Wie Influencer Glücksspiel bewerben

Wo liegt die Grenze

Influencer spielen in der Welt des Marketings schon lange eine große Rolle. Selbst der Begriff “Influencer” (übersetzt wortgemäß: “Beeinflusser”) wurde durch den Werbewert der Internet-Stars geprägt. Heutzutage sind es nämlich nicht mehr nur Persönlichkeiten aus Sport, Film und Fernsehen, die bei Unternehmen als potenzielle Werbepartner gelten.

Dank Facebook, Instagram und TikTok kann heutzutage jeder eine große Reichweite erlangen. Wer sich dabei den einen oder anderen Euro dazuverdienen möchte, macht aus dieser Reichweite hin und wieder eine Werbefläche. Besonders Produkte wie Kosmetik und Elektroartikel erfreuen sich einer hohen Werbepräsenz. Allerdings werden zunehmend auch Plattformen wie das vox casino Deutschland auf Social Media und in Livestreams beworben.

Influencer-Marketing im Jahr 2025

Das sogenannte Influencer-Marketing wächst in seinem Volumen Jahr für Jahr stetig weiter. Immer mehr Agenturen - und sogar ganze Plattformen - fokussieren sich darauf, Werbedeals für Influencer eintüten zu können. Für was dabei geworben wird, spielt meist nur eine sekundäre Rolle.

Auch die Art und Weise des Marketing kann sich stark voneinander unterscheiden. Mal handelt es sich um ein klassisches Affiliate-Marketing auf Provisionsbasis, Mal werden Fixbeträge für die Präsentation bestimmter Produkte oder Dienstleistungen bezahlt. Zudem ist zu beobachten, dass Influencer immer häufiger selbst eigene Marken kreieren, für die sie dann im Anschluss auf den selbstgeführten Accounts Werbung betreiben.

Vermittlung über Agenturen: Influencer als Werbemarionetten

Anders als früher in der Branche üblich, läuft die Auftragserteilung heutzutage ganz anders ab. Unternehmen sind längst nicht mehr nur an einzelnen Personen, sondern vielmehr an bestimmten Zielgruppen interessiert. Wie diese Zielgruppen schlussendlich erreicht werden, spielt dabei keine besonders große Rolle.

Marketing-Manager der jeweiligen Unternehmen richten dadurch immer häufiger eine Art Ausschreiben an große Agenturen. Diese wiederum vermitteln die Aufträge an aus ihrer Sicht geeignete Influencer. Bei diesen Agenturen handelt es sich jedoch nicht immer um das direkte Management der Influencer. Oftmals sind dies dritte Unternehmen, die von der aktuellen Entwicklung in der Werbebranche profitieren wollen.

Influencer bewerben (fast) alles

Ein Werbedeal ist heutzutage also schnell abgeschlossen. Viele Influencer stellen dabei nicht einmal mehr die Frage, für was genau sie eigentlich Werbung machen sollen. Immer wieder machen Berichte die Runde, die genau solche Missstände aufklären wollen. Dabei schrecken viele Influencer auch vor moralisch verwerflichen Produkten und Dienstleistungen nicht zurück. Beliebte Produkte für Influencer-Marketing sind beispielsweise:
• Kosmetik
• Dropshipping-Elektronik
• Digitale Dienstleistungen wie Game-Seller
• Videospiele
• Online Casinos

Egal ob Alkohol, Kryptowährungen oder betrügerische Fake-Wetten: Bisher gibt es kaum ein fragwürdiges Produkt, welches noch nicht durch mindestens einen Influencer beworben wurde. Immer wieder machen daher kritische Stimmen die Runde, die eben jenes rücksichtslose Werbeverhalten der Influencer kritisieren.

Werbung für Glücksspiel: So gehen Influencer vor

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um als Influencer Werbung für Glücksspiele betreiben zu können. Zum einen gibt es da natürlich die klassische Erwähnung oder Verlinkung entsprechender Anbieter und Websites. Auch der Besuch in einem Wettbüro oder einer Spielhalle vor Ort kann werbewirksam auf den sozialen Medien veröffentlicht werden.

Am beliebtesten ist derzeit jedoch der Weg, Wetten und Slots direkt in den eigenen Content zu integrieren. Häufig handelt es sich dabei um Live-Streams, bei denen die Influencer vor dem Rechner sitzen und live im Internet teilen, wie sie ihre Umdrehungen an Spielautomaten abspulen.

Streaming-Plattformen reagieren

Natürlich stellt das Streamen von Glücksspielen für viele Nutzer kein großes Problem dar. Schließlich spielen viele der Zuschauer selbst regelmäßig Spiele wie Slots, Blackjack oder Roulette. Aus Sicht der Streamingplattformen ist das öffentliche Teilen entsprechender Spiele jedoch ein großes Dorn im Auge. Durch das Senden solcher Inhalte können nämlich Werbepartner abspringen. Besonders viel Geld ist ausgerechnet in jenen Bereichen zu holen, die sich ganz anderen Content als Glücksspiel-Streams wünschen.

Marktführer Twitch hat daher schon vor einigen Jahren reagiert und die Casino-Streams von der eigenen Plattform verbannt. Ein Ende solcher Livestreams ist damit allerdings noch nicht in Sicht. Neben Twitch gibt es viele weitere Anbieter, die teils deutlich lockere Nutzungsbedingungen ausrufen und das Streamen von Glücksspiel somit jedem Nutzer erlauben. Teilweise müssen die Kanäle dabei nicht einmal besondere Kennzeichnungen anbringen und können ihr Angebot auch für minderjährige Nutzer zur Verfügung stellen.

Das Problem bei Casino-Marketing über Influencer

Das mit Abstand größte Problem beim Influencer-Marketing in Bezug auf Online Casinos und andere Inhalte des Glücksspiels ist die fehlende Regulierung. Anders als im Fernsehen haben Behörden hier nämlich kaum eine Möglichkeit, Herr der Lage zu werden. So können die meisten Influencer ungestört sagen und tun, was sie wollen. Nicht immer werden dabei alle Gesetze - wie zum Beispiel der notwendige Jugendschutz im Rahmen von Werbemaßnahmen - eingehalten.

Und genau das ist der Punkt, den viele beim Influencer-Marketing für Spielhallen und vergleichbare Plattformen kritisieren. Nicht selten wird die Werbung dann sogar für Anbieter veröffentlicht, die hierzulande aufgrund fehlender Lizenzen oder anderer Gründe eigentlich gar nicht offiziell agieren dürfen.

Casino-Marketing erreicht selbst den Deutschrap

Selbst die Musikrichtung “Deutschrap”, die sich vorrangig an junge männliche Erwachsene (und damit genau die Zielgruppe) wendet, bleibt von der Werbung für Online Casinos nicht verschont. Vor einigen Jahren startete ein großer, namhafter Anbieter eine entsprechende Werbekampagne. Plötzlich war das Logo des Casinos in verschiedenen Musikvideos deutschsprachiger Künstler zu erkennen. Auch in den Lyrics wurde der Name des Casinos immer wieder geschickt eingebaut. Wie wirksam die Werbemaßnahmen schlussendlich tatsächlich waren, bleibt jedoch wohl ein Geheimnis des Casino-Betreibers.

Influencer gehen zu weit

In einigen Fällen ist das sogenannte Influencer-Marketing durchaus akzeptabel. Schließlich handelt es sich hier im Grunde lediglich um eine Art Dienstleistung, die von Content-Creatorn für eine gewisse Gegenleistung beworben wird. Kritisch wird es erst dann, wenn Aspekte der Ehrlichkeit oder des Jugendschutzes nicht so ganz eng betrachtet werden.

Aus ethischer Sichtweise sollten Content-Creator daher auf jeden Fall Vorkehrungen treffen, die dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugriff auf Casino-Inhalte haben können. Zudem ist wichtig, dass Influencer nicht vorab in Gespräche mit Casinos treten, um Gewinne oder Verluste so darzustellen, wie sie in der Realität nicht stattgefunden haben.

Manipulierte Accounts: Mythos oder Wahrheit?

Oft machen Gerüchte die Runde, dass Influencer beispielsweise in Livestreams manipulierte Accounts nutzen. So sollen die Gewinnwahrscheinlichkeiten künstlich verbessert oder das Guthaben schon vor Spielstart seitens des Anbieters bereitgestellt werden.

Besonders im Kontext manipulierter Gewinnwahrscheinlichkeiten sind solche Vorwürfe jedoch mit Vorsicht zu genießen. Schließlich würden Casinos hierdurch nicht nur jede Menge negativer PR, sondern vermutlich auch Konsequenzen seitens der Behörden, welche für die Lizenzierung verantwortlich sind, riskieren. Wahrscheinlicher hingegen ist die Vermutung, dass das Guthaben der Influencer durch die jeweiligen Casinos bereitgestellt wird. Influencer können dadurch sorgenfrei auch mit hohen Einsätzen spielen.

Somit werden in der Regel höhere Gewinne erzielt, welche wiederum deutlich mehr Aufsehen erregen. Sollte eine Durststrecke eintreten, ist das aus Sicht der Content-Creator irrelevant. Schließlich haben sie ohnehin nie mit ihrem eigenen Geld gespielt.

Influencer-Marketing für Casinos: Zweischneidiges Schwert

Abschließend können wir festhalten, dass das Marketing für Casinos durch eine Medaille mit zwei Seiten betrachtet werden kann. Einerseits handelt es sich auch hier lediglich um das Bewerben einer Dienstleistung. Andererseits gibt es besonders im Kontext von Glücksspielen wie Casinos und Sportwetten etliche Möglichkeiten, die eigenen Zuschauer zu täuschen.

Anders als beim Verleiten zum Kauf eines Schminksets können die Folgen dabei im Rahmen des Gamblings deutlich gravierender ausfallen. Influencer-Marketing bleibt im Kontext von Casinos also durchaus mit Vorsicht zu genießen.

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