Bekannte Personen Mannheims

Ehrenbürger der Stadt nach 1890

Den folgenden Männern und Frauen wurde die Ehrenbürgerwürde der Stadt Mannheim verliehen. Die Darstellung der Personen ist nach dem Jahr der Verleihung nach aktuellstem Stand geordnet:

Manfred Fuchs (geb. 1939) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 2014
Manfred Fuchs wurde 1939 in Mannheim geboren. Im Jahr 1966 hatte er im Fach Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim promoviert, aber bereits 1962 die Nachfolge seines Vaters Rudolf Fuchs in dessen Unternehmen angetreten. Fuchs Senior hatte 1931 in Mannheim ein Schmierstoffunternehmen gegründet und war 1959 gestorben. Manfred Fuchs war von 1985-2003 Vorsitzender des Vorstands der Fuchs Petrolub SE. Danach wechselte er in den Aufsichtsrat. Das Unternehmen gehört unter den unabhängigen Firmen zu den weltweit größten Anbietern von Schmierstoffen. 

Gerhard Widder (geb. 1940) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 2008
Gerhard Widder wurde am 26. Juni 1940 in Mannheim geboren. Nach dem Studium, das er als Diplom-Ingenieur (FH) abschloss, war er in Mannheim als Berufsschullehrer für Elektrotechnik an der Werner-von-Siemens-Schule tätig. 1975 wurde er für die SPD in den Mannheimer Gemeinderat gewählt. Von 1983-2007 war er Oberbürgermeister der Stadt. Neben zahlreichen weiteren Ämtern agierte er von 1989-1995 als Vorsitzender des Städtetags von Baden-Württemberg.

Heinrich Vetter (1910-2003) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1999
Heinrich Vetter wurde am 24. Dezember 1910 als Sohn einer Kaufmannsfamilie in Mannheim geboren. Nach dem studierte er Betriebswirtschaftslehre (BWL) und trat später ins Kaufhauses Vetter ein – das erste Kaufhaus überhaupt und eines, das seinen Kunden ermöglichte, Waren auf Kredit zu kaufen. Während des Krieges wurde er in der Sowjetunion 1942 schwer verletzt und kam in französische Gefangenschaft, aus der er 1946 zurückgekehrte. Daraufhin wurde er Geschäftsführer des Kaufhauses Vetter. Ende der sechziger Jahre ging dieses an die Horten AG, als deren Generalbevollmächtigter er bis 1985 tätig war. Er verstarb ohne Nachkommen am 3. Februar 2003 in Ilvesheim im Rhein-Neckar-Kreis und vermachte sein Vermögen der von ihm 1997 ins Leben gerufenen Heinrich-Vetter-Stiftung, die die Förderung der Stadt Mannheim und seiner Bürger zum Ziel hat. Im oberen Luisenpark gibt es ihm zu Ehren einen Heinrich-Vetter-Weg mir einer Skulptur von Karlheinz Oswald.

Walter Krause (1912-2000) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1982
Walter Krause wurde am 21. Dezember 1912 in München geboren. Aber ab Mitte der 1920er Jahre lebte er in Mannheim. Er studierte fürs höhere Lehramt an der Universität Heidelberg, wo er sich auch in der Sozialistischen Studentengruppe engagierte. Das führte 1933 zu seiner Exmatrikulation. Danach schloss er sich dem Widerstand an, blieb aber unentdeckt. Da er kein Lehrer werden konnte, wurde er Meteorologe und verbrachte den Krieg beim Reichswetterdienst. Im November1945 wurde er Mitglied der Mannheimer SPD. Seine bemerkenswerte politische Karriere begann er 1948 mit der Wahl in den SPD-Kreisvorstand. Sie führte über den Fraktionsvorsitz im Landtag von 1966-1968 und endete mit dem Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, das er von 1973-1980 innehatte. Er verstarb am 4. Dezember 2000 in seiner Wahlheimat.   

Ludwig Ratzel (1915-1996) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde1980
Ludwig Ratzel wurde am 13. Februar 1915 in Mannheim-Friedrichsfeld geboren. Nach seinem Studium von 1935-1940, das er mit einer Promotion im Fach Kernphysik abschloss, kam er im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zu der Erprobungsstelle Rechlin der Luftwaffe in Mecklenburg. Er kehrte 1947 nach Mannheim zurück, wo er als Dozent und späterer Rektor an der Städtischen Ingenieurschule eine Anstellung fand. Ratzel gehörte vom 15. September 1955 bis zum 21. Juni 1960 dem Deutschen Bundestag an. Vom 27. Februar 1958 bis zum 6. November 1959 war er zudem Abgeordneter im Europäischen Parlament, dessen Einfluss aber seinerzeit sehr gering war. 1959 wurde er zum Ersten Bürgermeister in Mannheim gewählt und 1972 zum Oberbürgermeister der Stadt. Er verstarb am 5. Februar 1996 in Mannheim. 
 
Hans Reschke (1904-1995) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde1980
Hans Reschke wurde am 22. März 1904 in Posen im heutigen Polen geboren. Er war von 1956 bis 1972 Oberbürgermeister von Mannheim. Neben anderen Ämtern engagierte er sich von 1961-1967 als Vorsitzender des Städtetags Baden-Württemberg und danach bis 1969 als stellvertretender Präsident des Deutschen Städtetags. Im Jahr 1975 erhielt er außerdem den Bloomaulorden der Stadt Mannheim, wo er 1995 verstarb. 

Carlo Schmid (1896-1979) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde1970
Carlo Schmid kam am 3. Dezember 1896 im französischen Perpignan zur Welt. Schmid – der große Mann der SPD – gehörte zu den Vätern des Grundgesetzes und des Godesberger Programms. Schon damals setzte er sich außerdem vehement für die europäische Integration sowie die deutsch-französische Aussöhnung ein. 1947 wurde er in den Landtag von Württemberg-Hohenzollern gewählt, dem er bis 1952 angehörte. Während seiner Zeit als Abgeordneter im Deutschen Bundestag in Bonn zwischen 1949 und 1972 vertrat er als direkt gewählter Abgeordneter den Wahlkreis Mannheim I. Von 1949-1966 sowie erneut von 1969-1972 war er Vizepräsident des Bundestages. Schmid verstarb 1979 in Bad Honnef am Rhein.

Jakob Trumpfheller (1887-1975) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1964
Jakob Trumpfheller wurde am 9. Januar 1887 in Erbach geboren. Nach seinem Schulabschluss begann er eine Lehre als Schlosser. Ab 1923 diente er als Vorsitzender des örtlichen Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). Das SPD-Mitglied Trumpfheller war ab1927 Stadtrat in Mannheim und wurde 1928 zum Vorsitzenden der Mannheimer SPD gewählt. Die Nazis enthoben ihn ab 1933 aller Ämter und inhaftierten ihn mehrfach. Nach Kriegsende wurde er Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und von 1946-1959 engagierte er sich als Erster Bürgermeister der Stadt. Er prägte in nicht unerheblicher Weise die Wiederaufbauzeit seiner Wahlheimat, in der er 1975 verstarb.

August Kuhn (1886-1964) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1964
August Kuhn wurde am 11. Januar 1886 in Marlach geboren. Nach seinem Schulabschluss machte er eine Lehre als Müller, nahm aber später an Kursen einer Gewerbeschule und der Hochschule Hohenheim teil. Daneben engagierte er sich auch in der Politik und wurde 1907  Bezirksleiter des Zentralverbands Christlicher Fabrik- und Transportarbeiter – und 1912 Gauleiter in Mannheim. Im Jahr 1927 wurde Kuhn Mitglied des Mannheimer Stadtrats, ein Jahr später stellvertretender Leiter des Arbeitsamts in Mannheim und zudem Abgeordneter im badischen Landtag. Während der Zeit der Nationalsozialisten stand er in Kontakt zu Carl Friedrich Goerdeler und Jakob Kaiser. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er daraufhin verhaftet. Noch im Jahr 1945 wurde Kuhn Leiter des Mannheimer Arbeitsamts. Außerdem gehörte er zu den Mitbegründern der CDP – dem Vorläufer der heutigen CDU. Von 1946-1956 war er Mitglied im Landtag von Württemberg-Baden und nach dessen Auflösung im ersten Landtag von Baden-Württemberg. Er verstarb 1964 in Mannheim.

Hans Leonhard Hammerbacher (1893-1964) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1957
Hans Leonhard Hammerbacher wurde am 11. Mai 1893 in Nürnberg geboren. Er studierte Jura und Volkswirtschaft in Würzburg und München. Seinen Doktor machte er im Jahr 1918. Anschließend war er als Geschäftsführer der Buchdruckerei Robert Stich in Nürnberg tätig und später als Geschäftsführer des Vogue-Verlages in Berlin. Im Jahr 1934 ging er nach Mannheim, wo er in der Brown, Boveri & Cie. AG (BBC) als Vorstandsmitglied und nach dem Krieg von 1946-1958 als Vorstandsvorsitzender tätig war. Zugleich wurde er Präsident der Industrie- und Handelskammer Mannheim und von 1954-1956 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages. Er verstarb am17. Juli 1964 in Kronberg im Taunus, fand aber seine letzte Ruhestätte auf dem Hauptfriedhof von Mannheim.

Richard Böttger (1873-1957) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1957
Richard Böttger wurde am 10. Juni 1873 in Eisleben im heutigen Thüringen in einfachen Verhältnissen geboren und machte eine Schreiner- und Glaserlehre. Er gründete 1895 in Zeitz eine Ortsgruppe der Glaser- und Holzarbeitergewerkschaft und wurde gleichzeitig Mitglied der SPD. Später fand er bei Bopp & Reuther in Mannheim eine Anstellung als Schreiner- und Glasergeselle, wobei er sich gleichzeitig an der hiesigen Handelshochschule weiterbildete. Sein gewerkschaftliches Engagement führte ihn auf den Posten des Leiter des Arbeitersekretariats des Freien Gewerkschaftskartells, den er bis 1919 innehatte. Bereits 1902 war er Mitglied des Mannheimer SPD-Vorstands geworden und von 1907-1919 Mitglied im dortigen Stadtrat – ab 1913 als Vorsitzender der SPD-Fraktion. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er Leiter des Wohlfahrtsdezernats der Stadtverwaltung Mannheim – ab 1927 als Dritter Bürgermeister. Wegen seines parteilichen und gewerkschaftlichen Engagements wurde er 1933 in Schutzhaft genommen und seiner Ämter enthoben. Erst im Verlauf des Zweiten Weltkriegs fand Böttger in Stuttgart bei einem Holzunternehmen wieder eine Stelle.
Der von den Amerikanern als Oberbürgermeister eingesetzte Josef Braun machte ihn in der ersten Aprilwoche 1945 – noch während des Krieges im Rest von Deutschland – wieder zum Wohlfahrtsdezernent. Ein Jahr später wurde er sogar Zweiter Bürgermeister. Er verstarb 1957 in Mannheim.

Hermann Heimerich (1885-1963) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1955
Hermann Heimerich kam am 21. Dezember 1885 in Würzburg zur Welt. 1911 wurde er in Nürnberg Mitglied der SPD und war von 1912-1919 als Rechtsanwalt tätig. Im Jahr 1928 wurde er Oberbürgermeister von Mannheim. Da er sich 1933 geweigert hatte, am Rathaus die Hakenkreuzflagge zu hissen, wurde er verhaftet seines Amtes enthoben. Danach zog er nach Berlin. Nach Kriegsende kehrte er nach Mannheim zurück und wurde von 1949-1955 erneut Oberbürgermeister der Stadt. Nach dem Ende dieses Amtes ließ er sich in Mannheim als Rechtsanwalt nieder. Er verstarb am 5. Januar 1963 in seiner Wahlheimat.

Florian Waldeck (1886-1960) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1954
Florian Waldeck wurde am 15. Februar 1886 in Mannheim als Sohn einer alteingesessenen jüdischen Familie geboren. Nach dem Abitur am Großherzoglichen Gymnasiums studierte er Rechtswissenschaften in München, Freiburg und Heidelberg. Ab 1920 war er im Vorstand des Mannheimer Altertumsvereins und wurde 1930 dessen Vorsitzender. Bereits 1925 wurde er Stadtverordneter in Mannheim und 1926 Fraktionsvorsitzender. Ein Jahr später stieg er auf zum Mitglied im Landtag von Baden. Dort wurde er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt und 1929 zum zweiten Vizepräsidenten. Unter den Nazis verlor er seine Ämter und  ging nach Belgien. Nach Kriegsende kam er nach Mannheim zurück und wurde von 1948-1953 für die CDU Abgeordneter im Stadtrat und 1949 u.a. erneut Vorsitzender des Altertumsvereins. Als Volljurist arbeitete Waldeck von 1948-1960 als Präsident der Rechtsanwaltskammer Nordbaden und1959-1960 als Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer. Zudem war er von 1954-1960 Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins. Er starb 1960 in seiner Geburtsstadt.

Fritz Marguerre (1878-1964) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1954
Karl Friedrich (Fritz) Marguerre wurde am 17. Februar 1878 im belgischen Gent geboren. Nach seinem Abitur studierte er in Aachen und Karlsruhe das Fach Elektrotechnik. Seine erste Anstellung nach dem Diplom erhielt er 1901 bei Brown, Boveri & Cie (BBC). Während dieser Tätigkeit arbeitete er an seiner Promotion, die er 1903 erfolgreich abschloss.
Nach einem Intermezzo in Norwegen, wurde er Direktor der Kraftanlagen AG in Mannheim, die von seinem Unternehmen, BBC, gegründet worden war. Marguerre zeichnete sich nicht nur als Manager von Großbetrieben aus, sondern tat sich auch durch bedeutende Erfindungen für die Kraftwerkstechnik hervor – so beispielsweise durch die Hochdruckeinspeisung und die Voith-Marguerre-Kupplung. Mit Letzterer wurde es möglich, die 50-Hz-Spannung lastgesteuert in die 16 2/3-Hz-Spannung für das Netz der Eisenbahn umzuwandeln. Er verstarb am 13. Oktober 1964 in Baden-Baden.

Franz Schnabel (1887-1966) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1954
Franz Schnabel wurde am 18. Dezember 1887 in Mannheim geboren. Er wuchs in einer vom Humanismus geprägten Umgebung auf. Nach seinem Abitur begann er mit dem Studium der Geschichte und Romanistik an der heutigen Berliner Humboldt-Universität. Er setzte das Studium später in Heidelberg fort, wo er 1910 das Staatsexamen für das höhere Lehramt (Gymnasium) bestand. Im selben Jahr machte er in Heidelberg seinen Doktor in Philosophie. Bereits ein Jahr später war er an Gymnasien in Mannheim und Karlsruhe als Lehrer und ab 1924 für das Generallandesarchiv tätig.1920 wurde er habilitiert und später ordentlicher Professor der Geschichte der Universität Karlsruhe. Das Amt konnte er bis 1936 ausüben, bis er als Vertreter des alten Systems von den NS-Machthabern aus dem Amt entfernt wurde. Danach verbrachte er sein Leben als Privatier in Heidelberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Landesdirektor für Unterricht und Kultus in Nordbaden, nahm aber bereits 1947 einen Ruf an die Universität München an. Ein Jahr danach wurde er zum ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt. 1962 wurde Schnabel als Professor emeritiert, was der Pensionierung eines Beamten entspricht. Schnabel starb 1966 in München, fand aber seine letzte Ruhestätte auf dem Mannheimer Hauptfriedhof.

Friedrich Walter (1870-1956) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1949
Friedrich Walter kam am 3. September 1870 in Mannheim zur Welt. Nach dem Abitur begann er mit seinem Studium der klassischen Philologie und Geschichte in Heidelberg sowie in Bonn. Nach seiner Lehramtsprüfung und Promotion trat er sein Lehramtspraktikum in Mannheim an, wo er sich nebenbei journalistisch und als Theaterkritiker betätigte. Zwischen 1896 und 1899 war er im Auftrag der Stadt damit beschäftigt das Archiv des Nationaltheaters in Ordnung zu bringen. Danach war er ab 1900 mit der gleichen Tätigkeit bis 1907  beim städtischen Archiv beschäftigt - nicht zuletzt, um für die 300-Jahr-Feier von Mannheim eine Darstellung der Mannheimer Stadtgeschichte darzustellen. Eine Aufgabe, die heutzutage spielend zu einer Habilitationsschrift reichen würde. Im Jahr 1915 kam er an die Westfront.  Nicht zuletzt  wegen der dort gemachten Erfahrungen engagierte er sich nach Kriegsende für Demokratie und Liberalität. Von 1926 bis 1935 war er als Direktor des 1926 eröffneten Mannheimer Schlossmuseums tätig. Wegen seiner jüdischen Frau und seiner demokratischen Gesinnung wurde er1935 pensioniert, überlebte aber die NS-Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er vom damaligen Oberbürgermeister Hermann Heimerich gebeten, die Geschichte Mannheims fortzuschreiben. Er verstarb am 4. November 1956 in Heidelberg, wurde jedoch in Mannheim begraben.

Joseph Bauer (1864-1951) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1949
Joseph Bauer wurde am 4. Dezember 1864 im heutigen Sinsheim geboren. Nach seinem Abitur in Wertheim, begann er mit dem Theologiestudium in Freiburg und wurde am 12. Juli 1888 zum Priester geweiht. Danach war er bis 1889 in Rastatt und von 1889-1894 in Mannheim als Kaplan seelsorgerisch tätig. Im Jahr 1895 wurde er Pfarrer an der Mannheimer Jesuitenkirche. Nach der Einrichtung des neuen erzbischöflichen Stadtdekanats wurde Bauer 1902 zum ersten Stadtdekan ernannt. Nach fast 45 Jahren Tätigkeit in diesem Amt beendete er es im Juli 1946. Er hatte sich besonders in den Nachkriegsjahren für die Benachteiligten der Stadt eingesetzt, so gründete er u.a. Heime und Kliniken. Als Generalpräses des St. Nikolaus-Schiffervereins fühlte er sich zudem den Schiffern auf Rhein und Neckar – nicht nur als Seelsorger – verbunden. Bauer starb am 6. Juni 1951 in Mannheim.

Max Hachenburg (1860-1951) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1949
Max Hachenburg wurde am 1. Oktober 1860 in einer jüdischen Familie in Mannheim geboren. Im Jahr 1878 begann er mit dem Jurastudium in Heidelberg, Leipzig und Straßburg. Seine Promotion bestand er 1882 in Heidelberg und so ließ er sich 1885 als Rechtsanwalt in Mannheim nieder. Hachenburg war seinerzeit ein führender Wirtschaftsjurist, der u.a einen viel beachteten Kommentar zum Handelsgesetzbuch veröffentlichte. Er galt – nicht zuletzt durch seine umfangreiche Publikationstätigkeit sowie seine Aktivitäten beim Deutschen Anwaltsverein und beim Deutschen Juristentag – als einer der profiliertesten Juristen der Weimarer Republik. Im Juni 1939 flüchtete er vor den Nazis über Zürich nach Großbritannien. Von Großbritannien, wohin sich sein Sohn bereits geflüchtet hatte, ging er1946 in die USA. Seine beiden Töchter waren im Konzentrationslager Auschwitz ermordet worden. Hachenburg verstarb 1951 im Exil in Berkeley.

Richard Lenel (1869-1950) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1949
Richard Lenel wurde 1869 in Mannheim als Sohn jüdischer Eltern geboren. Bereits Anfang der 1890er Jahre trat er in das Unternehmen seines Vaters ein, das mit wasserdichter Wäsche handelte und wurde 1897 dessen Geschäftsführer. Im Jahr 1908 gehörte er mit zu den Gründern des Arbeitgeberverbandes von Mannheim-Ludwigshafen. Außerdem war er von 1909-1920 als Arbeitsrichter tätig. Danach wurde Lenel 1920 zum Präsidenten der Mannheimer Handelskammer gewählt. Auf Druck der NS-Regierung musste er das Amt niederlegen. Nachdem ihm auch Besitz und Haus genommen wurde, emigrierte er 1938 über Großbritannien in die USA. Aber bereits 1949 kehrte er in seine Geburtsstadt zurück, wo er sich u.a. als Kunstmäzen betätigte. Am 19. Oktober wurde er Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer von Mannheim. Er verstarb 1950 in Neckargemünd und fand auf dem jüdischen Friedhof in Mannheim seine letzte Ruhestätte.

Sigmund Schott (1868-1953) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1949
Sigmund Albert Julius Schott wurde am 10. Oktober 1868 in Leipzig geboren. Nach seinem Abitur studierte er in München und Leipzig Statistik, er schloss das Studium 1890 mit der Promotion ab. Im Jahr 1890 trat er eine Stelle als Assistent im Statistischen Amt der Stadt Leipzig an und wechselte 1892 als Regierungsassessor an das großherzogliche Statistische Büro nach Oldenburg. Die Mannheimer wird es interessieren, dass er 1897 Direktor des Statistischen Amtes ihrer Stadt wurde. Kürzere Zeit war er zudem Leiter des Mannheimer Arbeitsamts und der Abendakademie. Zwischen 1928-1933 wirkte er als Ordinarius an der hiesigen Handelshochschule. Er war für wichtige statistische Ergebnisse im Raum Mannheim verantwortlich. Nach seinem Ausscheiden wurde er mit dem Dr. hc geehrt. Schott verstarb 1953 in Heidelberg.

Wilhelm Furtwängler (1886-1954) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1929
Wilhelm Furtwängler wurde am 25. Januar 1886 im heutigen Berlin-Schöneberg geboren. Er wird als einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts gesehen. Seine Jugend verbrachte er in München und besuchte hier auch das humanistische Gymnasium. Die Orte, an denen er tätig war, sind zahlreich und sollen nur auszugsweise genannt werden. Sein erstes Engagement erhielt er 1906 in Berlin. Über Breslau kam er nach Zürich, und danach ging er wieder nach München. 1910 kam er als 3. Kapellmeister nach Straßburg. Die Mannheimer wird es interessieren, dass er hier von 1915-1919 Operndirektor war. Furtwängler übernahm als Nachfolger von Richard Strauss später eine Anstellung an der Berliner Staatsoper. Im Jahr 1931 wurde ihm die Gesamtleitung der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth übertragen. Seine Rolle während der NS-Zeit war zwiespältig, so setzte er sich einerseits stark für jüdische Musiker ein, ließ sich aber andererseits vor den Karren der Nazis spannen. Nach dem Krieg konnte er – unterbrochen durch ein vorläufiges Auftrittsverbot – wieder bei den Berliner Philharmonikern als Dirigent auftreten. Aber erst 1952 wurde er zu ihrem Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannt. Es sei erwähnt, dass die Schauspielerin Maria Furtwängler eine Großnichte von ihm ist. Er starb 1954 in Ebersteinburg bei Baden-Baden und fand seine letzte Ruhestätte in Heidelberg. 

Albert Bassermann (1867-1952) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1929
Albert Bassermann kam 1867 in Mannheim zur Welt. Er gehörte der traditionsreichen kaufmännischen Bassermann-Familie an, begann aber 1887 eine Schauspielerkarriere in Mannheim. Danach war er vier Jahre am Hoftheater in Meiningen, bevor er 1895 nach Berlin ging. Dort spielte Bassermann von1909-1915 bei Max Reinhardt am Deutschen Theater. Danach war er nur noch freischaffend tätig. Bassermann gilt als einer der ganz großen deutschsprachigen Schauspieler seiner Zeit, spielte u.a. in dem Film "Dreyfus" von 1930 mit. Er starb 1952 auf einem Flug von New York nach Zürich und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Mannheimer Hauptfriedhof. In Berlin, an einem Haus in der Joachim-Friedrich-Straße 54, befindet sich eine Gedenktafel ihm zu Ehrem.

Anna Reiß (1836-1915) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1913
Anna Reiß wurde 1836 in Mannheim geboren. Sie war die Schwester von Carl Reiß, der es als Unternehmer und Banker zu einem beträchtlichen Vermögen gebracht hatte. Im Gegensatz zu ihrem Bruder wurde sie jedoch Sängerin und ging zunächst nach Schwerin. Nach einigen Jahren beendete sie diese Karriere und kehrte nach Mannheim zurück, wo sie der Kunst verbunden blieb. So war sie fast ein Dauergast im Nationaltheater und empfing zudem Künstler in ihrem und ihres Bruders Haus. Das Haus der beiden Geschwister wurde dabei im Laufe der 1890er Jahre zu einem gesellschaftlich-künstlerischen Mittelpunkt in Mannheim.
Gegen Ende ihres Lebens übertrug Carl Reiß 1913 im Einvernehmen mit seiner Schwester testamentarisch sein gesamtes Vermögen der Stadt Mannheim. Mit dem Geld sollte ein Reiß-Museums errichtet werden. Es entstand 1957 im früheren Zeughaus. Das heutige Reiss-Engelhorn-Museum geht auf ihre Stiftung und eine Stiftung von Curt Glover Engelhorn (geb. 1926) aus dem Jahr 2001 zurück. Anna Reiß starb 1915.

Julia Lanz (1843-1926) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1910
Julia Lanz, geb. Faul, war seit 1865 die Ehefrau des Unternehmers Heinrich Lanz, der 1905 verstarb und als Unternehmer ein beträchtliches Vermögen hinterließ. Sie betrieb seine Firma weiter und überantwortete die von ihr als Bauherrin errichteten und bewohnten Ladenburgvillen. So wurde nach ihrem Tod in den Wohnräumen die St.-Hedwig-Klinik für Frauenkrankheiten mit einem Wöchnerinnenheim eingerichtet, das heutzutage Teil des Theresienkrankenhauses in Mannheim ist. Lanz ist, neben Anna Reiß, eine der nur zwei auserwählten Frauen, die von der Stadt Mannheim zu Ehrenbürgern ernannt wurden. Die Unternehmerin verstarb 1926 in Mannheim.

August Eisenlohr (1833-1916) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1907
August Eisenlohr wurde am 25. Februar 1833 in Mannheim geboren. Er sollte nicht mit dem gleichnamigen, 1832 ebenfalls in Mannheim geborenen, Ägyptologen verwechselt werden. 
Nach dem Jurastudium in Heidelberg und Berlin wurde er 1857 Gerichtsreferendar in Baden, 1863 Amtsrichter in Gernsbach und 1865 Kreisgerichtsrat in Baden-Baden. Er war ein nationalliberaler Politiker, badischer Beamter und von 1899-1900 Innenminister des Großherzogtums Baden. Von der Universität Heidelberg wurde Eisenlohr 1896 mit dem Dr.h.c. geehrt. Er verstarb 1916 in Karlsruhe.

Carl Ladenburg (1827-1909) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1907
Carl Ladenburg wurde kam am 19. Juni 1827 in Mannheim zur Welt. Er war Inhaber des Bankhauses W. H. Ladenburg & Söhne, das er in dritter Generation leitete. Zudem war er Mitglied des badischen Landtags. Er hatte den Titel Geheimer Kommerzienrat verliehen bekommen und war zwischen 1874-1909 österreichisch-ungarischer Konsul. Ladenburg verstarb am 4. Oktober 1909 in seiner Geburtsstadt an den Folgen eines Schlaganfalls. Seine letzte Ruhestätte fand er zusammen mit seiner Ehefrau auf dem jüdischen Friedhof.

Max von Seubert (1837-1914) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1907
Max von Seubert wurde im Jahr 1837 in Mannheim geboren. Als Präsident des Altertumsvereins machte er sich dort einen Namen. Der Major a.D. Max von Seubert hatte dieses Amt von 1889 bis 1912 inne. Er verstarb im Jahr 1914 in seiner Geburtsstadt. 

Wilhelm Wundt (1832-1920) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1907
Wilhelm Maximilian Wundt wurde 1832 in Neckarau geboren, das heute ein Stadtbezirk Mannheims ist. Er war als Psychologe und Philosoph tätig und gründete 1879 das erste Institut für experimentelle Psychologie. Weiterhin begründete er die Psychologie als eigenständige Wissenschaft. Auch als so genannter Kulturpsychologe machte sich Wundt einen Namen. Er verstarb am 31. August 1920 in Großbothen bei Leipzig.

Philipp Diffené (1833-1903) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1903
Philipp Daniel Diffené wurde am 26. Mai 1833 in Mannheim geboren. Er war der Sohn des Mannheimer Oberbürgermeisters und Weinhändlers Heinrich Christian Diffené und Mitinhaber der Tabak- und Weingroßhandlung Sauerbeck & Diffené. Im Jahr 1876 wurde er Vizepräsident der Handelskammer des Kreises Mannheim und von 1880 bis zu seinem Tode im Jahr 1903 deren Präsident. Neben einer Reihe weiterer Ämter war er ab 1881 Mitglied der Ersten Badischen Ständekammer und ab 1893 deren zweiter Vizepräsident. Mitglied des Deutschen Reichstags war er zudem von 1886-1890. Außerdem hatte er den Ehrentitel Geheimer Kommerzienrat inne. Diffené verstarb 1903 in seiner Geburtsstadt.

Carl Reiß (1843-1914) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1901
Carl Reiß wurde am 15. Februar 1843 in Mannheim geboren. Er machte sich als Unternehmer, Politiker und Banker einen Namen. Carl Reiß und seine Schwester Anna vermachten im Jahr 1913 ihr Vermögen der Stadt zur Errichtung eines Reiß-Museums – dem heutigen Reiss-Engelhorn-Museum. Ihm zu Ehren wurde das Mannheimer Naturschutzgebiet Reißinsel nach ihm benannt. Er verstarb am 3. Januar 1914 in seiner Geburtsstadt.

Otto von Bismarck (1815-1898) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1895
Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen – ab 1871 Fürst von Bismarck – wurde am 1. April 1815 in Schönhausen geboren. Er war von1862-1890 – mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 1873 – Ministerpräsident von Preußen und von 1867-1871 zugleich Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes. Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreiches agierte er von 1871-1890 unter Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. als erster Reichskanzler des neuen Deutschen Reiches. Bismarck führte die Allgemeine Rentenversicherung ein, zog von 1871-1878 in den Kulturkampf gegen die Katholiken und bekämpfte die deutsche Arbeiterbewegung mit den Sozialistengesetzen, die vom 22. Oktober 1878 bis zum 30. September 1890 galten. Auch die Zivilehe im Deutschen Reich durch das Gesetz über die Eheschließung kam durch ihn zustande. Nach Auseinandersetzungen mit Kaiser Wilhelm II. wurde er 1890 entlassen. Bismarck verstarb am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Hamburg.

Eduard Moll (1814-1896) - Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1891
Eduard Moll wurde am 9. März 1814 in Osnabrück geboren. Im Jahr 1844 wurde der Unternehmer ein Bürger von Mannheim. Dort engagierte er sich in der Handelsinnung. Während der Märzrevolution von 1848 setzte er sich für die deutsche Einheit ein. Im Jahr 1864 wurde Moll Vizepräsident der Mannheimer Handelskammer und von 1866-1870 deren Präsident. Bereits 1864 agierte er als Mitglied des Mannheimer Stadtrats, und 1870 wurde er zum Ersten Bürgermeister gewählt. Diese Bezeichnung wurde 1874 durch den Titel Oberbürgermeister ersetzt. Moll blieb bis zum Sommer 1891 im Amt, dann erklärte aus Altersgründen seinen Rücktritt. Er verstarb am 18. Oktober 1896 in Mannheim.

 

Bloomaulorden

Normal
0
21

false
false
false

MicrosoftInternetExplorer4

Der Bloomaulorden wurde 1970 durch Rainer von Schilling gestiftet, der seinerzeit Herausgeber des "Mannheimer Morgen" war sowie Faschingsprinz der Stadt. Dieser ist die höchste Auszeichnung der Stadt, die den geehrten als "echten Mannheimer" würdigt, also einen, der in der ursprünglichen Kurpfälzer Mundart spricht. Als Orden wird dem Preisträger der Abguss einer Bronzeskulptur des Bildhauers Gerd Dehof überreicht. Die beruflichen Angaben zu den Preisträgern beziehen sich oft auf den Zeitpunkt der Ordensverleihung:

Dario Fontanella
 (geb. 1952) - verliehen im Jahr 2014
Eiskonditor und Erfinder des Spaghetti-Eises sowie der Kurfürsteneiskugel zum Wittelsbacherjahr 2013. Fontanella hat zwar italienische Wurzeln, wurde aber in Mannheim geboren. Die Auszeichnung erhielt er am Fasnachtssonntag im städtischen Nationaltheater.

Christian Ziegler (geb. 1961) - verliehen im Jahr 2013
Christian Ziegler ist Mitgesellschafter der Mannheimer Sportomed Reha GmbH und leitender Physiotherapeut des Deutschen Leichtathletikverbandes. Der Orden wurde ihm am Rosenmontag im Nationaltheater überreicht.

Bülent Ceylan (geb. 1976) - verliehen im Jahr 2012
Bülent Ceylan kam 1976 in Mannheim als Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters zur Welt. Er ist als Komiker tätig und parodiert in seinen Programmen in verschiedenen Rollen die Absurditäten von Deutsch-Türken und Mannheimern.

Ulrich Nieß (geb. 1960) - verliehen im Jahr 2011
Ulrich Nieß wurde 1960 in Trier geboren. Nach Beendigung der Aus- und Fortbildung zum höheren Archivdienst nahm er eine Stellung am Stadtarchiv Mannheim an. Gegen Ende 2000 wurde er zu dessen Leiter ernannt. Er verfasste zahlreiche Aufsätze und Artikel zur Mannheimer Stadtgeschichte, darunter das sechsbändige Werk "Mannheim und seine Bauten". Im Jahr 2011 wurde er zum Stadtdirektor befördert.

Karl Jung (geb. 1959) - verliehen im Jahr 2010
Karl Jung kam 1959 in Baden-Baden zur Welt. Am 31. Mai 1987 wurde er von Erzbischof Oskar Saier im Freiburger Münster zum Priester geweiht. Und im Jahr 2005 zum katholischen Stadtdekan in Mannheim gewählt. Seine Auszeichnung erhielt er wegen seiner besonderen Präsenz in der Mannheimer Gesellschaft.

Peter Künzler (1944-2004) - verliehen im Jahr 2009
Peter Künzler war Inhaber einer Reinigungsfirma und machte später die Akteneinlagerung von Firmen und Unternehmen zu seiner Arbeit. Er zeichnete sich durch ein großzügiges Mäzenatentum und weitere Engagement für seine Stadt aus.

Gabriela Badura (geb. 1941) - verliehen im Jahr 2008
Gabriela Badura wurde 1941 in Gleiwitz im heutigen Polen geboren. Nach ihrem Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien erhielt sie dort ein Engagement am Burgtheater. Danach folgten Engagements in Bonn, Düsseldorf, Zürich und Essen. Von Essen aus folgte sie dem neu ernannten Schauspielchef Claus Leininger 1975 an das Nationaltheater Mannheim.

Heinrich Graeff (1944-2011) - verliehen im Jahr 2007
Heinrich Graeff war Geschäftsführer der Graeff Container & Hallenbau GmbH. Er leitete das Mannheimer Familienunternehmen über 40 Jahre und galt als Pionier des modularen Bauens. 

Klaus van Ackern (geb. 1941) - verliehen im Jahr 2006
Klaus van Ackern wurde 1941 in Essen geboren. Er ist Professor für Anästhesiologie und war Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Hans-Peter Schwöbel  (geb. 1945) - verliehen im Jahr 2005
Hans-Peter Schwöbel wurde 1945 in Buchen im Odenwald geboren. Bis zum Jahr 2010 war er Professor für Soziologie an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Mannheim. Aber auch als Autor hat er sich einen Namen gemacht. In Mannheim und Umgebung ist er vor allem für seine pfälzischen Mundartgedichte und seine Auftritte als Kabarettist bekannt.

Ulrich Dietz (geb. 1940) - verliehen im Jahr 2004
Ulrich Dietz wurde 1940 in Alsenborn bei Kaiserslautern geboren. Nach dem Jurastudium in Heidelberg war er bei mehreren Amtsgerichten tätig, bevor er 1970 bei der Staatsanwaltschaft Mannheim anfing. Zuletzt war er als Oberstaatsanwalt vor allem für organisierte Kriminalität und Korruption zuständig. Er fiel oft durch sarkastische Plädoyers auf und scheute sich nicht, sich auch mit "Großen Tieren" anzulegen.

Hans Bichelmeier (geb. 1933) - verliehen im Jahr 2003
Hans Bichelmeier kam 1933 in Mannheim zur Welt. Als Steuermann des Ruder-Vierers erreichte er 1951 den zweiten und 1952 den dritten Platz bei den Deutschen Rudermeisterschaften. 1953 gewann er mit dem Achter im Mühlauhafen die Deutsche Meisterschaft. Von 1963 bis 1973 war er Bundestrainer der Skuller und nahm  an den Olympischen Spielen 1968 und 1972 teil. Zudem war er 15 Jahre Vorsitzender des Fördervereins der Mannheimer Kunsthalle und  Vorsitzender der Mannheimer Deutschen Olympischen Gesellschaft.

Ulla Hofmann (geb. 1931) - verliehen im Jahr 2002
Ulla Hofmann wurde 1931 in Mannheim geboren. Sie hatte 25 Jahre für die Ludwigshafener Tageszeitung "Rheinpfalz" geschrieben und war weitere 25 Jahre – bis 2001 – als Wirtschaftsredakteurin für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) tätig. Bei der Verleihung des Ordens wurde sie als "großartige Botschafterin der Kurpfalz" bezeichnet. Es mag den einen und anderen interessieren, dass ihre Großeltern in Mannheim die Wirtschaft "Zum Automobil" führten, in der Carl Benz Stammgast war.

Norbert Stier - verliehen im Jahr 2001
Norbert Stier fühlte sich als waschechter Mannheimer stets mit seiner Stadt und deren Bewohnern verbunden. Sich selbst bezeichnete er als einen "Schutzmann" im Sinne des Wortes. Zuletzt war er im Rang eines Ersten Polizeihauptkommissars Reviervorstand in Käfertal. Neben seinem Beruf machte er sich als Mundartautor und als Tanztrainer des TV 1877 sowie als Wertungsrichter einen Namen.

Hansjörg Probst (geb. 1932) - verliehen im Jahr 2000
Hansjörg Probst wurde 1932 in Mannheim geboren. Er leitete 25 Jahre das Karl-Friedrich-Gymnasium, das er selber bereits als Schüler besucht hatte. Besondere Verdienste erwarb er sich außerdem, als er 2007 die vierbändige Chronik "Mannheim vor der Stadtgründung" und 2010 das "Mannheimer Flurnamenlexikon" herausbrachte.

Ingeborg Nikitopoulos (geb. 1941) - verliehen im Jahr 1999
Ingeborg Nikitopoulos, geb. Linnemann, kam 1941 in Berlin-Wilmersdorf zur Welt. Ab 1960 studierte sie Kunstgeschichte, dann Politische Wissenschaft, Völkerrecht und Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Sie schloss ihr Studium 1970 mit der Promotion ab und trat bereits 1968 in die FDP ein. Später übernahm sie Aufgaben im Landes- und Bundeshauptausschuss. Dem Gemeinderat von Mannheim gehörte sie von 1975-1994 an. Sie ist mit Pantelis Nikitopoulos verheiratet, der 2004 für die SPD in den Mannheimer Gemeinderat gewählt wurde.

Peter Hofmann (geb. 1950) - verliehen im Jahr 1998
Peter Hofmann wurde 1950 in Mannheim geboren. Sein Leben widmete und widmet er dem Reitsport – seit 1982 als Präsident des Reitervereins von Mannheim. Außerdem ist er Vorsitzender des Springausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) und Mitglied des Präsidiums der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). 
Für die CDU saß er von 1999-2009 im Mannheimer Stadtrat.

Andreas Plattner (geb. 1926) - verliehen im Jahr 1997
Andreas Plattner wurde 1926 in Mannheim geboren. 1958 hatte er – nach seinem Architekturstudium in Karlsruhe – das Büro seines Vaters Ernst Plattner in der Heimat übernommen. Als ein Schüler von Eiermann baute er u.a. das BW-Bankgebäude und die Verwaltungs- und Werkbauten für John Deere. Außerdem stammten die Pläne für den Umbau der Alten Feuerwache zu einem Kulturzentrum sowie die des Maritim-Hotels von ihm.

Wolf Kaiser (geb. 1934) - verliehen im Jahr 1996
Wolf Kaiser wurde 1934 in Feudenheim, einem Stadtteil von Mannheim, geboren. Er war der Leader des Turnier-Tanzorchesters. Kaiser hatte zuerst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und Maschinenbautechniker gemacht. Zudem studierte er rund zweieinhalb Jahre Klarinette an der Musikhochschule. Und die Musik wurde schließlich sein Leben.

Eugen Kettemann (geb. 1938) - verliehen im Jahr 1995
Eugen Kettemann kam 1938 in Mannheim zur Welt. Er führte das 1897 von seinem Großvater gegründete Café und die Konditorei als Konditormeister bis zum Jahr 2006. 
Danach wurde das Geschäft aufgegeben, und Kettemann lebt seitdem als Privatier in Ludwigshafen.

Joana (geb. 1944) - verliehen im Jahr 1994
Joana wurde 1944 als Johanna Emetz in Neustadt im Schwarzwald (heute: Titisee-Neustadt) geboren. Sie ist eine Sängerin, Liedermacherin und Moderatorin. Nach der Schule studierte sie Romanistik, Germanistik und Pädagogik und begann eine klassische Gesangsausbildung in Mannheim. Ab 1965 trat sie öffentlich auf – zuerst mit Folklore, dann mit französischen Chansons. Sie war schon in verschiedenen Musiksendungen des Fernsehens präsent. Joana sang auch in ihrer kurpfälzischen Mundart. Außerdem wirkte sie in Hörspielen mit.

Gerold Falter (geb. 1930) - verliehen im Jahr 1993
Gerold Falter wurde 1930 in Mannheim geboren. Nach der Volksschule lernte er den Beruf eines Bau- und Möbelschreiners. Danach arbeitete er als Akkordarbeiter bei Benz auf dem Waldhof. Aber die Arbeit bereitete ihm gesundheitliche Probleme, so dass er 1956 als Aushilfe auf dem Mannheimer Markt anfing. Hier blieb er fast 40 Jahre lang – am Schluss als Markleiter. Auf dem Markt in G 1 wurde er wegen seiner lockeren Sprüche und seiner humorvollen Art im Laufe der Jahre geradewegs zu einer festen Institution.

Klaus Wendt (1934-2012) - verliehen im Jahr 1992
Klaus Wendt wurde 1934 in Mannheim geboren. Er war als Sänger und Chefdisponent am Mannheimer Nationaltheater tätig. Seine künstlerische Karriere begann er 1963 als lyrischer Bariton. Doch er wollte lieber hinter der Bühne tätig sein und wurde daher 1975 zur rechten Hand des damaligen Intendanten Arnold Petersen Wendt. Von 1993 bis zu seiner Pensionierung 1999 war er Direktor des künstlerischen Betriebs. Neben dieser Tätigkeit war er lange ehrenamtlich als Landesvorsitzender der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger tätig und vertrat in dieser Funktion die Interessen der Bühnenangehörigen.

Bob Haag (1932 - 2008) - verliehen im Jahr 1991
Bob Haag – eigentlich Robert Wilhelm Karlheinz Haag – wurde 1932 in Mannheim-Neckarau geboren. Obwohl er ursprünglich Koch werden wollte, ergriff er die von den Amerikanern gebotene Chance, Barmixer zu lernen. Dazu ging er sogar nach Florida. Nach seiner Rückkehr wurde er Barchef aller US-amerikanischen Clubs in Mannheim. Im Jahr 1966 übernahm er das traditionsreiche Lokal "Alte Münze" und zudem noch den "Studentenclub" und das Lokal die "Tangente". Haag war zudem Präsident der deutschen Barkeeper-Union von Baden-Württemberg.

Leo Pfanz-Sponagel (geb. 1928) - verliehen im Jahr 1990
Leo Pfanz-Sponagel kam 1928 in Mannheim zur Welt. Er ging 1964 für die CDU in den Mannheimer Stadtrat und beendete im Jahr 2004 seine dortige Tätigkeit. Zudem war er von 1975-1990 Leiter der Freudenheim-Realschule.

Werner Knebel (1909-2001) - verliehen im Jahr 1989
Werner Knebel wurde im Jahr 1909 in Mannheim geboren. Er war lange Zeit als Zahnarzt  tätig, aber bekannt und beliebt wurde er als Mundartautor. Auch als Karnevals-Stadtprinz amtierte Knebel – und zwar im Jahr 1939 als Werner I. Ihm zu Ehren und zum Gedenken seien folgende Verse von ihm veröffentlicht:
Ämol . . .
Ämol drinksch doin ledschde Schobbe,
ämol 's ledschde Gläsel Woi.
Ämol is 's de ledschde Drobbe -
's muss jo net schun morge soi!

Ämol wird doi Lewe ende,
Was dann kummt, is for dich neu.
Ach, wann mir nor saache kennde:
's muss jo net schun morge soi!

Wann du liebsch de Woi, die Rewe
Unn doi Fraale, wo so treu,
alles musch mol vun dir gewwe -
's bräucht jo net schun morge soi!

Er verstarb im Jahr 2001 in Mannheim.

Rolf Schäfer  (geb. 1931) - verliehen im Jahr 1988
Rolf Schäfer wurde 1931 in Heilbronn geboren und kam 1951 nach Mannheim, wo er sich 1956 als Metzgermeister selbstständig machte. Seine Metzgerei betrieb er bis 1992. Zwischen 1984-1997 war Schäfer als Innungsobermeister der Metzger-Innung tätig. Mehr durch Zufall  wurde er Teilhaber einer Wurstfabrik in Bangkok, wo er mittlerweile über 300 verschiedene Fleisch- und Wurstprodukte verkauft und damit einen Umsatz von bis zu 40 Millionen Euro jährlich erzielt. 

Walter Spagerer (geb. 1918) - verliehen im Jahr 1987
Walter Spagerer wurde 1918 in Mannheim-Waldhof geboren. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Feinmechanikerlehre bei Bopp & Reuther. 1938 musste er zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zur Wehrmacht. Er nahm als Soldat am Russlandfeldzug teil. Nach dem Krieg ging er wieder zu Bopp & Reuther, wo er 1946 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Betriebsrats gewählt wurde. Im Jahr 1951 verließ er den Betrieb, um hauptamtlich für die IG Metall tätig zu werden. Im Jahr 1961 wurde er Erster Bevollmächtigter in Mannheim und leitete bis 1982 die Mannheimer Geschäftsstelle der IG Metall.1952 war Spagerer Mitglied der SPD geworden, für die er von 1968-1972 im Mannheimer Gemeinderat saß. Danach wurde er in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt, dem er bis 1988 über vier Legislaturperioden angehörte.
 
Willi Menz (geb. 1923) - verliehen im Jahr 1986
Willi Menz wurde 1923 in Mannheim geboren. Er war ab 1965-1971 Leiter der hiesigen Kriminalpolizei und dann von 1971-1988 Polizeipräsident in Mannheim.

Horst Engelhardt  (geb. 1925) - verliehen im Jahr 1985
Horst Engelhardt kam 1925 in Mannheim zur Welt. Er war als Kenner edler Teppiche in der Branche sehr erfolgreich und führte bis 1995 ein renommiertes Teppichhaus im Zentrum Mannheims. Dabei verwendete er einen Teil seiner Einnahmen für die gemeinsam mit seiner Frau Eva im Jahre 1994 gegründeten "Eva- und Horst Engelhardt-Stiftung" - die u. a. SOS-Kinderdörfer finanziell unterstützt. Besondere Unterstützung erfuhren jedoch nach dem Reaktorunglück die Kinder aus Tschernobyl. Auch die Stadt Mannheim und ihre Kunstszene kamen in den Genuss seiner Großzügigkeit.

Kurt Schneider (1911-1986) - verliehen im Jahr 1984
Kurt Schneider wurde im Jahr 1911 in Mannheim geboren. Er war hier als Bass-Sänger am Nationaltheater von 1945-1986 tätig.

Richard Grimminger (geb. 1924) - verliehen im Jahr 1983
Richard Grimminger wurde 1924 in Mannheim geboren. Ab 1938 ging er in der Bäckerei seines Vaters in die Lehre und wurde 1941 Geselle. Aber anstatt Brot zu backen, musste er kurz darauf in den Krieg ziehen. Nach der Invasion 1944 geriet er in US-amerikanische Gefangenschaft und kam dabei in die USA. Von dort kehrte er 1946 nach Mannheim zurück. Sein Vater war 1944 verstorben und die Stadt lag in Trümmern. Aber er ließ sich nicht beirren und legte 1947 erfolgreich die Meisterprüfung ab. 1965 eröffnete er ein neues Backhaus mit Konditorei. Heutzutage beschäftigt seine Firma rund 280 Menschen

Konstantin Fuchs (1909-2002) - verliehen im Jahr 1982
Konstantin Fuchs wurde 2009 in Wiesbaden geboren. Der spätere Franziskaner-Pater war ab 1937 in der Gemeinde von St. Bonifatius zuerst als Kaplan und bis 1964 als Pfarrer tätig. 
Danach war er bis zu seinem Tod als Seelsorger und Prediger engagiert. Er veröffentlichte außerdem eine Reihe von Büchern, so u.a. 1971 "Was uns bleibt. Der lebendige Kern des Glaubens". 

Fips Rohr (1918-2007) - verliehen im Jahr 1981
Philipp Rohr (genannt Fips) wurde 1918 in Mannheim geboren. Er war aktiver Fußballer von 1930-1948. Danach war er bis 1962 als Trainer bei seinem Verein VfR Mannheim tätig. Von 1962-1973 leitete er den VfL Neckarau. Es sei erwähnt, dass er nach dem Abitur im Jahr 1937 studierte und danach das Staatsexamen für das höhere Lehramt bestand. Daraufhin erhielt er eine Anstellung als Studienreferendar für Sport, Erdkunde, Französisch und Geschichte am Lessing-Gymnasium in Mannheim.

Hans Maurer (1926-1982) - verliehen im Jahr 1980
Hans Maurer stammte ebenfalls aus Mannheim. Er war dort besonders als Büttenredner bekannt und beliebt. Im zu Ehren richtet die "Große Carnevalgesellschaft Feuerio 1898 Mannheim e.V." jährlich eine "Hans-Maurer-Sitzung" aus, die in Form einer Kneipensitzung veranstaltet wird.

Elsbeth Janda (1923-2005) - verliehen im Jahr 1979
Elsbeth Janda wurde 1923 in Mannheim geboren und studierte in Heidelberg Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Philosophie. Ihre Bühnenkarriere begann sie in den 1950er Jahren an der Seite ihres Mannes – dem Schriftsteller und Journalisten Fritz Nötzoldt. In Mannheim wurde sie besonders durch die Förderung der Kurpfälzer Mundart populär. So u.a. mit ihren Programmen "Pfälzer Leut", oder "Liselotte von der Pfalz – ihr Leben und ihre Briefe". Sie veröffentlichte daneben Gedichte und Prosa, Texte für Theater und Kabarett sowie zur Kulturgeschichte der Kurpfalz. Janda verstarb 2005 in Heidelberg.

Hans Reuther (1912-2003) - verliehen im Jahr 1978
Hans Reuther kam 1912 in Mannheim zur Welt und promovierte nach seinem Jurastudium in Freiburg, München und Heidelberg. Im Jahr 1937 trat er in die väterliche Firma Bopp & Reuther GmbH ein, war aber von 1939-1945 Soldat. Nach dem Krieg stieg er wieder in die Firma ein, wo er 1949 geschäftsführender Mitinhaber und 1977 Vorsitzender Geschäftsführer wurde. 1980 wechselte Reuther in deren Aufsichtsrat. Der Unternehmer war zudem von 1971-1973 Präsident der IHK Mannheim und von 1973-1981 Präsident der IHK Rhein-Neckar. Ehrenpräsident der IHK Rhein-Neckar  wurde er 1981 und 1975 Ehrensenator der Universität Mannheim und Heidelberg. Reuther verstarb 2003 in seiner Geburtsstadt.

Paul Kunze (1902-1993) - verliehen im Jahr 1977
Paul Kunze wurde 1902 in Marseille in Frankreich geboren. Aber bereits im Jahr 1903 zogen seine Eltern mit ihm nach Mannheim. Seine Prüfung zum Kürschnermeister bestand er im Jahr 1926. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1936 dessen Pelzgeschäft am Paradeplatz. Das im Verlauf des Zweiten Weltkriegs ausgebombte Haus ließ er ab 1949 wieder aufbauen. Von Kunze stammt u.a. ein bemerkenswerter Artikel zur Entwicklung des Kürschnerhandwerks. Das Geschäft wurde, nachdem sein Sohn die Meisterprüfung bestanden hatte, ab 1956 von ihm und seinem Sohn bis 1987 fortgeführt – danach schloss es seine Pforten. Paul Kunze verstarb 1993 in Mannheim.

Joy Fleming - verliehen im Jahr 1976
Joy Fleming (Erna Liebenow, geb. Raad) wurde 1944 in Rockenhausen in der Nordpfalz geboren. Sie ist eine Jazz-, Blues- und Schlagersängerin und nahm für Deutschland 1975 am Eurovision Song Contest in Stockholm teil. Dort erreichte sie mit ihrem Song "Ein Lied kann eine Brücke sein" den 17. Platz. Ihre Verbundenheit zu Mannheim zeigte Fleming nach 1971 mit dem "Neggabriggebluus" (Neckarbrückenblues), den sie nach einem Text von Carl J. Schäuble (1933-2010) im Mannheimer Dialekt sang.

Hans Reschke (1904-1995) - verliehen im Jahr 1975
Hans Reschke wurde 1904 in Posen im heutigen Polen geboren. Er war von 1956-1972 Oberbürgermeister von Mannheim. Neben anderen Ämtern war er von 1961-1967 Vorsitzender des Städtetags Baden-Württemberg und danach bis 1969 stellvertretender Präsident des Deutschen Städtetags. Zudem wurde ihm 1980 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Mannheim verliehen. Reschke starb 1995 in seiner Wahlheimat.

Carl Raddatz (1912-204) - verliehen im Jahr 1974
Carl Raddatz kam 1912 in Mannheim zur Welt. Nach der Schule nahm er Schauspielunterricht und kam durch Vermittlung von Willy Birgel an das Nationaltheater Mannheim. Später hatte er Engagements in Aachen, Darmstadt und Bremen. 1937 bekam Raddatz in dem Film "Urlaub auf Ehrenwort" eine Rolle. 1939 spielte er in "Zwölf Minuten nach Zwölf" und 1945 in "Unter den Brücken" mit. Aber er ließ sich auch für diverse NS-Propagandafilme einspannen – wie in "Wunschkonzert" (1940), "Heimkehr" (1941) und "Stukas" (1941). Seinen letzten Kinofilm, "Jeder stirbt für sich allein", drehte er 1975. 1979 trat er in der Rolle des Konsuls in der TV-Verfilmung des Thomas-Mann-Romans "Buddenbrooks" noch einmal öffentlich auf. Er verstarb 2004 in Berlin.

Sepp Herberger (1897-1977) - verliehen im Jahr 1973
Josef "Sepp" Herberger wurde 1897 in Mannheim-Waldhof geboren. Er war Fußball-Bundestrainer, unter dessen Leitung die deutsche Nationalmannschaft 1954 im Endspiel gegen Ungarn in Bern Fußballweltmeister wurde. Er verstarb 1977 in Mannheim.

Heinz Haber (1913-1990) - verliehen im Jahr 1972
Heinz Haber kam 1913 in Mannheim zur Welt. Er war Physiker, Raumfahrtmediziner, Schriftsteller sowie Fernsehmoderator. Haber verstarb am 13. Februar 1990 in Hamburg.

Anneliese Rothenberger (1926-2010) - verliehen im Jahr 1971
Anneliese Rothenberger wurde 1926 in Mannheim geboren. Sie war eine bedeutende Opern- und Operettensängerin in der Stimmlage als lyrischer Sopran. Rothenberger verstarb 2010 in Münsterlingen im Kanton Thurgau in der Schweiz.

Franz Schmitt - verliehen im Jahr 1970
Franz Schmitt war der erste, dem der Bloomaulorden verliehen wurde. Er war Gerichtsreporter der "Rhein-Neckar-Zeitung". 

Politiker und Herrscher

Karoline Auguste von Bayern (1792-1873)
Kaiserin von Österreich als Gemahlin des Kaisers Franz I. Karoline Charlotte Auguste von Bayern wurde 1792 als Tochter von König Maximilian I. Joseph von Bayern in Mannheim geboren. Die als klug und religiös bekannte Adlige war während ihres Lebens zweimal verheiratet und widmete sich hauptsächlich karitativen Zwecken, weil die Politik vor allem Männersache zu damaligen Zeiten war. So ließ sie zahlreiche Krankenhäuser und Arbeiterwohnungen errichten. Kaiserin Karoline Auguste, die selbst ohne Kinder blieb, starb 1873 in Wien. Verschiedene Städte wie Salzburg, Wien und Prag haben ihr zu Ehren Straßen und weiteres benannt.

Reinhard Bütikofer (geb. 1953)
Grünen-Politiker. Reinhard Hans Bütikofer kam 1953 in Mannheim zur Welt, verbrachte seine Jugendjahre jedoch in Speyer. Nach einem Aufenthalte im US-amerikanischen Ausland, absolvierte er ein Studium u.a. der Geschichte und Sinologie. Bütikofer gehörte zunächst einer kommunistischen Studentengruppe an, wechselte dann zu den Grünen, wo er Ende der 1990er Jahre den Vorsitz des baden-württembergischen Landes mit einer Genossin übernahm. Zwischen 2002-2008 war er zudem als Bundesvorsitzender vom Bündnis 90/Die Grünen tätig. Später wurde Bütikofer ins Europäische Parlament gewählt.

Stefan Heymann (1896-1967)
Kommunistischer Politiker, Kulturfunktionär der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Botschafter der DDR in Ungarn und Polen. Stefan Heyman wurde 1896 in Mannheim als Sohn einer deutschnational gesinnten jüdischen Familie geboren. Er hatte zahlreiche Funktionen während seines Lebens inne, darunter auch die eines Hochschullehrers und Redakteurs. Zudem arbeitete er bei einer Mannheimer Bank. Doch sein KPD-Engagement brachte ihn ins Gefängnis. Heymann war außerdem Häftling der KZs Dachau, Buchenwald und Auschwitz. Er veröffentlichte Werke wie "Marxismus und Rassenfrage" sowie "Kampf und Wahrheit und Freiheit". Der SED-Kulturfunktionär Heymann starb 1967 in Ost-Berlin.

Christine Lambrecht (geb. 1965)
SPD-Politikerin und MdB. Christine Lambrecht wurde 1965 in Mannheim geboren und studierte Jura u.a. in Mainz. Sie arbeitet als Rechtsanwältin in Viernheim. Außerdem agiert sie sich im Deutschen Bundestag als erste parlamentarische Geschäftsführerin der SPD –
und das seit 2003. In die Partei trat sie bereits als Schülerin ein und stieg danach die Karriereleiter höher zum Landesvorstand Hessen und zur Sprecherin im Bundestag für verschiedene Arbeitsgruppen. Weiterhin engagiert sie sich als Vizepräsidentin für die THW-Bundesvereinigung, die sich z.B. für den Katastrophenschutz einsetzt.

Werner Nagel (1934-1993)
SPD-Politiker, Bundestagsabgeordneter. Werner Nagel kam 1934 in Mannheim zur Welt und ließ sich zunächst zum Feinmechaniker ausbilden. Im Jahr 1952 trat er der SPD bei und erlebte einen schnellen Aufstieg. Doch sein Handwerk hat er nie vergessen: 1962 wurde er Betriebsratsvorsitzender der IG Metall. Zwischen 1972-1990 agierte er im Deutschen Bundestag, wo er als Abgeordneter das Direktmandat des Mannheimer Wahlkreises I vertrat. Der Vater eines Kindes starb 1993 in seiner Heimatstadt, die eine Straße nach ihm benannte.

Erwin Vetter (geb. 1937)
CDU-Politiker. Erwin Vetter wurde 1937 in Mannheim geboren. Nach seinem Jurastudium mit anschließender Promotion, arbeitete er zunächst in der Innenverwaltung in u.a. Tübingen und Stuttgart. 1972 ernannte man ihn zum Bürgermeister von Ettlingen, 1974 zum Oberbürgermeister, 1987 zum Ehrenbürger. Er war zwischen 1987-1998 baden-württembergischer Landesminister für u.a. Umwelt bzw. Soziales. Weiterhin ist er  seit 2006 Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Ärzte und Naturwissenschaftler

Ludwig Acker (1913-1995)
Chemiker und Lebensmittelchemiker. Ludwig Acker erblickte 1913 als Nachkomme eines Bäckermeisters das Licht der Welt in Mannheim. Er zog u.a. nach Frankfurt am Main, um dort Chemie zu studieren, wo er nach seiner Promotion im Lebensmitteluntersuchungsamt arbeitete. Ab 1953 war Acker in der Mainmetropole als Professor tätig, denn er hatte habilitiert. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes machte sich u.a. mit seinen Studien über Aktivitäten von Enzymen einen Namen. Acker starb 1995 in seiner Heimatstadt.

Maximilian Joseph von Chelius (1794-1867)
Augenarzt und Chirurg. Freiherr Maximilian Joseph von Chelius wurde 1794 in Mannheim geboren und studierte schon mit 15 Jahren Medizin in Wien und Paris. Später baute er die Medizinische Fakultät an der Uni Heidelberg mit auf. Der Musiker Frédéric Chopin ließ sich einst von ihm behandeln. In Heidelberg arbeitete von Chelius später an der chirurgischen Klinik der Universität, die er mit seinem Engagement zu einem hohen Bekanntheitsgrad führte. Von Chelius starb 1867 in Heidelberg, deren Ehrenbürger er seit 1841 war.

Johanna Geissmar (1877-1942)
Jüdische Ärztin. Johanna Geissmar kam 1877 in Mannheim als Tochter eines Rechtsanwalts zur Welt. Sie studierte Medizin in Heidelberg ab 1909 und arbeitete dort während des Ersten Weltkrieges in einem Lazarett. Später wurde sie Kinderärztin, musste jedoch 1933 die Praxisschließung durch die Nationalsozialisten ertragen. Sie flüchtete zu Freunden, wurde aber von der Gestapo geschnappt und kam ins KZ. Geissmar wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Über ihr Leben hat das ZDF einen Film gedreht: "Engel in der Hölle" (2009).

Gertrude Goldhaber (1911-1998),
Kernphysikerin. Gertrude Goldhaber geb. Scharff wurde 1911 in Mannheim als jüdische Tochter geboren und studierte in München Naturwissenschaften. Ihre Eltern unterstützen sie in ihrer wissbegierigen Neigung, was selten war zu dieser Zeit. Während des Zweiten Weltkrieges wanderte sie erst nach London, dann in die USA aus, wo sie ihren späteren Gatten kennenlernte, der ebenfalls Kernphysiker war. Als Direktor des New Yorker Brookhaven National Laboratory verschaffte er ihr dort eine Anstellung. Goldhaber starb 1998 in Patchogue im US-Bundesstaat New York.

Philosophen und Theologen

Karl Bornhäuser (1868-1947)
Evangelischer Theologe. Karl Bornhäuser kam 1868 in Mannheim zur Welt. Der Sohn eines Bäckers studierte Theologie u.a. in Halle. Später wurde er Pfarrer in Karlsruhe und Sinsheim. Im Jahr 1899 promovierte er sogar und arbeitete danach als Professor in Halle, Greifswald und Marburg. Er starb 1947 in Marburg an der Lahn, nachdem er an der dortigen Universität im Jahr 1933 als Hochschulprediger emeritiert wurde. Zu Bornhäusers Schriften zählen z.B. "Der Ursinn des Kleinen Katechismus D.Martin Luthers" und "Die Leidens- und Auferstehungsgeschichte Jesu".

Alfred Delp (1907-1945)
Katholischer Theologe, Philosoph und Widerstandskämpfer. Alfred Delp wurde 1907 in Mannheim geboren und trat in jungen Jahren in die Gesellschaft Jesu ein. "Tragische Existenz" lautete seine erste Schrift, die sich mit Heidegger befasste. Delp wurde 1926 Mitglied des Jesuitenordens und engagierte sich als Seelsorger. Als Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten gehörte er außerdem dem Kreisauer Kreis an, der die Gesellschaft nach dem Krieg neu strukturieren wollte. Doch er wurde 1944 verhaftet. 1945 starb er – hingerichtet in Berlin-Plötzensee.

Hildegardis Wulff (1896-1961)
Priorin und Gründerin des Frauenordens der Benediktinerinnen OSB von der heiligen Lioba. Hildegardis Wulff wurde 1896 als Liselotte Wulff als Tochter eines Industriellen in Mannheim geboren und studierte u.a. Kirchenrecht und Geschichte in Bonn und Heidelberg. Dort kam sie erstmals in Berührung mit dem Katholizismus und dem Ordenleben. 1918 ließ sie sich taufen. Wulff engagierte sich zudem fürs Kinderhilfswerk, für Frauenvereine, für die Jugoslawienhilfe und vieles mehr. Die spätere Priorin setzte oft ihr Leben aufs Spiel, um anderen zu helfen. Wulff starb 1961 in Freiburg im Breisgau. Viele Menschen arbeiten an der Durchsetzung ihrer Seligsprechung.

Schriftsteller

Wilhelm Genazino (geb. 1943)
Schriftsteller. Wilhelm Genazino kam 1943 in Mannheim zur Welt und absolvierte ein Studium in Frankfurt u.a. in Germanistik. Später arbeitete er als freier Journalist. Seit Beginn der 1970er Jahre agiert Genazino als freier Autor. Von dem Georg-Büchner-Preisträger 2004 stammen u.a. die Bücher "Ein Regenschirm für diesen Tag" (2001) oder "Das Glück in glücksfernen Zeiten" (2009). Besonders sein grotesker Humor, die detaillierte Beschreibung scheinbarer Banalitäten und seine Antihelden haben Genazino zum literarischen Publikumsliebling gemacht.

Geno Hartlaub alias Muriel Castorp (1915-2007)
Schriftstellerin. Geno Hartlaub, die teils unter dem Pseudonym Muriel Castorp veröffentlichte, kam 1915 in Mannheim zur Welt. Ein Uni-Studium wurde ihr von den Nationalsozialisten verwehrt, weil ihr Vater nicht politisch konform agierte. Hartlaub wurde zunächst Fremdsprachenkorrespondentin, Lektorin und Redakteurin. Zwischen 1941-1995 veröffentlichte sie zahlreiche Romane und Erzählungen, wie etwa "Leben mit dem Sex" (1970) oder "Noch ehe der Hahn kräht" (1985). Hartlaub war nicht nur Mitglied der berühmten Gruppe 47, sondern auch des PEN-Zentrums. Die mehrfach Ausgezeichnete starb 2007 in Hamburg.

Sebastian Knauer (geb. 1949)
Krimi-Schriftsteller und Journalist. Sebastian Knauer wurde 1949 in Mannheim geboren und studierte u.a. in München und Montreal. Danach engagierte er sich als freier Journalist für das ZDF, die dpa, später dann als Redakteur beim "Stern". Knauer fand damals den Ministerpräsidenten Uwe Barschel tot im Genfer Hotel und schoss die weltberühmten Badewannen-Bilder. Aus seiner Krimi-Feder stammen z.B. die Bücher "Bitte nicht stören" (1994) – stark an den Fall Barschel angelehnt – oder "Tödliche Kandidaten" (2011).

Musiker und Komponisten

Mandy Capristo (geb. 1990)
Sängerin der Band Monrose. Mandy Capristo wurde 1990 in Mannheim geboren und wuchs im südhessischen Bürstadt auf. In ihrer Jugend begann sie, Gospel zu singen. Später wurde Capristo als Mitglied der Pop-Girlgroup Monrose bekannt, die 2007 den Sommerhit "Hot Summer" herausbrachte. 2011 startete sie ihre Solokarriere und landete mit "The Way I Like It" gleich in den Charts. Seit Ende 2013 lebt sie mit dem Fußballnationalspieler Mesut Özil in London zusammen.

Frédéric Loboda (geb. 2000)
Frédéric Loboda wurde im Jahr 2000 in Mannheim geboren. Er ist ein klassischer Jungpianist, der bereits seit seinem dritten Lebensjahr Klavierunterricht erhalten hat. Später trat er in einer Reihe europäischer Länder auf und errang diverse Preise bei Klavierwettbewerben. So erhielt er beispielsweise die Ehre, "Best Young Performer 2012" zu sein, oder im Alter von 13 Jahren den Europäischen Förderpreis für junge Künstler von der Kulturstiftung "Pro Europa".

Xavier Naidoo (geb. 1971)
Soul- und R&B-Sänger. Xavier Naidoo ist ein waschechter Mannheimer, der 1971 geboren wurde. Er ist nicht nur als Solomusiker äußerst berühmt und hat Lieder wie "Sie sieht mich nicht" veröffentlicht, sondern auch als Bandmitglied der Söhne Mannheims, die z.B. bekannt sind für "Und wenn ein Lied". Naidoo agiert darüber hinaus als Juror der TV-Show "Voice of Germany". Seine Texte haben oft einen stark christlichen Hintergrund. Er hat ein eigenes Plattenlabel und doziert als Mitinitiator der Mannheimer Popakademie vor Nachwuchsmusikern.

Bernhard Anselm Weber (1764-1821)
Komponist und Musikdirektor. Bernhard Anselm Weber wurde 1764 in Mannheim geboren, ging dann nach Hannover und Berlin für seine Karriere. Weber agierte für die königlichen Bühnen wie die Staatsoper in Berlin. Zu seinen Kompositionen zählten u.a. Opern, Schauspielmusiken zu etwa "Wilhelm Tell" oder "Wallensteins Tod" und Singspiele. August Wilhelm Iffland war Auftraggeber für Melodrame wie z.B. "Der Gang nach dem Eisenhammer". Weber starb 1821 in Berlin.

Schauspieler und Regisseure

Melek Diehl (1976-2008)
Schauspielerin. Melek Diehl wurde 1976 in Mannheim geboren und studierte in Gießen Philosophie, Geschichte sowie Soziologie. Danach besuchte sie eine Schule für Darstellende und Bildende Künste in Berlin. Neben einer Reihe von Theaterrollen spielte Diehl auch in Filmen mit, wie etwa 2004 in "Was nützt die Liebe in Gedanken". Sie verstarb 2008 in Berlin infolge eines Autounfalls. Der Täter beging Unfallflucht, wurde aber später gefasst. Es gab sogar eine TV-Reportage zu dem tragischen Vorfall.

Janina Fautz (geb.1995)
Janina Naomi Fautz wurde 1995 in Mannheim geboren und trat schon im Alter von acht Jahren als Reporterin im Tigerenten-Club der ARD auf. Es war Joseph Vilsmaier, der sie schließlich als Schauspielerin entdeckte. Danach spielte sie in einer ganzen Reihe von (Kinder-)Filmen mit, so zum Beispiel an der Seite der Ochsenknechts in "Die wilden Kerle 4" (2007). Aber auch in TV-Serien wie "Der Landarzt" hatte sie bereits Rollen. Zudem ist sie Juniorbotschafterin der UNICEF.

Pit Krüger (1934-2003)
Schauspieler und Komiker. Pit Krüger kam 1934 als Sohn eines Schauspielers zur Welt und verbrachte seine frühen Jahre in der Mainmetropole Frankfurt. Er nahm Ballett- und Pantomimeunterricht. Große Berühmtheit in Deutschland erlangte er als Lockvogel in "Verstehen Sie Spaß?" mit Kurt und Paola Felix. Aber auch aus dem "Tatort", "Zum Stanglwirt" und aus "Fernfahrer" kennt man ihn. Krüger spielte zudem 50 Jahre lang Theater. Er starb 2003 in Frankfurt am Main.

Nina Kunzendorf (geb. 1971)
Schauspielerin. Nina Kunzendorf wurde als Tochter eines Arztes in Mannheim geboren. Ihre Mutter – eine Lehrerin von Beruf. Ab 1992 studierte sie in Hamburg an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Kunzendorf wurde 2011 einem größeren Publikum bekannt durch ihre Rolle als "Tatort"-Kommissarin. Außerdem spielte sie in zahlreichen TV-Filmen mit wie etwa "Entführt" (2009) oder "In aller Stille" (2010). Daneben tritt sie häufig im Theater auf. Kunzendorf wurde schon mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bayerischen Filmpreis.

Christiane Schmidtmer (1939-2003)
Hollywood-Schauspielerin und Model. Christiane Schmidtmer kam 1939 in Mannheim zur Welt, verlebte aber ihre Jugendjahre in Heidelberg. In München startete sie eine Ausbildung zur Schauspielerin. Ab 1964 modelte sie für Max Factor Cosmetics und zog durch die USA. Hollywood klopfte bei ihr an und so bekam sie Rollen in "Das Narrenschiff" (1965) oder "Angriff der Riesenspinne" (1975). Sie war auch öfters zu Gast in der "Tonight Show" und wurde für den "Playboy" abgelichtet. An der Seite von Roy Black spielte sie in Deutschland in "Unser Doktor ist der Beste" mit. Schmidtmer starb 2003 in Heidelberg.

Sportler

Shanice Craft (geb.1993 )
Kugel- und Diskuswerferin. Shanice Craft wurde 1993 in Mannheim geboren. Sie gewann u.a. bei den Jugendweltmeisterschaften 2009 in Brixen eine Bronzemedaille und 2010 bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur eine Goldmedaille im Diskuswurf. Im Jahr 2011 wurde sie bei den Junioreneuropameisterschaften in Tallinn Europameisterin. Und 2012 errang sie bei den Juniorenweltmeisterschaften in Barcelona eine Goldmedaille im Kugelstoßen. Nach ihrem Abitur im Jahr 2012 ging sie zur Bundespolizei.

Katharina Häcker (geb. 1986)
Eiskunstläuferin. Katharina Häcker wurde 1986 geboren und startete bereits mit sechs Jahren auf dem Eis zu laufen – für den Mannheimer ERC. Sie ist Einzelläuferin und wurde schon mit 15 die Deutsche Meisterin von 2001. Beim Europäischen Olympischen Jugendfestival 2003 in Slowenien holte sie ebenfalls die Siegermedaille. Bisher wurde ihr verwehrt, bei Europa- und Weltmeisterschaften anzutreten, weil sie noch zu jung ist laut der geltenden Regeln.

Jochen Hecht (geb. 1977)
Eishockeyspieler. Jochen Hecht kam 1977 in Mannheim zur Welt und begann mit 17 Jahren bei den Profis der Mannheimer Adler zu spielen, wo er seit 2013 erneut unter Vertrag ist. Bis 2014 spielte Hecht für Deutschland sechs Mal bei Weltmeisterschaften, vier Mal bei Olympischen Winterspielen und zudem im World Cup of Hockey 2004. Vorher gehörte er der U18- und U20-Nationalmannschft an und nahm in dieser Funktion an vier Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften teil.

Sarah Hecken (geb. 1993)
Eiskunstläuferin. Sarah Hecken wurde 1993 geboren und begann beim Mannheimer ERC ihre Karriere. Sie holte als Einzelläuferin in ihrer Altersklasse den Titel der Deutschen Meisterin in den Jahren 2008, 2010, 2011 und 2013. Ihre Heimatstadt kürte Hecken zur Sportlerin des Jahres 2009. Weiterhin qualifizierte sie sich für die Weltmeisterschaft 2011 in Moskau. Zudem hat sie ihr Abitur bestanden und ging 2012 zur Bundeswehr – als Sportsoldatin.

Sepp Herberger (1897-1977)
Ehemaliger Fußballspieler und Trainer der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Josef "Sepp" Herberger wurde 1897 in Mannheim in arme Verhältnisse hineingeboren. Doch er begann früh, Gefallen an Fußball zu finden und spielte als Stürmer u.a. in der Nationalmannschaft. Später, von 1936-1964, begründete er seine Karriere als Trainer der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft und schuf sozusagen das "Wunder von Bern" bei der Weltmeisterschaft 1954. Endlich hatten die Deutschen nach den Kriegsniederlagen wieder einen Sieg – leider wurde im Nachhinein bekannt, dass die Spieler gedopt waren. 1977 starb Herberger in Weinheim.

Steffi Graf (geb. 1969)
Ex-Tennisspielerin. Stefanie Maria "Steffi" Graf kam 1969 in Mannheim zur Welt und avancierte zur erfolgreichsten Tennisspielerin der Bundesrepublik. Ihr Vater, Peter Graf, trainierte sie in jungen Jahren und managte sie später. Steffi Graf begann schon mit drei Jahren, Tennis zu spielen. Sie gewann insgesamt 22 Grand-Slam-Turniere und rangierte 377 Wochen auf Platz 1 der Weltrangliste im Tennis, was bis 2014 immer noch der Rekord ist. Außerdem war sie die erste Spielerin, die den Golden Slam gewann. Sie ist mit dem Tennisspieler André Agassi verheiratet und lebt mit ihm und den gemeinsamen Kindern in den USA.

Thomas Schaaf (geb. 1961)
Fußballtrainer und Ex-Fußballspieler. Thomas Schaaf wurde 1961 in Mannheim geboren und wuchs in Bremen auf, wo er das Westerstadion direkt sehen konnte. Kein Wunder, dass er eine Karriere als Kicker startete. Seine Position war die des Abwehrspielers. Er spielte hauptsächlich im SV Werder Bremen, wo er 1972 eintrat. Schaaf absolvierte außerdem eine Ausbildung als Fußballlehrer an der Hochschule Köln. Ab 1988 trainierte er den SV Werder Bremen – erst die Jugend, dann die Amateure, dann die großen Spieler, seit 2014 den Verein Eintracht Frankfurt.

Christian Wörns (geb. 1972)
Fußballtrainer und Ex-Fußballspieler. Christian Werner Wörns wurde 1972 in Mannheim geboren, wo er 1980 dem Verein Phönix Mannheim als Innenverteidiger beitrat. Bald spielte er für die Nationalmannschaft, für Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund. Er war mit seinen Teams u.a. Vize-Europameister und Deutscher Meister. Seit 2009 trainiert Wörns Jugend-Fußballspieler. So hatte er eine Station beim VfL Bochum 2012-2013. Danach wechselte er zum FC Schalke 04.

Sonstige bekannte Personen

Bülent Ceylan (geb. 1976)
Comedian. Bülent Ceylan wurde 1976 als Sohn eines Türken und einer Deutschen geboren. Sein Philosophiestudium schmiss er hin, um seine Karriere vor Kamera und Publikum voranzutreiben. Er füllt ganze Stadien mit seinem Comedy-Programm, in dem er oft seinen (mittlerweile verstorbenen) Vater einbaut. Immer wieder geht es darin um Deutsch-Türken, aber auch um Mannheimer und ihre Marotten, Spleens sowie Eigenheiten. Vielfach ausgezeichnet wurde Ceylan bereits – u.a. mit dem Deutschen Comedypreis (2012), dem Bravo Otto (2012), dem Bloomaulorden und der Goldenen Schallplatte.

Karl  Freiherr von Drais  (1785-1851)
Erfinder der Draisine. Karl Friedrich Christhian Freiherr Drais von Sauerbronn wurde am   29. April 1785 in Karlsruhe geboren. Im Jahr 1810 war er nach Mannheim gezogen.
Da es  infolge des Vulkanausbruchs Tambora im Jahr 1815 zu Missernten gekommen war, wurde auch das Futter für Pferde teuer und knapp. Das führte den Forstmeister Drais von Sauerbronn dazu, einen Ersatz zu finden.
Dazu konstruierte er  ein "Laufrad", die später so genannte Draisine, ein Vorgänger des heutigen Fahrrads. Aber erst 1866 wurde der Antrieb mit einer Pedalkurbel patentiert, der Beginn des eigentlichen Fahrrads.
Die erste Probefahrt mit dem Laufrad  hatte er am 12. Juni 1817 von seinem Wohnhaus im Mannheimer Quadraten (M 1,8) zum rund 7 km entfernten Schwetzinger Relaishaus - im heutigen Mannheimer Stadtteil Rheinau gelegen - unternommen und dabei eine mittlere Geschwindigkeit von rund 15 km/h erreicht.
Vom Januar 1822 bis zum Juni 1827 hatte er an einer  nach Brasilien teilgenommen.
Von 1842 bis 1845 hatte er wieder in Mannheim gewohnt und war danach wieder nach Karlsruhe gezogen, wo er am 10. Dezember 1851 verstorben war.

Friedrich Engelhorn (1821-1902)
Unternehmer und Gründer der BASF. Friedrich Engelhorn kam 1821 in Mannheim auf die Welt. Nach seiner Ausbildung zum Goldschmied, ging er auf Wanderschaft nach u.a. Österreich und Frankreich. Später gründete er ein Gaswerk. Dann der Durchbruch im Jahr 1865: Engelhorn gründete die Badische Anilin- & Soda-Fabrik AG (BASF) und etablierte das Unternehmen als heute umsatzstärksten Chemiekonzern weltweit. Weil das ursprüngliche Gelände in Mannheim zu klein wurde, siedelte er das Werksgelände auf der anderen Rheinseite an – in Ludwigshafen am Rhein. Der Industrielle und Vater von acht Töchtern starb 1902 in Mannheim.

Werner Hegemann (1881-1936)
Stadtplaner, Architekturkritiker und politischer Schriftsteller. Werner Hegemann wurde 1881 in Mannheim geboren und studierte Städtebau sowie Kunstgeschichte in München und Paris. Der Sinn stand ihm nach humaneren und gesünderen Wohnverhältnissen – er wandte sich gegen die sogenannte Berliner Mietskasernen-Kultur. 1924 gründete er zudem die erfolgreiche Zeitschrift "Wasmuths Monatshefte für Baukunst". Weiterhin schrieb er politische Werke – jedoch unter einem Pseudonym: Manfred Maria Ellis. Sein Anliegen war die Erziehung zur Demokratie. Hegemann wurde international bekannt. Er starb 1936 in New York.

Fritz Reuther (1882-1967)
Industrieller und NS-Wirtschaftsführer. Fritz Reuther wurde 1882 in Mannheim geboren und trat in die Fußspuren seines Vaters, der die Firma Bopp & Reuther GmbH gegründet hatte, die sich mit Armaturen und Messgeräten befasste. Schnell war er Teilhaber und übernahm 1919 dann die Führung. Schon früh zog es ihn zu den Nationalsozialisten, durch die er Präsident der Industrie- und Handelskammer in Mannheim wurde. 1938 avancierte er zum Wehrwirtschaftsführer. Nach dem Krieg war Reuther kurzzeitig interniert, wurde jedoch nur als Mitläufer eingestuft. Er starb 1967 im oberbayerischen Hausham.

Roland Schmaltz (geb. 1974)
Schach-Großmeister. Roland Schmaltz wurde 1974 in Mannheim geboren. Man erkennt ihn im Internet auf Schachservern unter seinem Pseudonym Hawkeye (Falkenauge). Seinen Angaben zufolge hat er rund 100.000 Partien auf verschiedenen Servern durchgespielt. Im Jahr 2001 erhielt er den Titel eines Schach-Großmeisters, 2004 brachte er sein Buch "The Complete Chess Server Guide". Zwischen 2005-2012 lebte er in Australien und verheiratete sich dort. Auch als professioneller Pokerspieler war Schmaltz eine Zeit lang aktiv. Seit 2013 ist er A-Trainer beim Deutschen Schachbund.

Gustav Seitz (1906-1969)
Bildhauer und Zeichner. Gustav Seitz kam 1906 in Mannheim-Neckarau zur Welt als Sohn eines Stuckateurmeisters. Nach erfolgreich absolvierter Putzerlehre, schloss er eine Ausbildung zum Steinbildhauer an, studierte Angewandte Kunst und arbeitete ab Mitte der 1940er Jahre als Professor an der TU Berlin. Aus seinen Händen stammt das Mahnmal für die Opfer des Faschismus in Berlin-Weißensee, wofür er seitens der DDR mit dem Nationalpreis ausgezeichnet wurde. Seitz machte auch Plastiken, die oft von Humor durchzogen sind. Zudem veröffentlichte er einige Werke, wie etwa "Eine Granitplastik entsteht". Seitz starb 1969 in Hamburg.

Albert Speer (1905-1981)
Architekt, Rüstungsminister, Kriegsverbrecher. Berthold Konrad Hermann Albert Speer wurde 1905 in ein großbürgerliches Milieu in Mannheim hineingeboren. In Karlsruhe, München und Berlin studierte er Architektur. Speer wurde schließlich zu einem geschätzten Mann von Hitler, der ihn zum nationalsozialistischen Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt beförderte. Aus seiner Hand stammte u.a. die Planung des Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, auch KZs soll er mitgebaut haben. Zwischen 1942-1945 agierte er als Rüstungsminister, unter dem fast eine dreiviertel Million Zwangsarbeiter beschäftigt waren. Als Kriegsverbrecher wurde er zu 20 Jahren Haft verurteilt. Albert Speer starb 1981 in London.