Ameisen

Die Ameisen (Formicidae) bilden eine Familie der Insekten in der Ordnung der Hautflügler.
Man schätzt, dass es mehr als 13.000 Arten gibt, von denen rund 200 in Europa leben. Alle Ameisenarten sind in Staaten organisiert, die aus einigen tausend bis zu mehreren Millionen Individuen umfassen. Die Ameisenstaaten sind arbeitsteilig organisiert und bestehen aus Arbeitern, Weibchen (Königin) sowie Männchen, wobei die Arbeiter flügellos sind, aber die geschlechtsreifen Weibchen und Männchen Flügel besitzen.

Zur Paarung werden Weibchen und Männchen aufgezogen, die den elterlichen Bau in großen Schwärmen verlassen. Nach der Paarung sterben die Männchen, während die Weibchen ihre Flügel verlieren und neue, eigene Kolonien gründen. Aber sie kehren auch in den alten Bau zurück, in dem dann mehrere Königinnen zusammen leben. Sie verfügen über Antennen, die in der Hauptsache zum Tasten, Riechen und Schmecken dienen; sogar Temperaturänderungen, Luftströmungen und den Kohlendioxidgehalt der Luft können sie mit ihrer Hilfe wahrnehmen. Außerdem dienen die Antennen der taktilen Verständigung zwischen den einzelnen Ameisen.

Ihre Mundwerkzeuge dienen der Nahrungsaufnahme, der Verteidigung, dem Nahrungstransport, dem Transport von Eiern, Larven, Puppen. Dabei können viele Ameisen gemeinsam recht große Beute in ihr Nest transportieren. Ihre sechs Beine besitzen je zwei Klauen und einen dazwischen liegenden Haftapparat.
Die Klauen bieten Halt auf einem rauen Untergrund guten Halt, während der Haftapparat es ermöglicht, z.B. auch an senkrechten Glasscheiben hochzuklettern.
Die Nahrung der Tiere hängt etwas von der jeweiligen Art ab, sie besteht vor allem aus Insekten, wie z. B. Raupen, Schmetterlingen, Fliegen und andere wirbellose Tiere, wie z. B. Spinnen. Aber auch die Ausscheidungen verschiedener Pflanzensauger, wie Honigtau dienen als Nahrung.

Wichtige Fressfeinde der diversen Ameisenarten sind eine Reihe von Vogelarten, wie Grün-, Bunt- und Schwarzspechte. Auch kleine Schlangen, Amphibien, Spinnen, Insekten, aber auch Wildschweine gehören dazu. Auf dem amerikanischen Kontinent ernähren sich Ameisenbären und Krötenechsen (Phrynosoma) fast ausschließlich von Ameisen.

Blattschneideameise
Als Blattschneiderameisen werden rund 40 Arten aus den beiden Gattungen Atta und Acromyrmex bezeichnet Alle Arten zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit ihren Mundwerkzeugen Blätter in kleine Stückchen zerteilen und in ihren Bau transportieren. Man findet die Tiere von Louisiana bzw. Texas im Norden bis nach Patagonien im Süden Argentiniens. Dabei fressen die Blätter nicht, sondern zerkauen sie und verwenden sie als Substrat, um darauf einen Pilz aus der Gattung der Egerlingsschirmlinge (Leucoagaricus) wachsen zu lassen.
Dieser Pilz dient ihnen dann als Nahrung. Eine Blattschneiderameisen-Königin kann bis zu 150 Millionen Arbeiterinnen zur Welt bringen, von denen jeweils zwei bis drei Millionen gleichzeitig am Leben sind. Ein Nest ist weit verzweigt und enthält nicht nur Kammern für die Pilzgärten, sondern auch Abfallkammern, in denen tote Ameisen, ausgelaugte Blätter und abgestorbenes Pilzgeflecht entsorgt werden. Ein in Brasilien angelegtes erforschtes Nest der Art von der Art Atta colombica enthielt über eintausend verschieden große Kammern, von denen 390 mit Pilzgärten und Ameisen gefüllt waren und sich auf einer Fläche von 50 m² erstreckt hatte - bei einer Tiefe von rund 8 m. Diese Ameisen gelten in der Landwirtschaft als Schädlingen, da eine Kolonie in Plantagen von Zitruspflanzen, Getreide, Wein, Obst, Kakao, Baumwolle oder Kokospalmen pro Tag so viel Blätter schneiden, wie eine Kuh an Masse frisst.

Klononale Räuberameise
Die Klononale Räuberameise (Ooceraea biroi) gehört zur Gattung Ooceraea in der Unterfamilie Dorylinae in der Familie der Formicidae sowie zur Gruppe der Wanderameisen. Diese Ameise ist derzeit Gegenstand intensiver Untersuchungen im Labor. Sie ist mit einer Größe von rund 2 mm sehr klein. Die braun bis dunkelbraun gefärbten Ameisen besitzen keine Königin und vermehren sich über die so genannte Jungfernzeugung (Parthogenese). Alle Ameisen sind Klone und daher genetisch nahezu identisch. Dennoch spezialisieren sich die Ameisen für verschiedene Tätigkeiten.
Die Tiere entstammen ursprünglich vom asiatischen Festland, sie haben sich jedoch mittlerweile weltweit auf tropischen und subtropischen Inseln ausgebreitet

Die Klononale Räuberameise gehört zur Gruppe der echten Wanderameisen (Dorylomorpha), von denen es rund 250 verschiedene Arten gibt – davon 150 auf dem Amerikanischen Kontinent. Viele Arten der Wanderameisen ziehen mit hunderttausenden Exemplaren umher und fressen alles, was ihnen in den Weg kommt. Es gibt drei Unterfamilien der echten Wanderameisen mit folgenden Gattungen:
- Aenictinae mit der einzigen Gattung Aenictus
- Dorylinae mit der einzigen Gattung Dorylus,
wobei die Afrikanische Wanderameise (Dorylus wilverthi)
Staaten mit mehr als 20 Millionen Ameisen bildet
- Ecitoninae mit fünf Gattungen.

Pharaoameise
Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) gehört mit einer Größe zwischen 2 bis 4,5 mm zu den kleinsten Ameisenarten. Da sie nur an warmen Orten überleben können, befallen sie Mauerwerke und andere Gebäude, wo sie sich gerne in kleinen Ritzen und Spalten aufhält. Zu einer besonderen Gefahr für den Menschen werden die Tiere, wenn sie medizinische Einrichtungen befallen, da sie als hochinfektiöse Krankheitsüberträger gelten. In Deutschland gehört die Pharaoameise daher zur schädlichste Ameisenart.

Rote Gartenameise
Die Rote Gartenameise (Myrmica rubra) ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Ameisennart. Sie gehört zur Gattung Myrmica, zur Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae) und zur Familie der Hautflügler (Hymenoptera). Die Arbeiterinnen sind zwischen 4 und 6 mm groß. Ihre Färbung ist rötlichbraun und am Kopf dunkelbraun. Die Königinnen sind mit Größen zwischen 5 bis 7,5 mm nicht wesentlich größer.
Wie alle Ameisen aus der Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae) besitzen die Arbeiterinnen und Königinnen einen Giftstachel, dessen Stich beim Menschen ziemlich unangenehme Schmerzen verursacht, aber mit Ausnahme von Allergikern normalerweise ungefährlich ist.

Rote Feuerameise
Die Roten Feuerameisen (Solenopsis invicta) stammen ursprünglich aus Südamerika und zählen zur Familie der Knotenameisen. Sie sind mittlerweile auf der ganzen Welt anzutreffen. Wahrscheinlich gelangten auf Schiffen vom amerikanischen Kontinent nach Europa und auf andere Kontinente In der Landwirtschaft gehören sie zu den Schädlingen, da sie nicht nur die Ernte vernichten, sondern auch Häuserwände befallen können, was zu erhebliche Gebäudeschäden führen kann. Ein Biss der Tiere ist sehr schmerzhaft und zudem sind sie recht aggressiv.

Rote Waldameise
Die Rote Waldameise (Formica rufa) gehört zur Gattung der Waldameisen (Formica), zur der Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae) und zur Familie der Ameisen (Formicidae). Ihren Namen hat sie von dem an der Unterseite rot gefärbten Kopf, dem Mesosoma und dem Stielchenglied. Der Hinterleib und die Oberseite des Kopfes sind dagegen schwarz. Die Wangen und Kopfschild sind schwarzbraun, wie auch die Beine, die nur an den Gelenken eine rötliche Färbung aufweisen. Die Körperlänge liegt bei der Königin zwischen 9 bis 11 mm, bei den Arbeiterinnen 4,5 bis 9 mm und bei den Männchen ebenfalls zwischen 9 bis 11 mm. Die Rote Waldameise verfügt über kräftige Mundwerkzeuge, mit dem sie Feind attackieren und Säure in die Wunde spritzen. Sie sind in der Lage, auch größere Tiere – wie z.B. eine tote Maus – gemeinsam zu ihrem Nest schleppen.
Sie besiedeln besonnte Stellen am Waldrand von Laubwäldern und Nadelwäldern. Sie kommt von der Iberischen Halbinsel bis zum Baikalsee vor, sowie in Kleinasien und im Kaukasus. In Europa findet man die Tiere etwa zwischen einer nördlichen Breite von 40° bis etwa 65° Grad.
Die Rote Waldameise ernährt sich vorwiegend von Insekten, Larven, Raupen und Spinnentieren, sowie von Kadavern, aber auch auch von Honigtau der Blatt- (Aphidoidea) und Schildläuse (Coccoidea) und sogar vom Saft von Bäumen und Früchten.

Silberameise
Die Silberameise (Cataglyphis bombycina) ist eine Ameisenart, die man in der zentralen Sahara findet, wo es zu Oberflächentemperaturen von ca. 60 ° C kommt Ihren Namen haben diese Ameisen aufgrund ihrer silbrig glänzenden Erscheinung. Die Tiere sind zwar gelblich bis hell braun gefärbt, wirken aber je nach Lichteinfall durch die Behaarung silbrig glänzend, was der Temperaturregulation durch Reflexion dient. Die etwa 1 cm großen Tiere können sich mit einer Geschwindigkeit bis zu etwa 0,8 m pro Sekunde fortbewegen. Sie halten sich jedoch in der Regel höchstens 15 Minuten pro Tag außerhalb ihres Nestes auf.

Tropische Armeeameise
Die Tropische Armeeameise (Eciton burchelli) ist eine Art aus der Gruppe der Wanderameisen aus der Unterfamilie Ecitoninae, die von Mexiko bis Brasilien vorkommt.
Die Tiere erreichen eine Größe bis zu etwa 1,2 cm. Die Art ist bekannt dafür, dass bis zu 2 Millionen Tiere einer Kolonie gemeinsam auf längere Raubzüge gehen und dabei allerlei Getier fressen, was ihnen in den Weg kommt. Dabei bevorzugen sie waldreiches Gelände.
Es gehört wohl in den Bereich der Legenden, dass im dichten Urwald Brasiliens Milliarden der Tiere auf Raubzügen sind und dabei selbst große Tiere abnagen und dabei töten.

Die Tropische Armeeameise gehört zur Gruppe der echten Wanderameisen (Dorylomorpha), von denen es rund 250 verschiedene Arten gibt – davon 150 auf dem Amerikanischen Kontinent. Viele Arten der Wanderameisen ziehen mit hunderttausenden Exemplaren umher und fressen alles, was ihnen in den Weg kommt. Es gibt drei Unterfamilien der echten Wanderameisen mit folgenden Gattungen:
- Aenictinae mit der einzigen Gattung Aenictus
- Dorylinae mit der einzigen Gattung Dorylus,
wobei die Afrikanische Wanderameise (Dorylus wilverthi)
Staaten mit mehr als 20 Millionen Ameisen bildet
- Ecitoninae mit fünf Gattungen.

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