Nach Al-Madinah (Medina) kommt man nicht nur als Pilger sondern auch als Tourist. Medina ist die zweitheiligste Stadt des Islam. Auf dem Besucherprogramm stehen u.a.natürlich die Al-Masjid an-Nabawi (Prophetenmoschee) und die älteste (und viertheiligste) Moschee der Welt, die Quba'Masjid.
Moscheen
Al-Masjid an-Nabawī (Prophetenmoschee)
Die wichtigste Moschee Al-Madinahs und die zweitheiligste Moschee des Islam ist die Al-Masjid an Nabawi, die "Prophetenmoschee". Zunächst stand hier das Haus Muhammads. Er hatte es 622 errichtet. Bereits ein Jahr später ließ der Prophet Muhammad eine Moschee in Al-Madinah erbauen, wobei er sich an der schweren Arbeit selbst unermüdlich beteiligte. Das originale Gotteshaus wurde zum Vorbild für alle anderen Moscheen der Welt. Die von Muhammad errichtet Moschee wurde in der folgenden Zeit unter den Kalifen immer wieder großzügig erweitert und kunstvoll verziert. Vor allem aber unter der saudischen Herrschaft erfuhr sie gigantische Ausmaße. Die letzte Renovierung fand unter König Fahd statt, der die Moschee erheblich vergrößerte. Air-Condition wurde eingebaut und Dekorationen aus Marmor hinzugefügt. An der Erweiterung der Propheten-Moschee von Al-Madinah unter der Herrschaft des saudischen Königshauses war kein geringerer maßgeblicher Bauherr als Muhammad Bin Laden, der Vater des späteren Al-Quaida-Führers Osama Bin Laden.
Der wichtigste Teil der Prophetenmoschee ist das Grab des Propheten. Es befindet sich unter dem Qubbat al-Nabi ("Grünen Dom" auch "Dom des Propheten"), dem Zentrum der Moschee. Hier liegen auch die beiden "rechtgeleiteten" Kalifen Abu Bakr and Umar ibn al-Khattab begraben. Die grüne Umzäunung, die das Grab des Propheten abschirmt, wird von wahhabitischen Freiwilligen bewacht. Sie achten darauf, dass die Gläubigen den Zaun nicht berühren. Für die Pilger ist diese Berührung ein Zeichen der Ehre und der Demut. Die Wahhabiten indes sehen darin einen Akt des "Shirk", des Götzendienstes. Auch vor der ursprünglichen Muhammad-Moschee stehen wahhabitische Volontäre. Auch sie halten Pilger vom Berühren der Moschee ab. Die gegenwärtige Moschee ist aus Marmor gefertigt und steht mithin in starkem Kontrast zu der einstigen alten, welche noch aus Holz war. Die Prophetenmoschee dient auch als islamisches Gemeinschaftszentrum und verfügt über eine Religionsschule.
Im Herzen der Al-Masjid an-Nabawi befindet sich ein sehr spezielles, aber auch sehr kleines Areal, das den Namen ar-Rawdah an-Nabawiyah trägt. Es erstreckt sich vom Grabe des Propheten bis hin zu seiner Moschee. Alle Pilger versuchen, ar-Rawdah zu besichtigen und dort zu beten, denn die Tradition besagt, dass hier gesprochene Gebete und Bitten niemals zurückgewiesen werden. Der Eintritt zu diesem Bezirk ist nicht immer möglich, außer während der Hajj. Dies hängt mit der Größe des Areals zusammen, welches so klein ist, dass es lediglich wenige Hundert Menschen fassen kann.
Die Prophetenmoschee liegt in dem Bereich der Stadt, der einst das Zentrums Al-Madinahs bildete. Viele Hotels haben sich hier angesiedelt und alte Märkte. Viele Muslime halten diesen Bereich und die Moschee für den friedlichsten und ruhigsten Ort der Welt.
Millionen Gläubige strömen jährlich nach Medina, sodass die Prophetenmoschee die Massen nicht mehr bewältigen kann. Daher haben Ingenieure der Firma SL-Rasch GmbH in Leinfelden-Echterdingen 250 hydraulisch ausklappbare Riesenschirme aus PTFE-Gewebe mit einer Höhe von 15 m auf dem Vorplatz der Moschee als Sonnenschutz aufgestellt. Die Schirme schaffen eine schattige Fläche von 143.000 m²
Quba' Masjid (Masjid al-Quba)
Etwas außerhalb von Al-Madinah steht dieses Gotteshaus. Es gilt als erste Moschee, die jemals gebaut worden war und ist nach der al-Masjid al-Haram (Al-Makkah), der al-Masjid an Nabawi (Al-Madinah) und der al-Masjid al-Aqsa (Al Quds) die viertheiligste Moschee des Islam. Die ersten Steine sollen noch vom Propheten Muhammad selbst gelegt worden sein, als er von Al-Makkah nach al-Madinah geflohen war. Vervollständigt wurde sie von seinen Gefolgsleuten. Nach der islamischen Tradition ist das Erbringen von zwei Raka'ahs of nafl-Gebeten in der Quba'Masjid mit einer Umrah (= kleine Pilgerfahrt) gleichzusetzen. Die frühere Moschee ist im Laufe der Geschichte stark verändert und schließlich 1986 durch eine neuere ersetzt worden. In dieser liegt eine rechteckige Gebetshalle, welche auf einer zweistöckigen Plattform ruht.
Märtyrer-Moschee, Uhud-Berg, Medina
Der Berg Uhud (Jabal Uhud) in Medina ist ein historisch wichtiger Ort, da hier im Jahr 625 n. Chr.
Schlacht von Uhud zwischen den Muslimen und den Quraisch stattfand, die ein einflussreicher arabischer Stamm waren und zur Zeit des Propheten Muhammad über Mekka herrschte und als Hüter der Kaaba fungierte.
Am Fuße dieses Berges befindet sich ein Märtyrerfriedhof , wo 70 Gefährten des Propheten Muhammad, die in der Schlacht fielen, begraben sind. Darunter befindet sich Hamza ibn Abd al-Muttalib, der Onkel des Propheten.
Die Sayed Al-Shuhada Moschee ist eine große, moderne Moschee, die im April 2017 in der Nähe des Friedhofs eingeweiht wurde und Platz für 15.000 Gläubige bietet. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 54.000 m² und zeichnet sich durch ihren einzigartigen Architekturstil mit einer Kuppel und zwei Minaretten aus.
Die Al-Ghamamah-Moschee (Wolkenmoschee)
Die Al-Ghamamah-Moschee (Wolkenmoschee) wurde im 1. Jahrhundert n. H. von Omar ibn Abdulaziz erbaut. Dabei bedeutet "n. H." „nach Hidschra“ wobei die Hidschra die Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahr 622 nach christlicher Zeitrechnung war.
Die Moschee befindet sich nahe der Prophetenmoschee (Al-Masjid an-Nabawi). Sie markiert den Ort, an dem der Prophet Mohammed laut Überlieferung das Istisqa-Gebet verrichtete und durch Wolken Schutz vor der gleißenden Sonne erhielt – daher ihre Bezeichnung. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut, wobei die saudische Regierung den ursprünglichen Charakter durch umfassende Renovierungen bewahrt hat. Das Gebiet um die Moschee war früher für seine jüdische Gemeinschaft bekannt und der Ort, an dem der Prophet Mohammed einen Souk (Markt) für die Menschen in Medina einrichtet hatte. Die Al-Ghamama-Moschee wird gerne von Pilgern sowie den Besuchern der historischen Stätten in Medina aufgesucht.
Masjid Abu Bakr As-Siddiq
Die Abu-Bakr-Moschee ist eine der ältesten Moscheen in Medina. Sie liegt südwestlich der Prophetenmoschee. Diese relativ kleine Moschee hat einen annähernd quadratischen Grundriss und ein einzelnes Minarett mit Kuppel. Der Prophet Mohammed soll hier das Eid-Gebet verrichtet haben. Auch nach dem Tod des Propheten leitete Abu Bakr während seines Kalifats weiterhin das Eid-Gebet an diesem Ort, woraufhin die Moschee nach ihm benannt wurde.
Masjid Ali bin Abi Talib
Die Moschee Ali ibn Abi Talib befindet sich im Stadtteil Manakha von Medina. Hier verrichtete der Prophet Muhammad im sechsten Jahr der Hidschra, seinem Einzug in Medina, das Eid-Gebet.
Die Moschee wurde im Jahr 706 unter Umar ibn Abd al-Aziz erbaut und mehrmals umgebaut, bis sie im Jahr 1990/1991 vollständig abgerissen und neu errichtet wurde. Die Moschee von Ali ibn Abi Talib liegt südwestlich der al-Masjid al-Nabawi und in der Nähe der al-Ghamama-Moschee.
Das rechteckige Gebäude ist 35 m lang und 9 m breit und umfasst heutzutage eine Fläche von 882 m². Die Moschee verfügt über eine Säulenhalle, die sowohl im Westen als auch im Osten zu einer kleinen Kammer führt. Eine Tür an der Nordseite öffnet sich zu einem rechteckigen Innenhof. Die Decke des Portikus weist fünf Kuppeln auf, über denen sich die Kuppel des Mihrab befindet. Die Moschee ist aus Basaltsteinen erbaut und mit weißem Blech und Kalk verkleidet, während ihre Ostwand aus schwarzem Stein besteht.
Ambariya-Moschee Masjid al-Anbariya) in Medina
Die Ambariya-Moschee, auch als Masjid al-Anbariya, bezeichnet wurde im Jahr 1908 von dem osmanischen Sultan Abdülhamid II. (1842-1918) erbaut. Sie war ursprünglich als Teil des Projekts der Hedschasbahn (Hejaz Railway) geplant und befindet sich daher direkt neben dem Bahnhof von Medina. Die Moschee wurde im osmanischen Stil errichtet, wobei die zwei schlanken Minarette und die zentrale Kuppel besonders auffallend sind. Es ist eines der wenigen historischen Bauwerke in Medina, die erhalten blieben sind und nicht im Zuge von Stadterweiterungen abgerissen wurde.
Museen
Internationale Messe und Museum für die Biographie des Prophetenin Medina
Die Internationale Messe und das Museum der Biografie des Propheten und der islamischen Zivilisation ist eine 2021 eröffnete Ausstellung, die das Leben des Propheten Mohammed und die islamische Geschichte mit modernen Technologien darstellt. Es gibt mehrere Standorte, wobei das Hauptmuseum sich in Medina nahe der Prophetenmoschee (Masjid an-Nabawi) befindet. Das Museum präsentiert über 500 Artefakte, darunter die Biografien früherer Propheten, die Verfassung von Medina und Themen wie den 99 Namen Allahs.
As Safiyyah Museum & Park in Medina, Saudi-Arabien
Das As Safiyyah Museum und der Park sind ein 20.000 m² großer Kulturkomplex, der sich in unmittelbarer Nähe der Prophetenmoschee (Al-Masjid an-Nabawi) befindet. Hier wird Natur mit Geschichte vebunden und das „Creation Story Museum“ (Schöpfungsmuseum), Cafés, Geschäfte und Grünflächen. Es dient als Ruheplatz für Pilger. Diese grüne Oase mit Palmen, Wasserbecken und schattigen Bereichen wurde von der österreichischen Architekturgruppe X Architects entworfen
Besondere Gebäude
Governor house, Medina
Das Gouverneurshaus in Medina (Governor House) ist der offizielle Amtssitz des Prinzen und Gouverneurs der Region Medina (Madinah). Das Gebäude liegt in der Nähe der Prophetenmoschee. Es ist heutzutage das administratives Zentrum von Medina. Hin und wieder wird es in Videos und Fotos als ein weltliches markantes Gebäude in der heiligen Stadt gezeigt.
Stadtverwaltung von Medina
Das Gebäude der Stadtverwaltung von Medina (Amanat Al-Madinah Al-Munawwarah) zeichnet sich durch eine traditionelle Architektur mit modernen Elementen und markanten weißen Kuppeln aus. Bei feierlichen Anlässen, wie z.B. dem saudischen Gründungstag, wird es mittels einer gelben Beleuchtung hervorgehoben.
Wasserturm von Medina
Der Wasserturm von Medina (Al-Madinah al-Munawwarah Water Tower) befindet sich im Stadtteil Quba, etwa 5,5 km von der Prophetenmoschee entfernt. Seine Höhe beträgt rund 90 m. Er besitzt ein Fassungsvermögen von rund 7.000 m³ Wasser.
Al Noor Mall, Medina
Die Al-Noor Mall in Medina gilt als eines der größten und bedeutendsten Einkaufs- und Entertainment-Zentren nicht nur von Medina, sondern von Saudi-Arabien. Der Komplex umfasst eine Fläche von rund über 90.000 m² und erstreckt sich über drei Etagen. Die Mall beherbergt eine Vielzahl internationaler Marken, Gastronomiebetriebe und Freizeiteinrichtungen. Zudem gilt sie als beliebtes Ziel für Mode und Lifestyle mit einer Mischung aus internationalen und lokalen Anbietern.
Man findet hier Geschäfte für Parfums, Kosmetik und hochwertigen Schmuck. Ein Supermarkt für den täglichen Bedarf befindet sich im Erdgeschoss. Auch ein großer Bereich mit Fast-Food-Ketten und Cafés sowie Restaurants für Pizza, Burger und lokale Spezialitäten befindet sich hier.
Für Filmfreunde steht ein moderner Kinokomplex zur Verfügung. Auch ein großer Indoor-Spielebereich mit Arcade-Games und Fahrgeschäften für Kinder wird angeboten Die Mall befindet sich an der King Abdullah Branch Road im Stadtteil Al-Uyoun – rund 10 bis 15 Minuten Fahrt von der Prophetenmoschee (Masjid al-Nabawi) entfernt.