Kasachstan: Bevölkerung, Städte

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Einwohnerzahl
Die präsidiale Republik Kasachstan hat auf einer Fläche vom 2.724.900 km² rund 19 Millionen Einwohner. Damit kommen rund sieben Menschen auf einen Quadratkilometer. In Deutschland sind es beispielsweise 236 Menschen pro Quadratkilometer. Kasachstan ist der Fläche nach der größte Binnenstaat und der neuntgrößte Staat der Welt, wobei Russland mit einer Fläche von 17,1 Millionen km² der größte Staat der Erde ist, der zweitgrößte ist Kanada mit einer Fläche von 9.984.670 km²

Kasachstan ist landschaftlich vor allem von der Kasachensteppe geprägt und verfügt zudem über große Ölressourcen. Kasachstan erlangte am 16. Dezember 1991 von der früheren Sowjetunion seine Unabhängigkeit. Homosexualität gilt in großen Teilen der Gesellschaft in Kasachstan als Tabu, ist jedoch seit 1998 legal, aber sie werden trotzdem vom Staat diskriminiert und von der Polizei schikaniert. Nach einer Studie des Internationalen Gewerkschaftsbundes von 2020 gehört Kasachstan zu den Staaten, in denen die Rechte von Arbeitnehmern verletzt werden. Frauen findet man in Spitzenpositionen in der Politik und der Wirtschaft eher wenig - trotz ihrer relativ hohen Bildungs- und Erwerbstätigkeitsquote.

Ethnische Zusammensetzung
Bemerkenswert ist, dass nur ca. 54% des Landes Kasachen sind. Mit rund 30% der Einwohner bilden die Russen die größte ethnische Minderheit. Rund 5% der Bewohner sind Ukrainer, ca. 2,5% Usbeken und 2% Deutsche. Insgesamt leben über 100 offiziell anerkannte Nationalitäten in dem Land, so insbesondere Weißrussen, Iguren, Koreaner, Polen, Dunganen, Jakuten oder Udmurten.

Religionszugehörigkeit
Muslime ca. 47%, Russisch-Orthodoxe ca. 44%, Protestanten ca. 2%

Landessprachen
Kasachisch, Russisch und seltener Ukrainisch

Hauptstadt, weitere Städte

Astana
Die Hauptstadt von Kasachstan ist seit dem 10. Dezember 1997 Astana (das kasachische Wort für Hauptstadt) mit einer Einwohnerzahl von rund 1,85 Millionen Menschen und einer Fläche von 722 km².Astana entstand seit 1997 in der kasachischen Steppe an der Stelle, wo sich bis dahin die Stadt Akmola befand. Den Masterplan für die neue Hauptstadt erstellten der japanische Architekt Kisho Kurokawa (1934-2007) und sein Team. Die frühere Hauptstadt des Landes war Almaty. Astana gilt als eine der windigsten und zudem kältesten Hauptstädte weltweit, so sind Temperaturen bis zu -40° C keine Seltenheit. Sehenswert sind der hiesige Bajterek-Turm, der Khan Shatyr, ein riesiges Zelt von 2010 oder die 77 m hohe Pyramide des Friedens und der Eintracht. Zwischen 2019 und 2022 hieß die Stadt zu Ehren des langjährigen Präsidenten Kasachstans Nursultan Nasarbajew (geb. 1940) - Nur-Sultan. Durch ein verfassungsänderndes Dekret vom 17. September 2022 erfolgte die Rückbenennung von Nur-Sultan in Astana.

Almaty
Almaty hat nahezu 2 Millionen Einwohner und ist damit die einwohnerreichste Stadt des Landes. Neben Astana ist die Stadt zudem ein kulturelles, wissenschaftliches und wirtschaftliches Zentrum des Landes - mit Universitäten und einer Reihe von Sakralbauten, Museen und Theatern. Erwähnenswert sind u.a. die Christi-Himmelfahrt- und die Nikolaus-Kathedrale, der 371,5 m hohe Fernsehturm Almaty auf dem Berg Kök-Töbe von 1983. Einen Besuch wert sind u.a. das 1931 ins Leben gerufene Zentrale Museum der Republik Kasachstan, das über die Geschichte des Landes informiert. Ein weiteres bedeutendes Museum ist das Staatliche Kastejew-Museum der Künste, das mit rund 22.000 Ausstellungsstücken eines der größten Kunstmuseen in Zentralasien ist. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts sind auch einige Wolkenkratzer in der Stadt entstanden. In Almaty gibt es zwei Bahnhöfe und zwei Flughäfen. Am 1. Dezember 2011 wurde die hiesige U-Bahn mit einer Länge von 13,5 km und 11 Stationen eröffnet.

Atyrau
Die Hafenstadt Atyrau hat rund 295.500 Einwohner. Die Stadt liegt im Nordwesten von Kasachstan am Fluss Ural-Fluss, etwa 45 km vom Nordufer des Kaspischen Meeres entfernt. Eine gewisse Besonderheit ist die Tatsache, dass Atyrau teilweise in Asien und Europa liegt, wobei der Ural-Fluss Atyrau in einen europäischen und einen asiatischen Stadtteil teilt. Daher befindet sich der Flughafen von Atyrau auf europäischem Boden, während sich die beiden Bahnhöfe der Stadt auf asiatischem Boden befinden.

Petropawl
Petropawl ist eine Stadt mit einer Fläche von 222 km², bei rund 220.000 Einwohnern, von denen die meisten russischstämmig sind. Petropawl liegt im Norden von Kasachstan, in der Nähe der Grenze zu Russland, im südwestlichen Teil des Westsibirischen Tieflandes am rechten Ufer des Flusses Ischim - rund 280 km westlich von Omsk und 430 km nördlich der Hauptstadt Astana. Sehenswert sind die
hiesige Christi-Himmelfahrt-Kathedrale sowie die Peter-und-Paul-Kathedrale. Hier hat zudem die staatliche Universität Nordkasachstan ihren Sitz. Der Flughafen der Stadt liegt rund 11 km südlich des Stadtzentrums. Das Klima ist hier ein typisches feuchtes und sommerwarmes Kontinentalklima, das durch große Temperaturunterschiede zwischen den Sommer- und Wintermonaten gekennzeichnet ist. So können die maximalen Temperaturen im Juli um 26 °C erreichen, während im Januar bis zu −20 °C erreicht werden können.

Schymkent
Schymkent hat auf einer Fläche von 1.170 km² rund 1,1 Millionen Einwohner und ist damit die drittgrößte Stadt des Landes. Die Bevölkerungsdichte beträgt 918 Einwohner pro Quadratkilometer, im ganzen Land sind es rund sieben Menschen auf einen Quadratkilometer. Die Stadt liegt im Süden des Landes am Fuße des Ugomgebirges in der Nähe der Grenze zu Usbekistan, rund 120 km nördlich von dessen Hauptstadt Taschkent. Die Ursprünge des heutigen Schymkents entstanden im 12. Jahrhundert als Karawanserei. Im Laufe der Zeit entwickelte sich diese Niederlassung zu einem Handelszentrum zwischen umherziehenden Nomaden und der sesshaften Bevölkerung. Im frühen 19. Jahrhundert gelange die Stadt in den Besitz des Khans von Kokand, der es zu einer militärischen Festung ausbauen ließ. Aber im Juli 1864, im Zuge der russischen Eroberung Zentralasiens wurde Schymkent durch kaiserliche Truppen unter der Führung des russischen Generals Michail Tschernjajew (1828-1898) erobert und Teil des Generalgouvernement Turkestan. Später unter der Herrschaft der Sowjets wurde die Stadt zu einem wichtigen Industrie- und Wirtschaftsstandort.

Aqtöbe
Aqtöbe hat rund 512.500 Einwohner und liegt im Nordwesten des Landes in der Nähe der Grenze zu Russland, am 623 km langen Fluss Ilek, ein Nebenfluss des Urals. Die Stadt entstand im Jahr 1869 durch die russische Besatzer als Festung, aber 1891 erhielt der Ort das Stadtrecht und wurde dem Oblast Turgai zugeordnet. Vor allem zur Zeit der Sowjetunion begann ab den 1940er Jahren die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Aufgrund der in ihrer Nähe befindlichen großen Rohstoffvorkommen, es ist vor allem Chromit, wurde Aqtöbe zu einer bedeutenden Industriestadt.

Karaganda
Karaganda (Qaraghandy) mit rund 501.000 Einwohnern befindet sich auf der Kasachischen Schwelle im östlichen Zentrum des Landes und ist von einer steppenartigen Landschaft mit großen Kohlevorkommen umgeben. In den Kohlebergwerken waren zu Sowjetzeiten die Häftlinge der Zwangsarbeitslager eingesetzt, darunter viele Russlanddeutsche. Das Ende der Sowjetunion führte zu einem Einbruch der hiesigen Industrie, von dem sich die Stadt aber mittlerweile erholt hat. Sehenswert ist hier das Dramaturgische Theater, das Musikalische Theater der Komödie, die Eissporthalle und der Zoologische Garten. Ein Wahrzei-chen der Stadt ist der 1952 eröffnete Palast der Kultur der Bergarbeiter. Der Zirkus Qarag-handy ist ein Zirkus, den es seit 1982 gibt. Erwähnenswert ist, dass hier die Statuen des Schriftstellers Alexander Puschkin (1799-1837) und des Kampfpiloten und Helden der Sowjetunion Nurken Abdirow (1919–1943), der 1943 in Stalingrad gefallen war, stehen. Auch eine Büste des Schriftstellers Nikolai Wassiljewitsch Gogol (1809-1859) findet man hier.

Taras
Taras umfasst eine Fläche von 188 km² und hat rund 363.000 Einwohner. Damit beträgt die Einwohnerdichte1.931 Menschen pro Quadratkilometer. In ganz Kasachstan sind es gerade sieben. Taras liegt im Süden von Kasachstan, wobei das Stadtzentrum rund 11 km von der Grenze zu Kirgisistan entfernt ist. Die Stadt befindet liegt in einer Ebene, die vom 661 km langen Fluss Talas durchflossen und zudem von zwei Gebirgszügen begrenzt wird. Im Osten liegt der Tian Shan, im Westen verläuft der Qaratau. Der Tian Shan ist ein rund 2.450 km langes, etwa 400 km breites - und mit dem 7.439 m hohen Dschengisch Tschokusu - ein sehr hohes Hochgebirge.

Pawlador
Pawlador umfasst eine Fläche von 638 km² und hat 334.500 Einwohner. Davon sind rund 160.000 Kasachen und 156.500 Russen sowie 15.000 Ukrainer. Damit hat die Stadt eine Bevölkerungsdichte von 524 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Stadt liegt im Norden von Kasachstan am 4.248 km langen Fluss Ir-tysch an den südlichen Ausläufern des Westsibirischen Tieflandes in der Nähe der Grenze zur Russland. Historisch interessant ist, dass sich hier im November 1917 der Arbeiter- und Soldatenrat der Roten Garden gebildet hatte und am 1. Oktober 1918 wurde die Stadt Teil der Sowjetunion.

Öskemen
Öskemen umfasst eine Fläche von 540 km² und hat rund 333.000 Einwohner, wobei rund 58% der
Einwohner eine russische Abstammung haben. Die Bevölkerungsdichte beträgt 617 Einwohner pro
Quadratkilometer. Öskemen befindet sich im westlichen Teil des Altai-Gebirges an der Mündung des 100 km langen Flusses Ulba in den Irtysch. Die Ilba ist durch den Bergbau mit Zink und Kupfer stark belastet.

Semei
Semei umfasst eine Fläche von 210 km² und hat rund 324.000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.543 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Stadt liegt an den Ufern des Ir-tysch, nicht weit von der Grenze zu Russland. Inde Stadt gibt es vier alte und vier neue Mo-scheen, die nach der Unabhängigkeit errichtet wurden. Die aus dem 19. Jahrhundert stam-mende Russisch-Orthodoxe Auferstehungs-Kathedrale ist das größte christliche Gotteshaus der Stadt. Zu Ehren des russischen Schriftstellers Dostojewski (1821-1881) wurde das Fjodor-Michailowitsch-Dostojewski-Literaturmuseum errichtet. Unmittelbar neben dem Museum steht ein Denkmal mit Dostojewski und seinem Freund Schokan Walichanow, einem jungen kasachischen Gelehrten. Im Stadtzentrum befindet sich das Abai-Qunanbajuly-Literaturmuseum. Weitere sehenswerte Museen sind das Heimatmuseum Semei und das Museum der darstellenden Künste, eines der großen Kunstmuseen von Kasachstan.

Baikonur
Baikonur diente der ehemaligen Sowjetunion als Weltraumbahnhof (Kosmodrom), und wird derzeit von Russland zu demselben Zweck genutzt und wurde dafür von Kasachstan gepachtet. Die Stadt mit rund 40.000 Einwohnern liegt rund 200 km im Osten des Nördlichen Aralsees am Nordufer des 2.212 km langen Syrdarja, der in den nörlichen Aralsee mündet.

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