Würfelnatter, Natrix tessellata

Allgemeines, systematische Einteilung

Die Würfelnatter kommt in einer Reihe von europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern - aber  auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz - vor. I
n Deutschland aber nur an der Lahn, Mosel und Nahe im Bundesland Rheinland-Pfalz.  An der Elbe bei Meißen in Sachsen galt sie seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts als  ausgestorben - wurde aber in den letzten Jahren mit Erfolg neu angesiedelt. 
Die Würfelnatter wurde übrigens von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e. V. zum "Reptil des Jahres 2009" gekürt. Die Auszeichnung Reptil bzw. Lurch des Jahres wird  von der Gesellschaft seit 2006 vergeben.
Außerdem gilt sie in der "Roten Liste" gefährdeter Tiere als "Vom Aussterben bedroht".
Von der Gattung Natrix gibt es einschließlich der hier dargestellten Würfelnatter folgende vier Arten:
- Barrennatter (natrix helvetica)
- Ringelnatter (Narix narix)
- Vipernnatter (Narix maura)
- Würfelnatter (Narix tessellata)

Von der hier beschriebenen Art Narix tessellata gibt es folgenden Unterarten:
- Natrix tessellata heinrothi (die nur auf einer Insel im Schwarzen Meer existent)
- Natrix tessellata tessellata

Hinweis
Es sei erwähnt, dass es in Deutschland einschließlich der hier dargestellten Würfelnatter, der Äskulapnatter (Elaphe longissima), der Barrennatter (Natrix helvetia), der Glatt- bzw. Schlingnatter (Coronella austriaca) und der nördlichen Ringelnatter (Natrix natrix natrix) insgesamt fünf ungiftige und mit der Kreuzotter und der Aspisviper zwei giftige Schlangen gibt.  Damit leben in Deutschland insgesamt sieben verschiedene Schlangenarten bzw. Unterarten.
Die Barrennatter wurde erst 2017 zu einer eigenen Art erhoben - vorher galt sie als eine Unterart der Art  Narix natrix. Man findet sie in Deutschland westlich des Rheins.

Systematische Einteilung, Taxonomie

 

Familie Nattern  (Colubridae)
Unterfamile Wassernatter (Natricinae)
Gattung Schwimmnattern (Natrix)
Art Würfelnatter (Natrix tessellata)

 Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Diced Snake
  • Französisch: Couleuvre tessellée
  • Italienisch: biscia dal collare

Aussehen, Verhalten und Feinde

Aussehen
Das Tier besitzt eine Länge von etwa 80 cm bis etwa 1,20 m in Ausnahmefällen können die Weibchen deutlich länger werde. Generell sind die Männchen kleiner und schlanker als die Weibchen. Die Schlange ist auf ihrer Oberseite grau, hell- bis dunkelbraun, olivgrün bisfast schwarz. Außerdem sind Schwärzlinge bekannt, die sowohl unifarben schwarz als auch mit weißen Einsprenkelungen versehen sein können. 
Die Wurfelnatter trägt normalerweise eine Doppelreihe von versetzten dunklen, jedoch diffusen Vierecken (Würfel) und wird deshalb oft von Unkundigen  mit Vipern verwechselt. Ihre Rückenschuppen sind stark gekielt.
Ihre Unterseite ist weißlich bis schwach rötlich mit einer unregelmäßigen dunklen Fleckenzeichnung.Auffällig sind die oben liegenden Nasenöffnungen und die schräg nach oben gerichteten Augen. Der Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab

Verhalten
 Das Tier ist stark ans Wasser gebunden, ihre Hauptnahrung bilden daher Fische, die sie als Lauerjäger am Gewässergrund liegend erbeutet. Ihre bevorzugten Habitate sind demnach Ufer von langsamen Fließgewässern, Seen und Teichen. 
Wird  das Tier gefangen oder sonstwie ergriffen kann es zur Abwehr aus seinen Analdrüsen  - wie die Ringelnatter - ein übel riechendes Sekret absondern.
Zur Fortpflanzung legt sie 10 bis 40 Eier.
Während des Winters verfällt sie - verborgen z.B. in Laubhaufen, in frostfreien Erdlöchern oder in Komposthaufen - in eine Art Winterstarre, aus der sie etwa im März oder April wieder erwacht. 

Feinde
Ihre natürlichen Feinde sind besonders Katzen (Luchse, Wildkatzen, Hauskatzen), Igel und Raubvögel, aber auch Möwen und im Wasser größere Raubfische, wie z.B. Hechte.
Aber die größte Bedrohung für diese Tiere geht vom Menschen aus.

Vorkommen

Die Schlangenart kommt in den folgenden Ländern bzw. Teilen davon vor. Die Unterart Natrix tessellata heinrothi dagegen nur isoliert auf der "Schlangeninsel" im Schwarzen Meer:

Vorkommen  Vorkommen

Ägypten
nur im Norden

Afghanistan
Albanien Armenien 
Aserbaidschan Belgien
Bosnien und Herzegowina Bulgarien 
Deutschland
nur in Rheinland Pfalz an der Lahn, Mosel und Nahe
sowie bei Meißen an der Elbe
Frankreich
 
Georgien  Griechenland
einschl. Kreta, Lesbos, Samos, Korfu) 
Irak Israel
Italien Jemen 
Kasachstan Kirgisistan 
Kroatien
einschl. einiger adriatischer Inseln
Libanon  
Monte Negro  Mazedonien 
Nordost-Ägypten Nord-West-China (Xinjiang)
Ost- bis Nord-Pakistan Rumänien
Serbien   Slowenien 
Süd-Russland Tadschikistan
Tschechien Türkei 
Turkmenistan Ukraine  
Ungarn Usbekistan
Zypern
türkischer und griechischer Teil
 
   
   
   
   

China (Nord-West-China, Xinjiang)
Iran
Jordanien
Moldawien
Österreich (im Osten)
Polen
Syrien

Würfelnatter in Nürnberg

Im Lichtschacht ihres Hauses in Nürnberg entdeckte am 4. August 2016 eine Frau eine zischende Schlange. Einer der herbeigerufenen Poizeibeamten war fachkundig und identifierte das Tier als Würfelschlange.
Beim Herausholen der Schlange wurde er in den Unterarm gebisse, was später mit Antibiotika behandelt wurde. Die Schlange kam in den Nürnberger Tiergarten, wo sie untersucht und vermessen wurde.
Die 1,30 m lange Schlange wurde anschließend in die Freiheit entlassen. Es konnte nicht geklärt werden, ob das aus Tier einem Terrarium entwichen, ausgesetzt oder aus der Freiheit in den Lichtschacht geraten war.
Obwohl in der Region an sich  keine Würfelnattern vorkommen. (Siehe den unten abgedruckten Kommentar)

Zusammenarbeit

Seit Anfang September 2008 arbeiten wir mit der folgenden sehr bedeutenden österreichischen Schlangenfarm zusammen:

Reptilienzoo Nockalm
Eigentümer: Peter Zürcher
Vorwald 83
9564 Patergassen
Österreich/Kärnten
Tel.: 0043 - 4275 - 23165
Mobil: 0043 - 676 - 734 4 270

Der Reptilienzoo - idyllisch im Bundesland Kärnten gelegen - beherbergt eine große Anzahl der verschiedensten Schlangen, von den Kobras über Klapperschlangen, Kreuzottern, Aspisvipern bis hin zu Puffottern und Mambas - um nur einige zu nennen. Der Zoo eignet sich sowohl für Einzelbesucher wie auch für Familien oder Schulklassen.
Er liegt ca. 40 km von Villach in Richtung Kleinkirchheim entfernt.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Informationen finden Sie unter folgender Webadresse:
www.reptilienzoonockalm.at