Käfer

Die Käfer gehören zur Klasse der Insekten in der Ordnung der Käfer (Coleoptera). Zur Zeit sind rund 350.000 Arten in 179 Familien bekannt, damit sind die Käfer die größte Ordnung in der Klasse der Insekten. Die Ordnung der Käfer gliedert sich in folgende vier Unterordnungen: Adephaga, Archostemata, Myxophaga sowie Polyphaga. Die Lehre von den Käfern wird als Koleopterologie bezeichnet und ist ein Zweig der Entomologie, der Lehre von den Insekten.

Eine Petitesse
Der 1989 in Berlin geborene Sebastian Klussmann trägt als Jäger in der ARD-Quizsendung „Gefragt – gejagt“ gerne sehr bunte Hemden. Darunter ist auch eines, dass mit sehr vielen Bildern verschiedener Käfer geschmückt ist.

Balkenschröter

Der sechsbeinige Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus) ist ein Totholzkäfer aus der Familie der Schröter (Lucanidae) in der Ordnung der Käfer (Coleoptera).In Mitteleuropa findet man 6 Arten in 5 Gattungen aus der Familie Schröter. Der Balkenschröter ist die einzige Art aus seiner Gattung, den man in Deutschland findet – er ähnelt dem Hirschkäfer.
Der Käfer erreicht eine Köperlänge zwischen 20 und 30 mm. Er ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Männchen besitzen einen großen und breiten Kopf, der und das Halsschild bei den Männchen grob und bei den Weibchen fein gepunktet sind. Seine Kiefer sind scharf und durchaus in der Lage, menschliche Haut zu durchdringen. Der Balkenschröter ist sowohl tag- sowie auch nachtaktiv und ernährt sich von Baumsäften, selten auch von Blättern. Man findet ihn zwischen Mai und Juli in Laubwäldern oder Obstgärten mit altem Baumbestand und dabei häufig im morschen Holz umgestürzter Bäume, in denen er seine Eier ablegt und sich die Larven ausbilden. Die Larven verpuppen sich nach etwa zweieinhalb bis drei Jahren.

Feuerkäfer

Die Feuerkäfer  (Pyrochroidae) sind keine Käferart sondern bilden die Familie der Feuerkäfer in der Teilordnung Cucujiformia in der Unterordnung Polyphaga. Die Familie der Feuerkäfer umfasst rund 140 Arten  in 21 Gattungen - in Europa sind es acht Arten, von denen  drei  auch in Deutschland vorkommen. Ihren Namen verdanken die Käfer der auffälligen Rotfärbung vieler Arten. Die folgenden Arten kommen in Mitteleuropa und damit auch in Deutschland vor:
- Scharlachroter Feuerkäfer (Pyrochroa coccinea)
- Rotköpfiger Feuerkäfer (Pyrochroa serraticornis)
- Orangefarbener Feuerkäfer (Schizotus pectinicornis)

 Die Feuerkäfer werden 5 bis 20  mm groß und haben einen flachen und langgestreckten Körper.
Sie sind  sehr auffällig rot bis ziegelrot gefärbt - mit einer behaarten Körperoberseite
Die Tiere leben in Laubwäldern und an Waldrändern und dort vor allem auf Blüten und Totholz.
Ihre Flugzeit liegt in Deutschland von Mai bis Juni.

Die Käfer ernähren sich von den  süßen Säften, beispielsweise dem Honigtau von Blattläusen oder von Baumsäften. Die Larven leben unter Baumrinden entweder in selbst angelegten, oder fremden Gängen, wobei zahlreiche Arten sich von anderen Insekten bzw. deren Larven ernähren. Auch Pilze stehen auf dem Speiseplan. Ihre Entwicklung bis zum Käfer dauert je nach Art zwei bis drei Jahre. Da die Larven auch  Borkenkäferlarven verzehren, werden sie zu den Nutztieren gerechnet.

Buchdrucker

Der Buchdrucker (Ips typographus) - auch als Großer achtzähniger Fichtenborkenkäfer bezeichnet - gehört zur Unterfamilie der Borkenkäfer (Scolytinae) in der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) in der Unterordnung (Polyphaga). Die Bezeichnung Buchdrucker stammt von den Larvengängen des Käfers, die arabischen Schriftzeichen ähneln.
Die Käfer sind zwischen 4 bis 5,5 mm groß. Ihr behaarter und walzenförmiger Körper ist dunkelbraun bis gelblich gefärbt. Der Kopf ist von oben kaum sichtbar, da er von seinem behaarten Halsschild überragt wird, der vorne höckerig und an der Basis punktiert ist. Seine Brutstätten befinden sich in der Rinde der Wirtsbäume – meist Fichten, aber nicht nur - daher gilt der Käfer als ein bedeutender Baum- bzw. Waldschädling. Der Buchdrucker kommt im gesamten zentralen Europa vor. Zudem findet man den Käfer in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland sowie in weiten Teilen Asiens und dort besondere in Russland.

Besonders dieser Borkenkäfer gehört zu den Schädlingen, die massive Schäden am Waldbestand des Brockens und im Nationalpark Harz verursacht haben.

Gekörnter Fichtenborkenkäfer

Der Gekörnte Fichtenborkenkäfer (Cryphalus abietis) gehört zur Unterfamilie der Borkenkäfer in der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) und in der Unterordnug Polyphaga. Die Tiere erreichen eine Länge zwischen 1,2 und 1,8 mm. Ihr Körper besitzt eine walzenförmige Form. Der an der Vorderseite mit feinen Höckern versehene, verdeckt teilweise den Kopf des Tieres. Die Flügedecken sind dunkelbraun-schwarz gefärbt und weisen feine Schuppen auf. Ihre Fühler und Beine sind gelb. Man findet diesen Borkenkäfer - wie der Name vermutenlässt - vor allem an Fichten, aber auch an Tannen, Douglasien, Lawsons Scheinzypressen sowie an Lärchen. Diese Käferart  ist in Mittel- und Osteuropa, in Skandinavien und im europäischen Teil Russlands zu finden.

Gelbrandkäfer

Der Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis) gehört zur Familie der Schwimmkäfer (Dytiscidae) in der Ordnung der Käfer (Coleoptera). Er ist der häufigste Vertreter der Gattung Dytiscu in Mitteleuropa.
Die Käfer erreichen eine Länge zwischen 25 und 35 mm und besitzen eine ovale Form. Ihren Namen haben sie von dem gelb gerandeten Halsschild und Deckflügel. Ihre Farbe ist beim Männchen schwarzgrün und glatt, beim Weibchen grünbraun und auf den vorderen zwei Dritteln längs gerillt. Sie können gut fliegen und auch schwimmen. Ihre Nahrung besteht aus kleinen im Wasser lebenden Tieren - wie Insektenlarven, Kaulquappen sowie von schwachen oder kranken kleinen Fischen. Man findet die Käfer nahezu in ganz Europa – jedoch nicht in Griechenland und in Südspanien. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet der Tiere über den Kaukasus nach Sibirien und bis nach Japan. Zudem findet man die Tiere auch in Nordamerika.

Heiliger Pillendreher, Skarabäus

Der Heilige Pillendreher (Scarabaeus sacer) ist ein Käfer aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) in der Unterordnung Polyphaga, Die Käfer erreichen eine Länge zwischen 2,5 und 3,5 cm – bei einem Gewicht bis zu etwa 3 g. Der Chitin-Panzer der Käfer besitzt eine schwarze Grundfärbung, mit oft einer grünlichen Schattierung. Die Nahrung der Tiere besteht aus dem Kot pflanzenfressender Säugetiere.

Nach der Paarung formt der Käfer eine Kugel aus Kot die sein eigenes Gewicht oft um ein Vielfaches übertrifft. Diese Kugel klemmt er dann zwischen seine Hinterbeine und rollt sie rückwärts laufend vor sich her, bis er eine geeignete Stelle findet und die Kugel mit Hilfe von Kopf und Vorderbeinen im Boden vergräbt. Das Weibchen legt die Eier dann an die vergrabene Kotkugel, von der sich die Larven später ernähren.

Man findet die Käfer im Mittelmeerraum, in Teilen Afrikas, Asiens sowie in Südamerika. Im alten Ägypten war der Käfer heilig und wurde als Käferamulett - so genannte Skarabäen - als Schmuck getragen. Sogar den Toten wurden Skarabäen häufig mit auf ihre letzte Reise gegeben. Seine Fressfeinde sind u.a. Vögel, Fledermäuse und Reptilien

Goldglänzender Rosenkäfer

Der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata), auch als Gemeiner Rosenkäfer bezeichnet, ist ein Käfer aus der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae) in der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) in der Unterordnung Polyphaga. Der Käfer erreicht eine Größe zwischen 1,5 bis 2 cm. Auf ihrer Oberseite sind sie meist metallisch grün bis bronzefarben, hin und wieder auch goldfarben, blaugrün, blau bis blauviolett. Ihre Unterseite ist rotgolden gefärbt. Auf den Deckflügeln kann man mehrere weiße Flecken und Querrillen erkennen. Man findet die Käfer in Europa bis in den Süden von Norwegen, n Zentralschweden und Zentralfinnland. Im Osten reicht sein Verbreitungsgebiet über Kleinasien, Vorderasien und Sibirien bis in den Nordwesten von China. Die Flugzeiten des Käfers sind von April bis Oktober. Man findet die Rosenkäfer oft an Blüten, z.B. von Rosen sowie an Obstgehölzen, Holunder, Weißdorn oder Doldenblütlern. Hier leben sie von den Pflanzensäften, Pollen und anderen Blütenteilen. Die Larven (Engerlinge) leben in morschem Holz, im Kompost und auch hin und wieder in Ameisenhaufen, wo sie sich von verrottenden Pflanzenteilen und Holzmulm ernähren. In Deutschland gehört der Käfer zu den geschützten Käferarten und war hier das Insekt des Jahres 2000.

Goliathkäfer

Die Goliathkäfer (Goliathus) sind keine Art sondern eine Gattung von Käfern aus der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae) in der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) in der Unterordnung Polyphaga.
Die Gattung umfasst folgende fünf Arten: Goliathus goliatus, Goliathus albosignatus, Goliathus regius, Goliathus cacicus, Goliathus orientalis.
Diese Käfer können eine Größe bis zu 10 cm erreichen. Die Farbe ihres Chitin-Panzers variiert in Abhängigkeit von der jeweiligen Art. So ist beispielsweise der Goliathus orientalis weiß mit einem schwarzen Gitternetzmuster auf den Flügeldecken und einigen schwarzen Flecken und Streifen auf dem Thorax. Goliathus goliatus rotbraune Flügeldecken, während ihr Thorax schwarz mit einigen dünnen weißen Längsstreifen ist.
Man findet diese recht großen Käfer in West- und Zentralafrika, wo sie sich in tropischen Regenwälder und Baumsavannen aufhalten. Die nachtaktiven Tiere ernähren sich von den Säften der Stämme und Äste verschiedener Bäume. Die Larven besitzen eine Länge bis zu 15 cm und leben im Totholz, von dem sie sich auch ernähren. Die toten Käfer sind bei Sammlern sehr beliebt und erzielen oft recht hohe Preise

Hirschkäfer

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) gehört zur Familie der Schröter (Lucanidae) in der Unterordnung Polyphaga. Seinen Namen erhielt der Käfer aufgrund des bei den Männchen vergrößerten Oberkiefers, der wie eine Art Geweih wirkt. Er ist der größte und zudem auffälligste Käfer in Europa - so erreichen die männlichen Käfer eine Größe zwischen 4 und 8 cm und die Weibchen etwa zwischen 3 bis 5 cm. Beide Geschlechter haben eine schwarzbraune Grundfärbung mit braunroten Deckflügeln. Sie tragen, auf der Vorderseite ihrer Vorderschenkel auffallend gelbe Flecken, die durch zahlreiche, dicht benachbarte Härchen gebildet werden.
Besonders auffällig bei den Männchen ist ihr namensgebendes Geweih, das aus dem vergrößerten Oberkiefer besteht und braunrot gefärbt ist. Die Länge dieses Geweihs kann durchaus die Hälfte ihrer Körpergröße erreichen. Die Weibchen dagegen haben einen normal entwickelten Oberkiefer – also kein Geweih.

Nach der (erfolgreichen) Paarung legt das Weibchen etwa 20 Eier tief in den Boden an die Wurzeln von toten oder kranken Bäumen. Die Larven entwickeln sich in den Wurzeln, Stämmen und Stümpfen, wobei sie durch Pilzbefall zermürbtes Totholz, insbesondere von Eichen und seltener das von Buchen,  Eschen,  Linden, Pappeln, Ulmen oder Weiden benötigen. Die Larven benötigen in der Regel drei bis fünf - selten auch acht Jahre - für ihre Entwicklung und können bis zur letzten Häutung über 11 cm lang werden. Die Lebenserwartung der geschlüpften Käfer beträgt nur wenige Wochen, wobei die Weibchen etwas länger leben.
Man findet die Hirschkäfer in Süd-, Mittel- und Westeuropa und im Süden von Schweden. Regional findet man sie auch in England, Kleinasien bis nach Syrien. Ihr Lebensraum sind meist warme und lichte Eichenwälder. Aber auch sonnigen Waldrändern, in Obstwiesen sowie in Gärten, Parks und Alleen sind sie zu finden.
Die Hauptflugzeit der Käfer liegt in Deutschland zwischen Mitte Mai und Ende Juni. Der Hirschkäfer wird in der Roten Liste Deutschlands als "stark gefährdet“ gelistet. Er war das Insekt des Jahres 2012.

Kuperstecher

Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) - auch als Sechszähniger Fichtenborkenkäfer bezeichnet - gehört zur Unterfamilie der Borkenkäfer (Scolytinae) in der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) in der Unterordnung Polyphaga.

Die Käfer erreichen eine Größe zwischen 1,5 bis etwa 3 mm. Ihr zylinderförmiger Körper ist braun-schwarz gefärbt Der Halsschild ist länger als breit, und vorne mit einem feinen Höckerkranz versehen und verdeckt teilweise den Kopf. Die Flügeldecken sind an der Basis und den Rändern schwärzlich, ansonsten rotbraun gefärbt. Die Fühler sind gelb und die Beine braun. Der Käfer kommt an Fichten , aber auch, wenn auch seltener, seltener an Douglasien, Lärchen, Kiefern und Tannen vor. Er besiedelt dabei deren Rinde und ernährt sich dort vom Bast- und Rindengewebe. Der Käfer gilt als Baum- bzw. Waldschädling. Man findet diesen Käfer in Europa, einschließlich Skandinaviens, sowie in Teilen Asiens und dort besonders in Russland.

Maikäfer

Die Maikäfer (Melolontha) sind eine Gattung von Käfern in der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) in der Unterordnung Polyphaga. In Europa sind drei Maikäferarten heimisch. Im nördlichen und östlichen Europa sowie in einigen Regionen Deutschlands findet man den Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) und in Mitteleuropa den sehr seltenen Melolontha pectoralis.

Siebenpunkt-Maikäfer
Der häufigste und bekannteste Maikäfer Mitteleuropas ist der Feldmaikäfer (Melolontha elolontha). Diese Käfer erreicht eine Größe zwischen 20 bis 30 mm. Sein Kopf, die Brust und der Hinterleib sind schwarz, wogegen die Flügeldecken, Beine und Fühler rotbraun sind. Besonders ihre Larven (Engerlinge) gelten als Schädling. Da sie die die Wurzeln von Bäumen abfressen, wodurch nachwachsende Laubbäume absterben. Die Käfer ernähren sich vom Laub der Bäume, wovon sich auch bei einem Massenbefall jedoch erholen.

Asiatischer Marienkäfer
Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis ist ein Käfer aus der Familie der Marienkäfer (Coccinellidae) in der Unterordnung (Polyphaga). Der Käfer stammt ursprünglich aus Asien und wurde Ende des 20. Jahrhunderts zunächst in die USA und dann auch nach Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Inzwischen hat er sich so vermehrt, dass er einheimische Marienkäfer-Arten verdrängt. Im Herbst bildet er große Schwärme, die Häuser und andere geschützte Orte zur Überwinterung aufsuchen.

Maikäfer in der Kunst
Maikäfer spielen in dem 5. Streich in dem Kinderbuch Max und Moritz von Wilhelm Busch (1832-1908) eine wichtige Rolle, zudem wurden sie bis in die 1960er Jahre in Deutschland geröstet und als Maikäfersuppe verarbeitet. Nicht unerwähnt soll der folgende Kinder-Kriegsvers sein:

"Maikäfer, flieg.
Dein Vater ist im Krieg.
Deine Mutter ist in Pommernland,
Pommernland ist abgebrannt.
Maikäfer, flieg."

Marienkäfer

Marienkäfer(Coccinellidae) sind eine weltweit verbreitete Familie in der Unterordnung Polyphaga. Es gibt in Europa 75 Gattungen, mit über 250 Arten und Unterarten, weltweit sind es sogar über 6.000 Arten in 360 Gattungen. Die Käfer besitzen eine Größe zwischen 0,1 bis 1,2 cm. Bekannte Arten sind der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) und der invasiven Asiatische Marienkäfer Harmonia axyridis), der oben beschrieben wird.

Siebenpunkt-Marienkäfer
Die bekannteste und häufigste Art der Marienkäfer in Mitteleuropa aber ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata). Die Tiere sind zwischen 5 bis 8 mm groß und besitzen einen nahezu halbrunden körper.Ihre Deckflügel sind auffallend rot mit jeweils drei schwarzen Punkten. Der siebte Punkt liegt am Ende der Flügel auf beiden Seiten und wird zum Kopf hin von zwei  weißen Flecken begrenzt. Ihr Halssschild ist ist schwarz mit zwei weißen Flecken am vorderen Ende. Die Tiere ernähren sich vorwiegend von Blattläusen.

Mistkäfer

Die Mistkäfer (Geotrupidae) sind keine eigene Art, sondern eine Familie innnerhalb der Überfamilie Scarabaeoidea, in der Unterordnung Polyphaga. In Europa gibt es von dem Mistkäfer in fünf Gattungen etwas mehr als 150 Arten.

Frühlingsmistkäfer
Der Frühlingsmistkäfer (Geotrupes vernalis) gehört zur Familie der Mistkäfer (Geotrupidae) in der Unterordnung Polyphaga.
Die Käfer besitzen eine Größe zwischen 1,2 bis 2 cm. Ihre Färbung ist glänzend blau, aber auch grün, blauschwarz oder schwarz. Die Deckflügel haben  schwach ausgeprägte Punktstreifen. Die Schienen der Hinterbeine besitzen zwei Querleisten.
Die Unterart Geotrupes vernalis insularis ist dunkelviolett und kommt an der Küste der Beneluxstaaten sowie  den Nordseeinseln vor. Die Käfer sind tagaktiv und ernähren sich von Kot, den sie in einem  relativ kurzen, schrägen Gang unterhalb  der  Kothaufen diverser Tiere.

Sowohl die Männchen und Weibchen graben nach der Paarung eine etwa  4 cm breite und 5 cm tiefe trichterförmige Grube, von deren Basis sie mehrere, etwa 20  cm  lange, waagerechte Gänge weitergraben und  mit Kot füllen. Zudem  wird von der Trichterspitze ein etwa 50 cm langer Gang senkrecht nach unten gegraben, der in einer Kammer endet. Darin wird eine 4 bis 5 cm große Kotkugel geformt, in die ein Ei gelegt wird. Die Kugel wird anschließend mit Hilfe von Sand gesichert, zudem wird der Hauptgang ebenfalls mit Kot gefüllt. Die hiesigen Larven ernähren sich von dem eingebrachten Kot und sind  nach etwa 10 Monaten voll entwickelt und verpuppen sich in der Erde. Unter der Verpuppung versteht man das  Stadium zwischen der Insektenlarve und dem Käfer.

Die Tiere kommen in Europa – mit Ausnahme des Hohen Nordens - im Süden bis Nordspanien und im Balkan vor. Im Osten findet man die Käfer in Kleinasien bis zum  Iran. Man findet sie vor allem in Wäldern und auf sandigen Gebieten.

Gemeiner Mistkäfer
Der Gemeine Mistkäfer (Geotrupes stercorarius) gehört zur Familie der Mistkäfer (Geotrupidae) in der Unterordnung Polyphaga. Die Käfer erreichen eine Größe zwischen 15 bis 25 mm und sind deutlich sichtbar in Kopf, Thorax und Abdomen dreigeteilt. Sie sind auf der Oberseite schwarz bis schwarzblau gefärbt, während die Unterseite blau, blauviolett oder blaugrün ist. Die Deckflügel haben je sieben Längsreihen mit schwer erkennbaren Punkten und sind  leicht behaart. Am Ende des  relativ  kleinen Kopfes befinden sich mittellange Fühler, die am Ende fächerartig verdickt sind.
Die  sechs  Beine sind relativ lang und besitzen  Dornen und Wiederhaken.
Man findet die Käfer in Europa bis hoch nach Lappland sowie in Teilen Asiens. In Kanada wurden sie eingeschleppt. Sie leben vor allem in Wäldern bis zu einer Höhe von 2.000 m. Die Käfer sind tagaktiv und  sind sehr gute Flieger, die ständig  auf der Suche nach Kot umherfliegen. Der Käfer sowie seine Larven ernähren sich hauptsächlich von Kot -  meist dem von Säugetieren wie Schafen, Ziegen, Kühen und Pferden.
Im Frühjahr graben sowohl die Männchen wie die Weibchen nach der Paarung einen bis zu 50 cm langen Gang mit mehreren Nebengängen, die jeweils in Kammern enden. In diese Kammern wird eine Kotpille eingebracht und in diese jeweils ein Ei gelegt. Danach wird der Gang mit Kot vollgefüllt und schließlich mit Lehm geschlossen. Nach etwa einem Jahr sind die Larven ausgewachsen und verpuppen sich.

Stierkäfer
Der Stierkäfer (Typhaeus typhoeus) gehört zur Familie der Mistkäfer (Geotrupidae) in der Unterordnung Polyphaga. Diese Käfer erreichen eine Größe zwischen 15 bis 25 mm. Ihr Körper ist durchgehend glänzend schwarz gefärbt. Auf den Deckflügeln befinden sich Längsrillen mit Punkten. An den Beinen haben sie eine Reihe von Dornen. Auffallend sind bei den Männchen die drei hornartigen Auswüchse am Halsschild. Man findet die Käfer in Europa und Nordafrika, wo sie sandige Böden in lichten Kiefernwäldern oder sandigen Heidegebieten bewohnen. Ihre Nahrung besteht aus dem Kot von pflanzenfressenden Tieren, so dem von Kaninchen , Schafen, Ziegen oder Rehen. Nach der Paarung graben die Tiere eine 1 bis 1,5 m lange Röhre in die Erde, von der aus sie mehrere Seitengänge anlegen, an deren Enden sich jeweils eine Kammer befindet. Der eingebrachte Kot wird in der Kammer zu einer Pille geformt, neben die das Weibchen ihre Eier ablegt - und nicht wie es bei anderen Mistkäferarten üblich ist - direkt darauf. Die aus den Eiern geschlüpften Larven ernähren sich von dem vorhandenen Kot. Nach etwa einem Jahr verpuppen sie sich, werden also zu einem Käfer. In Deutschland stehen die Stierkäfer unter Naturschutz und sind ausgesprochen selten zu finden.

Waldmistkäfer
Waldmistkäfer Der Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus) gehört zur Familie der Mistkäfer (Geotrupidae) in der Unterordnung Polyphaga. Die Käfer reichen eine Größe von 12 bis 20 mm. Ihre Färbung ist schwarzblau, während die Deckflügel seitlich blau, violett oder grün sind. Der Halsschild ist bei manchen Tieren blauviolett. Die Farbe der Unterseite reicht von metallblau, violett bis zu grün und ihre Fühler sind rotbraun. Man findet die Käfer in Europa sowie bis zum westlichen Sibirien. Die nördliche Begrenzung ihres Vorkommens liegt dabei etwa am 67. Breitengrad. Sie leben vorwiegend in Wäldern bis zu einer Höhe von etwa 2.000 m. Ihre Nahrung besteht – wie bei allen Mistkäfern – vorwiegend aus Kot, hin und wieder aber auch aus Pilzen und Baumsäften.
Im Frühjahr errichten sie einen 7 bis 8 cm tiefen Stollen im Erdboden, von dem mehrere Nebengänge abzweigen, die in Kammern enden. Interessant ist die Arbeitsteilung dabei: so graben die Weibchen die unterirdischen Stollen und Kammern, während, die Männchen die oberirdisch angehäufte Erde abtransportieren. In die Kammern legt das Weibchen nach der Paarung jeweils ein Ei. Zudem wird zur Nahrung der Larven Kot eingebracht. Die Larven verpuppen sich nach etwa einem Jahr zu einem Käfer.

Nashornkäfer

Der Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) gehört zur Gattung Oryctes in der Unterfamilie der Riesenkäfer (Dynastinae) und in der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae).
Die Käfer erreichen eine Größe zwischen 25 und 40 mm. Sie sind dunkelbraun oder schwärzlich gefärbt – oft mit kastanienbraunen Flügeldecken. Der Lebensraum der Käfer ist weicher Holz-Mulm, den man im Inneren von abgestorbenen Baumstämmen oder dickeren Ästen alter Laubbäume findet. Die Larven ernähren sich von Holz- und anderen Pflanzenfasern, die weit überwiegend aus Zellulose bestehen.
Die (wahrscheinlich) 19 Unterarten des Käfers findet man in Mittel- und Südeuropa bis nach Südskandinavien und das Baltikum. In Nordafrika kommen sie nördlich der Sahara vor, zudem auf den Kanarischen Inseln und in Teilen von Zentral- und Ostasien.
Erwähnenswert ist, dass einige Dolchwespenarten teilweise auf Nashornkäferlarven als Beute spezialisiert sind. Dazu legt diese Wespe ein Ei auf der Larve ab, wobei sich die Wespenlarve von außen durch die Larve frisst und sie dabei letztendlich abtötet.
In Deutschland gelten die Nashornkäfer durch die Bundesartenschutzverordnung als eine "besonders geschützte" Tierart.

Riesenbockkäfer

Der Riesenbockkäfer (Titanus giganteus) gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) in der Unterordnung Polyphaga. Die Käfer erreichen eine Größe bis zu 18 cm und ein Gewicht bis zu 40 g. Der Kopf und Thorax sind schwarz braun gefärbt. Ihre Flügeldecken sind vorne dunkel, werden aber zum hinteren Ende hin deutlich heller. Bemerkenswert sind die kräftigen Kieferzangen und die relativ kurzen Fühler. Die Käfer leben in den tropischen Regenwäldern von Peru, Kolumbien, in Guyana, Französisch Guayana sowie in Brasilien.
Aufgrund seines großen Gewichts ist das Flugvermögen des Käfers kaum ausgeprägt und er kann lediglich abwärts gleiten. Um in die Bäume zu gelangen, muss er klettern. Seine Larven können eine Länge bis zu 25 cm erreichen. Sie entwickeln sich in den Stämmen verschiedener Bäume, von deren Holz sie sich ernähren.
In Brasilien werden sie von den dort lebenden Indianern als Proteinlieferant gegessen. Die Lebensdauer der aus den Larven geschlüpften Käfer beträgt nur weinige Wochen.

Schwarzblauer Ölkäfer

Der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) gehört zur Familie der Ölkäfer (Meloidae) in der Unterordnung Polyphaga. In Europa findet man rund 30 Arten aus der Familie der Ölkäfer Die Tiere erreichen eine Größe zwischen 15 bis 35 mm. Der glänzende Chitin-Panzer ist am gesamten Körper schwarzblau – daher auch ihr Name. Der Kopf und der Halsschild sind  punktiert und glänzen in den Zwischenräumen der Punkte.
Die Flügeldecken sind über dem Hinterleib stark verkürzt, überdecken sich basal ein wenig  und klaffen an den Enden auseinander, so dass ein großer Teil des Bauches  sichtbar ist. Sowohl die Beine als auch die Fühler sind recht lang und kräftig gebaut. Die Fühler der Männchen sind in der Mitte deutlich geknickt. Die Käfer kommen in Europa bis nach Zentralasien sowie in Ägypten vor. Die Käfer leben an eher sandigen und offenen Stellen. Ihre Nahrung besteht u.a. aus Blattsalat, Ackerbohnen oder Erbsen.

Früher wurde der Käfer - u.a. mit Honig zubereitet - als potenzsteigender Liebestrank verzehrt, mit oft fatalen Folgen, da das Gift Cantheraridin bereits eines Käfers tödlich sein kann. Cantharidin wurde erstmals als Inhaltsstoff der Spanischen Fliege beschrieben. Die für den Menschen tödliche Dosis LDLo liegt bei etwa 0,5 mg Gift pro Kilogramm Körpergewicht.

Die Weibchen legen fünf bis sechs Mal jährlich im Abstandstand von ein bis zwei Wochen jeweils 3.000 bis 9.000 Eier im Boden ab. Interessant ist, dass die daraus entstandenen Larven auf Blüten klettern, um sich von dort aus - z.B. von Honigbienen - in deren Nester transportieren zu lassen, wo sie sich von deren Eiern und Pollen ernähren. In Deutschland wird der Käfer auf der Roten Listen als gefährdet geführt. Am 27. November 2019 wurde der Käfer von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und dem Bundesamt für Naturschutz zum Insekt des Jahres 2020 gekürt.