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Tiger

Systematische Einteilung

Indischer Tiger im Berliner Zoo © goruma (A. Beckstein)

Niemand - der z.B. in einem Zoologischen Garten - diese Raubkatzen beobachtet, wird sich der Pracht, Schönheit und Kraft dieser Tiere entziehen können. Leider werden ihre natürlichen Lebensräume immer kleiner und damit auch die Anzahl der noch frei lebenden Tiere.

Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Familie Katzen (Felidae)
Gattung Pantherkatzen (Panthera)
Art Panthera tigris

Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Tiger
  • Französisch: Tigre

Einleitung

Das prachtvollste und mächtigste Raubtier des Dschungels ist unzweifelhaft der Tiger. Durch sein lautloses Auftauchen und Verschwinden haftet ihm etwas Unheimliches an. "Schuld" daran ist seine angeborene Scheu vor dem Menschen und sein perfektes Tarnkleid. Seine Streifen lösen seine Konturen im dichten Unterholz und hohen Gras auf und lassen ihn mit seiner Umgebung nahezu verschmelzen. In seiner Heimat ranken sich um ihn viele Sagen und Legenden. Die Bergbewohner des Amurgebietes verehren nicht nur das Tier wie eine Gottheit, sondern auch seine Fährte. Stoßen sie auf seine Spuren, bringen sie auch dieser ihre Opfergaben.

In Indien hält man seine Schnurrhaare für äußerst giftig, Tigerfett hingegen soll besonders wirksam gegen Rheuma und Gliederschmerzen helfen und sogar kranke Haustiere kurieren. In China ist der Aberglaube besonders verbreitet. Dort hält man Tigerknochen und diverse innere Organe für besonders heilkräftig. In der westlichen Welt ist der Tiger ein beliebtes Zoo- und Zirkustier. Als Beispiel seien nur die berühmten weißen Tiger des Zauberkünstler-Duos Siegfried & Roy aus Las Vegas genannt.

Vorkommen

Tiger
Tiger © goruma (B.Ramm)

Der Tiger bewohnt in 8 Unterarten Vorder- und Hinterindien, bis nach Korea, die Mandschurei, die Mongolei und Sibirien. Man findet ihn ferner in Transkaspien bis nach Persien, außerdem auf Sumatra, Java und Bali.

Verbreitungsgebiet, Tiger

 Verbreitungsareal des Tigers © goruma

Merkmale

Bei einer Länge von 1,40-2,80 m und einer Schulterhöhe von 80-110 cm erreichen männliche Tiger ein Gewicht von 180-280 kg, die kleineren Weibchen nur etwa 115-185 kg. Er hat einen mächtigen, rundlichen Kopf mit verhältnismäßig kleinen, abgerundeten Ohren und einen muskulösen Körper.

Sein Fell ist oberseits vorwiegend rötlichgelb bis rostrot gefärbt und schwarzbraun bis schwarz gestreift. Unterseits, an der Innenseite der Beine und an der Brust ist es weiß. Weiß gefärbt sind ebenfalls die Bereiche über den Augen, die Backen, der deutlich ausgeprägte Backenbart und die Schnurrhaare. Der 60-110 cm lange und quastenlose Schwanz ist quergeringelt. Vereinzelt gibt es ganz dunkle Exemplare und die berühmten weißen Tiger mit manchmal kaum mehr erkennbaren Streifen.

Von den 8 Unterarten sind die Inselrassen Bali-Tiger, Java-Tiger und Sumatra-Tiger die kleinsten. Während die beiden Erstgenannten auf Grund von Umweltzerstörung und der Bejagung wahrscheinlich ausgestorben sind, steht es um den letzteren etwas besser. Den Bestand auf der Insel Sumatra schätzt man auf rund 200 Tiere. Seine Grundfarbe ist nicht so leuchtend, eher graugelb mit einer dichten Streifung. Der Indochina-Tiger und der Chinesische Tiger sind mittelgroße Formen, über deren Bestandszahlen es keine verläßlichen Angaben gibt. Der Chinesische Tiger wurde kürzlich unter Schutz gestellt, nachdem die Behörden jahrzehntelang offiziell seine Ausrottung betrieben hatten, so dass für das Überleben dieser Unterart Hoffnung besteht.

Der Kaspi- oder Touran-Tiger sind eine große Form mit heller Grundtönung. Da die letzten Berichte über seine Sichtung lange zurückliegen, muss auch er als ausgestorben angesehen werden. Der in Indien lebend Bengal- oder Königs-Tiger ist ebenfalls eine große Form, die sich in den meisten Zoos findet. Durch rücksichtslose Jagd und Zerstörung seines Lebensraums stand auch diese Unterart kurz vor ihrer Ausrottung. Im Jahre 1972 wurden mit internationaler Unterstützung Reservate zu seiner Rettung eingerichtet und heute hat sich der Bestand deutlich erholt. Der Sibirische Tiger ist der größte Vertreter seiner Art. Sein dichter Winterpelz mit einer Haarlänge von bis zu elf Zentimetern an Hals, Brust und Bauch lässt ihn Temperaturen von -40 Grad gut überstehen.

Lebensweise und Lebensraum

Der Tiger ist ein einzelgängerischer Schleicher und Lauerer, der hauptsächlich nachts und in der Dämmerung aktiv ist. Er sucht in hohem Gras oder Schilf und dichtem Unterholz Deckung. Er jagt aus der Lauer, indem er sich von hinten anschleicht und mit einem gewaltigen, bis zu 9 m weiten, Fangsprung angreift. Mit Ausnahme des Elefanten jagt er alle Säugetiere, vor allem Wildschweine, begnügt sich aber auch mit Kleinerem, wie Vögel, Schildkröten, Eidechsen und sogar Fischen. In besiedelten Gebieten reißt er allerdings auch Rinder und Schafe. Die Tiere sind vorzügliche Schwimmer, die auch mühelos größere Strecken im Wasser überbrücken können. Sie bevorzugen feuchte, schattige Unterschlupfe und nehmen zur Abkühlung gerne ein ausgiebiges Bad. Sie beanspruchen sehr weite Reviere und bilden, anders als Löwen, keine Familienverbände aus.

Männliche Tiger kontrollieren die Reviere mehrerer Weibchen. Die beiden Geschlechter kommen sich aber nur während der Brunst näher. Die Paarung findet in nördlichen Gebieten etwa 3 Monate vor Beginn der Schneeschmelze statt, in anderen Gebieten kann sie zu jeder Jahreszeit erfolgen. Nach einer Tragezeit von 102-112 Tagen gebärt die Mutter in einem sorgfältig ausgewählten Dschungelversteck 2-4 Junge, die 3-6 Monate gesäugt werden.

Feinde

Der einzige Feind des Tigers ist der Mensch. Jahrzehntelang aus Angst und um der Trophäen willen gejagt, sind einige Unterarten inzwischen ausgestorben und die Restbestände stark bedroht. Inzwischen weltweit unter Schutz gestellt, ist die Art dennoch nach wie vor besonders durch die Lebensraumzerstörung gefährdet.

Besonderheiten

Durch die wieder zunehmende Vermehrung des Tigers und die sich weiter ausbreitenden menschlichen Siedlungen kommt es zu Schwierigkeiten im Zusammenleben zwischen dem Menschen und dem Tiger. Da in diesen Gegenden das Wild selten geworden ist, halten sich die Tiger dort immer häufiger an die Viehherden. In einigen Fällen sind auch Menschen von Tigern angefallen und verletzt oder sogar getötet worden.

Meist handelt es sich hierbei um reine Unglücksfälle, wenn der Mensch einem Tiger zu nahe kommt und dieser sich angegriffen fühlt. Dies geschieht beispielsweise in der Erntezeit, wenn Tiger in Zuckerrohrplantagen oder Teepflanzungen das Versteck für ihre Jungen eingerichtet haben. In solchen Fällen sieht der Tiger sein menschliches Opfer nicht als Nahrung an und frißt es auch nicht.

Zu echten "Menschenfressern" werden nur alte und kranke Tiere, die zu schwach sind, um mit den Jüngeren zu konkurrieren und an der normalen Jagd teil zu nehmen. Eine Ausnahme bilden die Tiger der Sunderbans, einem Mündungsdelta der Flüsse Ganges, Brahmaputra und Meghna. Das ganze Delta ist vom Menschen dicht besiedelt und bewirtschaftet und ist gleichzeitig ein Rückzugsgebiet für die Tiger. Die dort zum Schutz der Menschen erlassenen Bestimmungen im Verhalten mit diesen Tieren werden allerdings nicht sehr stringent eingehalten, so dass es in diesem Gebiet zu ungewöhnlich vielen Zwischenfällen kommt. Man schätzt, dass 60-120 Menschen jährlich den Tigern zum Opfer fallen und verspeist werden.

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