Afrikanische Wildhunde, Hyänenhunde

Allgemeine Übersicht

Die Afrikanischen Wildhunde (Lycaon pictus) erinnern in ihrem Aussehen ein wenig an Hyänen. Daher werden sie auch hin und wieder als Hyänenhunde bezeichnet. Die Tiere gehören zur Gattung Lycaon, im Tribus der Echten Hunde (Canini) in der Familie der Hunde (Canidae). Die Tiere sind Savannenbewohner in einer Reihe von afrikanischen Ländern.

Gliederung, Taxonomie

OrdnungRaubtiere (Carnivora)
ÜberfamilieHundeartige (Canoidea)
FamilieHunde (Canidae)
TribusEchte Hunde (Canini)
GattungLycaon
ArtAfrikanischer Wildhund, Hyänenhunde (Lycaon pictus)

Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: African wild dog

Aussehen

Die Afrikanischen Wildhunde haben eine Kopf-Rumpflänge zwischen 80 bis 110 cm, mit einem 30 bis 40 cm langen Schwanz. Ihre Schulterhöhe beträgt etwa 70 cm, bei einem Gewicht zwischen 20 und 35 kg. Erwähnenswert ist, dass Wildhunde im Süden Afrikas etwas größer sind als die Tiere im restlichen Afrika. Ihre schwarze Grundfarbe hat am gesamten Körper braune, rötliche, gelbe und weiße Flecken. Das kurze Fell besitzt keine Unterwolle und ist manchmal so dünn, dass an mehreren Stellen die nackte, schwarze Haut durchscheint. Auffallend sind ihre großen hochstehenden Ohren.

Vorkommen

Größere überlebensfähige Rudel gibt es noch in im Moremi-Wildreservat in Botswana, Kenia, im Kafue-Nationalpark in Sambia, im Hwange-Nationalpark in Simbabwe, in Südafrika, besonders im Kruger-Nationalpark und im Delous-Reservat in Tansania. Insgesamt gibt es noch ca. 6.000 Tiere

Lebensweise, Nahrung

Die Tiere leben und jagen und leben im Rudel mit rund 8 bis über 20 Tieren Auffallend ist, dass sich das Rudel gemeinsam um verletzte oder kranke Tiere kümmert. Sie jagen in der Regel zweimal täglich. Und das in den Morgen und späten Nachmittagsstunden. Dabei verzehrt ein Tier bis zu acht Kilogramm Fleisch. Bevorzugte Beutetiere, die von dem Rudel über mehrere Kilometer gehetzt werden sind Gazellen, Hasen, Impalas, Gnus und andere Antilopen sowie auch Warzenschweine. Sogar auf Paviane machen sie hin und wieder Jagd. Die Rudel werden von Alphamännchen - aber auch von Alphaweibchen geführt. So ein Rudel hat einen Aktionsraum zwischen 400 bis 2.000 km².  Sie können Artgenossen bis zu einer Entfernung von etwa 20 km wittern.

Fortpflanzung, Jungtiere

Interessant ist, dass normalerweise nur das Alpha-Paar Nachwuchs zur Welt bringt, während die niederrangigen geschlechtsreifen Tiere einen veränderten Hormonhaushalt bekommen, der meist zu einer zeitweiligen Unfruchtbarkeit führt. Nach der Paarung kommen sechs bis acht Jungtiere meist in Erdhöhlen zur Welt - selten auch mehr. Die Entwöhnung der Jungtiere beginnt um die zehnte Lebenswoche und nach etwa drei Monaten verlassen die Welpen den Bau.

Während nur das Muttertier die Jungen säugt, werden andere Tätigkeiten bei deren Aufzucht dagegen vom ganzen Rudel übernommen. Normalerweise dauert es zwischen 12 und 14 Monate bis das Weibchen nach einer Geburt wieder paarungswillig ist. Ab dem sechsten Lebensmonat beginnen die Jungtiere an der Jagd teilzunehmen.

Feinde

Die natürlichen Feinde gesunder und erwachsener Tiere sind Löwen hin und wieder auch Hyänen. Zudem können Dachse eine Gefahr für die Jungtiere werden. An Wasserstellen werden sie auch Opfer von Krokodilen.

Besonderheiten

Die ARD brachte am 8. April 2019 von 20:15 bis 21:00 Uhr einen hervorragenden Beitrag über das Leben eines Rudels Afrikanischer Wildhunde am Ufer des Sambesi-Flusses in Simbabwe.