Bilbao: Stadtgeschichte

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Vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert

Bereits zur Zeit der Römer gab es hier eine römische Siedlung namens Bellum Vadum. Als offizielles Gründungsdatum von Bilbao gilt der Juni des Jahres 1300 als Diego López V () die heutige Stadt an der Mündung des Nervión auf dem Gebiet der Vorgängerkirche von Begoña geründet hatte. Er konnte dies aufgrund der am 15. Juni 1300 in Valladolid in Nordspanien niedergeschriebenen und am 4. Januar 1301 durch Ferdinand IV. von Kastilien und León (1285-1312) in Burgos bestätigten Gründungsurkunde (carta puebla) tun.

Zum Zeitpunkt der Gründung befand sich dort, wo heute die Altstadt von Bilbao steht, ein kleines Dorf von Eisenschmieden, Seeleuten und Bauern. Wichtige Einnahmequellen waren das Eisenerz und die Fischerei, während die Landwirtschaft im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren hatte. Das wertvolle Eisenerz, das in den nahegelegenen Bergwerken gefördert wurde, spielte bereits zur Zeit der Römer eine gewisse Rolle. Da der Fluss Ria zu einem großen Teil schiffbar war und ist, war es in dem hier ansässigen Hafen, der sicherer war als die direkt an der Küste, u.aq. die Waren Kastiliens zur Ausfuhr nach Europa zu verladen.

1511 hatte Bilbao das Recht erhalten, ein eigenes Handelsgericht zu errichten, das Vorschriften erlassen durfte. Die letzte dieser Verordnungen stammt aus dem Jahr und bildete eine wichtige Grundlage für das erste spanische Handelsgesetzbuch von 1829. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts spielte vor allem der Handel mit den spanischen Kolonien in Amerika eine wichtige Rolle. Um Großbritannien wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, verhängte Napoleon 1806 die so genannte Kontinentalsperre, die offiziell bis 1813 andauerte. Infolgedessen wurden sämtliche Häfen von Frankreich sowie der von Frankreich abhängigen Staaten für britische Schiffe und deren Waren gesperrt.

Bilbao wurde nach der Schlacht von Ormea am 17. Juli 1795 von den Franzosen kurzzeitig besetzt, aber am 1. November 1808 erneut eingenommen hatten, und blieb danach bis 1813 besetzt Am 3. Oktober 1833 brach in Bilbao ein Aufstand der so genannten Karlisten zur Unterstützung von Carlos María Isifro de Borbón (1788-1855) aus, der sich bereits am 4. Oktober Tag zum König von Spanien erklärt hatte. Aber bereits am 24. November 1833 wurde die Stadt von den Truppen der Ehefrau von König Ferdinand VII. (1784-1833) Maria Christina (1806-1878) zurückerobert.. Zwei Jahre später, im Sommer 1835, wurde Bilbao erneut von den Carlisten unter Führung von der Anführer der Carlisten Tomás de Zumalacárregui (1788-1835) vergeblich belagert, aber am 23. Oktober 1836 kam es zu erneuten Kämpfen um die Stadt, die zu erheblichen Schäden geführt hatten. An Heiligabend 1836 konnte General Baldomero Espartero (1792-1879) die Stadt jedoch befreien. Er war später mehrfach Regierungschef von Spanien und von 1841 bis 1843 anstelle der noch minderjährigen Königin Isabell II. (1833-1904). Regent des Landes.

Die Stadt war auch währen der dritten Karlistenkrieg, der von bis andauerte, deren Ziel. Bilbao besaß zu dieser Zeit nur rund das nur 4.700 Soldaten. Und wurde gegen Ende 1873 von 20.000 Karlisten unter General Elio angegriffen und am 22. Januar 1874 ganz umzingelt. Carlos María de Borbón wollte die Stadt unbedingt erobern, da sie seine Residenzstadt werden sollte. Vom 28. April bis 2. Mai 1874, gelang es Manuel Gutiérrez de la Concha, die Stellungen der Karlisten zu umgehen und sie zum Abzug zu zwingen. Auch einige spätere Versuche der Karlisten, die Stadt zu erobern, waren vergeblich.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war mit dem Bau der ersten Hochöfen begonnen worden und wichtige Gebäude, wie das Wein- und Spirituosenlager Alhóndiga, wurden eröffnet. Hatte Bilbao 1877 etwa 32.000 Einwohner, so waren es im Jahr 1900 bereits mit 83.000 mehr als doppelt so viele. Die industrielle Entwicklung an der Ría, die Gründung von Eisenhütten und Werften, förderten das Bankwesen und den Handel und ließen Bilbao zur Hauptstadt der baskischen Wirtschaft werden. 1890 wurde Abando eingemeindet. Ab 1876 wurden der Ausbau des Hafens und die Schiffbarmachung der Ría auch für größere Schiffe vorangetrieben. 1883 wurde mit der Elektrifizierung der Stadt begonnen, 1890 hatte das Teatro Arriaga seine Pforten geöffnet und 1897 wurden die Hochschulen Instituto del Hierro y del Acero und die Escuela de Ingenieros Industriales de Bilbao gegründet, im Jahr 1916 folgte die Universidad Comercial de Deusto an der 1886 gegründeten Universidad de Deusto

Vom 20. Jahrhundert bis heute

Unter Führung von General Francisco Franco (1892-1975) hatten konservativ-reaktionäre, monarchistische und faschistische Militärs mit Unterstützung des faschistischen Königreiches Italien und des nationalsozialistischen Deutschland im Juli 1936 gegen die im Februar 1936 demokratisch gewählte republikanische Regierung Spaniens geputscht. Bekannt ist der verheerende Angriff deutscher Bomber der Legion Condor auf die baskische Stadt Guernica am 26. April 1937, dessen Folgen durch das gleichnamigen Bild von Picasso, das er kurz nach dem Angriff erstellt hatte, weltberühmt wurde

Im Spanischen Bürgerkrieg, der bis zum April 1939 dauerte, stand die Bevölkerung Bilbaos in ihrer großen Mehrheit auf der Seite der Spanischen Republik und gegen Franco. Daher wurde die Stadt wurde von den Franco-Truppen belagert und auch bombardiert. Durch die Belagerung wurden Lebensmittel knapp, zudem mussten Flüchtlinge aus anderen Teilen des Baskenlandes versorgt werden. Der Einmarsch der Franco-Truppen in Bilbao am 19. Juni 1937 war das Ende der bisherigen baskischen Selbstbestimmung. Bereits am 22. Juli 1969 Franco den späteren
König Juan Carlos I. (geb. 1938)zu seinem Nachfolger erklärt. Nach Francos Tod im November 1975 begann der Übergang zu einer parlamentarischen Monarchie und am 15. Juni 1977 konnten die Spanier zum ersten Mal seit 1936 in freien allgemeinen Wahlen wieder ein Parlament wählen. Nach der Absetzung von Carlos Arias Navarro (1908-1989), der seit 1973 Ministerpräsident Spaniens war, durch Juan Carlos I. wurde Adolfo Suárez neuer Ministerpräsident Spaniens. Juan Carlos war vom 22. November 1975 bis zum 18. Juni 2014 König von Spanien.

Wenn man über Bilbao und das Baskenland schreibt, kommt man an der ETA
(Euskadi 'ta Askatasuna) nicht vorbei. Diese Organisation war am 31. Juli 1959 – noch lange Zeit vor dem Ende der Franco-Diktatur - von einer Gruppe junger Basken gegründet worden. Ihr Ziel war es, im Untergrund u.a. für die Unabhängigkeit des Baskenland zu kämpfen. Von 1960 bis 2008 wurden rund 830 Menschen Opfer von Anschlägen der ETA. Erst nach langen und zähen Verhandlungen hatte sie im Jahr 2011 einen Waffenstillstand erklärt und sich am 2. Mai 2018 endgültig aufgelöst.

Der Bau des Guggenheim-Museums im Jahr 1997 nach Planungen des kanadisch-amerikanischen Architekten Frank Owen Gehry und die Eröffnung der von Sir Norman Foster geplanten U-Bahn im Jahr 1995 werden gerne als Guggenheim-Effekt bezeichnet, da dies der Beginn einer kulturell und touristisch attraktiven Stadt war. Die vorher durch eine hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichnete Industriestadt Bilbao erhielt einen geradezu gewaltigen Auftrieb, der sich sogar mit auf das ganze Baskenland ausgewirkt hatte. Zu diesem Aufschwung trug auch die Integration der sich über 15 km entlang des Flusses hinziehenden heterogenen Stadtteile bei. Ein derartiger Aufschwung infolge eine neu errichteten Museums ist wohl weltweit einmalig

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