Fliegen und Mücken

Inhaltsverzeichnis

Fliegen

Die Fliegen (Brachycera) bilden zusammen mit den Mücken (Nematocera) die beiden Unterordnungen der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Innerhalb der Unterordnung der Fliegen gibt es zahlreiche Familien, so beispielsweise die Echten Fliegen (Muscidae), wozu die weit verbreitete Stubenfliege gehört, die Fleischfliegen (Sarcophagidae) oder die Schmeißfliegen (Calliphoridae).
Die mittlere Lebensdauer einer Fliege beträgt oft nur wenige Wochen oder gar nur Tage, wobei das Larvenstadium die längste Lebenszeit einnimmt.
Die Hauptnahrung von Fliegen sind organische Substanzen und zwar von im Zerfall befindlichen organischen Stoffen oder anderen Insekten und sie können auch als Parasiten leben.

Bremsen
Die Bremsen (Tabanidae) sind eine Familie in der Unterordnung der Fliegen (Brachycera) in der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Insgesamt gibt es rund 4.000 verschiedene Arten, von denen rund 60 Arten in Deutschland und Mitteleuropa vorkommen. Die Tiere leben in der Nähe von Sümpfen, Feuchtwiesen, Entwässerungsgräben und an Waldrändern. Bremsen sind blutsaugende Insekten, die sowohl Menschen und wechsel- und gleichwarme Tiere (Warmblüter) stechen. Die Bremsen können bis zu 2,5 cm groß werden. Erwähnenswert sind die folgende in Europa beheimatete Bremsenarten aus der insgesamt 40 Arten umfassenden Gattung Tabanus, die besonders bei Tieren eine Rolle spielen:
• Rinderbremse (Tabanus bovinus)
•Gemeine Viehbremse (Tabanus bromius)
• Pferdebremse (Tabanus sudeticus)
Für die Menschen in Europa spielen beispielsweise die 8 bis 12 mm große Regenbremse (Haematopota pluvialis) aus der Gattung Haematopota und die 9 bis 14 mm große Goldaugenbremse (Chrysops relictus) aus der Gattung Chrysops eine wichtige Rolle.
Dabei saugen die tagaktiven bei fast allen Arten zur Fortpflanzung nur die Weibchen Blut, während die Männchen Nektar saugen.
Der Stich von Bremsen ist sofort schmerzhaft spürbar. Dabei reißen sie mit ihren Mundwerkzeugen eine offene Wunde in die Haut und ernähren sich von dem austretenden Blut, der Lymphe sowie der Zellflüssigkeit ernähren sie sich.
Vor dem Blutsaugen spritzen sie ein gerinnungshemmendes Sekret, das bei der Stichwunde ein Weiterbluten auch nach dem Saugen verursacht.
Es sei darauf hingewiesen, dass Bremsen auch durch die Kleidung stechen können.
Die Bremsen sind Überträger gefährlicher Erkrankungen wie dem Milzbrand, der Weilschen Krankheit, der Tularämie und der Lyme-Borreliose sowie speziell in Afrika der Schlafkrankheit.

Echte Fliegen, Stubenfliege
Die Familie der Echten Fliegen gehören zur Unterordnung der Fliegen (Brachycera) und zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera).
Weltweit gibt es ca. 4.500 Arten, während es in Mitteleuropa ca. 500 Arten gibt.
Sie besitzen – je nach Art – eine Länge zwischen 3 bis 18 mm. Auch ihre Ernährung hängt stark vo der jeweiligen Art ab.
So gibt es Blut saugende Arten, Blütenbesucher und solche die sich von verschiedenen Flüssigkeiten, wie z. B. Kot ernähren.
- Stubenfliege
Der bekannteste Vertreter der Echten Fliegen ist die Stubenfliege (Musca domestica) aus der Gattung Musca.
Diese Fliegen sind zwischen 6 bis 8 mm groß und sind grau gefärbt mit vier Längsstreifen auf dem Rücken, während ihre Unterseiten gelblich sind.
Sie kommen - mit Ausnahme von Wüsten, polaren und hochalpinen Regionen - fast weltweit vor.
Ihre maximale Lebensdauer liegt bei etwa 40 Tagen

Fleischfliege
Die Fleischfliegen (Sarcophagidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) und der Unterordnung der Fliegen (Brachycera).
Weltweit gibt es ca. 2.500 Arten der Fleischfliegen - davon etwa zehn in Deutschland.
Je nach Art können sie bis zu 1,5 cm groß werden. Ihre Larven ernähren als Räuber aber es gibt auch Arten, die sich von Aas oder von tierischen Kot ernähren.
Die erwachsenen Fliegen dagegen leben von Honigtau, Nektar, Baumsäften oder den Säften beschädigter Früchte.
Von der Familie der Fleischliegen sind beispielsweise folgende zwei Gattungen zu nennen:
- Echte Fleischfliegen (Sarcophaga)
- Trabantenfliegen (Senotaina)

Schmeißfliegen
Die Schmeißfliegen (Calliphoridae) bilden eine Familie aus der Unterordnung der Fliegen (Brachycera) und der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Sie gliedern sich in folgende Gattungen:
- Blaue Schmeißfliegen (Calliphora)
- Neue Welt Schraubenwurmfliegen (Cochliomyia)
- Goldfliegen (Lucilia)
- ohne Bezeichnung (Melinda)
- Vogelblutfliegen (Protocalliphora)

Die  bekanntesten Arten der Schmeißfliegen sind die Blaue Schmeißfliege (Calliphora vicina) und die Goldfliege (Lucilia sericata).
Sie besitzen eine Größe von rund 1,4 cm.
Wie auch die Stubenfliege besitzen sie große rote Facettenaugen und einen Saugrüssel zur Nahrungsaufnahme.
Es gibt weltweit etwa 1.000 Arten der Schmeißfliegen - davon etwa 45 in Deutschland.
Die Größe dieser Fliegen variiert stark und beträgt beispielsweise bei der Totenfliege (Cynomyia mortuorum) etwa 1,8 cm.
Der Name Schmeißfliege rührt daher, dass sie eine Vorliebe für stark geruchsintensive organische Substanzen besitzen, dazu zählt auch menschlicher und tierischer Kot.
Ihr Körper ist meist auffallend metallisch blau, grünlich bis hin goldgrün gefärbt.
Ihr Mundwerkzeug ist als Leckrüssel ausgebildet.
Sofern die Stoffwechselprodukte der Schmeißfliegenlarven Fleisch-, Milch- oder Fischprodukte befallen haben, übertragen sie dabei Mikroorganismen, die Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette zersetzen.
Daher können diese Lebensmittel anschließend nicht mehr verzehrt werden.
Genau wie einige andere Fliegen auch, sind Schmeißfliegen durch den Aufenthalt auf sich zersetzenden organischen Substanzen, auf Aas oder Exkrementen Überträger von Krankheitserregern, wie z. B. Salmonellen, Amöben oder Wurmeiern. Diese können z.B. auf Lebensmittel übertragen werden.

Hirschlausfliege
Die Hirschlausfliege (Lipoptena cervi) – auch als Hirschlaus bezeichnet - ist eine Fliege aus der Gattung der Lipoptena, aus der  Familie der Lausfliegen (Hippoboscidae) in der Unterordnung der Fliegen (Brachycera) und der Ordnung der Zweiflügler (Diptera)
Diese Fliegen erreichen eine Körperlänge von  insgesamt fünf bis sechs Millimeter.
Auf den ersten Blick erinnert das Tier an eine fliegende Zecke.
Die Hirschlaus ernährt sich vom Blut diverser wildlebender Säugetiere, mittlerweile aber auch von Hunden, Pferden und Rindern.
Menschen werden mittlerweile auch häufiger gestochen – besonders im Nackenbereich.
 Etwa 90% der untersuchten Tiere trugen das Bakterium Bartonella schoenbuchensis in sich. Allerdings ist die Datenlage zu gering, ob die  Bakterien bei einem Stich auf den Menschen übertragen werden.  Die Art des Bakteriums, das von der Fliege übertragen werden kann, kann zum Wolhynischen Fieber oder der Bazillären Angiomatose führen.

Die Tiere kommen  fast in der gesamten  Holarktis vor – besonders in der Nähe von Wäldern
Unter der  Holarktis versteht man eine biogeographische Region, die den Großteil der nördlichen Hemisphäre der Erde umfasst. Ihre südliche Grenze verläuft im Norden Mexikos , schließt die Kapverdischen Inseln ein, verläuft entlang dem nördlichen Rand der Sahara und der Arabischen Halbinsel, weiterhin entlang dem Himalaya nach Südchina und schließt  Japan ein.

Stechfliegen
Die Gemeine Stechfliege (Stomoxsys calcitrans) - auch als Wadenstecher bezeichnet, gehört zur Familie der echten Fliegen (Muscidae) in der Ordnung der Zweiflügler. Diese Fliege wird etwa 6 bis 7 mm groß. Von der Stubenfliege unterscheidet sie sich durch einen am Kopf befindlichen und nach vorn gerichteten spitzen Stechrüssel, der auch von einem Laien gut erkennbar ist. Bei dieser Fliege sind sowohl die Männchen wie die Weibchen blutsaugend. Betroffen sind Nutztiere und zudem der Mensch. Sie übertragen bei einem Stich eine Reihe von Krankheiten, so bei Pferden, Eseln, Maultieren oder Zebras (Zoo) das Virus der equinen infektiösen Anämie (EIA-Virus, das zur Blutarmut führt.

Mücken

Mücken und Fliegen sind alltägliche und die häufigsten Begleiter der Menschen und Tiere.
Die Mücken (Nematocera) sind neben den Fliegen (Brachycera) eine der beiden Unterordnungen der Zweiflügler (Diptera).
Diese Unterordnung umfasst etwa 45 Familien. Die meisten Mücken sind schlank mit fadenförmigen, vielgliedrigen Fühlern (Antennen) und langen, dünnen Beinen. Die meisten besitzen stechende und saugende Mundwerkzeuge.
Einige Mückenarten sind als Krankheitsüberträger bedeutsam.

Stechmücken
Die Stechmücken (Culicidae) bilden eine Familie innerhalb der Ordnung der Zweiflügler.
Weltweit gibt es mehr als 3.500 verschiedene Stechmückenarten, während man in Europa 105 Arten findet.
Mit Hilfe ihres stechenden und saugenden Rüssel, können die weibliche Stechmücken die Haut ihrer Wirte durchstechen und Blut saugen, deren Bestandteile für die Produktion der Mückeneier essentiell sind.
Ansonsten ernähren sich die weibliche Stechmücken wie auch die Männchen von Nektar und anderen zuckerhaltigen Pflanzensäften.
Bestimmte Stechmücken sind als Überträger von Infektionskrankheiten bekannt und gefürchtet.
So übertragen Mücken aus der Gattung Anopheles die Malaria und die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)  das Gelb- und Denguefieber.
Die sich zunehmend auch  in Europa ausbreitende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist ein Überträger von Denguefiber, der Zikainfektion und der Chikungunyainfektion.
Der Stich von Mücken ist sehr juckend und der der Tigermücke zudem sehr schmerzhaft

Sandmücken
Die Sandmücken (Phlebotominae) sind eine Unterfamilie der Familie der Schmetterlingsmücken (Psychodidae) und der Unterordnung der Mücken (Nematocera). Man findet diese Mücken vor allem in den Tropen und Subtropen von Europa - speziell im Mittelmeerraum- aber auch in Asien und Amerika. Im Mittelmeerraum ernähren sich viele Arten nur vom Blut von Reptilien und Vögeln.
Die Sandmücken sind mit einer Größe von 2mm und höchstens 4 mm relativ klein. Ihre mittlere Lebensdauer beträgt nur etwa 40 Tage. Weltweit gibt es rund 700 Arten der Sandmücke während es in Europa 23 Arten und Unterarten gibt.
Ihren Namen haben sie von ihrer sandigen Farbe.
Trotz ihrer geringen Größe führen ihre Stiche zu merkbaren und stark juckenden Hautreaktionen. Sie können die Erreger folgender Krankheiten übertragen:
• Leishmaniose
• Oroya-Fieber
• Phlebotomusfieber (Sandmückenfieber)

Schnaken
Die Schnaken (Tipulidae) sind eine Familie in der Unterordnung der Mücken (Nematocera) in der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Es gibt weltweit ca. 4.000 Arten der Schnaken, wovon etwa 140 in Deutschland vorkommen. Sie sind die größten Vertreter der Mücken, so erreicht die Riesenschnake (Tipula maxima) eine maximale Körperlänge von fast 40 mm und eine Flügelspannweite von über 50 mm. Sie ernähren sich von Wasser und Nektar. Andere Nahrung können sie durch ihre Mundwerkzeuge nicht aufnehmen. Da ihre Mundwerkzeuge die menschliche Haut nicht durchdringen können sie auch den Menschen oder Tiere nicht stechen. Erwähnenswert sind die Wiesenschnake (Tipula paludosa) oder die Kohlschnake (Tipula oleracea), deren Larven hauptsächlich im Wald Jungpflanzen anfressen und dadurch teilweise erheblichen Schaden anrichten.

Kriebelmücken
Die Kriebelmücken (Simuliidae) sind eine Familie in der Überfamilie Chironomoidea, in der Teilordnung der Stechmückenartigen (Culicomorpha), in der Unterordnung der Mücken (Nematocera) aus der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Die Familie der Kriebelmücken unterteilt sich noch in die beiden Unterfamilien Parasimuliinae und Simuliinae.
Weltweit gibt es etwa 2.000 Arten aus dieser Familie, wobei es in Deutschland mehr als 50 Arten gibt.
Diese Mücken besitzen eine Größe zwischen etwa 2 bis 6 mm und gehören daher zu den eher kleinen Mücken. Sie sind  rötlich-gelb bis schwarz gefärbt, wobei die hellere Färbung eher bei den Weibchen vorkommt. Die Mücken ernähren sich von Nektar, wobei die Weibchen jedoch zur Entwicklung ihrer Eier das Blut von Säugern und Vögeln benötigt.
Man „erlebt bzw. erleidet“ die Tiere an  sauerstoffreichen und sauberen Gewässern bei schwülen Temperaturen und meist in der Dämmerung.
Dabei „raspelt“ sie sich z.B. beim Menschen  mit ihrem groben Mundwerkzeug durch die Hautoberfläche, um danach das Blut aus der Wunde aufzusaugen. Der betroffene Mensch empfindet einen merkbaren  Schmerz sowie eine Schwellung.
Zudem beginnt es an und um die Bissstelle herum stark zu jucken. Wegen des injizierten Histamins kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die bei Allergikern gefährlich werden können.
Es können bei einem Stich bzw. Biss in seltenen Fällen infektiöse Substanzen injiziert werden, die zu eitrigen Entzündungen führen und in Einzelfällen  eine Lymphangitis zur Folge haben können. Das kann ohne eine adäquate Therapie in ganz seltenen zu einer lebensbedrohlichen  Blutvergiftung führen.
Hinweis für Urlauber
In Afrika und Amerika sind einige Arten  der Kriebelmücken zudem Überträger des Fadenwurmes (Onchocerca volvulus) – dem Erreger der Flussblindheit - auf den Menschen.
Die Überträgermücken sind Simulium damnosum und Simulium neavei in Afrika,  Simulium callidum und Simulium metallicum in Mittelamerika sowie  Simulium ochraceum in Mittel- und Südamerika.