche gefärbtes Fell, das sich im Verlauf der ersten drei Lebensmonate bräunlich-schwarz färbt. Nach fünf bis sechs Monaten gleicht ihre Färbung der ihrer Eltern.

Feinde, Gefährdung, Schutzmaßnahmen

Erwachsene gesunde Bisons haben keine natürlichen Feinde, während die Kälber Opfer von Wölfen oder Grizzlybären werden können. Die Tiere sind jedoch von folgenden Erkrankungen bedroht:
Anaplasmose, Milzbrand, Blauzungenkrankheit, Bovine spongiforme Enzephalopathie, Rinderbrucellose, Tuberkulose, Bovine Virusdiarrhoe, Paratuberkulose sowie vom Bösartigen Katarrhalfieber.

Die Bisons werden aufgrund ihrer Abhängigkeit von menschlichen Schutzmaßnahmen und der nur geringen Zahl von Populationen als "potenziell gefährdet“ eingestuft. Im Mai 2016 hatte Präsident Barack Obama den National Bison Legacy Act, unterzeichnet, der den Amerikanischen Bison neben dem Weißkopfseeadler zum Nationaltier der Vereinigten Staaten von Amerika gemacht hatte