Dschidda: Stadtgeschichte

Der Beginn
Dschidda soll vor etwa 2.500 Jahren von einem jemenitischen Stamm gegründet worden sein. Die hinter einem Korallenriff gelegene natürliche Bucht bot einen günstigen Stützpunkt für Fischer.

Im Jahre 647 wählte Kalif ʿUthmān ibn ʿAffān (574-656) Dschidda als Standort für den Hafen von Mekka. Bei Bauvorhaben in der Heiligen Stadt wurde das Baumaterial üblicherweise über Dschidda von auswärts eingeführt, so zum Beispiel bei der Erweiterung der Heiligen Moschee im Jahre 777. Außerdem wurde die Stadt Anlaufpunkt für muslimische Pilger aus aller Welt.

Vom 15. Jahrhundert bis heutzutage
Im 15. Jahrhundert wuchs die Bedeutung Dschiddas als Handels- und Hafenstadt, da die alten Handelsstädte auf der afrikanischen Seite des Roten Meeres aufgrund der Bedrohung der Handelsrouten durch Beduinen stark an Bedeutung verloren. Dschidda wurde daher von dem tscherkessischen Mamlukensultan Barsbay () ausgebaut und mit einer steinernen Mauer versehen, wobei die mit drei Haupttoren ausgestattete Mauer Dschidda vor Angriffen der Portugiesen schützen.

Von 1517 bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Dschidda vom Osmanischen Reich verwaltet und war Teil des unabhängigen Hedschas. Der Hedschas oder Hidschaz ist eine 461.111 km² große Landschaft im westlichen Saudi-Arabien, in dem die beiden heiligen Stätten des Islams, Mekka und Medina, liegen.

Bei der großen Choleraepidemie von 1865 starben 30.000 Menschen, darunter waren zahlreiche Pilger. Daher wurden im Roten Meer vor Dschidda zum Schutz der Bevölkerung Quarantänestationen eingerichtet.

1916 wurde die Stadt von britischen Truppen erobert, die die Arabische Revolte unterstützten. Sie ließen die Stadtmauer mit einem vierten Tor versehen. 1925 kam der Hedschas unter die Herrschaft von Abdulaziz Ibn Saud (). Neben Mekka und Medina fiel damit auch Dschidda in seinen Einflussbereich. Ibn Saud gründete am 23. September 1932 das Königreich Saudi-Arabien.

Der Ölreichtum führte zu einer Expansion der Stadt und besonders ihres Seehafens. Die im 16. Jahrhundert errichtete Stadtmauer wurde deshalb 1947 abgerissen.

Da die Stadt über zu wenig Süßwasservorkommen verfügt, wurde bereits unter der Herrschaft der Osmanen im Jahr 1907 die erste Entsalzungsanlage für Wasser aus dem Roten Meer errichtet. Infolgedessen stammen derzeit über 95% des Trinkwassers aus Meerwasser-Entsalzungsanlagen. Grundwasser und aufbereitetes Abwasser spielen eine untergeordnete Rolle

Der tägliche Wasserverbrauch in Jeddah liegt bei über 300 Litern pro Kopf und Tag, was fast doppelt so hoch ist wie der europäische Durchschnitt. Daraus folgt ein Gesamtverbrauch von über 1,2 Millionen Kubikmetern pro Tag für die Stadt. Bekanntheit erlangte die Stadt auch durch die beiden folgenden Abkommen.
- Das 1927 geschlossene Abkommen von Dschidda beendete die britische Herrschaft in Arabien
- Das zweite Abkommen legte im Jahr 2000 die Südgrenzen von Saudi-Arabien fest.

Im November 2009 und Januar 2011 kam es in der Stadt schwere Überschwemmungen. Seit 2015 dürfen Frauen
erstmals für Stadtversammlungen wählen und kandidieren.

Seit dem 24. Juni 2018 dürfen Frauen in ganz Saudi-Arabien offiziell Auto fahren. Ein königliches Dekret von König Salman bin Abdulaziz hob das jahrzehntelange Verbot im September 2017 auf.