Asteroidengürtel, Ceres

Asteroidengürtel

 Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde nach genaueren Berechnungen der bis dahin bekannten Planetenbahnen mit der systematischen Suche nach einem fehlenden Planeten zwischen Mars und Jupiter begonnen. Mit der Entdeckung des heutigen Zwergplaneten "Ceres" am 1. Januar 1801 durch Giuseppe Piazzi, glaubte man, den fehlenden Planeten gefunden zu haben. Aber bereits im Jahr 1802 entdeckte Heinrich Wilhelm Olbers mit "Pallas" ein weiteres Objekt, das die Sonne zwischen Mars und Jupiter umkreist. Danach wurden 1804 "Juno", 1807 "Vesta" und 1845 Jahre später "Astraea" entdeckt.

Vestra erhielt ihren Namen nach der römischen Göttin von Heim und Herd. Seinerzeit wurden sie als Planeten angesehen, was dazu führte, dass der 1886 entdeckte Neptun als dreizehnter Planet galt. Nach der Entdeckung von "Hebe" im Jahr 1847 fand man eine große Anzahl weiterer Himmelskörper. Das führte den Berliner Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) im Jahr 1851 dazu, die Zahl der Planeten auf acht (Pluto wurde erst 1930 entdeckt) zu begrenzen und die anderen Objekte als Asteroiden zu bezeichnen.

Hinweis
Solange sich diese Himmelskörper außerhalb der Erdatmosphäre befinden werden sie als Asteroide bezeichnet. Nach dem Auftreffen auf die Erde werden sie zu Asteroiten. Ein Meteoroid ist ein kleines Objekt des Sonnensystems auf einer Umlaufbahn um die Sonne, das kleiner als ein Asteroid ist. Ein geringer Prozentsatz der Meteoroiden kreuzt die Erdbahn und werden beim Eindringen in die Atmosphäre als Sternschnuppen sichtbar. Die Größe von Meteoroiden dagegen reicht von wenige Millimetern bis zu einigen Metern, was einer Masse von Milligramm bis zu mehreren Tonnen beträgt. Sie können durch die Gravitation der Planeten aus dem Asteroidengürtel, aber auch durch den Sonnenwind aus Kometenkernen herausgelöst worden sein. Sofern ein Meteoroid die Erde erreicht hat, wird er als Meteoroit bezeichnet Im Folgenden einige ausgewählte Asteroiden mit einigen wichtigen Größen:

Appenzella
Appenzella ist ein Asteroid, der am 23. September 1965 vom Schweizer Astronomen Paul Wild (1925-2014) vom Observatorium Zimmerwald der Universität Bern  entdeckt wurde. Der Asteroid  besitzt eine siderische Umlaufszeit um die Sonne von 3,8  Jahren. Seinen Namen erhielt der Asteroid nach dem Schweizer Kanton Appenzell

Astraea  
Astraea besitzt einen mittleren Durchmesser von 117 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4 Jahre und 50 Tage - bei einer Masse von ca. 1,8 · 1018 kg. Der Asteroid wurde am 8. Dezember 1845 von dem deutschen Amateurastronom Karl Ludwig Hencke (1793-1866) entdeckt. Astraea ist eine Gestalt der griechischen und römischen Mythologie und dort die.

Hebe
Hebe besitzt einen mittleren Durchmesser von 195 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 3 Jahre und 284 Tage - bei einer Masse von ca. 1,4 · 1019 kg. Hebe wurde  am 1. Juli 1847 von dem Amateurastronomen Karl Ludwig Hencke (1793-1866)  als sechster Asteroid entdeckt. Seinen Namen erhielt der Asteroid  nach Hebe, der griechischen Göttin der Jugend.

Hencke
Der Asteorid Hencke wurde am 2. September 1973 von dem Schweizer Astronomen Paul Wild (1925-2014) vom Observatorium Zimmerwald der Universität Bern, entdeckt. Der Asteroid  besitzt eine siderische Umlaufszeit um die Sonne  4,25 Jahren. Seinen Namen erhielt er zu Ehren von Karl Ludwig Hencke (1793-1866).

Juno
Juno besitzt einen größten Durchmesser von 290 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4 Jahre und 131 Tage - bei einer Masse von ca. 2,82 · 1019 kg. Er wurde  am 1. September 1804 von dem deutschen Astronom Karl Ludwig Harding (1765-1834) als dritter Asteroid entdeckt und danach von Carl Friedrich Gauß nach Juno, der höchsten römischen Göttin, benannt.

Pallas  
Pallas ist mit einem Durchmesser von 582 km der größte Asteroid im Asteroidengürtel. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4 Jahre und 226 Tage - bei einer Masse von ca. 2,34 · 1020 kg. Er wurde  am 28. März 1802 von Heinrich Wilhelm Olbers (1758-1848) entdeckt und nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt.

Vesta
Vesta besitzt einen Durchmesser von 516 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 3 Jahre und 229 Tage - bei einer Masse von ca. 2,59 · 1020 kg. Vestra ist die römische Göttin von Heim und Herd und die Schwester von Ceres. Vestra wurde am 29. März 1807  von Heinrich Wilhelm Obers (1758-1848)  in Bremen entdeckt

Ceres, Zwergplanet
Die IAU (Internationale Astronomische Union ) stufte am 24. August 2006 den Asteroiden Ceres als Zwergplaneten ein. Ceres ist damit der einzige Zwergplanet im Asteroidengürtel. Weitere Zwergplaneten sind Pluto mit einem Äquatordurchmesser von 2.374 km und Eris mit einem Äquatordurchmesser von 2.326 km - die aber beide außerhalb des Asteroidengürtels liegen. Wie erwähnt wurde Ceres in der Nacht zum 1. Januar 1801 durch den Priester und Astronomen Giuseppe Piazzi (1746-1826) auf Sizilien eher zufällig entdeckt. Aber nach 41 Tagen ging er infolge entzog er sich wegen des abnehmenden Abstand zur Sonne der Beobachtung, wurde aber nach einer mathematischen Analyse von Carl Friedrich Gauß (1777-1855) zum Jahresende 1801 wieder aufgefunden.

Der Zwergplanet Ceres besitzt eine Durchmesser am Äquator von 976 km und eine Masse von 9,45· 1020 kg. Seine siderische Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4,6 Jahre, während seine Eigenrotation rund 0,38 Tage beträgt - die Erde benötigt rund 1 Tag. Die mittlere Temperatur auf seiner Oberfläche beträgt - 105° C. Seine Oberflächenbeschleunigung liegt bei 0,26 m/s² - auf der Erde beträgt sie 9,81 m/s². Seinen Namen hat Ceres von der römischen Göttin des Ackerbaus und der Patronin von Sizilien. Zwergplaneten wurden am 24. August 2006 in Prag von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) als eine neue Klasse von Himmelskörpern im Sonnensystem eingeführt Infolge der Konferenz hatte beispielsweise Pluto seinen Status als Planet eingebüßt und wurde zum Zwergplaneten.

Entstehung des Asteroidengürtels
Lange Zeit nahm man an, dass es zwischen Mars und Jupiter einen kleinen Planeten gegeben haben müsste, der mit einem größeren Asteroiden zusammengestoßen und in viele Stücke zerrissen worden sei.  Diese auf den ersten Blick einleuchtende Theorie wird aber heutzutage nicht mehr verfolgt. Stattdessen soll ist der Asteroidengürtel gleichzeitig mit dem restlichen Sonnensystem aus einem  Urnebel hervorgegangen. Aber wegen der Schwerkraft des Jupiters konnten die Bestandteile dieses Nebels jedoch nicht zu einem Planeten zusammenwachsen.

Gliederung der Asteroiden-Bahnen
Die folgenden Bezeichnungen gehen von der Entfernung von der Sonne aus, daher ist der innere Hauptgürtel der sonnennächste Asteroidengürtel
Innerer Hauptgürtel
Der innere Hauptgürtel umfasst ist eine Gruppe von Asteroiden, die sich in einer Entfernung von 2,15 bis 2,35 AE von der Sonne befinden.
Mittlerer Hauptgürtel
Der mittlere Hauptgürtel umfasst ist eine Gruppe von Asteroiden, die sich in einer Entfernung von 2,5 bis 2,8 AE von der Sonne befinden.  
Äußerer Hauptgürtel
Der äußere Hauptgürtel umfasst ist eine Gruppe von Asteroiden, die sich in einer Entfernung von 2,8 bis 3,24 AE von der Sonne befinden.  

Hinweis
Etwa 10% der bekannten Asteroiden stammen übrigens nicht aus dem Gürtel zwischen dem Mars und Jupiter

Einige Asteroiden aus dem Asteroidengürtel

  • Astraea besitzt einen mittlerenDurchmesser von 117 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4 Jahre und 50 Tage - bei einer Masse von ca. 1,8 · 1018 kg
  • Hebe besitzt einen mittleren Durchmesser von 195 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 3 Jahre und 284 Tage - bei einer Masse von ca. 1,4 · 1019 kg
  • Juno besitzt einen größten Durchmesser von 290 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4 Jahre und 131 Tage - bei einer Masse von ca. 2,82 · 1019 kg
  • Pallas ist mit einem größten Durchmesser von 582 km der größte Asteroid im Asteroidengürtel. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4 Jahre und  226 Tage - bei einer Masse von ca. 2,34 · 1020 kg
  • Vesta besitzt einen größten Durchmesser von 573 km. Seine (siderische) Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 3 Jahre und 229 Tage - bei einer Masse von ca. 2,59 · 1020 kg

 

Ceres

Die IAU (International ) stufte am 24. August 2006 den Asteroiden Ceres als Zwergplaneten ein. Ceres ist damit der einzige Zwergplanet im  Asteroidengürtel. Weitere Zwergplaneten sind Pluto und Eris.
Wie erwähnt wurde Ceres in der Nacht zum 1. Januar 1801 durch den Priester und Astronomen Giuseppe Piazzi (1746-1826) auf Sizilien eher zufällig entdeckt. Aber nach 41 Tagen ging er infolge entzog er sich wegen des abnehmenden Abstand zur Sonne der Beobachtung, wurde aber nach einer mathematischen Analyse von Carl Friedrich Gauß (1777-1855) zum Jahresende 1801 wieder aufgefunden.

Der Zwergplanet Ceres besitzt eine Durchmesser am Äquator von 976 km und eine Masse von 9,45· 1020 kg. Seine siderische Umlaufzeit um die Sonne beträgt rund 4,6 Jahre, während seine Eigenrotation rund 0,38 Tage beträgt - die Erde benötigt rund 1 Tag.
Die mittlere Temperatur auf seiner Oberfläche beträgt - 105° C.
Seine Oberflächenbeschleunigung liegt bei 0,26 m/s² - auf der Erde beträgt sie 9,81 m/s².
Seinen Namen hat Ceres von der römischen Göttin des Ackerbaus und der Patronin von Sizilien.

Einige der Erde nahe gekommene Asteroiden

Die folgenden Asteriden stammten jedoch nicht aus dem Asteroidengürtel

Asteroid 2004 BL86
Dieser ca. 500 m große Asteroid passierte am 26. Januar 20015 in einer Entfernung von ca. 1,2 Mio. Kilometern die Erde, was etwa der dreifachen Entfernung der Erde vom Mond entspricht.
Wäre der Himmelskörper auf der Erde eingeschlagen, so wäre eine Fläche von rund 1 Mio. km² zerstört worden - das entspricht in etwa dem Dreifachen der Fläche von Deutschland.

Asteroid 2012 DA14
Nach einer Mitteilung der NASA erreichte der Asteroid mit der Bezeichnung 2012 DA14 am 15. Februar 2013 gegen 20:26 Uhr seinen geringsten Abstand von der Erdoberfläche.
Dieser Mitteilung zufolge flog der Asteroid mit einem Durchmesser von rund 45 m in einem Abstand von ca. 28.000 km an der Erde vorbei. Es sei erwähnt, dass sich geostationäre Satelliten in einer Höhe von ca. 35.800 km befinden. So befindet sich der Satellit "Meteostat" in einer Höhe von 36.000 km über dem Äquator. Die nächste Annäherung an die Erde wird erst am 16. Februar 2046 stattfinden.
Der Asteroid kam damit der Erde extrem nahe - er schlug aber nicht ein. Wäre er eingeschlagen, hätte z.B. einen Krater mit einem Durchmesser von ca. 3 km hinterlassen.

Apophis
Dieser Asteroid passierte am 9. Januar 2013 die Erde in einer "sicheren" Entfernung von rund 14,5 Mio. km. Er hat eine Größe von rund 270 m - bei einem Gewicht von ca. 27 Mio. Tonnen. Seine nächste Annäherung an die Erde wird am 13. April 2029 in einer Entfernung von ca. 30.000 km stattfinden - bei einem derartig großen Asteroiden eine durchaus bedrohlich geringe Entfernung.
Der Asteroid wurde am 19. Juni 2004 von den Astronomen Roy Tucker, David J. Tholen und Fabrizio Bernardi am Kitt-Peak-Nationalobservatorium entdeckt. Das Observatorium befindet sich auf dem 2.095 m hohen Kitt Peak - südwestlich von Tucson im US-Bundesstaat Arizona.
Von seinen Entdeckern wurde der Asteroid nach einer der Stargate-Figuren sowie nach dem altägyptischen Gott "Apophis" benannt. Apophis verkörpert Zerstörung, Finsternis und Chaos, zudem ist er der Widersacher des Sonnengottes "Re"