Besondere Viertel, Straßen und Plätze
Hinweis
Bekanntlich herrschte im Land viele Jahre ein barbarischer Bürgerkrieg, sodass ein Besuch der Stadt kaum möglich war. Erst nach der Flucht von Baschar Hafiz al-Assad im Jahr 2024 ist möglich, die Stadt wieder zu besuchen. Aber leider sind zahlreiche der Sehenswürdigkeiten beschädigt oder sogar zerstört
Altstadt
Die Altstadt von Damaskus ist von einer römischen Mauer umgeben und steht seit dem Jahre 1979 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Sie wird von der Via Recta (der "geraden Straße", auch Bab Sharqi) geteilt und besticht durch fantastische Bauwerke aus alter Zeit. Wohl das bedeutendste Gebäude ist die Umayyaden-Moschee in der nordwestlichen Altstadt. Sie ist umsäumt von Märkten und buntem Treiben. Es ist einfach wundervoll, sich in den vielen engen und dicht bebauten Gässchen zu verlieren.
Dabei sollte man vor allem auf die Innenhöfe der Altstadt-Häuser achten, auf denen meist auch ein malerischer Springbrunnen zu sehen ist. Wer genug hat vom hektischen Leben draußen, kann auch in einen der vielen Hamams (= öffentliche Badeanstalten) einkehren. Die Altstadt zeigt starke Tendenzen zur Verslummung, was an dem masiven Bevölkerungszuwachs liegen wird, der sich in den letzten Jahrzehnten eingestellt hat. Das Alte Zentrum von Damaskus steht daher seit geraumer Zeit auf der Roten Liste gefährdeter Kulturgüter.
Shaalan-Straße
Die Shaalan-Straße ist eine der bekanntesten und belebtesten Straßen der Stadt, sie ist bekannt für ihre Cafés, Restaurants und viele Einkaufsmöglichkeiten
Al-ġūṭä-Oase
Diese Oase umrahmt Damaskus und wird vom Barada bewässert. Seit dem vermehrten Zuwachs der Stadt und den damit angestiegenen Bedürfnissen von Industrie und Wohnungsmarkt hat sich die Oase erheblich ausgebreitet. Auch wurde sie verschmutzt, was am Stadtverkehr, dem Abwasser und natürlich der Industrie liegt.
Bāb Tūmā (= christliches Viertel)
Dieses viele Jahrhunderte alte Viertel liegt in der östlichen Altstadt und wird durch das Bab Touma, das "Thomas-Tor", betreten. Hier leben nur Christen, was sich schon allein in der Unzahl von Altaren und Kirchen niedergeschlagen hat. Die bedeutendsten von ihnen sind ohne Zweifel die "Ananias-Kirche" und die Kapelle des Heiligen Paulus (siehe unter "Kirchen").
Mit dem restlichen Leben in Damaskus hat man hier nicht viel zu tun. Man achtet die christlichen Feiertage und den Sonntag. Das Christenviertel Bab Touma hat noch einen zweiten Ruf, nämlich den eines Studentenquartiers. Das hängt damit zusammen, dass viele in Damaskus studierende Ausländer bei privaten Familien in Bab Touma für die Zeit ihres Studienaufenthalts leben.
Dschabal Quasyun
Am südöstlichen Fuße dieses 1.150 Meter hohen Berges erstreckt sich Damaskus. Ein Besuch des Berggipfels ist sehr empfehlenswert, denn von hier aus hat man einen guten Blick über die Metropole im Helbun-Tal. Man kann auch in eines der vielen Restaurants einkehren.
Glaubt man der Legende, so soll hier am Hausberge von Damaskus Abel von seinem Bruder Kain erschlagen worden sein. (Zur Erinnerung an diese alttestamentarische Episode einfach in der Genesis nachschlagen).
Bab Sharqi (Via Recta)
Die Via Recta (= gerade Straße) war der "Cardo", also die Hauptstraße des römischen Damaskus', und erstreckte sich einst über eine Länge von ca. 1.500 Meter in west-östlicher Richtung. Die heutige Straße teilt die damaszenische Altstadt und besteht aus der El-Tawileh, der Bab Sharqi-Straße sowie dem Souq Medhat Pasha, einem überdachten, lebendigen Markt. Die Bab Sharqi-Straße ist überfüllt mit kleinen Läden und führt direkt zum christlichen Viertel "Bab Touma".
El Schuhada Platz
Dieser Platz liegt in der Neustadt von Damaskus und bildet gemeinsam mit dem Hedschahs-Platz das moderne Zentrum der Stadt.
Hedschahs-Platz
Der Platz bildet zusammen mit dem El Schuhada-Platz das moderne Zentrum von Damaskus. Er besticht durch die Hauptpost und den Bahnhof.
Märtyrer-Platz (Marjeh)
Bei diesem Platz - arabisch auch "Marjeh" - handelt es sich um einen sehr lebendigen Platz, um den herum sich die meisten der Restaurants und Hotels der Stadt angesiedelt haben. Der Platz ist insbesondere für Backpacker ein hervorragendes Gebiet.
Garten des Saladin-Mausoleum
Wer das Saladin-Mausoleum besucht, einen 1193 konstruierten Bau mit einer roten Kuppel, sollte auch ein wenig im Garten verweilen, der das Bauwerk umgibt.
Besondere Bauwerke bzw. Gebäude
Abdallah al-Azem-Madrassat
In der Nähe zum Souq al-Harir liegt die Abdallah al-Azem-Madrassat, eine 1779 entstandene Schule, welche während der osmanischen Vorherrschaft erbaut worden ist. Der heutige imposante Bau ist ein Ort vieler Läden, die alles Mögliche verkaufen.
Al-Quishani
Mitten im Souq al-Harir liegt dieses alte öffentliche Bad von Damaskus. Es bildet indes nur eins von ungezählten weiteren Bädern auf dem damaszenischen Stadtgebiet.
Bahnhof
Der wirklich sehenswerte alte Bahnhof steht am Hedschahs-Platz und wurde im Jahre 1917 von den Engländern gebaut. Hier befinden sich auch noch diverse alte Dampflokomotiven, die den Charme der früheren Jahre verbreiten.
Chan Asad Pascha
Diese beeindruckende Karawanserei befindet sich in der damaszenischen Altstadt. Erbaut wurde sie vom osmanischen Gouverneur Asad Pascha al-Azim, der sich auch für den Azim-Palast verantwortlich zeigte.
Hotel Sah al-Naum
Das historische Hotel Sah Al-Naum liegt mitten in der Altstadt von Damaskus. Hier wurde die legendäre Serie mit Ghawwar El-Toshe gedreht. Ghawwar El-Toshe ist eine der bekanntesten und beliebtesten komischen Figuren im arabischen Fernsehen und Kino. Verkörpert vom legendären syrischen Schauspieler und Regisseur Duraid Lahham (geb. 1934), wurde Ghawwar in den 1970er Jahren geradezu zu einem kulturellen Phänomen im gesamten Nahen Osten. Der hölzerne Balkon/Erker oben rechts im Bild und der Eingangsbereich haben im arabischen Fernsehen geradezu Kultstatus.
Maktab-Anbar-Haus
Dieses wunderschöne Damaszener-Haus aus dem 19. Jahrhundert steht in einer Seitenstraße vom Souq Midhat Pasha. Dabei besticht das Gebäude durch die großen verzierten Hallen, die farbigen Fenster und die reich gestalteten Decken.
Gegenwärtig ist in diesem Haus ein Kulturzentrum untergebracht.
Saladin-Mausoleum
Dies ist Ort der letzten Ruhe von Salah al-Din, einem der größten Helden der arabischen Geschichte und unerbittlicher Gegner der Kreuzfahrer des 12. Jahrhunderts. 1193 wurde das Mausoleum bereits gebaut. Es ist überdacht mit einer roten Kuppel und wurde inmitten eines angenehmen Gartens außerhalb der nördlichen Mauern der Umayyadenmoschee angelegt.
Nur ad-Din Badehaus
In diesem Badehaus aus dem 12. Jahrhundert kann sich der Besucher einer Waschzeremonie und einem Taqschir - einem arabischem Peeling - unterziehen. Das Gebäude liegt mitten in der Altstadt von Damaskus.
Historischer Justizpalast
Der historische Justizpalast (Qasr al-Adl) befindet sich an der Nasr-Straße und ist ein zentraler Ort der syrischen Justiz und Schauplatz bedeutender Prozesse zur juristischen Aufarbeitung des ehemaligen Assad-Regimes. Nachdem das Gebäude bei einem Brand stark in Mitleidenschaft gezogen war, wurde es in seiner heutigen Form zwischen 1947 und 1948 als Justizpalast aufgebaut. Früher stand hier ein Mamluken-Palast, der jedoch von den osmanischen Behörden abgerissen wurde. Um 1850 errichteten sie darauf eine Militärkaserne. Teile davon wurden 1911 umfassend renoviert. Danach diente das Gebäude als Hauptquartier des französischen Hochkommissars. Die Abbildung bietet einen imposanten Blick auf die orientalische Architektur, die durch seine gold-warme Fassadenbeleuchtung, die farbigen Lichtakzente in Grün und Blau sowie die markante Palmen perfekt inszeniert wird.
Stadtmauern und Stadttore
Die Mauern und Tore von Damaskus sind weltberühmt und schützten einst die Altstadt. Es gibt acht breite Stadttore, von denen das älteste noch auf die römische Zeit zurückgeht. Diese acht Stadttore sind
- Bāb al-Faraj
(= Tor der Erlösung) - Bāb al-Faradis
(= Tor der Orchideen/des Paradieses) - Bāb al-Salam
(= Tor des Friedens) - Bāb Tūmā
(= Thomas-Tor) - Zugang zum Christenviertel gleichen Namens
- Bāb Kisan
(nach der Legende soll Paulus von hier aus seine Flucht aus Damaskus angetreten haben; das Tor ist jetzt geschlossen, und eine Kapelle im Mauerwerk erinnert an das Ereignis) - Bāb al-Saghir
(= Kleines Tor) - Bāb al-Jabiya
(= am Eingang zum Souq Medhat Pasha)
Bāb Sharqi
(= Östliches Tor noch aus der Römerzeit)
Damaszener Schwert
Das Damaszener Schwert ist ein 40 m hohes aufrecht stehendes Schwert und ist eines der berühmtesten Wahrzeichen des modernen Damaskus. Es wurde in den 1960er Jahren erbaut und später mit den bunten Glaspaneelen versehen. Diese verbinden die strenge, monumentale Form des Schwertes mit der Leichtigkeit und Eleganz traditioneller syrischer Glaskunst.
Die Muster spiegeln oft die Flaggen und Wappen arabischer Staaten sowie traditionelle geometrische Motive wider Historisch steht das Schwert für die Verteidigung der Stadt, aber vor allem für die weltberühmte Handwerkskunst des Damaszener Stahls. Es schlägt eine Brücke zwischen der jahrtausendealten Geschichte der Stadt und der modernen syrischen Kulturszene, die im angrenzenden Opernhaus ihr Zuhause hat. Das Denkmal befindet sich vor dem Opernhaus von Damaskus am Umayyaden-Platz
Springbrunnen
Die abgebildeten Springbrunnen befinden sich gegenüber dem Opernhaus am Umayyaden-Platz. Der Platz ist bekannt für seine moderne Gestaltung und die Aussicht auf den Qasioun-Berg.
Haupteingang des Parlaments
Das abgebildete Gebäude ist der Haupteingang des syrischen Parlaments. Das Gebäude wurde im arabisch-modernen Stil errichtet und liegt im Zentrum Stadt.
Museen und Kulturzentren
Museum der Künste und der syrischen Traditionen
(im Azim Palast)
1749 erbaut, beherbergt der berühmte Azim-Palast heute das Museum der Künste und der syrischen Traditionen.
National Museum
Die Fassade des Museums war einst Zugang zum Qasr al-Hayr al-Ghabi, einem antiken Militärlager. Im Museum sind hervorragende Sammlungen aus Papyren, Statuen, damaszenischen Waffen usw. zu bewundern.
Maktab-Anbar-Haus
Dieses wunderschöne Damaszener-Haus aus dem 19. Jahrhundert steht in einer Seitenstraße vom Souq Midhat Pasha. Dabei besticht das Gebäude durch die großen verzierten Hallen, die farbigen Fenster und die reich gestalteten Decken.
Gegenwärtig ist in diesem Haus ein Kulturzentrum untergebracht.
Moscheen und Heligtümer
Umayyaden-Moschee
Im Jahre 705 wurde die älteste Moschee Syriens unter dem Umayyaden-Kalifen Al-Walidan an der Stelle errichtet, an der einst ein Tempel und später eine christliche Kirche gestanden hatten. Sie sollte die großartigste Moschee der Welt werden und wird auch "Große Moschee von Damaskus" genannt. Man benötigte zehn Jahre, um sie zu errichten. Heute gilt sie als einer der ältesten islamischen Sakralorte der Erde. Jüngst erfuhr sie liebevolle Renovierungen.
Die mit prächtigen Mosaiken geschmückte Moschee wird dominiert von vier Toren und drei Minaretten, die in jeweils einem anderen Baustil gestaltet wurden. Sehenswert sind der Innenhof mit seinen Nebengebäuden (Brunnen-, Schatz- und Uhrenhaus) und die 140 Meter lange Gebetshalle. In letzterer steht ein Schrein, in welchem sich der Kopf von Johannes dem Täufer befinden soll. Somit ist die Moschee nicht nur für Muslime, sondern auch für Christen ein Heiligtum. In einer anderen Halle neben der Gebetshalle steht ein weiterer Schrein. Dieser soll den Kopf vom Enkelsohn des Propheten, Hussein, enthalten.
Übrigens
Frauen müssen vor dem Betreten der Moschee einen schwarzen Kaftan mit einer Kapuze überziehen.
Schrein von Mua'wiya Al-Sagheer d.J. (7. Jhd.)
Der Sohn von Yazid ben Muawiya ben Abu Sofian entschied sich nach gerade einmal einem Monat Regierung als Kalif, seine Funktion niederzulegen. Grund dafür war seine feste Überzeugung, dass die Umayyaden kein Recht dazu gehabt hätten, sich Kalifen zu nennen. Wegen dieses Affronts wurde er von seiner Familie mit Gift ermordet. Der Schrein des mit 21 Jahren gestorbenen Mua’wiyas liegt in der Nähe der Umayyaden Moschee in einer kleinen Straße in der Altstadt. Ihm zu Ehren trägt sie seinen Namen.
Takiyyeh as-Sulaymaniyyeh
Südlich vom Barada-Fluss liegt Syriens anmutigste Moschee, die Takiyyeh as-Sulaymaniyyeh. Im Jahre 1554 wurde sie im osmanischen Stil vom berühmten osmanischen Baumeister Sinan entworfen und besticht durch die feine Ornamentik und die beiden schlanken Minarette.
Sayyida-Zainab-Moschee
Etwa sieben Kilometer südlich vom Zentrum der Stadt entfernt steht diese wunderschöne Moschee. In ihr wurde die Enkeltochter des Propheten Rukayyah bint Husayn (Sakīnah bint Husayn, Fatima) beigesetzt. Daher ist es verständlich, dass die in iranischer Tradition erbaute Moschee eine bedeutende Pilgerstätte für fromme Muslime ist.
Achtung!
Nicht-Muslime sollten nicht weiter als bis zum Innenhof gehen und die Gebetshalle sowie den Schrein nicht betreten.
Kirchen
Ananias-Kirche
Diese Kirche bezieht sich auf die Heilung des Hl. Paulus von seiner Blindheit durch Ananias (auch Hananias). Glaubt man der religiösen Überlieferung, so steht die Kirche genau dort, wo Paulus nach seiner Bekehrung zu Damaskus gelebt haben soll - nämlich im Keller des Hauses von Ananias. Der wohl älteste christliche Sakralbau liegt etwa sechs Meter tief unter der Erde.
Legende
Paulus hieß vor seiner Bekehrung zum Christentum Saulus von Tarsos. Er war Jude und galt als grausamser Verfolger der Christen. Ananias nun wird von Gott in einer Vision gebeten, Saulus die Hände aufzulegen und ihn so von seiner Blindheit zu heilen, welche ihn auf dem Wege nach Damaskus befallen hatte. Nach der Heilung lässt sich Saulus taufen und wird einer der wichtigsten Missionare, Theologen und Apostel der christlichen Religion. (Das genaue Erlebnis kann in der biblischen lukanischen Apostelgeschichte 9,10-19 nachgelesen werden.)
Kapelle des Heiligen Paulus
Diese Kapelle steht im christlichen Viertel und wurde in die Stadtmauer eingearbeitet. Sie befindet sich am Bab Kaisan, einem der Stadttore. Die Kirche bezieht sich auf die Bibel, nach der der Hl. Paulus an der Stelle der heutigen Kirche von seinen Gefolgsleuten von der Stadtmauer herabgelassen worden war. Dadurch gelang ihm die Flucht vor seinen jüdischen Verfolgern.
Burgen, Paläste und Villen
Azim Palast
1749 erbaut, beherbergt der berühmte Azim-Palast heute das Museum der Künste und der syrischen Traditionen. Er befindet sich im Süden der großen Moschee.
Statue von Saladin
Gleich neben der Zitadelle steht auch die großartige Statue des Saladin. Er wurde auf seinem Pferde dargestellt. Was aber wirklich interessant ist an der Statue sind die beiden besiegten fränkischen Ritter, welche unter dem leicht gelüfteten Schwanz des Pferdes sitzen. Einer von ihnen trägt ein Schild mit einem Löwen darauf. Es ist unschwer zu erkennen, dass hier Richard Löwenherz, König von England, wenig rühmlich verewigt wurde.
Zitadelle von Damaskus
Diese fast vollständig intakte Zitadelle aus der Ayyubidenzeit befindet sich in der nordwestlichen Ecke der Altstadt. Der erste Bau geht auf die Zeit des römischen Kaisers Diocletianus (284-305) zurück, doch ging diese in der islamischen Zeit unter. Es war nun der Seldschukenführer Atsiz ben Uvak, der, nachdem er 1076 Damaskus eingenommen hatte beschloss, in der Stadt eine Zitadelle zu errichten. Im Jahre 1095 war sie vollendet. Unter Nureddin Zengi und später seinem Nachfolger Saladin wurde die Festung erweitert. Saladin soll sogar in der Festung gewohnt haben - von 1176 bis 1193. Nach dem Großen Erdbeben von 1201/1202 baute man eine neue Festung. Nach weiteren Erdbeben im 18. Jahrhundert und erheblichen Schäden am Befestigungswerk war es Sultan Mustafa III., der die Wiedererrichtung bis 1761 abschließen konnte. Nach einer sehr langen Phase der militärischen Bedeutungslosigkeit und des Verfalls nutzte man die Zitadelle bis 1984 als Kaserne und Gefängnis, erkannte dann aber ihre Bedeutung für den Tourismus.
Im Jahre 2006 wurde die Zitadelle schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Denkmal von Yusuf al-Asma
Das Denkmal zeigt den syrischen Nationalhelden, Verteidigungsminister und Märtyrer Yusuf al-Asma (1883–1920), der 1920 in der Schlacht von Maisalun gegen die französischen Streitkräfte fiel.
Universitäten und Hochulen
Universität Damaskus
Vier Universitäten gibt es in Syrien, wobei die Universität Damaskus die größte von ihnen ist. 1923 wurde die staatliche Bildungseinrichtung gegründet und ist damit die älteste Uni Syriens. Gegenwärtig werden an ihr etwa 85.000 Studenten ausgebildet. Ungefähr 2.000 wissenschaftliche Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Die Universität gliedert sich in 15 Fakultäten. Diese sind:
- Fakultät für Agrarwissenschaften
- Fakultät für Architektur
- Fakultät für Bauingenieurwesen
- Fakultät für Bildende Kunst
- Fakultät für Gestaltung
- Fakultät für Informatik
- Fakultät für Maschinenbau- und Elektroingenieurwesen
- Fakultät für Medizin
- Fakultät für Zahnmedizin
- Fakultät für Naturwissenschaften
- Fakultät für Öffentliche Verwaltung
- Fakultät für Pädagogik
- Fakultät für Pharmazie
- Fakultät für Rechtswissenschaften
- Fakultät für Schari'a (Islamisches Recht)
- Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Märkte (Souqs)
Souq al-Hamidiyya
Dies bunte und überdachte Konglomerat aus kleinen Straßen, die mit kleinen Läden verstopft sind, betritt man durch Säulen eines römischen Tempels. Es liegt unweit der Umayyaden-Moschee. Der Geruch von Kumin (= Kreuzkümmel) und anderen Gewürzen liegt in der Luft, und man kann eintauchen in die faszinierende Welt orientalischer Händler. Viele Passagen des Souqs sind speziellen Waren vorenthalten. Zu kaufen gibt es fast alles - von Leder über Silber bis hin zu Seideprodukten.
Souq al-Bzourieh
Obst, Gemüse, Kräuter, Gewürze und die feinen orientalischen Süßwaren sollte man auf diesem Markt kaufen. Hier steht auch ein öffentliches Bad. Der Souq soll seit dem 12. Jahrhundert kontinuierlich in Betrieb sein.
Souq Midhat Pasha
Ein weiterer Hauptmarkt von Damaskus ist dieser 1887 erbaute Souq, welcher nach Medhat Pasha benannt worden ist, also dem osmanischen Gouverneur von Damaskus. Er war es auch, der den Souq renovieren ließ. Man betritt den überdachten Souq neben dem alten Stadttor Bab al-Jabiya.
Tipp!
Unbedingt zu besuchen ist das Maktab-Anbar Haus (siehe "Besondere Bauwerke") in einer der Seitenstraßen.
Souq Al-Saghah
Hier wird ausschließlich Schmuck angeboten. Dieser ist meist handgefertigt und in allen bedeutenden Materialien (Gold, Silber, Perlen, Diamanten etc.) zu haben.
Souq al-Harir
Seit 1574 besteht dieser Souq neben der Umayyaden-Moschee von Damaskus. Unter Darwish Pasha angelegt, findet man heute einen wundervoll lebendigen Markt, auf dem man von Parfum bis Stoffe alles erwerben kann.
Gewässer
Barada
Der in der Antike als "Chrysorrhoas" bezeichnete Fluss hieß auch Abana, Amana oder "Goldfluss". Der Barada, der seinen Ursprung im "Anti-Libanon" (= Gebirgszug zwischen Jordanien und Syrien, nordwestlich von Damaskus gelegen) hat, fließt durch den nördlichen Teil der syrischen Hauptstadt, welche sich wiederum im Barada-Tal erstreckt. Die Oase von Damaskus, die "Ghuta", wird vom Fluss bewässert, bevor dieser in einem Sumpf endet. Trinkwasser indes wird aus ihm nicht mehr gewonnen. In Syrien wird die Biermarke "Barada" hergestellt. Sie wurde nach dem Fluss benannt.
Mittelmeer
Das Mittelmeer erstreckt sich über ungefähr 2.500.000 km² zwischen Europa, Asien und Afrika. Durch die "Straße von Gibraltar" ist es im Westen (bei Spanien und Marokko) mit dem Atlantischen Ozean verbunden. Verbindungen bestehen über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus auch mit dem Schwarzen sowie über den Suezkanal mit dem Roten Meer. Damaskus liegt etwa 80 Kilometer vom Mittelmeer entfernt.