Wernigerode: Sehenswürdigkeiten

Inhaltsverzeichnis

Gebäude, Bauwerke, Denkmäler

Schloss Wernigerode
Das Schloss Wernigerode wird erstmals als Burg im Jahre 1213 erwähnt. Die während des Mittelalters als Burg genutzte Anlage wurde durch Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode in ein barockes Schloss umgebaut und gilt heute als ein herausragendes Beispiel des norddeutschen Historismus. Heutzutage ist im Schloss ein Museum untergebracht.

Rathaus von Wernigerode
Das Rathaus überzeugt durch seine Fachwerkoptik und befindet sich direkt am Marktplatz. Im Jahr 1420 hatte Graf Heinrich in der Stadt ein Spielhaus errichten lassen, das er 1427 der Stadt geschenkt hatte. Damit verfügte die Stadt über ein Gebäude mit einem großen Saal für die Gerichtsbarkeit, Beratungen, Festlichkeiten oder für Theateraufführungen. Es sei erwähnt, dass das jährliche Festessen "vasten-colleg" darauf zurückgeht.
Von 1494 bis 1498 kam es zu einer Fachwerkaufstockung und zu den zwei Türmen am Giebel des Spielhauses.

Während des Stadtbrandes im Jahr 1528 wurde das alte, in der Nähe befindliche Rathaus, zerstört. Daraufhin hatte die Stadt das an der heutigen Westseite des Rathauses befindliche Haus der Familie Schierstedt aus dem Jahr 1456 erworben und es zwischen 1539 und 1544 zusammen mit dem Spielhaus zum heutigen Rathaus umgebaut. Im Jahr 1584 entstand der Bürgermeistererker im Stil der Renaissance und 1699 erhielt das Rathaus einen Dachreiter.

In den Jahren 1873 bis 1875 erfolgte ein grundlegender Umbau des Rathauses, der aber später als eine architektonische „Sünde“ angesehen wurde. Daher wurde ab 1906 dieser Umbau weitgehend wieder rückgebaut. Zur Zeit des Dritten Reiches - zwischen 1936 und 1939 - wurden erneut Um- und Erweiterungen an dem Gebäude vorgenommen, die aber infolge des Beginns des Zweiten Weltkriegs unterbrochen wurden. Erst zu Beginn der DDR konnte der Umbau im Inneren im Jahr 1950 abgeschlossen werden. Im Keller des Rathauses befindet sich der Ratskeller, dessen Hauptraum von einem Kreuzgratgewölbe, das auf zwei Mittelpfeilern ruht, überspannt wird. Daneben gibt es u.a. noch zwei mit Tonnengewölbe versehene kleinere Lagerräume.

Ältestes Haus
Das um 1400 errichtete Haus in der Hinterstraße 48, im so genannten Heideviertel gelegen, ist das älteste Gebäude der Stadt. Heutzutage befindet sich hier eine Ferienwohnung mit der Bezeichnung ANNO 1546“, die mitmodernen Komfort wie einen Kamin und Fußbodenheizung restauriert wurde, während die Struktur des Gebäudes, das unter Denkmalschutz steht, erhalten blieb.

Alte Münze
Die Alte Münze ist eines der wenigen noch erhaltenen Fachwerkhäuser - mit einem steinernen Erdgeschoss aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurde von dem Beamten der Grafen zu Stolberg Valentin von Sundhausen (1476-1551) errichtet. Heutzutage befindet sich hier die Harzbücherei sowie das Stadtarchiv.

Bimmelbahn
Die Bimmel- oder Schlossbahn verbindet über 5 Haltestellen die Altstadt von Wernigerode mit dem Schloss. Bisher wurde sie von einem mit Diesel betriebenen Traktor gezogen. Aber die Loco Electric J150 ist die erste elektrisch angetriebene Lok mit einer Reichweite von bis zu 200 km und einer Leistung, die einem konventionellen Antrieb entspricht. Diese Elektrolok wurde am 14. Mai 2021 feierlich in Betrieb genommen.

Bürger- und Miniaturenpark
Im Miniaturenpark "Kleiner Harz“ im Bürgerpark Wernigerode kann man 60 Sehenswürdigkeiten von Wernigerode und der Umgebung in einer Miniaturversionen bewundern. Darunter sind das 2,80 m hohe Schloss von Wernigerode und die Harzer Schmalspurbahn.

Frühere Teichmühle
Die frühere Teichmühle von 1790 ist ein Fachwerkhaus zwischen Wernigerode und Schmatzfeld. Bis 1909 befand sich die Mühle im Besitz der Grafen bzw. Fürsten zu Stolberg-Wernigerode. Heutzutage dient es als Wohnhaus. Das Gebäude befindet sich an der Bundesstraße 244

Gedenkstein für König Friedrich II. von Preußen
Der Gedenkstein für König Friedrich II. von Preußen (1712-1786) – der Große - in Wernigerode-Hasserode wurde am 13. September 2012 in der Friedrichstraße, unweit des Westerntors, eingeweiht

Gadenstedtsches Haus
Das Gadenstedtsche Haus aus dem Jahr 1582 befindet sich am Oberpfarrkirchhof 13 – im Stadtteil Hasserode. Hier befanden sich früher der adelige Fronhof und die Ritterhöfe. Im Jahr 1891 hatte die Kirchengemeinde St. Sylvestri das Gebäude übernommen und saniert. Dabei wurde der westliche marode Teil des Gebäudes teilweise abgerissen und im historischen Stil wie-der aufgebaut. Die Kirchengemeinde nutzte diesen Teil dann als Kindergarten und Gemeindesaal. Noch heute dient es als Gemeindehaus der Kirchengemeinde. Heutzutage steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Es befindet sich im Oberpfarrkirchhof 13

Harzquerbahn
Die Harzquerbahn führt von Wernigerode über Drei Annen Hohne bis nach Nordhausen Nord. An der Station Drei Annen Hohne kann man in die Brockenbahn umsteigen, die hier beginnt. Die Harzquerbahn besitzt eine Länge von 60 km. Das gesamte Netz der Harzer Schmalspurbahnen umfasst eine Länge von insgesamt 140,4 km. Sie unterteilt sich in drei verschiedene, aber miteinander verbundene Strecken, die teilweise mit alten Dampfloks aber auch mit modernen Triebwagen befahren werden.

Halbschalenturm
Der Halbschalenturm auf den Tuchmacherrähmen ist ein alter Wachturm der Stadtmauer, der 1889 auf Veranlassung von Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837-1896) wieder mit einem Schiefer-dach versehen wurde. Der Graf wurde 1890 zum Fürst zu Stolberg-Wernigerode ernannt. In der Nähe des früheren Vorwerks steht noch ein zweiter derartiger Turm. Er befindet sich am südlichen Abschnitt dieses einstigen Verteidigungsbauwerkes zwischen Liebfrauenkirche und Burgberg un-terhalb des Wernigeröder Schlosses. Der Wachturm wird von einem kleinen Park umgeben, der eine grüne Oase inmitten der Stadt bildet. Ein Halbschalenturm ist ein steinerner Wehrturm in einer Stadtmauer, der auf seiner Rückseite offen oder aber in einer leichten Bauweise ausgeführt ist.

Haus Preysser
Das Haus Preysser ist ein Fachwerkhaus in der Altstadt aus dem Jahr 1696, das von dem Kerzenzieher und Seifensieder Johann Preysser erbaut wurde. Es ist das einzige Haus der Stadt aus der Stilepoche des Manierismus. Im Laufe der Zeit wechselte es häufig die Besitzer. Die sehenswerte Toreinfahrt an der linken Seite der Fachwerkfassade trägt neben der Jahres-zahl 1696 den Namen des Erbauers und seiner Frau, einen geflügelten Puttokopf, pflanzliche Ornamentik und zwei im oberen Bereich skurrile, als Schnitzerei ausgeführte Männerköpfe mit orientalischer Kopfbedeckung. Im Jahr 1995 wurde das Haus vom Eigentümer grundle-gend saniert. Heutzutage dient es als Wohn- und Geschäftshaus. Breite Straße 71

Hermann-Löns-Denkmal
Das Hermann-Löns-Denkmal wurde 1929 vom 1886 gegründeten Harzklub errichtet. Es erinnert daran, dass Hermann Löns (1866-1914) Wernigerode als die bunte Stadt am Harz bezeichnet hatte Hermann-Löns-Weg. Entwurf und Ausführung der Plakette durch Hans Bülow

Karl-Marx-Denkmal
Das Karl-Marx-Denkmal wurde im Jahr 1953 von dem Bildhauer Rudolf Wewerka (1889-1954) errichtet), es ist das älteste erhaltene Denkmal für Karl Marx in Deutschland

Kaiserturm
Auf dem Armeleuteberg befindet sich ein 1902 auf Kosten des Kaufmanns Edmund Lührmann (1845-1909) errichteter 12 m hoher Aussichtsturm mit guter Sicht auf das Schloss, die Harburg und das nördliche Harzvorland bis hin nach Halberstadt. Der 477, 8 m hohe Armeleuteberg erhebt sich im Naturpark Harz.

Kleinstes Haus der Stadt
Das 1793 errichtete kleinste Haus von Wernigerode besitzt eine Breite von 2,95 m. Es steht in der Kochstraße 43. Heutzutage befindet sich hier ein volkskundliches Museum. Es sei erwähnt, dass es neben dem Rathaus und dem Schloss Wernigerodet zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt gehört.

Krummelsches Haus
Das Krummelsches Haus ist ein barockes Fachwerkhaus, das der aus Berlin stammende Kornhänd-ler Heinrich Krummel 1674 erbauen ließ. Das hölzerne Fachwerkgerüst ist reich mit Schnitzereien versehen. Die figürlichen Schnitzreliefs eines unbekannten Künstlers stellen unter anderem Erdteil-Allegorien nach Vorlagen des flämischen Kupferstechers Adriaen Collaert (1560–1618) dar. 1875 wurde das Erdgeschoss als Laden grundlegend umgebaut und durch den heimischen Holzbildhauer Gustav Kuntzsch mit allerlei Zierrat und fünf Vollplastiken auf Konsolen geschmückt. Heutzutage beherbergt das Haus einen gastronomischen Betrieb. Breite Straße 72,

Luftfahrtmuseum
In dem 6.000 m² großen Luftfahrtmuseum werden 50 restaurierte Flugzeuge und Helikopter ausgestellt, auch über Luftfahrttechnik und die Anfänge der Fliegerei wird der Besucher informiert. Zudem besteht die Möglichkeit, sich mit Hilfe eines Flugsimulators eine Weile selbst zum Piloten zu machen. Durch zahlreiche interaktive Angebote und begehbaren Modelle ist das Museum zudem sehr kinderfreundlich.

Lustgarten
Direkt unter dem Schlossberg der Stadt befindet sich der Lustgarten, der als die grüne Oase der Stadt gilt. Sehenswert sind u.a. die Orangerie oder das Löwentor. Die begehbaren Holzfiguren auf dem Abenteuerspielplatz erfreuen besonders Kinder

Marktplatz
Auf dem Marktplatz im Zentrum von Wernigerode befindet sich neben einigen Geschäften, Cafés und Restaurants auch das Rathaus der Stadt und der sehenswerte Wohltäterbrunnen. Neben regionalen Obst- und Gemüseverkäufern treten hier auch oft Straßenmusiker oder Ar-tisten auf.

Schiefes Haus
Das Schiefe Haus ist ein "normales" Haus, jedoch mit dem Unterschied, dass es um rund 7 Grad geneigt ist. Im Schiefen Haus befinden sich ein Museum für Stadtgeschichte sowie eine Galerie. Es befindet sich in einer ehemaligen Walkmühle sehr nahe dem Rathaus der Stadt. Im 13. Jahr-hundert befand sich hier eine Walkmühle, die 1630 an die Zunft der Tuchmacher und Gerber verkauft wurde. Das heutige Gebäude entstand im Jahr 1680 im Auftrag der beiden Zünfte.

Es sei erwähnt, dass sich zu dieser Zeit etwa 100 Mühlen in und um die Stadt befanden. Eine Walkmühle bzw. Vollmühle ist eine seit dem Hochmittelalter eingesetzte Ma-schine zur Verarbeitung, Verdichtung und Veredelung von Geweben bei der Herstellung von Walkstoffen, die früher als Tuch bezeichnet wurden. Sie ersetzte das Walken mit den Füßen.

Westerntorturm
Der Westerntorturm wurde um 1250 als Stadttor erbaut. Er war früher ein Teil der Stadtmauer und ist mit einer Höhe von 41 m der einzige noch erhaltene Wehrturm der Stadt

Wildpark
Sehenswert ist auch der Wildpark Christianental im Naturpark Harz. Er ist die Heimat von zahlreichen einheimischen Tieren. In dem Park kann man Füchsen, Luchsen und Waschbä-ren begegnen oder Greif- und Wasservögel sowie Schneeeulen bewundern. Die Gehege sind so weitläufig angelegt, dass sich die Tiere sich frei bewegen können. Das Christianental ist ein Seitental des Mühlentales im Stadtgebiet von Wernigerode im Landkreis Harz,

Wohltäterbrunnen
Der Wohltäterbrunnen ist ein prächtiger und wunderbar verzierter Brunnen im Stil der Neugotik, der 1848 zu Ehren der Wohltäter gegenüber dem Rathaus der Stadt errichtet wurde. Im Jahr 1991 wurde eine Gedenktafel für Oberst Gustav Petri (1888 bis 1945) hinzugefügt, der kurz vor Kriegsende mit seinem mutigen Einsatz die Stadt vor der Zerstörung durch die Alliierten bewahrt hatte.

Café Wien
Das Café Wien befindet sich in einem Gebäude von 1583. Lange Zeit diente es als Geschäftshaus. Von 1666 bis 1739 diente das Haus der Familie Hildebrandt als Wohnsitz, die mit Jakob Hildebrandt 1722 auch den Bürgermeisterder Stadt stellte. 1897 übernahm der Bäcker- und Konditormeister Wilhelm Hauer das Gebäude und richtete ein Café ein. Um einen oberen Gastraum zu erhalten, ließ er das ursprüngliche 3-geschossige in ein 2-geschossiges Gebäude umbauen. 1936 ging das Haus in den Besitz von Konditormeister Hans Siegemund über, der es bis 1951 leitete. Mit der Übernahme des Cafés durch die HO-Wernigerode erhielt es seinen heutigen Namen. Nach der Bewirtschaftung durch die HO ging das Café nach der Wende am 1. Juli 1990 wieder in den Besitz der Familie Siegemund über. Seit Juli 2021 wird das Café in 3. Generation von Frank Siegemund mit Unterstützung seiner Kinder Anna und Florian bewirtschaftet. Das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus ist ein herrliches Beispiele der Architektur der Renaissance.
Breite Str. 4
38855 Wernigerode
Tel.: 0049 – (0)3943 - 632409

Zentralfriedhof am Eichberg
Der denkmalgeschützte Zentralfriedhof am Eichberg im Stadtteil Hasserode. Der Zentralfriedhof umfasst eine Fläche von 16 ha = 160.000 m² mit etwa 8.000 Gräbern. Er wurde im Jahr 1885 als Friedhof An der Molle angelegt. Später erfolgten Erweiterungen der Friedhofsanlage in südwestlicher Richtung . Am Eichberg 7.

Kirchen

St.-Sylvestri-Kirche
Die evangelische St.-Sylvestri-Kirche auf dem Oberpfarrkirchhof ist die älteste Pfarrkirche der Stadt, die zunächst dem Heiligen Georg geweiht war. Sie wurde von den Grafen von Wernigerode 1265 in ein Benediktinerchorherrenstift umgewandelt, die ihr mit dem Heiligen Silvester einen zweiten Namenspatron verliehen. Noch heutzutage verfügt die Kirche über diesen Doppelnamen. Im Verlauf des 19. Jahrhundert wurde die Kirche nach Entwürfen des Schlossbaurats Carl Frühling (1839–1912) im Stil der Neugotik umgestaltet. Die Kanzel der Kirche zeigt die Apostel Johannes, Petrus, Paulus und Jakobus. Die Kanzel wurde 1883 von dem ortsansässigen Hofbildhauer Gustav Kuntzsch errichtet, auch das Chorgestühl stammt von ihm.

St.-Johannis-Kirche
Die evangelische St.-Johannis-Kirche wurde zwischen 1265 und 1279 errichtet. Ende des 15. Jahr-hunderts wurde sie baulich verändert, sie ist aber dennoch in großen Teilen im Original erhalten. Sehenswert sind der vierflügelige Marien-Schnitzaltar mit heiligen Frauen von 1415 sowie die La-degastorgel von 1885, die auch für Konzerte genutzt wird.

Kreuzkirche
Die und unter Denkmalschutz stehende Kreuzkirche wurde am 19. Oktober 1873 als Gotteshaus der Altlutherischen Kirche geweiht. Die Inneneinrichtung des turmlosen Fachwerkbaus stammt aus der abgerissenen Nicolaikirche, so die Kanzel und die Emporen von 1611. Die kleine Glocke im Dachreiter wurde 1300 gegossen. Während der Zeit des Nationalsozialismus predigte hier auch der von den Nationalsozialisten verfolgte Pfarrer Martin Niemöller (1892-1984) und der spätere Bischof Otto Dibelius (1880-1967).

Konzerthalle Liebfrauen
Die Liebfrauenkirche war eine Pfarrkirche, die 1751 durch ein Feuer zerstört wurde, aber danach wiederaufgebaut wurde. 2018 wurde sie an eine Kulturstiftung verkauft und im Februar 2019 als Kirche entwidmet. Dann erfolgte der Umbau zu einer Konzerthalle. Der Turm kann bestiegen werden